Für „Der freie Wille“

„Initiiert von Michael Preis, Lehrer des Jahrgangsstufe 11, der Integrierten Gesamtschule Am Nanstein Landstuhl .“




Anabel Hilken für #kkl16 „Der freie Wille“


Ein Engel

Sie lachte. Er war so glücklich, ihr Lächeln zu sehen. Sie war wunderschön. Jeder kannte ihren Namen. Jeder mochte sie, ja jeder liebte sie. Ein typisches beliebtes Mädchen. Er sah ihr Lächeln, wunderschön. Ihr schwarzes Kleid wehte im Wind. Aber der Wind weinte. Ihr schönes, schwarzes Haar, das im Winde schrie. Aber sie lachte – so wunderschön. Ein Engel. Tatsächlich ein Engel, denn er, er weinte um sie. Er schrie sogar nach ihr. Doch sie lächelte nur wunderschön, als sie sprang. Ein wahrer Engel. Geliebt von allen, nur nicht von sich selbst. Wäre sie nur nicht so alleine gewesen. Sein Engel, dachte er sich und weinte bitterlich auf dem Boden. Sogar der Boden weinte. Aber ihr Lächeln, das war so wunderschön.



„Mein Name ist Anabel Hilken und ich gehe auf die IGS Am Nanstein in Landstuhl. Geboren wurde ich am 27.08.2005 und komme aus Bedesbach. Meine Kurzgeschichte – „Ein Engel“ – ,ist die erste Kurzgeschichte, die ich jemals für den Deutschunterricht verfasst habe.




Anastasia Clarke für #kkl16 „Der freie Wille“


Stundenlang

Sie schauen sich an, und wissen nicht, was sie sagen sollen. Die beiden Jungs hatten ihr weh getan, und auch sie schaut die Jungs an.

„Ich fühle mich beobachtet. Warum schaut sie uns an? Stundenlang schaut sie uns an.“

Stundenlang.

„Das haben wir nach gestern verdient.“

Es war ihr Geburtstag. Ihr siebzehnter Geburtstag. Sie hatte gefeiert und sie hatte getrunken. Und die Jungs auch.

Aber jetzt liegt sie da, auf dem Boden, mit offenen Augen und beobachtet die Jungs.

Stundenlang.

Einer hatte die Tür zugehalten, der andere hatte es getan.

Sie hatte ein weißes Kleid an, welches jetzt so aussieht, als hätte sie Merlot darauf verschüttet.

Doch es war kein Merlot.

Die Jungs hatten Rot und Schwarz an.

Aber das Rot in ihnen war wie Erbgut schon immer da. Es war auch nicht das erste Mal, dass Weiß in ihrem Rot getränkt wurde und unterging.

Sie hatte geschrien, doch ihre verzweifelten Laute durchdringen nicht die Wände, von denen sie sich einst geschützt gefühlt hatte.

Er ist in sie eingedrungen.

Minuten fühlten sich wie Stunden an.

Und somit war sie nicht mehr weiß.

„Jeder wird wissen, was du getan hast.“, wimmerte sie. Und mit einem Klirren war die Lampe kaputt und somit das Licht erloschen.

Und jetzt liegt sie da, auf dem Boden, mit offenen Augen und beobachtet die Jungs.

Stundenlang.

Es war ihr Geburtstag gewesen. Ihr siebzehnter Geburtstag.

Sie hatte gefeiert und sie hatte getrunken. Und die beiden Jungs auch.

Nun gibt es nichts und niemanden mehr zu feiern.



Mein Name ist Anastasia Clarke und ich besuche die IGS Am Nanstein in Landstuhl. Ich wurde am 24.02.2005 geboren  und meine Kurzgeschichte „Stundenlang” ist mein erstes Werk, welches ich für den Deutschunterricht verfasst habe.




Laura Repp für #kkl16 „Der freie Wille“


Die Wespe

Ich sah ihre Augen.

Ihre Augen sahen leer aus, doch sie überspielte jenes und warf ein Lächeln zurück.

Ich verstehe es nicht.

Ich weiß, dass der Junge kein Fremder war.

Dennoch zweifle ich.

Ich weiß noch, als sie glücklich war.

Sie strahlte voller Freude, ihre Augen waren der Sonnenschein, der meinen Winter erfüllte.

Doch jetzt?

Sie erzählte mir noch, wie sie eines nachts draußen waren. Sie schauten sich die Sterne an. Das ging mehrere Wochen so!

Sie wollte das nicht.

Ihre Bereitschaft fehlte.

Ihr Mut fehlte.

Nein, einfach der Wille fehlte.

