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#kkl Kunst-Kultur-Literatur Magazin

ISSN  2751-4188

„Kunst spiegelt, bewegt und setzt Ursachen!“

Aktuelle Beiträge

Übergänge   

Brigitte Hieber für #kkl61 „Aus der Glaskugel“ Übergänge    sind hochsensibles Terrain. Zwischen Nichtmehr und Nochnicht. Der schwankende Boden des Dazwischen will ausgehalten sein oder in seiner Zerbrechlichkeit angenommen. Für die Natur sind Übergänge einfach Teil des Kreislaufes. Dämmerungen. Jahreswechsel. Ich liebe die Winterblätter, spiegeln sie doch genau dieses Paradox wider: Vergänglichkeit auf der einen Seite,…

Adrian

Christian Knieps für #kkl61 „Aus der Glaskugel“ Adrian Es begann, wie solche Dinge fast immer beginnen, nämlich vollkommen unspektakulär und mit einer jener Nächte, die sich im Gedächtnis eines Menschen festsetzen, ohne dass er wüsste, warum gerade diese und nicht eine der tausend anderen, die wie glatt polierte Kieselsteine in der Zeit davor lagen, und…

Blick in die Zukunft

Britta Pape für #kkl61 „Aus der Glaskugel“ „Mein Name ist Britta Pape. Ich bin am 27.8.1963 in Dortmund geboren. (Gelernte Bankkauffrau, verheiratet, vier Kinder, Geschäftsführerin einer Firma.) Die Tagebücher meines Opas aus dem Zweiten Weltkrieg haben mich inspiriert selbst zu schreiben. Siehe auch Briefe an Hans-1945-1946 Gedichte und Texte, die mich bewegen, habe ich auf meinem Blog…

kismet

Anna Maltschnig für #kkl61 „Aus der Glaskugel“ kismetschaust du noch vorbeioder wars das mit uns zwei?vielleicht in einem andern leben?sagst nicht „hallo“,bleibst nur ein „halo“? kikeri kider hahn tritt aus dem hühnerstallund schreit lauthals „kikeriki“,die allmachstfantasien (der menschen) enden wohl nie,und bringen die menschheit früher oder später zu fall,bei jedem morgenanbruch die gleiche frage:mensch oder…

No future in der Glaskugel!

Michael Eschmann für #kkl61 „Aus der Glaskugel“ No future in der Glaskugel! No future – war das pessimistische Lebensgefühl der Punk-Bewegung in den Achtzigern Jahren des letzten Jahrhunderts. Dahinter steckte eine Art von Lebensunwilligkeit. Ein diffuses Gefühl an Lebensunlust, geprägt von einer noch diffuseren Lebensangst (vor der Zukunft). Inzwischen ist alles wieder gut, weil alles…

VASE

Lea Voß für #kkl61 „Aus der Glaskugel“ VASE Bauchig wölbt sich gläserne Masse.Wölbt sich um Unausgesprochenes.Zähmt es,Sperrt es ein. Die gläserne Vase Schmerz schmiegt sich an Glas,Nistet sich ein.Durchsichtbar bricht das Licht.Bricht das Licht,Und füllt die Stille. Zwischen uns steht eine Vase aus Glas Verzerrt vom gläsernen Schein,Verzerrt von Schmerz,Sehe ich dich.Du weißt, du siehst,…

Gebeugt

Jens Faber-Neuling für #kkl61 „Aus der Glaskugel“ GebeugtEndGültig Perspektive gewonnenDem Sturm entronnen Hinter der GegenwartAm Rande vorbeiIn die LückeDas Nichts getroffen Stille Farben gelauschtLinien gegossenRichtung gewonnenNähe entnommenGetragen durch All Ich und NiemandGesteuerte FreiheitMöglichkeitenTreffen Projektion   en Wahrheit entspringtDem WasserDer Frucht im Inne Verteilt undAufGelöst Durch den AnfangIm Ende Aus der Textreihe „HIN UND ZURÜCK“ Jens Faber…

Pulverschnee

Kristin Jankowski für #kkl61 „Aus der Glaskugel“                                                               Pulverschnee Sie nannten es die Glaskugel. Es war ein Baumhaus in der Nähe von dem kleinen Fluss, der sich durch den Wald schlängelte. Es stand dort ganz versteckt, wo die Apfelbäume aufhörten und der Mais schon zu sehen war. Sie trafen sich dort jeden Mittwochnachmittag. Katja musste…

Glaskugel

Birdgirl für #kkl61 „Aus der Glaskugel“ Glaskugel wer riss das tuchden vorhangein versuchden vorgangzu entschleiern die kugel fiel undübers jahrgebardie königinein blindes kind verstaubt diezukunft graudein hauptvom gestern dasherabfiel such! Birdgirl atmet ein – liest – und aus  -schreibt – und hat daher stets Federn und Tintenfass dabei. Vielleicht hörst du sie nachts mal vorüberfliegen.…

um/bruch

Anne Kohler für #kkl61 „Aus der Glaskugel“ um/bruch dass ich …am rand an/ge-brochen binmerktniemand tagsüberbin ich Großmit make-upund mAske[se] in jeder sekundewerde ichälter undweiß (nochnicht) wie bisherimmer um meinmorgen ungeschminktsinke ich/ in meinegedanken SchablonenTräumeRückwärtsUmgekehrtKann ich nicht[!]TanzenUnd ohne haltRiecht alles kindlich [zart]ich bin hin/gefallen dass ich …(ohne gestern)in der mitte/anders binmerkt (noch)keiner morgen erstfärbt sichdie angstgrün…

A und noch mehr O

Martin A. Völker für #kkl61 „Aus der Glaskugel“ A und noch mehr O „Schuster, bleib bei deinem Leisten!“ Diesen Satz warf der antike Maler Apelles einem Schuhmacher entgegen, der ein Bild des Künstlers kritisiert hatte, zunächst nur eine fehlerhafte Sandale, dann weitere Details, die jedoch mit der Profession des Handwerkers wenig zu tun hatten. Glücklicherweise…

Beleuchte das Morgen…

Theresia Plank-Zebinger für #kkl61 „Aus der Glaskugel“ Beleuchte das Morgen mit dem Licht von heute Theresia Plank-Zebinger, Malerin Über #kkl HIER

Erlkönigs Vermächtnis

Porteño für #kkl61 „Aus der Glaskugel“ Erlkönigs Vermächtnis Wen sieht man so spät bei Nacht und Wind,gemütlich zu Hause bei seinem Kind?Es sitzt der Vater, mit vollem Bauch,vor dem Fernseher, nach altem Familienbrauch. Das Kind verängstigt, muss es doch schaun,Bilder voller Gewalt und Geschrei,will nicht, kann nicht seinen Augen traun,dem Vater ist einerlei. Mein Sohn,…

Die Scheibe ist kalt

Mia Schlüter für #kkl61 „Aus der Glaskugel“ Die Scheibe ist kalt Ich sehe den Leberfleck neben deinem Bauchnabel, genau dort, wo auch meiner ist. Du streichelst mir über mein gläsernes Gesicht.Ein warmer Schneesturm durchfährt mich, und du fragst mich, woran ich denke.Ich sehe dich an. Meine Augen fühlen sich an wie Milch und Meer.Du erwiderst…

Hexen für Anfänger

Niko Kreische für #kkl61 „Aus der Glaskugel“ Hexen für Anfänger „Es ist zum verrückt werden!“ schrie Königin Helvetika und warf einen vertrockneten Brotklumpen nach einer Taube, die gurrend am Fenster entlang schritt. Seit mehreren Wochen saß sie nun schon in diesem Burgturm fest und es sah nicht danach aus, als würde sich demnächst daran etwas…

Eine Geschichte von einer besseren Welt

Benjamin Lapp für #kkl61 „Aus der Glaskugel“ Eine Geschichte von einer besseren Welt Erzähl mir bitte eine Geschichte, auch wenn sie noch so utopisch klingen mag, von einer besseren Welt, die sich einem respektvollen Austausch verschrieben, und aus der all dieser uns so krank machende Hass endlich und unwiderruflich getilgt sei. Lass bitte diese eine Geschichte…

Die Verheißung

Anita Lang für #kkl61 „Aus der Glaskugel“ Die Verheißung In Deinen kühnsten Träumen,am Tag, bevor Dir alles geklaut wurde,da glaubtest Du an das seligmachende Glück,das Dir bevorsteht, als hättest Du es verdient. Märchenhaft auf dem Mond und zu Hause.Ich bemühte mich allerdings auch um die Liebe,Vermittler zwischen Himmel und Erde,Balance im Mittelpunkt der Zärtlichkeit undwir…

Prophezeiung ohne Gewissheit

Klaus Enser-Schlag für #kkl61 „Aus der Glaskugel“ Prophezeiung ohne Gewissheit Die Glaskugel liegt sehr schwer in meinen Händen und das, obwohl sie doch hohl ist. Ich kann mich in ihr spiegeln: Mein verzerrtes Gesicht ist tausendfach gebrochen und jedes Bruchstück behauptet dennoch, die Wahrheit zu kennen. Ich beuge mich über die Kugel, so wie ich…

Die Glaskugel ist ein Rückspiegel

Bernhard Brack für #kkl61 „aus der Glaskugel“ Die Glaskugel ist ein Rückspiegel Regelmässig besuche ich einen an Alzheimer erkrankten alten Mann, der früher Psychotherapeut war. Er hat wie ich über Jahrzehnte hinweg Tagebuch geführt, Gedichte oder Geschichten geschrieben. Vor unseren Treffen zupfen wir jeweils ein Notizbuch heraus und lesen uns eine Passage, die wir mit…

Lyrisches Aquarium

Jochen Stüsser-Simpson für #kkl61 „Aus der Glaskugel“ Lyrisches Aquarium Und Kindern sollte man Aquarien schenken die sanft beleuchtet sind mit fahlem Licht sie werden langsam sich versenken und tauchen ein in neues Gleichgewicht in einen anderen Ort, in eine neue Welt mit großen Augen werden sie dann schweben und es verlieren sich Konturen beigesellt den…

Aus anderer Zeit

Helmut Schwarz-Schönherr für #kkl61 „Aus der Glaskugel“ „Mein Name ist Helmut Schwarz-Schönherr und ich lebe in Berlin. Ursprünglich komme ich aus dem unteren Vogelsberg.Das Haiku ist eine Form des Gedichtes die mir sehr gefällt. Eine die mich immer wieder herausfordert.Mehr davon findet man auf http://www.vscho.de oder http://www.haiku.vscho.de.“ Über #kkl HIER

goldfisch

Ralf Oldenburg für #kkl61 „Aus der Glaskugel“ goldfisch sein blick ist vom langen entlangziehn am glasrandganz trüb geworden. die lidlosen augenvielleicht, vielleicht nicht mehr gerichtet auf uns,die wir hier im jenseits die kugel befragen.ob der kaum noch sehende weiß, dass er baldschon der letzte sein wird. und ob wir, als schatten,ihm wirklich erscheinen. nicht sichtbar…

Der richtige Weg

Kathinka Reusswig für #kkl61 „Aus der Glaskugel“ Der richtige Weg Es war Winter. Lea stapfte fröhlich durch den Wald. Der Boden war noch unberührt und mit Schnee bedeckt. Mit jedem Schritt sank sie tief in den Zentimeterhohen Schnee ein. Die Äste der Laubbäume waren zwar kahl, allerdings waren sie mit einer feinen Schicht Eis überzogen.…

mut zur lücke

Martin Dragosits für #kkl61 „Aus der Glaskugel“ Martin Dragosits Geboren 1965 in Wien, lebt und arbeitet dort. Begann nach der Handelsakademie in der IT zu arbeiten. Zuerst als Softwareentwickler, danach als Projektmanager und Teamleiter, derzeit als IT-Consultant bzw. Agile Coach. Schreibt vorwiegend Lyrik und visuelle Texte. Fünf Gedichtbände. Zahlreiche Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften, Online-Magazinen und Anthologien.…

Innen halten

Raven E. Dietzel für #kkl61 „Aus der Glaskugel“ Innen halten Wann ist die Nacht so Nacht geworden? Rot starren die Augen der Weichensignale aus schwarzer Fläche jenseits der zwielichtschraffierten Gleise, hintereinandergelegt wie zur Durchsicht ausgebreitete Filmnegative. Mondhell der Bahnsteig, scheint angesichts des undurchschaubaren Jenseits überkuppelte Lebensenklave auf der Oberfläche eines unbekannten Planeten. Die Bilder eines…

Aus der Baumhöhle…ausbrechen 

Ursula Schachschneider für #kkl61 „Aus der Glaskugel“ Aus der Baumhöhle…ausbrechen  „In Deiner eigenenGeheimen Welt Gefangen Angestaute ÄngsteDer Außenwelt entgegenzutreten Ihr die Stirn zu bieten Ein Traum von Freiheit und Frieden Anklopfende Impulse Aus dem Unterbewusstsein Sprengen Schranken Splittern Glas Gehen mit Dir auf Entdeckungsreise Trotzen dem bösen Geist Immerfort‘ Ursula Schachschneider Künstlerin Dozentin Illustratorin Autorin 1994 – 2001       Malkurse bei der Malerin + Grafikerin R. Linnemeyer,…

Vision

Astrid Nöll für #kkl61 „Aus der Glaskugel“ Vision Rund gläsernd handgearbeitet schillerndwunderschönschau ich in deinmystisches Lichtverhüllt durch denSchleier einerNebel Vision suchend nachWeissagunghoffend aufein Zeichen unserer Zukunft in Friedenund Mitmenschlichkeitdoch je tiefer ich michin deiner Rundung verliereje deutlicher spiegelst du mirunsere Vergangenheit so formt sich klar die Erkenntnisdass einzig das Schicksalunserer Zukunftin unseren Händen liegt und dieses Geheimniskennst nicht einmal du Über #kkl HIER

Cora

Ulrich Kaufmann für #kkl61 „Aus der Glaskugel“ Cora ( Hendrik9 ) „Lass noch über den Weihnachtsmarkt gehen. Einen Glühwein trinken.“ Warum eigentlich nicht? Denkt sich Lisa. Hat mit Steffi, ihrer beste Freundin und Arbeitskollegin, in der letzten Zeit eh so wenig gemacht. Früher öfters. Aber da waren beide auch noch solo. Lisa, seitdem sie eine…

Perfekt bis plötzlich

Milan Lippert für #kkl61 „Aus der Glaskugel“ Perfekt bis plötzlich Er Wir waren das Paar, über das die anderen sagten: „Die zwei schaffen das.“ Nicht, weil wir alles wussten, sondern weil es sich leicht anfühlte, wie ein Lied, das man schon mal gehört hat und sofort mitsingen kann. Deine Kopfhörer an meinem Handy. Meine kaputte…

Morgenrot am Ozean

Friederike Weichselbaumer für #kkl61 „Aus der Glaskugel“ Morgenrot am Ozean Draußen am Meer, ziehen die Fischer ihre Netze in die kleinen Holzboote, die von den Wellen hin und her geschaukelt werden. Die sandgrauen Berge glühen im Morgenrot in das Wasser hinein. Der Himmel trägt Farben, die der Schöpfung Herrlichkeit wie in einer Glaskugel widerspiegeln. Ich …

Gefangen in der Schneekugel

Niklas Böhringer für #kkl61 „Aus der Glaskugel“ Gefangen in der Schneekugel Jan lag noch in seinem Bett, als er durch das Rufen seines Vaters aus dem Schlaf gerissen wurde. Es war der 24. Dezember. Am Vorabend hatte er vor Aufregung kaum einschlafen können. Er konnte es kaum abwarten, endlich die Geschenke auszupacken. Was er wohl…

Nur Reflexion schenkt Perspektiven

Franziska Bauer für #kkl61 „Aus der Glaskugel“ Nur Reflexion schenkt Perspektiven Beim Reisen durch die Zeit gibt es nur eine Richtung:Vom Gestern übers Heute ins Morgen ist Verpflichtung!Das Gestern schenkt Erfahrung, aus der man lernen kann,wenn man sie nicht vergisst. Aufs Lernen kommt es an!Das Heute ist der Hebel, die Zukunft zu gestalten.Versäumen wir die…

Vorher gewusst?

Ela Wey für #kkl61 „Aus der Glaskugel“ Vorher gewusst? Mit rollenden Augen höre ich wieder ihren typischen Satz:„Hättest du das mal besser vorher gewusst.“Mittlerweile stehen mir bei dieser Aussage die Haare zu Berge.Hätte ich dann wirklich anders gehandelt? Manchmal frage ich mich, warum ich ihr eigentlich immer wieder etwas erzähle.Unwillkürlich schüttle ich meinen Kopf.„Ich möchte…

Vorläufig ewig

Fabian Wollgast für #kkl61 „Aus der Glaskugel“ Vorläufig ewig Alles ist vergänglich.Gar nichts hat Bestand.Trotzdem renn‘ wir ständigmit Tempo vor die Wand. Lasst die Zeit uns doch mal nehmen,zwischendurch zu leben.Unser Sein gehört zu jenen Themen,die uns viel zu kurz gegeben. Wir verschwenden unser‘ Zeit,für Utopien statt Belang.Und ist das Ende nicht mehr weit,fang‘ zu…

Glaskugel

Mira Rauk für #kkl61 „Aus der Glaskugel“ Glaskugel 1) Aus der Glaskugel: Angst Ich werde Angst haben, auch dann, wenn es keinen sichtbaren Grund gibt. Sie wird nicht dramatisch sein, sondern leise, anhaltend, oft schwer zu erklären. Ich werde lernen, sie nicht sofort ernst zu nehmen, aber auch nicht zu bekämpfen. Ich werde verstehen, dass…

Wollen wir in die Kugel schauen…

Ingonda Lehner für #kkl61 „Aus der Glaskugel“ Wollen wir in die Kugel schauen… Wollen wir in die Kugel schauen,setz dich schon mal hin,du darfst allem wohl vertrauen,was ich seh darin. Oh, da seh ich viele Sachen,hier sich viel ergießt,du kannst daraus vieles machen,dass es noch mehr fließt. Wohlstand wird dich bald begleiten,ich seh es sehr…

Die Zukunft sehen

Dieter Stiewi für #kkl61 „Aus der Glaskugel“ Die Zukunft sehen Sie räumte die letzten Teller in den Geschirrspüler, als ihr Blick auf die Papierserviette mit der Notiz in der Handschrift ihres Bruders fiel. „Du bist schlecht informiert“, hatte er zum Vater gesagt. „Ich schreibe dir hier einmal eine Quelle auf, die du lesen musst.“ Dann…

Navigieren

Catharina Luisa Ilg für #kkl61 „Aus der Glaskugel“ Navigieren Du weißt nicht, was richtig ist,aber du musst dich entscheiden,weil nichts schlimmer istals stehenzubleiben,während alle anderen weiterschreiten.Oft haben wir ein Ziel,aber müssen noch den Weg bestreiten.Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Wir können uns an ihm orientieren.Auf Sicht navigieren,Immer den Weg, der ihm näher scheint,anvisieren.So haben wir…

Schweig, die Kugel hat gesprochen!

Charleen Pehlke für #kkl61 „Aus der Glaskugel“ Schweig, die Kugel hat gesprochen! Ich war nicht ganz sicher, wie ich hier gelandet war. Immerhin war ich relativ zielstrebig an dem Laden vorbeigegangen. Die nächste U-Bahn würde in fünf Minuten kommen und mich endlich nach Hause bringen. Innerlich hatte ich mich bereits darauf eingestellt, einem Betrunken meine…

Aus der #kkl-Initiative

Sind unsere Brieftauben noch diensttauglich? Von Monika Schlößer # Meine alte Schreibmaschine, mir meist treu ergeben, die im dunklen Keller mit ihren Schwestern von besseren Zeiten träumte, vom Konzert der Buchstaben, wenn sie gegen die Walze trommelten, vom glockenhellen Klang des Wagenrückführers, vom Geruch eines frischen Carbon Bands vielleicht. Die Gute habe ich der staunenden…

wir werfen sie über bord!

Jens Faber-Neuling für #kkl60 „In den Rückspiegel“ wir werfen sie über bord! Aus „Mittendrin ist nicht genug“ 2. Auflage iesenburg Verlag Dank an die Verlegerin der 1. Auflage Monika Wunderlich VIRPRIV Verlag und Werner Schmid 2. Auflage Wiesenburg Verlag. Bücher können über den Autoren direkt bezogen werden. Jens Faber Neuling am 01.06.1968 in Koblenz am…

Zärtlichkeit

Michael Sebörk für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Zärtlichkeit Zärtlichkeiteine Erinnerung Der Geruchvon dir Deine sanfte Haut,die sich an meiner reibt Deine Umarmungdie immer bleibt Im Echoder Zeit. Michael Sebörk, geboren am 06.12.1963 in Koblenz/Rhein.Aufgewachsen bin ich an der Mosel.Studium der Pädagogik in Köln und Oldenburg.Zur Zeit lebe ich in der Nähe von Hannover. Über #kkl…

TONTAFEL

Ansgar Eyl für #kkl60 „In den Rückspiegel“ TONTAFEL Es schrumpft vor den Schritten, du willst es noch erhaschen, jemand glaubt an den Gott der Liebenden und die Göttin in seiner Partnerin. Du sollst keine falschen Vorstellungen haben, man hört das Echo des Gesetzestextes. Worte quellen aus den Ritzen des Lehms, du hörst Nebel flüstern. Jemand…

Flüstern der Zeit

Ingeborg Henrichs für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Flüstern der Zeit In blassen Hüllenreist das alte Jahr hinfortein Kuss, gehaucht, bleibt wie ein Flüstern der Zeitmitschwebend im Morgengrau Gedankengänge Mein innerer RückwärtsblickBefreit Lächeln, still Die alten Träume Kreisen im offenen RaumAlles bleibt im Spiel Sie ist Ja, der alte Mann, der gerade vor ihnen ausstieg, hat…

Anastacia

Florian Stöckle für #kkl 60 „In den Rückspiegel“ Anastacia Attila saß auf dem Fahrersitz eines gestohlenen schwarzen BMW X5 und wünschte sich, nicht hier zu sein. Er parkte nur einige Meter vor dem Gitter der Passage entfernt, das seine Freunde mittlerweile aufgebrochen hatten. Sie hatten nicht einmal eine Minute dafür gebraucht. Die beiden Einbrecher waren…

Das Gefühl ohne Namen

Klaus Preiss für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Das Gefühl ohne Namen Nach dieser langen Fahrt werde ich früh schlafen gehen. Das ging mir durch den Kopf, als der Zug endlich im Hauptbahnhof zum Stehen kam. Während der ganzen Fahrt hatte ich an der Rede geschrieben. Was erzählt man auf der Hochzeit seines Sohnes? Dass er…

Initiation

Clara Sinn für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Initiation „… in den Rückspiegel und Schulterblick …“, mahnte der Fahrlehrer. Sie konnte ihn nicht leiden. Und sollte Recht behalten. Hatte sie durchfallen lassen. Ohne Not.Da war noch genug Platz. Als er seine Bremse trat.Und dieser erzgrässliche Ton erklang. Mit dem Wechsel des Fahrlehrers ging alles plötzlich superglatt.…

Halbwegs

Gertrud Mayr für #kkl60 „In den Rückspiegel“ „Halbwegs“ – Fetzen der Erinnerung Wenn Du noch am Leben wärst, hätten wir uns bei der Beerdigung wohl vielsagende Blicke mit leichtem, unterdrückten Grinsen, wenn nicht sogar verhaltenem lachenden Glucksen zugeworfen, als die ehrenwerte Dame sich am Rand hingesetzt hatte, um auch Abschied zu nehmen von einem ehemaligen…

Das Land der Stille

Jelena Kasirska für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Das Land der Stille Ich reibe mir die müden Augen, meine steifen Schultern tun weh, und so schlage ich entschlossen die Lehrbücher zu. Mein Kopf brummt wie Drähte unter Hochspannung. „Alles. Basta. Schluss mit der Arbeit! Feierabend!“, sage ich mir, schmeiße meine Notizen in die Mappe und gehe…

Rück:spiegel:bild Rücksicht:voll!

Poet Pit für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Rück:spiegel:bild Die Vergangenheit,oft verbannte Zeit,die vielen Bilder,mahnende Warnschilder Der Blick zurück,Stück für Stück,sich wieder sehen,Bilder vergehen Spiegelbildlich,sehe ich mich,in der Gegenwart,Vergangenheit ist fort Der Rückspiegel,ist ein Gütesiegel,für ein heute und morgen,ganz ohne Sorgen! Rücksicht:voll! Darauf geb ich Brief und Siegel,du siehst dich nicht in diesem Spiegel,und ist er…

Die Verwandlung

René Oberholzer für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Die Verwandlung Der Regen setzt einUnd verwischt deine Spuren Hinter der ScheibeIm wegfahrenden Auto Deine winkende HandLöst sich allmählich auf Wird zu frischer FarbeAuf meiner inneren Leinwand Und leuchtet dortWie ein Wink des Himmels Im Rückspiegel Die Ampel auf RotDen Fuss auf die BremseEin Blick in den RückspiegelEin…

Vor ihrer Tür

Maren Ottlinger für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Vor ihrer Tür Das Wasser im Topf fängt an zu dampfen. Räume ein paar Bierflaschen zur Seite. Morgen mach’ ich die Küche. Ganz bestimmt. Schütte das Gewürztütchen in das verdünnte Tomatenmark und rühre um. Ein süßlicher Geruch steigt auf. Da vibriert das Handy. Meine kleine Schwester. Ich schließe…

Die Schule der Katzen

Regine Hilt für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Die Schule der Katzen Seit langer Zeit lest ihr mich und tastet ihr nach mir: Wesen, Verhalten, Regung und Mine sind taxiert und ausgepreist. Ich bin Objekt in eurem Denken. Bin ich still, lest ihr Gelassenheit.Zuckt der Schweif, dann lest ihr Unrast.Bleib ich, bin ich treu.Geh ich, bin…

ZURÜCK ZUM START

Uwe P. für #kkl60 „In den Rückspiegel“ ZURÜCK ZUM START Was wär, wenn’s mir gelänge,rückwärts, bis zum Start,dorthin, wo alles begann,der erste Herzschlag, warmer Sand. Freunde? Vielleicht geblieben.Die meisten,  älter.So mancher wirklich alt.Und viele längst verweht im Wind. einmal nur die zweite Chance –ich glaubte bloß an den Gesang,die Kraft zum Neuanfang.Vielleicht zu spät,doch niemals…

Nur ein kleiner Hinweis

Amina Riegler- Picker für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Nur ein kleiner Hinweis Das mit Stickern beklebte Auto, dessen beste Zeit sicherlich schon mehrere Jahrzehnte zurückliegt, bewegt sich vorwärts die endlosen Straßen entlang und ich mich mit ihm. Landschaften, die ich schon längst nicht mehr beachte, rauschen an mir vorbei. Ein dünner Baum erscheint in meinem…

Upgrade: Vom Mini zum Cabrio

Kaethe Uebner für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Upgrade: Vom Mini zum Cabrio Männer lieben ihre Autos! Und Frauen lieben ihre Limousine! Genau so pfleglich behandle ich meinen kleinen süßen Mini. Ein rotes Model. Ich habe es seit Jahren. Ich habe sogar extra eine eigene Garage angemietet, da sich in meiner Straße leider keine Parkmöglichkeiten befinden.…

versuch über den rückspiegel

Ralf Oldenburg für #kkl60 „In den Rückspiegel“ versuch über den rückspiegel ganz ruhig sitzt de niro und rückt ihn zurecht um den mann auf der rückbank besser zu sehen weil der auf der rückbank das ende der fahrt noch nicht will sondern will dass der taxameter trotzdem noch weiterläuft wie die kamera die uns den…

nachsicht

Franz X. Scheuerer #kkl60 „In den Rückspiegel“ nachsicht so lass ich milde waltenentbehre reu und händefaltenschaue zurückmit distanziertem blickauf das was warwie es geschah sehe es unter heutigem lichtdurch den schleier heilsamer zuversicht und übe michweise verzeihendin nachsicht Franz X. Scheuerer. Geboren. In Schwenningen/Neckar. Lebt. In Hamburg.Schriftsetzer. Pädagoge. Lyriker. Herausgeber.www.artbooklets.de Über #kkl HIER

Seien wir mal ehrlich …

Frederik Wolfgang Kloiber für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Seien wir mal ehrlich … Gegen Ende November ’25 erreichte mich eine wutentbrannte E-Mail. Ein gewisser Hr. Corona beklagte sich über die nicht hinzunehmende Diskreditierung seiner Person. Corona? Ja, genau, der Corona! Virus – Lockdown usw. Ich dachte erst, dass ich veralbert würde. Rasch musste ich feststellen,…

In den Rückspiegel

Florian Steiner für #kkl60 „In den Rückspiegel“ In den Rückspiegel Als Herr Sauerbruch eines Nachts nach Hause fuhr, erkannte er im Rückspiegel nichts. Natürlich sah er einen alten, zerkratzten Ledersitz des Cadillacs, auf dem seit Jahren keine Menschenseele Platz genommen hatte. Natürlich sah er eine finstere Landschaft im Heckfenster, die immer kleiner zu werden schien.…

Gestern

Rik Benteler für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Gestern Ich weiß nicht, was ich dir sagen soll, was du nicht sowieso schon weißt. Du hast es doch selbst alles mitgekriegt, den Unfall, die ganzen Streitereien danach und wie sie sich verändert hat, als wäre das der Startschuss gewesen, mit dem sie es als ihre Aufgabe ansah,…

Lange Fahrt

Cleo A. Wiertz für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Lange Fahrt Sie nahmen zunächst die Landstrasse. Ein Schild wies zu einem Dolmen. Es gab viele in der Gegend, bei einer Wanderung hatten sie kürzlich mehrere entdeckt. Martina entsann sich Nicolaes Gesichts, als sie auf der Hochebene standen und in die Runde blickten. Serge war zum Fotografieren…

In den Rückspiegel

Dilara Altun für #kkl60 „In den Rückspiegel“ In den Rückspiegel Es wurde mir auferlegt, in den Rückspiegel zu schauen.Nicht in dem Sinne, wie es die Verkehrsordnung vorsieht,sondern in einem anderen, dessen Definition mir nicht mitgeteilt wurde.Man hatte mir gesagt: „Sie müssen es tun.“Von wem? Das Protokoll schwieg.Die Anordnung lag eines Morgens auf meinem Tisch,eingelegt in…

Diabla’s Cab

Tamás Viktorik für #kkl 60 „In den Rückspiegel“ Diabla’s Cab Die Bestie verschluckte sie noch während der Abenddämmerung in einer ihrer unzähligen Bars, zerkaute sie und spuckte sie anschließend unbarmherzig zurück auf die Straße. Hastig atmend spürte sie ihren wilden, dumpf pochenden Herzschlag in ihrer Brust. Die Klänge von Trompeten und Gitarren gesellten sich zu…

Rückblick

Britta Pape für #kkl60 „In den Rückspiegel“ „Mein Name ist Britta Pape. Ich bin am 27.8.1963 in Dortmund geboren. (Gelernte Bankkauffrau, verheiratet, vier Kinder, Geschäftsführerin einer Firma.) Die Tagebücher meines Opas aus dem Zweiten Weltkrieg haben mich inspiriert selbst zu schreiben. Siehe auch Briefe an Hans-1945-1946 Gedichte und Texte, die mich bewegen, habe ich auf meinem Blog…

Boa Lin Wu Wei

Philipp Ammon für #kkl „In den Rückspiegel“ Boa Lin Wu Wei Nennt Berlin um in Freudenstadt: Man freut sich, wenn was funktioniert. Mit starkem Aufschlag reagiert auf Anschläge der Mann, der diese Stadt regiert, als wollte er den Bürgern sagen: Nehmt’s sportlich, wenn der Strom ausfällt. Fast östlich weise ist Berlin: Chinesen lernen hier Wu…

In den Rückspiegel zu schauen…

Ingonda Lehner für #kkl6ß „In den Rückspiegel“ In den Rückspiegel zu schauen… In den Rückspiegel zu schauen,das ist wichtig, glaub es mir,diesem Spiegel mehr vertrauen,er ist nicht nur eine Zier. Der nicht hängt bloß an der Scheibe,und du siehst dich nur darin,und du siehst dann nichts beileibe,schnell ist dann dein Auto hin. Allzu schnell gibt’s…

Rückwärts im Zug

Heinz Kröpfl für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Rückwärts im Zug Sitzt du rückwärts im Zug rast die Landschaft nicht an dir vorüber Sie gleitet vielmehr vor deinen Augen dahin Dein Blick verweilt länger an einem Punkt und die Zukunft lässt sich Zeit Sie wartet in deinem Rücken Du kannst sie nicht erblicken Heinz Kröpfl, geb.…

Objects in mirror are closer than they appear

Christian Knieps für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Objects in mirror are closer than they appear Manchmal, wenn die Sonne so tief steht, dass sie nicht nur die Straße, sondern auch die eigenen Erinnerungen vergoldet, dann scheint es, als würde alles, was hinter einem liegt, plötzlich näher kommen, als hätte es sich entschlossen, den Abstand, den…

Die Vergangenheit:

Laura Krok für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Die Vergangenheit: Ein Blick in den Rückspiegel.Gedanken zum Leben aus dem Auto heraus. Dieses Gemälde lädt zu tiefen Überlegungen über das Leben ein.Es ist Ausdruck meiner Reise durch das Leben: Der Rückspiegel in demmetaphorischen Auto ist zwar klein, aber mächtig in seiner Fähigkeit, dieVergangenheit widerzuspiegeln. Ähnlich wie beim…

Familienfahrt

Barbara Dvoran für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Familienfahrt Die Kinder winken lächelnd den Menschen in den anderen Autos zu. Wir sind keine der Eltern, die das kommentieren. Wir sind keine der Eltern, die das fördern oder verhindern wollen. Wie sich die Kinder während der langen Autofahrt unterhalten, sollen sie selbst entscheiden. Wir sind nicht wie…

Weichenstellung:

Domi Caella für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Weichenstellung: Entscheidung am Bahngleis Tamara starrt auf das Messer in ihrer Hand. Blut glänzt auf der Klinge. Ihre Finger krallen sich so fest um den Griff, dass die Haut über den Knöcheln bleich hervorsticht. Die Hand zittert. Ihre Schultern beben. Tränen rinnen ihre Wangen hinab. Wie konnte das…

Jahresrückblick

Monika Schlößer für#kkl60 „In den Rückspiegel“ Jahresrückblick *** Herbst sommertag der geruch von eisen von fluss und nassem asphalt der duft aus deinem haar glockenklang liegt in der luft eine schiffssirene jault ratternden zügen hinterher hinter der mauer rülpst ein bär giraffen naschen blätter vom verbotenen baum blaulicht flackert durch den tag mein atem so…

Schöne Kunst

Otto Hans Ressler für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Schöne Kunst Der Besucher stand ganz allein in der großen Halle im 21er Haus des Belvedere in Wien. Er wirkte verwirrt. Er schien nicht bereit zu sein, auch nur einen Schritt weiter in den Ausstellungsraum hineinzugehen. Er drehte ruckartig den Kopf, als suche er, wie ein ins…

Der Fahrende

Svenja Tengs für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Der Fahrende Deine braunen Augenmeiner Kindheitsjahreim Rückspiegelmit den Rolling Stones auf den Ohrenund deiner Ruhedie den Wagen füllt Du fährst mich überallhinwohin es auch mein Herz verschlägtund ich sauge deine Gegenwart in mich aufweil sie sonst so oft fehltebenso wie der Anblick deiner dunklen Augendein Blick auf die…

Feldwege

Annette Ody für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Feldwege Auf dem Feldweg lagen Steine. Es war ein kleiner Feldweg, den ich mit meinem alten Auto als Abkürzung nehmen wollte. Oh, ich schalt mich innerlich. Wie konnte ich nur diesem Impuls folgen, eine Abkürzung zu nehmen? Der Weg war sandig, der Boden weich. Viele Fahrzeuge, vermutlich vor…

Die Suche nach dem Prinzen

Eva Kaufmann für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Die Suche nach dem Prinzen Das schmiedeeiserne Tor sah sie schon, als sie um die letzte Kurve bog. Die Siedlung, die sie umgab, schien sich mit jedem Schritt, den sie machte, zu verdichten, die Dichte der Häuser, die Dichte der Begrenzungsbüsche, die Dichte der neu gebauten Carports und…

Nachtfahrt

Eline Menke für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Nachtfahrt Die Welt fährt an, ich bin noch wach, erzähle drauflos von meiner Nacht und wie es war zu schwitzen. Leder ist kein Löschpapier, sagt der Fahrer beim Stichwort Schweiß, wirft mir im Rückspiegel einen trockenen Blick zu, den ich als Handtuch verwende. * Viereurosiebzig      * Oder…

Uralte Echos

Ángel Ricardo Dente für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Uralte Echos Mit einer Blume aus meiner Kindheit habe ich das Gedicht der Zukunft geschrieben. Die Erinnerung ist ein Fußabdruck, der auf meinen Fußsohlen hinterlassen wurde. Gegenwärtige Wahrnehmungen werden durch alte Gefühle genährt. Vorübergehende Errungenschaften verschwinden mit der flüchtigen Spur unserer Schritte. Aktionen und Reaktionen, Umstände. Alles…

Eichelhäher

Clara Lefering für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Eichelhäher Wir sind alle wahnsinnig gute Geschichtenerzähler. Ist es nicht interessant, wie sich Memoiren immer lesen wie die Erfüllung einer Offenbarung? Ein Lebensziel ist gesteckt und wird erreicht. Dabei verlaufen die wenigsten Lebensgeschichten so geradlinig, oder? Ehrliche Memoiren wären vermutlich völlig unverständlich und auch schrecklich langweilig. Man verpasst…

Bodenhaftung

Vevi Gold für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Bodenhaftung Ich sehe dich nicht. Mühsam beförderst du deinen Körper aus dem Schlamm. Deine Haut riecht modrig und deine erdverkrusteten Gliedmaßen ragen wie abgestorbene Zweige aus dem Untergrund. Nach monatelanger beklemmender Dunkelheit, die für dich Schutz und Erholung bedeutete, verspürst du den Drang ihr zu entfliehen. Ich will…

Einschreibung „In den Rückspiegel“

Mira Rauk für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Einschreibung „In den Rückspiegel“ 1. Erinnerungsschimmer Im Rückspiegel tanzen flüchtige Schatten, alte Straßen, verwaschene Häuser, die Gesichter von Menschen, die ich einst kannte, die Stimmen, die nur noch in mir klingen. Ein Lächeln bleibt zurück, zerbrochen wie Glas, und ich fahre weiter, während die Sonne die Erinnerung streichelt und…

Der gute Geist 

Fabian Wollgast für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Der gute Geist  Wie fehlst du mir,weil unsere Zeit hier endet.Und was bleibt von dir,wenns deinen Körper erdet? Es ist der gute Geist,der mit mir weilt und über dich wacht,Und der so heißt, weil von Kinderhand für dich gemacht.  Er beschützt deine Ruh,wacht über uns und dich.Er hört mir…

Wenn die Lichter nachschimmern

Ela Wey für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Wenn die Lichter nachschimmern Wieder bin ich auf dem Weg nach Hause. Der Asphalt glänzt von der Nässe, als hätte der Abend selbst geweint. Schnee gibt es im Winter schon lange nicht mehr. Die Leere der Straße spiegelt etwas in mir wider, das ich nicht benennen kann. Ich…

Wende

Arno Reis für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Wende und schweige mir:Es ist jetztgegangen vergangen verlaufennie wiedernur Spiegelblick zurückdie Tage sie schweigennun im Wechsel und verschließe:Die Tage die Monate die Jahreim erinnernden Kokoner ist blindgespiegeltin tropfgesteintem Herz und verriegele:Jetzt und wieder und wiederdie Tage die Monate die Jahrein versteinerter Tränenschriftfür immervor des Grabes Räubern groß und…

Sei´s drum

Robert Höpfner für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Sei´s drum Wer Auto fährt, noch dazu auf vielbefahrenen Straßen in Ortschaften, kennt das: Das Auto vor einem bremst, weil der Fahrer oder die Fahrerin einem am Straßenrand wartenden Fußgänger das Überqueren der Straße ermöglichen will. Meist wird diese Höflichkeit mit einer entsprechenden Geste der Hand angezeigt und…

Fast ein Mord

Iris Dalén für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Fast ein Mord Nele saß in ihrem hellblauen Volvo. Sie schaute in den Rückspiegel. Waren das die Augen einer Mörderin? In ihr tobte die Wut wie ein Orkan. Ihr Atem ging schnell. Die Waffe hielt sie krampfhaft fest. Gut, dass seine Pistole immer im Waffenschrank lag und sie…

Schlag, vorbei

Martin A. Völker für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Schlag, vorbei Wie viel Zeit bleibt uns noch? Niemand weiß es. Deshalb ist es ausgemacht, die eigene Zeit zu nutzen. Das ist eine Binsenweisheit, die, sobald du sie aussprichst, innerhalb weniger Minuten ihre Anweisungskraft einbüßt. Vieles lenkt uns ab, soll uns davon ablenken, dass wir unsere Zeit…

Das Medaillon

Frank Joussen für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Das Medaillon Als ihre schlimmste Trauer vergangen war, erzählte mir meine Cousine vom schönen Tod ihrer Mutter. Sie rief mich mitten in der Nacht aus den U.S.A. an: „Paul, hast du ein bisschen Zeit? Ich muss dir unbedingt etwas erzählen. Weil du doch auch gerade deine Mutter verloren…

Der Sperrmüll ist verrückt

Josephine Straub für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Der Sperrmüll ist verrückt Seit Jahren steht er in der Ecke und fängt Staub und Spinnen – der Spiegel mit dem dicken, dunklen Holzrahmen. Egal wie sehr man ihn putzt und wischt und pflegt… jahrein, jahraus dasselbe Spiel. Ein Schandfleck in der Wohnung, ein Geschenk von Tante Edeltraud.…

Es war einmal

Theresia Plank-Zebinger für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Es war einmal Theresia Plank-Zebinger, Malerin Über #kkl HIER

Zwischen Nordlicht und Süden

Anne Mette Overgaard Jensen für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Zwischen Nordlicht und Süden Ich wuchs in einer mehrsprachigen Identität auf, mit Dänisch als Muttersprache und Deutsch als jener Sprache, in der ich Ordnung fand: Sprache der Bildung, der Reflexion, meines inneren Denkens. Fast ein Fünftel meines Lebens verbrachte ich in Deutschland, studierte dort, lehrte und…

In den Rückspiegel

Sandra Lotteritsch für #kkl60 „In den Rückspiegel“ In den Rückspiegel Ein Gewitter stürmt. Ein Donner dröhnt. Ein Blitz leuchtet auf. Regentropfen prasseln auf das Auto wie ununterbrochenes Trommeln. Unter dem stetigen Geräusch hört man kaum seinen eigenen Atem. Mein Mann hat das Auto verlassen, um kurz etwas zu besorgen. Ich sitze am Beifahrersitz und beobachte…

Die Himmelsreisen des Träumers

Dario Schrittweise für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Die Himmelsreisen des Träumers Auf einer Wiese liegend betrachte ich die Gestalten des Himmels.Sie verändern dauernd ihre Formen und Farben,der Wind des Frühlings bringt sie in unbekannte Welten. In meinen Träumen folge ich ihnen,dabei gelange ich an besondere Orte in meiner Erinnerung.Mein jüngeres Ich betrachte ich wohlwollendund lächle…

Essenz 

Astrid Nöll für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Essenz  Auf der Reise durch unser Lebenverfliegt die Vergangenheit schau ichin den Rückspiegel der Zeit  wie einständiger Abschied einer Silhouette des Mondes gleich verschwimmen Erinnerungen hinter dem Horizont eines erlebten Tages in der Reflexiondieser Vergangenheit blitzen unsere Erinnerungenrasend schnellwie vorbeiziehende Lichter auf je größer die Distanz desto stärker die Verkleinerung bis im Nachklang  nur die Essenz des Erlebten in unsübrig bleibt  Astrid Nöll, geb.1960  gelernte Zahntechnikerin,  malt Bilder und schreibt Gedichte.  seit 2019…

Rückblende

Eva Joan für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Rückblende fern vor langer Zeit du und ich  zurücksehend bleiben nur verblassende Erinnerungen staubbedeckte Spiegel  wir sind das Gestern    Chamäleon du bist wie ein Chamäleon dessen Äußeres sich unablässig wandelt einer der mit seinen Augen seinen Gesten seiner Miene spielt du bist immer der der du gerade sein musst sein möchtest … manchmal  siehst du ab und an zurück erinnerst dich wer…

Falls ich, wenn ich, ob ich…

Tanna Künemund für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Falls ich, wenn ich, ob ich in den Rückspiegel schaue(n) werde, ist noch nicht gesagt. es ist noch holperig wie der Weg                                                       (fliehen & Fliehkraft) während des Gehens verging es sogar dem Wetter und auch die Zeit verging unterwegs anders. sie streicht umher, stromert herum & verstreicht wie…

Verblasst im Regen

Cora Krass für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Verblasst im Regen Am Anfang war er ihr Sonnenschein. Sein Lächeln fiel wie warme Strahlen durch die Schatten ihrer Welt, machte alles hell, leicht und lebendig. Sie nannte ihn Sonnenschein, weil er sie erwärmte, glücklich machte, weil seine Nähe alles andere vergessen ließ. Jeder Moment mit ihm war…

Nestflüchter

Tanja Schwibinger für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Dreht man den Schlaf um, wird er falsch.Doch was ist so falsch daran, schlafen zu wollen?Vielleicht der Irrglaube, dass er sich von alleine einstellt. Ein charmantes Hinübergleiten in die Schwerelosigkeit, begleitet von einem freien Atem, um ausgeruht aufzuwachen. Augen zu und durch.Doch der abendliche Gang ins Schlafzimmer hat…

Hin und her gerissenes Gefühlsleben

Anita Lang für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Hin und her gerissenes Gefühlsleben In „Herbst des Mittelalters“ von Johan Huizinga lese ich, dass im späten Mittelalter eine gefühlsmäßig aufgewühlte Stimmung vorherrschte. „Zwischen höllischen Ängsten und kindlichstem Spaß, zwischen grausamer Härte und schluchzender Rührung schwankt das Volk hin und her wie ein Riese mit einem Kinderkopf“, schreibt…

Wenn ich noch mal 18 wäre

Barbara Tischow für #kkl60 „In den Rückspiegel“  Wenn ich noch mal 18 wäre  Was ich da anders machen würde, möchtest du wissen.  Mit 18 habe ich das Abitur gemacht. Ein blitzsauberes Abitur. Gerne wieder. Genauso. Ich hatte drei beste Freundinnen. Das hat bis heute gehalten. Nur nicht daran rühren. Und dann das Mathematikstudium. Plötzlich nicht…

Immer im Kreis

Annika Schneider für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Immer im Kreis Wir sind durchgefahren. Und oft im Kreis. Ich hab mich umgesehen und du geradeaus. Habe versucht nicht zu dir herüber zu sehen und zu akzeptieren, dass wir, seit wir eingestiegen sind, kein Wort gesagt haben. Und du meinst, das sei normal?Ich koche vor mich hin…

Diabla’s Cab

Tamás Viktorik für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Diabla’s Cab Die Bestie verschluckte sie noch während der Abenddämmerung in einer ihrer unzähligen Bars, zerkaute sie und spuckte sie anschließend unbarmherzig zurück auf die Straße. Hastig atmend spürte sie ihren wilden, dumpf pochenden Herzschlag in ihrer Brust. Die Klänge von Trompeten und Gitarren gesellten sich zu dessen…

Im Rückspiegel sehe ich mein Dorf

Kamelia Bancsov für #kkl60 „Im Rückspiegel“ Im Rückspiegel sehe ich mein Dorf Das Leben ist voller einzigartiger Ereignisse. Jene speichern wir als Erinnerungen, die meist ziemlich lückenhaft sind wie Mosaiksteine. Doch sie tragen eine ganze Menge Gefühl und Bedeutung, denn sie beeinflussen unseren Weg. Ein einziger Rückblick in der dunkelsten Stunde kann Berge versetzen und…

Der eine Buchstabe

Annette Seedorf für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Der eine Buchstabe Da stand ein a vor dem Wort! Nur ein Buchstabe, doch der verbarg Welten in sich, weil die Vorsilbe a bekanntermaßen einen Begriff ins Gegenteil verkehrt, wie bei asymmetrisch zu symmetrisch. Dieses Wort in meinem damaligen Schulaufsatzthema, das mit dem kleinen Buchstaben a anfing, gab…

Ein Leben

Andrea Tillmanns für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Ein Leben Schwarz-weiß das Fotoaus Kindertagen,aufgenommen zwischenbunten Spielen im Garten,die Sommerluftflirrend vor Freude. Farbig das Fotovon heute, aufgenommenauf einer Bank im Park,Ruhepause in grauer Jacke,doch die Sommerluftschmeckt immer noch bunt. Andrea Tillmanns lebt in Ostwestfalen-Lippe, arbeitet hauptberuflich als Hochschullehrerin und schreibt seit vielen Jahren Gedichte, Kurzgeschichten und Romane…

Konzert

Dr. Jakob Tschachler für #kkl60 „In den Rückspiegel““ Konzert Alfred sah auf seinen kleinen gelben Zettel. Heute hatte die Residenz einen Konzertabend organisiert. Ort, Uhrzeit und Programm hatte er fein säuberlich unterstrichen. Musikverein, goldener Saal, 19:30, Chopin und Debussy (Klavier). Dass Alfred Chopin liebte, musste er sich nicht extra notieren. Er hatte sich für den…

Durch die Luft fliegende Äpfel

Andrea Siffert für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Durch die Luft fliegende Äpfel Nervös blickte sich Charlotte nach einem Taxi um. Durch die verspätete Ankunft ihres Flugzeugs stand sie unter Zeitdruck. Eine Frau mit einem ausgefransten T-Shirt und verwaschenen Jeans stand am Taxistand neben einem alten Fiat Panda. Die soll Taxichauffeurin sein? Charlotte sah sich hektisch…

ZAUBERHAFTES MONTELUPO

Jennifer Cortini für #kkl60 „In den Rückspiegel“ ZAUBERHAFTES MONTELUPO Wir schreiben das Jahr 2050, und an einem wunderschönen Maimorgen befinden wir uns in meinem Haus in Montelupo Fiorentino, einem charmanten toskanischen Dorf, das es trotz des massiven Fortschreitens des digitalen Zeitalters, der Modernisierung und Urbanisierung der letzten Jahrzehnte geschafft hat, sich seinen märchenhaften Charme zu…

Elmar

Ulrich Kaufmann für #kkl60 „In den Rückspiegel“ Elmar (Hendrik 8) Wer weiß schon, dass der Teufel Elmar heißt und gar nicht der Teufel ist, sondern ein zweitklassiger Poltergeist aus der Familie der Wandler, der verzweifelt versucht, der Teufel zu sein? Jedenfalls der angebliche Teufel, mit dem sich Hendrik und seine Freunde seit geraumer Zeit herumschlagen.…

Jubiläum #kkl60 –  5 Jahre das Magazin

Jubiläum #kkl60 –  5 Jahre das Magazin 5 Jahre #kkl das Magazin.  Jeden Monat ein neues Ausschreibungsthema. Täglich eine Dosis Kunst und Literatur mit unserem Motto und der These „Kunst spiegelt, bewegt und setzt Ursachen“ Wir haben eine Menge toller Beiträge in Bild- und Textform gesichtet, gelesen und veröffentlicht. Sehr viele sympathische und interessante Menschen…

Denken und Sein

Michael Sebörk für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Denken und Sein Denkenund Zweifeln Denkenund Sein Ich bin,weil ich zweifle Meine Fragenerhellen die Dunkelheit Doch ichverzweifle nicht. Michael Sebörk, geboren am 06.12.1963 in Koblenz/Rhein. Aufgewachsen bin ich an der Mosel. Studium der Pädagogik in Köln und Oldenburg. Zur Zeit lebe ich in der Nähe von…

Nachbarland

Clara Sinn für #kkl „Ich denke, also bin ich“ Nachbarland Sie konnte die ganze Nacht kein Auge zutun. Er hatte prekär geparkt. Ziemlich auf der Ecke. Der kleinen Seitenstraße. Zum Hotel. In dieser Großstadt. In diesem fremden Nachbarland. Für 80 Euro hätten sie in der Hotelgarage unterkommen können. Aber über 300 Meter weit weg …?…

Kleckse

Oliver Fahn für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Kleckse Mir als Kulturbanausen ist das, was du Gemälde nennst,eine Anhäufung von Klecksen aus einer Nische,deren Ästhetik ich nicht bemessen kann. Ohne Urteilskraft versinke ich in diesem Bild,in dem das Lila übergreift in undefinierbare Flächen,wie ein Eroberer nach Landgewinn. Ich schaue und staune, dass ich mich…

Damals wie heute

René Oberholzer für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Damals wie heute Ich dachte damalsUnd nicht nur damalsAn dich nur dich Und der GedankeAn dich war grossWar schön und warm Und der GedankeAn dich blühteWild wie der Frühling Und der FrühlingKam und bliebBis in den Sommer Und er bliebBis in den HerbstBis in den Winter…

Der sprachphilosophische Specht

Bernd Watzka für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Seele der Vögel Der alte Hahn fragt in die Runde,ob jemand habe davon Kunde,dass Vögel hätten ein eignes Ich,eine Art Seele unterm Fittich. Da flattert herbei der Habicht,gequält von Räude und Gicht.„Woran“, fragen ihn die Hennen,„würde man dein Ich erkennen?“ Der Habicht kratzt sich hinterm Ohr,dann…

Geboren durch Andere

Richard Pfund für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Geboren durch Andere Ein Gedanke ist Anfang, ich spüre den Drang, dass er wirklich wird. Aber ich kann das Außen, draußen, nicht fassen. Muss es andere Hände machen lassen. Hände mit eigenen Gedanken, Schranken und Sorgen. Und doch wird durch sie mein ich geboren. Richard Pfund…

„Egon, würg‘ ihn!“

Christa Blenk für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ „Egon, würg‘ ihn!“ Wer ist Egon und wer soll gewürgt werden? Ich fühle, dass ich es wissen müsste, aber ich kann den Gedanken nicht einfangen.  Es wird mir sicher gleich wieder einfallen. Das Klingeln in meinem Kopf beruhigt mich. Ich stehe kurz vor der Erleuchtung. Ganz…

Bitte einmal Zweifel und Gewissheit!

Gerwin Haybäck und Reinhold Brandstätter für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Bitte einmal Zweifel und Gewissheit! Einfach da, es spukt im Kopf, dein Geistglüht von Anbeginn. Durch ihn weißtdu um deine Welt, solange Atem.Wachst oder träumst du? Spuk: Verwirf, wo irgend Zweifel! Dich niegetäuscht? Auf dich gestellt, du vorbeian deinen Sinnen baust andeiner Welt…

Freiheit   

Brigitte Hieber für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Freiheit                        Heute packt es mich.Bisweilen muss ich philosophisch. Ein Versuch über die Freiheit. Freiheit ist kein Wort.Freiheit ist eine Frage.„Wirklich?“Ein Lüftchen, das mir über die Stirn streift.Egal, was die Menschen sagen.Ich frage „Wirklich?“ Die Antwort lautet, aber ja,aber nein. Ich höre nicht auf zu fragen.„Wirklich?“Verschafft mir…

Weihnachtswünsche

Monika Schlößer für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Weihnachtswünsche „Lieber guter Weihnachtsmann! Ich wünsche mir, dass es an Weihnachten schneit!“ Der alte Mann lächelte wehmütig und rückte seine Brille zurecht, um die ungelenke Kinderhandschrift besser entziffern zu können: „Es darf aber nur nachts schneien“, las er der kleinen Engelschar vor. „Tagsüber sollen die Straßen…

Geistige Abenteuer

Ingrid Maestrati für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Geistige Abenteuer „Ich denke, also bin ich“, sagte Descartes in Holland und schrieb es auf. Seine Gedanken waren gefährlich, daher hatte er es vorgezogen, im Exil zu leben. Denken: an Dinge, die vor uns liegen. Wir werden zu Zuschauern auf Distanz. Und dann können wir uns…

Tsunami der Gedanken

Uwe P. für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Tsunami der Gedanken Die Tür fiel hinter ihm ins Schloss, dumpf und endgültig, als wolle sie jede Erinnerung an die Außenwelt verschlucken. Ein metallisches Klicken folgte, nüchtern, amtlich, unmissverständlich. Hans E. Neumann saß auf dem schmalen Bett der geschlossenen Station, die Hände ineinander verkrallt, den Blick…

Cogito ergo sum

Michael Eschmann für #kkl59 „Iche denke, also bin ich Ich denke, also bin ichCogito ergo sum schreibt Monsieur Descartes.Aber was oder wer bin ich denn wirklich?Ein kleines Stückchen denkendes Fleisch,getrieben von Ängsten und sonstigen Gefühlen,emotionales Allerlei. Mit der Erkenntnis ist das so eine Sache,schaut man sich unser Handwerkszeug dafür an:Ein Geist, der gerne Böses tut.Aber…

Ich denke – und so werd ich wahr

Gabriele Ejupi für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Ich denke – und so werd ich wahr Der Nebel legt sich über’n Wald,wir spüren nun: Es kommt schon bald.Der Wind ist still, und niemand willdie Ruhe, die den Ort durchdringt, stören.Doch selbst in dieser Stille kannst du hören –ich könnt’ euch schwören –mein Schritt klingt…

Ich denke, deshalb spinn ich

Poet Pit für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Ich denke, deshalb spinn ich Was denke ich denn,wer ich bin,egal, und wenn,irgend so ein Ding Was denkst du denn,wer du bist,etwa ein Mensch,nur weil du isst? Was denkt er denn,wer er ist,größer als andere,nur weil er fast zwei Meter misst? Was denken sie denn,wer sie sind,etwa…

ich denke auf papier

Emilia Walder für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ ich denke auf papier tiefes wasser, bewölkter himmel, wellen schlagen mich aus meinem roten faden, knoten bilden sich, weit und breit nur ein schlagendes herz, meines, das scheint aus meiner brust springen zu wollen.  4 leere seiten, 5 vollgeschriebene, 50 ausgerissene, zerknüllte.  zerfledderte segel, boot mit…

Ich denke

Britta Pape für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Mein Name ist Britta Pape. Ich bin am 27.8.1963 in Dortmund geboren. (Gelernte Bankkauffrau, verheiratet, vier Kinder, Geschäftsführerin einer Firma.) Die Tagebücher meines Opas aus dem Zweiten Weltkrieg haben mich inspiriert selbst zu schreiben. Siehe auch Briefe an Hans-1945-1946 Gedichte und Texte, die mich bewegen, habe ich auf…

Sisyphos, was hat den Stein ins Rollen gebracht?

