Das Ziel?

Paul Prost für #kkl8 „Das Wesentliche“




Das Ziel?

Eine oft gestellte und eine vielmals beantwortete Frage. Allerdings bin ich mir nicht sicher, wie zutreffend die Frage beantwortet wurde, also komme ich nicht recht umhin, mich mit ihr zu beschäftigen. Ich versuche meinem noch recht benebelten Kopf ein paar Ideen hierzu abzuringen. Wo lang soll es gehen?

Ich stelle mir vor unser Leben wäre ein Weg.

Geschlungen,

Gewunden,

Voller Abzweigungen und unbekannter Ziele dieser. Natürlich stehen vor den meisten Abzweigungen ein paar Schilder, beschriftet mit Richtungen, möglichen Zielen und größeren oder kleineren Fragezeichen.

So richtig sicher kannst du dir nicht sein, dass da nicht irgendwer dran herum gepfuscht hat, denn die meisten der Schilder sind öfter überklebt oder durchgestrichen und es ist klar, dass sie auch nicht immer hier standen. Außerdem liest jeder etwas anderes auf ihnen.

Also behelligst du die Karte, die dir von deinen Eltern mitgegeben wurde. Über 60 Jahre sind sie diese Wege durchwandert. Ein wenig sollten die sich ja auskennen.

Wenn auch nicht absolut sinnvoll, scheint sie wenigstens ein wenig klarer als die Beschilderungen.

Allerdings stimmt diese Karte so gar nicht überein mit der Karte deiner Lehrer. Oder mit einer der anderen, unzähligen, welche dir immer wieder von Fremden und Freunden vor die Nase gehalten werden.

Und so sitzt du oftmals vor einer dieser Abzweigungen und sinnierst. Wo soll es lang gehen, und wieso? Ist das der kürzeste Weg zu deinem Ziel? Oder überhaupt einer?

Du siehst Leute an dir vorbeirennen, in der Hand eine Karte, welche anscheinend keine Zweifel lässt wo es lang geht. Und kurz wünschst du dir eine solche Karte. Oder überlegst ihnen zu folgen. Das selige Lächeln auf dem Gesicht ist beneidenswert. „Nimm mich mit“ Willst du rufen. Doch eigentlich bezweifelst du die Existenz so einer Karte und du guckst ihnen schlussendlich nur verwundert nach.

Andere scheinen an einer Kreuzung ihr Lager aufgestellt zu haben. Unsicher ob sie jemals weiter ziehen werden liegen sie im Gras oder auf hartem Stein und hängen in denselben Gedankengängen fest, wie schon bei ihrer Ankunft. Bei manch einem sieht es beinahe gemütlich aus. Aber woanders könnte es doch so viel schöner sein? Ein, zwei Abende bleibst du bei ihnen und versuchst zu vermeiden nach den Plänen der Weiterfahrt zu fragen.

Wenn mich nicht alles täuscht, irren wir schlussendlich aber einfach nur umher und versuchen zu erraten wo es als nächstes lang geht. Der freie Wille dabei ankämpfend gegen die gesammelten Erfahrungen und das Ziel auf ewig ungewiss.

Ich würde ganz gerne noch ein paar tröstende Worte zum Ende hinfinden, aber ehrlich gesagt weiß ich nicht ganz woher. Die Strapazen der letzten Tage haben mir den Trost entzogen und heben ihn für eine Weile sicher verwahrt vor mir auf. Daher schließe ich ein wenig Nihilistisch mit den Worten, welche einen vielleicht öfter in den Sinn kommen sollten: Was solls?

Und meine Mutter würde mich umbringen, wenn sie wüsste, dass ich meinen Vater zitiere… Aber vielleicht hat der Man ja doch mal recht gehabt, wenn er sagt:

Der Weg ist das Ziel.




„Mein Name ist Paul Prost, ich bin 24 Jahr und eigentlich Berliner und gelernter Koch. Ich bin vor 1,5 Jahren zum Arbeiten nach Innsbruck gekommen, habe aber durch die viele Zeit zur Reflektion – Corona – gemerkt, dass ich diesen selbstzerstörerischen Weg nicht mehr bestreiten möchte und habe begonnen Philosophie zu studieren. Dort habe ich viele kreative Menschen kennen gelernt und begonnen mich selber für Kunst zu interessieren. Der Text ist mein erstes Werk, entstanden in der Tiefe Coronas (keine Sorge, es geht nicht wirklich viel darum). Das Interesse wurde zur Leidenschaft und nun haben wir gemeinsam ein Atelier in Innsbruck eröffnet, gestalten open Mic Abend mit Prosa/Lyrik/Musik, Malen, Werkeln etc.. Für mich ist allerdings das Schreiben die große Liebe und ich würde sehr gerne auf irgendeine Art und Weise hierin meine Zukunft gestalten.“

Veröffentlicht von kklkunstkulturliteratur

Redakteur von #kkl Kunst-Kultur-Literatur Magazin, Autor, Trainer und Coach im Bereich Bewusstseinserweiterung, glücklicher Papa und Ehemann.

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