Wie denn dann?

Maria Donner für #kkl7 „Ursache und Wirkung“




Wie denn dann?

‚“Ich will es so nicht mehr!“ wie häufig hatte ich das gehört. Immer und immer wieder.‘

Regina schaltet den Fernseher aus. Dann geht sie entschlossen zum Rechner.

Sie zuckt zusammen, als sie eine Hand auf dem Rücken spürt.

“Liebes, wo bist denn du?“

“Ich, … hallo, mein Schatz! … Ich … wie viel Uhr haben wir?“

Regina sah auf dem Gesicht von Klaus widersprüchliche Gefühle. Ein kurzer Blick zur Uhr … “Upps, ich beeile mich. Wir reden nachher.“

Eine halbe Stunde später haben sie alles fertig, wenn auch anders als geplant. Die Eltern von Klaus klingeln pünktlich. Es wird ein gemütlicher Abend. Gegen halb zwölf verabschieden sie sich.

“Sollen wir jetzt noch reden, oder lieber morgen früh?“ Klaus schaut Regina liebevoll an.

Diese räkelte sich. “Morgen, wir haben ja nichts vor. Ich glaube, ich muss dir viel zeigen und in Worte fassen. Dafür brauche ich Ruhe. Ich mache mich schnell fertig.“ Sie lächelt Klaus an, als sie ins Bad verschwindet.

Nachdem der Frühstückstisch abgeräumt ist, zeigt Regina ihm alles.

“Gestern habe ich wieder eine Doku gesehen. Menschen, die so nicht so weitermachen wollten. Die sagten klar, was sie nicht wollten. Keiner, nicht einer wusste wohin er wollte. Und ich wusste auch nur ungefähr, wohin ich wollte. Ja, endlich Frieden auf der Welt, und Gesundheit, all die Dinge, die sich jeder wünscht. Nur nichts Konkretes und Perspektiven. Welche Perspektiven gibt es denn? Keine, alles nur Flickwerk. Irgendwer der Müll sammelt für eine saubere Landschaft oder Müll spart oder Energie. Oder, oder, oder! Ja von der Oder-Fraktion gibt es viele. Aber es geht nicht weiter! Da habe ich im Internet gesucht.“

“Und was suchst du?“ Klaus lächelt Regina gespannt an.

“Das ist das Tolle, ich habe was gefunden, eine echte und vor allem umsetzbare Alternative. Erst dachte ich auch, ob das ehrlich ist, doch ja, ich habe das Gefühl das ist wirklich echt und ehrlich. Und frei und für alle.“ Regina strahlt Klaus an.

“Ok, dann zeig mal!“ Er schaut gespannt auf den Bildschirm.

“Hier, das ist das, wo sich alles nach richtet. Nur vier Sätze, die über allem, was gewollt, gewünscht oder umgesetzt werden soll stehen. Nur vier, durch diesen Filter muss alles durch. Und das ist machbar und alle werden beachtet. Sie hier!“

Regina fuchtelt mit ihrer Hand vorm Bildschirm, bis Klaus diese sanft mit seiner Hand festhält.

Er nickt, nach jedem Satz.

“Das hört sich gut an, aber ist das umsetzbar?“

Regina nickt: “So habe ich erst gedacht! Es ist sicher nicht einfach, aber machbar, ich glaube daran. Und was passiert schlimmstenfalls? Dann wenn es nicht funktioniert. Nichts. Einfach nichts.

Wenn es funktioniert, dann ändert sich alles. Alle können leben.“

Sie atmet tief durch.

“Ok, dann lasse uns die Punkte durchgehen.“ Klaus gießt beiden ein Glas Wasser ein.

“Also, der erste Satz sollte selbstverständlich sein. ‚Jeder Mensch ist wertvoll, ebenso alles andere Leben auf dieser Erde.‚ Momentan ist das sicher anders. Das würde sofort vieles ändern. Es hört sich wirklich gut an und wenn das über allem steht …“

Klaus schüttelt den Kopf “Das, ja, das ist richtig – das, wenn das umgesetzt wird. Ja!“

Reginas Mundwinkel zucken nach oben.

