SowohlAlsAuch.

Klaus Pelster für #kkl18 „sowohl als auch“




SowohlAlsAuch.
Er durchquert die Nacht. Am dunklen Himmel hat sich ein Wolkengebirge aufgetürmt. Die Farben changieren vom gedeckten Grau bis zum Tiefschwarz, an den Rändern scharf Dunkelgelb abgesetzt. Der Mond zeigt sich nur sehr sparsam und überzieht, vor seinem gänzlichen Untergang in die langgezogenen Wolkenbarrieren, die vor ihm liegende Strecke mit einem breiten Kegel fahlen Lichts, gerade genug, um auch ohne eingeschaltete Beleuchtung fahren zu können. Nur noch gelegentlich ist das verlorene Quaken eines Frosches zu vernehmen–wohl ein Einzelgänger.
Der Wechsel in diese drückende Nachtstimmung erfüllt den Radler mit einer Mischung aus Trauer und melancholischer Einsamkeit.
In der sehr dunklen Zeit waren sich Quercus und seine Auguste Luise so nah wie nie zuvor. Sie fühlten–nein: sie lebten!–eine innere Verbundenheit, die in ihrer buchstäblichen Einzigartig keit ohnegleichen war. Nach der Diagnose hatte Quercus ihren Kopf in seine Hände geborgen und mit festem Blick versichert, immer an ihrer Seite zu sein. Sie hatten bereits alles Notwendige–schlimmstenfalls–zur Regelung gebracht. Auguste Luise hatte darauf bestanden, um sich ganz ihrer Therapie widmen zu können. Mit ihrer unglaublichen mentalen Stärke gelang es ihr, sich auf eine freudvolle Lebensperspektive auszurichten und gleichzeitig den Tod zu ihrem Gefährten zu machen, um ihm den Stachel zu nehmen. Hut ab!
Sie sprachen in dieser Zeit nur wenig davon–Worte brutalisieren, entlarven als Gewissheit–zumeist hielten sie sich im stummen Einverständnis bei den Händen und jedes Mal fiel es ihnen schwerer, sich aus dieser Verbindung wieder zu lösen, aus Sorge, es könnte für immer sein.
Auf Auguste Luises Bitte hatten sie sich sogar bereits einen schön gelegenen Waldfriedhof als letzte Ruhestätte angesehen und Auguste Luise äußerte bei dieser Gelegenheit den innigen Wunsch, einst das Grab mit ihrem Liebsten teilen zu wollen. „Ist doch klar“, stimmte Quercus zu.
Ein vorgebrachtes Anliegen, indem so viel mitschwingt, dass es Quercus in der Tiefe seiner Bedeutung auf das Heftigste beschäftigen sollte und immer noch beschäftigt. Seine Auguste Luise–selbst im Tode mit ihm vereint. Kann es eine größere, eine innigere Liebesbezeugung geben? An seinem folgenden Geburtstag erhielt Quercus eine Glückwunschkarte.
„Ich liebe Dich. Bis in alle Ewigkeit…“
Er fährt. Fährt*.


* Aus: FlüsterndesSüßGras, Roman






LebenMitDirOhneDich


Ich Schmecke Dich schon am Morgen
Und Hauche Dich in den Tag
Ich Erschaffe Dich unter der Sonne
Und Hülle Dich in die Nacht.


Ich Tauche in Deiner Freude
Verlier Mich in Deiner Seele
Und Find Mich wieder
In Deinem Herz.


Ich Mache fest an Dir
In Einsamkeit
Halt Deine Hand im Verlorenen
Und Gründe mich in Deinem Gestern.

Ich Bade in Deinem Lachen
Und Berge mich
In Deinen Warmen Schoß.


Ich kette mich
Wenn Wankend
An Dir fest
Tanke Deine Tiefe Klarheit
Und Deinen Geraden Geist.


Lass mich von Deiner ZuverSicht
UmArmen
Und Schwimm mich Frei
In Dankbarkeit.

Ich Lese zärtlich Dein Gesicht
Und Mal mich Dir ins Auge
Verkriech mich ganz in Deinen Leib
Und Säh
Veränglichkeit
VorAn.




Klaus Pelster, Jahrgang 1953, lebe in Münster, Westfalen; meine drei Söhne und zwei Enkel wohnen in Frankfurt. Nach dem Studium der Sozialpädagogik, Philosophie, Erziehungswissenschaft und Soziologie arbeite ich seit über dreißig Jahren in der Erwachsenenbildung.






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Veröffentlicht von Jens Faber-Neuling

Redakteur von #kkl Kunst-Kultur-Literatur Magazin und ZeitenGeist Magazin, Autor, Trainer und Coach im Bereich Bewusstseinserweiterung, glücklicher Papa und Ehemann.

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