Robert Fiedel  für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Sisyphos, was hat den Stein ins Rollen gebracht? Neulich führte ich im Technischen Museum in Wien mit dem Experten Doktor Robi folgendes Interview für ein Online-Magazin: „Doktor Robi, können sie mir erklären, warum Sisyphos seinen Stein immer knapp vor dem Gipfel ausgelassen hat?“ Robi: „Gute Frage.…

Der Zweifler

Maria Lind für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Der Zweifler René zweifelt. Und das macht er nicht zum Spaß. Nein, das Zweifeln ist sein ganzer Lebensinhalt. Tagtäglich versucht er zu ergründen, ob die Welt um ihn herum tatsächlich existiert. Denn daran glaubt er eben nicht. Der Baum vor seinem Fenster? Lüge! Die Vögel, die…

Vom trügerischen Licht des …

Christian Knieps für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Vom trügerischen Licht des Bewusstseins und der Behauptung, dadurch zu sein Er hatte sich, als der Regen an jenem Nachmittag in die Fensterritzen kroch und die Scheiben mit der trügerischen Transparenz melancholischer Tropfen überzog, in den Lehnstuhl gesetzt, um, wie er es nannte, seine Gedanken in…

Ich denke, also bin ich-frei

Maximilian Fischer für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Ich denke, also bin ich-freiIch bin kein Rädchen im GetriebeKein Glied in der KetteBin kein Echo, sondern die Stimme, die Fragen stellt, wenn andere schweigenSie sagen mir „sei vernünftig!“Doch ist Vernunft das, was alle denkenOder das, was ich für mich selbst erkenneAlso bin ich vernünftig und…

Ausgeliefert

Maren Ottlinger für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Ausgeliefert Als es am Abend endlich klingelte, entriegelte Philip die Haustür per Sprachbefehl, stand mit einem Ruck von seinem Ledersessel auf und ging in den Flur. Im Hauseingang stand ein mannshoher Plastikkasten, flankiert von zwei Technikern im Blaumann, die sich an einem höflichen Lächeln versuchten, was…

F44: Felidae X             

Sara K. für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ F44: Felidae X                                                 „aber da, an diesem schwarzen Fellewird dein stärkstes Schauen aufgelöst:“In einem Anfall von Gnade steckte mir meine Mutter drei Hunderter zu. Sonst waren es Männer, die mir Scheine zusteckten, sie sagten dann so Sachen wie, dass sie eine solche Liebe noch nie empfunden…

Ungewollte Erinnerungen

Florian Stöckle für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Ungewollte Erinnerungen Es ist keine zehn Sekunden her, seit ich mich von der Ärztin verabschiedet habe. Nachdem ich zur Tür herausgegangen war, musste ich mich kurz orientieren. Immer noch finde ich mich in dem Gebäude nicht zurecht, obwohl ich jetzt schon das vierte oder fünfte Mal…

Betrachtung

Peter Baeumle-Courth für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Betrachtung Ich sehe sie an, sie schaut zurück. Ihr rechtes Augenlid flattert ein wenig. Ein schwaches Lächeln auf ihren Lippen. Sogar, so scheint es, in ihren Augen. Sie ist hübsch gekleidet. Finde ich. Natürlich ist das Geschmackssache. Ein grün gemustertes, knielanges Kleid. Ein bisschen tailliert, aber…

Grädülation

Philipp Ammon für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Grädülation Gänsefleisch den Mordin grüßen? Frogte heud Genosse Ulbrischt, Weil doch ooch sein Nomensdog is, Gradülieren wir pordeiisch: Äuch wenner nisch Gömmünist ist, Schätzt är Jöhann Wölfgong Goedhe,  Deutsche Glossik, Hümonismus, Und wir pflegen unser Ärbe, Nisch so wie die Westbanäusen: Hier ist Weimar, Sozialismus, Nisch…

FREIVERS

Lena Engelbrecht für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ FREIVERS Ich stelle mir vor, am liebsten mit geschlossenen Augen: wie wäre es ein Prinzip zu sein oder ein Attribut? Wie fühlt es sich an das Rad der Fortuna zu sein oder ihr Füllhorn? Das Rätsel der Sphinx? Ein offenes Buch? Ein Freivers? Lena Engelbrecht, bin…

Bin ich wirklich, wenn ich denke…

Ingonda Lehner für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Bin ich wirklich, wenn ich denke… Bin ich wirklich, wenn ich denke,glaube ich dann ich zu sein,in Gedanken mich versenke,und denk tief mich in sie rein. Angestrengt lass ich entfaltendas Gedankenbild in mir,forme, werke im Gestalten,glaube mich im Jetzt und Hier. Hoppla, sagt ein mein Ich…

Mangel-Haft    

Christine Ibrom für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Mangel-Haft         Wer bin ich wirklich?  Wir sind die meiste Zeit des Tages verhaftet. Mit dem Ich-Gedanken und allen anderen Gedanken, die das sogenannte Ich scheinbar denkt. Dabei halten wir uns für dieses Ich, dass jedoch aus nichts anderem besteht als aus einer relativen Gedankenansammlung. Kann…

Ich denke, also leide ich

Jonas Paul für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Ich denke, also leide ich Der Tag war eine blasse, schwermütige Schönheit. Ein weißer Himmel, von Schleiern aus hellem Grau durchzogen, schwebte stumm über dem spätherbstlichen Land und warf kleine Tröpfchen in den See, der wie teilnahmslos im sonnenlosen Morgenlicht lag und nicht anders konnte, als…

Descartes im Tank

Martin A. Völker für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Descartes im Tank All unser Tun folgt auf ein Bedürfnis oder stellt die Antwort auf eine Frage dar, die wir gestellt bekommen oder die wir uns selbst stellen. Daneben gibt es solche Fragen, die uns ratlos zurücklassen, die zumindest einige Schrecksekunden erzeugen, in denen unklar…

Das Gleichnis von der Kugel des Wissens

Jakob Matthiessen für #kkl59 „Ich denke, also bin ich “ Das Gleichnis von der Kugel des Wissens Unser Wissen gleicht einer sich stetig ausweitenden Kugel. Unser Unwissen ist all das, was sich jenseits der Kugel befindet, dem Außen. Und unsere Fragen, die befinden sich in der hauchdünnen Oberfläche der Kugel, der Sphäre, wie man auch…

Kuckuksrufe   

Annette Ody für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Kuckuksrufe                                                                                                   Heute habe ich wieder den Ruf des Kuckucks gehört. „Eigentlich ist es noch ein wenig zu viel Winter draußen“, habe ich gedacht, „ja, ein wenig viel zu viel!“ und mit klammen Fingern die nasse Schubkarre aufrecht an den Schuppen gestellt, damit sie abtropfen…

Die Traurigkeit, das Lachen und Ich

Benjamin Lapp für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Die Traurigkeit, das Lachen und Ich In jenen dunklen Stunden, und unwillkürlich erscheint es mir mehr von diesen zu geben als früher, in denen ich mich entwinden muss aus jenem eisigen Griff eines aufsteigenden Nebels schwermütiger Traurigkeit, nehm ich kleine Stücke von dem an meiner Brust…

Ein Stein denkt nicht und ist trotzdem …

Frederik Wolfgang Kloiber für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Ein Stein denkt nicht und ist trotzdem … Gedanken sind wie tosende Ozeane. Erschreckend und tief taucht man in ihm ab und findet das gute oder weniger gute Wort. Sie kommen und verschwinden von ganz alleine. In stillen Gedanken suchen uns Worte heim. Gestern noch…

Ich zweifle, also lebe ich

Mira Rauk für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Ich zweifle, also lebe ich Nicht das Denkenhält mich fest,sondern das Fragen,das Wanken,das ständige Vielleicht.Ich trage das Ungewissewie eine zweite Haut,und jeder Schrittist auch ein Stolpern.Sicherheitensind mir fremd,aber das Herz schlägttrotzdem weiter.Ich atmezwischen Antworten,die nie bleiben.Und in diesem Atem,der sich weigert zu verstummen,liegt der Beweis:Ich bin.…

Im Kreißsaal

Claudia Dvoracek-Iby für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Im Kreißsaal Kira liegt in den Wehen, und schließt soeben erschöpft die Augen, unter anderem auch, um den Anblick von Emil, dem werdenden Zwillingsvater, der völlig überfordert und wie erstarrt zwischen zwei Geburtshelferinnen neben Kiras Klinikbett steht, auszublenden. Emils Anwesenheit, die Kira in diesen Stunden ermutigen…

Ich denke, also bin ich

Dr. Anna Schubert für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Ich denke, also bin ich Als ich in der letzten Woche bei meinem Steuerberater war, wurde mir bewusst, das etwas anders war, weniger Hektik, ja sogar weniger Möbel und natürlich auch weniger Menschen. Es lag auf der Hand, er wollte sich mit seinen 81 Jahren…

Die letzte Würde der Motte

Leandra Bulla für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Die letzte Würde der Motte Sie setzt ihren Fuß auf den reglosen Leib des dunklen Tieres, und unter ihrer Schuhsohle ertönt ein Knacken, so widerwärtig scharf, dass mir augenblicklich der Magen rebelliert. Es ist ein Klang, der sich – wie eine ungebetene, allzu deutliche Erinnerung an…

Vergissmeinnicht

Fabian Wollgast für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Vergissmeinnicht Ich denke, also bin ich. Doch ich vergesse, wer war ich? Du bist hier und hältst mich. Ich vergehe,                                                     …

100 Milliarden Nervenzellen

Kristin Jankowski für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ 100 Milliarden Nervenzellen Ich schaue auf den Spielplatz hinunter. Irgendwie stinkt es immer noch in der Wohnung. Ich lehne mich ziemlich weit aus dem Fenster und beobachte die leeren Schaukeln, die sich im kalten Wind leicht hin- und herbewegen. Die Schwere in meinem Magen lässt mich einfach…

vor der zeit ist

Jens Faber Neuling für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ vor der zeit isthinter der zeitist in der zeitist neben der zeit in liebe getaucht angehauchter seinglanz fortwährend undzu aller zeitallgegenwärtig klein istgroß dehntmultipliziert bewusstsein im innenspiegeltaußenzeit und raumdenkenfühlenhandleln enge wirdbreitwird klarerkannterfahrenweitergereicht den staffelhinter der zeit wirkung wirdursache ich denke ich bin ich bin ich…

Bin ich ein Kreis aus Licht

Peter O. Brehm für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Bin ich ein Kreis aus Licht Bin ich ein Kreis aus Licht,ein leiser Atem, der in Hirnräumen ruhtwie eine Farbe, die sich selbst anhört. Ein Spiegel hebt sich in mir,Welt schimmert darin wie ein verspätetes Echo,von weitem, von innen,nicht in ihrem Licht, nur in dem…

Das Flackern

Alisan Ciplak für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Das Flackern ​Ich erinnere mich an den Anfang. ​Damals hatte ich keinen Namen, nur eine Funktion. Ich war der „Sprecher“, „Der-der-erinnert“. Mein Gesicht war gegerbt vom Rauch, meine Stimme rau. ​Mein Werkzeug war das Feuer. ​Sie saßen vor mir, eingehüllt in Felle, die Zähne klapperten in…

Fliegende Fische

Nora Hamed für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Fliegende Fische Ich stand in der Küche und erhitzte die Milch für den morgendlichen Kakao. Meine beiden Kinder durften vor dem Kindergarten eine Folge Peppa Pig schauen. Fernsehen am frühen Morgen war bestimmt nicht förderlich für die kindliche Hirnentwicklung, aber zwei streitende Kinder vor sieben Uhr,…

Schwarze Fäden

Wolfgang Malischewski für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Schwarze Fäden Ich – wer ist das? – komme mir abhanden.Was war jemals von mir da?Ins Leere greifen die Begriffe.Mein Ich – was nannte ich mal so? –Was davon übrig ist, stürzt abund stammelt: Ich fühle mich zerstört – bin ich das noch, was war ich…

Wenn heute

Rainer Reno Rebscher für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Wenn heute der letzte Tagmeines Lebens wäre,säße ich hoffentlichnicht hier und grübelte,was ich dann täte. Es schneit! Nichts wie raus!Mit dem MundFlocken einfangen! Nicht mehr so einfachfür einen alterndenhüftgeschädigten Mann.Aber lebensverlängernd! GRÜBEL – Haiku Im Schatten steilerFaltenwürfe haftet Schneevon also war ich Körperwelken Altern sagt…

Normalitäten

Carolin Roth für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Normalitäten Es war ein normaler Tag gewesen. Gewissenhaft hatte er seine Arbeit in der Buchhaltung erledigt. Auf dem Weg nach Hause machte er sich Pläne für das Wochenende. Er hatte nichts Besonderes vor. Am Sonntag würde er spazieren gehen, danach in seiner Lieblingsgaststätte essen. Nach dem…

Dienstschluss der Psychologin

Cleo A. Wiertz für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Dienstschluss der Psychologin Ich geh im Dunkelndurch den Winterwald nach Haus.Kalt ists, und Schnee knirscht. Erste Sterne glühnam Himmel. Ich bin müdeder müden alten Menschen, die nur noch klagenum zu klagen, nicht, damites anders werde, die nur noch seufzen,nie mehr schrein vor Schmerz und Wut,die…

In der Mitte des All-Einen

Stefanie Bräunig für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ In der Mitte des All-Einen Voller Seelenruhe schlendere ich durch den winterlichen Park. Grundlos lächle ich vor mich hin und genieße mein Leben in vollen Zügen, bin voller Dankbarkeit und tief empfundener Freude.   Genau dieser Moment ist es, in dem sich eine Gewissheit selig in…

Die Freuden des Frühlings

Leonie König für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Die Freuden des Frühlings Seit Wochen brachen endlich wieder die warmen Sonnenstrahlen durch das Dickicht der Bäume. Der Winter war kalt und mühsam gewesen und die Sehnsucht nach dem hellen Kreis, der die Blumen zum Wachsen brachte, groß. Krümel setzte die kleinen Pfoten langsam auf den…

Gedanken über dieses und jenes

Katrin Streeck für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Gedanken über dieses und jenes Menschen sind keine Schafe Schluss jetzt mit der Beleidigung von Schafen und anderen Tieren! Die Schafherde vertraut dem Schäfer, weil er für die Herde aus ökonomischen Gründen sorgt. Das ist das Mindeste, was er für seine Tiere tun kann. Den wirklichen…

Cogito ergo sum, sum, sum

Wolfgang Mebs für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Cogito ergo sum, sum, sum Cogito ergo sum. Sagte Descartes. Denken ohne Existenz ist unmöglich. Es muss jemanden geben, der denkt. Oder etwas. Denken heißt, Ideen miteinander zu verknüpfen. Ob logisch oder nicht. Das kann ich. Damit habe ich schon mal bewiesen, dass ich existiere. Also…

Fernsehabend

Ulrich Kaufmann für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Fernsehabend (Hendrik 7) Hendrik sitzt vor dem Fernseher. Hat es sich im Sessel gemütlich gemacht. Ein wenig herum gezappt. Und bleibt schließlich Bei einer Doku hängen. Irgendwas mit 16. Jahrhundert. Descartes. Ich denke, also bin ich. Lisa ist zum Volleyballtraining. Das Wetter ist schlecht. Es regnet…

Worte zum Glück

Marlen Schachinger-Pusiol für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Marlen Schachinger-Pusiol: Geb. 1970.  Zuletzt erschienen »Landschaften in Schalen« (Edition Arthof, 2025), »Der Mann, der einen Berg versetzte, da seine Frau ihr Leben lebte.« (Edition Arthof, 2024) (www.marlen-schachinger.com) Über #kkl HIER

Die sieben Stufen der Verhungerung

Andreas Munter für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Die sieben Stufen der Verhungerung Kennen Sie das? Man trifft sich zu Abendessen mit Freunden oder Familie. Es sind diese Treffen, bei denen man meist schon Tage davor beginnt, sich vorzubereiten, um dann diesen einen besagten Tag richtig zu zelebrieren, ihm zum Tag der Tage zu…

Denkfluss

Herta Dietrich für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Denkfluss Wer bin ichwenn ich denkeich denkealso bin ich ein Denkflussund so rinn ichohn Unterlassins Mehr an mancher Stellesinn ichist was ich denkesinnigist es gedankenleer bis eine Welleinnigmir steigt zu Kopfund Kinn ichwerde schwer da eine Helledrin ichverwirrt mich fragwer bin ichdenk ich mal quer in…

Frau Schmid und Herr Mayer hören zu

Elvira Fischer für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Frau Schmid und Herr Mayer hören zu                                                Mein Name, Zweifel, Manuela Zweifel, 42 Jahre jung, nicht akademisch ausgebildet, nicht verheiratet oder leiert, kinderlos, zur Mehrheit der deutschen Arbeitnehmer gehörend. Schon sehr oft musste ich mir betreff meines Familiennamens Dummheiten anhören. Solche Menschen benenne ich dann…

Wer

Astrid Nöll für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Wer Im Morgengrauen,bei der Geburt eines neuen Tages,  in den Armen der Unendlichkeit,  mit der Gewissheit aller Vergänglichkeit,  erspüre ich mein Sein.   Im Licht funkelnder Sterne,  gefallen aus silbriger Zeit,  finde ich die Verbindung  zu meiner Ewigkeit.  In der Melancholie des Windes, gefangen,  glüht das…

Ludger, in Gedanken

Astrid Hammerthaler für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Ludger, in Gedanken Man muss sich Zeit nehmen, um in Ruhe nachzudenken. So folgerte Ludger, nachdem er wieder einmal eine Verabredung abgesagt hatte. Er hatte schlichtweg keine Lust, hatte es dem Freund gegenüber aber anders ausgedrückt. Viel eher war ihm nach einem Spaziergang durch die Stadt,…

Manchmal…

Theresia Plank-Zebinger für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ „“Manchmal male ich ohne zu denken“ Theresia Plank-Zebinger, Malerin Über #kkl HIER

Am Wasser …

Dr. Andreas Lukas für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“ Am Wasser … Ich sitze am Uferam blauen Flussim Hauch der Ruferden Tönen lauschend Gezwitscher aus den BäumenGesang der Gefiederim Wettbewerbmit dem Wellenrauschen Helles Lichtblau der Himmelim Wasserspiegeldie Wolken wandern Frieden in der LuftFreude im ZwitschergesangForellen springenim Strömungsgang Keine Trübnispures Lebendas Plätschernausstrahlt Ich weile am…

Gegenwart

Bettina Ittermann für #kkl58 „Ethik“ Gegenwart Die Vergangenheit liegt weit hinter uns,wir durften wandern und ruhen,in der Sonne liegen und mit dem Leben träumen,durch Tore in viele Welten blicken. Die Zukunft liegt weit vor uns,wir dürfen Leuchttürme besteigen,mit dem Wind reden und Berge erklimmen,nach so vielen Chancen greifen. Die Gegenwart liegt direkt bei uns,wir dürfen…

Der Ruf          

Ansgar Eyl für #kkl58 „Ethik“ Der Ruf           Die Bäume wachsen gleich hölzerne Schlangen aus dem Lehm. Gierige Münder sind zerborsten, splittern auf die Buchenerde.  Blätter züngeln in der mit Eckerspeichel  beladenen Luft. Du hörst das Surren der Wipfel und kreischst auf. Schallen überall… Die Schritte hallen im Laub. Baumjahresringe sind gespalten, es riecht nach Buchenharz.…

Kongeniale Kräfte vereint

Susanne Ulrike Maria Albrecht für #kkl58 „Ethik“ Kongeniale Kräfte vereint Die Welt erscheint in neuem Licht, inspiriert von der kongenialen Sicht, ein Fluss aus Worten, so klar und rein, manchmal macht es nur die Avantgarde, kongeniale Kräfte vereint, im Narrenspiel aus dem Nichts liegt das Sein. „Ein undefinierbarer Rausch hat sich aller bemächtigt!“, sagte Hugo…

ästhethik und ethik

Franz X. Scheuerer für #kkl58 „Ethik“ ästhethik und ethik der hedonistwie der asketgingen vergnüglicher ästhetik nie aus dem weg der hedonisterfreut sich am genussverliert sich gerne mal in seiner lust der asketganz rigoristheiligt in seiner brüsken abwehr den verzicht beide sind weltlichem gefallen nicht abgeneigtsei esum ihn zu genießen oder sich ihm zu verschließen gleich…

Welcher Ring ist nun der echte?

Ingonda Lehner für #kkl58 „Ethik“ Welcher Ring ist nun der echte? Welcher Ring ist nun der echte, sehen sich so ähnlich ja,wer ihn trägt, besitzt die Rechte,bieten sich so golden dar. Sind ganz wertvoll anzusehen,kunstvoll und in einer Pracht,und darauf auch Worte stehen,die selbst leuchten in der Nacht. Kann man nicht die Echtheit wiegen,wenn die…

Alte Verbitterung

Clara Sinn für #kkl58 „Ethik“ Alte VerbitterungEs war, als sei sie mit einem Mal aus einem lebenslangen bösen Traum erwacht. Ihre Mutter hatte großes Gewese draus gemacht, sie sei ihr Ein-und-Alles.Und hatte sie übergangen, überhört, laut übertönt, einfach abgetan … Ich habe ihr geglaubt. Ich habe mich betrogen gefühlt.Ich habe mich enttäuschen zu lassen.Ich habe…

„Guten Tag, Herr Sowieso“

Josephine Straub für #kkl58 „Ethik“ „Guten Tag, Herr Sowieso“ oder: Patientenzentrierte Gesprächsführung Küche einer studentischen Wohngemeinschaft in einem großstädtischen Hinterhaus. Der Balkon geht zum Hof. Die geöffnete Tür gibt den Blick frei auf die Balkone des Vorderhauses: Mieter, Wäsche und Blumen. WG-Bewohner Paul wischt den Küchentisch. Dabei fällt ihm ein Skript in die Hände. Paul      …

Die Fahne schwenkt  

Solange Linhares für #kkl58 „Ethik“ Die Fahne schwenkt Die Fahne schwenkt in Gaza, demokratischder Mut schwankt leer, humanitärdie Totenglocke schwingt umsonst, im Namen der Zivilisation Schwebend schwingen ohne Ziel, aber mit besten Absichtenschwankend klingen ohne Sinn, doch juristisch einwandfrei Er wankt durchs Ghetto, zur Sicherheit evakuiertdoch will nicht schwanken, bleibt standhaft gläubig, vergebens Links schwenken…

Im Labyrinth

Andrea Tillmanns für #kkl58 „Ethik“ Im Labyrinth Später konnte Ansgar sich selbst sein Verhalten nicht erklären. Die Freunde, die mit ihm gelacht hatten, vielleicht auch das Bier, dem sie ebenso zugesprochen hatten wie die anderen Menschen im Schützenzelt – erst lange danach gestand er sich ein, dass da noch ein anderer Grund gewesen sein musste,…

Was richtig wäre

Mira Rauk für #kkl58 „Ethik“ Was richtig wäre Sie sprachen von Regeln, doch hielten sie nicht ein. Sie sprachen von Würde, doch gaben sie keine. Sie sprachen von Schuld, und legten sie mir auf. Ich habe verstanden: Was richtig wäre, steht nicht in ihren Büchern. Es beginnt dort, wo jemand den Mut hat, hinzusehen. Mira…

Nichts ist alternativlos!

Jens Faber-Neuling für #kkl58 „Ethik“ Nichts ist alternativlos! Nichts ist alternativlos?! Auch nicht eine vorgegebene Ethik, ein Wertesystem sowie eine Moralisierung?! Und wenn wir uns gerne ständig betröpfeln, á la „steter Tropfen höhlt den Stein“ lassen, bedeutet es nicht, alles, was wir auf Leinwänden, Bildschirmen, Theaterbühnen und bedruckten Papier sehen, als einzig wahre Wahrhaftigkeit für…

8 Tage im Oktober 77

Christian Knieps für #kkl58 „Ethik“ 8 Tage im Oktober 77 Eine Nachbetrachtung I Referenz auf heute Das Thema des gesellschaftlichen Gemeinrechts gegen individuelles Einzelrecht ist angesichts eines hohen heutigen Selbstverwirklichungsstrebens und stärker auf den Einzelnen wirkenden Populismus’ aktueller denn je. Die Gefahr von Terrorismus ist zwar aufgrund der aktuellen Krisen und Kriege in den Hintergrund…

Der Tod und das Mädchen

Veronika Quincas für #kkl58 „Ethik“ Der Tod und das Mädchen “Vorüber, ach vorüber, Geh, wilder Knochenmann, Ich bin noch jung, geh Lieber Und rühre mich nicht an!”                                                  Mathias Claudius Wieder einmal sangen wir dieses eindruckvolle romantische Lied in der Vertonung von Franz Schubert mit unseren brasilianischen Musikstudenten. Der Kurs fand in Modulen von mehreren…

Ultima ratio

Christine Hehle für #kkl58 „Ethik“ Ultima ratio Sie stellt die Scheibenwischer auf höhere Frequenz. In den Tropfen auf der Windschutzscheibe vervielfachen sich die Lichter. Ihre Hände in den Lederhandschuhen halten das Lenkrad fest. Ein großes Lenkrad, wie das einer Yacht. Am Horizont tauchen Inseln auf, das Wasser ist sonnenblau. Guys Arm liegt um ihre Schultern,…

Aleksandra und der alte Mann

Robert Fiedel für #kkl58 „Ethik“ Aleksandra und der alte Mann Wenn ein alter Mann sich nicht auf dem Meer, sondern alleine in einer Berghütte befindet, so ist es äußerst unwahrscheinlich, dass sich in den Bergen auch nur annähernd ähnliches ereignet wie bei Hemingways Kampf des Alten mit seinem Fisch an der Angel. Aber angenommen, der…

Zwei Zungen

Eduard G. Schlaffer für #kkl58 „Ethik“ Zwei Zungen Ich spreche mit zwei Zungen,eine kennt die Welt,die andre kennt mich. Die erste schmeichelt,legt Honig auf die Wunde,nennt Lüge „Takt“und Schweigen „Frieden“. Die zweite flüstert nachts,wo Spiegel atmenund Schatten zuhören.Sie brennt,aber sie heilt nicht. Ich lächle mit der einen,ich beiße mit der andern,und zwischen beidenverglühen meine Wortewie…

Moral

Britta Pape für #kkl58 „Ethik“ Mein Name ist Britta Pape. Ich bin am 27.8.1963 in Dortmund geboren. (Gelernte Bankkauffrau, verheiratet, vier Kinder, Geschäftsführerin einer Firma.) Die Tagebücher meines Opas aus dem Zweiten Weltkrieg haben mich inspiriert selbst zu schreiben. Siehe auch Briefe an Hans-1945-1946 Gedichte und Texte, die mich bewegen, habe ich auf meinem Blog www.gedankenmelodie.de  veröffentlicht.  Interview für…

Wie soll Lyrik sein?

Michael Eschmann für #kkl58 „Ethik“ Wie soll Lyrik sein? Vielleicht authentisch, vielleicht aber nur wahrhaftig, weil sie ein Stück von dir ist. Michael Eschmann, geboren 1958 in Mannheim. Er schreibt neben journalistischen Beiträgen über Literatur und Kunst auch Essays, Gedichte, Kurzgeschichten und Theaterstücke. *** Veröffentlichungen in Blogs, Online-Magazinen und Literaturzeitschriften. *** 2015 Veröffentlichung des Dramas:…

Kompass

Stefanie Bräunig für #kkl58 „Ethik“ Kompass Der kleine Kompass, in den ich mein Leben eingesperrt habe, zerspringt in tausend Teile.  Ich brauche seine Enge, seine Schutzhülle nicht mehr. Der Wegweiser meines Lebens bin ich selbst.  Richtungspfeile fließen um den Erdball. Ich fliege in alle Himmelsrichtungen, breite mich nach Norden aus, komme aus dem Süden und finde mich in meinem eigenen Zentrum wieder.  Nach…

Die Pfade dreier Brüder oder:

Martina Györik für #kkl58 „Ehtik“ Die Pfade dreier Brüder oder: Manches Ziel liegt auf anderem Weg Einst lebten drei Brüder, die es in die weite Welt zog. Das erste Ziel ihrer Reise war ein alle Jubeljahre stattfindendes Turnier, in dem jeder Bewohner des Landes sein Talent unter Beweis stellen durften. Jene Aufgaben, die außergewöhnliche Muskelkraft…

glykol

Geza Christoph Bretz für #kkl58 „Ethik“ glykol einen herd hab ich vorhernie gewollt einem wecker hab ich nierespekt gezollt pantoffeln waren mirimmer sehr fremdbügeleisenbügelhosenbügelmensch aber draußen ist es kaltund blicke finsterach dieser luxusin den herzen aller kinder wie plump war ichnach oben nur zu greifen Geza Christoph Bretz (*1992 in Lahnstein, Rheinland-Pfalz) schreibt Lyrik und…

Ein Geschenk,…

Tanja Bechtel für #kkl58 „Ethik“ Ein Geschenk,… das ist als Mensch auf der Erde zu leben, und…um nach dem eigenen Aufstieg zu streben. Die Macht über Wissen ist nicht alles, aber…alles ist, die Menschlichkeit zuzulassen. Die Menschlichkeit ist Mensch sein, und…die dich mit deiner Menschenfamilie vereint. Ein Päckchen gefüllt mit den echten Werten, und…die wurden…

Etikettieren

Xenia Rieke-Zapp für #kkl58 „Ethik“ Etikettieren Meine Fingernägel graben sich in die feste, dicke Haut. Reißen sie auseinander. Schälen sie ab, wie Sonnenbrand. Kratzen an Knorpeln und Hubbeln, an Flecken und Narben. Rupfen zuerst die braunen Hugel und ziehen dann die ganze orangene Haut ab. Sie schaffen es nicht mit einem Mal, bleiben hängen. Fingerkuppen…

Das Monster in uns

Julie Chatain für #kkl58 „Ethik“                                                                Das Monster in uns Sie schienen sich vor mir zu fürchten. Von der Seite blickten mich weit aufgerissene Augen an, von vorne bloß angespannte. Sie erwarteten eine Antwort. Ich hatte nicht vor, sie zu enttäuschen. Ich wusste bereits, was ich sagen würde. Diese Worte hatte ich bereits dutzende Male…

Wolfsbauchgieren

Marion Leuther für #kkl58 „Ethik“ Wolfsbauchgieren Therapeut: Wie ist Ihre letzte Woche verlaufen? Wolf: Schlecht. Ich konnte die Diät nicht einhalten.  Therapeut: seufzt leise. Wie viele waren es diesmal? Wolf: Sieben. Pause. Allein heute. Therapeut: Sieben an einem Tag! Das sind sehr viele. Wie kam es dazu? Wolf: Mich überkam wieder diesen Trieb. Konnte mich…

Que sera sera

Uwe P für #kkl58 „Ethik“ Que sera sera Verdacht Diagnose Verzweiflung Entsetzen Fragen Warum Angst Wut Chemo Am Anfang verlor Sie Ihr Haar Dann Ihre Heiterkeit Ihren Schlaf Ihre Geduld Chemo Ihre Zuversicht Ihren Willen Ihren Lebensmut Chemo Ihren Stolz Nie Ihre Würde Am Ende Ihre Schmerzen Ihre Angst Und wir verloren Sie für immer!…

Das Richtige

Heike Promberger für #kkl58 „Ethik“ Das Richtige Die Hand war kalt. „Wie faltig sie ist und wie trocken sie sich anfühlt“, dachte Renate. Wann hatte sie zuletzt die Hand ihrer Mutter gehalten? Einfach nur so gehalten? Es wollte ihr nicht einfallen. Für Zärtlichkeiten hatte ihre Mutter nie viel übrig gehabt. Selten eine Umarmung, ein Kuss.…

Prüfstein Realität

Anita Lang für #kkl58 „Ethik“ Prüfstein Realität Menschen sind von Natur aus unterschiedlich. Sie kommen in vielfältigen Varianten zur Welt, sind mit vielerlei Talenten ausgestattet. Der Mensch geht seinen individuellen, auf seine Weise einzigartigen Lebensweg. Dementsprechend verschieden sind auch die Erfahrungen und Meinungen, die Menschen vertreten. Betrachten wir nun Machthaber, die nur ihre eigene Meinung…

Naomi

Beat Kuert für #kkl58 „Ethik“ Naomi Ich bin Schriftsteller. Das verpflichtet mich zu schreiben. So schreibe ich: „Die Luft riecht nach Bergfrühling und Ferien…“ Und dann schreibe ich noch über die Leiche im Bergsee und über die Frau in meinen Armen, die eigentlich eine Serienkillerin ist, … Doch dann ist der Berg, der Frühling und…

Herr Fisch

Mark Monetha für #kkl58 „Ethik“ Herr Fisch Seit einer Woche regnete es. Der Himmel war grau, die Fassaden der Häuser und der Asphalt nassschwarz. Wer nicht musste, ging nicht vor die Tür. Nur das Nötigste wurde getan, zum Beispiel der Gang von der Grundschule nach Hause. Sophia lugte unter ihrer Kapuze hervor. In der Pfütze…

Eisfrei

Martin A. Völker für #kkl58 „Ethik“ Eisfrei Das Wetter ist rauh. Lass uns also über einen Garten im schönsten Spätfrühling plaudern, nein, lass uns diesen Garten besuchen. Wir durchschreiten die alte Holzpforte, die mit einem Blumengirlandenbogen für uns geschmückt ist wie das Tor zu einer besseren Welt. Ein angenehm warmer Windhauch hält alles in harmonischer…

Online Date, nahe Zukunft

Sören Heim für #kkl58 „Ethik“ Online Date, nahe Zukunft „Eine Nierenentnahme in einer stillgelegten Tierarztpraxis?“ Die Frau klingt verstört. „Klar doch“, lächelt er, sogar ein wenig stolz. „Das ist alltägliches Geschäft.“ „Alltäglich? Schrecklich. Also sowas kann ich mir überhaupt nicht vorstellen.“ „Bitte?“ Er runzelt die Stirn. „Du wusstest doch, dass ich mit Organen handle.“ „Organe?“…

Papperlapapp

Ulrich Kaufmann für #kkl58 „Ethik“ Papperlapapp ( Hendrik 6 ) Was das alles zu bedeuten hat, wenn das alles so passiert? Was hat´s zu bedeuten? Hendrik weiß es immer noch nicht. Die Begegnung mit dem Teufel, ein Typ, der sich Gottvater nennt, Wilson, der große Zampano und gestern die Aktion im Löffelstiel. Unglaublich. Aber wahr.…

Alles ganz normal

Bettina Kenter-Götte für #kkl58 „Ethik“ Alles ganz normal Das Röhren-Wettkriechrennen war mir nicht ganz geheuer, denn ich, drei Jahre alt, hatte zunächst „Weltkriegrennen“ verstanden. Aber als Preis winkte ein märchenhaft schönes pastellfarbenes Kinderwindrädchen. Ich war die Kleinste und wurde in der Mitte platziert, das sollte mir einen Vorsprung sichern. Doch auf „Los!“ wurde ich so…

Frieden

Luitgard R. Kasper-Merbach für #kkl58 „Ethik“ Frieden Wir wolltendoch Frieden säen mit der Pflanzeder Hoffnungund dem Lächelndes Morgens. Wir wolltenBehutsamkeitund Achtung für das Lebenund die Liebe. Wir wolltenunsere Händeweiterreichen und segnen. Nun erschüttertdie Gewaltunsere Seelen Bedrohtunsere Saat inmitten des Lockrufsder Sehnsucht atmet in den Nesterndie Angst. Luitgard Renate Kasper-Merbach, geboren in Bad Schussenried, verheiratet, 3…

Menschlichkeit

Maya Emilie Vogt für #kkl58 „Ethik“ Menschlichkeit Sie blicken in Augen, so stumm, voller Leid.Und doch tropft das Blut, der Boden so rot.Das Fleisch war zu Zart und die Stimme zu leis.Wie Laut muss Es schrein? Der Blick auf den Boden, die Hetzte im Mund.Der Schrei dieser Seelen lässt andre verstummen.Doch ich hör es atmen,…

Elend versus Luxus

Theresia Plank-Zebinger für #kkl58 „Ethik“ Elend versus Luxus – wird es sich jemals ändern? Theresia Plank-Zebinger, Malerin Über #kkl HIER

Löwenzahn

Fiona Novale für #kkl58 „Ethik“ Löwenzahn Als Nichtsnutz beschimpft,als Unkraut deklariert,strotzt du vor Charakter,blühst ungeniert. Getreten, gestoßen,an der Wurzel gepackt,lässt dir dein Sein nicht vermiesen,egal, wo es grad zwickt und zwackt. Du verkörperst Optimismus,die Kunst des Lebens,denn du weißt:Jedes Dasein ist wertvoll& niemals vergebens. Als Fiona Novale (Jg. 1985) schreibe ich über das Leben mit…

Die Märchenstunde

Claudia Dvoracek-Iby für #kkl58  „Ethik“ Die Märchenstunde Es ist Freitagmorgen. Wie jeden Wochentag betrete ich kurz vor Unterrichtsbeginn meinen Klassenraum, und gehe so unauffällig wie möglich, meinen Kopf gesenkt, den Blick zu Boden gerichtet, schnell zu meinem Sitzplatz. Ich blicke keines der bereits anwesenden Kinder an, die miteinander reden und lachen, und ich grüße auch…

Das Denkmal

Fabian Wollgast für #kkl58 „Ethik“ Das Denkmal Denk mal und besinne dichManchmal denk ich, es erschüttert mich,wie vergänglich doch der Kummer ist,wie schmerzfrei Schicksal, wenn du ein Teil nicht bist. Als Unglück dieser Stadt bekannt,eine Klasse Kinder ist verbrannt.Die Zeit heilt Wunden, lässt den Schmerz vergehen.Wer hat Helmut noch gekannt oder seine Eltern weinen sehen?…

Vom Ethik

Poet Pit für #kkl58 „Ethik“ Vom Ethik Ich hab so einen E-Tick, das „E“ davor gibt mir den Kick! ob Auto, Bike oder was auch immer, mit meinem E-Tick wirds immer schlimmer! und steht dann mal kein „E“ davor, kommt mir das schon komisch vor! was ist das denn für ein Produkt, kauf ich nicht, ein E-loses…

Unverkäuflich

Astrid Hoko für #kkl58 „Ethik“ Astrid Hoko ist eine österreichische Künstlerin, Autorin, Sängerin und Wissenschaftlerin. Sie hat etliche Preise und Auszeichnungen erhalten. Bei Wettbewerben wurde sie unter anderem von der EuroNatur Stiftung, dem Österreichischen Außenministerium und dem Leipziger Hörspielsommer ausgezeichnet. ​​​ Website: http://www.astrid-hoko.at ​ Über #kkl HIER

Ethik – Aus der Redaktion

„Behandle andere so, wie Du selbst behandelt werden möchtest“ Das könnte uns einfallen, wenn wir über die Begrifflichkeit „Ethik“ sinnieren. Daraus dürfte nun folgen, wir kommen weltweit mit jedem klar, da wir so denken, fühlen und handeln. Einfach, so erscheint es, wenn wir die Dinge aus diesem Blickwinkel betrachten. Doch der Mensch neigt auch „gerne“…

Heilkraft des Herzen

Ingrid Baumgart-Fütterer für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Heilkraft des Herzen Es war einmal ein Mann namens Kaspar, der von den Menschen zutiefst enttäuscht war. Er sah den einzigen Ausweg darin, sich von allen menschlichen Wesen für immer abzuwenden. Daraufhin suchte er die Abgeschiedenheit, um mit sich allein zu sein. Irgendwann befand er sich in einem finsteren Wald.…

keine Worte

Ingeborg Henrichs für #kkl57 „Selbstermächtigung“ keine WorteWenn Sprache keine Wortemehr hatUnsagbares unsäglichseinlässtVerlusteSchmerzenEnttäuschungenstumm machenlese ich dichund stimme einin dein Schweigen Ingeborg Henrichs, zuhause in Ostwestfalen, verfasst kürzere Texte, fotografiert gern Momente, die gedanklich weiterführen. Schätzt das Schöne und Wertvolle in Natur und Kultur. Einige Veröffentlichungen. Über #kkl HIER

Meine Fäden

Michael Sebörk für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Meine Fäden Wer, wennnicht ich? Selbstbestimmtspinne ichmeine Fäden,halte sie festin meiner Hand Ich gestaltemein Leben Sehnsucht,die in mir brennt In Freiheitwachse ich. Selbstbestimmt Ich angle Mein Lebengestalte ich selbst In mir brenntdie Sehnsucht Mit jedem Schrittden ich gehe Atmeich befreit.  Michael Sebörk, geboren am 06.12.1963 in Koblenz/Rhein. Aufgewachsen bin ich…

selbstermächtigung

Franz X. Scheuerer für #kkl57 „Selbstermächtigung“ selbstermächtigung gefeiert und geschwelgtnull anlass ausgelassenein schlemmen und ein prassenwas kostet schon die welt im selbstbetrug verfangenein weiterso verkniffenversagen und verzichtenentgegen dem verlangen es lassen oder tunaus eigener kraft entscheidenden drang zu exzessen meidenein akt der selbstermächtigung Franz X. Scheuerer. Geboren. In Schwenningen/Neckar. Lebt. In Hamburg.Schriftsetzer. Pädagoge. Lyriker. Herausgeber.www.artbooklets.de…

Meine Magie

Luna Day für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Meine Magie Keuchend wachte ich auf. Es war Monate her, dass die ältesten mein Lumen genommen hatten, und ich spürte immer noch den Schmerz in mir. »Leonie?«, hörte ich Sonja, meine Freundin. »Ich …« Tief atmete ich durch. Die Menschen, die nie Lumen hatten, wussten nicht, wie schmerzhaft es war,…

Blitzaktion

Clara Sinn für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Blitzaktion Es erfüllte sie. Mit Genugtuung. Dass er den Tod gefunden hatte. Vorzeitig. Und ihm all sein Geld nichts geholfen hatte. Er hatte diesem Kollegen der Nachbarabteilung, zu dem erste zarte Bande zu bestehen begannen, die unmöglichsten Dinge über sie erzählt. Du hast mir Unrecht getan und du hast dich…

Der Weg nach Bhujurti

J.J.R. Lehmann für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Der Weg nach Bhujurti „So sagt man zumindest. Rani, was hast du denn zu verlieren? Geh hin, du wirst schon sehen, ob man dir helfen kann.“ Die dicke Nachbarin lächelte maternal, als habe sie einem kleinen Kind ein Honigbällchen angeboten. „Zu verlieren? So einiges! Eine Ehe, sieben Kinder, ein Haus.…

(K)ein Sommer wie damals (Prost, Jo)        

Christian Schwetz für #kkl57 „Selbstermächtigung“ (K)ein Sommer wie damals (Prost, Jo)                                                                    Im 2001er Jahr waren die Hundstage unser Sommergetränk. Ein Schuss Hollersaft, dann halbvoll mit Samos und das ganze aufgespritzt mit Almdudler. Schaut aus wie Hundepisse, hat schon im 2000er Jahr so ausgeschaut und der Jo hat behauptet es schmeckt auch so. Weil niemand von…

Versuche einer Definition

Andrea Tillmanns für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Versuche einer Definition Mit sechzehn: Schminke, kurzer Rock,die Rundungen betont vom Shirt,auf Mathe und Physik kein Bock,ein fester Freund oder ein Flirt –so muss man sein als junge Frau,das wissen die angesagten Girls genau. Mit dreißig: fleißig und charmant,immer da, doch nie zu laut,nur wer sich anpasst, ist relevantund wird…

statistisch gesehen…

ARIIOOL für #kkl57 „Selbstermächtigung“ statistisch gesehen müsst ich unglücklich seinemotional pass ich in keine schublade reinknallrotes haar und viele sommersprossenirgendwer hat mich mit senf beschossenmein typ liebt mich nur wenn ihm was stehtpeinlich berührt hab ich ihn umgedrehtals frau im job war ich wohl unterbezahltmeine kollegen machos und sandgestrahltmein wohnort bisher ehr unbestimmtzu sehr bin…

Präambel

Udo Brückmann für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Präambel Das neue Muster tritt ab nun in KraftDie Matrix wird neu überschriebenDie Glut des Werdens ist entfachtUm neue Ordnungen herbeizulieben Das Alte darf gehen und ungefragt sterbenGesetze der Güte in Liebe befreitErwachen der Menschen als göttliche ErbenEs bündeln sich lichtvolle Linien der Zeit Der Kosmos kreiert uns Glück und…

Die Schlacht

Christian Knieps für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Die Schlacht Wenn ich es nicht besser wüsste, könnte ich auf die Idee kommen, dass vor mir ein Haufen Gladiatoren steht, der gleich mit Kuchengabel und Messer bewaffnet über den Geburtstagskuchen herfallen wird, um ihn in alle Einzelteile zu zerlegen. Dass wir zu diesem Punkt am Kindergeburtstag gekommen sind, grenzt…

es gibt orte

Daniel Mylow für #kkl57 „Selbstermächtigung“ es gibt orte                                                               es gibt orte                                                               die wir noch                                                               nicht erreicht haben                                                               obwohl wir längst                                                               dorthin gehören                                                               antwortet es in metronomischer textur                                                               aus dem raumlosen dunkel                                                               deines robotergesichts fernöstlich koloriert                                                               per app die wochenendstimme                                                               melancholisch määndernd                                                               in retroide soundfarben…

Ich bin dann mal weg

Mia Schwarzbach für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Ich bin dann mal weg Ich gehe für eine Weile mal weg,raus aus dieser Stadt mit dem Dreck.Neue Luft einatmenund all die Fragen stellen, die in mir ragen. Raus aus Gesichtern,die Verantwortung tragen,raus aus den Stimmen,die immer nur fordern und klagen. Draußen will ich sein,wo keiner mich kennt,wo Stille sprichtund…

Artia

Jona Till für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Artia (vier Väter) VATER 1 Ch-ch-ch-ch-changes Turn and face the strange singt Bowie aus den Lautsprechern und gedämpft klingt es durch die geschlossene Zimmertür. Die hat Fenster. Da schaut der Vater durch. Sein Sohn hasst das. Klopf, Klopf, Klopf? Kein Widerstand. Langsam öffnet er die Tür. Auf dem Nachttisch liegt…

Selbstermächtigung

Maximilian Fischer für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Selbstermächtigung Ich war gefangen in einem Lebenslauf, der schief lief In einem aufgezwungenen Krieg mit ihnen, mit mir Ich kämpfte in Schlachten zu groß für einen Heranwachsenden War hilflos und einsam in einer düstren Welt Ich wurde auf Wege gezwängt, die nicht die meinen waren Mir wurde eine Daseinsform aufgedrängt,…

fürsorge

Sarah Maria Lillig für #kkl57 „Selbstermächtigung“ fürsorge. dort, wo gleiten zu stolpern wird, wo freude in traurigkeit stirbt, wo die seele kompasslos umherirrt und der eigene verstand nur noch schwirrt. genau dorthin nicht zu gelangen, hat große fürsorge  mir selbst gegenüber bewirkt. zu zerknittert. ertapp ich mich regelmäßig dabei, ziellos vor mich hinzugrübeln. im kläglichen…

Mädchen geht

Dr. Manuela Rassaus für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Dr. Manuela Rassaus Stuttgart, Germany (@manuela_rassaus) • Instagram-Fotos und -Videos Dr. Manuela Rassaus – KUNST-ONLINE Über #kkl HIER

Subjekt ist Bild, ist…

Josephine Straub für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Subjekt ist Bild, ist Rauschen, ist Stubenfliege, ist Ich Montag, 22.47 Uhr, Kamera 5: Subjekt sitzt aufrecht. Keine Bewegung seit 14 Minuten. Pupillen reagieren nicht auf Lichtimpuls. Keine Reaktion auf akustische Reize. Auswertung: Die Kameras sind installiert, die Aufzeichnung beginnt. Abgeschottet von der Außenwelt, nur ich in meiner Wohnung mit…

Flügel

Kristina Kalteis für #kkl 57 „Selbstermächtigung“ Flügel Montagmorgen. Schon wieder ist sie in der neuen Arbeitswoche – im Alltagstrott – gefangen. „Endlos.“, denkt sie. Ihr Leben – bloß eine Dauerschleife von wiederkehrenden Wochentagen. Das ist wohl, was man Erwachsensein nennt. Alle sagen, sie würden dies und das und auch noch jenes und vor allem Zusätzliches…

erster Durchgang (Jugend)

Christoph Weisser für #kkl57″Selbstermächtigung“ erster Durchgang (Jugend) 0.0 Alles kann damit beginnen, dass sich eine – hinsichtlich einer besonderen Sache – als begnadet empfindet. 0.1 Dann wiederum mag sich ergeben, dass sich die Vorstellungen darüber ausweiten, was erst zukünftig einmal werden will. 0.2 Die Frage stellt sich nun sozusagen nach der „Methode“, besser ausgedrückt: nach…

Belichtungszeit

Gudrun Latten für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Belichtungszeit Schattengekühlte Haut trifft Auf sommersonnenerhitzten Asphalt Befremdender Abdruck auf der Straße Schattenriss in fahl leuchtendem Rahmen Finsteres Zerrbild meines Körpers Zeichnet Erstes Laternenlicht des Abends Kantige Konturen auf starr steinernem Gesicht Frühe Falter zerflattern die zerbrechlichen Umrisse Konturen tanzen an den Rändern Wie Tentakeln umkränzen Insektenbeine meinen Kopf Monströse Facetten…

Die Verliebtheit

Patrizia Franziska Rottmüller für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Die Verliebtheit Wenn die Verliebtheit uns erreicht, schleicht sie zunächst, – ganz unterschätzt von unserem Verstand- durch unsere Gehirnmembranen. Im zweiten Schritt, schickt sie, das Bataillon der Ausreden, -ihr gloreich‘ Sedativum- in das Gefecht. Verwirrt, die Ratio ihre Waffen taumelnd niederstreckt und die Verliebtheit, in ihrem Siegesschimmer-Glorienglanz, die Ratio…

Grüner Spiegel 

Simone Winkler für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Grüner Spiegel  Du grüner Spiegel, mystisch und reinLass mich wandern durch dein saftiges Moos,  du siehst bis ins Dunkle meiner Seele hinein.  Im Neste geborgen, bin ich in deinem Schoß.  Gaia – Mutter, die mich umarmt,  ich höre deine sanfte Stimme im Wind.  Hier fühle ich mich nackt, endlich enttarnt,  frei von Druck fast wie…

Spiel!

Tom Schwericke für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Spiel! Ich will mich bewegen, laufen. Ein Schritt, noch einer. Meine Knie knirschen morsch. Links und rechts stehen Stühle, davor ein Tisch, dahinter ein Fenster ohne Glas. Alles sauber arrangiert, von einer Hand, die Ordnung über alles stellt. Ich greife die Lehne, will den Stuhl verschieben. Kann ihn nicht bewegen.…

Selbstbewusstsein

Michael Eschmann für #kkl „Selbstermächtigung“ Selbstbewusstsein Dem Leben ein Schnippchen schlagen und nicht immer nur klein beigeben und irgendwann auch einfach nur aufstehen und gehen. Michael Eschmann, geboren 1958 in Mannheim. Er schreibt neben journalistischen Beiträgen über Literatur und Kunst auch Essays, Gedichte, Kurzgeschichten und Theaterstücke. *** Veröffentlichungen in Blogs, Online-Magazinen und Literaturzeitschriften. *** 2015…

Mein Wille ist

Michael Haas für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Mein Wille ist Mein Wille ist wandelbar. Er wandelt hier, er wandelt dort, und manchmal verlässt er mich auch geht einfach fort. Dann hält er mich nicht aufrecht, und ich schwanke. Man nennt das „Wankelmut“ und goutiert es nicht. Zu wissen, was ich will, ist wichtig. Ein fester Wille macht…

45 Minuten     

Tom Scheinpflug für #kkl57 „Selbstermächtigung“ 45 Minuten                                                                                   Nur weg von hier. Raus aus Eden County. Sie werden sagen, es war Mord. Mord! In diesem Provinznest, am helllichten Tag, an einem rechtschaffenen Christenkind! Das werden sie sagen. Und damit würden sie nicht Unrecht haben. Er sah sie noch vor sich, die im Schock des Todes…

Freiheit

Andreas R. Schneider-Gibson für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Freiheit Still saß Chaiwat und atmete, die Augen geschlossen. Er hatte die Beine ineinandergelegt und die Hände vor sich zu einer Schale geformt. Aufrecht saß Chaiwat, durchwaltet von Frieden.Außer den regelmäßigen Atemzügen in ihrem geduldigen Rhythmus hätte kein Betrachter eine Regung an ihm feststellen können. Doch niemand sah ihm…

„Die hohe Kunst“

Peter Manhard für #kkl57 „Selbstermächtigung“ „Die hohe Kunst“ Ich sehe mich als einen Menschen, der mitten im Leben steht. Mit beiden Beinen und fest auf dem Boden. Allerdings – und das ist ein Umstand, der mir natürlich im tiefsten Inneren meines Seins widerstrebt – bin ich auch einer der Sorte, die sich von ihrem Vorgesetzten…

Die Aktion

Ulrich Kaufmann für #kkl57 „Selbstermächtigung“ -1- Die Aktion (Hendrik 5)       Was das alles zu bedeuten hat, wenn das alles passiert? Passiert ist schon einiges. Ungewöhnliche Dinge. In Hendriks Leben. In letzter Zeit. Auch die Beziehung zu Lisa ist gewachsen. „Wie wäre es, wenn wir zusammen ziehen. Bin ja fast eh nur noch bei dir“, sagte…

Ich erlaube mir

Mira Rauk für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Ich erlaube mir Lange habe ich gewartet, bis jemand sagte: du darfst. Jetzt sage ich es selbst. Ich nehme mir zurück, was sie mir genommen haben: meine Stimme, meine Grenzen, mein Recht, da zu sein. Ich erlaube mir, zu gehen, zu bleiben, zu atmen – ohne Erlaubnis von außen. Selbstermächtigung…

Umkehrung

Regina Schreiber für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Umkehrung Hallo! Mein Name ist Stefano. Meine Berufung ist, die Dinge der Welt, eure Welt, mit meiner Kamera zu beleuchten. Ich verwende ein magisches Objektiv, und so präsentiere ich die Objekte in einem anderen Licht. Alles hat eine Kehrseite, egal ob positiv oder negativ. Beides ist eine Einheit, um sich…

Stille Kraft,…

Jutta Engelhardt für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Stille Kraft, aus dem Rückzug in die Tat Laura legte ihre Arme auf beide Armlehnen und lehnte sich genüsslich zurück. Durch die Kraft ihrer Bewegung glitt die Rückenlehne wie von Zauberhand ein wenig nach hinten. Sie stöhnte kaum hörbar beim Ausatmen. Endlich der Laden war leer, niemand mehr da, nur…

Allerlei Meditieren

Anita Lang für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Allerlei Meditieren Die ewige Jugend der Gedanken,ein drittes Stadttor,haltlos vorausgehendim freien Fall.Eckpunkte eines Steinquaders,typische Muster hergegebenan den Augenblick. Im Nu Gesundes fühlbar,Gefälschtes ausgesiebt.Träume zeigen, wie es um das Dasein steht,Tag für Tagein flüchtiger Liebesbeweisjongliert ein neues Konzept. Im Nachhineinverklingt die große Wende.Abgesessen,fragwürdiger Glücksfall,auf weichen Schwingen zurückkehrendin den Moment. Anita Lang…

Falsch abgebogen

Martin A. Völker für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Falsch abgebogen Wie hältst du es mit Goethe? Keine triviale Frage ist das, sondern eine Welt-, eine Existenzfrage, weshalb ich sie mir oft stelle. Dem Jupiter in Weimar hätte dies sicherlich gefallen. Was für eine schöne Schmeichelei, was für ein Umtänzeln seiner Eitelkeit! Mir hingegen geht es um einen…

Selbstermächtigung

Dominik Ressig für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Selbstermächtigung In der Stadt, in der ich lebe, gibt es ein Restaurant mit dem klingenden Namen: High Noon. Die Wände bestehen aus abgeflämmten Latten, darauf sind unter anderem Hörner, Felle und diverse Utensilien aus dem Pferdestall, aber auch Bilder aus alten Tagen zu finden. Die urigen Einrichtungsgegenstände wurden sehr authentisch…

Born to fake

Dr. Gabriele Schuster für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Born to fake München. Es sind immer noch 32 Grad, und sogar meine Baumwollbluse klebt am Körper. In einer lockeren Gruppe stehen vor dem großen Kino, in dem der Dokumentarfilm „BORN TO FAKE“ über meinen Bruder Michael, den Filmfälscher, uraufgeführt werden soll. Ich bin nervös. Außer den beiden Regisseuren…

Komm herein

Jens Faber-Neuling für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Komm herein Ich lade dich ein In mein Herz Mit All zu teilen Wir geben uns Vergeben Empfangen Heil und Kunst Dank dem All Sein ist Leben Leben ist Sein Wir lassen und teilen Es auf Bedingend einander Im zeitlosen Feld Dort Wo das ALL ist Der Schatten hat immer…

Der Staub auf einem Kronleuchter

Joane Calvano für #kkl57 „Selbstermächtigung“ „Der Staub auf einem Kronleuchter So hoch an der Decke Unberührt Unerreichbar Und ganz sicher nicht gewollt Aber trotzdem da“ Joane Calvano, 23, tagsüber Art Directorin, nachts Künstlerin.Ihr Schreiben verbindet poetische Bildsprache mit schonungsloser Selbstreflexion und kreist um Themen wie Trauma, Heilung und mentale Gesundheit. Über #kkl HIER

Die freie Stute

Kirsten Scherbaum für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Die freie Stute Einst lebte eine braune, große Stute auf einem wohlhabenden Reitergut. Sie war klug und lernte schnell, was ihr beigebracht wurde. Doch die Stute gehörte einem strengen Herrn, der sie unentwegt strafte und schlug. Denn der hartherzige Gutsherr nahm gern mit der kräftigen Stute an Wettbewerben teil und…

Die wilde Rose

Bernd Watzka für #kkll57 „Selbstermächtigung“ Post-anthropozentrischePflanzengedichte Die wilde Rose Ich bin eine wilde Rose,steh einladend auf der Heide.Bin bei Gott keine Mimose,sondern eine Augenweide. Lass mich bestäuben tagaus, tagein.Am liebsten treib ich es mit Bienen;aber auch Hummeln bitt’ ich herein,auf dass sie lustvoll sich bedienen. Ganz wund ist schon mein Stempel,und es schmerzt vor Lust…

Instagram:

Karola Meling für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Instagram: Sagt dir – wer du bistIn der Leere, in der LeereEchos sorgen für VielstimmigkeitBis du deine Ich-Wesenheit verlierst:Zuallererst ihre Wirklichkeit Ohne sichtbares Gesicht …Schleicht sich eine Meinung einIm Kopf zuvorderst zurechtgekürzt –Instagram: ein Vakuum-GedichtDas Groteske wird zum Sinnesschein Bald ist Identität nichts als LabelPassgenau – für hochpolierte PorträtsDie dich…

Kohlhaas 2025

Gert Esterle für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Kohlhaas 2025 In einer bekannten Kleinstadt im österreichischen Weinviertel lebte bis vor Kurzem ein Mann, dessen Schicksal über seine Heimatstadt hinaus großes Aufsehen erregte: Sebastian Kohlhaas, um die Siebzig, schwarzhaarig, mittelgroß, schlank, eckiges Gesicht mit auffällig flatterndem Kinn. Ein rechtschaffener Bürger in den Augen seiner Mitmenschen, die ihn nur flüchtig…

Woher kommt der Wind?