“So einfach, so normal, und so klein und groß gleichzeitig.“

Klaus Gesicht strahlt: “Da wäre ich auch voll konzentriert gewesen. Gestern fand ich es befremdlich, heute verstehe ich es. Das ist gut! – Lass uns alle Punkte durchgehen, dann sehen wir weiter. … ‚Ich kenne meine Grenzen und Bedürfnisse und ich achte die Grenzen und Bedürfnisse des Anderen.‘ Auch das sollte selbstverständlich sein.“

“Ja, Klaus, das sollte. Ist es nicht! Heute nicht, da geht es nur um einen selbst. Gleiches Recht für alle. Das wird oft gefordert, zumindest, wenn es um einen selbst geht, oder die eigenen Wünsche.“

Klaus nickt: “Aber jetzt Punkt drei. ‚Überall ist es möglich, durch den eigenen Einsatz ein gutes Leben zu führen.‚ Das verstehe ich und irgendwie auch nicht. Alles selbst machen, egal wo, so viel Wissen hat kein Mensch, gerade dort, wo man nicht Zuhause ist. … das weiß ich nicht wirklich.“

Regina redet sich in Fahrt: “Es ist ein Filter und erst im großen Zusammenhang ist es möglich. Es soll regional möglichst viel produziert werden. Nahrung und Verbrauchsmaterialien sehr regional. Langlebiges auch aus der weiter gefassten Region. Und nur so wenig wie möglich und nur absolut Notwendiges aus entfernteren Gebieten. Und es gibt dann viele Aufgaben, die jeder übernehmen kann, manchmal reicht eine kleine Einweisung.“

Klaus versteht schnell die Zusammenhänge.

“Alles passt in den kurzen Satz. Eindeutig und, ja es passt.“

„Gut, dann der letzte Satz. So eine Art Zusammenfassung für jeden einzelnen. ‚Die Erde ist unsere Heimat, wir sind gemeinsam dafür verantwortlich, dass diese noch für viele Generationen von Menschen, Tieren, Pflanzen und allen anderen Lebewesen eine Heimat bleiben wird.‘

Was sind andere Lebewesen?“ Klaus überlegte, Regina lacht.

“Das hatte ich auch überlegt, und auch andere fragten auch. Wissen wir, welche Lebewesen es noch gibt? Flechten, Algen, Mikroorganismen, … da gibt es einiges, was nicht so klar definiert ist. Es soll kein Leben ausgeschlossen werden. Ob ich es so geschrieben hätte, keine Ahnung. Aber lieber alle, als irgendein Leben auszuschließen.“

Klaus schaute Regina in die Augen. “Was machen wir jetzt. Weitermachen, wie vorher?“

Beide schütteln gleichzeitig den Kopf. Regina scrollt die Webseite runter: “Wir nehmen Kontakt auf! Wir können ja jederzeit raus, es gibt nichts zum Unterschreiben, keine Verträge, es funktioniert nur, wenn jeder einzelne freiwillig dabei ist. Wir können es einfach ausprobieren. Einfach so.“

Er streicht ihr zärtlich übers Haar: “Ja, Liebes, schaue, wo es Treffen gibt. Am besten noch heute. Gerne digital.“

„Hier ist die Mailadresse Yes@we-do-it-now.net. Ja, fangen wir an – gemeinsam mit anderen.“ Regina und Klaus strahlen.

Ein halbes Jahr später hat sich das Leben für Regina und Klaus gewandelt. Und für viele ihrer Verwandtschaft und Freunde.




Maria Donner

www.Traumder10.de

Veröffentlicht von kklkunstkulturliteratur

Redakteur von #kkl Kunst-Kultur-Literatur Magazin, Autor, Trainer und Coach im Bereich Bewusstseinserweiterung, glücklicher Papa und Ehemann.

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