Zu „Liebe kann…“

Dea Sinik für #kkl3 „Liebe kann…“


„Raus aus meinem Herzen, raus, raus aus meinen Gedanken, denn du bringst sie immer noch ins wanken mit einem mal war ich wahnsinnig unbeholfen, qualvoll in dich verstrickt als wäre ich um ein Haar erstickt raus mit dem verstand den du so lange unter Wasser hieltest und mir sagtest ich solle tief einatmen mein Leid stand am Beckenrand beobachtete wie du mit mir spieltest das Körperliche und Geistige schien mir vollkommen verloren erfroren schien ich in deinem Besitz deine Liebkosungen verwickelten mich in meinen Wahnsinn ohne Klarsinn presste ich mit beiden Händen deinen duftenden Geist an meinen Leib sehe ich wie ich auf offenem Gewässer treibe jede Einzelheit deiner Glut möchte ich aufsaugen aber du hast alles durchkreuzt mit deiner weinsüssen Kraft schliesse ich meine Augen und schmecke deinen wühlenden Duft Raus springe ich über die Kluft strecke dir meinen Geist entgegen meine Wünsche lass ich fliegen schwebend sehe ich wie ich zu fallen scheine ohne deine Gutmütigkeit die mich zuvor rettete schreie ich aus mir Raus, dass ich dich brauche Raus, raus aus meiner Seele sag mir, dass ich dir genauso fehle Raus aus meinem Tagtraum starre ich hilflos auf den Bildschirm auf der Suche nach ein wenig Nähe die uns in ferner Zeit mal verband aber ich habe verkannt, dass sie davongelaufen ist Raus aus meinem Leben finde ich unsere Nähe nicht mehr in den sorglosen Gesprächen die uns Freundschaft brächten aber sie ist nicht mehr da und ich starre vor ihr her in der Hoffnung sie zu umarmen aber sie ist davon gerannt ohne mich anzusehen sind unsere Nächte in qualvoller Nähe nicht mehr da alles, was war, kann nicht mehr sein du bist nicht mehr mein mein tränengetrübter blick sieht dir nach und ich weine in der Sonne weit weg von dir.“




Dea Sinik, geboren in Recklinghausen, studierte an der Ruhr Universität Bochum Germanistik und Italianistik. Ihr Engagement für das literarische Schreiben begann in der jungen Adoleszenz, die dominiert von der Arbeit an lyrischen Texten oder auch sogenannten „narrative Poems“ ist. Die Migration der Eltern aus Serbien prägte ihre Suche nach Identität, die heute noch komplexes und dominantes Thema in ihrer textlichen Auseinandersetzung ist. Dabei interessiert sie die prävalent weibliche Perspektive. Sie fokussiert sich im Schreiben auf die weiblichen Stimmen, die in der Gesellschaft marginalisiert werden. Hierbei sind es vor allem die postmigrantischen weiblichen Biografien, die durch ihre Erfahrungen und Entbehrungen besonderer Aufmerksamkeit bedürfen. Sie werden noch nicht ausreichend gehört. Dea Sinik möchte sich dafür einsetzen, dass ihnen ein bedeutender Raum in gesellschaftlichen Leben und im politischen Diskurs zugestanden wird.

Die Organisation und Moderation eines eigenen Poetry Slams (www.poesieduell-buer.de) entstand im Jahre 2011, was ihre produktive Phase prägte. Im späteren Verlauf des kreativen Prozesses wurde der Entschluss gefasst, eine Textidee in einem Prosatext entstehen zu lassen.
Ihr Studium schloss sie mit zweitem Staatsexamen ab und arbeitet aktuell als Lehrerin in NRW.

Veröffentlicht von kklkunstkulturliteratur

Redakteur von #kkl Kunst-Kultur-Literatur Magazin, Autor, Trainer und Coach im Bereich Bewusstseinserweiterung, glücklicher Papa und Ehemann.

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