Wie viele Türen kann ich einrennen?

Christiane Mähr für #kkl „Der nächste Schritt“




Wie viele Türen kann ich einrennen?

Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere – so heißt es zumindest. Was aber, wenn man die Tür selbst schließt? Wenn man also ganz bewusst entscheidet, einen eingeschlagenen Weg nicht mehr weiterzugehen und somit einen Schritt setzt, mit dem man eine alte Tür zu- und neue auftritt? Und was, wenn mehrere Türen zur Auswahl stehen? Ist das überhaupt möglich? Ich meine, kann oder sollte man überhaupt zwei, drei oder noch mehr Wege zugleich gehen? Es heißt ja auch, dass man nicht auf mehreren Hochzeiten tanzen kann…

Zu viele Türen? Persönlich hatte ich schon öfters das Gefühl, mich inmitten eines Raums mit ganz vielen offenen Türen zu befinden. Für den einen oder anderen mag das toll klingen, immerhin stehen mir ja sprichwörtlich alle Türen offen. Und ja: Es ist natürlich toll, wenn einem das Leben nahezu unzählige Möglichkeiten bietet. Die Sache ist allerdings die: Was, wenn man an einem Punkt ist, an dem man nicht nur neue offene Türen sieht, sondern auch die „alten“ noch geöffnet sind? Und da stellen sich mir gleich weitere Fragen: Durch welche Türe soll man dann zuerst gehen und welche soll man tatsächlich schließen? Oder kann man manche Türen vorerst noch angelehnt lassen, um sich nicht gleich alles zu verbauen? Macht Letzteres überhaupt Sinn, wenn man tatsächlich neue Wege einschlagen möchte?

Dabei ist mir durchaus klar, dass manche Türen in Räume führen, die in gewisser Weise Komfortzonen sind. Man weiß, was einen erwartet, was zu tun ist. Die Sache hat aber einen Haken: So fein die „ach so komfortable Zone“ sein mag, sie hält uns auch ab, unsere Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Und Fakt ist: Manche Türen muss man einfach schließen, ansonsten läuft man Gefahr, sich zu verzetteln. Ich möchte auch gar nicht alle Wege beschreiten, denn manche davon sind schlichtweg ausgetretene Pfade. Soll heißen: Es gibt Dinge im Leben, deren Zeit abgelaufen ist.

Neues hinter alten Türen. Ich bin allerdings kein Mensch, der von heute auf morgen alles stehen und liegen lässt – frei nach dem Motto „hinter mir die Sintflut“. Wenn man etwas angefangen hat, sollte man das zu Ende bringen. Gleichzeitig bin ich davon überzeugt, dass es nicht nur richtig, sondern auch wichtig ist, einen ersten Schritt zu tun, wenn man – wenn auch vorerst nur gedanklich – am Absprung ist. Etwa indem man schon mal ankündigt, dass man vorhat, die Tür zu schließen. Das ist nämlich nicht nur fair, sondern kann sogar dazu führen, dass sich hinter dieser noch offenen Tür ein neuer Raum auftut.






Christiane Mähr


Unternehmens- und Kommunikationsberaterin: https://erbsentalk.com/ueber-mich/

Veröffentlicht von kklkunstkulturliteratur

Redakteur von #kkl Kunst-Kultur-Literatur Magazin, Autor, Trainer und Coach im Bereich Bewusstseinserweiterung, glücklicher Papa und Ehemann.

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