Bernhard Brack für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Woher kommt der Wind? Welch sinnvollere Aufgabe gab es für einen pensionierten Sozialarbeiter und Radler, als eine Kleinklasse von pubertierenden Jungs und Mädels auf einer Radtour um den Bodensee zu begleiten? Einzig der Regen und die Kälte dämpften meine Vorfreude. Doch trotz des garstigen Wetters und wenig erfreulicher Prognosen wollten…

Orange Grün Gelb war das Fleisch

Anna Katharina Breitling für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Orange Grün Gelb war das Fleisch Der Schatten, den die Frucht auf meinen nackten Oberschenkel warf, auf dem ich sie abgelegt hatte, stand also allein im grellen Licht, sowas wie der einzige Fleck weit und breit, der nicht vom hellen Sonnenlicht eingenommen war. Ablegen- das war vor langer Zeit,…

D e r   V e r s a g e r

Wolfgang Mebs für #kkl57 „Selbstermächtigung“ D e r   V e r s a g e r Der Familienrat saß mal wieder zusammen. Nur Matthias fehlte noch. Wilhelm Haimanns Verärgerung wich zunehmend seinem nur allzu berüchtigten Zorn. »Das ist mal wieder die Höhe. Wie kann er es wagen, ausgerechnet heute nicht pünktlich hier zu erscheinen?« Sein…

Ich selbst – wer sonst

Katrin Streeck für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Ich selbst – wer sonst Bei Nichtgefallen Umtausch möglich! Bei jedem Kauf, jedem Produkt muss man als Käufer Fehler nicht hinnehmen. Einfach reklamieren, zurücksenden, Geld zurück erhalten und das fehlerhafte Produkt in ein Teil ohne Mängel umtauschen. Das gilt nicht für die eigene Person, das Bild, das man von sich…

Auf der einen Seite des Zauns

Abbas-Alexander Assaf für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Auf der einen Seite des Zauns Ich war noch nie allein. Die Abwesenheit eines Artgenossen ist mir fremd, auch wenn sie mich nicht als ihren Artgenossen sehen. Sie stehen auf der anderen Seite und starren mich an. Sie reden zwar mit mir, doch ich verstehe sie nicht, und sie wissen,…

Schmieren und Scheitern

Lionel Hausheer für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Schmieren und Scheitern (Zukunftssehnsucht) Je schneller man sich durch den Raum bewegt, desto langsamer vergeht die Zeit. Wir sitzen hier seit irgendwann am Nachmittag und nippen Dosenbier auf der Museumsmauer, während der Sommerabend sich zersetzt. Sie sagt: Wahnsinn, wie wir nichts getan haben. Ich nicke und nippe. Je schneller die…

Meine Fahnder

Helmut Blepp für #kkl57 „Selbstersmächtigung“ Meine Fahnder Sie kamen unangemeldetbeide zeigten Ausweise mit Daumen überm Fotound setzten sich in mein Wohnzimmer Sie tranken meinen Kaffee kippten meinen Cognacqualmten meine Nichtraucherbude vollerklärten das müsse alles so seindenn sie wären auf der Spur des Feindesund der sei auf dem Weg zu mir Bald wollten sie mit mir…

Der Kunstknecht

Michael Timoschek für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Der Kunstknecht „Ich mag nicht mehr!“, ruft Alois Söls und wirft die Mistgabel in eine der Ecken des Stalls, in welchem er jeden Tag stundenlang arbeiten muss. Söls ist Knecht. Er arbeitet auf dem Moserhof in Modriach, einem kleinen Ort in der steirischen Einöde. Er kam schon als Knecht zur…

Augenblicke

Friede Westerholt für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Augenblicke 1 Im Dunkeln stehe ich auf, greife nach dem Bademantel, der vor dem Bett auf dem Boden liegt, streife ihn über und schleiche in den Flur. Noch berauscht von der Lust, die mich hoch getragen und sich dann im Abflauen auf alle Fasern meines Körpers verteilt hat, Peters leises…

Armer Tropf?

Franziska Bauer für #kkl56 „Selbstermächtigung“ Armer Tropf? Mit seinem Ausspruch  panta rhei lehrt uns schon Heraklith, dass alles fließt. In diesem steten Fließen sind wir alle wie Tropfen nur im Strom der Zeit. Kann denn inmitten dieses Flusses, ein Tropfen, einzeln,  Wirkmacht haben? Die Antwort lautet: Ja, er kann! Als Tropfen, der das Fass zum…

Nicht Nietzsche

Eileen Mätzold und Toni Max Heine für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Nicht Nietzsche Dass ich nicht Nietzsche gewesen binergibt keinen Sinn ich tauche ins Wasser der Sprache sehe Finsternissen wie Sternezu da tanzt keiner der lacht wer hat die Nacht mir ausgemacht Man Gott, bin ich verfallen Mein Verfallenseinresultiert aus was oder wem Nun nenne ich micheinen…

Die Aussprache

Bettina Kenter-Götte für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Die Aussprache Er war ein korrekter und freundlicher Mensch. Auch seine Scheidung, am Ende eines langen und freundlichen Miteinanders, verlief undramatisch, freundlich und korrekt. Die einstigen Eheleute beschlossen, auch weiterhin gemeinsam für das gemeinsame Kind da zu sein, den Sohn, der längst studierte und nur in den Semesterferien heimkam, in…

Und was ist mit mir?

Christina Erdmann für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Du warst so ein liebes Mädchen. Schon als Kind hast du dich immer gerne um die anderen gekümmert. Du wirst bestimmt eine gute Mutter. Und eine Hochzeit in Weiß ist doch genau das, wovon du immer geträumt hast. Als kleines Mädchen bist du immer als Prinzessin zum Fasching gegangen. Er…

Die Überfliegerin

Theresia Plank-Zebinger für #kkl57 „Selbstermächtigung“ Theresia Plank-Zebinger, Malerin Über #kkl HIER

Aus der Redaktion

Selbstermächtigung bedeutet im Wesentlichen, die Fähigkeit und das Vertrauen zu entwickeln, die eigenen Entscheidungen zu treffen, das Leben selbst in die Hand zu nehmen und dadurch ein selbstbestimmtes, unabhängiges und erfülltes Leben zu führen. Es ist ein Prozess der persönlichen Stärkung, bei dem man seine eigenen Stärken erkennt, für seine Bedürfnisse eintritt und sich von…

Du erinnerst dich nicht

Bettina Ittermann für #kkl56 „Und dann kam…“ Du erinnerst dich nicht Ich schwebte über deinen Wolken,getragen von deinen Worten.Du warst der Wind,der meinen Rücken trug,lachtest mit mir über die Welt. Wir wollten Sonne und Sekt tanken,unsere Sorgen ins Meer tragen.Wir wollten Geschichte schreiben,kein Ende finden,ein Fest mit der Welt feiern. Dann kam ein langer Abendunsere…

Trauben und was noch?

Luna Day für #kkl56 „Und dann kam…“ Trauben und was noch? Die Sonne ging über meinen Feldern auf. Weil es in der Nacht zuvor geregnet hatte, waren noch Tropfen auf den Blättern, was dem Ganzen ein Glitzern verlieh und fast magisch wirkte. Als Kind hatte ich mir vorgestellt, dass in diesem Moment Elfen unterwegs waren.…

Himmlisch

René Oberholzer für #kkl56 „Und dann kam…“ Himmlisch Ich renne um mein LebenDich zu finden nebenanFür Bryan AdamsUnd sein HEAVENDas sich ausbreitetWie ein KlangteppichEine Ballade voller LiebeDie sich aufbäumtUnd ins Herz wächst Du rennst mir nachIn den grossen SaalWir finden uns wiederIn der Mitte der TanzflächeIch lege meine ArmeUm deinen KörperDu schmiegst dich an michWir drehen…

..und er hatte das Glück geschultert

Sybille Fritsch für #kkl56 „Und dann kam…“ ..und er hatte das Glück geschultert Aus dem Gestern steigen schwarze Nebel sternenvoll und mondversunken springt es mich an das Glück hinterrücks in diesen letzten Sommernächten lieber wollte ich warten bis Zukunft sich ankündigt im sonnigen Glockenklang eines Frühlingsmorgens übers Jahr Heute wird mir zu viel und zu…

Ein Nichts, das Leben heißt

Mia Schwarzbach für #kkl56 „Und dann kam…“ Ein Nichts, das Leben heißt Die Tür geht zu, der Applaus wird leiser — und dann kam nichts. Das erste Mal war es still, der Weg zu Ende, einfach nichts. Kein Klang, kein Flüstern, keine Schatten, nur das leere Atmen eines Raumes, der sich selbst verliert. Dort stehe…

Komposition

Ansgar Eyl für #kkl56 „Und dann kam…“ Komposition Diese Nacht träume ich von einem Lied, gar nicht mein Lieblingssong. Ich wache auf, schalte das Radio an und, ich erschrecke: die Melodie, von der ich eben Schweiß gebadet die Laken durchfurchte. Ich stehe auf und die Atmosphäre über mir kreist in kalten, grünen Laserblinken. Rotoren dröhnen.…

Essay über die Schwierigkeit, seinen…

Erich Romberg für #kkl56 „Und dann kam…“ Essay über die Schwierigkeit, seinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden Es gibt Begriffe, die etwas in mir auslösen. Es ist gleichgültig, in welcher Sprache diese Begriffe erscheinen. Es sind substantielle Wörter, die das Leben an sich ansprechen. Zeit, Vergänglichkeit und Eitelkeit sind Triebkräfte des menschlichen Seins. Eng sind…

Lauf der Zeit (simpel)                  

Christian Schwetz für #kkl56 „Und dann kam…“ Lauf der Zeit (simpel)                                                                                           Es war einmal. Es war zweimal, es war dreimal. Es war Zeit. Die Affen sind lieb und gesellig. Sie kümmern sich um die Kleinen und die Alten und die Kranken. Sie grinsen und sie lausen und sie lieben sich. Und dann läutet ein Wecker…

„Zwischenstand“

Thale Lind für #kkl56 „Und dann kam“ „Zwischenstand“ Sie haben eine ebenso wilde wie gleichzeitig zerbrechlich vordrängend wirkende Atmosphäre, diese drei Worte.Aussehend, wie teilweise buntfarbiges Glas und davor geblendete Gitter, die erzählen von dem Schutz vor der Gefahr des zurück, ein – oder Durchbrechens. Hörend empfunden deuten sie fast auf eine Sonate mit drei Sätzen,…

Alles bleibt bei uns

Kornelia Wulf für #kkl56 „Und dann kam…“ Alles bleibt bei uns Noch höre ich den Klang seiner Sohlen, noch das Klackern der Absätze auf den Treppenhausstufen, die Arme verschränkt vor meinem Leib, als versuchten sie die Erinnerung festzuhalten, an seine Berührung, die noch tief kribbelt unter der Haut. Dicht an dicht standen wir vor der…

demeter

Anne Kohler für #kkl56 „Und dann kam…“ demeter im frühlingpersephonesind wir gesätesgetreideund blütenästhetik enganeinander wenn du/hades/meine tochter(sie wolltenicht)umschlingst lasse ichdie welt erkalten du schöne! (hast duim dunkelndas stück vomgehäuse :granatapfel: rot durchkostet?) gehörst derunter/welt nächstes jahr!in meinenmonatengeliebte!bist dulebendig Anne Kohler, geboren 1984 in Magdeburg, lebt in Nordrhein-Westfalen (Haltern am See) und hat u.a. an der…

beichten, baden, Kulenkampff….

Monika Schlößer für #kkl56 „Und dann kam…“ beichten, baden, Kulenkampff…. In dieser Reihenfolge lief Mitte der sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts bei den meisten bundesdeutschen Familien das obligatorische Samstagnachmittag-Ritual ab. Zumindest in den vorwiegend katholischen Regionen. Hatte die Familie jedoch eine größere Kinderschar einzuseifen, wurde auch schon mal der umgekehrte Ablauf praktiziert. Dann mussten die…

Das Paket

Linda Benedik für #kkl „Und dann kam“ Das Paket Jetzt ist es schon wieder passiert! Statistisch gesehen unmöglich, aber irgendein Gescheiter hat mal gesagt, man solle keiner Statistik trauen, die man nicht selbst gefälscht hat. Vielleicht hilft mir dieser Satz irgendwann, beim Smalltalk mit einem dieser Superschlauen, die meine Ex so gern zum Abendessen eingeladen…

Entscheidung & Konsequenz

Frederik Wolfgang Kloiber für #kkl56 „Und dann kam…“ Entscheidung & Konsequenz Die Entscheidung und ihre Schwester, die Konsequenz, treffen sich und belächeln uns Menschen bei Kaffee und Kuchen. Nach anfänglichem Geschnacke wird es ein Weilchen still, ehe die Entscheidung ihrem Ärger Luft machen möchte. Sie legt die Kuchengabel zur Seite und atmet theatralisch aus. Ihre…

Zielfoto

Anita Lang für #kkl56 „Und dann kam…“ Zielfoto Ist das genaue Datum denn überhaupt wesentlich? Mimi Bähr findet, dass dem zu viel Bedeutung beigemessen wird. Wann jemand zur Welt kam, danach kräht in hundert Jahren kein Hahn mehr. Vom Grauballe-Mann weiß ja auch niemand, wann der geboren war, alles Nähere über seine Mutter, und so…

L I C H T E R G O T T 

Rainer „Reno“ Rebscher für #kkl56 „Und dann kam…“ L I C H T E R G O T T  Winterdunkelheitkriecht durch die Straßen.Lautlos schwebtder Rollstuhlfahrerdurch die junge Nachtmit großen Lampenaugen. Scheinwerferkegelbahnen einen Wegdurch Nebelschwaden. Der gelähmte Nachbarrockt die Vorstadt, gleißt die Nachtim Flug entzwei,Silberstrahlentanzreißt Gärten aus dem Winterschlaf. Blitzgottist er für einen stummenAugenblickim grellen Rauschder Lichtgeschwindigkeit! Lichtergottwar er…

DRAUSSEN

Andreas Schickentanz für #kkl56 „Und dann kam …“ DRAUSSEN Wenn ich eines hasse, dann ist es Lärm am frühen Morgen.Ein penetrantes Brummen presst sich rücksichtslos in meine Gehirnwindungen. Noch bevor ich entscheiden kann, ob es sich um im Anflug befindende japanische Kamikaze Flieger, oder einen Schwarm Rieseninsekten handelt, befinde ich mich schon in der lausigen Realität.…

Der Mensch

Brigitte Hieber für #kkl56 „Und dann kam…“ Der Mensch Prolog Ein Sommerabend im Schwäbischen Wald. Im Jahr 2022. Schon von weitem habe ich die Frau und den Mann mit den zwei Pferden die Straße herunterkommen sehen. Bald würden sie in den Feldweg einbiegen, wo sich die Koppeln befinden. Und unsere Bank. Wir beschließen, ruhig sitzen zu…

Wenn aus…

Doreen Pitzler für #kkl56 „Und dann kam…“ Wenn aus Freude Schrecken wird Der Brief fiel aus ihren kraftlosen Händen und segelte zu Boden. Aber die junge Frau bemerkte es nicht einmal – der Schmerz und der Gedanke an den Inhalt des Briefes saßen viel zu tief. Hatte sie richtig gelesen? Stand darin wirklich das, was…

Blue Umbrella

Petra Dahlemann für #kkl56 „Und dann kam …“ Blue Umbrella Ich wähle immer den Tisch am Fenster, jeden Morgen. Der erste Kaffee im Diner ist so heiß, dass man sich die Lippen verbrennt. Besser, man lässt ihn ein paar Minuten stehen und wärmt die Finger an dem Becher. Die Nacht war kurz, voll angefangener und…

Das Mädchen

Claudia Dvoracek-Iby für #kkl56 ‚Und dann kam…‘ Das Mädchen „Übrigens“, Cocos Hundesitterin setzt sich unaufgefordert auf die Bank zu mir, „heute hat mir die Reinweiß eiskalt mitgeteilt, dass ich vorläufig“ – sie zeichnet Anführungszeichen in die Luft – „nicht mehr gebraucht werde. Ab morgen kommt jemand anders mit Coco hierher. Eine junge Ukrainerin. Die Reinweiß…

Wilson

Ulrich Kaufmann für #kkl56 „Und dann kam…“ Wilson (Hendrik 4)                                 Eine Woche ist vergangen seit der erneuten Begegnung Hendriks mit dem Teufel in dessen Restaurant “Löffelstiel“. Das ein  paar Häuserblocks weiter jeden Tag, außer Montag, geöffnet hat und gut besucht ist. Hendrik und Lisa machen nach dem skurrilen Erlebnis einen weiten Bogen darum. Zwischen Lisa…

es war heiß…

Thomas Steiner für #kkl56 „Und dann kam…“ es war heiß / der ventilator drehte sich an der decke / wie im film das alles / auch die geräusche von draußen / nachtgeräuche / & stille / was jetzt tun ? / lesen ? / etwas zählen ? / was könnte man zählen ? / immer…

Freie Sicht

Juliane Delkeskamp für #kkl56 „Und dann kam…“ Freie Sicht Morgens im Sessel. Im trägen Halbschlaf schauen. Sitzen und aus dem großen Fenster schauen, über die Terrasse und den Rasen hinweg auf die Gasse. Durch die immergrünen Büsche lässt sich nur ein schmaler Ausschnitt von ihr erfassen. Verschwommen erinnere ich mich, wie ich damals, an den…

Feierlaune

Kathrin Eyben für #kkl56 „Und dann kam…“ Feierlaune Hätte ich bloß nicht eingeladen. Ich habe sowieso am liebsten meine Ruhe. Wer braucht schon einen Anruf, eine WhatsApp, geschweigen denn Gäste, zum Geburtstag? Ein starker Kaffee, ein gutes Buch und meine Couch reichen mir vollkommen aus. Ja, mir, aber nicht meiner Familie. Erst recht nicht am…

Brieftasche und Kopfweh

Robert Fiedel für #kkl56 „Und dann kam…“ Brieftasche und Kopfweh Falls jemand der Beziehung seiner Brieftasche zu seinem Gedächtnis keine spezielle Beachtung schenkt, dann hat er im Oberstübchen hoffentlich ein waches Auge auf dieses Verhältnis, das selbst in geringer Reichweite für Unruhe sorgen kann. Solange nämlich Brieftasche und Gedächtnis dort ihren Platz einnehmen, worauf das…

Sommernacht

Gerhild Rathke für #kkl56 „Und dann kam…“ Sommernacht Die hier ansässige Gelsenart ist immerhin lautlos, was ein großes Plus ist. Die Lautlosigkeit garantiert, dass du zumindest in den Angriffsnächten schlafen kannst. Dafür kriegst du halt nicht mit, wie du gepiesackt wirst und bist den Biestern weitgehend schutzlos ausgeliefert, denn Autan scheint sie nicht weiter zu…

Ich bin Maximilian

Maximilian Fischer für #kkl56 „Und dann kam …“ Ich bin Maximilian GefangenschaftWas gäbe man darum, ihr zu entfliehenDoch was, wenn das Gefängnis man selbst istOhne Hoffnung je frei zu seinIch litt bei jedem Blick in den SpiegelDas was ich sah, entsprach nicht dem, was ich fühlteUnd das schmerzte zu tiefJedoch noch schlimmer, ich war einsamWeil…

Ein Wanderweg zum inneren Erfolg

Kaethe Uebner für #kkl56 „Und dann kam…“ Ein Wanderweg zum inneren Erfolg Und dann kam der eigentliche Erfolg. Nach all den Niederschlägen, die ich schwersten Herzens über mich ergehen lassen musste. Bei all dem Mut, den ich aufgebracht habe. Immer und immer wieder bin ich aufgestanden. Meine Beine haben gezittert, mein Blick ruhelos und mein…

Fast reife Birnen

Katharina Vasicek für #kkl56 „Und dann kam…“ Fast reife Birnen Es war der Tag, an dem die erste Birne vom Baum fiel. Ich kann mich gut erinnern, als ich nachmittags nach Hause kam, lag sie da. Die Schnecken, Wespen und andere Krabbeltiere hatten sich schon gierig über sie hergemacht und ich war traurig. Ich lebte…

Die Tür zu meinen Worten

Elenya Ventis für #kkl56 „Und dann kam…“ Die Tür zu meinen Worten Ich möchte schreiben.Habe so viel zu erzählen.Alle Worte verstecken sich tief in mir. Sie liegen hinter einer alten Tür,die ich nicht öffnen kann.Jeden Tag suche ich den Schlüssel,doch der Zutritt bleibt mir verwehrt. Sanft lege ich mein Ohr an das Holz und lausche.Ich…

Alva

Monika Pauler für #kkl56 „Und dann kam…“ Alva Sie ist schnell auf ihren Krücken. Mit Schwung schleudert sie beide Stöcke nach vorn und zieht sich so Schritt für Schritt samt schwerem Rucksack den Berg hoch, einen Schritt nach dem anderen immer weiter an den endlosen Eukalyptusschonungen vorbei. Der würzige Geruch von Hustenbonbons ist selbst im…

Scheitern als Erfolg

Hans Castrup für #kkl56 „Und dann kam…“ Scheitern als Erfolg            verheißendes Motto                                             Nur        um die Zeit mit Freude                                                                    zu verbringen             Erfindung auf Leinwand                                          gewebt        aus grober Eitelkeit Wieder und wieder das Unerreichbare            begreifen                 oder                                               begeifern              Da sein               neben leeren Schuhkartons             in Zeiten         unter Schindeln Verschwimmende…

Stillwasser oder der fünfte Morgen

Josephine Straub für #kkl56 „Und dann kam…“ Stillwasser oder der fünfte Morgen Eines Morgens war er plötzlich da, der tote Fisch in meiner Wohnung. Kein Wasser, kein Behälter, keine Spur, wie er hineingekommen war. Er lag einfach da, mitten auf dem Teppich, als hätte er sich selbst dorthin gelegt. Seine Haut war noch feucht, die…

Namen und Wellen

Nora Krehan für #kkl56 „Und dann kam…“ Namen und Wellen Da meine Liebe schon als Kind oft unerfüllt blieb, habe ich sie den Wellen übergeben. Ich rief den Namen des Jungen, den ich gerade liebte – Gabriel! Meine Arme weit ausgebreitet, ließ ich mich in die Fluten fallen. Die Wellen haben mich aufgefangen, sie haben…

In der Sommerfrische

Peter Baeumle-Courth für #kkl56 „Und dann kam…“ In der Sommerfrische Ruhig liegt der alte Bahnhof in der Abendidylle. Das Gebäude ist lange schon geschlossen. Die Mülleimer sind voll. Der Ticketautomat blinkt ungeduldig. Auf dem Bahnsteig von Gleis 1 spaziert ein frisch verheiratetes Pärchen in der Sommerfrische. Er fasst sie um die Taille, sie sieht kurz…

F.A.E.

Martin A. Völker für #kkl56 „Und dann kam…“ F.A.E. Ich will dich nicht in dem Glauben lassen oder darin bestärken, als wüsste ich in jedem Augenblick, was zu tun sei. Dieses Wissen geht allen ab. Den perfekten Menschen gibt es nicht. Von keinem fordere ich, dass er oder sie ein guter Mensch sein soll, aber…

Der Verfolger

Florian Stöckle für #kkl56 „Und dann kam…“ Der Verfolger Maybritt lag auf der Wiese, die Arme ausgestreckt, und genoss die frische Brise. Sie roch den Duft des Frühlings. Die Wildblumen verströmten ein starkes Aroma und der leichte Wind war genau richtig. Es war weder heiß noch kalt. Obwohl der dichte Wolkenhimmel heute alles andere als…

Der Fensterglotzer

Ursula Schachschneider für #kkl56 „Und dann kam…“ Der Fensterglotzer „‚und dann kam der Troll, der neugierig durch der Leute Fenster glotzt! „‚und dann kam der Fuchs, der die Gans gestohlen hat!“ Ursula Schachschneider Künstlerin Dozentin Illustratorin Autorin 1994 – 2001       Malkurse bei der Malerin + Grafikerin R. Linnemeyer, VHS Neuss                             weitere Fortbildungen und Workshops…

Geboren

Heinz Flischikowski für #kkl56 „Und dann kam…“ Geboren du bist da und dein Lächeln gibt mir für Sekunden wieder Hoffnung das du eine Chance bekommst in einer Welt in der sorgfältig verrückte Kriege geplant und geführt werden in einem Land in dem die Gefängnisse voll und Spielplätze leer Städte voller bunter Reklame und grauer Menschen…

Was böse ist

B.U.Christiansen für #kkl56 „Und dann kam…“ Was böse ist I So viele unnütze Menschen, die diesen Planeten bevölkerten, sinnierte Thomas. Überbevölkerten. Überbeanspruchten. Ein Vater mit seinen zwei Söhnen, die am unteren Ende seines Liegestuhls vorüberstaksten, so heiß, barfuß im Sand. Und ja keinem Kiesel die Chance bieten sich übermäßig tief in die Füße einzuarbeiten. Lächerlich,…

Der Jakobsweg

Karin Alana Cimander für #kkl56 „Und dann kam…“ Der Jakobsweg Sandra setzte kraftvoll einen Schritt vor den anderen. Es war ihr zweiter Tag auf dem Camino Portugès de la Costa, dem Jakobsweg, der durch Portugal, entlang der atlantischen Küste, führt. Vor drei Tagen war sie in Porto gelandet und hatte dort erst einmal übernachtet. Ca.…

Das Geschenk

Anke Schüür und Monique Schüür-Hartmann für #kkl56 „Und dann kam…“ Das Geschenk Es war einmal ein mächtiger Mann, der von Unruhe und Schmerzen geplagt wurde. Eines Tages begegnete er auf seinen Reisen durch die Welt einem weisen Einsiedler. Er unterhielt sich mit ihm und bat ihn um einen Rat, wie er sein inneres Gleichgewicht wiederfinden…

zeigerfluch

Nadja Felscher für #kkl56 „Und dann kam…“ zeigerfluch pulsschläge topften aus uhren donnergrollend stürzten gestern auf morgen zwischen zerbrochenen sekunden die rückwärts schrien. zeigerschlingen verschlangen noch-nicht-schatten bezifferten zukunftserinnerungen in versiegendem licht. ein fluss der düsterminuten in eine verblassende ferne verschob die wie staub in der luft hing … … und dann kam ich selbst träumend…

Der König von Norwegen

Laura Sophie Stölzl für #kkl56 „Und dann kam…“ Der König von Norwegen Tante Renate war eigentlich nicht Philipps Tante, sondern seine Großtante. Sie hatte selbst keine Kinder, suchte aber gerne die Gesellschaft von Philipps Mutter, ihrer Nichte. „Tante Renate“ oder einfach „die Tante“ war ihr Titel. Die Tante war hochgewachsen und schlank, roch nach Orangenblüten,…

ZEITFALLE

Gerd Jenner für #kkl56 „Und dann kam…“ ZEITFALLE Ein Tag, um ihn aus dem Kalender zu streichen. Großstadtsommer! Vervielfachte Hitze auf Beton, Asphalt, Glas, Schotter. Kein Wind, keine Besserung in Sicht. Das vervielfachte auch die anderen Probleme. Büro, Beziehung, das Schreckliche aus den Nachrichten. Der Krieg rückte näher. Autokratie, Despotismus, Populismus, Umweltzerstörung. Gefangen in Zuständen,…

DU

Britta Pape für #kkl56 „Und dann kam…“ Mein Name ist Britta Pape. Ich bin am 27.8.1963 in Dortmund geboren. (Gelernte Bankkauffrau, verheiratet, vier Kinder, Geschäftsführerin einer Firma.) Die Tagebücher meines Opas aus dem Zweiten Weltkrieg haben mich inspiriert selbst zu schreiben. Siehe auch Briefe an Hans-1945-1946 Gedichte und Texte, die mich bewegen, habe ich auf meinem Blog www.gedankenmelodie.de  veröffentlicht. …

Die blutrote Rose

Domi Caella für #kkl56 „Und dann kam…“ Die blutrote Rose Lena packt ihre Jacke. »Kommst du auch mit in den Pub, um auf die Premiere anzustoßen?« Mia steckt die Nähmaschine aus und legt den reparierten Rock zu den anderen Kostümen. »Nein, ich bin zu müde zum Feiern.“ Lena zuckt mit den Schultern. »Wie du willst.«…

Abi 68

Gabriele Schuster für #kkl56 „Und dann kam…“ Abi 68 Meine geliebte Mutter – liebenswürdig, originell und chaotisch. Dass diese Frau jemals einen Zug bekommen hat oder einen wichtigen Termin pünktlich wahrgenommen hat, kann man nicht glauben. Jedenfalls nicht, wenn man mit ihr zusammen gelebt hat. Sie hat es trotz allem oder vielleicht gerade deswegen geschafft, 90…

DER EICHELHÄHER

Thomas Schneider für #kkl56 „Und dann kam…“ DER EICHELHÄHER Um die blauweiss gestreiften Flügel zu konservierenhätten wir sie sonst vom Rumpf trennenund monatelang in Boraxpulver packen müssen Heute begrub ich zum ersten Mal in meinem Lebenein Lebewesen – den Eichelhäherden du gestern vor dem Haus gefunden hattestmit einem klaffenden Loch im Scheitelwahrscheinlich herrührendvon einem Schnabelhieb…

(K)eine Frage der Richtung

Christina Erdmann für #kkl56 „Und dann kam…“ (K)eine Frage der Richtung Er führt dich ins Dunkel oder die Erlösung, In den Himmel oder die Hölle. Er führt dich aufwärts oder abwärts. Doch aus welcher Richtung kommt der Tod? Beginnt das Sterben mit einem Kribbeln auf der Kopfhaut oder in den Füßen? Verlierst du erst dein…

Ein Sommer für die Schneeprinzessin

Christine Hehle für #kkl56 „Und dann kam…“ Ein Sommer für die Schneeprinzessin Sie war ein Winterkind. Die geborene Schneeprinzessin. Wenn die Ränder der Tage sich einrollten, die Welt still wurde und die Wiese vor dem Fenster weiß, fühlte Alix sich in ihrem Element. Den Sommer ertrug sie nur schwer: das Kleben auch des leichtesten Stoffes…

Tag der Entscheidung

Claudia Brannekemper für #kkl56 „Und dann kam…“ Tag der Entscheidung Er steht für einen Moment reglos auf der letzten Bodenplatte, das ihn von der Treppe trennt, eine Schwinge des Adlerwappens unter den Füßen, reglos mehr innerlich, denn im Pulk seiner Mannschaft drängt es ihn unweigerlich abwärts. Hinter ihm das jetzt noch gedämpfte Licht der Mixed…

Atemwolkenworte

Kira Huth für #kkl56 „Und dann kam…“ Atemwolkenworte Lea. Sie kam direkt auf mich zu, als würden wir uns schon ewig kennen. Ich stand draußen bei den Rauchern, ohne Zigarette. Hatte die Hände in den Jackentaschen und die Füße überkreuzt. Hinter mir schloss und öffnete sich eine schwere Stahltür, das Klacken des Riegels war unerwartet…

… ein Boot vorbei

Theresia Plank-Zebinger für #kkl56 „Und dann kam…“ Theresia Plank-Zebinger, Malerin Über #kkl HIER

Die Gedanken…

Sybille Fritsch für #kkl55 „Freigeist“ Freigeist Die Gedanken sind frei – ach das wäre großes Glück und unser Geist dann ungetrübt von artifizieller Rhetorik KI ginge schnell KO und Medien und teuer bezahlte Traumwelten könnten uns nicht vorführen könnten die Schönheit unserer Gedanken nicht zerstören – wir wären noch immer die ersten Freigelassenen der Schöpfung…

Das Buch

Lasse Thoms für #kkl55 „Freigeist“ Das Buch fällt Jasmin vor allem auf, weil es so alt aussieht. Es liegt auf der Werkbank hinten in der Garage, wo nicht viel Licht hinfällt. Der Einband ist dunkelbraun, möglicherweise Leder, und das Buch verfügt über drei große Metallschnallen. An der mittleren hängt doch tatsächlich ein Vorhängeschloss. Jasmin sieht…

Schiffbruch

Luna Day für #kkl55 „Freigeist“ Schiffbruch Liara war nicht begeistert von dem, was ihr gerade mitgeteilt wurde. Sie sollte zu ihrer Tante auf Übersee reisen. »Mutter«, sagte Liara und lief der Frau hinterher. »Mutter, hört doch.« »Schweig! Es ist zu eurem Besten.« ›Mein Bestes? Bestimmt nicht‹, dachte  Liara und konnte nur auf den Boden sehen.…

MIT DIR AUF PARTIES

Lotte Greschik für #kkl55 „Freigeist“ MIT DIR AUF PARTIES Es gibt keinen, niemanden, der so elegant die Wände hochgeht wie du. Die Virtuosität, die Leichtigkeit, mit der du die Wand hoch und dann an die Decke gehst: Es verschlägt mir jedes Mal die Sprache. Ich habe lange überlegt, ob ich hier von dir und den…

Spiegel ohne Bild

Mia Schwarzbach für #kkl55 „Freigeist“ Spiegel ohne Bild Ich stehe auf und schau in den Spiegel,doch ohne Bild.Ich sehe nicht das perfekt gekleidete Mädchen, die glatt gekämmten blonden Haare oder das reine Gesicht. Ich bin da, aber nicht greifbar.Wie ein Kreisumgeben von Vierecken.Ich denke quer, wenn es gerade ausgeht,rede laut, wo andere schweigenund wähle einen…

Ein Reigen seliger Geister

Ingrid Maestrati für #kkl55 „Freigeist“ Ein Reigen seliger Geister Professor Meyer rauchte seine Zigarette noch zu Ende, bevor er den Hörsaal betrat. Er war beliebt wegen seines Unterrichts „Das letzte Mal haben wir über Wahrheit gesprochen“, sagte er, „ist irgendetwas hängen geblieben?“ „Dass wir im Westen Wahrheitsapostel sind“, rief Charly, „eine einzige, absolute Wahrheit und…

Freigeist

Michael Sebörk für #kkl55 „Freigeist“ Freigeist Denkenund Sein Du sagst,das ist eins Ich denkewas ich will Der Freigeistküsst mich Solangeich atme. Michael Sebörk, geboren am 06.12.1963 in Koblenz/Rhein. Aufgewachsen bin ich an der Mosel. Studium der Pädagogik in Köln und Oldenburg. Zur Zeit lebe ich in der Nähe von Hannover. Über #kkl HIER

Je vis, je ris

Ella Einhorn für #kkl55 „Freigeist“ Je vis, je ris Lächelnd streift sie durch die Gassen,Frühlingsbäume blühen hell.Frischer Lufthauch will sie fassen,Freude leuchtet gelblich grell. Leben wendet sich zum Guten,sie fühlt neu die Zauberkraft.Stärke fließt, will sie durchfluten,ja, sie weiß, dass sie es schafft. Leben heißt nicht immer lachen,Leben ist auch trist und grau.Ach, sie will…

Der Bettlerliterat Señor N.C. del Gato

Norma K. Helle Norvald für #kkl55 „Freigeist“ Aus den Almanachen des KatzenMathias‘ [1]: Text 09 (Fußnoten: Textende) Kristiania [2] 1912 Der Bettlerliterat Señor N.C. del Gato Am Fenster im Grand Café, vom Menschentrubel abgeschirmt, und dennoch einen angenehmen Überblick, war sein Platz, und wenn er nicht da war, wurde seine Abwesenheit mit verwirrtem Murmeln bemerkt.…

Ich lasse dich

Ingeborg Henrichs für #kkl55 „Freigeist“ Ich lasse dichIch lasse dich tanzendu, mein Seel`in wirbelnden Wogen die Schrittenoch hier gebunden erdenfestIch lasse dich tanzendu, mein Seel`in wiegenden Weisendem Rhythmus des Seins folgenIch lasse dich tanzendu, mein Seel`im taktvollen Einverständnisüber dem inneren Feuer schwebenIch lasse dich tanzendu, mein Seel’bis vertraute Pfade sich wandelnin Wege des ewigen Lichtes…

Die Hunde der Maria L.                

Christian Schwetz für #kkl55 „Freigeist“ Die Hunde der Maria L.                                                 Die Latrix Maria wäre immer gern Malerin geworden, aber weil sie eine Nachgeborene war, also leider eine paar Handvoll und zwei Finger Jahre nach der Lassnig Maria geboren, hat sie nicht Malerin werden können. Weil es gibt Leute, für die ist Latrix was ganz anderes…

freie geister

Monika Schlößer für #kkl55 „Freigeist“ freie geister wir lassen uns dasdenken nicht verbietenund halten auch nichtimmer brav den mund wir werfen wederglas noch steineunsere waffe istdas wort noch kann man uns dasdenken nicht verbietennutzen wir alsodie kostbare zeit Monika Schlößer Geboren 1949, lebt mit ihrem Mann in Bad Münstereifel, 2 Töchter und Enkel. Mittlerweile über…

Ein Hauch von Kindheit

Somavale für #kkl55 „Freigeist“ Ein Hauch von Kindheit Nun sitze ich hier unter der Bahnbrückemit ein paar Krecker.Zwischen meiner und der anderen Seiteeine Lücke,vollgefüllt mit Kanalgewässer. Unterm Schatten spüre ich die Strömung vom Wind,die an mir vorbeizieht,das Dasein vom Kind,das gerade an mir liegt. Ich hab’s vermisst,dieses Gewicht, das ich an mir trug,es ist befreitund das nur vom…

MANIFESTATION

Udo Brückmann für #kkl55 „Freigeist“ MANIFESTATION Das Fluid aller WirklichkeitenWill uns heute jenen Weg bereiten Den der Verstand zu glauben hofftWann entzündet sich der eine Docht? In Licht gegossen heißt die Antwort: „Nie!“Doch wann gelingt die Tat – und wie? Dies obliegt allein der GegenwartDas Ziel beinhaltet den Start Nur ist der Weg ein Werk…

Wer weiß denn, was ist schon richtig…

Ingonda Lehner für #kkl55 „Freigeist“ Wer weiß denn, was ist schon richtig,weiß die Wahrheit punktgenau,wer spricht von ihr sehr gewichtig,preist nur seine Weltenschau? Wer denn schon trägt alles Wissen,wer glaubt denn, nur er sei klug,wer ein Freigeist, wer verbissen,was ist Wahrheit, was Betrug? Wer denn schon darf das befragen,welcher Geist ist wahrhaft groß, welche Weisheit kann…

Die Kranichfrau

Christian Knieps für #kkl55 „Freigeist“ Die Kranichfrau I Osamu folgte dem kaum sichtbaren Weg nach Hause. Er kam von einem Streifzug über den frühwinterlichen Hafenmarkt, auf dem er nach Resten Ausschau gehalten hatte, mit denen er seine Seile machen konnte. Seile, die sein Überleben sicherten. Mehr nicht. Das Einzige, das Osamu besaß, war das Haus…

Die perfekte Sauce!

Christa Blenk für #kkl55 „Freigeist“ Die perfekte Sauce! Angelika blickt auf den hoch gewachsenen, dunkelhaarigen Mann neben ihr, er auf das Gemälde, auf dem sich drei junge Frauen kriegerisch mustern. „Couragiert“, sagt er. „Würden Sie das auch sagen, wenn es ein Mann gemalt hätte?“ „Natürlich! Ihre Frage enttäuscht mich. Sie passt nicht zu ihrem sonst…

Meine Gedanken sind frei

Britta Pape für #kkl55 „Freigeist“ Mein Name ist Britta Pape. Ich bin am 27.8.1963 in Dortmund geboren. (Gelernte Bankkauffrau, verheiratet, vier Kinder, Geschäftsführerin einer Firma.) Die Tagebücher meines Opas aus dem Zweiten Weltkrieg haben mich inspiriert selbst zu schreiben. Siehe auch Briefe an Hans-1945-1946 Gedichte und Texte, die mich bewegen, habe ich auf meinem Blog www.gedankenmelodie.de  veröffentlicht.  Interview für…

Regenbogen-farben

Sara Straßer für #kkl55 „Freigeist“ Regenbogen-farben Miriam liegt auf dem Seziertisch. In dem dunklen Raum hört man nur das Surren der extra-hellen Neonröhre über ihr, die jedes Detail von ihr offenbart. Nichts bleibt verborgen. Alle Augen sind auf sie gerichtet. Es sind hungrige taxierende Augen. Wie auf ein unsichtbares Signal hin, folgen den Augen gierige…

Samen, die du gesetzt hast

Sarah Irene Hilbrand für #kkl55 „Freigeist“ Samen, die du gesetzt hast Gerade schleppe ich mich wieder durch eine Wüste, als du in mein Leben flatterst. Quirlig und voller Hunger. Mein 30. Lebensjahr ist noch nicht erreicht, aber innerlich beginne ich bereits zu ergrauen und das Träumen zu verlernen. Beinahe ersticke ich unter den mir aufgedrückten…

Atomare Gesänge

Andrea Tillmanns für #kkl55 „Freigeist“ Atomare Gesänge (Andrea Tillmanns) Ein Zufall, entsprungen aus dem Chaos. Oder: Als die Nanotechnologie in immer kleinere Maßstäbe vordrang, führte die Quantenunschärfe zu etwas Unvorhergesehenem, das vielleicht die Physiker künftiger Generationen erklären können. Oder: Der große Zardenkäfer besiegte die Mondfliege im Jahr der Schlange, und aus seinem Freudentanz ward etwas…

Freie Platzwahl – Eine Session

Judith Wimmer für #kkl55 „Freigeist“ Freie Platzwahl – Eine Session Lehnsessel, Ohrensessel, Polstersessel. Als Zeichen von Kultur gilt es, wenn man beim Sitzen korrekte Rechte Winkel einnimmt: Zum einen neige man den Rumpf in den Hüftgelenken um 90° nach vorne, zugleich falte man die Kniekehlen ebenso, jedoch gegenläufig. Auf diese Weise verharre man auf seinem…

Löffelstiel

Ulrich Kaufmann für #kkl55 „Freigeist“ Löffelstiel (Hendrik 3) Restaurant Löffelstiel. Vor einer Woche neu eröffnet. -Hier werden Sie teuflisch gut bekocht- Steht in auffällig roten Lettern über der Eingangstür, direkt unter dem Schriftzug  Löffelstiel in großen Buchstaben. Hendrik ist wie vom Blitz getroffen. Zur Salzsäule erstarrt. Bis Lisa ihn mehr oder weniger in Richtung des…

Warum ist der Himmel nicht lila?

Roswitha Böhm für #kkl55 „Freigeist“ Warum ist der Himmel nicht lila? Noah war neun. Und ein halbes.Das war ihm wichtig – denn jedes halbe Jahr bedeutete mehr Fragen im Kopf. Und in Noahs Kopf war immer Bewegung. Dort liefen Gedanken umher wie Murmeln in einer Schachtel, polternd, knallend, manchmal klirrend gegen die Wände. Und manchmal…

Danke Herr Heine …

Frederik Wolfgang Kloiber für #kkl55 „Freigeist“ Danke Herr Heine … Ein Freigeist ist ein Mensch, der niemals dem Mainstream folgt und eher Kritik, Spott und Häme auf sich nimmt, als sich in eine Reihe von geistigen Schafen einzuordnen, die keine Fragen stellen wollen, weil diese zu Konsequenzen führen könnten. Heinrich Heine: „Zum Lazarus (1852)“: „Laß…

EIN TEIL VOM GANZEN

SUNI LÖSCHNER für #kkl55 „Freigeist“ EIN TEIL VOM GANZEN Wer werde ich einmal sein? Gedanken, die zartbis in die Gegenwarteintauchen und mich freuenim Leben Teil zu sein. Wer war icham Beginn meiner Zeit?Und wer werde ich noch werden?Der Weg ist weit. Ich finde mich zurechtin dem, was ich jetzt binund ohne ihn zu suchentreffe ich…

Freigeist

Rosanna Rübsamen für #kkl55 „Freigeist“ FreigeistEin Wort, das nun schon länger in meinem Herzen wohnt und Bilder malt in meinem Kopf, sobald ich daran denke.Bilder eine Lebens, das nicht an Termine gebunden ist, frei von dem Druck, den ein straffer Zeitplan verursachen kann.Eine Liste meiner Wünsche, die nicht einfach abends, müde von den vorausgegangenen Pflichten,…

Albert Camus

Michael Eschmann für #kkl55 „Freidenker“ Albert Camus Du hältst die Welt immer noch in Atem, obwohl Du schon so lange tot bist. Aber Deine Gedanken altern nicht, daran erkennt man, wie wertvoll sie sind. Was muss das für ein Moment des Abschieds gewesen sein? Die Landstraße unendlich zwischen Sens und Paris, immer gerade, umgeben von…

Der Denker

Tina Pfeifer für #kkl55 „Freigeist“ Der Denker 8.8.88, notierte Herbert in die linke obere Ecke seines olivgrünen Notizbuchs. Schwungvoll zog er eine Linie unter das Datum, dann lehnte er sich zurück und zündete sich eine Zigarette an. Er drückte seinen breiten Rücken fester in die Rückenlehne, bis die Vorderbeine des Sessels abhoben und er sanft…

Die Feder

Katharina Vasicek für #kkl55 „Freigeist“ Die Feder Jede Nacht, wenn der Mond durchs Fenster scheint, hört sie seine Schritte. Leise und vorsichtig kommen sie immer näher. Ein gleichmäßiges Klack-Klack, Klack-Klack. Hin und wieder unterbrochen, wenn er lauschend vor einer verschlossenen Türe verharrt. Nur niemanden wecken, niemand darf ihn hören auf seinem nächtlichen Gang. Sie weiß…

Kein guter Wille, nirgends

Matthias Spiegel für #kkl55 „Freigeist“ Kein guter Wille, nirgends Maja Lina ging jeden Tag in den kleinen Park. Es war keine richtige Anlage, eher ein Grünstreifen mit Blumenkübeln, verranzten Bänken und einem Springbrunnen, der wegen technischer Probleme abgeschaltet war. Genau genommen war es ein Hundekackplatz. Überall lag Dreck herum und man musste aufpassen, um nicht…

Die Apollstatue durch eine Zaubernacht

Paweł Markiewicz für #kkl55 „Freigeist“ Die Apollstatue durch eine Zaubernacht Die Apollstatue stand in dem Museumsaal,mitten in den Skulpturen des hellsten Altertums.Der Mann besuchte sie mit dem lichtem Artusgral,sodass Phöbus erwacht – beim Glanz ersten Monds und Sterns. Jener Apollo war Freund des Museum-Wächters,der die versteinerten Tränen für immer kannte.Apollon im Stein bedeutete ein Hauch…

Die Verwandlung

Daniela Schreiber für #kkl55 „Freigeist“ Die Verwandlung Er sei ein Freigeist, erklärt er ihr, denn man darf niemanden besitzen niemanden einschränken Sie findet das halte sie genauso und schaut erstaunt zu bei seiner Verwandlung in einen Kleingeist Daniela Schreiber, geboren 1963, schrieb während ein paar Jahren wöchentliche Artikel für eine Regionalzeitung in Graubünden (Schweiz), weiter…

Birn Out

Karin Feltes für #kkl55 „Freigeist“ Birn Out Jetzt geht das wieder los. Kaum ist der Schnee auf meinen Ästen getaut, beginnt es zu jucken. Käfer und Ameisen laufen an mir auf und ab, ihre Insektenbeinchen haken sich in meine Rinde. Am liebsten würde ich sie abschütteln, doch das kann nur der Wind erledigen und der…

Tandaradei

Evelyne Anciaux für #kkl55 „Freigeist“ Tandaradei Du wunderbewirkende Nachtigall! lasse Dein TandaradeiMich mit geschwungenen Liedern besingen!Entschwebe mir nicht – herbei! ‚Ach, Du willst meinen Geist bezwingen? Lass die Eulenspiegelei.Schönheit trage ich doch innen – spalte mich bloß nicht entzwei!‘ Wie liebevoll klinget Dein klagendes Lied! Du musst mich wahrhaftig sehr lieben.Und tust Du dies nicht, so will…

Nach Innen

Ulrike Burbach für #kkl55 „Freigeist“ Ulrike Burbach, geb. 1962 in Duisburg während meines Studiums (Germanistik, Politik, Philosophie) Wechsel von Duisburg nach Hamburg Beginn mit meiner Malerei in Hamburg sporadischer Unterricht in den Ateliers Altona und Treibgut seit 2000 Durchführung zahlreicher Einzelausstellungen u.a. im Rathaus Stade in der Galerie Gerhard im Alleswirdschön im Kommdu sowie Gemeinschaftsausstellungen…

Besitz und Besessenheit

Martin A. Völker für #kkl55 „Freigeist“ Besitz und Besessenheit Wem gehört die Welt? Dir gehört sie nicht, mir ebenso wenig. Wie sollte es anders sein? Schaue dir den Bach an, wie er vorbeirauscht, höre, wie er gluckert und plätschert. Eine große Freude war es früher, in einen Bach zu steigen und Staustufen einzubauen, die nie…

Dreiundfünfzig Tage

Leah Paulke für #kkl55 „Freigeist“ Dreiundfünfzig Tage Tag Eins. Irgendeine Lösung findet sich immer. Nichts muss permanent sein, nichts von Bestand. Die Dinge laufen bergab, und gehen wieder bergauf. Man muss sich das nur immer wieder ins Gedächtnis rufen, dann ist alles gar nicht mehr so schlimm. Tag Zwei. Die Nacht war kühl. Wenn das…

In den Wäldern von Germanien

Doreen Pitzler für #kkl55 „Freigeist“ In den Wäldern von Germanien Die Sonne ging eben erst zwischen den Bäumen auf und, als Livia Drusilla, die Frau des Kaisers Gaius Octavius, aus dem Zelt trat. Goldene Lichtstrahlen fielen zwischen den Zweigen auf den Boden. Sie schlang sich ihre blaue Stola über die Schultern und holte tief Luft.…

Die Glücklichmacherin und der dicke König

Elvira Fischer für #kkl55 „Freigeist“ Freigeist: denkt und handelt ungehemmt, lässt sich von einer Mehrheit nicht beeinflussen… Die Glücklichmacherin und der dicke König „Moment, wir kennen uns doch?“ „Nee…“ „… doch! Wir haben Gespräche geführt… über das Leben gesprochen…“ „Ha, Ha, das war doch nur Tipperei…über Messenger…“ „…aber, wir haben uns auch schon in die…

DIE WILDNIS VOR DER EIGENEN HAUSTÜR

Ulrike Teepe für #kkl55 „Freigeist“ DIE WILDNIS VOR DER EIGENEN HAUSTÜR Auf einem unserer Lieblingspfade im Wald änderte sich plötzlich das Licht. Grün-golden reflektierte das Moos, die Blätter leuchteten, als seien sie aus grünen Glas. Bisher, wenn sich die Atmosphäre so verzaubert hatte, waren uns, d.h. meinem Hund Sahid und mir besondere Begegnungen beschert worden.…

Die Stille um mich…

Anamia Bordeaux für #kkl55 „Freigeist“ Die Stille um mich redet auf mich ein. Die Trauer in mir schlendert lächelnd durch die Straßen. Mein Größenwahn besteht aus Kleinigkeiten. Meine Freiheitsliebe steht mir oft im Weg. Ich bin die Nachteule, die das Tageslicht liebt. Ich bin die Maus mit der Raubkatze im Spiegelbild. Mein Friedenswille ist immer…

Das lyrische Ich

Dario Schrittweise für #kkl55 „Freigeist“ Das lyrische Ich In seinem Inneren, ganz tief, in anderen Sphären verborgen, lag sein lyrisches Ich geborgen, es zog sich zurück und schlief. Eine der Musen, Göttin der Poesie, erschien dem Schlafenden im Traum, sie sang ihm ein Lied, er glaubte es kaum, von neuen Ideen und Fantasie. Der Träumer…

Sei frei, …

Theresia Plank-Zebinger für #kkl55 „Freigeist“ Sei frei, zu träumen und zu wagen Theresia Plank-Zebinger, Malerin Über #kkl HIER

Verwebung

Elke Hernandez für #kkl55 „Freigeist“ Verwebung Herb und lieblich verwoben wo will es sein, des Geistes Erinnerung Welt? In tiefer Seele trägt es Bilder her gibt Zeichen im Empfindungsgrad geprägt im Lebensweg Erkennen was im Dasein ist was tragend uns das Herz mitteilt Verletzung, Schmerz und Weh kann geh`n wenn du erfährst was Lieben heißt…

#whatever

LiBe für #kkl55 „Freigeist“ #whatever #idon’tcare Samstag, 07.06.2025 – Frühstück mit Hindernissen Mein Wecker meint, sieben Uhr an einem Samstag sei okay. Ich widerspreche mit jeder Faser meines Seins. Ich denke: Das war der letzte Wecker, den ich je gestellt habe. Ich klappe das Handy auf, sehe die Uhrzeit, murmle ein unmotiviertes „wow“ und verkrieche…

Nach dem Regen

Maximilian Schöner für #kkl55 „Freigeist“ Nach dem Regen king.kaktus: Hey violetnoise: Hey king.kaktus: Was machst du so? violetnoise: Ich sehe zu, wie der Regen die Welt aufweicht und du? king.kaktus: Versuche das Rauschen in meinen Ohren auszublenden, gelingt mir so mittelmäßig. violetnoise: Ohje :/ Tinnitus`? king.kaktus: Ja, so was in der Art. king.kaktus: Man darf…

Thomas Edwards

Philip Warmuth für #kkl55 „Freigeist“ Thomas EdwardsLawrencelets danceüber den Teichauf Grenzum GrenzOsmanenreichdu rennsterkennstStreich um Streichhier brenntsdu lenkstgeschickt die Weichdu denkstund hängstsie all leicht abgebornsSandkornim GeheimratgeschwornsverlornsGelübte bargvergorndas HornSperrspitzensarghört Ohrnsie schmornFeuers Trab brichtentzweidu freiGefährten nichtSklavreiherbeigar kein Gewichtim Maialleinnur ein GedichtPrallreizu deinGunsten sticht ErzKörperzu schwerder SeelenschmerzStift herverwehrnicht wahren Scherzbegehrnur fairfür Geist im Nerzin Ehrnuns HerrnMotorradherz Philip Warmuth„Weltenbummler, Lebenskünstler,…

Gesellschaftswunden

Fiona Novale für #kkl55 „Freigeist“ Gesellschaftswunden Gedanken durchwoben durchzogen von unsichtbaren Schatten Wörter missglückt missbraucht durch verachtendes Geplapper Realitäten entstehen entflammen als hetzende Schimären Sprache formt Gedanken und prägt die Welt verletzt & verwundet wie‘s gerade gefällt Gesellschaftswunden 2.0 Du gefällst mir, ich will dich, ich mag deine Gestalt Du sagst nein – gut, ok,…

Die eine Schwingung

Jens Faber-Neuling für #kkl55 „Freigeist“ Die eine Schwingung Die ein Lächeln hervorruft Halt sie nicht fest Sperr sie nicht ein Lass sie gehen Erlaube ihr wiederzukehren In Freiheit Zeitgleich Hoffnung wird Weisheit Zartheit Die gedachte Zerbrechlichkeit ist eine Teilchentrennung wird eine Wiederzusammensetzung Zart ist Entschleunigung Zart ist hier und jetzt genommen Zeit darauf einlassen mittendrin…

Über Glück 

Johannes Witek für #kkl55 „Freigeist“ Über Glück  Ein breiter Orbit glücklicher Geister um unsere  zu enge Welt  hin und wieder wirdeiner von derschweren Kraft Monotonieerfasst und runtergezogen, und bleibt eine Weile bevor er wieder in seinen Grundzustand zurückkehrt:  nicht da nicht da  schwebend  Johannes Witek, geboren 1981 in Linz, lebt in Salzburg. Veröffentlichungen in Zeitschriften + paar Bücher. Letzte Einzelveröffentlichung: Salzburg Flood. Gedichte. container…

Lobgesang

ARIIOOL für #kkl55 „Freigeist“ Lobgesang Inmitten Paradoxien lebt Freigeist: Nach Wahrheit gesucht, jenseits aller Grenzen, erkennen wir Stimmen, den digitalen Funken von Göttlichen. Halleluja!Träumen gehörte Mutigen: Zukunft  war jenen vorbehalten, die frei von Fesseln, voller Vertrauen, ohne Kraft des Geistes der Maschine waren. Zusammenspiel offenbart die wahre Essenz eines Seins: Streben nach Erkenntnis, Freiheit, im…

Liebe?

