Freiheit: Das ist so eine Sache…

Christiane Mähr für #kkl2 „Freiheit“

Laut Duden ist Freiheit ein Zustand, in dem jemand von bestimmten persönlichen oder gesellschaftlichen, als Zwang oder Last empfundenen Bindungen oder Verpflichtungen frei ist und sich in seinen Entscheidungen oder ähnlichem nicht (mehr) eingeschränkt fühlt. Klingt sperrig und ist es auch. In meinen Augen aber bedeutet das, dass wir derzeit alles andere als frei sind. Auf Wikipedia heißt es wiederum, dass Freiheit eine Möglichkeit ist, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Möglichkeiten auszuwählen und entscheiden zu können. So betrachtet, sind wir immer frei – auch jetzt. Schließlich können wir „frei“ entscheiden, all die Maßnahmen zu akzeptieren oder dagegen zu sein. Wir können auf die Straße gehen oder uns zuhause verbarrikadieren. Wir können Masken tragen oder uns öffentlich umarmen. Es ist immer die eigene Entscheidung. Nichts davon ist falsch. Nichts richtig.

Und trotzdem fühlt es sich nicht frei an. Zumindest nicht nach der Art von Freiheit, die wir seit dem Ende des 2. Weltkrieges leben. Vielmehr fühlt es sich nach der Wahl zwischen Pest und Cholera an – oder eben Corona…

Dabei ist Freiheit weit mehr als ein Begriff. Freiheit ist mannigfaltig und kann in unterschiedliche Prinzipien eingeteilt werden. Mal geht es um die freie Marktwirtschaft, bei der Angebot und Nachfrage ohne staatliche Lenkung aufeinandertreffen. Die Marktteilnehmer übernehmen die Verantwortung und jeder einzelne kann frei entscheiden, ob er dieses Produkt oder jene Dienstleistung zu einem bestimmten Preis kauft – oder nicht. Die Frage ist: Ist das, was wir gerad erleben, nach wie vor wirtschaftliche Freiheit? Behördliche Schließungen, Hilfszahlungen – ob sie nun ankommen oder nicht –, Kurzarbeit, Online-Giganten, die den Preis als steuerndes Element lehrbuchmäßig einsetzen, und nicht zu vergessen Pharma-Konzerne, die den Markt im Griff haben. Ich weiß es nicht…

Im Hinblick auf die Gesellschaft geht es bei der Freiheit vorrangig um die Grundrechte. Die sollen unsere Freiheit garantieren – von der Handlungs-und Versammlungsfreiheit über die Meinungs- und Pressefreiheit bis zu vielen anderen Lebensbereichen. Und hier hakt es seit über einem Jahr gewaltig. Ich habe auf meinen Erbsen schon mal darüber geschrieben und einen Shitstorm dafür geerntet. Seine Meinung zu äußern, geht entweder gar nicht oder nur in „geschütztem Rahmen“. Bevor man redet, steckt man ab, ob der andere einen ähnlichen Standpunkt vertritt. Das ist nicht gut und zeigt in meinen Augen, dass wir momentan alles andere als frei sind.

Der Begriff Freiheit hat historisch einiges erleb. Er ist gewachsen, hat sich verändert und tut all das gerade wieder. Schlussendlich bedeutet Freiheit aber sowieso für jeden etwas anderes. Das sollten, nein müssen wir akzeptieren. Wir sollten uns die Freiheit nehmen und von unserem Gegenüber nicht nehmen lassen, eigene und ganz persönliche Ansichten zu haben und sie zu vertreten. Und wer das von anderen erwartet, muss ihnen das ebenfalls zugestehen.

Insofern ist Freiheit eine Sache des einzelnen und zugleich der Gemeinschaft. Sie findet im außen und im innen statt. Letzteres macht uns bei all dem Gefühl des Eingesperrt-Seins, das derzeit vorherrscht, schlussendlich wieder frei. Denn unsere Gedanken gehören einzig und alleine uns. Die kann uns niemand vorschreiben. In unserem Kopf und Sein sind wir immer frei.

Ja, derzeit herrscht ein Ungleichgewicht, was die innere und äußere Freiheit angeht. Allein: Wie bringen wir diese wieder in Balance? Können wir das überhaupt? Oder sollen wir uns nicht besser auf uns selbst konzentrieren, auf unsere innere Freiheit? Sollen wir unseren Gedanken, Träumen, Wünschen und Zukunftsplänen nicht einfach freien Lauf lassen? Wer weiß, was sich dann alles ergibt und auftut.

Und was ist nun Freiheit für mich? Mir all diese Fragen zu stellen, ohne gleich eine Antwort zu erwarten, und mich dabei in die Wüste Namibias zurückdenke…


Christiane Mähr

Unternehmens- und Kommunikationsberaterin: https://erbsentalk.com/ueber-mich/

Veröffentlicht von kklkunstkulturliteratur

Redakteur von #kkl Kunst-Kultur-Literatur Magazin, Autor, Trainer und Coach im Bereich Bewusstseinserweiterung, glücklicher Papa und Ehemann.

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