Sie wollte noch nicht fallen.

Doch seine Natur rief nach ihm.

Ich möchte doch nur Wärme spüren.

Doch auf ihre Zerbrechlichkeit achtete er nicht.

Und da stach er.

Und stach.

Und stach nochmal.

Bis alles rot roch.

Er attackierte sie, wie eine hilflose Wespe. Die kurz vor dem Sterben war.

„Ich weiß, dass du’s möchtest.“

Doch am Ende verschwand sein Körper und der Schatten blieb.

Die rosa-rote Brille färbte sich grau.

„Ich dachte, nur Gott kann mir meine Seele nehmen.“




Die Sonnenblumen auf dem Feld

Es war kalt draußen. Man merkte, dass der November immer näher rückte. Dazu regnete es an diesem Tag. Doch drinnen war es warm. Es roch nach Vanille-Kerze. Und da stand sie. Im Hintergrund lief Musik. In ihrer rechten Hand ein Kochlöffel. In der linken ein Glas Rotwein. Sie war vollkommen und sie war glücklich. Rosa, Rosalie hieß sie.

Doch dann, dann kam er.

Er war blau.

Er kam nach Hause und schlug dabei die Tür hinter sich zu. Er fing an, wie eine Sirene los zu singen. Er schlug alles um sich herum nieder.

Alles war kaputt.

So wie eine Blume, die kein Lebenselixier mehr in sich hatte und langsam verwelkte. Bis sie trocken war. Bis sich ihre letzte Seele in der Luft verteilte.

„Weißt du noch, als ich zu dir meinte, dass mich deine Augen an Sonnenblumen erinnern?“

„Deine Pupillen sind der schwarze Kern.“

„Außenrum, das Gelbe, das sind die Blüten.“

„Und zum Schluss, das Blaue, das ist der Himmel.“

Doch Rosa färbte sich grün und zum Ende braun. Braun wie das Feld, auf dem die gelben Sonnenblumen unter dem blauen Himmel wachsen.




Die kalte Gabel

Die Wände rochen weiß.

Die Wolken sahen ganz traurig aus.

Das Piepsen der Geräte prägte sich in ihr ein

so schwach piepste es, genau so wie ihr Puls.

Über ihr flackerte ein grelles Licht.

Vor ihr lag eine Spaghettinudel.

Diese Spaghettinudel erinnerte sie an ihren Körper

welcher ganz behaart und kalt neben ihr stand.

Wie ein Geist, schwebte sie da.

Um sie rum nur versagendes Geschreie und in ihr drin der kommende Tod.

Besorgt eingewiesen worden, doch menschlich nicht behandelt worden.

Von allen Ecken und Kanten wurde sie schief angeguckt, doch sagen konnten sie nur: „ihre Tochter ist behindert“.

Wie eine kalte Gabel aus jener Schublade, zerrte sie mich vor den Spiegel.

„Schau!“

„Schau dich an, Anna!“, „Schau was du angerichtet hast.“

Die müden Augen fingen an ihre ersten Tränen zu verlieren.

„ich weiß“

„Ich weiß“

Doch sie wusste überhaupt nichts.

Der Spiegel war ihr größter Feind

und ihr Bild ganz vernebelt.

Wie ein aufgescheuchtes Reh suchte sie

Sie ging

Sie ging drei Meter tief.

Ihre Beine fingen an zu kribbeln.

Ihr Gesicht wurde ganz blau.

„Ich brau hilf..“

Langsam senkte sich ihr Körper zu Boden und sie fing an weiß zu sehen

„Ich glaube, so fühlt es sich an erlöst zu werden.“

Das war ihr letzter Gedanke, bevor sie wie eine kalte Gabel alleine in ihrer Schublade lag.



Ich heiße Laura. Ich bin 17 Jahre alt. Ich wurde am 04.05.2005 In Homburg geboren und bin auch dort in der Nähe aufgewachsen. Ich gehe momentan in die 11. Klasse und besuche die Integrierte Gesamtschule am Nanstein in Landstuhl.
Mein Deutschlehrer Herr Preis meinte damals zu unserem Kurs, dass wir eine Kurzgeschichte verfassen dürfen, somit nutzte ich meine Chance und schrieb eine. Er meinte im Nachhinein zu uns, dass wir diese Kurzgeschichten nicht einfach so wegschmeißen sollten, sondern sie einsenden können… .






Über #kkl HIER

Veröffentlicht von kklkunstkulturliteratur

Redakteur von #kkl Kunst-Kultur-Literatur Magazin, Autor, Trainer und Coach im Bereich Bewusstseinserweiterung, glücklicher Papa und Ehemann.

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