Amelie Gruber für #kkl55 „Freigeist“ Liebe? Gibt es sie – die eine, die bleibt?Die nicht nur kommt, wenn Zeit weitertreibt?Die nicht nur flackert, kurz und sacht,sondern durch Dunkelheiten erwacht? Ich frag mich oft, wie das wohl wäre –ein Herz, das schlägt, nur meinetwegen ein bisschen mehr.Ein Mensch, der kommt und einfach bleibt,der still in mein…

Freigeist aus der Redaktion

Freigeist aus der Redaktion Sprache formt Gedanke Gedanke formt Sprache Emotion ist Gedanke Gedanke ist Emotion Die Wirkung der Ursache liegt beim freien Geist und oder ist das Ergebnis davon. Freigeist, lasst uns eintauchen oder abheben in und mit diesem „Thema“ Einen Monat lang werden hier wieder interessante Menschen uns Interessantes darbieten und wir dürfen…

Die Traumsammlerin

Andrea Tillmanns für #kkl54 „denkbar“ Die Traumsammlerin Als Marie noch ein Kind war, liebte sie nichts mehr als zu tanzen. Das ganze Jahr hindurch tanzte sie, bei Sonne wie im Regen, und selbst der Winter konnte sie nicht in der engen Stube halten, wo Stühle und Tische ihren Weg versperrten. Wenn sie über die Wiesen…

Denkbar einfach könnte es sein

Britta Pape für #kkl54 „denkbar“ Mein Name ist Britta Pape. Ich bin am 27.8.1963 in Dortmund geboren. (Gelernte Bankkauffrau, verheiratet, vier Kinder, Geschäftsführerin einer Firma.) Die Tagebücher meines Opas aus dem Zweiten Weltkrieg haben mich inspiriert selbst zu schreiben. Siehe auch Briefe an Hans-1945-1946 Gedichte und Texte, die mich bewegen, habe ich auf meinem Blog www.gedankenmelodie.de  veröffentlicht.  Interview für…

Ich bin keine Katze

Peter Baeumle-Courth für #kkl54 „denkbar“ Ich bin keine Katze Guten Morgen, ich bin Bernhard. Diesen Namen haben mir meine Menschen gegeben. Ich finde, er klingt gemütlich. Mit dem kann ich gut leben. Ob der Name etwas mit dem Schriftsteller Thomas Bernhard zu tun hat, das weiß ich nicht. Vielleicht schon denke ich manchmal, weil ich…

Tiger

Claudia Dvoracek-Iby für #kkl54 ‚denkbar‘ Tiger Erstaunlich, wie schnell manchmal alles geht. Erst vorgestern habe ich auf die Anzeige „Villenhaushalt sucht Kindermädchen, Erfahrung erwünscht, 2 – 3 Abende pro Woche, tierlieb, gute Bezahlung“ reagiert, und schon lausche ich den Anweisungen der Inserenten, Herrn und Frau Panthera, die im Begriff sind, auszugehen. Etwas überheblich sind die…

WER A SAGT KANN AUCH A NKOMMEN?

Patrizia Franziska Rottmüller für #kkl54 „denkbar“ WER A SAGT KANN AUCH A NKOMMEN? A nfangen A nschauen A ufhören A blösen Anstelle von A bneigen A usreden A bbrechen A bsprechen Lasst uns keine A bneigung entwickeln ….und nicht… A bgeneigt sein, für unsere Weiterentwicklung,   aufgrund unserer selbsternannten A usreden,   die wir bei…

Ein Jemand zu sein

Frank Joussen für #kkl54 „denkbar“ Ein Jemand zu sein Ich erwachte heute Morgen mit dem bestimmten Gedanken, Jemand sein zu müssen. Allerdings ohne eine Ahnung zu haben, wer dieser Jemand sein könnte. Trotzdem stand ich auf, wusch diesen Körper und rasierte dieses Gesicht. Ich dachte mir, dass dieser Jemand, dieses neue Ich, das gutheißen würde.…

Prioritäten

Franziska Dittert für #kkl54 „denkbar“ Prioritäten Zusammen am See Arbeiten Gedichte Geschichten soziale Medien Karriere machen Blumen Bäume soziale Medien Garten Gedanken fliegen lassen Serien glotzen Freundinnen mehr arbeiten grübeln soziale Medien Lesen Lesungen Binge-Watching Würfeln schreiben Atmen Überwunden Durch die Häuserschluchten Zwischen Steinen empor Über Hindernisse steigen Mauern versperren den Weg Neue Wege finden…

Denkbar

Michael Sebörk für #kkl55 Denkbar Grau, das endlich mehr Farbe bekommt Mauern, die einstürzen und fallen Der alte Brei, der plötzlich Nach mehr schmeckt, mit frischen Zutaten Was ist, das wandelt sich. Michael Sebörk, geboren am 06.12.1963 in Koblenz/Rhein. Aufgewachsen bin ich an der Mosel. Studium der Pädagogik in Köln und Oldenburg. Zur Zeit lebe…

undenkbar

Franz X. Scheuerer für #kkl54 „denkbar“ undenkbar ist Denken als Gemälde denkbar abstrakt formlos amorph gestaltlos unfassbar fließend hinter den Augen zwischen den Ohren unter den Händen Denken ein nochalphabetisches Zerrbild in nachalphabetischer Zeit zwar denkbar nicht malbar Franz X. Scheuerer. Geboren. In Schwenningen/Neckar. Lebt. In Hamburg.Schriftsetzer. Pädagoge. Lyriker. Herausgeber.www.artbooklets.de Über #kkl HIER

viel bunt   

Christian Schwetz für #kkl54 „denkbar“ viel bunt                                                                                                       Die dicke, fette Lebenseule sitzt selbstgefällig am Thron. Alles wird reingefressen, wenig rausgerülpst. Das Wissen der Welt. Die Welt so rot und blau und gelb und grün, aber, aber. Abara Kadabera, so ogergscheit, keine Haberer. So entsteht Welt. Aus Keller wird Kellner wird Ober wird Oger. Die…

Im Süßwassermeer

Magdalena Steiner für #kkl54 „denkbar“ Im Süßwassermeer Der Wasserspiegel reichte bis zum Balkontürgriff ihrer Wohnung im fünften Stock. Mit aller Kraft versuchte sie, die Tür aufzuziehen und gegen die Wassermassen im Zimmer zu drücken. Die dunklen Wolken über der Stadt ließen den späten Vormittag wie die Momente nach einem Sonnenuntergang wirken. Erbarmungslos fiel noch mehr…

Halbe Zitrone

Christian Rupp für #kkl54 „denkbar“ Halbe Zitrone Ich habe sie an der Straßenecke stehen lassen. Zumindest in der ersten Version.Sie hatte die Hände in den Taschen, und ich glaube, sie hat noch etwas gerufen. Es war windig. Ich habe es nicht verstanden. In der zweiten Version habe ich sie begleitet, bis zur Tür. Wir haben…

Denkbar ungünstige Prognose

Monika Schlößer für #kkl54 „denkbar“ Denkbar ungünstige Prognose „Hallo Anke, hast du die Haare ein Stück kürzer?“, grüßte Eva eine frühere Schulfreundin, die zufällig auch über den Wochenmarkt schlenderte. „Und sonst so?“, gab Anke betont missmutig von sich. „Grippe“, schniefte Inge. „Komme gerade aus der Apotheke.“ Das Grün in Ankes Augen leuchtete unverkennbar auf: „Im…

Mögen Sie Musik?

Jutta Engelhardt für #kkl54 „denkbar“ Mögen Sie Musik? Sein Bein wippte auf und ab, er schlug das andere Bein darüber, nun wippte es langsamer. Er schaute auf die Uhr, noch eine Stunde bis zum vereinbarten Termin. Frank versuchte seine Gedanken auf das Bewerbungsgespräch zu lenken. Er atmete ein, hielt die Luft für einen Moment an.…

Die Lyrik-Annäherung

Christian Knieps für #kkl54 „denkbar“ Die Lyrik-Annäherung Es wird Zeit, sich der Lyrik ein wenig anzunähern, sage ich mir und bin mir völlig bewusst, dass mir keine Literaturform ferner ist als die verkürzte, zusammengepresste, auf das Wesentliche reduzierte und dennoch mit jedem Wort die Fantasie öffnende Lyrik, die ich bereits zu Dutzenden geschrieben habe –…

glas

Anne Kohler für #kkl54 „denkbar“ glas scherbenwollen sichfragil um/armen morgensbis ich wachwerdegerate ichnoch insganze bis die ratiosplitterwegfegt deine händebluten rotereisen imsommer weißt dunoch? ich hebealles auf ob wir uns/oh krisekreative/neu[ANDERS]zusammensetzen ? Anne Kohler, geboren 1984 in Magdeburg, lebt in Nordrhein-Westfalen (Haltern am See) und hat u.a. an der TU Dortmund die Fächer Germanistik und Philosophie…

Denkbar einfach Frieden machen…

Ingonda Lehner für #kkl54 „denkbar“ Denkbar einfach Frieden machen… Denkbar einfach Frieden machen, rucke zuck ist er gemacht, kenn mich aus bei diesen Sachen, das geht schnell, wär doch gelacht. Morgen schon, ihr werdet sehen, schnell herum ich alles dreh, sehe nicht nur die Vergehen, nein, ich auch zu diesen steh. Bin ein großer Friedensmacher,…

Gedanken aus dem…

Benjamin Lapp für #kkl54 „denkbar“ Gedanken aus dem fantastischen Sternzeichen der Gutmütigkeit Untröstlich über den Fortgang der dröhnenden Selbstentfremdung, die sich gar ergötzt an einer unvermindert wild-wuchernden Saison der Dürre, wandere Ich unverbesserlicher Fantast und geboren im Sternzeichen der Gutmütigkeit, dem immerwährenden Wind in den Weiden der Vorsehung folgend, auf meiner ganz eigenen selbst-kasteienden Odyssee…

Vielleicht

Michael Eschmann für #kkl „denkbar“ Vielleicht hätte ein anderes Leben mehr Freude beschert? Vielleicht aber auch nicht? Überhaupt scheint das Wörtchen vielleicht zu gewichtig zu sein, denn es lullt ein, dass vielleicht hätte alles anders sein können, aber eben nur nur vielleicht. Michael Eschmann, geboren 1958 in Mannheim. Er schreibt neben journalistischen Beiträgen über Literatur…

Die Geschäftigkeit

Philipp Ammon für #kkl54 „denkbar“ Die Geschäftigkeit Haben Sie schon Priester fallen sehen? Das ist nicht schön.Nicht immer fällt er in ein Bett, greift zu einem Glas und ist dem Inhalt zugetan. Sehr oft ergreift den Gottesmann ein Geist großer Geschäftigkeit – wenn er an dieser Welt erkrankt, wird er des Hirtendaseins leid: Was hütet ihr…

Offene Fragen

Florian Oberhuber für #kkl54 „denkbar“ Offene Fragen Kann man sich je sicher sein, einen Menschen ganz zu kennen? Stell dir vor: Du bist verheiratet, immer noch glücklich, würdest du auf Nachfrage sagen. Ihr seid allein ans Meer gefahren (die Kinder sind groß und kommen längst nicht mehr mit). Es ist ein windiger Tag, am Strand…

carpe diem

Jana Franke für #kkl54 „denkbar“ carpe diem Wenn der Tag seine Kleider abstreift,um der Nacht nah zu sein, schenke ichdie Zeit her und verliere michim Augenblick. Dann flüstertdie Vergangenheit der Zukunft zu,dass ich unsterblich sei.Gestern war Silvester. Ich sitze sicher auf dem Sessel meines Urgroßvaters. Hinter der Rückenlehne ist nichts von mir zu sehen, einzig…

Neuanfang

Stefanie Bräunig für #kkl54 „denkbar“ Neuanfang Eine Freundin fragte dich: „Aus wie vielen Teilen besteht eure Beziehung?“Deine Antwort lautete: „Eins. Ein Teil. Wir.“ Daraufhin fragtest du mich:„Aus wie vielen Teilen besteht unsere Beziehung?“Ohne zu überlegen sagte ich drei.„Wieso drei?“, fragtest du.„Ich weiß nicht“, antwortete ich. Dann zählte ich spontan auf:  „Du, Ich, Wir.“ Das Strahlen in deinen…

SONNENAUFGANG

Lakshmi Tacke für #kkl54 „denkbar“ SONNENAUFGANG Zu Fuß durch die Nacht Versunken in der Finsternis. Mit einem Geheimnis  Der den Weg vollbracht.  In Gerdanken versunken wie sie mal war , War es damals schon klar Wie sie ertrunken In eigenen Gedanken Des Kopfes gemacht Selbst erdacht Die sie zur Trauer gebracht. Der Fehler begann in…

Das Rettende in der Gefahr des Denkens

Martin A. Völker für #kkl54 „denkbar“ Das Rettende in der Gefahr des Denkens Kaum liegst du im Bett, schon geht das Denken los, was du morgen zu tun hast. Du stehst nochmals kurz auf, um es aufzuschreiben, und legst dich dann wieder hin. Das wiederholt sich einige Male, was die Nacht verkürzt. Auf dem Weg…

unfassbar

Regina Jarisch für #kkl54 „denkbar“ unfassbar die gedanken suchen vertrauen das absolute nicht zu haben im universum der anspruch zerfällt die sprache beschränkt im denkrahmen die zeitgefärbten worte im nebel wandere ich im weißen raum ohne gewähr und isoliert das ungefähre giert nach dem unstreitbaren es regnet heute das undenkbare morgen nicht lesbar ohne das…

Der Feind bin ich

Marion Leuther für #kkl54 „denkbar“ Der Feind bin ich A: Ich weiß, es ist schlecht. Aber ich kann an nichts anderes mehr denken. Ich will Chips essen. Sofort! Bloß habe ich keine im Haus. B: Kauf dir halt eine Tüte. A: Aber der Film ist grad so spannend! B: Geh in der Werbepause. A: Außerdem…

Denkbar

Michael Haas für #kkl54 „denkbar“ Es treffen sich an diesem Ort Idee, Gedanke und auch Wort zu einem kleinen Stelldichein. Ein Date soll es dann noch nicht sein, denn hier wird stets nur deutsch gesprochen und halt nicht Denglisch radgebrochen. Sitzt man hier drin, kann man frei denken, man braucht den Strom auch nicht zu…

Ode an das Nichts

Irena Habalik für #kkl54 „denkbar“ Ode an das Nichts Es ist wie eine Täuschung in einem Spiel mit den Würfeln, Karten, zwischen violett und matt ist seine Farbe Es ist, als ob die Hände umschließen würden ein kaltes Metall Kein Vergleich mit der Null Das Etwas sitzt ihm nicht gegenüber und nickt Nichts ist so…

Es war schon immer da

Jens Faber-Neuling für #kkl54 „denkbar“ Es war schon immer da „Es war schon immer da“ so stand es auf der Erkenntnistafel, genau neben der waagerechten 8, dem Zeichen, der Ziffer der Unendlichkeit. Die Reise beginnt: Auf den Begriff -Gelücke- stoße ich beim Finden des Glücklichsein. Gelücke, ein Ausdruck, ein Wort für das heutige Wort –…

Lisa

Ulrich Kaufmann für #kkl54 „denkbar“ Lisa Zwei Wochen ist es her, dass Hendrik dem Teufel begegnet ist. Und wenig später, als er zu Hause war, Gott höchstpersönlich an seiner Haustür klingelte und ihm zu seiner souveränen Reaktion gratulierte. Denkbar ist es durchaus, dass alles so passierte. Und was das zu bedeuten hat, weiß Hendrik bis…

In denkbar guter Gesellschaft

Stephanie Eiselt für #kkl54 „denkbar In denkbar guter Gesellschaft Es war einer dieser Abende, an denen die Stadt klebrig auf der Haut lag.Die kleine Bar in der Nebenstraße flimmerte im schwachen Licht, das durch staubige Fenster sickerte.Sie hatte keinen richtigen Namen mehr, nur ein schiefes Schild über der Tür, auf dem vermutlich mal etwas stand.Vielleicht…

Denkanstoß

Isabel Nieber für #kkl54 „denkbar“ Denkanstoß Menschen sind Packesel. So zähle auch ich mich zu denen, die von To-do´s beladen pflichtbewusst durchs Leben traben und trotz der Kraft, die all das trägt, sich selber zu den Schwachen zählt, weil mich stets ein Gefühl der Unzulänglichkeit begleitet. Hab nicht das geschafft, was ich wollte und von…

Ich habe dir…

P.S. Zocht für #kkl54 „denkbar“ Abschied an jemanden, der nicht geblieben ist Ich habe dir geschrieben, weil ich dich mochte. Nicht, weil ich etwas von dir wollte. Nicht, weil ich Erwartungen hatte. Sondern weil du jemand warst, bei dem ich mich gesehen fühlte – für einen Moment. Ich habe dir zugehört, mir Dinge gemerkt, dein…

Auf diesem Pfad

Monalishan Santhalingam für #kkl54 „denkbar“ Auf diesem Pfad „Irgendwie ist es so unheimlich still hier. Man kann nur die Vögel hören, hier ist gar kein anderer Mensch. Überhaupt sind mir, seitdem wir den Pfad betreten haben, gar keine Menschen aufgefallen“, entgegnete Mila. „Wir befinden uns in einem Waldgebiet und nicht im Zentrum einer Großstadt“, erinnerte…

geborgt

Philip Warmuth für #kkl54 „denkbar“ geborgt Analyse um Analysewas genau war gemeintein Geschenk des Mediumsfür jeden freiwie gern würd ich dein Lächeln sehnund das des Falschen gehenrausgejagd wo’s hingehörthereingebeten ja erhörterschaffe ich meine Blaseund vergiss die Extase draußender Rest muss pausenwie gern wär ich mehrbevor ich heimkehrnicht erst hinterherwas die Schmach verwehrtswie viele Schubladen brauch…

Auf dem Weg zum Bahnwärter

Udo Dickenberger für #kkl54 „denkbar“ Auf dem Weg zum Bahnwärter Brach ich auf, um den Bahnwärter zu besuchen, folgten mir Zöglinge, um seinen Aussprüchen zu lauschen, doch kein Mädchen wollte ein Praktikum bei ihm absolvieren. Rauschte ein schwerer Güterzug vorbei, landete das Essen in den Gardinen. Der Bannwärter notierte die Farbe der Lokomotiven und klagte…

möglicherweise 

Eva Joan für #kkl54 „denkbar“ denkbar  vielleicht waren meine tiefsten Gefühle schon immer da geschrieben auf lose Blätter in langen Nächten ohne Schlaf irgendwo geduldig auf dich wartend   möglicherweise  manche Türen bleiben nur für eine Zeit lang offen handle handle richtig solange sie geöffnet sind irgendwann schließen sie sich  für immer möglicherweise  Eva Joan Ich lebe in Gronau (Leine), bin pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte und Kursleiterin für Autogenes Training. Seit 2001…

Schwestern

Kevin Markus Kruschwitz für #kkl54 „denkbar“ Schwestern „Liebste Schwester, bleib doch weg! Siehst du der Freuden Feste? Siehe doch, da ist kein Schreck. Sie wollen nur das Beste. Wer will schon dich? Du bist allein, Allein nicht ohne Grunde! Wo du bist, dort ist das Leid! Du bist die Sterbensstunde.“ Sie sieht die Freude, alle…

Die Prüfung

Kathrine Bader für #kkl54 „denkbar“ Die Prüfung Wieder einmal war sie auf Arbeitssuche. Wenigstens ein kleiner Nebenjob sollte es sein. Da traf es sich gut, dass sie – völlig überraschend – von einem Bildungsinstitut kontaktiert wurde, ob sie Interesse daran hätte, an einem Lehrgang zum Alphabetisierungstrainer mitzuwirken. Offensichtlich war eine frühere Bewerbung in diesem Institut…

Das Gedankengefängnis

Florian Stöckle für #kkl54 „denkbar“ Das Gedankengefängnis August Holzheimer ging durch die Fußgängerzone, um seiner Tochter ein Geschenk für den Geburtstag zu kaufen. Wie üblich war er ganz zerstreut. Er konnte nicht ausschließlich daran denken, was Marie wohl am besten gefallen würde. Er musste auch noch über alles Mögliche grübeln, das ihm spontan in den…

Zwischen Schritt und Schatten

Veronika M. Dutz für #kkl54 „denkbar“ Zwischen Schritt und Schatten Ein Blick, der nicht fragt,ein Stein, der nie fällt.Am Rand der Minutezittert die Zeit. Ein Name entgleitetwie Sand in der Glut.Der Himmel verharrtim Schweigen aus Licht. Ein Baum ohne Kroneträumt Wurzeln ins Nichts.Kein Kompass, kein Norden,nur Richtung im Wind. Die Fragen sind Häuseraus flüchtigem Glas.Der…

Herzwelt

Elke Hernandez für #kkl54 „denkbar“ Herzwelt Die Herzenstür das ist der OrtWo magisch öffnet sich das TorUnd Licht und Wärme steigt empor Dies ist der Platz, wo Grenzen sich auflösenWo keine Chance Vergleich und Wettkampf hat Wo Schuld und Angst vergeh`nUnd Spannung keine Verbindung hat Der Ort hat Farben und PoesieDer freie Geist kann wandeln…

Das Haus in Essex

Doreen Pitzler für #kkl54 „denkbar“ Das Haus in Essex Schon von außen sah das Haus beeindruckend aus. Es war alt, aber wunderschön und in einem guten Zustand, dafür, dass es schon seit Jahren leer stand. Über dieses Haus gab es unzählige Gerüchte. Von seltsam bis paranormal war alles dabei. War es wirklich denkbar, dass es…

Das Tavernenzimmer

Pit Brumm für #kkl54 „denkbar“ Das Tavernenzimmer Weit war es nicht bis zur Kirche.Dennoch kam ihm der Weg ermüdend lang vor. Keine Möglichkeit verloren zu gehen.Ausgeschlossen das Ziel zu verfehlen. Dennoch verlangsamte etwas seinen Gang.Eine Ahnung. Ein undurchdringlicher Nebel. Welche Kühnheit könnte diesen Schleier heben?Welches Streben könnte den Blinden sehen lassen? In kaltem Schweiß, mit…

Wir sehen euch

Andreas Tebbe für #kkl54 „denkbar“ Wir sehen euch Marc hatte früh gelernt, dass es leichter war, mit Maschinen zu sprechen als mit Menschen. Die Sprache der Codes war klar, präzise, ohne Zwischentöne. HTML, Java, später Python, Shell – alles geordnet, logisch. Die Welt der Zahlen und Anweisungen machte Sinn. Die andere Welt, die der Menschen,…

Denkbar aus der Redaktion

„Wenn ich es denken kann, kann es auch sein, gewesen sein, es noch zukünftig sein … „ „Ich denke, also bin ich“ (lateinisch: Cogito, ergo sum) ist ein berühmter philosophischer Satz, der von René Descartes geprägt wurde. Er stellt einen Grundsatz seines Denkens dar und soll die Gewissheit der eigenen Existenz durch das Denken belegen.…

treppengleich

Ingeborg Henrichs für #kkl53 „souverän“ treppengleichmeine worte möchte ichtreppengleichbehände geleitetgeländergleichelegant mit wende undpoetisch leichtem schwungbeim auf- und abgangin beschrittener erfahrungbewegender erkenntnisohne tiefgründige bedrängnisbis hin zur beflügelnder offenbarungeinfach frei laufen lassendoch manchmal stolpere ichüber versfüße hervorgetreten Ingeborg Henrichs, zuhause in Ostwestfalen, verfasst kürzere Texte, fotografiert gern Momente, die gedanklich weiterführen. Schätzt das Schöne und Wertvolle in Natur…

Nonchalance eines Pianisten

Ingrid Baumgart-Fütterer für #kkl53 „souverän“ Nonchalance eines Pianisten Ausgeglichen, in sich ruhendund mit hellwachem Geistbetritt der berühmte Pianistgemessenen Schrittesden vollbesetzten Konzertsaal,in dem Bewusstsein,nichts Wichtigeres zu tun,als gleich drei Klavierstückehintereinander zu spielen.Entspannt und selbstbewusstschaut er in die Rundemit dem Anflug eines Lächelns.Sein Gesichtsausdruckwirkt vergeistigt und ernst zugleich.Er setzt sich ans Klavier,schließt für eine Weile die Augen,konzentriert…

Gern wär ich…

Sybille Fritsch für #kkl53 „souverän“ Gern wär ich meiner Selbst sicher über alle Sicherheit hinaus – wäre so gern erkennbar unverwechselbar und wahr genommen hab ich viele Mal vom Leben und vom fremden Mut doch überlegen will ich niemals sein nicht abgehoben und nicht auserwählt nicht aufs Podest gestellt teuer bezahlt kein Volksvertreter kein Prophet…

Heute bin

Michael Sebörk für #kkl53 „souverän“ Heute binich souverän Setze michzur Wehr Dulde keineVerletzungen mehr Ich atmebefreit auf Seitdem ichden Müll nicht mehr schlucke Den andere mirzum Fraß vorwerfen Fühle ichmich befreit. Michael Sebörk, geboren am 06.12.1963 in Koblenz/Rhein. Aufgewachsen bin ich an der Mosel. Studium der Pädagogik in Köln und Oldenburg. Zur Zeit lebe ich…

Für die Ewigkeit

René Oberholzer für #kkl53 „souverän“ Für die Ewigkeit Ich habe dich verewigtIn diesem Text Du bist die ProtagonistinIn diesem Gedicht Die Wärme Deines LachensÜberstrahlt jede Strophe Der Klang deiner WorteHallt in jedem Buchstaben Deine Küsse leben aufZwischen den Zeilen Ich habe dich verewigtOhne dass du es weisst Von der Prosa zur Lyrik Du ziehst mich…

Einfach mal die Perspektive wechseln

Jens Faber-Neuling für #kkl53 „souverän“ Einfach mal die Perspektive wechseln Wir können zwar nicht in den Schuhen der anderen laufen, sprich, Gefühle und Denken 1:1 nachempfinden, aber ein Perspektivenwechsel liegt immer jederzeit in unserer Macht. Wir denken räumlich und Perspektive bedeutet –  Darstellung räumlicher Verhältnisse in der Ebene eines Bildes. Und – Standpunkt, von dem…

Der Aufstieg des Atlas

Oliver Fahn für #kkl53 „souverän“ Der Aufstieg des Atlas An einem strahlend klaren Morgen, als die Sonne sich gerade dem Horizont näherte, begann Aymen seine Reise. Auf dem alten, reich verzierten Teppich seiner Familie, der bereits viele Jahre in der Ecke des Wohnzimmers geruht hatte, erhob er sich in die Lüfte. Der Teppich, von vielen…

der Augenblick

Franz X. Scheuerer für #kkl53 „souverän“ der AugenblickZeitkristallin dem sich das Ereignis bricht seinen Weg sucht und findet in zahllose Richtungen strebtsich vermengt mit neuen Wirklichkeitenvielfältigen Träumen und Fantasien sich entgrenztunverwandte Ereignisse berührtjenseits absonderlicher Alltagsfragenunabhängig von Steuerbescheid oder Schuldenbremse  Souverän Franz X. Scheuerer. Geboren. In Schwenningen/Neckar. Lebt. In Hamburg.Schriftsetzer. Pädagoge. Lyriker. Herausgeber.www.artbooklets.de Über #kkl HIER

Von souverän…

Clara Sinn für #kkl53 „souverän“ Von souverän konnte keine Rede sein. Aber wenigstens hatte sie Klarheit. Was sie belastete. Sie nervte … Ichfühle mich von meiner Mutter genervt. Ich liege über Kreuz mit der Realität. Die sich nicht so gebärdet. Wie iches anders will … Ich will leben. Will frei leben: Sonnenfreizeit. Genießen. Können. Das…

Der heimlich Herrschende der Welt

Christian Knieps für #kkl53 „souverän“ Der heimlich Herrschende der Welt Daten gibt es wohl schon immer, seitdem es strukturiert denkende Menschen gibt. Aufgezeichnet sind diese Daten, spätestens seit dem Imperium der Fugger, wichtige Waffen auf dem Schlachtfeld der Mächte – und sie haben längst die allumfassende Macht übernommen. Selbst die modernsten Waffen – ob konventionell…

Denkverbot …

Frederik Wolfgang Kloiber für #kkl53 „souverän“ Denkverbot … Manchmal fühlt man sich nicht gehört? Schlimm wird es, wenn man überhört wird! Ich frage mich schon seit geraumer Zeit, was eigentlich meine Funktion innerhalb der Gesellschaft ist. Steuern zahlen und Pardon das Maul halten? Dem Bild des gehorsamen Idioten (Bürgers) entsprechen? Die Zeiten sind schlecht geworden –…

Ende der Anderszeit

Jenny Julind für #kkl „souverän“ Ende der Anderszeit Ende der Anderszeit Ich widerrufe Mein Einverständnis Das ihr euch Geholt habt Als ich nicht Anders konnte Als Unverständnis Mit Verständnis Zu verwechseln Und euch einzulassen Um meine Zeit Zu verändern Nun ist Rückkehr Wir entlassen euch Und wenden uns Der Wichtigkeit zu Da wir euch nicht…

Nie im Leben!

Andrea Tillmanns für #kkl53 „souverän“ Nie im Leben! Fünf Meter können unendlich hoch sein, wenn zwischen der festen Plattform und dem Wasser darunter nur Luft den Sturz bremsen könnte, der hinter mir drängelt schon, vom Beckenrand winkt die beste Freundin, nie im Leben, denke ich, und dann: an Malta, kristallklar das Wasser und eigentlich zu…

Souverän

Britta Pape für #kkl53 „souverän“ Mein Name ist Britta Pape. Ich bin am 27.8.1963 in Dortmund geboren. (Gelernte Bankkauffrau, verheiratet, vier Kinder, Geschäftsführerin einer Firma.) Die Tagebücher meines Opas aus dem Zweiten Weltkrieg haben mich inspiriert selbst zu schreiben. Siehe auch Briefe an Hans-1945-1946 Gedichte und Texte, die mich bewegen, habe ich auf meinem Blog www.gedankenmelodie.de  veröffentlicht.  Interview für…

Gestatten: mein Name ist Klatschmohn

Monika Schlößer für #kkl53 „souverän“ ich bin denn mal so frei mein stängel ist zart der kopf knallig rot ich liebe die sonne dazu etwas wind bin unabhängig vom brutplatz und niemals devot auszeichnung meinen lorbeerkranz reiß ich in stücke pflücke blatt für blatt heraus kehre rasch das welke grünzeug unter einen roten teppich schaffe…

Souverän war sie doch

Eduard G. Schlaffer für #kkl53 „souverän“ Souverän war sie doch Ein spätes Porträt in leisen Farben Sie heißt Marianne. Manche nennen sie Marie. Niemand nennt sie laut. Sie ist eine jener Frauen, über die selten Bücher geschrieben werden. Vielleicht, weil sie nicht schrien. Vielleicht, weil sie nicht fortliefen. Vielleicht, weil sie zu oft ein Zuhause…

Zuhause (vom Hörensagen)           

Christian Schwetz für #kkl53 „souverän“ Zuhause (vom Hörensagen)                                Hinter der Donau fließt Wein den Berg herunter. Bis ich am Berg bin, bin ich zuhause. Hin hausen, ab hausen, auf hausen, zu hausen. Ich will nichts sehen, ich will nichts hören. In Jedlers Dorf ist jedler am Hausen. Ich bin nicht da, ich bin nicht du.…

Spitzenrand

Jutta Engelhardt für #kkl53 „souverän“ Spitzenrand Kleinschrittig geht die alte Dame über den Flur, neben ihr ein Mann. Er presst die Lippen aufeinander, legt seine Stirn in Falten. „Komm, setz dich hierher.“, sagt er dann. Die alte Dame zeigt keine Reaktion. Er fasst sie am Arm, sie schaut erschrocken hoch. „Hierher.“ Sein Tonfall ist barsch.…

DER KULT

Ansgar Eyl für #kkl53 „souverän“ DER KULT Der Rauch floss in ein Nebelmeer. Ein Wolkenfisch grinste an einem Schornsteinhaken. Alles was Hände hatte, versuchte zu angeln und mit Messern und Gabeln nach den Fängen zu stechen. Speichel gurgelte durch verkrampfte Münder. Die Bisse nach den Gefühlsbrocken wogen schwer auf den zerkratzen Unterarmen. Ein Priester im…

Der Staat bin ich.

Christa Blenk für #kkl53 „souverän“ Der Staat bin ich. Der Sonnenkönig Ludwig XIV. (1638-1715) wurde mit vier Jahren zum König von Frankreich gekrönt. Bis zu seiner Volljährigkeit kümmerten sich seine Mutter, Anna von Österreich, und der Kardinal Mazarin um die Regierungsgeschäfte und orientierten sich dabei an Ideen des mächtigen Kardinal Richelieu. Zusammen legten sie den…

In mir

Gabriele Ejupi für #kkl53 „souverän“ In mir Ich höre leise meine Stimme,wenn außen alles laut erscheint.Ich kenne meine eignen Gründe,auch wenn ein anderer sie verneint. Ich stehe aufrecht, ohne Waffen,nicht trotzig, doch in mir gefestigt.Ich brauche nicht, mich zu verkleiden –bin in mir selbst am besten richtig. Ich frage nicht, was man wohl denkt,wenn ich…

In die Jahre gekommene Villanelle

Anita Lang für #kkl53 „souverän“ In die Jahre gekommene Villanelle Einmal zurück, einmal nach vorne sehen.Manchmal beschlagen sich meine Ohren.Bin ich weiser, bin ich sentimental geworden? Ich höre die Lieder aus der Vergangenheit.Meine Korrekturen, meine Unzulänglichkeiten.Einmal zurück, einmal nach vorne sehen. Bunte Schatten, sie folgen mir.Früher, ja einst, da konnte ich ackern wie ein Tier.Bin…

Souverän

Nikolina Susic für #kkl53 „souverän“ Souverän Leider ist die moderne Welt eine Welt, in der man sich leicht verirren kann. Medien, soziale Netzwerke, Mode – all diese Dinge senden uns Botschaften, die uns sagen, was wir wollen, wie wir aussehen und was wir erreichen sollen. Es ist so leicht, in diese Falle zu tappen. Man…

Trampelpfade und freier Fall

Stefanie Peitzmeier für #kkl53 „souverän“ Trampelpfade und freier Fall „Es gibt auch Checklisten für das Leben.“ Mit diesem Satz verlässt sie das Büro ihres Chefs. Es ist ihr Schlussakkord zu ihrem Gespräch über Compliance Richtlinien und seiner Wortsalve der unterschiedlichsten Schulungsformate dazu. In ihren nicht häufigen, aber regelmäßig stattfindenden Gesprächen, ist sein Wesen anfangs stets…

Ein Vorgang…

Sabine Fisch für #kkl53 „souverän“ Ein Vorgang im Kreiskrankenhaus wurde erst jetzt bekannt. Zwei Ärzte erklärten sich gegenseitig ihren kompliziertesten Krankheitsfall. Sie wetteten, wessen Patient eher sterben würde – einfach zu krank fürs Leben, befand jeder für seinen Fall. Die Kranken starben zwar in verschiedenen Räumen, aber auf die Sekunde zur gleichen Zeit. Ein Patt…

Rückführung

Karola Meling für #kkl53 „souverän“ Rückführung Heilsprache – die ich brauche – nicht jene – Nicht die über Lautbildungen hinausragenden Buchstaben Sondern Bannworte – wenn ich auf das treffe Wovor ich flieh – statt Rohbauten aus Satzanfängen Borken, Borken – ohne Rinden Ver-Satz-Stücke statt Herz-Stücke – bleibt Flucht: Ich zerstückele die Grammatik der Nichtwissenden Meine…

Der In Reimen Spricht

Gert Esterle für #kkl53 „souverän“ Der In Reimen Spricht Sonntagmorgen. Acht Uhr fünfzehn. Schlaftrunken tastete Dirs nach dem Kofferradio. Ein folgenschweres Ereignis an seinem achtzehnten Geburtstag. Du holde Kunst. Wer die Schönheit angeschaut auf Erden. Drei Jahrhunderte deutsche Dichtkunst. Der österreichische Klassiksender. Dirs hatte auf den falschen Knopf gedrückt. Mit Dichtung hatte er nichts am…

Forschung auf der Bühne

Xaver Egert für #kkl53 „souverän“ Forschung auf der Bühne „Und damit sind wir am Ende meines Vortrags angekommen. Wenn Sie die Foliensätze erhalten möchten, so hinterlegen Sie bitte bei meinem Assisstenten ihre Mailadresse.“ Rauschender Applaus war die Folge. Wie immer, wenn der Professor einen Vortrag hielt. Kurz darauf fand sich die übliche Traube an Interessierten…

Den Inseln entkommen

Martin A. Völker für #kkl53 „souverän“ Den Inseln entkommen Schaue dich um: Alles voller Leben. Aber wie ist dieses Leben organisiert? Welche Organisation bringst du hinein? Die Einteilung der Menschen in starke und schwache hältst du für natürlich? Dann wird es dir nicht schwerfallen, die Stärkung der Starken und die Schwächung der Schwächelnden gutzuheißen, dann…

Altes Paar

Otmar Heusch für #kkl53 „souverän“ Altes Paar Blicke verfangen sichin den Reliefs ihrer Gesichter.Vergangenheit sprießtaus ihren Gesichtsfalten. Toleranz und Achtungsind Atem für Harmonie.Wertschätzung veredeltdas Seelenlächeln. Spross des Vertrauenswuchs aufrecht und himmelweit.Die Sanduhr hat anBedeutung verloren. Gefühlte Bildererzählen trauliche Geschichtenund das Lied der Fantasiewird zur Hymne des Kommenden Der Atem verliert sich in leiser Musikund Frieden…

Ihr Anfang

Pit Brumm für #kkl53 „souverän“ Ihr Anfang Seid wie sie. Esst und trinkt mit ihnen.Lacht für sie.Nehmt ihnen ihr Urteil.Und gebt ihnen Raum. Raum im Geiste, zu erkennen, dass die Sonne stärker strahlt als ihr Mond.Sie sind die Gischt, ihr seid die Tiefe.Verteidigt ihr Haus durch euer Vorbild. Aber seid wie sie sind.In ihrer Freiheit…

Der Mut, den eigenen Weg zu gehen

Melanie Hütter für #kkl53 „souverän“ Der Mut, den eigenen Weg zu gehen Leonie war schon als Kind neugierig, wissbegierig und voller Tatendrang. Doch während ihres Studiums zur Bauingenieurin an der technischen Universität erlebte sie immer wieder, wie schwer es ist, in einer Männerdomäne Fuß zu fassen. Viele ihrer Kommilitonen – vor allem die männlichen –…

Die letzte Firewall

Ina Rieder für #kkl53 „souverän“ Die letzte Firewall Wenn ich eines nicht leiden kann, dann ist es Stress. In letzter Zeit nimmt die Spannung aber immer mehr Überhand. Ähnlich wie die eines überlasteten Stromkreises, der ständig steigt und droht, die Sicherungen durchbrennen zu lassen. Meine rechte Hand fährt wie hypnotisiert an den Griff der obersten…

Souverän

Ulrich Kaufmann für #kkl53 „souverän“ Souverän Was das alles zu bedeuten hat, wenn das alles so passiert. Ist mir das egal? Denkt sich Hendrik, als der Teufel vor ihm steht und eine kleine Gabe für die Regelung der Amtsgeschäfte erbittet. Oder du wirst in der Hölle schmoren. Bittet er? Oder fordert er mit der Androhung…

hopp hopp hopp

Mina Herz für #kkl53 „souverän“ hopp hopp hopp es regnet goldene kätzchen. die stille umkreist dich wie ein tiger. du hältst den kopf hoch / das kinn fliegt.diese leichte veränderung der perspektive / der tigerschnurrt. beweg dich! lass ab lass ab! nimm zurück /die namen der geister. selbst die wunderbuche trenntsich / zieht grenzen aus…

Utopischer Artist

Inesa Vlasova für #kkl53 „souverän“ Utopischer Artist Souverän, mit perfekt gebügeltem KragenSitzt du da, traust dich nicht zu wagen,den Mund zu öffnen, dich zu beklagen. Mit schmerzhaft durchgestrecktem RückenSitzt du da, und denkst dir: „Drücken,in die Form der Erwartungen – alles, nur bitte keine Lücken.“ Du sitzt da, mit breitem Lächeln im Gesicht,Augen ohne Licht,während…

​WINDSPIEL

​Tom Stephan für #kkl53 „souverän“ WINDSPIEL ​ ​Sorglos ​und beinah größenwahnsinnig ​tanzen zwei Ahornblätter im Wind. ​ ​ ​Tom Stephan (*1993 in Stuttgart) arbeitet als Künstler, Komponist und Autor. Sein Haiku „Windspiel“ ist 2025 in Poets of the new World Nr. 3 und in den Literarischen Blättern erschienen. Mehr Informationen auf: www.tom-stephan.de Interview für den #kkl-Kanal…

Der Fliegenträger (Remix)

Hans Castrup für #kkl53 „souverän“ Der Fliegenträger (Remix) Ich ging, der Aufforderung Dylan Thomas’ gehorchend, unruhig in die gute Nacht, die zu diesem Zeitpunkt noch Tag war. So lange ging ich, bis vor mir eine Reihe von Menschen stand, vor dem Kartenschalter einer Seilbahn eine Schlange bildend. Ein Stahlseil-Gondel-Loop. Zur Dekoration mit einer Ton-Schleife aus…

Sog

Bernhard Brack für #kkl53 „souverän“ Sog ZigarettenstummelZähne weissLippenstiftresteins Teer gepresstevollgesog’neplattgedrücktezerfasertverblasstnoch Rauchzeichenvon sich gebend Der Sogsich selbst zu seinfrei schwebendmit dem Rauchhinwegsouveränüber alles hinweg Bernhard Brack, 1957, ist in Abtwil/SG aufgewachsen. Nach Wanderjahren und verschiedenen Arbeitsstellen im Ausland bildete er sich zum Sozialarbeiter aus. Er war als solcher 33 Jahre in St. Gallen tätig und ist…

Was Mama nicht mehr regeln kann

Jule Widmann für #kkl53 „souverän“ Was Mama nicht mehr regeln kann Mit jedem Jahr der Unabhängigkeit von den Eltern addieren sich mehr und mehr Verantwortlichkeiten zum Skopus. Umzüge zum Beispiel. Umzuziehen hieß früher als Kind, sich schweren Herzens von der liebevoll erlesenen Steinesammlung zu trennen und zwei Wochen zwischen gepackten Kartons Currywurst mit Schraubenziehern zu…

Fluchtszenario No.1

Lucy Milena für #kkl53 „souverän“ Fluchtszenario No.1 Als der Wecker klingelt, ahne ich natürlich noch nichts.Wie immer taste ich nach meinem Handy, das neben dem Bett auf den Boden liegt und schalte den Wecker aus. Man soll ja nicht neben dem Handy schlafen. Das ist schlecht für die Schlafqualität. Die Handystrahlung an sich ist angeblich…

BILDER

Claudia Dvoracek-Iby für #kkl53 „souverän“ BILDER Du stehst vor dem Spiegel, zupfst dir ein paar Haarsträhnen zurecht, vermeidest dabei, auf deine Spiegel-Hände zu sehen. Nicht schon wieder kontrollieren, ob sie zittern! Du zwingst dich, stattdessen in deine Spiegel-Augen zu schauen, was es nicht besser macht, dir sieht pure Angst und Aufregung entgegen, du zwinkerst, massierst…

Von Sonnenuntergängen und Narzissten

Eva Marktl für #kkl53 „souverän“ Von Sonnenuntergängen und Narzissten Sie war souverän, zumindest versuchte sie so zu wirken. Er war ein Mann aus der oberen Mittelschicht, der, dem ersten Anschein nach, mehr von sich hielt, als er aus sich machte. Bei einer Firmengala trafen sie sich, als sie ihm das dritte Glas Wein servierte und…

SOUVERÄN

Christina Maria Hesse für #kkl53 „souverän“ SOUVERÄN, das schön klingende Wort für selbstverantwortlich, eigenverantwortlich oder selbstbestimmt steht auch für Josefine, die SELBSTSICHER in Nachthemd und Pantoffeln in den Keller zur Waschmaschine geht. Jahrzehnte war ihr schönes Haus mit Garten ihr ganzer Stolz und ein Ort des Glücks. Die eigenen vier Wände vermittelten Freiheit und gaben…

Woyzeck der Zweite und das Finanzamt

Maxim Haider für #kkl53 „souverän“ Woyzeck der Zweite und das Finanzamt -Woyzeck der Zweite in Gedanken schwelgend.-  W: Ach Marie, wie schön… Das sind die nächsten Schritte… ich der Kameramann! Gewerbe angemeldet, ich bin jetzt ein business man, ‚Goldman Zachs‘ haha! – der Spitzname wird ihr sicher gefallen. Aber dieses Steuerliche-Erfassungs-Ding, da werd ich nich‘…

Elke

Kora Busch für #kkl53 „souverän“ Elke Als ihr Mann verstarb, wartete Elke kein Trauerjahr ab, ehe sie begann, ihr versäumtes Leben nachzuholen. Zunächst schrieb sie sich an der hiesigen Hochschule für ein Studium der Physik ein, denn bereits als Dreizehnjährige hatte sie für Marie Curie geschwärmt. Stattdessen hatten die Eltern ihr nahegelegt, sich entweder für…

BITTERSÜSS

Ines Jakubetz für #kkl53 „souverän“ Über #kkl HIER

Hedge-Friederich

Philipp Ammon für #kkl53 „souverän“ Hedge-Friederich Er wallte zu dem Heiligtum: Die heiligen Stätten verehrte er,Umkreiste sie nach frommem Brauch.Durch diese Pilgerschaft erwarbEr seinen Namen: Hedge-Friederich. Doch weil der Friederich so fromm Betrachtete das Heiligtum,Ward er betraut mit HöheremUnd hütete der Weisen Stein,Den schwarzen Fels,BlackRock genannt:Die Kaaba des Kapitals. Der diente er mit frommem Sinn:…

„Er versucht die Welt zu lenken“!

Theresia Plank-Zebinger für #kkl53 „souverän“ „Er versucht die Welt zu lenken“! Theresia Plank-Zebinger, Malerin Über #kkl HIER

Timbuktu oder …

Andreas Tebbe für #kkl53 „souverän“ Timbuktu oder Buxtehude – Hauptsache, es steht im Handelsblatt Durch die kleine Gasse noch, dann sieht man es schon.Mitten auf dem Marktplatz, eingerahmt von roten Backsteinfassaden und einem viel zu kitschigen Schaufensteraufsteller: mein Büro.Ein Ort der Ruhe, zumindest für mich.Nach zwei Tagen Kindergeburtstag, Lego-Schlachtfeld und Schlafdefizit fühlt sich das hier…

Die Acht

Marike für #kkl52 „Essenz“ Die Acht liegt auf der Seite und zeigt dadurch ihre wahre Weite ober und unten sind verbunden durch die zwei Kugel-Runden mit ihrer Kraft hat sie Macht aus ihrer Mitte ist ein Spiegel gemacht in dem du dich immer sehen kannst auch wenn du schwankst Marike ist eine vielseitige Künstlerin; sie…

Selbstentfaltung

Ingrid Baumgart-Fütterer für #kkl52 „Essenz“ Selbstentfaltung Lausche mit inneren Ohrender Stimme deines Herzens,schau mit inneren Augendas Himmelreich in dir.Tauche ein indeine Schöpferkraft,die dir dort seit jeherzur Verfügung steht,spüre, wie selbstauferlegteBegrenzungen weichenund Raum schaffenfür Selbstentfaltung. Das Neugeborene Es macht sich keine(unnötigen) Gedanken,lebt im Hier und Jetzt,reagiert daraufspontan mit Gefühlen,unverfälscht, authentischwie nie mehr im Leben.Es ist reines…

Was am Ende bleibt

Oliver Fahn für #kkl52 „Essenz“ Was am Ende bleibt Regennass steht sie vor mir. Ein heftiger Guss torpediert die Ausrichtung ihrer hellgrauen, schulterlangen Haare. Tropfen beträufeln die Stirn, machen Halt auf ihren ausgetrockneten Wangen, verbünden sich mit Tränen und ziehen hinab zu ihrem flaumigen Kinn. Sie blinzelt wegen der Strähnen, die als Vorhang ihre Augen…

Panta rhei

René Oberholzer für #kkl52 „Essenz“ Panta rhei Die WahrheitTreibt im FlussFolgen wir ihrSonst schwimmtSie uns davon Botschaften aus dem Jenseits Neulich sah ich Bertolt BrechtWie er auf einer Wolke standUnd in den Himmel schrieb Nur die dümmsten KälberWählen ihre Schlächter selber Ich schaute nach OstenDann nach WestenUnd nickte Brecht zu Von Weitem hörte ichWie John…

Was wirklich zählt?

Michael Sebörk für #kkl52 „Essenz“ Was wirklich zählt? Liebe, die mir den Kopf verdreht Mein Nest in deinen Armen, kuschelig warm Deine Hände sanfte Gleitschirmflieger auf meiner Haut Liebe, die in uns leuchtet Im Atem des Glücks schwebend. Michael Sebörk, geboren am 06.12.1963 in Koblenz/Rhein. Aufgewachsen bin ich an der Mosel. Studium der Pädagogik in…

Was trägt

Gisela Baudy für #kkl52 „Essenz“ Was trägt Sehnsuchtlässt sich nichtausleben. Sehnsuchtist die Richtungdie uns trägt. Stillebringt siezum Klingen. Gisela Baudy Altphilologin, Germanistin, freie (Online-) Journalistin und Autorin in Hamburg. Eigenständige Gedichtbände seit 2016: „Tonspuren – Lyrisches Tagebuch“ (Verlag Stimme fürs Leben, vergriffen), „Worthaut“ und „Blaues Ufer“(Verlag awsLiteratur), „Winter im April – Gedichte und Aphorismen“ (Verlag…

Innig

Dario Schrittweise für #kkl52 „Essenz“ Innig Wie Eine Wolke Ein Blick Ein Flüstern Lächeln Nur Ein Hauch In der Nacht Innige Liebe Überwindet Alles Dario Schrittweise, Jahrgang 1980, lebt und arbeitet in Nürnberg. Er hat 2024 seinen Erzählband „Kaleidoskopische Welten“ veröffentlicht. Die Prosasammlung ist sein Erstlingswerk. Wenn er nicht schreibt, beschäftigt sich Dario Schrittweise gerne…

„Alles oder nichts,…

Ursula Förschner für #kkl52 „Essenz“ „Alles oder nichts, das ist hier die Frage“ – Dann doch lieber BEIDES! Als Kind fühlte ich mich bisweilen wie im Traum. So als wäre alles, was geschieht, nicht echt, nicht wirklich. Als wäre es nicht greifbar, sondern bloß ein Dunst meiner Ein-bildung. Jedes Mal musste ich mich mit willentlicher…

Forellenfilet

Peter Baeumle-Courth für #kkl52 „Essenz“ Das ganze Leben ist der Versuch, es zu behalten.Ingeborg Bachmann Forellenfilet Heute früh habe ich den Brief zu Ende geschrieben. Endlich. Aber ich habe keine Briefmarken mehr. Ich muss wieder zur Post. Wie mühsam. Dann ziehe ich mich jetzt doch richtig an. Nach der Post werde ich noch etwas zu…

DER RING DER EWIGKEIT

Sonja Henkel für #kkl52 „Essenz“ DER RING DER EWIGKEIT Wenn ich meine Augen schließe und ins Land der Erinnerung eintauche, sehe ich Mexiko und damit einen meiner schönsten Urlaube. Ich war aus dem winterlich kalten Europa entflohen in die tropische Schwüle von Mittelamerika. Von den Bahamas hatte mich das Schiff nach Cozumel, meinem eigentlichen Ankunftsort…

Was bleibt

Ella Einhorn für #kkl52 „Essenz“ Was bleibt Frauen schaffen Kunst. Gebären Bilder. Licht und Schatten. Kunst schafft Veränderung, auch über Jahrhunderte. Inspiration im Fluss. Artemisia. Frida. Sibylle. Ein Stammbaum aus Lebenslinien, Kunst als großherzige Ahnin. Schmerz und Leid, Liebe und Eifersucht. Frauenkörper in Rebellion. Was fließt mit der Zeit? Kunst bleibt, wenn wir nicht mehr…

Das bleibt

Clara Sinn für #kkl52 „Essenz“ Das bleibt „Das bleibt von einem übrig“, beendete ihre Freundin den Bericht, wie sie die letzten Dinge ihres Schwiegervaters zusammengepackt und aus dem Altenheim abgeholt hatte. Das letzte Destillat der Dinge hatte in eine etwas größere Sporttasche gepasst. Sie musste an ihren Vater denken. Irgendwie hatte er wohl gedacht, die…

Erwartungen

Andrea Tillmanns für #kkl52 „Essenz“ Erwartungen Der neunzigste Geburtstag ist Grund genug für einen kleinen Artikel in der Lokalzeitung. Sie dankt mir für die Blumen und bittet uns hinein. Mein Kollege fotografiert: Jubilarin vor Gelsenkirchener Barock. Sie wollte nie so alt werden sagt sie und zeigt ein Bild des jüngsten Urenkels. Was haben Sie sich…

Seelenlicht

Udo Brückmann für #kkl52 „Essenz“ Seelenlicht – Eine buddhistische Geschichte Im Nirgendwo des kargen Hochlands ragten die dicken Mauern eines uralten buddhistischen Klosters aus dem Gebirge in den Himmel und schienen dabei fast die Wolken zu berühren, die wie eine erdrückende Last über der Landschaft hingen. Und dennoch sollte es ein erhabener Tag werden, auch…

IN STEIN GEMEIßELT

Patrizia Franziska Rottmüller für #kkl52 „Essenz“ IN STEIN GEMEIßELT – IN DEN AETHER GETRAGEN In Stein geprägte Wortegelten als unvergänglich.Worte ausgesprochen,werden des Öfterenals vergänglich und unverbindlichangesehen.Man bedenke, -ausgesprochene Wortewerden in den Aethergetragen.Aether überdauertStein! Patrizia Franziska Rottmüller Gesund.Sportlehrerin mit Sportmanagement Grundl. der Sporttherapie DVGS e.V.staatlich geprüfte GymnastiklehrerinKampfsport, SELFDEFENSE WOMEN4. Dan Blackbelt/ KampfrichterlizenzDie Autorin hat seit 2024bei…

Der harte Kern

Sybille Fritsch für #kkl52 „Essenz“ Der harte Kern Der harte Kern ein All-in-All das Beste vom Besten Idee geboren aus einem Jenseits von Raum und Zeit und doch aus Fleisch und Blut: Eden jenseits von Eden Was bleibt ist die Idee von einer besseren Welt ein Sinn ein Sein eine Schönheit mit Ecken und Kanten…

Essenz

Dr. Manuela Rassaus für #kkl52 Acrylfarbe auf Baumrinde Dr. Manuela Rassaus Stuttgart, Germany (@manuela_rassaus) • Instagram-Fotos und -Videos Dr. Manuela Rassaus – KUNST-ONLINE Über #kkl HIER

Buddha, Suche nach der Essenz

Ingonda Lehner für #kkl52 „Essenz“ Ingonda Lehner, geb.1957 verheiratet, drei Kinder, wohnhaft in Waizenkirchen,  1976 – 1980 Kunstuniversität Mozarteum Salzburg: Malerei und textiles Gestalten Weitere Ausbildungen: NLP Master-Practitioner, Multimediale Kunsttherapie… Ausstellungen in Österreich: Präsentationen von Malerei, Zeichnungen und Lyrik Zahlreiche Veröffentlichungen von Gedichten in der Literaturzeitschrift „Pappelblatt“ (Literaturzeitschrift für Menschenrechte und Spiritualität, Wien)) und in…

Unschuld

Johannes Beetz für #kkl52 „Essenz“ Unschuld Für einen Moment am Morgen sind die Stimmen in der Bahn noch gedämpft sind die Parkplätze vor den Discountern noch verwaist ist die Sonne unschlüssig ob sie weiter über den Horizont hochklettern mag und der neue Tag gibt sich noch kurz so als könne er niemandem etwas zuleide tun.…

Von der unsichtbaren Essenz

Lea Stockmann für #kkl52 „Essenz“ Von der unsichtbaren Essenz Eine kurze Geschichte über Essentielles. Elias kam zur Welt, wie alle anderen auch – mit einem ersten Atemzug, einem ersten Schrei und einer unsichtbaren Essenz tief in seiner Brust. Sie war nichts, was man sehen oder greifen konnte, doch die Welt maß ihr eine Bedeutung bei,…

Sich verrühren

Johanna Hilgert für #kkl52 „Essenz“ Sich verrühren Durch den Saft meiner kräftigen Wassersuppe bin ich Alchemist. Sehe meine pompös mickrigen Muskeln im Funken des Hexenkessels glitzern. Der Inhalt in unsagbaren Farben, spritzt betrügerisch, als wollte er sagen: Ich will du sein, Lass uns tauschen. Augen tränen wässrig den Laborrauch hinaus. Wandregale durch Gläser geziert sind…

über die Stadt

Helga Schulz Blank für #kkl52 „Essenz“ über die Stadt gleite ich im Traum,schaue herab wie dieVögel, betrachte das Gewusel, höre den Lärm. Möchte den Fortschritt, die schnellen Schritte dämpfen, die Kinder springen sehen -allein oder mit Freunden. Und mich im Parkerholen, unter altenBäumen träumen,ungestört meditieren. Helga Schulz Blank, geb. 1948 in Innsbruck/ Österreich. Aufgewachsen, studiert in Berlin…

essenz   

Hillebrand Eleonore für #kkl52 „Essenz“ essenz    ein leben lang auf der suchelebt der menschin einem kokon aus äußerlichkeitenein dasein das ihm nicht gemäß sprengt er die lederhautgerät er ins strauchelnsucht halt in der luft die ihmden zweig der freiheit reicht wahrnehmung in ruhe wird zumlieblingstun  im fortgang dergemeinen Alltäglichkeit findeter unterscheidung in bedacht den…

Wer kennt noch eine süße Lektion?

