Bedingungslos

Jasmin Krone für #kkl20 „bedingungslos“




Bedingungslos

Ein Wort, losgelöst von Erwartungen und Verpflichtungen.
Klingt das nicht schön?
Doch wo findet dieses Wort noch einen Platz in der Welt?
In welcher Situation wird es noch als einen Wert angesehen, dem man nachstrebt?
Wir Menschen benutzen oftmals Worte, denen unser eigenes Verhalten nicht gerecht wird.
„Ich werde dich bedingungslos lieben“ ist eine häufige Aussage, doch warum kommt es
dann zu immer mehr Trennungen und warum fällt es uns Menschen so schwer, den Hass von uns fernzuhalten, wenn das Wort mit der Haltung verbunden wäre, ohne Bedingungen
etwas zu tun?
Ob im privaten Umfeld, auf der Arbeit, in den sozialen Medien oder unter fremden Menschen, überall herrschen Erwartungen und darauffolgende Bedingungen.
Dahinter steckt das Muster „Wenn du nicht so bist, wie ich es möchte oder du nicht das
tust, was ich von dir möchte, bekommst du nichts von mir“.
Oftmals wird die Erwartungshaltung aber nicht direkt formuliert, sondern durch Körpersprache ausgedrückt oder Konversationen, in denen Menschen intensiv kritisiert werden, aufgrund einer äußerlichen oder innerlichen Charaktereigenschaft, ohne den Grund für diese Kritik zu erklären.
In den meisten Fällen, können die betroffenen Personen nichts für das Kritisierte, doch
darauf wird keine Rücksicht genommen.
Es wird kritisiert, ohne dass die Person eine Chance hätte, etwas an dem Kritisierten zu
verändern, auch wenn sie es selbst wollen würde.
Ich denke, an irgendeinem Punkt in der Geschichte, haben die Menschen beschlossen,
den entstehenden, qualitätslosen Hass, als nützliches Gefühl zu empfinden und dieses immer weiter zu steigern, um andere Gefühle zu verringern.
Es geht eigentlich nur darum, den Hass auszuüben, um all die Trauer, die Wut und die
Enttäuschung, die der einzelne Mensch in sich trägt, herauszulassen.
Eine Chance dazu zu haben, die Gefühle loszuwerden, mit denen man selbst nicht
umzugehen weiß.
Welche Person dieser Hass trifft, ist abhängig davon, was den Täter an das erinnert, was
er sich selbst in seinem Leben wünscht, aber (noch) nicht haben kann oder in Härtefällen wird der Wert eines Menschen nicht mehr beachtet und es wird sich willkürlich jemand ausgesucht, an dem der Hass ausgeübt werden kann, nur damit die negativen Gefühle losgelassen werden können.
Grundsätzlich gibt es keine Personen, denen es vorher bestimmt ist, besonders häufig von Hass betroffen zu sein.
Niemand aus unserer Gesellschaft hat das Recht zu bestimmen, wie jemand auszusehen oder zu sein hat.
Es gibt dafür keine Regeln, Definitionen und kein einziges Gesetz, was uns etwas vorschreibt.
Es haben sich über die Zeit Klischees entwickelt, aber jeder Mensch entscheidet selbst, wie seine Ansichten und Meinungen lauten.
Welchen Menschen interessiert auch ernsthaft die Hautfarbe anderer Menschen oder ob dieser Hautprobleme hat oder welcher Sexualität er angehört?
Unser menschliches Naturell kann dieses intensive Interesse gar nicht empfinden, da wir dafür viel zu sehr mit uns selbst beschäftigt sind.

Schlussendlich zeigt uns dieser zunehmende, rücksichtslose Hass, dass wir Menschen uns schon schwer damit tun, jemanden bedingungslos zu akzeptieren.
Dabei wäre eine Einstellung, in der wir bedingungslos anderen Menschen gegenüber treten würden, viel gesünder für uns selbst.
Der einzelne Mensch würde aufhören, sich mit anderen Menschen zu vergleichen und seinen eigenen Wert von ihren Aussagen abhängig zu machen.
Die Gesellschaft würde jedem Menschen mehr Raum geben, sich zu entfalten und es würde untereinander zu mehr Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft und dem Gefühl von Zugehörigkeit kommen.
Eine Einstellung ohne Bedingungen baut weniger Druck in der Welt auf und führt zu einem direkterem und ehrlicherem Umgang miteinander.
All die Konsequenzen würden zu einer steigernden Zufriedenheit unter uns Menschen führen und das ist doch letztendlich das Ziel von uns allen.
Zufrieden sein zu können mit seinem eigenen Leben und eine Gesellschaft, die sich unterstützender und achtsamer untereinander verhält.
Ich würde vorschlagen, wir denken an dieser Stelle mal darüber nach, in welchen Situationen wir uns bereits bedingungslos verhalten und in welchen dies noch möglich
wäre.




Jasmin Krone, geboren 2002, lebt in Hamburg. „Schreiben, lesen, Musik machen, tanzen“






Über #kkl HIER

Veröffentlicht von Jens Faber-Neuling

Redakteur von #kkl Kunst-Kultur-Literatur Magazin und ZeitenGeist Magazin, Autor, Trainer und Coach im Bereich Bewusstseinserweiterung, glücklicher Papa und Ehemann.

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