urbane tristes

käpt’n kalle für #kkl9 „beseelt“




urbane tristes

über architektur lässt sich gewisslich streiten, ganz besonders über jene unserer zeit. eines lässt sich jedoch nicht leugnen, das leben im modernen urbanen raum macht alles andere als gesund und glücklich- dazu trägt auch die vom leben entfernte bauweise von gebäuden bei. nicht umsonst sind psychologen gefragter denn je und der absatz von psychopharmaka so hoch wie nie. die hohe zahl an süchtigen und das zwanghafte verlangen, mit hilfe von substanzen oder anderen ablenkungen der unwirklichen urbanen umgebung zu entfliehen, zeugen vom kranken zustand der menschen. ihres natürlichen umfeldes wurden diese nicht nur durch ein faules geldsystem beraubt sondern auch durch den städtebau. die vorherrschende tristes, rechte winkel als maß aller dinge, konsumpropaganda sowie das grau großer betonblöcke sind zu einer erdrückenden zwangsjacke verwoben. luft zum atmen fehlt, bevormundet, kontrolliert und überwacht quetschen sich menschenmengen in das urbane grau mit der grellbunten propaganda. dabei bemerken sie ihr toxisches umfeld noch nicht einmal. umschlossen von hohen tristen wänden befinden sich die geknechteten massen in einem riesigen gefängnis. eigentlich sollten bauwerke dem menschen dienen. zwanghaftes bewahren unnatürlicher geometrie mit rechten winkeln, paraleller kanten und langweiliger grautöne offenbaren, ebenso wie die erhebung des schlichten zum heiligtum, jedoch gegenteiliges: die unterdrückung und unterwerfung des menschen. farbige akzente bieten lediglich verbotsschilder und die grauenhaft bunte konsumwelt mit ihrer omnipräsenten propaganda. die abschaffung jeglicher ornamente, des schönen am bau, die überbordenden lügen jeglich propaganda sowie der häufige mangel an bäumen und pflanzen in den städten muss endlich zu einer friedlichen, stillen, aber bestimmten revolution führen.

es ist an der zeit aufzustehen, sadt und umwelt endlich als mensch selbst zu gestalten und nicht von einem absolut kranken, seelenlosen, bürokratischen monster verwalten und verkommen zu lassen.

es ist an der zeit aufzustehen, der urbanen tristes den kampf anzusagen um unseren lebensraum zurückzuerhalten und wieder zu beseelen.

es ist an der zeit aufzustehen, dem wahn durch kreativität abhilfe zu schaffen.

solch eigenmächtiges handeln stört ein konditioniertes und somit unnatürliches empfinden. dementsprechend wird dieses vorgehen nicht nur unterdrückt, sondern direkt im keim erstickt und bekämpft. schließlich stellt es werte, aufbau und zustand eines systems infrage, welches nicht hinterfragt werden soll. es darf kein mensch auf die idee kommen, der krankmachenden (un)ordnung den kampf anzusagen.

doch höchste zeit ist es den urbanen raum an sich, die grelle konsumpropaganda, das grau und die kälte nicht allein infrage zu stellen, sondern zu überwinden. nur so kann sich der mensch wieder entfalten, damit wir als menscheit gemeinsam in eine neue zeit des erblühens von wärme und liebe schreiten.

logbuch eines künstlers



käpt’n kalle

Geboren und aufgewachsen irgendwo in Deutschland, bemerkt der Autor und Künstler früh, nicht von dieser Welt zu sein. Immer wieder stellt er fest: Auf dem Erdkreis geht etwas nicht mit rechten Dingen vor sich. Darum schippert er gegen den Strom und strebt, wie es der Name Kalle beinhaltet, nach zerschlagenen Ketten sowie Freiheit. Ihm wird nachgesagt, ein gottesfürchtiger Mann zu sein – auch wenn seine Furcht vor irdischen Obrigkeiten nicht sonderlich ausgeprägt sei (mit diesen Worten endete ein Zeitungsartikel über den Künstler). Der Käpt’n ist davon überzeugt, dass die Liebe über jeglichen staatlichen Gesetzen steht und diese lediglich dem Menschen zu dienen haben – und nicht umgekehrt. https://www.brotundkunst.com/kaeptnkalle

Veröffentlicht von kklkunstkulturliteratur

Redakteur von #kkl Kunst-Kultur-Literatur Magazin, Autor, Trainer und Coach im Bereich Bewusstseinserweiterung, glücklicher Papa und Ehemann.

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