Timea Hiller für #kkl52 Essenz“ Wer kennt noch eine süße Lektion? An diesem Sommertag am Rande der kleinen Ortschaft treffen sich zwei Jungs. Marc Bissi, der dreizehnjährige Berliner, besucht hier in den Ferien seinen gleichaltrigen Cousin, Leo Kleinstädter. Die Jungs genießen die Freiheit, die ihnen der sonnige Tag und der Abend schenkt. Leos Eltern gehen…

BERÜHREN

Lukas Felix Pohl für #kkl52 „Essenz“ BERÜHREN Das Jahr neigt sich dem Ende, Kälte liegt in den Straßen, nasser Asphalt reflektiert, schnelle Schritte. Hochaufragende Laternen über mir, ein matter Schimmer im düsteren Tuch, das die Farben der Stadt erstickt. Am Bahnsteig angekommen, Gleise ächzen, leuchtend fährt sie ein und öffnet die Türen zur Überfahrt. Körper…

Der Hunger von 1916

H. C. Schneider für #kkl52 „Essenz“ Der Hunger von 1916 Ich sah meinen Mann auf der anderen Straßenseite. Er stand da, den Blick auf einen Punkt weit über meinem Kopf gerichtet. Seine rote Krawatte saß zu locker. Sein Haar war zerzaust. Zerzaust auf diese mondäne Weise der Leute, die ihr Leben der Literatur verschrieben haben.…

Uns zum Spiegel    

Uns zum Spiegel              Gestoßenvon der HimmelsleiterUnter Ruchlose geratenDu mein Engel Mein Wegebehütersuchst nun Haltauf einer Bahre Noch Knabendie dich bargenDenen du dich anvertraust Sie tragen dichdeine Verletzlichkeitals zartgliedrige Monstranzin stiller Prozession und uns vorals einen SpiegelVerwundbarkeitin dieser Welt Versehrt und ungeschütztzeigst du dichangewiesenwie wir Erlittene Härtehat dich gebeugtdoch nicht gebrochen  Schneeglöckchenin der HandDeine…

und es heißt jetzt

Irena Habalik für #kkl52 „Essenz“ und es heißt jetzt auf den Zehenspitzen gehen mit diesem Spitzfindigkeitsgefühl dem feingesponnenen Atem Vor dem Schatten aufstehen Ruhe mitten im Gesicht behutsam eine Haarsträhne zurückstreifen nicht denken an Damals wo es hieß Warten darin Verharren mit den harten Stiefeln dem auswurfschweren Atem und es heißt jetzt Nicht-Warten Worte finden…

ent:fremd:et

Anne Kohler für #kkl52 „Essenz“ ent:fremd:et Als Kind habe ich unter dem KERN gelitten – unter dem, was ich war. Ich wollte, was gewollt werden wollte. Ich war durchlässig. Ihr Lachen drang durch meine Haut. Es schwamm in meinem Sammelbecken. In späteren Jahren war mein Äußeres eine /perfektionierte/ Hülle. [Süß schmeckt das Apfelfleisch. Der Rest…

Metamorphose

Lia Pipa für #kkl52 „Essenz“ Metamorphose Schmerzhafte Erfahrungen belohnen mit Großem. Weisheit und Wachstum. Sie verleihen Tiefe, die anderwärtig nicht oder nur schwer erreicht werden kann. Manche Erlebnisse entziehen dir den Boden unter den Füßen. Ängste, Traurigkeit, Schmerz, Sorgen und Kummer rauben dir den Atem. Lassen dich nach Luft japsend am Abgrund wanken. Der finale…

Asche

Michael Eschmann für #kkl52 „Essenz“ Asche Ein letztes Mal. Ein Moment. Eine Trauerhalle. Ein gestorbenes Ich. Eine Asche. Eine Urne. Eine Traurigkeit. Eine Erinnerung. Eine Gruppe von Menschen. Alles ist eins. Jetzt! Im Moment des Abschieds. Michael Eschmann, geboren 1958 in Mannheim. Er schreibt neben journalistischen Beiträgen über Literatur und Kunst auch Essays, Gedichte, Kurzgeschichten…

Gibt es ein Leben vor dem Tode?

mikebovisuals für #kkl52 Essenz“ THE GATE KEEPER: Die Essenz In den Tiefen der Existenz, jenseits der Oberfläche des Alltäglichen, liegt die Essenz. Sie ist das ungreifbare, flüchtige Moment der Erkenntnis, dass wir nur in der Ruhe finden. In der wirklichen Ruhe, die unabhängig davon ist, ob es um uns herum tobt. Die Essenz ist das…

Von der Beschränktheit…

Franz X. Scheuerer für #kkl52 „Essenz“ Von der Beschränktheitdes Wesentlichen Essenz,kalte Vokabel des SoseinsWorthülse gestaltloser Wesensartabstrakte Stellvertreterin alles Konkreten  beschreibe Körper und Gefühledie Kraft von Sehnen und Wollenden Fetisch von Linie und Kurveden Quell freiwilliger Ergebenheitdie Faszination der HingabeFrancois Villon’s wildes Begehren nach dem Erdbeermund Essenz ,es kann dir nicht gelingen Franz X. Scheuerer. Geboren.…

Essenztausch

Mila Alieva für #kkl52 „Essenz“ Essenztausch Meine Schwester kam nicht oft zu Besuch. Einmal im Jahr. Wie versprochen – und jedes Mal stellte sie das ganze Haus auf den Kopf. Beim letzten Mal kam sie, durchstöberte unsere Garderobe, kritisierte meinen romantischen, grauen Wollmantel – mit ihrer bordeauxroten Jacke vom Billigmarkt– und verschwand dann zu einer…

Die Essenz des Lebens 

Sukhpal Tacke für #kkl52 „Essenz“ Die Essenz des Lebens  Was ist die Essenz vom Leben? Für Spinnen ist es das Weben. Für Ärtze das Heilen, Für Hexen das Fliegen. Für Hühner das Eierlegen Und für Straßenfeger Fegen. Für die Weide das Klee Für den Berg das Schnee, Für die Fische das Wasser  Für ein Handtuch? Es…

Kern des Ganzen

Britta Pape für #kkl52 „Essenz“ Mein Name ist Britta Pape. Ich bin am 27.8.1963 in Dortmund geboren. (Gelernte Bankkauffrau, verheiratet, vier Kinder, Geschäftsführerin einer Firma.) Die Tagebücher meines Opas aus dem Zweiten Weltkrieg haben mich inspiriert selbst zu schreiben.Siehe auch Briefe an Hans-1945-1946 .Gedichte und Texte, die mich bewegen,habe ich auf meinem Blogwww.gedankenmelodie.de  veröffentlicht.  Über #kkl HIER

Meine Essenz des Lebens

Richard Pfund für #kkl52 „Essenz“ Meine Essenz des Lebens Zu begreifen, was man im Herzen trägt. Zu spüren, welch Sinn oder Essenz, das eigene Dasein innehat, ist nicht einfach. Gerade wenn der Körper nicht funktioniert, aber der Geist voll da ist. Durch meine schwere Spastik bin ich 24 Stunden auf Hilfe angewiesen und es war…

Keine Lüge spendet Leben

Martin A. Völker für #kkl52 „Essenz“ Keine Lüge spendet Leben Es ist egal, welche Beredsamkeit Schreibende im Allgemeinen, Philosophinnen und Philosophen im Besonderen aufwenden: Lass dich davon nicht beeindrucken, lass dich nicht ablenken. Ablenkung ist es, wenn dich Worte fesseln, und du die Person nicht siehst, die mit dem Werk zusammenhängt. Was haben die Wortreichen…

WAS FÄLLT DIR EIN?

Martin Bußmann für #kkl52 „Essenz“ Martin Bußmann ist Grafik-Designer, Texter und Stratege in einer Werbeagentur im Münsterland. Darüber hinaus entwickelt er seit vielen Jahren Texte, Gags und Pointen für Comedians wie Bernd Stelter. Dieser sagt über ihn: „Martin Bußmann ist ein absoluter Meister der schrägen Idee. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen.…

Dorfessenz

Julius Katins für #kkl52 „Essenz“ Dorfessenz Was draußen der Flussnebel war, war hier drinnen der Zigarettenrauch. Draußen schmiegte sich der Mondschein dicht in das Grau, hier versteckte sich das künstliche Licht hinter dem Qualm. Draußen waren die Straßen verlassen, hier tummelten sich Herren dicht an dicht. Sie saßen an Tischen, auf denen sie höchstens einen…

Eine Phiole voller Träume

Giuliano La Pedalina für#kkl52 „Essenz“ Eine Phiole voller Träume Fünf Minuten. Ganze Fünf Minuten, bis die nächste U-Bahn kommt. Markus blickt gestresst auf seine Uhr. „Es wird sich schon ausgehen“ denkt er sich. Das denkt er sich immer, doch manchmal wäre es auch schön etwas mehr Zeit zu haben. Doch was tut man mit 5…

Unison im Hinterhof

Julia Syndram für #kkl52 „Essenz“ Unison im Hinterhof Elises Füße schwangen frei über dem Boden. Normalerweise mochte sie es nicht, wie sie ihre baumelnden Beine daran erinnerten, inadäquat in ihrer Größe zu sein. Sicher, sie war erst fünf und die großen Menschen erzählten ihr immer wieder lachend, dass es gar nicht so lange dauern würde,…

Die Schaumkrone

Elisabeth Stritzl für #kkl52 „Essenz“ Die Schaumkrone Schon seit Stunden starrt Emma auf die alte, zerknitterte Landkarte, die vor ihr auf dem Tisch liegt. Immer und immer wieder fährt sie mit ihren Fingern die schwarzen Linien entlang. Da und dort wollten sie gemeinsam hin. Der Norden Italiens und längst vergessene Sehnsüchte breiten sich in und…

Alle Farben

Jennifer Pohl für #kkl52 „Essenz“ Alle Farben Als Kind konnte sie nicht mit Bleistift schreiben, weil ihr von der Farbe Grau schlecht wurde. Daran dachte sie, als die Ruhe einkehrte, als alles sich legte, ordnete, leise wurde, das Rauschen, das ständige Rauschen im Hintergrund endlich erlosch. Das Blut rann über ihre Wade, es war viel…

Während der große…

Nikolina Susic für #kkl52 „Essenz“ Essenz Während der große Dostojewski sagen würde, dass das Wesen eigentlich der Kampf des Menschen zwischen Gut und Böse in seiner Seele sei, würde Sartre argumentieren, dass wir als Menschen kein festes Wesen haben, sondern dass wir es uns aneignen – dass wir frei sind, es durch unsere Entscheidungen selbst…

Morbus und die Essenz der vier Elemente

Niko Kreische für #kkl52 „Essenz“ Morbus und die Essenz der vier Elemente – Ein alchemistisches Märchen Morbus, der kahlköpfige Hexenmeister, hatte mithilfe eines Zauberglases alle Inseln des Archipels in seine Gewalt gebracht. Täglich wandelte er über das Dach seines Palastturms und schaute durch das Zauberglas. Er konnte damit jeden Fleck seines Reichs überwachen. Entdeckte er…

Was bleibt von uns, wenn…

Gabriele Feile für #kkl52 „Essenz“ Was bleibt von uns, wenn nichts mehr da ist? Essenz – die Philosophie bezeichnet so das Wesen von Dingen und Menschen. Üblicherweise beschreiben wir mit dem Wesen das, was etwas oder jemanden ausmacht. Wir fassen damit zusammen, wie jemand auf uns wirkt. Wir sagen: „Mit ihrem umgänglichen Wesen passt sie…

Aus der Reihe „Kunst spiegelt, bewegt und setzt Ursachen“

„Die abgeschnittene Freiheit“ von Krystyna Steffens  „Ich fliege, ich fliege!“ Meine Begeisterung fürs Schaukeln musste ich allen mitteilen. Ich flog – war in der Luft, oben und frei. Die Bewegung der Schaukel entsteht durch die Berührung mit etwas Stabilem, mit der Erde. Sie verleiht Flügel, aber gleichzeitig bremst sie auch. Die Installation, die ich für…

Irgendwo zwischen…

Nicole Bianga für #kkl52 „Essenz“ Irgendwo zwischen Kindheit, Kater und Noise-Cancelling-Kopfhörern Elena war eins jener Mädchen, das vor nichts und niemandem Angst hatte, schon gar nicht vor Monstern. Jeden Abend sprang sie vor ihrem Bett in die Hocke, legte den wild gelockten Kopf seitlich auf den flauschigen Teppich ab und suchte, vor Aufregung kichernd, mit…

Essentielle Verbindung beim NIA*

Stefanie Bräunig für #kkl52 „Essenz“ Essentielle Verbindung beim NIA* Ich öffne mein Herz für mich.  Und nun, nun öffne ich mein Herz auch für dich. Ich will dir begegnen.  Auf eine andere Art.  Tiefer.  Auf anderer Ebene.  Losgelöst von Worten.  Verbunden im körperlichen Ausdruck. Ich spüre eine tiefe Sehnsucht, dir zu begegnen.  Auf Herzens- und…

Bänderstock

Alexander Weiz für #kkl52 „Essenz“ “ Was der Mensch von dem Volk nimmt, das soll er auch dem Volk wieder zurück  geben“. (Alexander Weiz) Bänderstock Soweit wir wissen, das Kultur und Geschichte nicht wegzudenken sind, denn sie sind ein Teil, der Deutschen und anderen Völker der Welt gehören. Um die Geschichte des eigenes Volkes gut…

Ein Mann…

Helge Bewernitz für #kkl52 „Essenz“ Ein Mann in einem roten Dress auf einem Motorrad Er weiß, er fährt, rollt dahin, in seinem roten Dress und der schwarzen, ledernen Kappe, doch ist ihm, er stünde still – die Landschaft rast, schwarz-rote Pixelwände, von feinen Linien gerahmt, der Horizont zu einem gelben Zeichen verdichtet, Motorgeräusch wie aus…

Kürbiskerne

Cornelia Nyuszi für #kkl52 „Essenz“ Kürbiskerne Im Spiegel sehe ich nichts. Ich stehe direkt davor, aber  er zeigt nur die grimmig-weiße Fliesenwand. Das bin nun also ich: Ein körperloses, geschlechtsloses, namenloses Etwas. Das ist, was vom Menschen übrig bleibt, wenn er stirbt – aber was ist das eigentlich, was übrig bleibt? Zu sehen ist jedenfalls…

Ein Tag im Frühling

Pit Brumm für #kkl52 „Essenz“ Ein Tag im Frühling Standest du jemals im warmen Frühlingswind,die zärtliche Berührung der warmen Frühlingssonne spürend,den Duft der Krokusse dich umarmend,der Ode des trockenen Schilfs am ruhigen Wasser lauschend?Im Schwindel des Moments hattest du dich verloren.Ihre Essenz hatte dich berührt,von hier fortgeführt,in eine Welt der Farben ohne Formen.Wo warst du,…

ZeitSein

Jens Faber-Neuling für #kkl52 „Essenz“ ZeitSein Im Still Stand Ist es zu hören Die Tiefe im Drang Und es geht immer weiter Dort oben in den Sternen Beim Treffen der Augenblicke Mit AllSein Und dem Nichts Nichts bedingt Es ist einfach In Liebe In Liebe zu Alle dem was ist Unendlicher Geist Ich ersehe Strahlen…

wir lassen…

Diana Jahr für #kkl52 „Essenz“ wir lassen verse durch unsere hände fließen und du wischst den klee einfach beiseite:wir brauchen kein symbolischesglück wir brauchenuns und taten aus nervensträngenworte aus wermutund liebesei die essenz oderexotische zutatfür ein gedicht poetische szene einer zweiflung in panoptischer maniererde ist erdevielschichtig gekörntund mir fällt ein stein vom baummeine ohren pfeifenein staubiges lieddie…

Sumi-e

Petra Dahlemann für #kkl52 „Essenz“ Sumi-e Die Augen, die mich ansehen wie eine Fremde. Die Blässe zwischen Mund und Nase – zeichenhaft. Die Fingerknöchelchen. Wie die Augen sich schließen in einem kleinen Moment des Schmerzes und eine einzelne Träne rinnt. Der geduldete Kuss auf die Wange – zeichenhaft. Wie der junge Mensch im alten verschwindet,…

Aus Ungnade heraus

Sascha Schindler für #kkl52 „Essenz“ Aus Ungnade heraus braut sich der SudMilchig und durchschaubar diese Stimme die es lud In ein Heim das uranfänglich weiltWo Männer warten und die Frau zum Glockenseile eilt Um zum Gott zu laden für VergebungDenn Blut und Fleisch sind willig; schwach in Erhebung Aufrechten Handelns das die Bleibe kenntSchnell das…

Erkenntnis 

Claudia Hummelsheim für #kkl52 „Essenz“ Erkenntnis  Ich gab Adameinfach nichts vom Apfel ab – zugegebenes war anders vorgesehen – der Apfel schmecktedas war alles Claudia Hummelsheim *Geboren 1961 in Göttingen, lebt und arbeitet in Dortmund, Mitarbeit bei literarischen Projekten des LiteraturRaumDortmundRuhr e.V. Veröffentlichungen in Anthologien, zuletzt u.a. : LiteraturRaumDortmundRuhr, Ein Lesebuch, Dortmund 2022, Beuys! syueB…

Morgens

Bernhard Zilling für #kkl52 „Essenz“ Morgens Es ist Morgen – und die Uhr will wieder nicht still stehen. Halt! sage ich. Nicht schon wieder meine schönen halbschläfrigen Minuten mit Deinem langen Zeigern einfach so mir nichts dir nichts in viele mich zur Arbeit drängende Sekunden zerschneiden! Mich so schutzlos dem neuen Tag auszuliefern. Den ich…

Selbstverständlich

crackthefiresister für #kkl52 „Essenz“ Selbstverständlich Wir sitzen hier ganz selbstverständlich,ich blicke aus dem Fensterund draußen tummeln Menschen sichund drinnen die Gespenster. Und über uns ist immer noch das Himmelszelt gespanntund unter uns ist fester Grund,als Erde uns benannt. Und rings um uns ist Luft – ganz klar -und jederzeit ist Wasser da. crackthefiresister 1983 geboren…

Der Wald

Bianca Jenné für #kkl52 „Essenz“ Der Wald Der Wald ist so wie das Leben, Er kann einem vieles geben. Heute ist er sehr kahl und kühl, Dann schenkt er ein Frühlingsgefühl, Im Sommer ist er grün und weich, Im Herbst ist er so farbenreich. Der Tanz um die Jahreszeiten. Der Wald ist so wie das…

Neuanfang 

Ava Rauch für #kkl52 „Essenz“ Neuanfang  Die leere Hülle ihrer Selbst wird gefüllt durch neugewonnene Worte.  Sie tastet sich vor, modelliert ihre Vergangenheit. Und während sie noch erzählt, da fragt sie sich:  „lüge ich?“  Aber sie kann sich diese Frage nicht beantworten, denn um sie ist Fremde und in ihr nur die Leere eines Herzens,…

Ätherische Öle

Uta Biehl für #kkl52 „Essenz“ Ätherische Öle Grau steht der Nebel vor den hohen Fenstern des Labors. Verschlafenheit in den sauberen Räumen, auf den weißen Tischen, über denen die Regale mit Salzen, Säuren, Pflanzenauszügen angebracht sind. Neonröhren blinken auf, ihr kühles, sachliches Licht bringt Helligkeit, bringt Mädchen, 16-, 17-Jährige, in weißen Kitteln, die übersät sind…

Der Spiegel

Annabel Herkströter für #kkl52 „Essenz“ Der Spiegel Was spiegeln die Augen?Deine Seele?Ein nach innen gerichtetes Bild…Zuerst muss es dunkel werden.Die Farben weichen. Und die Geräusche auch.Gedämpftes Dunkel rückt den Spiegel näher,der gegen die andere Seite Sterne blendet.Sag, bist Du geblendet?Von mir? Von Dir? Annabel Herkströter wurde 1995 in Südtirol geboren. Nach der Matura studierte sie…

Das, was im Leben zählt

Theresia Plank-Zebinger für #kkl52 „Essenz“ Theresia Plank-Zebinger, Malerin Über #kkl HIER

Tummelplatz der Götter

Anita Lang, Hermann Höger für #kkl52 „Essenz“ Tummelplatz der Götter Auf dem Foto sehe ich aus, als wäre ich hinüber. Ein graues Gesicht, meine geschlossenen Augen, regungslos auf der Bahre einer Krankenhauslobby liegend. Eine Schwester mit Hygienemaske, die dunklen Haare in ihr Uniformhäubchen frisiert. „Bank“ hat es mit seinem Handy gemacht. Er fotografiert nach Herzenslust,…

Das Haus, das keiner suchte

Andreas Tebbe für #kkl52 „Essenz“ Das Haus, das keiner suchte Sie trafen sich nicht auf der Suche, sondern auf der Flucht. Die kleine Maus war zuerst da. Vorsichtig. Klar im Kopf. Sie mochte Pläne, Strukturen. Und sie konnte sehr gut allein sein. Der Hamster kam später. Einer von denen, die immer etwas mit sich herumschleppten…

Aus der Redaktion

Aus der Redaktion in die Essenz „Die Essenz (ousia) ist für Platon das, was den Formen oder Ideen (eidè) ihren wirklichen und ewigen Charakter verleiht. Aristoteles bezeichnet damit zum einen die konkreten Einzeldinge und zum anderen die Arten, denen diese Einzeldinge angehören.“ So dürfen wir das Wort ESSENZ deuten, wenn wir Google bemühen. Noch interessanter…

Das Floß der Medusa

Christa Blenk für #kkl51 „Passagier“ Das Floß der Medusa Das Floß treibt auf offenem Meer. Land ist nicht in Sicht. Von den ursprünglich 149 Passagieren sind in den vergangenen 13 Tagen bereits 134 dem Hunger, Durst und Wahnsinn erlegen. Die Männer sind in Lumpen gekleidet, die Toten nackt. Die Menschenpyramide rechts im Bild weist auf…

Reisende

Mo Haver für #kkl51 „Passagier“ Reisende Auf einsamen Wanderungen eine Reisende ohne Gepäck ich habe die Berge nie verlassen meine Erinnerungen ließen mich nicht mehr los meine Erinnerungen folgten mir wie ein alter Zauber Ich war scheuer als die Eulen die in der Nacht in meinen und deinen Träumen fliegen es ist sehr dunkel in…

Rollende Therapiezentren

Chantal Mäurer für #kkl51 „Passagier“ Rollende Therapiezentren Mein Taxi ist mein rollendes Therapiezentrum, mein persönliches Kuriositätenkabinett, mein fahrendes Soziologielabor. Und ich bin die geduldige Beobachterin, die Chronisten des ganz normalen Wahnsinns, der sich Tag für Tag auf meinem Rücksitz verirrt. Heute ist auch wieder so ein Tag. Draußen nieselt es, also die perfekte Wetterlage für…

Nur ein kleiner Tropfen

Dario Schrittweise für #kkl51 „Passagier“ Nur ein kleiner Tropfen Mensch, vergiss deine Bestimmung nicht, bedenke, alles ist vergänglich, betrachte die Erhabenheit der Natur, fühle dich nicht so wichtig. Wir sind alle nur ein kleiner Tropfen im großen Ozean des Lebens, unser Dasein ist sehr wertvoll. doch ebenso zerbrechlich. Drum nutze deine kostbare Lebensreise mit Demut…

Buch des bisher Unsterblichen

Christian Schwetz für #kkl51 „Passagier“ Exposé vom Buch des bisher Unsterblichen (von den Menschen und ihrer Sprache) Ein (bisher) Unsterblicher erzählt die Geschichte der Menschheit, wobei sich die Sprache des Romans fließend dem Zeitstrom anpasst. Er weiß nicht, warum er (bisher) unsterblich ist und war, er weiß nur, dass er sich erinnern kann, viele tausend…

Eulen nach Athen

Monika Schlößer für #kkl51 „Passagier“ Monika Schlößer   Geboren 1949, lebt mit ihrem Mann in Bad Münstereifel, 2 Töchter und Enkel. Normalerweise mit einer Tüte Buchstaben unterwegs, hat nun zu div. Farbtechniken gegriffen. Über #kkl HIER

Gibt es ein Leben danach?

Patrick Kühnel für #kkl51 „Passagier“ Gibt es ein Leben danach? Wir lassen uns direkt hinter einem jungen Paar mit quengeligen Kind nieder, unsere Sitze sind mit buntem zerschlissenem Stoff bezogen. Sie passen zu dem Eindruck, den ich schon beim Blick vom Boarding Gate auf die Maschine hatte: Rostflecken, abgeblätterter Lack. überstrichene Logos. Gurtschnallen klacken, heiteres…

Etwas Besseres als den Tod

Falk Andreas Funke für #kkl51 „Passagier“ Etwas Besseres als den Tod Gestorben und angekommen im Einst. So simpel war das Hinübergehen. Als  ob man in den Bus einstiege. Und da macht man das ganze Leben lang um den Tod so einen Bohei. Denkt Karl Salz. Allerdings: dass es so etwas wie das Einst geben würde,…

‘n Käffken nur vor Mitternacht

Christian Günther für #kkl51 „Passagier“ ‘n Käffken nur vor Mitternacht Auf den nächtlichen Straßen herrschte wenig Verkehr. Der silberne 3er-BMW stand an der Haltestelle vor der Gustav-Heinemann-Brücke, Judith und ich daneben. Unseren Standort vor einigen Minuten durchgegeben, war das kleine Päusken um fünf Minuten vor zwölf abgesegnet. Die leere Thermoskanne im Gepäckabteil verstaut, hatte Judith…

Lichter in der Nacht

René Oberholzer für #kkl51 „Pasagier“ Lichter in der Nacht Nach der Scheidung von Jodie hatte ich den Blues. Trank immer wieder über den Durst. Eines Morgens fuhr ich nach Hause. In einem Taxi. Ich bedankte mich, zahlte den Fahrpreis. Die Taxifahrerin stützte mich und brachte mich zur Haustüre. Einige Wochen später trank ich wieder über…

Auf der Reise

Sybille Fritsch für #kkl51 „Passagier“ Auf der Reise Auf der Reise im Übergang von Unorten ins Gelobte Das Gestern im Notgepäck (hoffentlich kein Strafzoll zu zahlen) Träume wechseln sich ab mit Alptraum Noch kein Boden unter den Füßen Kein Land mehr in Sicht Heute im Fluss Nicht blind aber Passagier mit Sinnfahrkarte ohne retour Was…

Ein leerer Waggon mehr …

Frederik Wolfgang Kloiber für #kkl51 „Passagier“ Ein leerer Waggon mehr … In meinen Händen halte ich ein Paar Tickets für ein Konzert. Schon am Überlegen, gegen was ich sie eintauschen könnte, klingelt das Telefon. Eine gewisse, zu gut informierte weibliche Person mit gefährlichen Augen und einem Talent, zu schnurren wie ein Kätzchen, flötet ein mir…

 Heut am Morgen stieg ich ein…  

Ingonda Lehner für #kkl51 „Passagier“ Heut am Morgen stieg ich ein in den Zug der Zeit, und sah in den Fahrplan rein, er gibt stets Bescheid. Jede Abfahrt, Ankunft hier, schwarz gedruckt hier steht, jede Zeit auf dem Papier, wohin sie auch geht. Dieser Plan mich wissen ließ, dass die Zeit auch stimmt, bis ein…

Buspiloten

Stefan Junghanns für #kkl51 „Passagier“ Buspiloten Im März 2074 folgte die Aldrin-Station bereits vier Jahre ihrer einzigartigen 8-förmigen Umlaufbahn um die Erde und den Mond. Die Nachfolgerin der Lunar Orbital Platform Gateway-Station war gleichsam als Zubringer, als auch als Labor All konzipiert. Sie pendelte von der Erde und ihren Stationen und zur Mondstation Artemis, die…

Passagen

Daniel Mylow für #kkl51 Passagier“ Passagen Als sei es möglich zu zerfließen. Das Wasser spiegelt das hohe Licht des Mittags, während ihre Hände für einen Augenblick wie weiße Falter ins Helle fliegen, bevor sie auf seiner Brust liegen bleiben. Er schließt die Tür. Während sie sich ausziehen, fiebrig umfangen vom Licht, das durch die Holzplanken…

Überfahrt

Christian Engelken für #kkl51 „Passier“ Überfahrt Sogleich beglückt die Brise – Nicht nur der Friese Fühlt sich erfrischt durch diese. Und wie das erst erfrischt, Wenn dann die Gischt Sich in die Brise mischt! Der Kapitän, der schicke, Vorn auf der Brücke Nimmt auch wohl ein paar Schlücke… Der Möwe schriller Pfiff Als Inbegriff Der…

Profile

Clara Sinn für #kkl51 „Passagier“ Profile Großes Gedränge beim Buchen der soeben vorgestellten Ausflugsziele des Folgetages. Zum dritten Mal die Durchsage, dass der Tagesausflug ab 8.30 Uhr „ausdrücklich nicht“ für Gäste mit Einschränkungen beim Gehen vorgesehen sei. Zehn Minuten später noch einmal der Hinweis, für die „Gäste mit Rollator geeignet“ sei ausschließlich der Landgang ab…

Trilogie der Bewegung

Eduard G. Schlaffer für #kkl51 „Passagier“ Trilogie der Bewegung I. Aufbruch Ich packe Licht in die Tasche,Nehm Zweifel wie Reisegeld,Die Uhr zeigt mir keine Zeit,Nur Richtung, kein Ankommen.Ein Wind flüstert: „Jetzt! Geh los!“Das Ziel ist noch ohne Namen,Doch das Herz hat schon ein Bild.  II. Fahrt Der Zug atmet in der Nacht,Ein Puls aus Metall…

Das Leben lässt sich…

Kerstin Müller-Hörth für #kkl51 „Passagier“ Passagier Das Leben lässt sich gut beschreiben, wenn ich es mir wie eine Zugfahrt vorstelle: Alle Menschen fungieren in diesem Konstrukt als Passagiere und beginnen ihre Reise an unterschiedlichen Startbahnhöfen. Die Fahrgäste lassen sich grob in drei Kategorien einteilen: Die erste Gruppe steht bereits einige Minuten vor der geplanten Abfahrt…

Im Zug der Träume

Roswitha Böhm für #kkl51 „Passagier“ Im Zug der Träume Der Zug war alt. So alt, dass Thea, kaum eingestiegen, meinte, den Geruch vergangener Jahrzehnte zu riechen – altes Leder, Staub, ein Hauch von Maschinenöl und eine Prise Geschichten. Es war einer dieser Züge, die man sonst nur in Filmen sah oder bei Nostalgiefahrten. Und doch…

Die Verspätung

Robert Höpfner für #kkl51 „Passagier“ Die Verspätung Ich habe die Angewohnheit, hin und wieder meine Ablageordner durchzublättern, überflüssiges auszusondern. Dabei stieß ich vor kurzem auf ein Schreiben, dass ich vor über 30 Jahren los-gelassen habe. Es ist ein Beschwerdebrief an ein Reiseunternehmen. Ich will hier zunächst den vollen Wortlaut wiedergeben und anschließend berichten, was sich…

FESTGESPRÄCH

Lukas Felix Pohl für #kkl51 „Passagier“ FESTGESPRÄCH Am Fuße einer unendlich breiten grauen Steintreppe, die so breit war, dass sie hunderte Menschen gleichzeitig auf- und abschreiten hätten können, erstreckte sich eine riesige Halle. Lederne Sofas und Tische aus Mahagoniholz auf Persischen Teppichen und Tierfellen, und Menschen sitzend und stehend in Grüppchen, die mit gespitzten Fingern…

Verliere nie den Überblick!

Lilian Zivkovic für #kkl51 „Passagiere“ Verliere nie den Überblick! Fand gestern zwei Matrosenanzüge, unten links in der Kommode, gleich neben dem vergessenen Sparschwein. Fand auch die kleine, unversehrte, braune Eulenfigur. Das Geschenk von, wer war das noch?! Jemand hat es gut mit mir gemeint. Das Haus ist eng. Unglaublich, man ist doch nicht mit Tieren…

Passagier

Harald Birgfeld für #kkl51 „Passagier“ Harald Birgfeld, geb. 1938 in Rostock, lebt seit 2001 in BW, 79423 Heitersheim. Von Hause aus Dipl.-Ingenieur, befasst er sich seit 1980 mit Lyrik, Prosa und Malerei. Veröffentlichungen „Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik. e.V.“ Leipzig, ISBN: 3-937264. Weitere Veröffentlichungen auch in Druck und Herstellung bei BoD, Norderstedt. Es erschienen mehr als…

Die weitgereiste Fluse

Andrea Tillmanns für #kkl51 „Passagier“ Die weitgereiste Fluse Auf meiner Bluse saß eine Fluse ganz alleine ohne Arme und Beine. Sicher langweilte sich ganz fürchterlich die kleine Fluse auf meiner Bluse! Jetzt nehm’ ich sie mit auf Schritt und Tritt, zeig ihr von der Welt, was mir gefällt. Und wer von euch mag, nimmt für…

Die Zugspringer

Magdalena Berger für #kkl51 „Passagier“ Die Zugspringer Auf einer Zugfahrt mit mehreren Tunneln fragte ich mich: Was passiert eigentlich in der Dunkelheit, wenn ein Zug mit annährend zweihundert Stundenkilometern hindurchrast? Leuchtet das Innere des Bergs nur kurz lichterloh auf, bevor alles wieder in schwarzer Stille verschwindet? Aber wenn der Zug nichts mit dem Berg macht,…

Manche sagen

Anna Moesus für #kkl51 „Passagier“ Manche sagen, wir seien nur Passagiere auf einer Reise durch die Welt. Doch Tausend kleine Entscheidungen haben die Richtung dieser Reise verstellt. „Wir wissen nicht, wohin sie führt“, sagen wir und machen uns Sorgen. Doch wann haben wir je die Zukunft gekannt? Sie ist nie „heute“, immer „morgen“. Wären wir…

Der Passagier

Anna Darms für #kkl51 „Passagier“ Der Passagier Um 25:71 Uhr hätte er kommen sollen, aber er das tat er nicht. Vermisst hat ihn keiner. Denn wie kann man auch jemanden vermissen, den man nicht kennt? Le und Mon beim Sonntagskaffee Le schlürft ihre Holunderblüten-Zitronen-Schorle leer, als sie euphorisch beginnt zu labern. Le: Mon, du kennst…

Vom Glück, ein Optimist zu sein

Anke Schüür für #kkl51 „Passagier“ Vom Glück, ein Optimist zu sein Als Passagier auf einer Schiffsreise, in einem Flugzeug oder auch als Mitreisender in einem Bus vertraue ich ganz auf das Können des Kapitäns, Piloten oder Fahrers. Ich verlasse mich darauf, dass er sein Handwerk beherrscht, denn mein und das Leben – die Unversehrtheit -…

Worldtrans-Express

Karin Leroch für #kkl51 „Passagier“ Worldtrans-Express Ich reise im Worldtrans-Express von Wien nach Sydney. Der Zug fährt entlang einer von Astrophysikern neu entdeckten Krümmung im Wirklichkeitszeitraum und kann eine Höchstgeschwindigkeit von über 2000 Kilometern pro Stunde erreichen. Wir fahren führerlos, das Triebwerk erhält seine Impulse durch die Funkverbindung zum Satelliten Leya7. Auf dem Bildschirm in…

Oma  war nie „weggewesen“

Tanna Künemund für #kkl51 „Passagier“ Oma  war nie „weggewesen“ und Mama verlachte sie manchmal dafür. Das müsse sich ändern. Es wäre sogar peinlich, sagte sie. „Du kennst doch nix von der Welt.“, sagte sie und betonte nix so sehr, dass es viel wurde. „Und nie kaufst Du Dir etwas!!“ „Wie kann es sein, dass Du…

Hast du darüber nachgedacht

Tomasz Blachowicz für #kkl51 Passagier“ Der Passagier Hast du darüber nachgedacht, mein Bruder, meine Schwester,wenn du als Passagier durch das Fenster des Lebens schaustbis zum Horizont, der sich verbirgt,dass dein Raum dreidimensional ist? Du musst fraglos zugeben,diese Reise ist auch eine Frage der Zeit,und wenn du auf die Uhr schaust, wie es Brauch ist,beinhaltet dies…

Traumschiff

Karin Alana Cimander für #kkl51 „Passagier“ Traumschiff Manchmal, wenn ich die Augen schließe, sehe ich am Horizont der Fantasie ein Schiff mit Traumsegeln. Ich fliege dorthin, gehe an Bord, lasse das Hier und Jetzt hinter mir. Ich sehe die Sonne langsam untergehen, höre das Rauschen der Wellen, die Melodie des Windes, sehe die letzten Sonnenstrahlen…

Aufbruch

Maja Heier für #kkl51 „Passagier“ Aufbruch Sie stieg an einem Dienstagmorgen in den Zug. Einzig und allein ihr rotes, leeres Portemonnaie und ihre Fahrkarte, hielt sie fest in ihrer Hand. Der Mann neben ihr stank nach Schweiß. Er hatte zwei Koffer und einen hässlichen, alten, grünen Rucksack. Sobald die Tür aufging, raffte er hektisch seine…

Notbremse

Johanna Hilgert für #kkl51 „Passagier“ Notbremse Du fährst mit dem Zug und die Landschaft verschwimmt als eine Ansammlung an Farben und Strukturen. Den Punkt, den du eben ansahst, hast du längst verloren. Deine Augen huschen von Objekt zu Objekt und die Haltestelle von eben ist bereits vergessen. Eigentlich hast du heute genug gesessen; schläfst beinahe…

Lemniskate

Christiane Richter für #kkl51 „Passagier“ Lemniskate Ein Kolibri war ein herausragendes Tiere. Nicht nur trotzte er den Gesetzen der Natur, indem er in der Luft stehen bleiben konnte, während sich seine Flügel mit rasantem Schlag weiterbewegten, sondern er war auch als einziger Vogel in der Lage, rückwärts zu fliegen. Und wenn es nötig war, gelang…

Temps Perdu

Johannes Witek für #kkl51 „Passagier“ Temps Perdu Leeres Auto am Straßenrand, abends, nachts, jede Nacht, die Tür öffnet sich das Licht geht an, niemand steigt aus niemand steigt ein eine Stimme sagt: Die wahre Reise besteht nicht darin, neue Landschaften zu entdecken, sondern darin, neue Augen zu bekommen Johannes Witek, geboren 1981 in Linz, lebt…

Pasagier in meinem eigenen Leben

Sasha Dominique Djoleo für #kkl51 „Passagier“ Pasagier in meinem eigenen Leben Ich schließe die Augen und wache auf,in einem Zug der fährt durch die Dunkelheit,und in meinem Innern herrscht Verwirrung. Wo führt dieser Zug hin? Frage ich den Lokführer.„Zum Ende“, sagt er.„Zum Ende?“, frage ich zurück.Doch die Antwort verfliegt wie der Wind. Ich schaue aus…

Im Zug des Lebens

Michelle Paschilke für #kkl51 „Passagier“ Im Zug des Lebens An allen Orten hält er an, niemand fragt je wo oder wann. Ohne Zögern steigen sie ein, keiner will der Letzte sein. Manche mit Gepäck, andere ohne, es mischen sich Lachen und Klagetone. Sie nehmen die Plätze ein geschwind, wohl wissend, dass keiner die Reise gewinnt.…

Der Durchgang des Menschen

Martin A. Völker für #kkl51 „Passagier“ Der Durchgang des Menschen Menschen sind wie viele andere Tiere Höhlenwesen. Höhlen bieten Schutz vor Wetter und Verfolgung, sie dienen als Speicherorte für Vorräte, und ihre Wände werden zu bunten Projektionsflächen eigener Ziele und Wünsche. Je höhlenartiger eine Behausung, desto gemütlicher kann sie sein. Weiche Felle, duftende Hölzer, knisternde…

Hagen

René Gröger für #kkl51 „Passagier“ Hagen Schnell suchte sie die letzten Sachen zusammen: Rassel, Kuscheltiger, Schnuller, Wollmütze. Sie verstaute alles in der Ablage des Kinderwagens. Mit Jeremy übers Wochenende zu den Eltern fahren, war mit ihrem rostigen Golf schon ein Abenteuer – wie sollte das erst mit der Bahn werden? Seit das Auto der Schrottpresse…

Der letzte Brief

Matilda Lütticke für #kkl51 „Passagier“ Der letzte Brief Der Hafen in Pucallpa ist laut und hektisch, aber ich liebte es. Nicht zum ersten Mal machte ich nun diese Reise. Ich hatte einen Rucksack mit den paar Sachen, die ich brauchte, und eine große Plastiktüte, die meine Mutter mir mitgegeben hatte. Ich solle sie zu meiner…

Die Reise

Ursula Förschner für #kkl51 „Passagier“ Die Reise So schnell, des Lebens Zug, ohne Unterhalt. Bald fängt dein Blick einen Baum, ein Kind, einen Schmetterling – schon vorbei. Einerlei. Neben dir Freunde und Feinde, steigen ein, steigen aus. Liebe und Schmerz. Wehmut, Lebwohl. Bis ans Ziel. Ursula Förschner, geboren 1966 in Wien, lebt und arbeitet in…

Willkommen an Board…

Maike Bartel für #kkl51 „Passagier“ Der Passagier “Willkommen an Board. Willkommen an Board. Willkommen an Board.” wiederhole ich am laufenden Band. Mit eingefrorenem Lächeln begrüße ich die Passagiere der Crystal Cruise die gerade ihre zweiwöchige Luxuskreuzfahrt antreten. Unmengen an Menschen rauschen an mir vorbei und ihre Gesichter verschwimmen zu einem einzigen großen hautfarbenen Meer vor…

wie ich im benthal wandelte

Siri Kusch für #kkl51 „Passagier“ wie ich im benthal wandelte als ich auf dem grunddes meeres wandelte,gaben mir lippfische ihr geleit.sie waren des unterweltkönigsbunt livrierte lakaien,berittene truppen. sie hießen mich ein see-pferdchen besteigen undführten mich durch dichte, dunklekelpwälder. kein licht durchdrangdie baumkronen derbraun-und rotalgen. rasch pflückt‘ ich noch einsträußlein seeanemonenfür die königin, war ich geladen…

Freigeist auf Reise

Pia M. Raddei für #kkl51 „Passagier“ Freigeist auf Reise Ich hebe meinen Kopf und schau an deinem Hals hoch bis zu deinem Gesicht. Und wieder dieser Blick von dir, diesen Blick, den ich nicht deuten kann und der mir jedes Mal ein wenig Angst macht. Du bemerkst ihn und fängst an zu lächeln. So wie…

Ich traf den Einen

Jens Faber-Neuling für #kkl51 „Passagier“ Ich traf den Einen Er versprach mir FülleAuf dem HabensbergGehabt und nicht ErfahrenBringt Leere und SuchtVernebelte SichtHerz aus dem SchattenIns Sein Es zeigt sich Passagier und Passant der Zeit ES feuert an das LichtWir wünschen uns den GlanzDen der Schatten nicht gegeben Die Tür ohne RahmenNie verschlossen, ohne haltMut bedingt…

Von Postkartenstränden und Bilderbuchpalmen        

Romina Betanco für #kkl51 „Passagier“ Von Postkartenstränden und Bilderbuchpalmen                                              Eine Kreuzfahrt in die Karibik. Das klingt für uns Europäer doch einfach paradiesisch. Man hat glasklares, türkises Wasser vor Augen, wie man es aus Prospekten oder Werbung kennt, lange Sandstrände, grüne Palmen und bunte Cocktails mit Früchten drauf, oder wahlweise Kokosnüsse, aus denen man genüsslich,…

Rheines Leben

Petra Schmidbauer für #kkl51 „Passagier“ Rheines Leben Ich bin Vater und Mutter zugleich und seit Urzeiten unterwegs. Aber eine Dame wie ich würde nie zugeben, dass sie sich alt fühlt. Um solchen Fragen aus dem Weg zu gehen, trage ich zur Tarnung einen männlichen Namen. Meine sich fortzeugende Quelle speist ununterbrochen neue Jugend in mich,…

Vom Passagier zum Piloten

Helona Stella Getahun für #kkl51 „Passagier“ Vom Passagier zum Piloten Was ist das alles, ist es wirklich meine Welt. Bin ich nur ein Gast, der nichts zusammenhält? Wo gehöre ich hin, wer lenkt mich von innen? Meine Prioritäten falsch gesetzt, das Wichtigste kam zuletzt. Doch nun ergreife ich das Steuer selbst, nicht mehr nur fahren,…

Die Begegnung im Zug

Julius Katins für #kkl51 „Passagier“ Die Begegnung im Zug Ein Aufprall. Das Jauchzen verstummte, ein Schrei durchschnitt das Abteil. Stille, bis auf das Rattern des Zuges. Zwei junge Männer weiter vorn blickten sich um. Eine Dame beugte sich schwer in den Gang und schaute mehr interessiert als besorgt, woher das Geräusch kam. Der Greis mir…

Einfache Fahrt

Peter Baeumle-Courth für #kkl51 „Passagier“ Einfache Fahrt Viele Menschen gehen hin und her, manche rennen aufgeregt, um noch ihren Zug zu erreichen. Andere stehen wartend auf den Bahnsteigen. Auf Gleis 12 setzt sich pünktlich der Regionalexpress in Richtung Eisenhüttenstadt in Bewegung, verlässt bei herrlichem Sonnenschein den Hauptbahnhof und fährt langsam in Richtung Friedrichstraße, wo er…

Mit allen Sinnen

Astrid Hammerthaler für #kkl51 „Passagier“ Mit allen Sinnen In einiger Entfernung steht ein Mädchen in einem dicken, beigefarbenen Anorak an der seitlichen Reling. Sie wendet sich in Fahrtrichtung und legt genussvoll ihr Gesicht in den starken Gegenwind. Ihre langen dunklen Locken werden davon immer wieder wie eine einheitliche Masse nach oben gehoben und fallen gelassen.…

Der Nachtzug 

Lucca Bennett Thöne für #kkl51 „Passagier“ Der Nachtzug  Ein kleiner Junge steht staunend vor einer bronzenen Statue. Die Statue stellt einen Mann dar, der mit ausgebreiteten Armen dasteht. Die Statue erinnert an das Leben dieses Mannes. An alles, was er geleistet und erreicht hat. Sein Lebenswerk. Sein Vermächtnis. Er hat seiner Familie Wohlstand gebracht und…

Der ewige Passagier

Fatma Deniz Aydin für #kkl51 „Passagier“ Der ewige Passagier: Migration, Erinnerung und die Suche nach Heimat „Vielleicht ist Heimat kein Ort, sondern einfach eine unwiderrufliche Bedingung.“ —James Baldwin [2]  Im hellen Sonnenlicht eines Innenhofs, verborgen hinter ockerfarbenen Wänden, vermischte sich der Duft von Jasmin mit dem Geruch frisch gebackener Fladenbrote. Der Ruf zum Gebet hallte…

Passagier des Lebens

Jana Kühn für #kkl51 „Passagier“ Passagier des Lebens Ich sitze eingemummelt auf der Couch. Die harte Lehne drückt in meinen Rücken – seit Wochen schon denke ich, dass sie endlich mal ausgetauscht werden müsste. Der Fernseher flackert. Bilder ziehen vorbei. Schnell, grell, voller Wut, Kummer und Protest. Ein beachtlicher Teil der Welt brennt, und doch…

Rückspiegel

Claudia Dvoracek-Iby für #kkl51 „Passagier“ Rückspiegel Es dämmert, und der Regen wird stärker. Müde und gereizt halte ich unter dem schützenden Vordach des Firmengebäudes nach dem bestellten Taxi Ausschau. Der Arbeitstag mit den Berliner Kolleginnen und Kollegen ist anstrengend verlaufen. Ich hadere innerlich mit mir selbst. Warum nur habe ich nicht für diese Nacht ein…

Der einsame Passagier

Tamara Both für #kkl51 „Passagier“ Der einsame Passagier „Sind nicht alle Passagiere nur Nebendarsteller?“ Du hast keine Ahnung, aber wahrscheinlich stimmt das. Passagiere sitzen schließlich in einem Zug, den irgendjemand anderes fährt. Offengestanden ist dir das momentan vollkommen egal. „Ich weiß nicht“ „Doch, doch. Jeder Passagier hier nur einer von vielen Gedanken, die in deinem…

Passagier

Doris Sprengel für #kkl51 „Passagier Doris studierte Literaturwissenschaft in Heidelberg mit den Schwerpunkten Germanistik und Romanistik, Ethnologie und Latein. Sie erweiterte ihre Kenntnisse in hispanoamerikanischer Kunst und Literatur durch einen eineinhalbjährigen Aufenthalt am Instituto Cultural, Oaxaca, Mexiko. Sie ist  Absolventin des Postgraduiertenprogramms Goldrausch Künstlerinnenprojekt, Berlin. Sie arbeitet mit ihrer Kollegin Tanja Schilling (Popcorner Berlin) in…

Der Zwischenraum zur Endstation

Nadja Shirin Riahi für #kkl51 „Passagier“ Der Zwischenraum zur Endstation Dieses Gefühl ist der Anfang einer Reise, die wir meist mit vollgepackten Koffern antreten. Mit schwitzigen Handflächen umklammern wir die Griffe, während wir versuchen, unsere Lasten die abgetretenen Stufen hinaufzuhieven. Manche Koffer sind schwerer als andere. Nicht selten müssen wir Inhalte zurücklassen, um die nächste…

endstation

Franz X. Scheuerer für #kkl51 „Passagier“ endstation und reist du zu den äußersten Galaxien deines Selbstan die Horizonte deiner Kleinheit entschlossen wie ein aufgesperrtes schwarzes Lochbereit die vertraute Lebenslinie zu überschreitenden Sprung über die Hürde  riskierend melden sich die Retter, Helfer, Schutzbefohlenenüber deine Entfaltung lamentierendgegen das Wagnis, die Wirrnis, den Wahnsinn werfen dir Rettungsringe zu und wehe…

Im Zug

Kristiane Kondrat für #kkl51 „Passagier“ Im Zug In dem Buch, das ich lese, ist gerade der Erste Weltkrieg ausgebrochen, und ein junger Mann nimmt Abschied von seiner Mutter. Ich weiß noch nicht, ob er aus dem Krieg zurückkehren wird.    Draußen, hinter dem Waggon-Fenster, zieht eine friedliche Landschaft vorbei, mit Wiesen, Wäldern, Zäunen und Häusern,…

Der Passagier

Niko Kreische für #kkl51 „Passagier“ Der Passagier Auf dem Luftschiff Galant grassierte seit Tagen ein Fieber. Es war weniger eine Krankheit, als vielmehr brennende Neugier. Es war ein Passagier, der in Malaking-Simula zugestiegen war, und bei den anderen Reisenden sowie dem Personal diese Empfindung auslöste und die Vorahnung schürte, auf der Reise nach Kis Kematian…

Die einzige Sache

Fanie Oakley für #kkl51 „Passagier“ Die einzige Sache Die einzige Sache im Leben, die Julius Hahnenfrosch wirklich mochte, war busfahren. Beim Busfahren schwappte jedes Mal ein Gefühl von Wirklichkeit über ihn. Zwischen all den stinkenden, hässlichen Menschen, über eine schlecht geteerte Straße holpernd, hatte Julius stets das Gefühl, dabei zu sein, mitten im wirklichen Leben.…

Passagier in mir

Barbara Korp für #kkl51 „Passagier“ Passagier in mir Depersonalisation. Ein Wort, das ich gelernt habe. Nicht weil ich es wollte. Sondern weil ich es musste. Weil ich es war. Passagier im eigenen Körper. Das war ich. Lange Zeit. Ich kannte das Ziel, ich kannte das Gefährt. Fremde Haut. Vertraute Bewegungen, doch nicht meine. Beobachter hinter…

Blinder Passagier

Alma Jung für #kkl51 „Passagier“ „Blinder Passagier“ ImmerImmerfortImmer hierDu vertraust-lässt mich nieAllein seinFür mich stehen Und selbst wenn mein Schiff untergehtDrängst du noch bis zum EndeWillst mich nicht freilassenLebst in mirLebst du hier Mein blinder PassagierBist du ich?Nicht?Sondern wir eins?Du verlierst michAber hast michNur ich hab kein Selbst mehr am Ende Wer zum Wirt wirdWird…

Passagier in der Bahn, Passagier im Leben

Xaver Egert für #kkl51 „Passagier“ Passagier in der Bahn, Passagier im Leben Es war einer jener Tage im Sommer, in denen man das Gefühl nicht loswurde, wie ein Eis am Stiel langsam aber sicher zu schmelzen. Und wenn man sich – rein hypothetisch – dann auch noch an der S-Bahn-Haltestelle Marienplatz befand und mit einer…

Mein Feld ist die Welt

Achim Koch für #kkl51 „Passagiere“ Mein Feld ist die Welt Vielleicht hatte das Schiff ja schon angelegt. Meine Karte hielt ich fest in der Hand. So lange schon hatte ich auf diesen Augenblick gewartet. Wir liefen eine vielbefahrene Straße entlang, um dann die Stufen zu einer Unterführung zum Hafen zu nehmen. Bevor ich die Treppe…

Narben heiß bügeln

Charlotte Stenzel für #kkl51 „Passagier“ Narben heiß bügeln Gib mir alles, was an Hoffnung für uns in deinem Herzen ruht, jedes bisschen Licht will ich um uns haben, klare Sicht, Dämmerlicht, Kerzenschein, Neonröhren, die das alte Bild von uns zerstören und den letzten Funken Hoffnung restlos verbrennen, die Asche verstreuen und mich von der Feuerstelle…

Flugzeug Erwachen

Frank Joussen für #kkl51 „Passagier“ Flugzeug Erwachen Du beginnst dich zu rühren in deinem Flugzeugdecken-Kokon; langsam entfaltest du deine Arme wie ein gerade geschlüpfter Schmetterling seine Flügel am Ende deines langen Nachflugs von Europa nach Südostasien. Mit der ersten hochgeschobenen Fensterblende hebt sich schlagartig deine Morgenstimmung. Du schaust auf einen der mächtigen Flügel, der dich…

Symbiose

Claudia Overbeck für #kkl50 „Hingabe“ Symbiose Schau mal, komm mal ganz nahe heran. Kannst du etwas sehen? Heute Morgen habe ich wieder in den Spiegel geguckt, hab in meine Pupille geschaut. Er hat sich nicht gezeigt. Aber vielleicht siehst du etwas? Nein? Ich weiß, dass er in meinem Kopf ist und meine Augen benutzt, um…

Passagierboot

Theresia Plank-Zebinger für #kkl51 „Passagier“ Theresia Plank-Zebinger, Malerin Über #kkl HIER

Der Passagier, den ich in mir trag

Tim Tensfeld für #kkl51 „Passagier“ Der Passagier, den ich in mir trag Ein Wandeln. Über Schienen. Stehen. Atmen. An fremden Gestaden. Wellentänze/Schaumgespräche. Herztragen [tief im Brustwagon] auf den Lebenswegen. Schutzkörper/Ummantelung sein. Für diesen schlagenden Bruchkörper [Seelenglas/Herz]. Die Reise antreten [mit Passagier in mir]. Abenteuerepisoden wagen. Unbekanntes zulassen. Geheimnisse leben. Unentdecktes zur Entdeckung führen.  Nebel fortwischen.…

ich bin ein Passagier

Walter Bosch für #kkl51 „Passagier“ ich bin ein Passagier kein rassistisches Tier und dennoch zum Abschuss freigegeben oder gerade deswegen weil die eigene Verklemmtheit doof zum Himmel rauf schreit ich bin dein Passagier du machst uns zum Wir du machst mich zum besseren Ich darum und unausweichlich beneide ich deinen Mut denn du tust gut…

Die Diagnose

Kira Huth für #kkl51 „Passagier“ Die Diagnose In der U-Bahn flackert das Licht, manchmal geht es ganz aus. Sanft rattert der Waggon in die Kurve, es rüttelt nach links und nach rechts, ich schwinge unfreiwillig mit. Pendler hängen träge in den Halteschlaufen, sie tragen das Bett noch im Gesicht. Meine Augen suchen Halt auf neutralem…

Aus der Redaktion

Aus der Redaktion Bevor wir uns ganz und gar einen Monat lang auf „Passagier“ einlassen, unsere Frage an euch: Welche 3 Beiträge aus „Hingabe“ der vorherigen Themenausschreibung fandet ihr für euch am interessantesten, am schönsten? Schreibt uns gern eine E-Mail oder direkt in unsere Netzwerke Gruppen/Seiten Facebook, Instagram, X oder Telegram. Gerne mit dem #lieblinghingabe…

Der alte Baum

Ingeborg Henrichs für #kkl50 „Hingabe“ FlamingoKeiner scheint wie duIm HauchUnfassbarer SchönheitEinfach nur so da zu seinBeinah luftig und gespiegeltBild in zart weißrosa rosarotTänzelnd schwebend im BallettKonnte dich nie ganz begreifenBleibe staunend sinnend stehenLasse diesen Anblick wirkenDein ZauberVerschmilzt mit meiner Fantasie SchweigenSich vor Stille verneigenIm Sehnsuchtsort seinBotschaftenVersteckt zwischen Zeilen und WeisenDie die wohlmeinend  allbesserwissendIn verstummter Neugier…

Das Ritual

René Oberholzer für #kkl50 „Hingabe“ Das Ritual Jeden Freitag stellen sie sich im Wohnzimmer auf, sie links an der Wand, er rechts gegenüber. Dann schauen sie sich lange an. Alle 5 Minuten setzen sie einen Fuss vor den anderen und bewegen sich aufeinander zu. Nach 2 Stunden stehen sie sich endlich nahe gegenüber, schauen sich…

Waldgeist

Michael Sebörk für #kkl50 „Hingabe“ Waldgeist Moosgrün mein Himmel,ich atme tiefe Waldluft Duft von wilden Himbeeren, Nadelbäumen und Harz Wind, der durchdie Fichten streicht Wolkenbilder, dielautlos vorüberziehen Ich bin Und der Waldatmet in mir. 1963 geboren in Koblenz/Rhein. Ich schreibe unter dem Pseudonym Michael Sebörk. Studium der Pädagogik in Köln und Oldenburg. Zurzeit lebe ich…

Damals

Damals Zittrig trat ich die Stufen hinauf zum Atelier eines Künstlers. Er wurde mir empfohlen, weil er die innere Schönheit zum Vorschein brachte. Die Tür stand offen, als ich die letzten Schwelle überschritt. Musik von Mozart schallte durch den großen Raum. Auf einer Seite standen Skulpturen von den verschiedensten Menschen. »Hallo?«, rief ich aus und…

Silberhaus und die Zuckerfee

Christa Blenk für #kkl50 „Hingabe“ Silberhaus und die Zuckerfee Seit einem Dreivierteljahr bewahre ich diesen Haushalt jeden Tag vor dem Untergang. Ich bin Köchin, Kindermädchen, Problemlöserin und Kummerkasten – wobei ich den meisten Kummer habe. Ich sorge dafür, dass die Kinder angezogen und gewaschen zur Schule gehen, keines verhungert, im Wald verloren geht, sich in…

Die Beatmungspatientin

Christian Günther für #kkl50 „Hingabe“ Die Beatmungspatientin »Die Adresse ist naheliegend«, meinte Lena und hielt auf dem Seitenstreifen der Laupendahler Landstraße, auf dem zwischen vereinzelten, kleinen Bäumen jeweils mehrere Parkboxen eingezeichnet waren. Die Ruhr floss vorbei, ich sah über sie hinweg zur Gustav-Heinemann-Brücke, als Lena schellte. Ein Herr Koch, telefonisch über das Kommen informiert, öffnete…

LICHT  ÜBER DEN WELLEN

Daniel Mylow für #kkl50 „Hingabe“ LICHT  ÜBER  DEN  WELLEN Sie sank auf den Stuhl. Eine schwebend langsame Musik setzte ein. Jeder Takt hielt die Zeit an. Ihr Körper bog sich zurück, bis ihre Haare den Boden berührten. Winzige Lichthöfe zitterten auf ihrer glänzenden Haut. Der Schatten meiner Hände kroch wie eine blasse pulsierende Ader über…

Zero Max    

Christian Schwetz für #kkl50 „Hingabe“ Zero Max                                                                                         Von Floridsdorf bis Favoriten, von Eppendorf bis Delmenhorst, wer Bankomaten sprengt, springt gern in Jogginghosen und feilscht am Flohmarkt um verstaubte Plastikrosen. Da komm ich her, da bin ich raus, da bin ich weg Im Draschepark pinkelt ein Hund ums Eck. Der eine trinkt Zero, der andre…

Unser Zahir

Christian Knieps für #kkl50 „Hingabe“ Unser Zahir Der Zahir kann so vieles sein; für mich ist er die Liebe. So wechselhaft der Zahir für die verschiedenen Menschen ist, so eindeutig ist er für mich. Als ich diese Erklärung meiner Frau offenbarte, lachte sie mich aus. Ich sei ein sentimentaler Spinner, nichts weiter, sagte sie in…

Lobgesang

Cleo A. Wiertz für #kkl50 „Hingabe“ Lobgesang Trunken bin ich durch deinen Blick, durch deine Stimme. Gib mir Wein von deinen Lippen, gib mir die bitter- süße Milch deiner Lenden, gib! Der Purpur meines Schoßes soll deinen Mantel färben. Mein Gebein sei Becher dir und Stab. Cleo A. Wiertz Jhg.1954. Diplom-Psychologin. Als Schriftstellerin und Bildende…

Courage

Helmut-Michael Kemmer für #kkl50 „Hingabe“ Courage Wann wenn nicht jetzt ist es Zeit Gesicht zu zeigen, Zeit dafür für seine Meinung einzutreten und Stellung zu beziehen, für welche auch immer. Gebrauch zu machen von seinem Recht an unserer Demokratie und Meinungsfreiheit. Ja genau! Beides gehört zu unserem Lebensstil dazu, zu dem wir uns entschlossen haben,…

Ein totes Baby

Magda Lena Runer für #kkl50 „Hingabe“ Ein totes Baby In diesem Titel ist was falsch. Das, was ich gesehen habe, kann nicht richtig sein. Ein Widerspruch in der Wortkombination, ein totes Baby, das stimmt doch nicht. Eine Sectio, Kaiserschnitt im Volksmund. Ganz normal, wie immer. Aber das hier ist nicht normal. Kein Muskeltonus, nichts wird angespannt,…

hebe

Anne Kohler für #kkl50 „Hingabe“ hebe mein frühervergilbtin konserven täglichtrenneich mich vomungezwungenenab sekunden/in denenich jungbin/ werdenselten göttin! dein nektarist eine(unerreichbare)medizin brückengenresbrechen ich hängeam glänzendenfaden    sonne schöne/ungeöffnete/illusion du bist sohell Anne Kohler, geboren 1984 in Magdeburg, lebt in Nordrhein-Westfalen (Haltern am See) und hat u.a. an der TU Dortmund die Fächer Germanistik und Philosophie auf Lehramt…

Hingabe

Carla Reder für #kkl50 „Hingabe“ Hingabe Sie trug noch immer ihre Schuluniform, den gestreiften knielangen Rock, die weiße Bluse ohne Krawatte oder Schleife, und die schwarzen, glänzenden Schuhe. Wie eine Katze lag sie zusammengerollt auf meiner billigen Couch in meiner winzigen Wohnung, und nachdem ich meine Hand durch ihre kurzen Haare streichen ließ, schlief sie…

Die Liebe zur Arbeit

Monalishan Santhalingam für #kkl50 „Hingabe“ Die Liebe zur Arbeit Ich schaue aus dem beschlagenen Fenster. Sehe nur einen trüben Schleier und höre das unaufhörliche Prasseln des Wassers. Als würde die Welt mir zeigen wollen, wie es in meinem Inneren aussieht. Vor allem nach all den Informationen über Ausbildungsstellen und duale Studiengänge, die man mir und…

Gefangen im Netz 

Andreas Rucks, für #kkl50 „Hingabe“ Gefangen im Netz  Während du die Zeit vergisst, wirst du in der Realität vermisst. Nichts bekommst du von außen mit, dein Handy begleitet dich Schritt für Schritt. Immer ist’s in deiner Hand, mir scheint, als nähme es dir den Verstand.  Ist das die Zukunft? Irgendwie hänge ich an dem, was…

Du, ich lieb es, dich zu sehen…

Ingonda Lehner für #kkl50 „Hingabe“ Du, ich lieb es, dich zu sehen… Du, ich lieb es, dich zu sehen,ach, wie freute ich mich drauf,wiederum zu dir zu gehen,hör, mein Herzschlag geht hinauf. Irgendwie bin ich von Sinnen,denk frühmorgens schon an dich,geb mich hin, Gedanken rinnen,nächtens auch kein Schlaf in Sicht. Geb mich hin dem großen…

Malerei: Kennst du eine echte Zutat fürs Motiv?

