Verschwommen

René Oberholzer für #kkl22 „Bewusstheit“




Verschwommen

Der Tanz um die Mitte
Ein Versuch nach Nähe

Wir waren elegant
Und blieben es nicht

Der Tanz wurde zur Flucht
In mehreren Raten

Der Strom fiel aus
Die Räume wurden dunkel

Tränen fielen auf die Bilder
Die Konturen lösten sich auf




Qualitätskontrollen

Sie ist diplomierte Qualitätsprüferin
Sie überprüft auch unsere Beziehung
Einmal die Woche vor dem Sonntagskrimi

Mir ist das eigentlich ziemlich egal
Aber wenn es sie glücklich macht
Mache ich gute Miene zum bösen Spiel

Jede Woche zwei neue Ziele
Zur Überprüfung in der folgenden Woche
Ich habe schon viele Ziele angestrebt

Neulich sagte sie in ernstem Ton
Dass ich Wochenziele verfehlt hätte
Und sie sich neu orientieren würde

Ich schwieg und dachte nur mach das
Ich möchte verdammt noch mal leben
Und den Sonntagskrimi geniessen können




Energiekrise

Sie suchte seine Nähe
Er gab schön warm
Für einen Winter

Im Frühling
War alles vorbei
Bis in den Herbst hinein




Perspektivenwechsel

Wenn du die Radieschen von oben
Dann ist es noch nicht

Wenn du die Radieschen von links
Dann ist es beinahe

Wenn du die Radieschen von rechts
Dann ist es fast

Wenn du die Radieschen von unten
Dann ist es vollbracht




René Oberholzer

Lebt und arbeitet seit 1987 als Oberstufenlehrer, Autor und Performer in Wil/Schweiz.

Schreibt seit 1986 Lyrik, seit 1991 auch Prosa.

War Mitbegründer der literarischen Experimentiergruppe „Die Wortpumpe“ (mit Aglaja Veteranyi), ist Mitbegründer der „Autorengruppe Ohrenhöhe“, Mitglied der Autoren der Schweiz (AdS) und des Zürcher Schriftstellerverbands (ZSV). Erhielt 2001 den Anerkennungspreis der Stadt Wil für sein literarisches Schaffen und 2022 den 23. Nahbellpreis des G&GN-Instituts in Düsseldorf für das lyrische Gesamtwerk.

Publikationen:

„Wenn sein Herz nicht mehr geht, dann repariert man es und gibt es den Kühen weiter“ (39 schwarze Geschichten) (2000), Verlag Im Waldgut in Frauenfeld.

„Ich drehe den Hals um – Genickstarre“ (92 Gedichte) (2002), Nimrod-Literaturverlag in Zürich.

„Die Liebe wurde an einem Dienstag erfunden“ (120 Geschichten) (2006), Nimrod-Literaturverlag in Zürich.

Kein Grund zur Beu8nruhigung“ (236 Gedichte) (2015), Driesch Verlag in Drösing.

„Sehnsucht. Mit Weitblick“ (80 Gedichte) (2020), Klaus Isele Editor in Eggingen

„Das letzte Stück vom Himmel“ (80 Gedichte) (2021), Klaus Isele Editor in Eggingen

Gedichte und Kurzgeschichten in Anthologien, Zeitungen, Literaturzeitschriften und Online-Portalen im gesamten deutschsprachigen Raum (über 3000 Einzeltexte). Einzelne Texte sind auch ausserhalb des deutschsprachigen Raums übersetzt und veröffentlicht worden.

e-mail: rene.oberholzer@bluewin.ch

homepage: http://www.reneoberholzer.ch

wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Ren%C3%A9_Oberholzer






Über #kkl HIER

Veröffentlicht von Jens Faber-Neuling

Redakteur von #kkl Kunst-Kultur-Literatur Magazin und ZeitenGeist Magazin, Autor, Trainer und Coach im Bereich Bewusstseinserweiterung, glücklicher Papa und Ehemann.

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