Gerald Marten für #kkl7 „Ursache und Wirkung“
Der Kartoffelschwips
Die Kartoffel, Knollenspeis,
drauf ist manch Geniesser heiss,
der selbst als Puffer sie verschlingt,
sie vor dem Essen sogar trinkt.
Natürlich auch noch hinterher
mag man die Trinkkartoffel sehr,
dass später über`m Klo im Bad
kommt die Kartoffel als Salat.
Zum Schlafe drängt es bald den Magen,
randvoll gefüllt mit Unbehagen,
wo einst die Pellkartoffeln pellten,
die zum Salate sich gesellten.
Nächsten Tag, mittags um Zwei,
fühlt man sich wie Kartoffelbrei,
liegt wie pürriert krank in den Kissen,
will von Kartoffeln nichts mehr wissen.
Es bringt dir wer Kartoffelsuppe,
das ist dem Magen völlig schnuppe,
wie auch Kroketten und auch Chips,
zu arg war der Kartoffelschwips.
Am Abend wankt man aus dem Bette,
der Hunger kommt, so dass man hätte
gerne etwas Trunk und Speis,
vielleicht mit Sake und mit Reis.
Fritiert, gebraten Pfund für Pfund,
der Globus ist so gar nicht rund.
Es sei gesagt hier jedem Stoffel:
Die Form der Erde ist Kartoffel.
Gerald Marten 1955 in Oldenburg/Holstein geboren, wo er seit 2013 wieder
„fest“ lebt. Diverse Berufsversuche, u.a. in Banklehre (Oldenburg) und Geografie-
studium (Uni Kiel). Veröffentlichte bislang den skurrilsatirischen Roman
Segelraumschiff Gurk Fock #1, Balzmann Drei, Berlin, 2002, sowie Kurzprosa
und Gedichte in Anthologien und Zeitschriften, zuletzt das Gedicht Des Nachts
in der Literaturzeitschrift Veilchen, Juli 2021.