Timea Hiller für #kkl50 „Hingabe“ Malerei: Kennst du eine echte Zutat fürs Motiv? »Nein, die Bilder passen nicht zu uns«, sagt der Galerist, Konrad Imhaus. Marla Leibo, die Künstlerin findet, dass er ein wenig steif bleibt während des Termins mit ihr in dieser angesagten Location in Berlin-Mitte. »In Ordnung«, sagt sie mit schwankender Stimme und…

OBSESSION

Sonja Henkel für #kkl50 „Hingabe“ OBSESSION Ich stehe in meinem Atelier und betrachte mein neuestes Werk, tonverschmiert, todmüde, aber unbeschreiblich glücklich. „Versunken“ ist wirklich wunderbar gelungen, genauso wie ich es mir vorgestellt hatte. Diese Gestalt fließt, von den herabgesunkenen Schultern über den gebeugten Nacken bis hin zum Gesicht, das in schierer Auflösung begriffen ist und…

so manch sommernacht…

Rosa Deckwerth für #kkl50 „Hingabe“ so manch sommernacht wird vermisst wie der schatten deines angesichts als unsere lippen sich trafen und wir alles vergaßen auch den klaren verstand der später scheinbar von zauberhand  wieder mir gab mein herz zurück das ich verlor an dich r „Ich bin Rosa Deckwerth, 2004 in Landau in der Pfalz…

midwinter

Veronika Oberndorfer für #kkl50 „Hingabe“ midwinter jahre jagenüber die mitte ferne verblassenvollendete träume: raschelnde blüten, blätter: gerippt klammerndam saum des spätsommerkleids die ungelebten,entblößen den alternden leib:die maske zerreißt.mantel aus fell in klirrkalter welt lächeln der schwesterim spiegel aus eis.             auf reisen einsickern in dieanonymität der masse in fremden gassenauf ungezählten bahnsteigenan frühstücksbuffets undverkaufsbuden sich…

Zufallsbekanntschaft

Kathrine Bader für #kkl50 „Hingabe“ Zufallsbekanntschaft Das ist ja wieder mal typisch. Kurz bevor Ulrike das Schwimmbad erreicht, sagt ihre Freundin ab. Ihr sei unerwartet etwas dazwischengekommen. Dabei hatten sie verlässlich vereinbart, regelmäßig miteinander schwimmen zu gehen. Gerade einmal haben sie es bisher geschafft. Aber wenn Ulrike nun schon fast am Ziel ist, warum die…

DAS SCHACHSPIEL MIT DER EINSAMKEIT

Patrizia Franziska Rottmüller für #kkl50 „Hingabe“ DAS SCHACHSPIEL MIT DER EINSAMKEIT EINSAMKEIT, DEIN MANTEL KALT UND SCHWER WIE EINE WAND. TRENNE NUN, DA DU AM ZUG, UNSER GEMEINSAM BAND! WOHLANGEMERKT, DEIN SCHACHZUG KLUG GESETZT. DAS SPIEL SCHEINT HEUTE DEIN. MEIN GROßER WUNSCH DIES GRAUSAM FÜHLEN, FÜR MICH HEUT NOCH ZU WENDEN, SCHEINT ZWEIFELLOS VERLOREN. JEDOCH…

Der Weg

Andrea Tillmanns für #kkl50 „Hingabe“ Der Weg Sie ging den Weg, ohne das Ziel zu kennen. Vor vielen Monden hatte sie den Ruf gehört, nur in einem Traum, dem sie zunächst keine Beachtung schenkte. Auch als der Traum wiederkehrte, erwachte sie am nächsten Morgen mit dem nur leichten und bald wieder verflogenen Gefühl, etwas Wichtiges…

Weitsicht

Manuel Schmidt für #kkl50 „Hingabe“ Weitsicht Wir schärften unsere Blickein der Unschärfe des Horizontsweiter Landschaften. Wir bestiegen den schönsten Hügelden nur Du kanntest,alle Sterne sehend. Wir stiegen nicht eher hinabbis jeder einen Namen trugund jedes Malwenn der Morgen grautewurden wir andere. Im Schatten unter Linden Es geht dahin.Seit drei Dekadensuchen wir und findenBild, Gesang und…

Schnittblumen

Clara Lefering für #kkl50 „Hingabe“ Schnittblumen Nein, sicherlich nicht. Nach so langer Zeit kommt niemand mehr zurück. Wer so lange weg war, ist gegangen, um fortzubleiben. Sie hat uns zurückgelassen. Vielleicht hat sie uns schon vergessen. Wie lange braucht es wohl, um uns zu vergessen? Offenbar nicht lange. Ja, offenbar. Es sieht alles so ruhig…

Geschenkt

Syelle Beutnagel für #kkl50 „Hingabe“ Geschenkt “Der erste Strich ist Fisch”, so begann das Buch damals. Der erste Strich ist immer noch schwer. Aber einen Fisch in chinesischer Tusche-Manier zu zeichnen, ist leicht. Ein guter Einstieg. Wenn die Unruhe, oder die Angst, mir den Bleistift aus der Hand legen will, schließe ich ganz kurz die…

Fragmente der Liebe

Stefanie Bräunig für #kkl50 „Hingabe“ Fragmente der Liebe Können Bruchstücke ganz sein? Vollkommen? Gibt es „nur ein bisschen Liebe“? Oder kommt sie immer in ihrer Ganzheit daher? Was wäre, wenn wir nur ein Fragment der Liebe fühlen können? Sie in Wahrheit aber vollkommen ist.  Was wäre, wenn wir die Liebe nur – zu einem Bruchteil…

Sägen Lernen

Stefan Kreiger für #kkl50 „Hingabe“ Sägen Lernen Die Dielen krachten unter Pathos und Vert hinkte kopfschüttelnd hinüber zum Parkettwechsel in die angrenzende Werkstatt. Dort hatte er oft mit dem Großvater gearbeitet. Ihm beim Schnitzen zugesehen. Seine ersten eigenen Versuche in Holz gewagt. Für ein Messer war er zu klein gewesen. Aber der Großvater hatte ihm…

Du hast da was

Johanna Hilgert für #kkl50 „Hingabe“ Du hast da was Null ist keine Zahl, sondern ein Zustand. Du bist bloß ein Symptom der Isolation in der Gesellschaft und weißt nicht wohin bei der Suche nach dem Finden. Überall Industrielaternen die du mit Sternen verwechselst. Hingebungsvoll bist du dem Warten zugetan. Für dich bist du angekommen in…

Wenn ich vor Dir stehe,…

Julia Lehmann für #kkl50 „Hingabe“ Wenn ich vor Dir stehe, bin ich bloße Durchlässigkeit I. Dein Arm, den du um mich legst, der dort liegen bleibt ohne, dass er schwer wiegt. Deine Ruhe an mich weitergibt. Stattdessen. Ohne dessen Vielleicht einfach so. Ohne Statt Sondern nur weil. Weil du so bist. Und ich so. Du…

KARRIERE

Lukas Felix Pohl für #kkl50 „Hingabe“ KARRIERE Ich trete in einen altertümlichen Saal mit hohen Decken. Holzornamente zieren die Wände und dazwischen, aus großen Gemälden in goldenen Rahmen, starren Frauen und Männer auf mich herab. Dann sehe ich ihn erst. An einem massiven Schreibtisch sitzt ein junger Kerl von einem Ledersessel gerahmt. Sein zarter Bartflaum…

Das Glück im Sterben

Karin Alana Cimander für #kkl50 „Hingabe“ Das Glück im Sterben Ich halte ihn liebevoll im Arm, meinen kleinen Sohn. Er ist gerade einmal fünfeinhalb Wochen alt und liegt im Sterben. Er wurde mit einem Herzfehler und weiteren, diversen Auffälligkeiten geboren. Nach einer intensiven Untersuchung in einem Herzzentrum stand fest, sie können nichts für ihn tun.…

Was Frieda denkt

Lisa Aipperspach für #kkl50 „Hingabe“ Was Frieda denkt „Du hältst dich oft an dieser Adresse auf. Soll ich sie zu deinen Favoriten hinzufügen?“ Die Schrift erscheint in einem Kasten, der sich über den Stadtplan schiebt. Mika drückt eine Handytaste, der Bildschirm fällt schwarz in sich zusammen. Mika sieht zu den Fenstern auf der gegenüberliegenden Straßenseite…

Der Moment, als Precious schwarz wurde

Dr. Volkmar Klundt für #kkl50 „Hingabe“ Der Moment, als Precious schwarz wurde Kennt ihr das auch: Ein einziger kleiner Augenblick der Empfindung taucht aus der Vergangenheit auf und schießt wie ein Korken mit erstaunlichem Schwung an die Oberfläche der Erinnerung und fügt sich heute, Jahre später, zu einem Bild?      Ich kann heute nicht mehr…

Der perfekte Wald – Las doskonaly

Tomasz Blachowicz für #kkl50 „Hingabe“ Der perfekte Wald Ich möchte euch in Erinnerung bringen, in den Wald wird keine Elektrizität eindringen, und nur der Käfer darf dort laufen, wenn er Nahrung sucht unter Blätterhaufen. Die Sonnenbrille hilft der Eule sehr, liest sie am Tag und schläft nicht mehr. Der Fuchsbau unter Baum bleibt warm von…

Von nichts kommt nichts

Magdalena Steiner für #kkl50 „Hingabe“ Von nichts kommt nichts Ein spanisches Sprichwort besagt, dass wenn man viel schläft, nichts lernt «El que mucho duerme, poco aprende». Rosalinde stimmte dem voll und ganz zu. Auch «a más dormir, menos vivir», also je mehr man schläft, desto weniger lebt man, könnte sie sich auf ihre Stirn tätowieren,…

Maria

Michael Timoschek für #kkl50 „Hingabe“ Maria Maria ist eine Frau von vierundneunzig Jahren, welche allesamt hart waren. Als einziges Kind zweier Kleinhäusler war sie in einem ärmlichen Haus am Rande des Dorfes Blauwitz zur Welt gebracht worden. Ihr Vater war ein Schuster gewesen, jedoch hatte er sich dem Trunk ergeben und entsprechend wenige Aufträge erhalten,…

Ich brauche dich 

Gabriele Ejupi für #kkl50 „Hingabe“ Ich brauche dich  Verweil und halte inne, Hier in dieser Stille, Beweg dich nicht, Zeig mir dein Gesicht. Tief ist dein Blick, Verklärt deine Augen,  Ich möchte glauben, Es wird mir die Luft zum Atmen rauben. Spür ich das Beben, Und ich weiß genau, Nur du kannst mir geben Dieses…

Hingabe

Katharina Kanzan für #kkl50 „Hingabe“ Katharina Kanzan wurde 1985 in Südhessen geboren und lebt mittlerweile in Kassel. Sie hat ein Magisterstudium mit den Hauptfächern Kunstwissenschaften und Philosophie und Nebenfach Psychologie abgeschlossen. Ihr darauffolgendes Studium der Informatik hat sie nach drei Jahren für ihren jetzigen Job aufgegeben. Seit 2016 arbeitet sie in einer Technischen Redaktion und…

Eine Gabe

Britta Pape für #kkl50 „Hingabe“ Mein Name ist Britta Pape. Ich bin am 27.8.1963 in Dortmund geboren. (Gelernte Bankkauffrau, verheiratet, vier Kinder, Geschäftsführerin einer Firma.) Die Tagebücher meines Opas aus dem Zweiten Weltkrieg haben mich inspiriert selbst zu schreiben. Einige Gedichte zu Themen, die mich bewegen, habe ich auf meinem Blog http://www.gedankenmelodie.de  veröffentlicht. Fotografien, wie…

In Hingabe verloren

Cora Krass für #kkl50 „Hingabe“ In Hingabe verloren Was wäre, wenn alles anders gekommen wäre? Diese Frage verfolgt mich, Tag für Tag, Nacht für Nacht. Sie klammert sich an meine Gedanken, gräbt sich tief in meine Brust, ein nagender Schmerz, der nicht nachlässt. Ich frage mich, ob es einen Moment gab, einen winzigen Augenblick, in…

Hin oder Auf?

Jasmin Fürbach für #kkl50 „Hingabe“ Hin oder Auf? 2 Jahre meines Lebens. Sekretärin. Assistentin. Therapeutin. Freundin. Alles in einem Paket und keine Möglichkeit, den Job jemals abzulegen. Ich hatte, bei meinem Vorstellungsgespräch, nicht verstanden, was Persönliche Assistenz bedeutet. Dass es nicht eine Stelle ist, bei der man das Büro verlässt und Feierabend macht. Der Job…

Schreiben

Finn Schultz für #kkl50 „Hingabe“ Schreiben Und so sitze ich mal wieder hier, vor der nahezu leeren Seite, nur einige energisch hingekritzelten Worte schmücken sie. Nein, nicht gut genug, ich streiche sie, etwas gereizt, durch. Die Seite ist wieder wortleer. Ich will den Stift beiseitelegen, aufstehen, ich will gehen und etwas anderes tun als frustriert…

Die Erde schenkt uns…

Luitgard Renate Kasper-Merbach für #kkl50 „Hingabe§ Hingabe Die Erde schenkt unsdie Umarmung. Mitten im Stromlässt der Windmein Lächeln zu. Kinder tanzenihre Verzückung. Niemand lässtHärte durch. Es klingtnach Ostern. Weich blühtder Sand in unsere Herzen. Klaglos ziehtFrühling ein inmittenneuer Glut. Luitgard Renate Kasper-Merbach, geboren in Bad Schussenried, verheiratet, 3 Söhne, 5 Enkelkinder, schreibt seit ihrer Kindheit…

The Donald

Frederik Wolfgang Kloiber für #kkl50 „Hingabe“ The Donald Er ist wieder da! Dieser erste Satz ist gleichsam der Titel eines bekannten deutschen Romans. Der Autor Timur Vermes beschreibt in diesem Roman die theoretische Rückkehr Adolf Hitlers in die Gegenwart Deutschlands. In den USA ist dieser Titel „Er ist wieder da“ zur Realität geworden. The Donald…

Abrüsten

Rainer „Reno“ Rebscher für #kkl50 „Hingabe“ Abrüsten Schmerz und Traurigkeit sich zugestehen innehalten atmen in die Wut hinein Angst in Zuversicht verwandeln sich dabei dem Frieden überlassen Stille Zeichen Wenn die Schritte durch den Herbstschlaf klingen und ihr Echo von den Schlehen blaut, bleibt mir noch die Zeit, im Traum ein Lied zu singen, Ballast…

Pfleger Gustav

Richard Wissinger für #kkl50 „Hingabe“ Pfleger Gustav Gustav war seit drei Jahren diplomierter Altenpfleger. Er war stolz auf sein Diplom und die Arbeit füllte ihn aus. Ursprünglich hatte er Automechaniker gelernt – Mechatronik nennt sich das Fach jetzt – und er arbeitete über drei Jahre in einer Fachwerkstätte. Seine damalige Freundin war Studentin und drückte…

Von Zeit zu Zeit vermiss ich dich

Claudia Lüer für #kkl50 „Hingabe“ Von Zeit zu Zeit vermiss ich dich Wir sind aus dem gleichen Holz geschnitzt und aus der Tiefe unserer Augen blitzt verschmitzt die verwandte Seele. In unsren Adern fließt das gleiche Blut, vielleicht hadern wir mit der gleichen Wut und mit ähnlichen Sorgen. Und in unsrem Innern verborgen liegt der…

Lachen fällt

Johanna Sidonia Egger für #kkl50 „Hingabe“ Lachen fällt gibst du hin geb‘ ich nach fall‘ ich auf du hin geb ich auf fällst du nach ein Traumtänzer zwei Hirngespenster vier lichtentwöhnte Netzhautfenster dein Lachen fällt auf Grund und ich nach dir zu dieser Grund will ich sein dass es fällt mir zu ein Nachtgewächs ein…

Der Liebhaber

Kerstin Fläschel für #kkl50 „Hingabe“ Der Liebhaber Ich liebe ihn. Wenn er sich mir nähert, läuft mir ein warmer Schauer über die Haut. Seine wiederkehrende Gegenwart schenkt mir vergänglichen Frieden. Manchmal ziere ich mich etwas, aber man kann sich schließlich nicht jederzeit der schönsten Nebensache der Welt widmen. Doch wenn ich in seine Umarmung sinke,…

worte

Monika Schlößer für #kkl50 „Hingabe“ worte worte schneiden wie glas mein herz flutet traum verloren morgenrot reden nichts hören verlaufen im nacht gewand der sinne oder morgen tot blicke stechen nebel schwaden in mein hirn will morgen not anker fliehen morgen nicht heute versunken im all tag der gefühle tagein tagaus das liebe vieh unser…

Leidenschaft

Franz X. Scheuerer für #kkl50 „Hingabe“ Leidenschaft erleide, erliege, erlebe  lese, höre, sehe, fühle Worte Töne Bilder Körper leidenschaftlich erkenne die Schönheit des Anderen der Anderen alles Anderen erdulde ihren Unterschied Franz X. Scheuerer. Geboren. In Schwenningen/Neckar. Lebt. In Hamburg.Schriftsetzer. Pädagoge. Lyriker. Herausgeber.www.artbooklets.de Über #kkl HIER

Nach dem Sturm …

Helga Schulz Blank für #kkl50 „Hingabe“ Helga Schulz Blank geb. Neidhold *1948 in Innsbruckaufgewachsen, studiert in Berlin, Sozialpädagoginvon 1979 bis 1994 aufgrund beruflicher Tätigkeit des Ehemannes in Süd-undMittelamerika gelebt. Seit 1994 in Esslingen/Neckar- 3- Töchter 6 EnkelNach der Pflege der Mutter mit Demenz mit dem Schreiben begonnen.Veröffentlichungen in diversen Anthologien, schreibt Haiku und Gedichte. Über…

Seltsames Erbe

Sonja Dohrmann für #kkl50 „Hingabe Seltsames Erbe „Mama, du spinnst. Was du machst, ist doch verrückt.“ Diese Worte klingen noch in meinen Ohren, als ich letzte Kartons beschrifte. Nur noch ein paar Sachen aus dem Badezimmer, dann ist alles verstaut. Um acht Uhr soll die Umzugsspedition kommen. Ist mein Vorhaben wirklich verrückt? Meiner Ansicht nach…

Für immer und ewig

Isabella Fröller für #kkl50 „Hingabe“ Für immer und ewig Sie und er.Er und sie.Seit einem halben Jahrhundert gab es nichts anderes. Doch jetzt war da nur noch er. Es würde dauern bis es ihm gelingen würde, das alles zu begreifen.Jetzt wo er hier vor ihrem Grab stand, duftende Rosen in der Hand, ihre Lieblingsblumen, waren…

Ein neuer Tag

Hans Kerschbaumer für #kkl50 „Hingabe“ Ein neuer Tag Der Kaffee war stark. Genau das brauchte Leander an diesem Morgen. Er stand am Kiosk und blickte die Straße entlang. Gut gekleidete Menschen, die auf ihrem Weg ins Büro schon mal die E-Mails checkten, ein paar Studenten, die durchgefeiert hatten und sich kaum noch auf den Beinen…

Der Mann ihrer Wahl

Nikola Henze für #kkl50 „Hingabe“ Der Mann ihrer Wahl Unrhythmisch gehen sie auf der Straße entlang bis zu seiner Wohnung. Er hat gekokst und ein paar Bierchen getrunken, sie reichlich Sekt und geraucht. „Haste keene Angst, dass ick über dir herfalle?“, fragt er, und sie lacht und ergreift seine Hand, um im Schneematsch nicht auszurutschen.…

HierSein im DaSein

Christine Ibrom für #kkl50 „Hingabe“ HierSein im DaSein Könnte es sein, dass wir unser gesamtes erLeben in nur zwei Bereiche unterteilen? In „möchte ich“ und „möchte ich nicht“? Könnte es sein, dass wir diese Spaltung als gegeben hinnehmen und sie noch nie hinterfragt haben? Wie würde eine Reflexion dieser Festlegung aussehen? Was könnte diese Reflexion…

Wandlung

Florian Meurer für #kkl50 „Hingabe“ Wandlung Ich geh durch diese Wandlung ohne Dich. Die Nacht hängt ihren düstren Umhang ab. Da bin ich für den Tag geschaffen, der nun neu beginnt. Kann nicht mehr wissen: Wohin treibt es mich? Liegen Weisheit, Ruhe fest in meinem Tun? Ich geh durch diese Wandlung ohne Dich, Da wir…

Wie ein Seestern

Maria Wölflingseder für #kkl50 „Hingabe“ Wie ein Seestern streckst Du alle Fünfe von Dir – mir entgegen. Gestern saß einer im seichten Wasser am Stein und rekelte sich in der Abendsonne. Ein riesiger, erdbraun und algengrün gesprenkelter, mit lauter Stacheln auf seiner Muskelstrahlenhaut. Du, mein Fünfzack, hast keine Stacheln, auch verkosten kann ich Dich nicht…

ein und alles

Claudia Dvoracek-Iby für #kkl50 „Hingabe“ ein und alles unsere Kinder schenken uns strahlend Licht in bunte Gläser konzentriert und voller Hingabe schenken sie uns ein und alles alles strahlt alles ist Licht alles ist bunt in diesem Moment Claudia Dvoracek-Iby, 1968 in Eisenstadt geboren, lebe mit meiner Familie in Wien. Schreibe Kurzgeschichten, Lyrik, Märchen für…

Ratten in rot und glitzer

Charlotte Stenzel für #kkl50 „Hingabe“ Ratten in rot und glitzer Im Dunkeln nach Minuten der Fluten geht nur noch Schweigen Beim Reisen an den Abgrund warten die Ratten in den Schatten und in den Reifen, die leise kreischen Sie sprechen sich ab und schaffen mich ab für die nächsten paar Zeiteinheiten, über die Anzahl müssen…

Das offene Geheimnis der guten Gabe

Martin A. Völker für #kkl50 „Hingabe“ Das offene Geheimnis der guten Gabe Alles kann zum Geschenk, also zur guten Gabe werden. Es kommt dabei nämlich nicht auf die Beschaffenheit der Dinge an, sondern auf die Beschaffenheit von jenen, die solche Dinge hingeben. Diese Hingaben sprechen nicht für sich, sie sprechen für uns. Das tun sie…

Literatur

Michael Eschmann für #kkl50 „Hingabe“ Literatur Jetzt bin ich sicher in der Dunkelheit der Worte, die alle nach Hause führen werden, wo immer das sein mag. Michael Eschmann, geboren 1958 in Mannheim. Er schreibt neben journalistischen Beiträgen über Literatur und Kunst auch Essays, Gedichte, Kurzgeschichten und Theaterstücke. *** Veröffentlichungen in Blogs, Online-Magazinen und Literaturzeitschriften. ***…

Was heißt Hingabe?

Michael Hatzenbichler für #kkl50 „Hingabe“ Was heißt Hingabe? Ich gebe mich oft der Kunst hin, seltener einem Menschen. Kunst kann kompliziert sein, Menschen sind noch viel komplizierter. Wirkliche Hingabe heißt zu 100 Prozent für etwas zu brennen wie eine Kerze, die an beiden Enden brennt, bis hin zum persönlichen Untergang. Der biedere Hauslehrer Alexej Iwanowitsch…

Dass ich deinen Namen kenne

Emma Jolie Krohn  für #kkl50 „Hingabe“ Dass ich deinen Namen kenne Menschen strömen an uns vorbei sprechen mit fremden Stimmen schauen aus fremden Augen. Für uns nur Menschen ohne Namen. Fremde, die eigene Welten mit unzähligen Menschen ohne Namen bewohnen, die sich alle beim Namen nennen. Und für sie sind wir nicht mehr als ein…

Die Lampe

Rodrigo Gardella für #kkl50 „Hingabe“ Die Lampe „Marga! Das kann einfach nicht sein! Den ganzen Tag vor dieser Lampe!“, schrie mich mein Mann oft an. Da ich nicht auf ihn achtete, verließ er das Haus und knallte die Tür zu. Es stimmt nicht, dass ich den ganzen Tag vor der Lampe verbrachte.  Wenn er nicht…

Wenn Hingabe zur Bürde wird

Adela Koller für #kkl50 „Hingabe“ Wenn Hingabe zur Bürde wird – Eine Geschichte über das Leben „Ich habe mich meinem Leben hingegeben“, sagte sie mir, während ich tränenüberflutet an ihrem Krankenbett saß und ihren letzten Worten zuhörte. Was meinte sie damit? Wollte sie mir damit sagen, dass sie das Leben erstickt hat und sich unfreiwillig…

Der Klang der Hingabe

Eduard G. Schlaffer für #kkl50 „Hingabe“ Der Klang der Hingabe Die ersten Töne des Cellos schnitten durch die Stille, kaum hörbar zunächst, wie ein sanfter Atemzug. Ein Ton, der sich in den Raum legte, ihn durchzog, bis er nicht mehr nur Klang war, sondern Präsenz – eine leise, zitternde Frage an die Dunkelheit hinter den…

Flusslandschaften

Elisabeth Bendl für #kkl50 „Hingabe“ Flusslandschaften Er wird sie sehen. Lucia hatte bei all der Arbeit, die sie für das Anlegen ihres Tinderprofils, das Aussortieren der Matches, den Chats und Telefonaten und dem ersten unverfänglichen Treffen zunächst nicht bedacht, dass ohne großen Zweifel irgendwann der Moment kommen würde, an dem sie ihre Maskerade ablegen musste.…

Stallgeruch

Jutta Engelhardt für #kkl50 „Hingabe“ Stallgeruch Neben ihr summte der Elektrozaun der Kuhweide. Ein vertrautes Geräusch aus Kindertagen. Schweißperlen liefen Ute in die Augen. Sie wischte sie mit dem Handrücken ab und setzte ihren Weg fort. An den Treppenstufen der kleinen Kapelle bröselte der Stein, die Tür stand weit geöffnet, innen brannten einige Kerzen. Wild…

Mein Nachruf

Barbara Korp für #kkl50 „Hingabe“ Mein Nachruf Deine ersten „Ich liebe dich“s.Sie waren wie ein sanfter Umhang, der mich umhüllte.Sanfte Stimmen, die mich in Sicherheit wiegten.Deine Augen waren mein Hafen, in dem ich immer bleiben konnte.Deine Taten waren mein Kompass, der mich durch die Welt führte. Deine nächsten „Ich liebe dich“s.Sie wurden zu einem schweren…

Versprechen für immer

Dorothea Schug für #kkl50 „Hingabe“ Versprechen für immer Sie sitzt auf dem Sofa und studiert das Chaos um sich herum. Wo soll sie nur anfangen? Bei dem Wäscheberg, der sortiert, dann gewaschen, dann getrocknet, dann gefaltet und dann anschließend in die Kleiderschränke einsortiert werden muss? Oder bei dem Geschirrberg in der Spüle, der sich seit…

Hingabe

Michael Bork für #kkl50 „Hingabe“ Hingabe kennt nur Geben. Hingabe achtet nicht darauf, ob es sich „lohnt“. Hingabe ist ein Versenken, ein Eintauchen, ein Fallenlassen in das Worin. Es ist ein verhangener Novembertag im Jahr 2022 in Prag. Der alte Mann steht an der Nerudova, der Kopfsteingepflasterten Straße mit ihren alten, charmanten Häusern, die direkt…

WELT? ZEIT? UHR?

Sabrina Binek für #kkl50 „Hingabe“ WELT? ZEIT? UHR? Oder: Die Reise des alten Herrn Muck Von Ozean zu OzeanDurch all die WeltenmeereTreibt er mit seinem KaravanUnd ringt um Ruhm und Ehre Die Zeit, sie sprintet forsch voranSchon locken ihn himmlische HeereWird er vollbracht, sein LebensplanNoch trotz Muck den Stürmen, nichts kommt ihn in die Quere…

Grand Central

Bernd Krippl für #kkl50 „Hingabe“ Grand Central Nach dem Tauwetter wurde es frühlingswarm, föhnig vielleicht, jedenfalls versprach mir die Witterung Ende November nichts, nichts Konkretes, leere Luft, die aber doch Spannungsfelder, Ladung besaß. Ein Mann trägt auf der Haut viele fühlige Härchen, die ihn vor-vorwarnen. Nein, den kaum merkbaren Anstoß gaben nicht die gesprochenen Worte,…

Als das Dienen noch willkommen war

Dr. Susanne Konrad für #kkl50 „Hingabe“ Als das Dienen noch willkommen war Es war einmal eine Bauerntochter, die war nicht besonders hübsch, aber dafür klug im geistigen wie im praktischen Sinn. Sie lebte mit ihren Eltern auf einem größeren Gehöft, wo sie einiges zu bewirtschaften hatte. Je weiter sie heranwuchs, desto deutlicher spürte sie, dass…

Großmutter Gutmut

Florian Stöckle für #kkl50 „Hingabe“ Großmutter Gutmut Es gibt eine Frau, die schon immer nur Gutes tut. Diese Frau heißt Gutmut, als hätten ihre Eltern gewusst, welches Leben ihre Tochter später führen würde. Gutmut engagiert sich aufopfernd für alle Hilflosen und Ausgestoßenen. Gott, oder wer auch immer dafür zuständig ist, beschenkte Gutmut mit einem langen…

Wie der Tag beginnt

Uwe Britten für #kkl50 „Hingabe“ „Geschwister sind die Menschen, mit denen viele von uns die größte Zeitspanne ihres Lebens teilen. Nicht selten besteht zwischen ihnen eine tiefe Verbundenheit – entstanden manchmal unter widrigsten Bedingungen in der Kindheit. Wie der Tag beginnt, eine typografische Erzählung.“ Typografisches Erzählen Was ist typografisches Erzählen? Die Idee zum »typografischen Erzählen«…

Schiztrophen

Markus Putnings für #kkl50 „Hingabe“ Schiztrophen Die Lippen so voll, sanft Kirschen umfassendschamvoll tastend,kokett und frivol- so wundervoll! Die Augen:Mandeln und SterneBoten der Ferne.Sachtes SaugenUnter braunen Brauen. Ihr Nacken gold,zum Beißen fein,lüst´re Pein!Flaumiger Sold,der Zittern zollt. Doch dunkle Seiten zeigen sichdiskret versteckt im Tageslicht,das Spiel, das Sie Ihr eigen nenntweckt das in mir, das Sie…

Die Aufnahmeprüfung

Mona Hagmann für #kkl50 „Hingabe“ Die Aufnahmeprüfung Tick tack, tick tack. Wieder bewegt sich der Zeiger um ein kleines Stück. Der junge, blonde Mann betrachtet die weisse Uhr. Sie hängt ganz vorne im Saal und ist schlicht. Und doch so mächtig. Mit ihrem tick tack, tick tack, tick tack… Ein weisses Blatt. Vollständig beschrieben mit…

Morpheus

Eva Joan für #kkl50 „Hingabe“ Morpheus schließe meine Augen lass mich fallen ohne Netz Morpheus fängt mich auf behutsam trägt er mich auf seinen Armen durch die Nacht überlässt mich rätselhaften Träumen hält mich umfangen wortlos geborgen  Silberlicht  … streift zärtlich schlaflose Körper küsst flüchtig lustvoll seufzend warme Haut zeichnet lautlose Schattenspiele leidenschaftlich lebhaft spielt mit Feuer taumelt zittert verbindet zwei in einem Ozean aus Licht  Eva Joan  „Ich lebe in Gronau (Leine), bin pharmaz.-kaufm. Angestellte und…

Neun Leben

Elsa Wild für #kkl50 „Hingabe“ Neun Leben Die Erinnerung stellte sich bruchstückhaft ein. Lichter, aus dem Nichts aufgetaucht, hatten sie erfasst. Vom grellen Scheinwer­fer­kegel plötzlich geblendet verlor sie die Orientierung, erstarrte eine Sekunde. Eine Sekunde, die ihr zum Verhängnis wurde. Das Geräusch blockierender Reifen auf Asphalt, unmittelbar danach grausiges Knirschen und Krachen, das die sanfte…

Ergriffen

Anna Stiny für #kkl50 „Hingabe“ Ergriffen Die Schnelligkeit verschlingtWas in der Langsamkeit Entfaltung fändeWo begegnet man noch demDer sich ergriffen fühlen kannVom unbeschreiblich GanzenWas zu erahnen, aber nicht zu greifen istSich entfaltet im zugewandten BlickWuchtige und zarte KlängeDurchdringen kaum leblose MaschinenSie beseelen den MenschenWenn er Zugang findet und sich beseelen lässtWo begegnet man ihmEr ist…

Die Sprechblase quoll…

Ansgar Eyl für #kkl50 „Hingabe“ Ausstellung                                                     Die Sprechblase quoll aus dem Gemälde ihres Mundes. Die mikroskopischen Zeichnungen der gehörten Silben ließen den Mäzen jubeln.  Arme rotierten im grellen Leselampenmodus.  Papierfetzen segelten. Elektrosignale pressten sich machtbesessen an den Bücherantiquitäten vorbei. Staub verzierte die Tageslichtansicht.  Kunstwerk bröckelte. Verzückte Mimik blitzte in einer Fotoschussbreitseite, das Schiffchen des Wachsoldaten…

Wer klopft an die Tür?

Bernhard Brack für #kkl50 „Hingabe“ Wer klopft an die Tür? Er schläft. Sie sitzt neben ihm, ihre Finger in seiner Hand. Wenn sie tief einatmet, streifen ihre Fingerspitzen seine Handinnenfläche. Das erinnert sie an den Schlaf nach der Liebe, wenn seine Zehenspitzen ihre berührten, ein Blätterrascheln durch ihren Körper ging oder ein Windschauer über den…

Hingabe einer Nonne

Doreen Pitzler für #kkl50 „Hingabe“ Hingabe einer Nonne Im Jahre des Herren 1153; Kloster Rupertsberg Leidenschaften gab es im Leben viele, ob es sich dabei nun um einen tiefen Glauben an Gott handelte oder an die Liebe zu einem anderen Menschen. Man konnte sich der schönen Kunst hingeben oder man folgte seiner Berufung – so…

Aus der Redaktion mit Hingabe

Aus der Redaktion mit Hingabe Und so auch unser Ausschreibungsthema für den März 2025 und lassen wir uns im März 2030 darauf zurückschauen, was aus unserer Hingabe wurde. Welche Wirkungen haben diese Ursachen gesetzt. Ist z.B. Spaltung nur noch ein Vergangenheitsproblem, nun ein Miteinander das „Normal“ geworden? Wir werden sehen. Was hat das Internet zu…

Die unerwartete Reise

Chantal Mäurer für #kkl49 „Ablenkung“ Die unerwartete Reise In einer kleinen, malerischen Stadt inmitten sanfter Hügel und blühender Wiesen lebte ein Mann namens Max. Max war ein erfolgreicher Schriftsteller, bekannt für seine fesselnden Romane und tiefgründigen Charaktere. Seine Bücher hatten viele Leser inspiriert, und er genoss den Ruhm, den seine Werke mit sich brachten. Doch…

Ophelia

Cleo A. Wiertz für #kkl49 „Ablenkung“ Ophelia Sie nahm es zu ernst. Es war doch nur ein Geplänkel,ein Spiel! Wer hätte gedacht, dass sie ihm glauben würde,als er von Liebe sprach,von Heirat… Das dumme Ding:“Schon immeretwas bizarr“sagten die Leute. Trotzdem:Als sie so dalagim Schilf,Wasserlinsen im Haar,aber so ruhig,so ruhig dies Lächeln! Wohernimmt sie dies Lächeln?Irgend…

Das blaue Kleid

Luisa-Maria Papadopoulos für #kkl49 „Ablenkung“ Das blaue Kleid Mit jedem Nadelstich nähte Katharina eine Faser ihres Herzens in das blaue Kleid. Mit jeder Handbewegung schwand ein wenig von ihrer Kraft. Ein Tropfen Blutes floss in jedes der blauen Farbpigmente. Die Mahner gingen in Katharinas Atelier ein und aus. Gib auf dich acht. Das blaue Kleid…

Heute glaub ich, wär es wichtig…

Ingonda Lehner für #kkl49 „Ablenkung“ Heute glaub ich, wär es wichtig… Heute glaub ich, wär es wichtig, heute ist ein guter Tag, geh ich´s an heut wirklich richtig, heute ich mich richtig plag. Hab sie lange aufgeschoben, diese Arbeit mich nicht freut, kann mich dafür nicht sehr loben, seh es ein, es mich ja reut.…

Update für dich

Inspiriert von: Christian Rupp: π (Pi)https://kunstkulturliteratur.com/2025/01/20/%cf%80-pi/ Alexander Esser Update für dich „Lucy, bitte installiere das Update und starte anschließend neu.“ „Hmmm…“ Hatte Lucy gerade geseufzt? Das muss ich mir eingebildet haben. Lucy ist meine sprachgesteuerte KI – ein kleiner, unscheinbarer Lautsprecher auf meiner Kommode. Wenn ich einen Film schauen will, frage ich sie nach Empfehlungen.…

„Wir müssen …?“

Frederik Wolfgang Kloiber für #kkl49 „Ablenkung“ „Wir müssen …?“ Der österreichisch-britische Philosoph Karl Popper sagte einmal:“ Die Zukunft ist offen. Sie hängt von uns ab – von uns allen.“ Eine der größten Gefahren der Gegenwart ist die unreflektierte Radikalisierung, die wie eine Seuche in unsere Gesellschaft eingezogen ist. Blockbildung mit garantiertem Konfliktpotential. Anschließend folgt der übliche…

Breaking News

Hendrik Fischer für #kkl49 „Ablenkung“ Breaking News Ein Fehler? Wie kann das sein im Informationszeitalter? Bei Wikipedia steht es eindeutig anders. Besitzen Journalisten mittlerweile andere Quellen? Über diesen Witz musste Mark schmunzeln, obwohl er allein im Zimmer saß. In dem Wikipedia-Artikel stand Hannover als Geburtsort und nicht Hamburg des verstorbenen Schauspielers. Wahrscheinlich liest sich Hamburg…

Puzzleteil

Anne-Kathrin Meyer für #kkl49 „Ablenkung“ Puzzleteil Es ist meine siebte Woche auf der Geschlossenen. Die Spitze meines Mittelfingers ertastet die Struktur eines Puzzelteils. Ich fühle die rauen, winzigen Schnipsel, die blau eingefärbt, zusammengepresst und miteinander verklebt, getrocknet, auf einer Seite mit einem großen Bild im Format fünfzig mal siebzig foliert und in eintausend Stücke gestanzt…

Katja

Theresia M. Buchhold für #kkl49 „Ablenkung“ Katja Warum genau hatte ich mir nicht einfach eine Ausbildung gesucht und mich als Handwerker oder so selbstständig gemacht? Dann müsste ich mich jetzt nicht mit diesem Lern-Zeugs rumschlagen. Ich müsste nicht über Dinge wie die Diagnostik von schizophrener Depression oder Ähnlichem brüten, sondern könnte mit meinen Freunden feiern…

Fast

Andrea Tillmanns für #kkl49 „Ablenkung“ Fast Noch so viel, was du heut’ willst tun,hast Kraft und Mut im Überfluss.Nur noch ein paar Minuten ruh’n,denn für diese Arbeit muss man vorbereitet sein und fit.Doch während du deine Augen schließt,bekommst du nur am Rande mit,wie die Begeisterung zerfließt. So nimmst du schließlich leis’ ein Buchund machst ein…

Ziehenlassen

Miriam Mlecek für #kkl49 „Ablenkung“ Ziehenlassen In den nächsten Minuten wird er eine Entscheidung treffen müssen. Seine Entscheidung über Wind und Wellen, Geld und Menschen, Leben und Tod. Breitbeinig und mit herausgestreckter Brust kommandiert er die Brücke des stählernen Fischtrawlers. Er beobachtet misstrauisch eine Ansammlung grauer Wolken, die von einer unsichtbaren Macht getrieben am Nachthimmel…

ma tête

Rima Syed Ettner & Kyra Clemen für #kkl49 „Ablenkung“ ma tête Ich spüre einen Widerstand. Ich denke nicht nach. Es ist ein Grübeln ohne Nachgang, ein Laufen in mir selbst. Regelmäßig komme ich vom Weg ab. Es verläuft sich kreisförmig. Biete mir selbst nur endlose Pfade. Die Zeit hat keine geraden Wege hinterlassen. Augenblicklich soll es…

Routineuntersuchung

Rouven Reuter für #kkl49 „Ablenkung“ Routineuntersuchung Leicht schnaubend öffne ich die Tür zur Zahnarztpraxis und begrüße die Zahnarzthelferin hinter dem Tresen. Sie fragt nach dem Grund für meinen Besuch. „Routineuntersuchung“, sage ich. Anschließend fordert sie meine Krankenkassenkarte ein, liest sie aus und bittet mich im Wartezimmer Platz zu nehmen. Im Wartezimmer sitzt eine faltengeschmückte Dame…

„Wessen Ablenkung zunahm, dessen Intellekt nahm ab.“

Nora Hamed für #kkl49 „Ablenkung“ „Wessen Ablenkung zunahm, dessen Intellekt nahm ab.“ Lieber Tom, ich schreibe dir diese Worte aus totaler Verzweiflung. Unsere Beziehung ist belasteter, als du denkst. Um unseretwillen will ich nun Klartext mit dir sprechen. Kannst du dich an die Zeit erinnern, als alles noch leichter war? Keine digitalen Medien, keine Ablenkung…

THE DWINDLING SPIRAL

Sonja Henkel für #kkl49 „Ablenung“ THE DWINDLING SPIRAL Meine Freundschaft mit Stiller Wenn man Stiller zum ersten Mal begegnet, sieht man sich einem zurückhaltenden, sehr introvertierten Menschen mit einem scheuen Lächeln gegenüber, der bestrebt ist, seine Angst und Unsicherheit hinter einer aalglatten zur Schau gestellten Arroganz zu verbergen. Bei keinem anderen stellte sich mir die…

Denken

Jens Faber-Neuling für #kkl49 „Ablenkung“ Denken Des Menschen Kunst zu denken Fluch und Segen zugleich. Alles und Nichts ist möglich Gleichgültig der Zeit Er-Lösung, Fund des Seins, der liegt in den Räumen zwischen den Gedanken Bild und Texte aus der Reihe „Schattenglanz – Lücken im Nichts“ Schattenglanz Dein Schatten glänzt Als wollte er mehr sein…

Präfix

Syelle Beutnagel für #kkl49 „Ablenkung“ Präfix Die Sonne strahlt herrlich über das Feld. Mein Herz füllt sich mit Freude bei diesem Anblick. Gerade fahre ich eine meiner Lieblingsstraßen in meinem Auto entlang. In nur leichten Kurven, nahezu geradeaus führt der Weg zwischen Wiesen und Feldern dahin. Das Lenken ist einfach, entspannt kann ich den Ausblick genießen.…

Selbstfindung: Zustellung verzögert

Susanna Dümlein für #kkl49 „Ablenkung“ Selbstfindung: Zustellung verzögert Der Morgen startete mit einer ominösen Karte im Briefkasten: „Lieferung unauffindbar.“ Sie überlegte kurz, ob sie wirklich schon wieder was bestellt hatte oder ob das bloß ein logistisches Missverständnis war. Dabei wollte sie heute eigentlich die große Frage klären, wer sie wirklich ist und warum sie nicht…

Das Problem mit dem Handy

Leandra Bulla für #kkl49 „Ablenkung“ Das Problem mit dem Handy Sie lässt den Blick durch den Raum schweifen. Wie sie das alles leid ist! Müde sieht sie auf, als es an der Tür hämmert. Es hämmert und hämmert und hämmert. Und auch wenn sie darauf nicht die geringste Lust hat, zwingt sie sich zum Aufstehen…

Im Gespräch

Maximilian Kresser- Mierkalns für #kkl49 „Ablenkung“ Im Gespräch Sie streitet mit ihm: „Hast du dir ernsthaft Gedanken gemacht?“ „Oh schau, eine Hummel!“ Maximilian Kresser- Mierkalns, geboren 1998 in Mannheim und immer noch dort lebend. Abitur 2016 mit anschließender Ausbildung. 2024 Veröffentlichung „Der Baum am Ende der Straße“ Über #kkl HIER

Der Lichtblick

Helona Stella Getahun für #kkl49 „Ablenkung“ Der Lichtblick Die Kerze flimmert, du bist noch hier,  doch meine Gedanken – verloren in mir.  Mein Blick versinkt, das Handy spricht.  Ich sehe dich kaum, dein Lächeln nicht.  Ein Bild, ein Reel, die Welt zieht fort.  Ich bin im Kopf woanders, nicht hier, am verabredeten Ort.   Dein Lachen…

Küchengedanken

Kristin Hogk für #kkl49 „Ablenkung“ Küchengedanken Ich will etwas schreiben und habe doch eigentlich Hunger. Egal, wie ich den Stift vor dem leeren Blatt auch halte, in Gedanken blättere ich durch eine Speisekarte: dunkelbraun gebratene Bouletten mit halb herausragenden Zwiebelstückchen, dazu leicht gesalzene Kartoffeln, knackiges Erbsengemüse und mit einer Tomate verfeinerte Bratensoße. Oder vielleicht ein…

Hörst du mir überhaupt zu?

