Der hellste Stern

Leticia Schober für #kkl23 „Leitsterne und Irrlichter




Der hellste Stern
Ich kann es dich nicht sehen lassen.

Ich kann es dich nicht verstehen lassen.
Du fühlst dich für mich an wie Licht.
Licht in der Dunkelheit, das auf einmal aufglüht,
Funken sprüht,
und vergeht.
Wie eine Sternschnuppe
zwischen tausenden von Sternen.

Ich wünschte du könntest lernen.
Lernen, wie es ist geliebt zu werden.
Nicht von mir,
sondern von dir,
von dir selbst.
Weil es so viel wichtiger ist, was du selbst von dir hältst.

Du fühlst dich an wie ein Funkenregen.
So als würde ich mich zwischen tausenden von Sternen bewegen,
mich zwischen tausenden Sternen trotzdem auf dich zubewegen.
Weil du für mich der hellste Stern in der Nacht bist,
weil du wunderschön bist,
dein Herz so gut ist,
deine Seele wunderschön ist.

Doch vielleicht willst du es nicht sehen.
Vielleicht willst du es gar nicht verstehen.

Für mich bist du wie Sommerregen auf der Haut,
warm und vertraut.
Ein warmer Sommerregen,
als würde ich mich durch tausend kleine funkelnde Regentropfen bewegen.

Für mich bist du wie das endlose Meer,
in dem ich versinken könnte,
aber niemals ertrinken könnte.
Versinken ohne zu ertrinken.
Würde so gerne den Grund sehen,
doch werde dich niemals ganz verstehen,
trotzdem immer zu dir stehen,
den Weg mit dir gehen.

Ich würde für dich durch den Ozean schwimmen,
die höchsten Dächer erklimmen,
die dümmsten Sachen machen.

Denn ich liebe dein Lachen,
wenn du müde bist.
Ich liebe das Lächeln in deinen Augen,
wenn du glücklich bist.
Und selbst wenn es nicht einfach ist,
würde ich bei dir bleiben.

Werde immer bei dir bleiben.
Doch vielleicht kannst du es nicht sehen.
Vielleicht kannst du es nicht verstehen.





Supernova
Wir drehen uns umeinander wie zwei Sterne,
zwei Sterne, die auf der Suche sind.
Wir drehen uns umeinander
aufeinander zu
wie zwei Sterne vor einer Supernova.
Wir drehen uns umeinander
aufeinander zu
wie zwei Sterne, die aufleuchten,
wenn sie sich sehen,
wie zwei Sterne vor einer Supernova.
Wir drehen uns umeinander
aufeinander zu
wie zwei Sterne, die erstrahlen,
wenn sie sich treffen,
wie zwei Sterne bei einer Supernova.





Glanz
Der Glanz ist verflogen,
die glitzernde Lackierung abgezogen,
die schillernden Farben verblasst,
die letzte Chance verpasst.

Ich habe das lodernde Feuer als kleine Kerze enttarnt.
Man hatte mich zwar gewarnt,
doch war ich nicht gefasst,
hab mich schließlich selbst dafür gehasst,
es nicht zu sehen.
Denn ich dachte wirklich,
ich würde dich verstehen
und du mich.

Doch dein Heiligenschein,
deine Perfektion,
war nur eine Illusion.
Ich wusste von vornherein,
dass du nicht der bist, den ich in dir sah

makellos und wunderbar.
Und Fehler machen zwar
Menschen nur noch menschlicher,
doch ich dachte, du wärst unnahbar,
menschlich perfekt,
moralisch vollkommen korrekt.
Ich weiß, es ist nicht dein Fehler, sondern meiner.
Das Bild, das ich von dir hatte, wirkte strahlend und satt,
jetzt nur noch farblos und matt.
Mein Bild von dir wird kleiner,
immer unreiner.
Doch auch meine Achtung vor dir,
meine Liebe zu dir
wird kleiner.
Denn wärst du hier,
würdest du sehen
und verstehen

wie du es immer tatest.
Du warst mein Stern
in der Dunkelheit,
der meinen Himmel von Wolken befreit.
Ich hatte dich gern

und habe es noch immer.
Doch wenn ich bleibe, wird es schlimmer.
Also muss ich gehen,
denn ich kann nicht mehr sehen,
was ich einst sah.
Ich weiß, du wirst es verstehen.
Du bist immer noch wunderbar.





Leticia Schober ist in Wolfenbüttel, einer kleinen, kulturvollen Stadt nahe Braunschweig,
aufgewachsen und lebt derzeit in Göttingen. Dort absolviert sie tagsüber ihr Freiwilliges
Soziales Jahr im Krankenhaus und schreibt nachts Gedichte über ihre Gefühle und alles,
was ihr durch den Kopf geht. Gedichte zu schreiben war für sie immer wie eine Art
Therapie, ihren Gedanken Luft zu lassen und ihre Gefühle in Worte zu fassen.






Über #kkl HIER

Veröffentlicht von Jens Faber-Neuling

Redakteur von #kkl Kunst-Kultur-Literatur Magazin und ZeitenGeist Magazin, Autor, Trainer und Coach im Bereich Bewusstseinserweiterung, glücklicher Papa und Ehemann.

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