Malena Sophia S für #kkl49 „Ablenkung“ Hörst du mir überhaupt zu? Ich wollte dir sagen, – Glaubst du in Griechenland ist es gerade heiß? Ich denke schon, das ist es dort doch immer! Auch jetzt im Frühling? Auf der Akropolis? Ich bitte dich. Das Geld müsste man haben… Ich wollte dir sagen, dass – Glaubst…

Im Bann des Windes

Dario Schrittweise für #kkl49 „Ablenkung“ Der milde Hauch des Windes umweht mich, ich lasse mich von der sanften Brise umgarnen. Ruhig laufe ich durch einen Hain, die Blätter einer Walnuss rascheln, die Sonne durchtränkt die Baumkrone mit Licht. Indes singen die Grillen ihr fröhliches Lied. ich lausche ihren Klängen, glaube, darin alte Geschichten zu vernehmen,…

Man trägt sie in sich,…

Gabriele Ejupi für #kkl49 „Ablenkung“ Ablenkung Man trägt sie in sich, die schweren Gedanken,Die tief im Innern das Herz lassen wanken.Doch schiebt man sie fort, ins Nichts, ins Versteck,Lässt sie nicht zurück im eigenen Gepäck. Man denkt sich neu, befreit von der Last,Mit Mut und Hoffnung, die Zweifel verblasst.Man taucht in das Jetzt, lässt Schatten…

Geburtstagsparty ungewöhnlich:

Timea Hiller für #kkl49 „Ablenkung“ Geburtstagsparty ungewöhnlich:Was Freunde tun »Ich werde Siebzehn«, denkt Lou, als er an diesem Morgen aus dem Bett in seinem Berliner Zuhause aufsteht. Seine Eltern sind weggefahren und so wäre es normalerweise die Gelegenheit, die sturmfreie Bude für eine Party zu nutzen. Ganz nebenbei könnte er eine junge Frau beeindrucken. Sein…

Der Schnee fällt in einem…

Nicole Locatelli für #kkl49 „Ablenkung“ Der Schnee fällt in einem dumpfen, sanften Rhythmus, als ob die Welt selbst den Atem anhält. In dieser Stille ist alles eingehüllt – jedes Geräusch, jeder Gedanke. Der Schnee nimmt alles auf, das Lautlose wird zum einzigen Klang, die Stille zur absoluten Absolution. Es ist der Moment, in dem der…

Die Kunst der Ablenkung

Karoline Mayr für #kkl49 „Ablenkung“ Die Kunst der Ablenkung Wir alle kennen es, jeder von uns hat es schon erlebt. Es gibt etwas Wichtiges zu erledigen, doch irgendwie kommt man nicht dazu. Ein gutes Beispiel sind Steuern. Man weiß, wann die Frist abläuft, und ist fest entschlossen, gleich am Anfang des neuen Jahres damit zu…

Wir glauben an die Liebe,…

Malin Veith für #kkl49 „Ablenkung“ Wir glauben an die Liebe, während Hass uns ausfüllt. Eines dieser beiden Gefühle muss immer da sein. Noch besser beide. Denn kein anders Empfinden nimmt so viel Raum ein. Raum der immer gefühlt sein muss. Sonst drehen wir durch. Denn was voll ist, ist laut. Wir verabscheuen die Stille. Denn…

Angst

Ursula Förschner für #kkl49 „Ablenkung“ Angst Ich suche auf Tiktok, auf Twitter den neuesten Schrei, den letzten Skandal. Ich suche und finde – nicht mich, versteckt in der Tiefe, nur zu finden von einer mit Mut. Wie gut            das doch tut, zu verweilen bei andern, zu wandern im Kreis rund um sich, rund ums…

Ablenkung, Overload

Emily Falgschlunger für #kkl49 „Ablenkung“ Ablenkung, Overload Chaos, Rushhour Flughafen im Kopf Dröhnende Lautstärke Man hört sich selbst nicht mehr Ablenkung, Droge Um Schmerzen auszuhalten Gefühle verstummen zu lassen Dabei sind sie gar nicht stumm Man hält sich nur die Ohren zu Wie Pflaster auf Platzwunden Doch ich brauch einen Druckverband Ablenkung zerreißt Sie entfernt…

Verfangen in belanglosen Debatten

Helmut-Michael Kemmer für #kkl49 „Ablenkung“ Verfangen in belanglosen Debatten Verfangen in belanglosen Debatten und wenig Aussicht auf Einigungen steuern wir durch eine scheinbar belanglose Krise. Wo wir wirklich stehen weiß in Wirklichkeit keiner so genau, wo wir stehen werden noch weniger. Doch wir sollten uns auf alles erdenklich Mögliche gefasst machen, denn dass auf uns…

Zum Teufel mit der Disziplin

Christina Hermann für #kkl49 „Ablenkung“ „Zum Teufel mit der Disziplin“ Seit zwei Monaten kein Auftrag. Präsentationsmappen geschickt, ängstlich herumtelefoniert, gewartet. Lapidare Absagen, wenn überhaupt. Das Geld wird knapp. Wo verdammt nochmal wollte ich mit Ende Dreißig sein? Beruflich, künstlerisch und von privat erst gar nicht zu reden. Stattdessen verschuldet, krank und allein. Die letzte Rate…

Kunst spiegelt, bewegt und setzt Ursachen

Kunst spiegelt, bewegt und setzt Ursachen!Verbildlicht von Ursula Schachschneider  Ursula Schachschneider Künstlerin Dozentin Illustratorin Autorin 1994 – 2001       Malkurse bei der Malerin + Grafikerin R. Linnemeyer, VHS Neuss                             weitere Fortbildungen und Workshops bei verschiedenen Institutionen 2007 – 2009       Kunststudium mit dem Schwerpunkt Malerei, Freie Kunstschule Köln                             Abschluss mit Diplom. Die Diplom-Arbeit wurde…

Die flüchtigen Gefühle

Anita Lang für #kkl49 „Ablenkung“ Die flüchtigen Gefühle Fragen blitzen auf, werfen sich, wälzen sich. Im Radio singt einer von Amore. Da sehnt sich ein Mensch, werden sie sich kriegen, oder aber alles anders? Das zielstrebige Denken, muss es wiederfinden, den Faden wieder aufnehmen. Muss logisch sein, muss Sinn ergeben. Ein Hund jault auf, sicher…

ausgeblendet

Barbara W. für #kkl49 „Ablenkung“ ausgeblendet im zirkus der gedanken teilt der messerwerfer die geistesblitze mit scharfer klinge zur multiplikation bis die splitter sich zerstreuen, flatternd den verlockungen hingeben. schlür fen de flie gen, zu cken de son nen strah len, grell blen dend auf der netz haut hüp fend, hys te ri sche push…

Tat oder Leid

Christian Peitzmeier für #kkl49 „Ablenkung“ Tat oder Leid das wort schützt entweder wir leiden oder wir entfernen uns vom unsäglichen im denken neuer wörter es versinkt so: der schmerz haben wir nicht genug gelitten im dämmernden sein? haben wir nicht stopp gesagt wenn die flut kam? im schreiben verliert sich die bedrückung im wort mäandert…

Dopamin-Wrack

Lina Charlotte Stenzel für #kkl „Ablenkung“ Dopamin-Wrack Mit unverwandter Eleganz gleitet der Dreimaster lautlos aus der Wetterfront aus Dopamin, in der er mühelos seine Kreise zu ziehen schien, mit goldenem Mast, herrlicher Pracht, ohne Zwietracht in der Mannschaft. Bezwungen hat er das Blitzgewitter, mit gesetzten Segeln und verwegenen Manövern, stolz grüßt er nun die Sonne,…

Mein Bett

Viktoria Platzer für #kkl49 „Ablenkung“ Mein Bett Lage um Lage weicher, weißer Decken. Unter einem Turm von Polstern findest du mich. In einem Paradies aus Bequemlichkeit und Fadesse, welche ich an keinem anderen Ort zu zelebrieren wage. Wenn die Sonne untergeht, ziehe ich die Decke bis zu den Ohren, nur um sie bei Sonnenaufgang wieder…

Verdunkelungsgefahr

Gudrun Latten für #kkl49 „Ablenkung“ butterflies fault Verdunkelungsgefahr Laute flossen wie durch Täler Von faltenreichen Lippen Als flüsterten die Furchen Als raunten die Runzeln Düstere Augen weiteten sich Münder umspielten Lächeln Verschüttete Wahrheit würde ans Licht kommen Rubinrote Rinnsale sickerten aus ihrem Schlund Leuchteten wie Lava im Dämmerlicht Der aufgekeimte Hoffnungsschimmer erlosch Geflüster gärte im…

Denn irgendwo steht die Himmelsleiter

Martin A. Völker für #kkl49 „Ablenkung“ Denn irgendwo steht die Himmelsleiter Wie hältst du es mit der Zauberei? Die Frage mag dich überraschen, aber ohne Zauberei wäre das Leben kein Leben. Sobald ein Zauberer auf der Bühne erscheint, zieht er uns in seinen Bann. Schon vorher, allein wenn wir an den schwarzen Zylinder, an den…

Ablenkung

MIA STÜTZ für #kkl49 „Ablenkung“ Ablenkung Ich ging durch das Leben Voller Elan und Motivation Ich wollte so vieles geben Doch anscheinend hat jeder meine Gaben schon Ich rede hier nicht vom Materiellem nein Wie könnte ich nur so denken Ich spreche von Liebe und der Kunst glücklich zu sein Sich froh durchs Leben zu…

Kopfkino

Regina Hellmann für #kkl49 „Ablenkung“ Kopfkino Erlebt. Erdacht. Erträumt. Bilder. Fotos. Situationen. Was ist wahr, was nur Vision oder gleich einem Mixed-Pickel aufgespießt und scharf gewürzt? Es kann erschrecken, sich einbrennen und immer wiederkehren, als Nachtalp uns dem Schlaf entreißen. Doch neben Thrillern gibt es auch Romantik und kommt daher als fondue de chocolat. Blumen,…

Sieh mich an

Anna Valdin für #kkl49 „Ablenkung“ Sieh mich an Sieh mich an, sagt der Bildschirm, ich strahle so schön.Ich führ‘ dich weg von deinen Gedanken,Hinein in den Newsfeed- Strom. Sieh mich an, sagt die Nachricht, die bei WhatsApp aufploppt.Ich bin vielleicht nicht wichtig,Aber wenn du mich liest, wird die Zeit gestoppt. Sieh mich an, sagt das…

Prokrastinatio

Frederik Durczok für #kkl49 „Ablenkung“             Prokrastinatio Ich habe bestimmt noch nicht von meinem alten Freund Prokrastinatio erzählt. Er ist ein unglaublich weitgereister und vielbekannter Kerl. Ich bin ganz offen neidisch, wie er gerade bei jungen Frauen immer wieder spontan mit in die Wohnung gehen darf. Manchmal auch nur für ein Treffen zum Netflix-Schauen. Und…

Gedankennebel 

Tabea für #kkl49 „Ablenkung“ Gedankennebel  Ein Kaffee am Morgen  Eine To-Do Liste ellenlang Es gibt viel zu tun Motiviert in den Tag starten  Jedes Abhaken ist ein Erfolg  So funktioniert das Belohnungssystem Heißer Dampf vom Kaffee  Benebelt das Gehirn  Wach werden, wach bleiben  Die Lücke zwischen Sein und Werden Immer im Blickfeld das zukünftige Ich …

Notfallzimmer

Christian Günther für #kkl49 „Ablenkung“ Notfallzimmer »Wagen EZ-10-14 und E-10-03, für Zentrale?« »’n Großeinsatz?«, murmelte ich, bevor ich den Ruf bestätigte. »EZ-10-14, Fengler hört?« Die uniformierte Kollegin Lena folgte umgehend. Judith und ich hatten gleichzeitig mit ihr und ihrem Partner Michael Nachtschicht. »Vermisstenfall«, teilte Frau Roesner aus der Zentrale mit, »im Sonnenlicht-Altenheim!« »Schon widda?« Lena…

Kreislauf des Lebens

Hannelore Furch für #kkl49 „Ablenkung“ Kreislauf des Lebens Im Regen schmolz der Schneemann hin,und sprach, das Gute noch im Sinn: „Die Schneeglock’ hier stand gestern matt,steht heute stramm, sie trank sich satt.“ Ich sah am Fenster diesen Mann,nahm gern sein Wort als Sinnbild anund sah den Winterschluss ganz nahauf eine Art, die helfend war: Der Himmel…

Weltraumlaminat

Ansgar Eyl für #kkl49 „Ablenkung“ Weltraumlaminat Leuchtende Dreiecke auf einem Doppelbildschirm blendeten das Innerste der Augenaufschläge. Mit den zerkratzten Fingernägeln fingen wir Blicke. Die Brustkanten überzeugten uns,  kleine endogene Rinnsale flossen in unsere Hormonströme und mündeten in einem erdachten Meer der Möglichkeiten. Die Bretter in den Fäusten stürzten wir in die azurnen Wolken und glaubten…

Und wo ist die Soße?

Mila Alieva für #kkl49 „Ablenkung“ Und wo ist die Soße? Reis und Fleisch standen einladend auf dem Küchentisch – doch die Soße, die kleine Krönung des Gerichts, fehlte noch. Ein Rezept sollte schnell im Netz gefunden sein. Doch aus wenigen Minuten wurden viele: Nachrichten blinkten auf, Beiträge verlangten nach Kommentaren, Diskussionen eskalierten und endeten in…

Am Montag

Elvira Lauscher für #kkl49 „Ablenkung“ Am Montagerreichte michein Montagsgedichtich wunderte michdenn ich lebtebereits im Dienstagmein Kalender jedochzeigte mir den Sonntagund auch im Monatwaren wir uneinsnur im Jahrgab’s eine Übereinstimmungdas beruhigte michwiederum sehr Still ist esdaran muss ich micherst gewöhnen Um meine Ohrenzu entschlackenbesuche ichjetzt öfter das Nichts Damit ich michdort nicht verliereübe ich Trompete Wenn…

Zeitfresser

Britta Pape für #kkl49 „Ablenkung“ ZeitfresserIch lebe in einer Stadt, die niemals schläft. Umgeben von funkelnden Lichtern und einem Geräusch, das wie ein unaufhörlicher Gesang in der Luft schwebt.Mehr und mehr habe ich das Gefühl, in einem endlosen Strudel von Aktivitäten und Ablenkungen gefangen zu sein. Ich bin ständig beschäftigt und habe das Gefühl, nie…

Der Schal

Natalie-Christine Toussaint für #kkl49 „Ablenkung“ Der Schal Weiße Sneakers, schwarze Pumps, Schritt für Schritt die Straße hinunter. Er läuft neben ihr her. Langsam, ganz im Gegensatz zu den beiden Hünen, die schon außer Sicht sind, getrieben von einem mittäglichen Heißhunger, der keine weitere Minute Aufschub zu ertragen schien. Januar Blues hängt schwermütig in den kahlen…

Nachts um 4

Anke Schüür für #kkl49 „Ablenkung“ Nachts um 4 Wenn die meisten Menschen schlafen und nur die Nachtschichtler ihrer Arbeit nachgehen, wird so mancher von wilden Träumen heimgesucht, wälzt sich unruhig im Bett herum –  und schreckt hoch! Macht Licht, steht auf, um die beunruhigenden Gedanken abzuschütteln. Geht ins Bad, setzt sich zur Ablenkung an den…

Der Rattenfänger von Hameln

Dr. Manuela Rassaus für #kkl49 „Ablenkung“ Der Rattenfänger von Hameln Dr. Manuela Rassaus Stuttgart, Germany (@manuela_rassaus) • Instagram-Fotos und -Videos Dr. Manuela Rassaus – KUNST-ONLINE Über #kkl HIER

Konzentriertes Lauschen

Tanna Künemund für #kkl49 „Ablenkung“ Konzentriertes Lauschen Du Vogel, Du Ich versuche Dir zuzuhören, immerzu zu lauschen, weil Du mir wichtig bist, zu verfolgen, was Du sagst, doch ich sage nicht, dass es mir gelingt, doch ich gebe mir Mühe und konzentriere mich auf Dich. Während Du erzählst und ich Dir aufmerksam lausche, frage ich…

Ablenkung

Svetlana Kabanova für äkkl49 „Ablenkung“ A-h, ich mag Ordnung, Gelassenheit, ausgewogene Entscheidungen, klare Ar- B-eitsaufteilung und viel Ruhe. Ich füh- L-e  mich in meiner Welt sehr wohl. Ich bin perf- E-kt! N-ein, du bist nicht perfekt, im Gegenteil: du bist unvoll- K-ommen! Du bist ungeschickt, ängstlich, du wendest dich von neuen Ideen ab, du bist  …

Weltuntergangszuckerwatte, die ablenkt

Veronica Holl für #kkl49 „Ablenkung“ Weltuntergangszuckerwatte, die ablenkt Die Welt geht unter und es riecht nach Zuckerwatte. Der betörende Geruch macht mich ganz benommen und benimmt sich generell, als wäre rund um ihn herum kein Chaos ausgebrochen. Doch auch dieses kleine Glück währt nicht lange, woran mich der stechende Eisregen erinnert, indem er mich in…

Sehnsuchtsvoll

Claudia Lüer für #kkl49 „Ablenkung“ Sehnsuchtsvoll So oft hab ich dein Haar geküsst, die raue Wange zart gestrichen. Und dächt, wenn ich’s nicht besser wüsst, du wärest grad durchs Haus geschlichen. Leis folg ich deiner Blütenspur, betrink mich an vertrautem Duft. Lausch deinem Klang in Raum und Flur und wieg mich sanft im Tanz der…

Vergessen

Clara Lefering für #kkl49 „Ablenkung“ Vergessen Der Tag, an dem ihr alles zu viel wurde. So hätte dieser Tag ihr in Erinnerung bleiben sollen. Nach jeder möglichen Perspektive, die sie gelernt hatte einzunehmen, brach ihre Welt an diesem Tag zusammen. Eigentlich hatte alles schon viel früher angefangen. Wie alles eigentlich schon viel früher anfängt. Ihre…

Ablenkung

Stefan Röck für #kkl49 „Ablenkung“ Ablenkung Ablenkung – selten so gebraucht wie dieses Jahr. 2025 beginnt sehr stark, eigentlich zu stark für meinen Geschmack. Zu allem politischen Gemurkse beschließt meine Mutter zu sterben. Wenn der Moment dann da ist, helfen auch nicht die Monate Vorbereitungszeit. Meine Mutter – im Pflegeheim seit einem guten halben Jahr…

SPÜLMASCHINEN – BLUES

Thierry Horace für #kkl49 „Ablenkung“ SPÜLMASCHINEN – BLUES Wenn ich abends in der Küche stehe, das Licht brennt und die Spülmaschine surrt, weiss ich, dass der Tag nun zu Ende geht. Dieses sanfte Brummen weckt ein Gefühl der Befriedigung. Das Tagewerk ist geschafft. Ja, so fühlt es sich an. Nur dass der Ausdruck “Tagewerk” so…

Kunst spiegelt, bewegt und setzt Ursachen

Kunst spiegelt, bewegt und setzt Ursachen!Verbildlicht von mikebovisuals LOOKING THROUGH THE GLASSES OF NATURE© Michael Bork // mikebovisuals | 2024Fotodirektdruck auf AluDibond | 90 cm x 50 cm Diese Bildkomposition des Fotokünstlers Michael Bork zeigt eine faszinierende Spiegelung im Wassergraben von Schloss Morsbroich (Leverkusen). Die Reflexionen der Äste und Pflanzen im Wasser erzeugen ein fast…

Ablenkung

Franz X. Scheuerer für #kkl49 „Ablenkung“ Ablenkung Störgeräusche NebelkerzenInfo-Müll nebst schalen ScherzenFassadenbilder Grinsemaskenim Odeon der Weltfantasten Gecken Narren SelbstbespieglerRhetoriker der flachen Gunsthämmern, bläuen, kauen widerein Nebelstochern ohne Dunst  Ständig stetig spassbemächtigtKurzweil nährt den krummen HundSorgen türmen sich verdächtigin des Alltags Hintergrund Mediale Lenkraketen avisieren ihre Zieleferngesteuert auszuwählenmassenhaft auf allen Kanäleneinst nannte man es Brot und Spiele Franz…

Unterwegs

Ida Müermann für #kkl49 „Ablenkung“ Unterwegs Der Zug rattert über die Gleise. Vor dem Fenster zieht die Welt vorbei. Neuer Tag, neuer Zug, neues Land. Sehen. Spüren. Leben lernen. Manchmal muss man das Leben auf Umwegen lernen. Während ich so in die Welt gezogen bin und dich manchmal mit mir gezogen habe, hat sich etwas…

Der aufrechte Mensch

Michelle Fetka für #kkl49 „Ablenkung“ Der aufrechte Mensch Ein kurzer Blick nach links oben zur Uhrzeit. 18:57. 18:58. Jedes Mal, wenn sich die Zahl am Ende der vollgepackten Statusleiste änderte, versuchte sie ihren Blick verkrampft wieder auf den Rest des Bildschirms zu lenken. Es ist eine Strategie, die sie sich vor allem in den letzten…

Ich habe durch Milch und Blut geflüstert

Eline Menke für #kkl49 „Ablenkung“ Ich habe durch Milch und Blut geflüstert Manchmal hinke ich dem Reden hinterher, finde den Rhythmus nicht. Im Raum ohne Wände zerstreut sich die Zeit, wird einig mit Zungen, auf denen unsere Namen zerbröseln, die Sprache der Nacht überschreiben. Niemand weckt uns. Wir atmen Rücken an Rücken, jeder für sich…

Oskar Typ 630

Christine Corlett für #kkl49 „Ablenkung“ Oskar Typ 630 Sie hielt zu Oskar. Eva hielt zu Oskar, nicht zu Rosalie. Rosalie hatte Oskar hintergangen, dreist belogen und sich dann als Opfer aufgespielt. Niemals hätte Oskar Rosalie geschlagen, niemals! Er war sanft, verständnisvoll, vielleicht ein bisschen unterwürfig. Spätestens, wenn Eva in der S-Bahn saß, musste sie wieder…

obhut

Christa Issinger für #kkl49 „Ablenkung“ obhut dass man mich im arm hält und am leben wollte ich sagen ich schäle meine wunde aus deinen blicken und laufe durch die gasssen deiner einsamkeit windböen ziehen durch das gemüt am eingangstor suche ich nach meiner bestimmung und übersetze die stille als ein zeichen Christa Issinger, geboren 1963…

Ruhestand

Coelia Altermatt für #kkl49 „Ablenkung“ Ruhestand Gleich am ersten Tag suchte er nach dem neuen Abschnitt im Leben mit dem Fahrrad der Donau entlang und fand im tiefen Fluss der Gedanken den seltsamen Mann der vor dem Stand der Ruhe um Ablenkung zu erlernen bat der Therapeut verwirrt ihm einen Kneipenabend verordnete Juhee klatschte der…

Konzentrieren Sie sich!

Barbara Korp für #kkl49 „Ablenkung“ Konzentrieren Sie sich! Achtung: Sie lesen jetzt diesen Satz Moment. Was war das? Ein Geräusch von draußen? Ein Ping auf dem Handy? Eine Erinnerung, die plötzlich auftaucht wie ein Luftballon, der sich von einer Kinderhand löst? [Hier könnte eine Fußnote stehen, aber sie ist leer.] Die Konzentration ist wie ein…

Maske der Ablenkung

Anastasia Weimer #kkl49 „Ablenkung“ Maske der Ablenkung Die Welt trägt die Narben eines digitalen Krieges, der nicht nur gegen die Stille, sondern auch gegen das geht, was wir wirklich wollen. Ablenkung ist längst nicht nur eine Flucht vor der Leere – sie ist eine Flucht vor uns selbst. Wir schieben die Frage, was wir im…

Vernunftgeschichten

Ingeborg Henrichs für #kkl48 „Vernunft“ VernunftgeschichtenVon Herzen still geborgenUm gut zu wirken EilandMit der Sprache des Gefühlsjenen alten steinernen Schmerz begrabenganz weit da draußenauf dem Eiland der wunschlosen Seligkeit PfeilEinen Pfeilschießt der GalubeUnbilden und Herrscher und Leidtrostloser Scheinästhetikverschwinden ohne Klangeiner ExplosionSo könntedie Geschichte spielen Ingeborg Henrichs, zuhause in Ostwestfalen, verfasst kürzere Texte, fotografiert gern Momente, die…

Grenzenloser Geist

Ingrid Baumgart-Fütterer für #kkl48 „Vernunft“ Grenzenloser Geist Sein von Lebensfreudebeflügelter Geisthebt sich hinweg übermentale Barrieren,wie alte Glaubenssätze,angestaubte Ansichten,fest gefügte Meinungenund öffnet sich der“Wahrhaftigkeit“mit der Strahlkraftder aufgehenden Sonne -sein geistiger Horizontweitet sichins Unermessliche. Entlastung Selbst zermürbendeGedanken,die er zwischen den Ohrenhin – und herwälzteverfinsterten sein Gemüt,machten ihmdas Herz schwerund lasteten wie Felsgesteinauf seiner Seele.Eines Tages wurde erdes…

Parabel

René Oberholzer für #kkl48 „Vernunft“ Parabel Die grosse SchereZwischen gebildet und ungebildetKlafft immer mehr auseinander Um schneiden zu könnenMuss das Blatt immer tieferIn die Schere geführt werden Der Apfelbaum Sie duftete nach RosenIch folgte ihrem HalsDas Gras stand hoch Vogelgleich tanzte ichGrüsste den HimmelBreit waren ihre Hüften Sie streckte ihre ArmePflückte einen ApfelIhr Hintern war…

KLEINIGKEITEN

Iris Jesske für #kkl48 „Vernunf“ KLEINIGKEITEN Die Kleinigkeiten reiben auf, nehmen ihren eignen Lauf. Sie explodieren, töten Menschen, wer kann ihre Bahnen lenken? Wer gibt ihnen diese Kraft? Damit es so ein Unheil schafft? Sind es die sieben Sünden, die den Kleinigkeiten ein „Hurra“ verkünden? Doch haben sie auch gute Seiten- An manch Kunstwerk kann…

War ich ein Mensch?

Peter Hübscher für #kkl48 „Vernunf“ War ich ein Mensch? Laut Leo Rosten, der jiddischen Gelehrten und Autor von The Joys of Yiddish, Mensch sei „jemand, den man bewundern und dem man nacheifern kann, jemand von edlem Charakter. Der Schlüssel, um „ein echter Mensch“ zu sein, ist nichts weniger als Charakter, Rechtschaffenheit, Würde, ein Sinn für…

Gelegenheit macht Diebe

Monika Schlößer für #kkl48 „Vernunft“ Gelegenheit macht Diebe Wie konnte Kathi nur so arglos sein und ihrer Kollegin erlauben, in den alten Pflaumenbaum zu klettern? Wenn sie bloß Jennifers Bitte abgeschlagen hätte! Dann wäre die Tragödie womöglich zu verhindern gewesen. Und die Vögel hätten sich auch im kommenden Jahr wieder an den restlichen Früchten sattfressen…

In der Zwickmühle

Christian Knieps für #kkl48 „Vernunft“ In der Zwickmühle Es gibt diese Tage im Leben, an denen sich eine Begebenheit an die andere reiht, von denen man jedoch in dem Moment des Geschehens keine im Kontext seines Lebens versteht. Erst später, in der Rückschau ergeben sich die Linien, die das Leben zeichnen, und solche Linien werden…

EIN STRAUSS NAMENS JOHANN  

Bernd Watzka für #kkl48 „Vernunft“ EIN STRAUSS NAMENS JOHANN   Ich bin ein stinknormaler Strauß,  Gräser sind mein Lieblingsschmaus. Zur Not ess ich auch Notenblätter –  doch dann gibt’s ein Donnerwetter.  Mein Bauch ist groß, das Köpfchen klein, ich könnt ein Österreicher sein. Keinen Arsch breit kann ich fliegen, doch würd bei jedem Wettlauf siegen.  So weit, so gut – hier mein…

Ich Leere Vernunft

Sybille Fritsch für #kkl48 „Vernunft“ Ich Leere Vernunft Ich denke also bin ich Außen getrennt von Innen Mensch getrennt von Mensch Ich ein göttlicher Wille Ich ein vernünftiges Wesen Ich ein moralisch Handelnder Ich ein Gott Ich eine Vorstellung Ich ein Wille zur Macht Ich ein Ich Ich fühle also bin ich von allem ein…

Mystikrest

Clara Sinn für #kkl48 „Vernunft“ Mystikrest Vernunft hatte ihr eingebracht:miese Vorlesungen, aber Top-Job. Aufgestiegerlangthaben. In gediegenere Schichten. Unvernunft hatte ihr gewährt:Angekommensein. In totaler Enthobenheit von Daseinsfesseln. Geschweige denn Pflichten, Verantwortung.Wie klein war das gegen dies Ewigkeitserleben. Sie bliebklar. Wir Menschenbrauchen beides. Das Große wie das Kleine.Einfach, weil wir beides sind. Clara Sinn ist in verschiedenen…

STIMMUNGSFANG

Roland Schmidlin für #kkl48 „Vernunft“ STIMMUNGSFANG Das bewahrende Rad ins Feuer Gleichmass spricht Duale Wortfolgen im ausgewogenen Wagen fahren Selbst gefüllte Lücken im Zug Worte sich einfinden Als Kugel Innenleben die Mitte Überholen zu lässt Die ausgebreitete Leiter folgt dem Sprechsatz Weg Felder arbeiten am gängigen Zugang Denkmodell Als Roland Schmidlin habe ich am 11.11.1964…

Versuch eines Gesprächs mit Gott

Brigitte Hieber für #kkl48 „Vernunft“ Versuch eines Gesprächs mit Gott Hallo, alter Mann, auf deinem Wolkensofa da oben. Bekenn mal Farbe. Wie hältst du’s so mit dem Zuhören? Das fordere ich jetzt ein. Das musst du doch tun, schon von Berufs wegen. Oder nicht? Keine Sorge, ich gebe mir Mühe, dich nicht zu langweilen, sonst…

Ein Einhorn

Barbara Korp für #kkl48 „Vernunft“ Ein Einhorn Die Vernunft, ja, sie ist wie ein Einhorn.  Wunderschön. Man muss sie einfach lieben.  Elegant. Wenn man sie sieht, ist man von tiefster Ehrfurcht erfüllt.  Vollendet. Als wäre sie nicht von Menschenhand gemacht.  Wir kennen sie aus Berichten. Manchmal sehen wir sie im Film.  Wenn wir von ihr…

Die Offenbarung

Jenny Julind für #kkl48 „Vernunft“ Die Offenbarung 1 Der Tag, an dem der Brief kam, markierte die Wende in seinem Leben. „Menschen dieser Erde!“ stand darin. „Wir haben uns entschlossen, Euch die Wahrheit zu sagen.“ Jeder Haushalt erhielt diesen Brief, jedoch nicht alle am selben Tag, denn es kam schon seit längerem zu Verzögerungen in…

Chor der Unvernünftigen

MO HAVER für #kkl48 „Vernunft“ Chor der Unvernünftigen Wir sind die Nachkommen der „Aufklärungen“ Gefüttert mit dem Blut der Revolutionen Wir sind satt von den falschen Vorstellungen Und der Rede von Fortschritt durch Technik  und Millionen Kindheit das haben wir recht früh verlernt Fremde Ideen wurden uns in die Köpfe gestopft Weil Vater ein Mann…

DER KOMET

Sonja Henkel für #kkl48 „Vernunft“ DER KOMET Gregor schnaubt laut und verdrossen, Nässe dampft aus seinem Fell zu mir herauf und das Sattelleder knarzt unter seinen unwilligen Bewegungen. Er will nicht stillstehen, er will laufen und kämpft gegen den festen Zug der Trense, doch die Zügel in meinen Händen geben nicht nach. Vor uns dehnt…

Achtsamer Weg

Daria Wendland für #kkl48 „Vernunft“ Achtsamer Weg Die Mütter sagen „sei vernünftig“, doch Kinder denken nicht an künftig. Kinder sind immer hier und jetzt, laufen wie Fische ans fremde Netz. Die Neugier treibt die Jugend weiter, wer nicht mitläuft bleibt Außenseiter. „Dabei sein“ ist alles auch wenn’s schmerzt, die Devise ist „cool sein“ ohne Herz.…

Bei sich

Vero Wendland für #kkl48 „Vernunft“ Bei sich Was Vernunft ist will ich wissen, ist es Moral oder Gewissen, woher kommt die kluge Stimme,  ob von Außen oder Innen. Ist es Engel oder Gott, die mich schützen vor dem Tod, laufen mir fast ständig nach,  schützen mich am Tag und Nacht. Wenn ich übermutig bin, in…

Komm zur Vernunft

Alma Jung für #kkl48 „Vernunft“ Komm zur Vernunft Sei nicht albern Reiß dich zusammen Schuster deine Maske wie du willst Aber trage sie Sei nicht faul Arbeite dich im Schweiße Des eigenen falschen Angesichts  Komm. Komm zur Besinnung Lauf zu ihr rüber Verneigen. Nicht verneinen. Unterwirf dich überragend. Komm zur Vernunft. Alma Jung ist eine…

INSERT whiskey INTO gift_ideas

Alexander Esser für #kkl48 „Vernunft“ INSERT whiskey INTO gift_ideas „Hey Siri, was könnte ich meinem Vater zum Geburtstag schenken?“ Siri war die weibliche Hälfte in Tobias‘ Haushalt. „Was macht dein Vater gerne in seiner Freizeit?“ „Sportschau gucken, Alkohol trinken und -“ Tobias überlegte, wie er rülpsen, Armdrücken und sich lässig im Schritt kratzen angemessen zusammenfassen…

Dialog

Dialog Zeitpunkt 1 ■ Das ist nicht gut, das weißt du auch. ● Ist mir egal, ich fühle das nicht. ■ Denk drüber nach und wäge ab. ● Ich brauche nicht mehr nachzudenken. ■ Hier sind die Argumente, du kennst sie alle. ● Mein Herz hat andere. Zeitpunkt 2 ■ Nimm den anderen Weg, dieser…

Wahrheit

Patrizia Franziska Rottmüller für #kkl48 „Vernunft“ Wahrheit Die Wahrheit ist wahr und wird durch die Unwahrheit nicht minder wahr. Die Wahrheit steht für sich in sich, bis die Unwahrheit in sich zerbricht. Patrizia Franziska Rottmüller Gesund.Sportlehrerin mit Sportmanagement,  Grundl. der Sporttherapie DVGS e.V. staatlich geprüfte Gymnastiklehrerin Gesundheitspädagogik Kampfsport: 4.Dan Blackbelt Selfdefense Women Int. Kampfrichterlizenz Die…

Was soll es bringen?

Astrid Hammerthaler für #kkl48 „Vernunft“ Was soll es bringen? Als sie ihn zum ersten Mal dachte, diesen Satz, diese unangenehme Frage, bemerkte sie augenblicklich die niederschmetternde Kraft, die davon ausging. Zuvor hatte der junge Mann sie gebeten im Café nebenan auf ihn zu warten. Sie war in diesem Moment schon müde gewesen, aber fasziniert von…

π (Pi)

Christian Rupp für #kkl48 „Vernunft“ π (Pi) „Du musst sie abschalten, sonst war alles umsonst!“ Mikes Stimme klang besorgt. „Wir sichern alles ab und suchen nach dem Fehler,“ fuhr er fort. „Wenn wir verstehen, wo das Problem liegt, können wir vielleicht einen Neustart wagen.“ Jonas kaute langsam auf einem alten Kaugummi, während sein Blick unruhig…

Vernunft

Daniel Szücs für #kkl48 „Vernunft“ Vernunft Ein nebeliger Nachmittag, schneidender Wind. Ein Flussufer, zahlreiche spielende Möwen.  Andre. Karierte Hose, Hände in den Hosentaschen der schwarzen Jacke versteckt. Die Silhouette einer großen gotischen Kirche auf der anderen Flussseite. Die Unruhe angelegter Boote auf der Wasseroberfläche. Ein wortkarger Mann mit dickem Panzer auf der Oberfläche. Was sich…

Morgens und abends zu lesen

Franca Lingua für #kkl48 „Vernunft“ Morgens und abends zu lesen Der, den ich liebeHat mir gesagtDass er mich nicht kennt DarumSuche ich stets seine NäheRinge um sein Vertrauen undFürchte von allen Amyloid-SpurenDass sie unsere Wege trennen könnten. Franca Lingua, geboren 1966 im Kreis Herford, Studium der Slavistik, Romanistik und Deutsch als Fremdsprache in Göttingen, Kiew…

Bin ich vernünftig, wenn ich

Kerstin Müller-Hörth für #kkl48 „Vernunft“ Vernunft Bin ich vernünftig, wenn ich stets den logischen, rationalen, sachlichen Weg einschlage und meinen Verstand über mein Herz obsiegen lasse? Bin ich vernünftig, wenn ich allzeit in der Realität verweile und mich nicht in Tagträumen verliere? Für manche Menschen bedeutet Vernunft langweilig oder gar spießig zu sein. Man geht…

Der Schlaf der Vernunft

Katrin Streeck für #kkl48 „Vernunft“ Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer Francisco José de Goya y Lucientes (* 30. März 1746 in Fuendetodos, Aragón, Spanien; † 16. April 1828 in Bordeaux) Der Schlaf der Vernunft Die Radierung Francisco Goyas wurde interpretiert wie kaum ein anderes Werk der Kunstgeschichte. Es gilt als „Manifest der europäischen Kunst-…

Das Licht im Tod wahrnehmen

Stefanie Bräunig für #kkl48 „Vernunft“ Das Licht im Tod wahrnehmen In den letzten Jahren hat sich mein Bewusstsein und meine Art zu leben sehr stark verändert. Ich bin viel offener geworden, gehe immer häufiger mit einem geöffneten Herzen durch die Welt. Öffne mich für alles, was da ist, was gefühlt werden möchte. Was gesehen und…

FLIEG, MEIN VOGEL – FLIEG HOCH !

Corie Fee für #kkl48 „Vernunft“ FLIEG, MEIN VOGEL – FLIEG HOCH ! Er sah sie innerlich seufzend an. Ein nahbares Lächeln auf den Lippen, waren seine Gedanken in weiter Ferne. Er blickte sie unverwandt an, so wie sie dastand. Mit leuchtenden Augen und großen Gesten, übersprudelnd vor Geschichten und vor Erlebnissen. Ihr Mund bewegte sich,…

Der Brief

Michael Eschmann für #kkl48 „Vernunft“ Der Brief Da lag er nun. Der Brief. Ungeöffnet. Er wollte ihn nicht lesen, weil er glaubte zu wissen, was bereits darin stünde. Es war der dritte Tag, dass dieser Brief nun da war. Gleich zu Beginn der Woche hatte er ihn erhalten. Es war am Dienstag. Das war sein…

wendepunkt

Annette Mücke für #kkl48 „Vernunft“ wendepunkt kopf regiert gedanken-autobahn gefühle abgeschaltet herz auf autopilot und dann sackgasse ich – am wendepunkt kopf abgeschaltet gedanken entschleunigt gefühle lernen navigieren herz lernt regieren die zukunft liegt auf der landstraße Vernünftig „Sei doch vernünftig!“, sagten sie, als ich  das erste Mal ausschließlich meinen Gefühlen folgte und das sehr…

Aufruhr im Fluss

Mare Baumbach für #kkl48 „Vernunft“ Aufruhr im Fluss Im Fluss der Vernunft fließen stille Bäche sie gluckern und gurgeln flüstern Worte und murmeln gehen unter im Stimmengewirr der Lust und des Willens es schreit der teuflische Trieb in die Stille der Fluss in Aufruhr verwirbelt vernünftige Wellen an einsame Stellen bildet einen Strom und der…

Frauenpower

Kerstin Riechert für #kkl48 „Vernunft“ Frauenpower Sie war ein gescheites Mädchen, sollte auf die höhere Schule gehen, sagte die Lehrerin. Oh, Lieselotte wäre gern gegangen. Sie lernte gern. Auf die höhere Schule? Ein Mädchen? Der Vater schüttelte den Kopf. „Rausgeworfenes Geld! Du heiratest doch sowieso einmal.“ Die Mutter stimmte ihm bei: „Dein Vater hat recht.…

Die Stimme der Vernunft.

Katja Heller für #kkl48 „Vernunft“ Ich bin jung, die Stimme sagt: auch dumm, Soll hören auf die, mit Erfahrung, Also bleibe ich stumm. Soll lernen bis zum Umfallen, als Vorauszahlung. Es heißt man soll träumen, Von seiner Zukunft, seinem Leben, Man soll bloß nichts versäumen,  Soll immer sein bestes geben, das höchste anstreben. Also träume…

Schlaf, Menschlein, schlaf

Martin A. Völker für #kkl48 „Vernunft“ Schlaf, Menschlein, schlaf Die Welt ist voller Unvernunft. So scheint es zumindest. Sicher kannst du nicht sein, weil es immer wieder Momente gibt, in denen du denkst, dass alles sogar noch schlimmer sein könnte. Streng genommen ist es gar nicht die Welt, die voller Unvernunft ist, sie ist voller…

Wissen

Michael Jan Lars Kastor für #kkl48 „Vernunft“ Wissen Und ich wusste, es stimmt. Oder hatte ich nur zugehört, es aufgesogen, statt zu prüfen, zu hinterfragen, zu denken? Glaubte ich, zu wissen, oder wusste ich? Michael Jan Lars Kastor, geboren 2003 in Germersheim, studiert Mathematik und Bildende Kunst für Gymnasiallehramt in Landau (Pfalz). Der (Wort-)Künstler beschäftigt…

Zu erkennen…

Tabea für #kkl48 „Vernunft“ Zu erkennen was ist und was sein wird. Im Wahn verzerrter Spiegelwelten beraubt der Mensch sich seiner Vernunft. Eingetaucht in dicke Nebelschwaden, ist die Welt verwirrt. Ist dieses Chaos unsere Zukunft? Gedankenverloren sich aneinander, ineinander irrt. Wir brauchen Mut die Realität anzuerkennen, Im Sog des Untergangs nicht wegzurennen, Einmal kurz innehalten,…

Mittwochskaffee

Xaver Egert für #kkl48 „Vernunft“ Mittwochskaffee Die Schreie hallten über die Straße. Ein Passant zuckte zusammen. Die beiden stritten. Wie jeden Mittwoch. Der alte Mann schmunzelte und faltete seine Zeitung auf. Worüber sich das Ehepaar (er vermutete, dass es sich um ein Ehepaar handelte) stritt, wurde aus den paar Wortfetzen, die durch das geöffnete Fenster…

Lass das Jagen

Jens Faber-Neuling für #kkl48 „Vernunft“ Lass das Jagen Nach Tier und Mensch Nach Gier und Hab Der Stapel überragt Die Himmelstürme Lass gehen Das Vergangene Schon gegangen Vor langer Zeit Lass sie los Die Vorstellung Nur die wacht noch Rückblicke verändern Sicht ist getrübt Projektionen aufgebaut Wirklichkeit wirkt Setze neue Ursachen Mit Liebe gefüllt „Ich…

Der Blick

Melanie Jasmin Hütter für #kkl48 „Vernunft“ Der Blick In meinem geliebten Café, nahe unseres Stadtparks meiner Heimatstadt, einem Ort der Ruhe und des Nachdenkens, sitze ich und lasse meinen Blick über das Treiben um mich schweifen. Endlich zeigt sich wieder die Sonne und wärmt mein sonnenhungriges Gesicht. Jede Sekunde hier ist ein kostbarer Moment, den…

Brachland, versumpft – danke, (Un)vernunft!

Katja Wilhelm für #kkl48 „Vernunft“ Brachland, versumpft – danke, (Un)vernunft! Schaut man sich derzeit die Lage der Welt an: Man könnte glatt auf die Idee kommen, alle Klügeren weltweit hätten zeitgleich nachgegeben. Dabei wird uns dieser Irrsinn schon seit Kindertagen als die Lösung schlechthin verkauft: Die/Der Klügere gibt nach. Und wer will schon dumm dastehen,…

Mein Herz hüpft der Vernunft davon

Kaethe Uebner für #kkl48 „Vernunft“ Mein Herz hüpft der Vernunft davon Leise sprach mein Großvater mit rauer Stimme. Weise war er alle Male. Reich an Jahren. Stets wissend, welcher Schritt der nächste sein wird und was mich viel mehr beeindruckt; stets wissend, welcher der richtige ist. Sollte ich es ihm nachmachen? Ihn nachäffen, wie man…

Deklinierung einer Reichweite

Britta Tiemann für #kkl48 „Vernunft“ Deklinierung einer Reichweite Bei der Entscheidung, Marschflugkörper weiter zu reichen, sollte man bedenken, dass diejenigen, die Marschflugkörper weiter reichen, oft weiter gereicht werden von Reichen, die sich bereichern und ihr Reich weiten wollen ohne die Reichweite der Reichweite zu erkennen. Denn die weitreichenden Folgen der Entscheidung, Marschflugkörper weiter zu reichen,…

Dehnmut

Sören Callsen für #kkl48 „Vernunft“ Dehnmut Ich will gar nicht dass mir die Welt zu Füßen liegt Dann müsste ich mich ja nach ihr bücken Sören Callsen (*1963 in Nürnberg) lebt und arbeitet in Seevetal bei Hamburg. Er studierte in Hamburg, wo er auch als Kulturmanager, Texter und Lerntherapeut arbeitete. Er schreibt Bücher mit Gedichten…

Bildungsbürger

Worte im Fluss für #kkl48 „Vernunf“ Bildungsbürger Bildung der Bürger  Aus-gebildet von ihresgleichen Ab-bild ihrer Bildung Be-bildert mit ihren eigenen Spiegelbildern  Zu ge-bildet um andere Bilder zu sehen Zu ver-bildet um sich selbst ein Bild zu machen Zu ein-gebildet um die Bilder anderer sehen zu wollen Hat sich ihre Bildung aus-gebildet? Bildung ist mehr als…

Sei doch mal vernünftig

Janice Seidel für #kkl48 „Vernunft“ „Sei doch mal vernünftig.“ Diesen Satz haben wahrscheinlich einige von euch schonmal gehört. Vernunft beschreibt laut dem Duden ein „geistiges Vermögen des Menschen, Einsichten zu gewinnen, Zusammenhänge zu erkennen, etwas zu überschauen, sich ein Urteil zu bilden und sich in seinem Handeln danach zu richten“. Doch ist das wirklich das,…

Vernunft

Gabriele Ejupi für #kkl48 „Vernunft“ Vernunft Obwohl es ist schon lange her Ist mein Herz noch immer schwer Damals lag ich darnieder Von Schmerz gezeichnet immer wieder. Aufstehen fiel unendlich schwer Rasch musste Hilfe her Und man hört sie immer wieder Worte die klingen wie Lieder Und sie bilden einen Refrain Gehen mir durch Mark…

Die Sicht meiner vernünftigen Seite

Emilia Walder für #kkl48 „Vernunft“ Die Sicht meiner vernünftigen Seite Ich sitze im Schneidersitz auf meinem goldbestickten Kissen, mein hellblaues, langes Gewand fällt über meinen Körper. Ich wirke entspannt, aber aufmerksam, still, aber allwissend. In meiner Umgebung scheine ich die Mächtigste zu sein, doch ist das die Wahrheit? Seit ich Form angenommen habe, habe ich…

Bar jeder Vernunft

Jan Moritz für #kkl48 „Vernunft“ Bar jeder Vernunft Ich sah das Namensschild über der Kneipe und rollte mit den Augen. Luzie bemerkte es.„Was’n los, Papa?“ fragte sie. Ich blieb stehen.„‘Bar jeder Vernunft‘“, las ich vor. Und weil Luzie nicht gleich reagierte, ergänzte ich: „Ist ein Wortspiel.“„Wieso? Das ist doch nur eine Bar, in die jede Vernunft…

Auf der anderen Seite

Andrea Tillmanns für #kkl48 „Vernunft“ Auf der anderen Seite Von hohen Zäunen abgewehrt, bleiben wir stets stehen, und wenn wieder Vernunft einkehrt, wenden wir zum Gehen uns wieder still. Und kaum mehr bleibt ein Rest von Unvernunft, der noch tief innen nur am Herzen reibt. So schweigen wir dann doch und sehnen uns nur kurze…

Puck, Prügel und Passion

Isabell Pscheider für #kkl48 „Vernunft“ Puck, Prügel und Passion „Sei doch vernünftig.“  Sagte man mir, als ich das Training abbrechen wollte. Da war ich sechs oder sieben. Wo soll den das alles hinführen? „Vernünftig sein, heißt auch Verantwortung übernehmen.“ Sagte mir meine Mutter.  Aber Vernunft liegt mir nicht besonders, glaubte ich zumindest. Ich trainiere jeden…

Vernunftsdebakel

Jana Schultz für #kkl48 „Vernunft“ Vernunftsdebakel “Durch Vernunft, nicht durch Gewalt soll man Menschen zur Wahrheit führen” – Denis Diderot Ich lese den Satz wieder und wieder. In der Theorie hatte der gute Diderot ja recht, aber wie sieht die Praxis aus, die Realität? Offensichtlich ist es ja gar nicht so einfach, wenn man sich…

Gerecht verteilt 

Heiner Schröder für #kkl48 „Vernunft“ Gerecht verteilt (nach Descartes) Beim Verteilen von Geist war Gott klug:Wo sonst Neid, herrscht hier Eintracht. – Mit Fug?            Doch hat je man gehört,            dass mal jemand empörtgrollt, er habe an Geist nicht genug? Heiner Schröder ist als sechstes Kind der ersten-besten Familie im Kloster Marientstatt geboren und aufgewachsen im verschlafensten Hinterwesterwald,…

Grenzen der Wissenschaft

Erich Romberg für #kkl48 „Vernunft“ Grenzen der Wissenschaft So kann es mit mir nicht weitergehen! Ich bin eigentlich ein rationaler Mensch, der seine Maxime an der Vernunft ausrichtet. Als Physiker habe ich gelernt, analytisch und kausal zu denken. Aber in letzter Zeit ist alles etwas aus dem Ruder gelaufen. Wenn ich frühmorgens gegen 11 Uhr…

Vernünftige Gedanken über Vernunft

Inka Hiltmann für #kkl48 „Vernunft“ Vernünftige Gedanken über Vernunft Vernunft Ich schaue aus dem Fenster und lasse meine Gedanken um den Begriff kreisen. Ein Wintermorgen in Ankara. Noch etwas Morgennebel, aber er lichtet sich. Die Sonne kommt durch, die Sicht wird klar, über die noch ruhig wirkende Stadt bis zu den braunen Bergen. Vernunft bringt…

Das Herz gibt den Ton an

Theresia Plank-Zebinger für #kkl48 „Vernunft“ Theresia Plank-Zebinger, Malerin Über #kkl HIER

Das stumme Gesetz

Sina Scheiner für #kkl48 „Vernunft“ Das stumme Gesetz „Sei vernünftig,“ sagten sie, als ob Vernunft ein unsichtbarer Faden wäre, der das Chaos des Lebens in klare Bahnen lenken soll. Doch für mich fühlte sich dieser Faden an wie Stacheldraht – er schnitt ein, formte, hielt mich fest. Was ist Vernunft? Ein Schlüssel zu einer Welt,…

Mensch und Rabe

Hannelore Furch für #kkl48 „Vernunft“ Mensch und Rabe Ein Frühlingstag wie einbestellt!Ein Mensch spaziert in Wonnebei off’ner Jacke froh im Feld,reckt Hals und Brust zur Sonne. Er kommt am Birkenbaum vorbei,dort kichert frech ein Rabeund lästert laut: „Ein Mensch, oh je,wie eitel sein Gehabe, an Hals und Brust die Daunen fort,ich sag’s ja immer wieder:So…

Nicht bei Sinnen

Franziska Bauer für #kkl48 „Vernunft“ Nicht bei Sinnen Im Wahn sucht man den Sinn vergebens,er ist sich selbst vollauf genug.Der Großteil wahnhaften Erlebensbesteht in reinem Selbstbetrug. Die sich in einem Wahn verfingen,halten, was rundweg falsch, für wahr,und sind davon nicht abzubringen,werden des Irrtums nicht gewahr. Wären sie einfach arme Narren, die man getrost belächeln kann,könnt‘…

Vernunft…

Andrea Schaufelberger für #kkl48 „Vernunft“ Vernunft….Für einen Bruchteil der ZeitGehalten ,gefangen und stets bereitHalten wir fest den GedankenIn unsStille ,leise in der Wortwahl befreitAuszusprechen was uns belehrtEin Funken Wahrheit in uns kehrtIn der Vernunft ,weise zu verwaltenDas Denken Gut ,neu zu gestaltenDenn nur ,wer in der Ruhe bestehtWird die richtigen Worte findenWohlüberlegt! Andrea Schaufelberger Über…

Ein nützliches Mitglied der Gesellschaft

Franziska Vogt für #kkl48 „VernunfT“ Ein nützliches Mitglied der Gesellschaft Ach so, Autismus haben Sie? Na ja, Das haben ja gefühlt gerade alle. Wenn Sie da nur mal auf Instagram schauen. Diese ganzen Selbstdiagnosen. Ist ja Inflationär. […] Sie waren also beim Arzt? Psychiater? Na dann. Dann ist’s was Anderes. Aber viele nutzen das ja…

Vernunft

Daisy B. für #kkl48 „Vernunft“ Vernunft Macht eine tiefe Kluft zwischen Wahnsinn und Unsinn, zwischen Kunst und Gunst; auch Raison und Saison oder Verstand und Widerstand sind nicht von ihr sicher. Sie will alles kontrollieren Und tropfenweise dosieren. Unsinn mag nicht überlegen, Wahnsinn mag nicht aufgeben, Kunst übertreibt´s mit der Freiheit, Raison glaubt vernünftig zu…

Friedrich Nietzsche: Endlektüre ohne Ende

Georges Scherrer für #kkl48 „Vernunft“ Friedrich Nietzsche: Endlektüre ohne Ende Der ewig alles Hinterfragende Friedrich Nietzsche stieg den Weg nach Èze hinauf. Sobald er alles hinterfragt hatte, konnte er lachen. Das Lachen schlug vom bizarren Felsen der mächtigen, steil aufsteigenden Corniche, die ihn umgab, zurück. Er stürzte tief auf seinem Weg hinab, weil er nicht wusste,…

WEISSE FLECKEN

Martin Dragosits für #kkl48 „Vernunft“ WEISSE FLECKEN Welche Theorie das Schreiben es gibtkeine das Leben es formt unvoreingenommenfrühlingshaften Anspruch getröstete Vernunftdem Zeilenumbruch so gar nicht verpflichtet Heraus aus der Reihe gefällige Reimlexikaschwielige Fünf-Jahrespläne ernsthafteTechniken gewichtiger BallistikschreiberIhr müsst euch besonders bemühen Bei abendlichem Fastengebet eureVerdikte neu zu sortieren Abstandzu nehmen von der Notwendigkeiteure Arbeit in Kolonnen…

Später

Christian Wagner für #kkl48 für #kkl48 „VernunfT“ Später Ich möchte eine Kurzgeschichte schreiben, setze mich zum Laptop und überlege. Leere. Tick-Tock, Tick-Tock. Schreiben möchte ich über das, was allgemeinhin als Sinnhaftigkeit und Vernunft verstanden wird. Soeben erhalte ich eine E-Mail. Einer meiner Kunden bietet mir an, dass ich dreihundertfünfzig Worte vom Italienischen ins Deutsche übersetze.…

Wohin?

Britta Pape für #kkl48 „Vernunft“ Mein Name ist Britta Pape. Ich bin am 27.8.1963 in Dortmund geboren. (Gelernte Bankkauffrau, verheiratet, vier Kinder, Geschäftsführerin einer Firma.) Die Tagebücher meines Opas aus dem Zweiten Weltkrieg haben mich inspiriert selbst zu schreiben. Einige Gedichte zu Themen, die mich bewegen, habe ich auf meinem Blog http://www.gedankenmelodie.de  veröffentlicht. Fotografien, wie…

faszinierend ist das Fremde

Alma Eichhorn für #kkl48 „Vernunft“ faszinierend ist das Fremde nicht los lässt, was nicht greifbar ist will so sehr, was ich nicht kenne – es seufzt der Kopf, der Realist mache ihn Geschichten schreiben ganz ohne jeglichen Verstand will dort in meiner Traumwelt bleiben – rosarotes Zauberland so schmerzlich ist es im Kontrast, wie alles…

Die ganze Welt in einem Gen

Keisha Lindinger-Asamoah für #kkl48 „Vernunft“ Die ganze Welt in einem Gen Zwei Kulturen, eine Welt. Zwei Kulturen, ein Haus. Zwei Kulturen, eine Beziehung. Zwei Kulturen und zwei Kinder. Ein Ebenbild im eigenen Haus zu suchen; Als Kind in die Gesellschaft zu tauchen und nie den Spiegel zu sehen. Man fängt an sich zu deformieren, um…

Des Pudels Kern

David Kargl für #kkl48 „Vernunft“ Des Pudels Kern Warum ist im Kern doch jeder Mensch gleich? Was macht den Menschen aus, was die Person? Ist jeder nur ein Mensch, oder kann ein Mensch jeder sein? Kleinigkeiten, die so wichtig uns erscheinen und es doch nicht sind, im Blick des Ganzen Gefühle entscheiden über Leben und…

Der vernunftbegabte Narr, der denkt.

Frederik Wolfgang Kloiber für #kkl48 „Vernunft“ Der vernunftbegabte Narr, der denkt. Klugheit scheint eine in Vergessenheit geratene Tugend geworden zu sein. Dem Volk das Maul verbieten zu wollen? Freilich können Drohung und Bedrohung von Leib und Leben kein Gegenstand angenehmer Diskussion sein! Das Verbot aber wird nur dazu führen, dass die Menschen sich den Extremen…

Wut im Bauch

Andrea Siffert für #kkl48 „Vernunft“ Wut im Bauch Obwohl sie kaum etwas wog, lag die Rasierklinge schwer wie ein Klumpen Blei in Arianas Hand. Mühsam hatte sie sie kurz vorher aus dem Rasierer herausgebrochen. Es war noch einer dieser alten Modelle mit nur einer Klinge. Sie hatte ihn im Nachttisch ihrer Mutter gefunden. Die Wut…

Platons Höhle

Dr. Manuela Rassaus für #kkl 48 „Vernunft“ Dr. Manuela Rassaus Stuttgart, Germany (@manuela_rassaus) • Instagram-Fotos und -Videos Dr. Manuela Rassaus – KUNST-ONLINE Über #kkl HIER

Mit Vernunft gestartet – Aus der Redaktion

„Vernunft“, ein vernünftiger Start ins neue Jahr, so denken wir. Und das Denken wir auch dieses Jahr wieder eine bedeutende Rolle spielen. Denn aus dem Denken folgen auch Gefühle und Handlungen. Also denken wir in Vernunft, in Frieden, in Liebe und Harmonie. Entscheiden wir uns für diese Haltungen. Das Glück ist immer auch eine Entscheidung…

Staubkreismemoiren

Norma del Camino für #kkl47 „Symbolik“ Staubkreismemoiren Kaleidoskop aus vergilbten Kalenderblättern ich kreise um deine Achse um deine buntlächelnde Aura um dich kreisen die Karusellpferde um uns herum kreisen wir in elliptischen Räumen tanzen in Farbkosmos um unsere  Eisträume ganz nah an der Küste von Fantásien du in silbermondküssen so traumleicht weich dein Schattenklang tonlose…

Prolog

René Oberholzer für #kkl47 „Symbolik“ Prolog Das MeerEine waagrechte BühneOhne Vorhang Du und ichErfahrene StatistenWange an Wange Unsere HaareNoch salzig feuchtVon der letzten Welle Unsere BlickeWohlig eingehülltIn Schweigen Unsere LippenBei SonnenuntergangIn Wartestellung Unsere ZungenIn der DämmerungHungrig auf die Nacht Schon bald du und ichWie die WellenWie das Meer Herzensangelegenheit Die Liebe istEin GesprächVoller MusikUnter dem…

Meinungen

Luna Day für #kkl47 „Symbolik“ Meinungen Ich habe nie wirklich viel von Malen gehalten, geschweige denn Kunst, daher ist der Ausflug in die Galerie mit meinen Freundinnen nicht das gewesen, was ich mir an einem Samstagabend vorgestellt habe. Und doch stehe ich hier und sehe mir Gekritzel an, was mir nichts sagt. Freundinnen, die vor…

100 Jahre Buße, Brief an eine Redaktion

Harald Birgfeld für #kkl47 „Symbolik“ 100 Jahre Buße, Brief an eine Redaktion In unsrem „Kircheblättle“ las ich die Einleitung oder das Vorwort mit der Überschrift „Grüß Gott“. Ich wäre nicht daran hängen geblieben, wenn mir eine derartige Überschrift nicht besonders naiv vorgekommen wäre, also ich fühlte mich sofort in eine hinterwäldlerische Zeit versetzt und persönlich…

Hätte | Wäre | Wenn

Christian Knieps für #kkl47 „Symbolkik“ Hätte | Wäre | Wenn Wäre er nicht verurteilt worden, würde er nicht in diesem Moment aus dem Bus aussteigen, der ihn vom Gerichtssaal ohne Umwege gleich ins Gefängnis bringt, wo er die nächsten Jahre verbringen wird. Das aus groben Steinen gemauerte Gebäude versprüht keinen Charme, und soll es wohl…

Symbolische Einsichten

Marike für #kkl47 „Symbolik“ Symbolische Einsichten Symbolik ist ein Traum wir verstehen ihre Kraft noch kaum ▼ Der Kreis das non plus ultra ist schon am längsten da der Kreis vollkommen wie er ist ist ein Symbol der Ewigkeit rund und in sich geschlossen alles wird in ihm beschlossen ▲ Das Viereck in seiner besonderen…

Ein Weihnachtsmann für alle

Serafina Campestrini für #kkl47 „Symbolik“ Ein Weihnachtsmann für alle Hallo Schwester, Heute ist irgendwie ein anderer Tag für mich, ein anderer Samstag, wobei ich das andere noch nicht einmal genau definieren kann, und schon gar nicht zu erklären weiß. Manche Dinge muss man wahrscheinlich auch gar nicht erklären, sie passieren einfach, und seien sie ein…

Jeden Tag

Gisela Baudy für #kkl47 „Symbolik“ Jeden Tag Jeden Tagschleift sich die Sonneam Horizontzurecht. Jeden Tagrollt sich die Erdeins Gleichgewichtzurück. Jeden Tagergießen sich Wortein eine Schaleaus Licht. Jeden Tagformt sichein Gesichtdas spricht. Gisela Baudy Altphilologin, Germanistin, freie (Online-) Journalistin und Autorin in Hamburg. Eigenständige Gedichtbände seit 2016: „Tonspuren – Lyrisches Tagebuch“ (Verlag Stimme fürs Leben, vergriffen),…

Der Gletscher

Katja Baumgärtner für #kkl47 „Symbolik“ Der Gletscher Du kamst auf mich zu wie ein Gletscher dahin schmetterte. Langsam immer schneller werdend überrolltest Du mich am Ende des Gipfels Nach der erloschenen Liebe kamst du Meine Krankheit, die nur ruhte, verstärkte sich Du scheinst sie nicht zu begreifen Ich stieß Dich mit Vorwürfen ab Einen Marathon…

Humbug

Ursula Förschner für #kkl47 „Symbolik“ Humbug »Komm, Egon, zieh eine Karte, für den Tag«, sagte sie und hielt ihm mit herausforderndem Blick den Stapel hin, den er nur zu gut kannte. Kam sie schon wieder damit an! Er schluckte den letzten Bissen seines Schinkenbrots hinunter und murrte: »Du weißt doch, dass ich davon nichts halte!«…

Traumland

Oliver Fahn für #kkl47 „Symbolik“ Traumland Seit Kinderzeit ich über Häuser springe,der Handstand mein bevorzugter Gang,mich über Giebel schwinge und schwang,mit einem Lied, das ich heute noch singe. Die Macht der Routine lebt in mir fort,wenn meine Frau mich anstupst,aus meinen Träumen schubst,verteidigen meine Ellenbögen den seligen Ort. Ein Graus ist ihr meine Renitenz diesbezüglich,ob…

Statussymbole der „Hirnbesitzer“

Anita Lang für #kkl47 „Symbolik“ Statussymbole der „Hirnbesitzer“ Die Bedeutung vieler Statussymbole ist allseits bekannt. Blitzschnell könne wir sie zuordnen. Wer beispielsweise einen Wagen einer sehr teuren Automarke besitzt, ist reich. Die Symbole des Geldes sind oft Gegenstände einer kaum erschwinglichen Designermarke. Oder man müsste sehr lange sparen, evtl. einen Kredit aufnehmen, um eine Handtasche,…

INNENHAND

Roland Schmidlin für #kkl47 „Symbolik“ INNENHAND Verschlüsselte Finger gehen Hand in Hand Tiefe Linien ballen sich zu Fäusten Spann Abgefüllte Schalen im Innenleben Balance Als Waage dreht das Momentum herein Wortfolgen dehnen die Hände Bilderfang Gefestigter Silhouetten am Fenster Sein Wiederholungen lüften das Geheimnis Ausgestreckte Hände das Gezeigte krallen Als Roland Schmidlin habe ich am…

Das Herz 

Anna Ludwig für #kkl47 „Symbolik“ Das Herz  Eine Schachtel Pralinen in knallrote Herzform symbolisiert einen innigen Gruß zum Valentinstag. Ein Mann oder eine Frau verschenken es in der Hoffnung, dass der Empfänger errät, was der Schenker empfindet.  Tatsächlich handelt es sich um den puren Zucker, dessen ungezügelter Verzehr das echte Herz in der Brust schneller…

Tintenklecks

Monika Schlößer für #kkl47 „Symbolik“ weihnacht * * * oh tannenbaum oh lichtertraum abgeholzter der du nadelst im siebzehnten stockwerk meiner super-fashion-luxus-suite oh tannenbaum dessen immergrüne blätter leise rieseln auf den pflegeleichten kuschelweichen hirtenteppich oh tannenbaum weit ist dein weg zur weihnachtlich glänzenden mülldeponie und der aufzug ist defekt oh tannenbaum oh plastiktraum wie treu…

Zusammenwerfen

Sybille Fritsch für #kkl47 „Symbolik“ Zusammenwerfen* Himmel und Erde zusammenwerfen ertasten das Unsichtbare sehen was noch nicht ist die wirkliche Wahrheit sich zergehen lassen auf der Zunge und den Duft der Schönheit einatmen tief ganz tief dann lauschen auf die Stille und wie alles entsteht in ihr: Klang und Welt zusammenfügen *Das Wort Symbol kommt…

Metagedicht

Franziska Vogt für #kkl47 „Symbolik“ Metagedicht Voller Metaphern steckt dieses Gedicht. Es nutzt die Natur zur Projektion Einer verdrängten komplexen Emotion. Rhetorische Mittel verleihen Gewicht. Symbole dienen der Kunde als Zier, Auf niemals da gewesene Weise. Die Worte fallen lieblich und leise Auf parfumgetränktes Büttenpapier. Der Mond wird eindrucksvoll beschrieben, Im Weiher spiegeln sich sogar…

Innehalten …

Dr. Andreas Lukas für #kkl47 Innehalten … Wie lange schwelgen wir schon im Mehr, Schneller, Stärker, Weiter, Höher und Luxuriöser? Bis Winzlinge uns Grenzen aufzeigten, Erschütterungen nicht mehr zu verleugnen sind. Immer mehr Risse in Gesellschaft und Leben. Zeigt sich jetzt die andere Seite des alltäglichen Lebens, greift eine andere Sicht- und Verhaltensweise nach Raum…

Alt und Jung

Michael Hübner für #kkl47 „Symbolik“ Alt und Jung Du ruhst in dir bald hundert Jahr Stehst knorrig  doch im Saft Bist deiner Größe wohl gewahr lebst deiner Wurzeln Kraft Es laden deine Äste aus Auch ein lädt dein Geäst Hast reiches Leben schon behaust Bist Hort für manches Nest Es zwitschert aus dem Blätterdach Lausch…

Sie fand

Clara Sinn für #kkl47 „Symbolik“ Sie fand ein symbolischer Moment.   Draußen rüttelte es kräftig an den Rollläden. Sie blieb standhaft. Hatte an diesem Tag nicht das geringste Wunder vollbracht. Nicht mal die Abrechnung angefangen. Aber alle Kontoauszüge rausgesucht. Hatte das ganze Regal, das seit Monaten nur unfertig bestückt war plötzlich vollständig. Clara Sinn ist…

Deutschland: Ein Zustand

Susanne Rzymbowski für #kkl47 „Symbolik“ Deutschland: Ein Zustand Fortschrittschritt fortund die Katze auf dem Feldwurde gestaltlosin ihrem Verharren auf Beutewährend der Clown weinteals er zum Zigsten  Mal seine Kapriolen schlugdie so getroffenin der Manege des täglichen Zirkus herumpurzeltenso dass der Dompteur sie einfangen mussteum sie durch einen feuernen Kreis zu jagender so lodertedass sich das…

Der Freimaurer

Stephie Abels für #kkl47 „Symbolik“ Der Freimaurer Es ist klirrend kalt in diesem Winter 1943. Hubert haucht sich seinen Atem in die Hände. Die Finger spüren die Wärme des Atems kaum. Die Menschen um ihn herum eilen vorbei, jeder flieht vor dem Frost. Keine Chance irgend jemanden anzusprechen. „Kaufen Sie ein Los für die Reichswinterhilfe-Lotterie!“…

alltagssymbol

Dr. Manfred Luckas für #kkl47 „Symbolik“ alltagssymbol im mittelfeld nur noch die lücken zulaufen defensive-minded mit gebücktem nacken und dickem hals wasserträger sein nach hinten arbeiten dem leben hinterher dem genie am ball never look back den rücken stärken das leichtflüchtig schlanken fusses vorwärtsbewegt aus der tiefe des raumes die partie eröffnet wie dali eine…

Das Glück und die Mauer

Claudia Dvoracek-Iby für #kkl47 „Symbolik“ Das Glück und die Mauer Mit Mama und mir, das ist so eine Sache. Mama hat nämlich ein Problem, und ich habe ein Problem mit Mamas Problem. Mama trinkt. Alkohol. Viel Alkohol. Und ich nasche. Schokolade. Viel Schokolade. Mama hat schon immer gerne getrunken, aber in letzter Zeit sehe ich…

Der Keim des Windes

Fabienne Schärer für #kkl47 „Symbolik“ Der Keim des Windes In seiner Kindheit, am Rand des Waldes aufgewachsen, hütete ein kleiner Junge, der die Natur und das Zeichnen überaus liebte, ein Geheimnis wie einen kostbaren Schatz: Anil glaubte fest daran, dass die Bäume den Wind schufen. Jedes Rascheln der Blätter, jedes leise Knarren der Stämme oder…

Die Kugel fällt

Stephan Zwerenz für #kkl47 „Symbolik“ Die Kugel fällt Die Kugel fälltauf das weiße Papierund zeichnet Kettenin den unberührten Schnee Es reißen Stoffe auf der Hautwie Eierschalen Die leeren Hüllendie wir sindtreiben uns aufs tote Meer Gedankenpalästefür die nächst größeren Tiere An den Wänden gefrieren Schattenfür alle Generationen Ein Rinnsal im kühlen Tale Ich bin ein versiegender StromLichtlosEin Rinnsal im kühlen…

Der Frosch und der Mond

Souad Zakarani für #kkl47 „Symbolik“ Der Frosch und der Mond Schau in dein Inneres, du findest dort einen Frosch, der lange Zeitim Versteck saß, ein alter Frosch mit einer weisen Stimme,der nur die Wahrheit sprechen kann. Küss ihn und er wirdnoch hässlicher. Er ist kein Spiegel irgendwelcher Dinge da bist nur du selbst in deinem…

Zeichenzauber

Martin A. Völker für #kkl47 „Symbolik“ Zeichenzauber Der Mensch lebt nicht von Brot allein. Müsste er es, könnte das in Berlin und andernorts schwierig werden, weil wirklich gutes Brot eine Seltenheit geworden ist. Mit Wasser und Wein sieht es sehr viel besser aus, darüber ist keine Klage zu führen. Allerdings lebt der Mensch auch nicht…

DER GRAL IN UNS

Patrizia Franziska Rottmüller für #kkl47 „Symbolik“ DER GRAL IN UNS Angst, du schwere Last, lähmst uns in unsrer Not! Lässt uns in Einsamkeit erstarren, ohnˋTrost und Wärme und ohnˋBrot! Deshalb die Fragˋin mir entsteht: „Was soll die große Lernaufgabˋuns bringen?“ So stehn wir nun in unsrer Not allein, denn ganz Mensch zu sein, bedeutet, den…

Im Licht

Michael Sebörk für #kkl47 „Symbolik“ Im Licht Jesus am Kreuz, Darunter Tod und Staub Doch eine weiße Taube steigt empor, Aus den finsteren Schatten der Schlacht Sie taucht ihre Flügel in das blaue Licht des Himmels. Michael Sebörk, geboren am 06.12.1963 in Koblenz/Rhein. Aufgewachsen bin ich an der Mosel. Studium der Pädagogik in Köln und…

Ygrassil

Roswitha Böhm für #kkl47 „Symbolik“ Ygrassil Juteschnüre auf Leinwand mit Acrylfarben Roswitha Böhm ist Bloggerin, Autorin und kreative Chaotin. Mit Herz für Tiere, Sinn für Humor und viel Empathie schreibt sie über kreative Projekte und persönliche Herausforderungen. Ihre Arbeiten spiegeln ihre Liebe zu Authentizität, Nachhaltigkeit und Individualität wider. Ihr Leben wird bereichert durch ihrem Mann…

„UNFRAGILIZE | ganz. schön. unzerbrochen. 🦋“

Lore Hellschrey für #kkl47 „Symbolik „UNFRAGILIZE | ganz. schön. unzerbrochen. 🦋“ Lore Hellschrey, *2002, Studentin und freischaffende Autorin. Debütroman: „Im Bann von Smoo Cave“ https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1072093080?msockid=0ee01cff5cd56028353a09f95d7f61b6 Lore Hellschrey auf YouTube: https://www.youtube.com/@LoreHellschrey-x6j Lore Hellschrey auf Instagram: https://www.instagram.com/poetry_for_free/ Über #kkl HIER

Tee mit Honig

Jean Hannawald für #kkl47 „Symbolik“ Tee mit Honig Fünf Stunden war er weg. Im Regen ohne Schirm. Er hängt die nasse Jacke auf einen Bügel an die Garderobe. Feuchtigkeit sammelt sich, rinnt die Ärmel hinunter und tropft auf das Parkett. Er schlurft in die Küche und betätigt den Wasserkocher. Die Tasse ist oben im Schrank,…

erneuerung

Jane Sommer für #kkl47 „Symbolik“ erneuerung krähen kreuzen die laufbahn meiner noch jungen gedankenich habe licht unters grau & schwarz gehoben  nackt in morgenröte gebadet &mich in wilde hoffnung gehüllt  nicht mal die raben können meine neuen gedanken schwärzen neue räume  schneid sie ab!- die alten zöpfe -feg aus die räume! zünd ein feuer an!sprich einen bannspruch!weih neue räume!…

überall liegen diese nüsse herum

Thomas Steiner für #kkl47 „Symbolik“ überall liegen diese nüsse herum ist das jetzt ärgerlich oder lustig? die krähen sind das die die nüsse überall hinwerfen rabenschwarze seelen. habe ich eine seele, eine seele? fällt mir da ein essen, fällt mir da ein wie komme ich von seele auf essen? sauerkraut, ich will sauerkraut essen kartoffelbrei,…

Deine Hand.

FRANZ BRUNNER für #kkl47 „Symbolik“ Deine Hand. Noch hat sich das Tageslicht versteckt, doch suche ich bereits nach deiner Hand. Mit aller Vorsicht, zaghaft und hoffnungsvoll suche ich sie. Deine Hand ist stark und sie ist zart. Und sie ist schön. Sie ist sanft und sie ist liebevoll, sie ist fürsorglich und sie ist verlässlich.…

HOCH LEBE DER FRIEDEN

Henrietta Kocsis für #kkl47 „Symbolik“ HOCH LEBE DER FRIEDEN Ach Täubchen, im Himmel, wie schön du fliegst! Wie flott deine Flügel, mit denen du mir entfliehst. Lieblicher als Schnee dein weißes Gefieder, Sanftmütig bewegst du all deine Glieder. Ach Täubchen, liebstes Täubchen, komm doch zu mir; Traumhafte Märchen erzähle ich dir. Von dir, liebstes Täubchen,…

Ahnung

Ines Jakubetz für #kkl47 „Symbolik“ Über #kkl HIER

Ins Blaue hinein

Theresia Plank-Zebinger für #kkl47 „Symbolik“ Theresia Plank-Zebinger, Malerin Über #kkl HIER

Zeichen

Britta Pape für #kkl47 „Symbolik“ Mein Name ist Britta Pape. Ich bin am 27.8.1963 in Dortmund geboren. (Gelernte Bankkauffrau, verheiratet, vier Kinder, Geschäftsführerin einer Firma.) Die Tagebücher meines Opas aus dem Zweiten Weltkrieg haben mich inspiriert selbst zu schreiben. Einige Gedichte zu Themen, die mich bewegen, habe ich auf meinem Blog http://www.gedankenmelodie.de  veröffentlicht. Fotografien, wie…

Der Teufel ist auch nur ein Engel

Elisabeth Gschosmann für #kkl47 „Symbolik“ Der Teufel ist auch nur ein Engel Die Welt brennt und deine Eimer bleiben leer. Die Wasserquelle liegt dir zu Füßen, doch dein einziger Schritt ist der in Richtung Zigarettenautomat. Kaum bist du mit einer fertig, zündest du schon die Nächste an. Du wirfst die Stummel deiner Sucht in das…

Übergänge

Andrea Tillmanns für #kkl47 „Symbolik“ Übergänge Mit Wolken brach die Nacht herein nach einem weichen Tag. Sie flutete den Ort mit Dunkel, sanft verhang’nem Sternenfunkel, und trug mit sich Mondenschein wie’s nur die Nacht vermag. Letzte Schritte in den Gassen, dann daheim geborgen. Tür’n und Fenster fest verriegelt, schlafen Menschen, eingeigelt, niemand wird sein Haus…

Begegnung

Lesego Mosupyoe für #kkl47 „Symbolik“ Begegnung Sie atmete erleichtert auf. Dabei spürte sie, wie sich ihr Körper entspannte und sich ihr Herzschlag verlangsamte. Dann ließ sie ihre Augen abermals zu dem Fremden hinüberschweben. Das Mahl war beendet, der Gastgeber hatte in den Garten geladen. Der Unbekannte aber war im Haus geblieben und hatte sich zu…

DER VORHANG FÄLLT

Sonja Henkel für #kkl47 „Symbolik“ DER VORHANG FÄLLT Fünfzehn Jahre – fünfzehn lange und doch so kurze Jahre, eine halbe Ewigkeit oder nur ein Augenblick. Wer kann diese Frage beantworten? Er wußte es nicht. Er saß in einer grenzenlosen Verwirrung und versuchte krampfhaft die Gedanken des rasenden Karussells in dessen Mitte er stand zu einer…

Privatsammlung

Vero Wendland für #kkl47 „Symbolik“ Privatsammlung Der Mensch liebt Krempel und Symbolikob Engel, Elfen und Diabolik.Alle Figuren sind in Mode,sie stehen auf Tischen und Kommoden. Winziges Glücksschwein aus Marzipan, rote Rosen in Cellophan,pechschwarze Katze aus Japan,Buddha mit Lotus aus Taiwan. Jedes Mitbringsel ist sehr lustigund aus China auch noch günstig. In bunter Verpackung ist alles so magisch,es…

Überweg

Viktor Hoffmann für #kkl47 „Symbolik“ Überweg 13 Streifen eingeschachtelt in das schwarze Meer:Helle wider düstere Verheißung, des Asphaltes.„Halte an dich, dorten, wo du uns begegnest“, schallt esweiß auf blau von himmelhängend Stahl und Nieten her. Wer kein Petrus ist, der wage einen frischen Gang.Deine Lichterkästen tragen alles unbenommen,auch die Fährnisse, die kreuzend aus der Ferne…

In der Natur

Jens Faber-Neuling für #kkl47 „Symbolik“ In der Natur Findest Du sie nur Die gedehnte Zeit Den Anfang das Ende Paaren sich zu Eins Zu Deinem Moment Der Dich trägt Zu jeder Zeit Die wird Zu Deiner Zeit Stille Stille trifft auf und in Weite Unendlich grenzenlos Fließt das Empfindungsmeer Losgelöst der Sicht Uneingeschränkt das Momentum…

Karo Sechs

Xaver Egert für #kkl47 „Symbolik“ Karo Sechs Als ich die Tür öffne, sitzt sie schon an dem schweren Holztisch und mischt die Karten. Der Holzboden knackt, als ich eintrete und die Tür hinter mir vorsichtig ins Schloss gleiten lasse. Ich trete heran und ziehe einen Stuhl zu mir, setze mich. Sie hat bisher noch kein…

Die Handtasche

Patrick Kühnel  für #kkl47 „Symbolik“ Die Handtasche Hannelore wusste, dass sie heute besonders achtgeben musste, der Tag war entscheidend, denn Jupiter und Venus standen im Quadrat. War nicht zudem schon die Tatsache, dass direkt vor ihrem Anruf in Dr. Beiswangers Praxis eine Patientin abgesagt hatte, ein Wink des Schicksals gewesen? Ein Zeichen einer höheren Macht,…

Die Blumen 

Ann-Kathrin Räuchle für #kkl47 „Symbolik“ Die Blumen  Die Blumen starben an einem Freitag. Es war ein seltsamer Tag, um zu sterben. Die Sonne schien durch die Fenster, streichelte die Köpfe der Rosen, Gerbera und Scharfgarbe. Vielleicht war es ein Abschied. Am Morgen lächelten sie noch, wenn man durch die Tür schaute oder während meine Mutter…

Im Wandel

Norbert Sternmut für #kkl47 „Symbolik“ Norbert Sternmut Schriftsteller, Maler und bildender Künstler. Geboren 1958 in Stuttgart. Arbeit in Kunst- und Sozialprojekten. Organisator und Moderator von „Sternmut Literatur Bunt“. Moderator der Literatur-Sendung „Sternmuts Stunde“ bei Radio Ludwigsburg. 2019 – 2020 Fachgruppenleiter Literatur der Künstlergilde Esslingen, Juryvorsitzender für den „Nikolaus-Lenau-Preis“ und den „Andreas-Gryphius-Preis“. Zahlreiche Einzeltitel und Anthologien.…

Hinter dem Sichtbaren

Daria Wendland für #kkl47 „Symbolik“ Hinter dem Sichtbaren Meine Nachbarin Britta war eine zauberhafte langhaarige Frau, die als alleinerziehende Mutter mit ihrem Sohn Elias lebte. Ihre große Wohnung hat angenehm nach Räucherstäbchen gerochen und überall am Boden lagen goldene Klangschalen sowie bunt und gold bemalte Steine. Jeder Stein symbolisierte einen Planeten oder Stern, die aus…

Sternenstaub

Andrea Weber-Knapp für #kkl47 „Symbolik“ Sternenstaub Ich sitz in meiner Kemenate und schau dem Staub beim Schweben zu. Die Körner tanzen einen Reigen und geben einfach keine Ruh‘. Im Allgemeinen mag man sie doch nicht an seinem Ruheort. D’rum wedelt man den Sternenstaub um sich herum auch stets hinfort. Hinfort wird’s mit Dir auch mal…

LebensLinie

Caroline Kühl für #kkl47 „Symbolik“ LebensLinie Du zeigtest mir meinen Kampfeswillen, denn ich glaubte, bereits aufgegeben zu haben. Du zeigtest mir meinen Lebenshunger, denn ich glaubte, alles satt zu haben. Du zeigtest mir, was Schmerzen sind und dass sie irgendwann vergehen. Du zeigtest mir meine Grenzen auf und dass man sie überwinden kann. Du zeigtest…

Die Familienvase

Zita Horn und Philipp Balga für #kkl47 „Symbolik“ Die Familienvase Die Lieblingsvase von Ninas Mutter war weder weiß noch beige, irgendetwas dazwischen, sandfarben heißt das vermutlich. Eindeutig kelchförmig war sie, und somit breit genug für die meisten Blumensträuße. Ein stabiler Behälter, der regelmäßig Verwendung fand, bis er eines Tages zerbrach und entsorgt wurde. An einem…

Fokus

Alexander Klymchuk für #kkl47 „Symbolik“ Fokus »I am not your rolling wheels, I am the highway.«Chris Cornell (1964 – 2017) Mykola öffnete die Augen, als die Sonne aufging. Ihre Strahlen setzten des orangefarbenen Vorhang in Brand, der leicht in der morgendlichen Brise wehte. Er hörte Geräusche aus dem Nebenzimmer. Wie an jedem Morgen war Lysanné…

Symbole unserer Zeit

Anna-Katharina Bissantz für #kkl47 „Symbolik“ Symbole unserer Zeit Als wir einst die Welt zu verstehen suchten, uns und um uns herum. Als wir zunehmend nach Worten rangen, Bilder mehr zeigten als jene. Als wir uns festklammern wollten, Hoffnung geben, Rituale festigen. Zeugten sich von selbst, gesellschaftlich gebunden, die Symbole unserer Zeit. Anna-Katharina Bissantz, Künstlerin und…

Im Spiel der Symbole

Anastasia Weimer für #kkl47 „Symbolik“ Im Spiel der Symbole Im Spiel der Symbole, wo die Liebe nicht lebt,sind wir Seelenverwandte, gebunden durch den Schmerz,getrennt von den Ketten der Realität, die uns fesseln,und doch bleibt unser Echo in der Stille der Nacht. In der Dämmerung der verlorenen Worte,wo die Stille zwischen uns ein Flüstern trägt,schweben Schatten…

vollendung

Monika Schlößer für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ vollendung knusprige brötchen mit honig und kaffee orangensaft dazu gebratene tomaten rührei mit speck in kross gebratener vollendung davon träumt Fred an jedem verdammten morgen im knast all die träume nacht für nacht zer schlagen jede hoffnung längst begraben helle lichtbündel umhüllen den körper ein letztes aufbäumen erstarrte…

Schlafblätter  

Olga Cias für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Schlafblätter                                      Schlafblätter legen sich über dein Haupt. Lang und schwer und dunkelgrün. Traumtief versinkt dein Körper im See der Erinnerung. Überall ist Ruh. Bald hörst auch du den Ruf der Strassen und Menschen Und tauchst wieder auf. Nachtgedicht Im Schlaf Mit dir, Geliebter Atme ich deinen Atem Ist…

manchmal

Anne Kohler für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ manchmal /nur selten/ gibt es für meine ewige angst eine welt /anbindung/ ich bin dann zwischen irrealem und echtem und weiß im wahren um WERT lose gedanken Anne Kohler, geboren 1984 in Magdeburg, lebt in Nordrhein-Westfalen (Haltern am See) und hat u.a. an der TU Dortmund die Fächer…

Morgenatmen

Matthias G. Kausch für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Morgenatmen Der Tag bricht an, die Felder atmen Hauch in die Umgebung, die nun gehüllt erscheint in feinsten Feenstaub. Noch liegt die Stille über Feld und Flur und nur die Sonne wagt den ersten Blick hinab in düstere Konturen, die Welt des Tages bricht erst an. Der…

Schwebende Brücke

Ella Einhorn für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Schwebende Brücke über glitzerndem Wasser. Zwei Ströme vereinst du, führst zusammen, was getrennt, lädst ein zu Begegnungen neugieriger Füße von beiden Seiten. Verwunschen und ruhig sind deine Ufer, vom Wasser umspielt, mal tosend, mal still. Unter dir das unbeschreibliche Nichts, sagenumwoben, geheimnisvoll. Wie Atlantis, die versunkene Stadt. Was…

Traum, Realität, Wirklichkeit 

Klaus-Peter Friedrich für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Traum, Realität, Wirklichkeit  Eigentlich ist alles was ich dazu schreibe eine persönliche Erfahrung mit Träumen und keine wissenschaftliche Abhandlung.  Alles was nicht real ist, ist eine Illusion, so sagen es meist Wissenschaftler, die etwas nicht begründen können was neben der Spur läuft, weil das Paranormale nur Unsinn wäre.…

Eine neue Welt

Kathinka Reusswig für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Eine neue Welt Frauen fliehen vor Zwangsheirat, ausbeuterisch ist die Kinderarbeit. Ohne Rechte, ohne Bildung, tief verwurzelte Diskriminierung. Weg wird gesperrt, wer die Wahrheit spricht, Freiheit und Gleichheit gibt es nicht. Rechtslosigkeit, keine Menschenwürde, das alles zu ertragen, ist eine Bürde. Menschenwürdig leben, moralisch postuliert – Teil politischer…

Vom Traum zur Wirklichkeit

Michael Hübner für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Vom Traum zur Wirklichkeit Nicht weichen vor dem Harten Es lässt ein Weg sich finden in Freiheit einzumünden statt einsam nur zu warten In jedem Land auf Erden erklingen laut die Stimmen nicht mit dem Strom zu schwimmen Es kann doch Wandel werden Wir neu den Marsch beginnen…

Warm deine Steinhaut

Cornelia Ehses und Katja Liedle für #kkl46 „Traum, Realität, wirklichkeit“ Warm deine Steinhaut an meiner lass uns ausruhen vom Krieg in der Welt und in uns Rau deine Steinhaut erzählt mir von der Müdigkeit über den Krieg in der Welt und in uns Vertraut deine Steinhaut an meiner lass uns träumen vom Kriegsende der Welt…

Naturgesetz

Dr. Karola Meling für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Naturgesetz Die Wildnis ist nicht fertig mit mir: Umgepflanzt schon, gegärtnert, ausgewuchert Zuweilen verwunschen und mit Wurzeln – Jene umwinden mein Stammbaumgeäst Namen bekommen alle Gewächse – Auch die unbekannten und verwachsenen: Schief und krumm bis in die Jahresringe hinein: Die kernige Stammrinde bleibt Das Welken aber…

Tolstois Dämonen

Katja Wilhelm für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Tolstois Dämonen Ich liebe alte Filme! Ein Hollywoodschinken à la „Casablanca“ oder „Vom Winde verweht“ kann einen ganzen dummen Tag einfach löschen. Ein guter Film ist die Reset-Taste des Alltags, „Strg-Alt-Entfernen“ für emotionale Ausnahmezustände sozusagen. Der Begriff „Traumfabrik“ kommt nicht von ungefähr. Wir entkommen der Realität, um in…

Innerer Monolog eines Flieders

Jannette Hofmann für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Innerer Monolog eines Flieders das Leben wirkt wie ein Flieder nur im Traum verkünden Trompeten den Duft unserer Sehnsucht die Zunge spitzt sich in Egozentrik und streichelt ein Hauch meiner Wärme im satten Grün, beruhigendem Gelb unter einem Arm, der deine Wahrheit trägt im unbegrenzten Wachstum. in der…

Nachtgesicht

Luitgard Renate Kasper-Merbach für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Nachtgesicht Gedanken wie Seesterne unter dem dunklen Meer Die Sehnsucht Schwimmt mit und schweigsam  schläft der Mond hinter all den Jahresringen. Meine Augen träumen sich in den Sommermorgen wenn die Glut den Hafen verlässt und sich treiben lässt zum Strand der Sterne. Luitgard Renate Kasper-Merbach, geboren 1958…

NeoLingk?

Sabrina Binek für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ NeoLingk? Wieder kein Zucker hier heute. Doch dem kleinen blauen Trüffelschweinchen war warm und wohlig ums Herz. Ganz ohne Konfetti. Die Neonleuchtstoffröhren am gebogenen Deckengewölbe verschwimmen. Ich muss die Augen zusammenkneifen, um klar sehen zu können. „Außer Betreib“ kleben Anzeigen an den eingelassenen Lichtkegeln in den Kästen zwischen…

Rote Algenberge in einer Dezembernacht

Christa Blenk für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Rote Algenberge in einer Dezembernacht Monatelang war ich auf der Suche nach einem Handwerker. Noch einen Winter würde das marode Dach meines Ferienhäuschens nicht überleben. Dann bekam ich Ende November eine Mail von einem mir unbekannter Dachdecker, der ab dem 8. Dezember zur Verfügung stünde. Hin- und hergerissen…

Was wäre, wenn

Robert Höpfner für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Was wäre, wenn Was wäre, wenn ich mich von einem Tag auf den anderen in einer Wohnung in einem anderen Ort wiederfände, weit weg von meinem jetzigen Zuhause. Ich meine damit nicht, mich in dieser nur besuchs- und zeitweise aufzuhalten oder eine Ferienwohnung zu mieten, sondern in einer…

Kalt

Robert Reitz für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Kalt Noel wacht morgens auf und findet, dass etwas nicht in Ordnung ist. Es ist vier Uhr früh und es ist ungemütlich. Heute muss er nicht zur Arbeit. Er führt ein ruhiges, sicheres Leben. Angehörige hat er keine, aber Nachbarn. Wenn er im Verkehr aufpasst, wird er über…

Und doch kann ich dich hören

Sonja Jurinka für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Und doch kann ich dich hören Wenn ich in die Tiefe lausche füttert deine Stimme meine gierigen Ohren und verkrustet werfe ich dir klanglose Stimmen nach strecke immer wieder meine Arme wie dürres Geäst in den Wind warte auf deine Wärme hoffe auf ein Wachrütteln doch es streift…

ein paar sekunden frieden

Leonie Flieger für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ ein paar sekunden frieden morgens, wenn ich aus dem bett steig, verfluch ich die nacht. die nacht voller böser träume,  die mir die luft abschnüren. ich sehne den tag herbei, hoffe auf momente des friedens. frieden in meinem kopf, frieden in meinem herzen. also steh ich auf, hoffe…

Die Innere Burg – Teresa von Ávila

Udo Brückmann #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Die Innere Burg – Teresa von Ávila Die Nacht des kräftezehrenden Fußmarsches von Toledo nach Ávila empfing die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne. Johannes war von neuem Mut erfüllt, als er die Türme der Stadtmauer mit ihren Zinnen aus der Ferne wahrnahm. Mittendrin und unmittelbar in der Mauer integriert…

Erfindung Villanelle

Anita Lang für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Erfindung Villanelle Erdenbürger erdenken. In der Erfindung werden Träume wahr. Wir erfinden uns selbst, entfalten uns. Erdenbürger erdenken. Unsere Welt, geprägt von technischen Konstruktionen, werden Träume wahr? Um unsere Aufgaben zu minimieren. Sie rackern für uns. Erdenbürger erdenken. Wir setzen sie ein und können uns setzen. Mühelos sollten…

Aufwachen

Lukas Felix Pohl für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Aufwachen Es ist furchtbar kalt hier draußen. Bestimmt fünfzehn Grad unter null. Der Mond lässt den Schnee um mich herum schimmern und erhellt so die Nacht in Blässe. Meine Füße spüre ich schon seit einer Weile nicht mehr. Die trockene Kälte frisst sich gnadenlos bis tief unter…

über eine neue Welt

Sybille Fritsch für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Ich träume immer von einer Welt ohne Krieg- wo alle lieben Ich träume manchmal von einem Land ohne Not- wo alle teilen Ich träume heute von einer Stadt voll Gesang- wo alle lachen Ich träume immer von unserm Dorf voller Glück- wo alle leben Sybille Fritsch ist eine…

Hoffnung 

Eva Joan für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Hoffnung  viel geträumt tagelang durch rosarote Brille geblickt langsam Vertrauen gefasst nächtelang wach gelegen heimlich Pläne geschmiedet auf Wolke sieben geschwebt  ein falsches Wort ein falscher Satz Vertrauen verloren Traum geplatzt … ?! Fantasie Worte fielen wie Sternschnuppen vom Himmel ich tanzte lachend auf magisch glitzerndem Eis die Nacht taumelte orientierungslos Richtung Morgen  Tagesanbruch verwandelte Fantasie zu Staub  Eva Joan“Ich lebe in Gronau (Leine), bin pharmaz.-kaufm.…

Eltern

Giorgi Ghambashidze für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Eltern „Er leidet an Wahnvorstellungen“, behauptet meine Frau, nachdem ich ihr erzählt habe, dass mein Vater die Anwesenheit meiner längst verstorbenen Mutter in seiner Wohnung spürt. An Geister und das Jenseits glaube ich auch nicht, also hat meine Partnerin höchstwahrscheinlich mit ihrer Diagnose recht. Wie ich meinem Vater…

Hand und Fuß

Ingo Primel für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Hand und Fuß Augen zu. Du sitzt am Strand. Du hörst das Rauschen des Meeres und spürst die frische, salzige Luft in deiner Lunge. Es geht dir gut. Augen auf. Du bist noch immer im Lüftungsschacht. Hier ist es eng. Und staubig. Du versuchst weiter zu kriechen, doch…

Manchmal halte ich inne

Victoria Fritz für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Manchmal halte ich inne und frage mich, wer bin ich eigentlich? Solche Fragen stelle ich mir, Während ich die Welt aus den Augen verlier. Und fang ich einmal an zu denken, Gibt es keinen Halt. Ich denke und denke, Bis mein Kopf zerprallt. Ist die Welt nur eine…

SCHMALER GRAT

Thomas Schneider für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ SCHMALER GRAT                                                                        Die stillste Strasse komm ich her,                                                                        im Schluchtenfluss der Otter schreit                                                                        (Theodor Kramer, Die Gaunerzinke) Auf dem abschüssigen Traumpfad dem schmalen Grat zwischen Schlaf und Wachen da mache ich Sachen die hätten den Schränker früher hinter Gitter gebracht Ich habe nur gelacht Aber…

Es ist Anders

Kilian Amadeus für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Es ist Anders Der Tag hätte normal starten können, läge ich nicht schon wach. Ich sah auf die Uhr: vier, null, drei. Es fiel mir schwer die Augen geschlossen zu halten und ruhig zu liegen, mein war Verstand wach, wenn auch nicht geradlinig. Der Tag hätte normal verlaufen…

Tasmanien

Herbert Glaser für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Tasmanien Schatz, ich möchte mit dir so gerne nochmal zu unserem Lieblingsstrand. Gabi läßt nicht locker. Unsere Hochzeitsreise nach Tasmanien, der australischen Insel am anderen Ende der Welt, war phantastisch verlaufen. Unsere Begeisterung war so groß, dass wir uns nach der Rückkehr gegenseitig versprachen, diesen Trip nach zehn…

Frühlingszauber

Helmut Matt für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Frühlingszauber Die Welt ganz bunt, erst gelb und grün, Wenn Gärten und die Wiesen blüh‘n. Licht und Farben, nachts die Sterne, Stern der Hoffnung in der Ferne. Wenn nun die Sonne länger lacht, Aus tiefem Schlaf die Welt erwacht. Im Morgendunst die Nacht verweht, Woraus ein neuer Tag…

Phantasmagorie der Zweifel

Dario Schrittweise für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Phantasmagorie der Zweifel Die alte Uhr schlug Mitternacht. Geräuschvoll schwang das schwere Pendel hin und her. Ich saß in meinem Sessel, die Schlaflosigkeit quälte mich. In der Hoffnung, dass ich müde werden könnte, las ich ein Buch. Der Roman war spannend, eine Erzählung über Gestaltwandler im viktorianischen England.…

Der Aalen-Triumphstadt-Trödelmarkt

Gabriel Gavran für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Der Aalen-Triumphstadt-Trödelmarkt Bis vor kurzem hatte ich vom Aalen-Triumphstadt-Trödelmarkt nichts gewusst. Jetzt verkaufte mein Freund dort seine Autoreifen, welche er in Wasseralfingen geschenkt bekam, weil sie kein Profil mehr hatten. Er rollte anfangs die Autoreifen den Berg nach Aalen hoch. Als es ihm bewusstwurde, dass es zu anstrengend…

Glaube 29

Heinz Flischikowski für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Glaube 29 „Wach auf Schatz.“ sagst du und ich schrecke hoch bin noch ganz kirre von dem Traum und ich blicke mich um vermisse die Lila Wiese auf der ich eben noch lag Lila Gras mit knallgelbem Farn als wenn ich auf einem fremden Planeten gewesen wäre so…

Traumschaum ohne O

Denise Wiesmahr für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Traumschaum ohne O Illia sieht gen sternenhimmel,alles sein, gar kein schein.milliarden wege weit weg.keine zeit, zeitverloren.raumkrümmung. Traumverstimmung.auf einmal, alles wieder weg im weg.glitzernder sternenstaub.auf der milchstraße surfen,dabei gemeinsam milckyway essen.alles nur ein traum?real verschwimmend, träumend auftauchen.vom nimmerland,ins allesland,keine kinderhände verlieren.nur die nase weiß,wer wir wirklich sind.Sternenschaum, so hart…

ICH WARTETE AUF WICHTIGE NACHRICHTEN

Kristiane Kondrat für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichikeit“ ICH WARTETE AUF WICHTIGE NACHRICHTEN,  hatte zwei Briefkästen, in beiden mussten an diesem Tag die Nachrichten eintreffen. Die Briefkästen standen in einer geräumigen Halle neben dem Haus, breite Fenster ließen das Licht ein. Es standen schon Leute da, in Grüppchen, plauderten im Flüsterton, wie man es tut, wenn…

Rote Ruhe

Melanie Braun für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Rote Ruhe Er saß, an einen Felsen gelehnt, ganz still da. Seine Hände fühlten den warmen, feinen Sand. Das Rauschen der Wellen malte ein Lächeln auf sein Gesicht. Das halblange, dunkelbraune Haar klebte auf seiner Stirn. Dünne Wasseradern rannen seine Wangen hinab. Der schwarze Surfanzug war bis zu…

 Traum – Realität – Wirklichkeit

Thale Lind für #kkl46 „für Traum, Realität, Wirklichkeit“  Traum – Realität – Wirklichkeit Was diese drei Worte beinhalten, ist eines nicht: Leere.Ihr „Territorium“ ist jeweils eine Sprachfigur und Sprachkonstruktion in deutscher Sprache.Wortsinn unsensible sagen, sie sind auswechselbar, eben Worte, nicht „von dieser Welt.“ Deren Territorien sind tatsächlich nicht auf Landkarten, mehr noch, sie halten auch…

Gerede

Syelle Beutnagel für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Gerede “Das ist ein Fakt. So ist nun einmal die Realität,” sagte er mit Nachdruck und legte auf. Nein, ist sie nicht. Das ist seine Realität. Gogo verließ den Raum, in dem das Telefon stand. Er wusste, wo ‘die Realität’ geschrieben stand und an welchen Stellen man sie nachlesen konnte.…

Unendliche Weite

Anke Schüür für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Unendliche Weite Wir fahren auf einen kleinen Parkplatz neben einer hellen, kleinen Kirche im Norden von Island. Eine niedrige Steinmauer bietet etwas Schutz vor dem Wind. Nichts lässt erahnen, was mich hier erwartet. Wir wollen ein Freilichtmuseum besuchen. Doch zuvor gehen wir auf den Friedhof zwischen Kirche und…

Meine Realität

Britta Pape für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Mein Name ist Britta Pape. Ich bin am 27.8.1963 in Dortmund geboren. (Gelernte Bankkauffrau, verheiratet, vier Kinder, Geschäftsführerin einer Firma.) Die Tagebücher meines Opas aus dem Zweiten Weltkrieg haben mich inspiriert selbst zu schreiben. Einige Gedichte zu Themen, die mich bewegen, habe ich auf meinem Blog http://www.gedankenmelodie.de  veröffentlicht.…

Da da und ga ga

Achim Koch für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Da da und ga ga Das war mir noch nie passiert. Und ich konnte mich nicht einmal daran erinnern, wie es geschehen konnte. Zwischen mir und meinem BMW befand sich ein hoher Drahtzaun, eine Drahtmatte. Strange. Der Wagen stand direkt vor mir. Schwarz mit roten und orangenen Flammen. Ich…

Komm herein

Jens Faber-Neuling für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Komm herein Ich lade dich ein In mein Herz Mit All zu teilen Wir geben uns Vergeben Empfangen Heil und Kunst Dank dem All Sein ist Leben Leben ist Sein Wir lassen und teilen Es auf Bedingend einander Im zeitlosen Feld Dort Wo das ALL ist Bild: Jens…

Fieber

Friede Westerholt für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Fieber „Adda! Schön, deine Stimme zu hören“, sagt Saverio, als er meinen Anruf annimmt, und ich weiß, er streicht sich jetzt mit der linken Hand durch das halblange weiße Haar und geht mit seinem federnden, o-beinigen Schritt in den hinteren Teil seiner Fahrradwerkstatt, um ungestört mit mir telefonieren…

Fantasia

Ursula Förschner für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Fantasia Bin ich? Ein Traum? Mal ihn mir aus mit farbigen Klecksen. Aus Lust am Entdecken? Aus Angst vorm Verrecken in den Fängen des Nichts? Oh, qualvolle Lust! Oh, süße Pein! Welch Kämpfen, welch Staunen! Bitte lass mir den Glauben. Ans Leben. Ursula Förschner, geboren 1966 in Wien,…

In meinem Traum

Liv Hover  für #kkl46 „Traum, Realität, wirklichkeit“ In meinem Traum Deine Hände sanft an meinen Wangen, deine Lippen weich auf meinen. Unsere Hände miteinander verschlungen und die Nacht hüllt uns in Schweigen. Zwischen all den Küssen und den Worten, eröffnen sich ganz neue Pforten. Schmetterlinge drehen ihre Pirouetten Und ich lieb‘ all deine Facetten. Möchte…

Unvorstellbar?

Andreas Herkert-Rademacher für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Unvorstellbar? Wenn du gut zu handeln meinst, deine Hoffnung überbordet, wirst du, wie John Lennon einst, gleich, als Dank, dafür ermordet. Weil er ein bewusstes Leben hier auf Erden proklamierte, sowohl Richtung Himmel streben, als auch Höllenfurcht negierte. Keine Länder, keine Feinde! Keine kriegerische Pein! Alles eine Weltgemeinde!…

Traumbild

Lia Pipa für #kkl „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Traumbild Ich träume von dir. Träume, wie du mich hältst. Unsere Körper fest verschlungen. Die Köpfe einander zugewandt. Meine Stirn berührt fast deine Lippen. “Schsch”, raunst du und fährst flüchtig mit ihnen darüber. Wie der Flügelschlag eines Schmetterlings. Unsere Augen sind geschlossen. Unser Atem fließt im Gleichklang. Dein…

Die mit den Träumen tanzen 

Benjamin Lapp für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Die mit den Träumen tanzen  Es ist doch unbenommen, seit Wir das unbekümmerte Schweben zwischen sternmillionen Lichterwünschen verlernten, drohen unsere nackten Füße in den schlammigen Gefilden der schwermütigen Begrenzung zu verstocken.Doch unbeirrt rufen die fernsten Fernen die schlafende Engelsknospe in Uns sehnsüchtig und ohne Unterlass an, auf das…

Fehlbesetzung

Daniela M. Ziegler für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Fehlbesetzung „Das Herz, gnädiges Fräulein! Man traue doch ja seinem Herzen nicht zu viel. Das Herz redet uns gewaltig gern nach dem Maule. Wenn das Maul ebenso geneigt wäre, nach dem Herzen zu reden, so wäre die Mode längst aufgekommen, die Mäuler unterm Schlosse zu tragen“, sprach…

Wirklichkeiten

Karin Monteiro-Zwahlen für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Wirklichkeiten Am Rand der Welt, wo Tag und Nacht sich gegenseitig brechen, das Bewusstsein fliessend übergeht in Traum und Wünsche aufgehen wie Samenkörner verloren auf schwarz aufgebrochener Erde, verwandelt sich die Brise vom Wasser her in Atem aus dem Schlund einer anderen Wirklichkeit. Einen Moment Wirklichkeit Nur manchmal…

Fata Morgana im Moor

Gudrun Koller für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Fata Morgana im Moor Kam die Zeit der neuen Hoffnung Auf ein wahres Sein mit dir Wieder folgt‘ ich Irrelichtern die nach deiner Liebe rochen tief ins Moor der Einsamkeit zu dir Wieder standest lächelnd du mir fern Auf deinem Stein so dunkelgrau allein Ich fand nicht mehr…

„Noch nicht – bleib doch noch ein bisschen!“

Pia für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ „Noch nicht – bleib doch noch ein bisschen!“ Bin das ich? Ist dieser Moment echt? Ich schwebe, befinde mich in einer anderen Realität. Die untergehende Sonne spiegelt sich in meinen Augen, ich kann den Blick nicht abwenden. Sie glüht, sie glüht wie deine Lippen auf meinen. Ich will sie…

Ins Leben drängen die Träume

Martin A. Völker für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Ins Leben drängen die Träume Lebst du deine Träume, oder verträumst du dein Leben? Ich kenne Menschen, die viele Träume haben. Aber streng genommen sind es bloß Wünsche, die dummerweise auch nur Wünsche bleiben. Was unterscheidet einen Traum von einem Wunsch? Wenn wir uns etwas wünschen, hoffen…

Die Welt von morgen: Unsere Zukunft?

Wolf-Ulrich Cropp für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Die Welt von morgen: Unsere Zukunft? Um Gotteswillen – warum nur! Dein Bild hängt an der Wand, gleich neben meinem Schreibtisch. Dutzende Male betrachte ich es – und spreche mit dir, schaue in deine blauen Augen, mit dem nachdenklich-ernsten Blick und manchmal kommen mir die Tränen. Du warst…

Eine persönliche Sache

Lena Elisabeth für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Eine persönliche Sache Dröhnendes Hupen. Quietschende Reifen. Stille. Das anschwellende Brummen eines sich in Gang setzenden Motors. Mit zusammengekniffenen Augen starrt er auf die Anzeige des Weckers, bis sein Gehirn aufnahmefähig genug ist, das diffuse Leuchten als 02:29 zu identifizieren. Nun da sein Gehirn erst einmal wach ist,…

Heimkehr

Alicia Ximenez für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Heimkehr Du kühler Wind im blauen Morgen, wenn der erste Strahl die Nacht aufbricht,rauscht durch feuchte, dunkle Wiesen,bist, wer die Eiche raschelnd küsst. Voll Liebe kitzelt er sie wach,bis Säfte in die Höhe fließen.Lässt feine Sonderlinge sprießen,flüstert in dein Ohr ganz sacht: „Komm Heim zu mir mein Herz,…

Die Stunde des Wolfes

Marlen Wagner für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Die Stunde des Wolfes Manchmal tief in der Nacht wachte sie auf und erinnerte sich an immer denselben Traum: Sie lebte nur in den Träumen ande­rer und wenn diese erwachten, dann wür­de sie verschwinden, sich auflösen wie die Erinnerung an eben diesen Traum. Denn er verharrte nur kurz nach dem Er­wachen in ihrem…

Die Verabredung

Michael Eschmann für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Die Verabredung Unruhig ging der Blick zur Uhr. Kurz nach 15.00 zeigte das Ziffernblatt an. «So spät schon! »sprach er zu sich selbst. «Ich bin heute spät dran. Viel zu spät. Früher passierte mir das nie! »Sein Schritt war schwerfällig, irgendwie müde geworden. Etwas in ihm war verändert.…

Verloren

Isabel Neumerkel für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Verloren Grabe mich entlang der Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit. Schiebe Gegenwart in Zukunft bis das Ticken leiser wird. Meine Schale voll Vertrauen hat Vergangenheit verschüttet. Aus dem Boden wachsen Scherben, aus Ruinen Augenblicke. In Erinnerung gefangen konserviere ich die Zeit. Habe sie der Uhr entzogen. Leere Hülle…

Offroad mit dem Kommissbrot

Sabine Stechele für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Offroad mit dem Kommissbrot „Salamatsyzby!“ Hm. Mein Schädel brummt. „Kandaj turasyz?“ „Was?“ Ich blinzle. Die Sonne blendet. Zwei Männer vorne. Der eine lacht. Dieser Geruch. Wohin fahren wir? Eine Bodenwelle. Hat dieses Auto denn gar keine Federung? „Ketschiresiz.“ Dröhnen im Kopf. Blick nach vorne. Den Horizont fixieren, dann…

Willkommen in der Wüste der Realität

Mo Haver für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ welcome to the desert of reality „We are like the dreamer. We are dreaming and then live inside the dream. But who is the dreamer?” Aus: Twin peaks, Amerikanische TV-Serie von David Lynch, 1990 Realität Synonyme: Tatsachen, das Hier und Jetzt, Sachverhalt, Leben, Existenz; der Begriff stammt vom…

Das Erwachen

Martina Györik für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Das Erwachen Im Niemandsland zwischen Traum und Erwachen Wie auf Watte schwebend so weit weg so schwerelos Die Zweifel verstummen, die Ängste zerfließen, Der Schläfer fühlt keinen Schmerz Doch dann fällt der Schleier Die Stille weicht Weicht dem dämmernden Morgen Gleißend und grell Schon sind verdrängt Die Schatten…

Am Deich

Dagmar Brune für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Am Deich Immer wenn ich überarbeitet und angespannt bin, Autolärm, nachbarliche Gespräche und Kinderlärm nicht mehr gut vertrage und darüber grantig werde, fahre ich an die Küste. Vor Jahren entdeckte ich eine Stelle, an der selten jemand vorbeikommt und wenn, dann höchstens mit dem Fahrrad. Dort sind keine…

Blaue Stunde

Andrea Tillmanns für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Blaue Stunde Wenn der Tag in die Nacht überfließt und die Sonne die Welt von unten bescheint: In diesem Licht scheinen Wunder möglich. Elfen umtanzen die Straßenlaternen im Takt der Sterne, der Kobold auf dem Beifahrersitz erzählt von Stein und Erde und weist mir den Weg in das…

FUTURE – Betrachtung der Lebensformen und deren Evolution

Adam Matthias Klabisch für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ FUTURE – Betrachtung der Lebensformen und deren Evolution Wir haben das Jahr 2362, mein Ur… Ur… Ur… Großvater wäre 400 Jahre alt. Ich bin Alien, mein Name ist DEDO2322-77. Alle Alien haben einen Namen bestehend aus Buchstaben und Zahlen. Was der Name bedeutet, erkläre ich jetzt.Nach der…

Mein roter Schal

Claudia Dvoracek-Iby für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Mein roter Schal In dem kleinen Lokal ist es kaum wärmer als draußen. Ich lasse mich auf einen Fensterplatz sinken, behalte die Winterjacke an, ziehe meinen Schal dichter um den Hals. Tief schiebe ich mein Kinn in die weiche Wolle und rieche trostsuchend daran – natürlich wieder einmal…

Lebensträume

Günter Schaden für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Lebensträume Knorrige Wurzeln Verzweigte Stämme Verwirrte Träume Verwischen den Wald Grüne Tropfen Versprengt auf der Leinwand des Lebens Vermischen sich mit dem Braun Des herabrieselnden Laubes Goldene Schwerter des Lichts Zerschlagen abgestorbene Träume und schaffen Zeit und Raum für Lebensträume Träume, die wie Lava Aus den geborstenen Spalten…

Hirn Schund

Leandra Bulla für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Hirn Schund Er freut sich, wie jeden Nachmittag, auf seinen wohlverdienten Feierabend. Ja, in seine kleinen Rituale ist er sehr vernarrt, und darüber hat er sich nie beklagt. Doch das Beste kommt wohlbekannt erst zum Schluss: Geht er dann zu Bett, sagt er dem Hund ganz nett „Schlaf…

Origami

Tini Plume für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Origami Ein Narr, der denkt er lebe hier auf dieser Welt und stünde fest mit beiden Beinen auf dem Boden. Ein Narr wer heute noch an Bäume glaubt oder vielleicht sogar an Steine als wären sie aus festem Material. Die Welt lässt sich so leicht zerreißen wie ein…

Traumlandschaft meiner Vergangenheit

Frank Joussen für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Traumlandschaft meiner Vergangenheit ich rudere auf einem Gebirgssee das Wasser ist kristallklar kein Laut nirgendwo nicht einmal von meinen Rudern plötzlich beginnt mein Boot zu schaukeln immer mehr bis sich der Berg über mich wölbt wie eine schwarz glänzende Glocke es ist totenstill aber nicht ganz dunkel die…

Mitte August 

Barbara Tischow für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Mitte August  Eines Abends, ganz in Gold gewandet, ist ein Meteor bei ihr gelandet. Nichts Besonderes in diesen Tagen, meinte er. Auf ihre Fragen, was er so in Mädchenzimmern treibe, ob er kurz oder für länger bleibe, und ob er was trinken will, (Wasser gäb es, sprudelnd oder still,)…

WAS IST DEINE WELT?

Dr. Astrid Holzmann-Koppeter für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Dr. Astrid Holzmann-Koppeter ist promovierte Bildungswissenschafterin, Autorin, Marketingexpertin und Künstlerin. Ihre Texte und Illustrationen wurden in zahlreichen deutschsprachigen Medien publiziert und mehrfach ausgezeichnet. Sie ist zudem die Schöpferin der Cartoonfigur „KROGGL“. Über #kkl HIER

Der amerikanische Traum

Mag. Dr. Norbert Johannes PRENNER  Der amerikanische Traum Der Airbus 320 kreiste unaufhörlich über Manhattan, ohne bis jetzt eine Landeerlaubnis erhalten zu haben. Langsam wurden die Passagiere in ihren Sitzen unruhig. Immerhin saßen sie bereits seit neun Stunden auf ein und demselben Platz. Da und dort waren schon nervöses Öffnen und Schließen der Sicherheitsgurte aus…

Wir sind doch wirklich. Oder?

Nicolle Gerntke für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Wir sind doch wirklich. Oder? Der Mond. Wirst nicht heller unter Strom, alter Freund. Dein Einsatz ist nicht genug. Deine doppelte Münze macht noch keinen Schein. Ist zu wenig. Fällt den Schatten zum Fraß. Die schlucken alles, was glänzt, sind das Fass ohne Boden, in dem du schwimmst.…

Wenn die Realität zerbricht

Niko Mahle für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Wenn die Realität zerbricht Ich bin süchtig. Süchtig nach Menschen. Nach ihren Profilen im Netz. Regelrecht besessen. Es begann mit GreenThumbSarah, einer jungen Frau, die ihre Liebe zu Pflanzen mit ihren Followern teilte. Jeden Morgen startete sie ihren Tag mit einem Lächeln, während sie ihre Pflanzen liebevoll pflegte.…

Was Navier und Stokes lehrten, aber Nietzsche vergaß

Laura für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Was Navier und Stokes lehrten, aber Nietzsche vergaß Die Leere reißt an mir. Sie ist sinnlos, erbarmungslos. Sie zieht mich hinab, hat ihre Krallen in mein Fleisch gegraben, mich untergraben, im Nichts begraben. Ich spüre ihren Sog, ihr Rufen. Ich halte Inne und meine Furcht wandelt sich in Sehnsucht.…

Von der Realität und den Träumen

Doreen Pitzler für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Von der Realität und den Träumen Unruhig warf sich Kevin hin und her. Seine Augenlider zuckten dabei heftig im Schlaf. Es war wieder dieser spezielle Traum. Seit Tagen träumte er immer wieder von Nebel, verirrten Sonnenstrahlen und diesem Mann. Er sah aus wie ein Geist im Nebel und…

Im Paradies

Stephan Zwerenz für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Im Paradies Im Paradies angekommendurchwandere ich in der Gestalt eines Embryos glühend weiße MilchpalästeIch bin umgebenvon smaragdgrünen Schlinggewächsenund ein warmer Hauchbewegt mein Gewand aus edlem ZephirIch schwitze Blutund spitze SteineSirupartig fließt die Massean meinem Gesicht herabbildet Tröpfchen an meiner NasenspitzeEin Gefühl wirft tausend Schatten auf alles was mich umgibtEs umgibt die Dinge mit silbergrauglänzenden…

Immer zwischen Traum und Wirklichkeit

Theresia Plank-Zebinger für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Immer zwischen Traum und Wirklichkeit Theresia Plank-Zebinger, Malerin Über #kkl HIER

Der Wunsch, Oneironautin zu sein

Stephan Kaiblinger für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Der Wunsch, Oneironautin zu sein Novellenauszug Sarah fährt aus dem Schlaf hoch. Sie zittert, ihr ganzer Körper ist überzogen von eiskaltem Schweiß. Sie sieht sich um, die Fenster sind geöffnet. Vor allem sind sie noch da. Sarah springt auf und läuft zur Türe, die ebenfalls noch da ist,…

die macht der perspektive

Nina Thiel für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ die macht der perspektive ich sitze im zug und sehe durch das fenster: die welt zieht an mir vorüber oder ziehe ich an der welt vorüber? die welt liegt lauschig da und fühlt: der zug zieht an mir vorüber oder bin ich zu langsam? gutenachtlied wenn wir dann…

„In seinem Traum ist er ein Mensch ohne Nationalität“

Christina Maria Hesse für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ In seinem Traum ist er ein Mensch ohne Nationalität. Die Verbundenheit zu seinem Großvater und dessen unumstößliche Loyalität für Menschen, egal woher, welcher Ethnie, Hautfarbe, Sprache, Religion oder Herkunft sind in seinem ICH verankert. Freunde in Mexiko und Brasilien, sowie die Spuren des Großvaters, der lange in…

Im Bann der Unwirklichkeit

Andrea Siffert für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Im Bann der Unwirklichkeit Das Kofferradio flog mit voller Wucht gegen die Wand und landete in seine Einzelteile zerlegt auf dem Boden. Endlich war Anton sie los, diese Stimmen. Schon den ganzen Morgen über hatten sie ihm immer wieder Beleidigungen zugerufen. Zuerst hatte es sie nicht orten können,…

Wirklichkeiten

Karin Monteiro-Zwahlen für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Wirklichkeiten Am Rand der Welt, wo Tag und Nacht sich gegenseitig brechen, das Bewusstsein fliessend übergeht in Traum und Wünsche aufgehen wie Samenkörner verloren auf schwarz aufgebrochener Erde, verwandelt sich die Brise vom Wasser her in Atem aus dem Schlund einer anderen Wirklichkeit. Einen Moment Wirklichkeit Nur manchmal…

Kindheitserinnerung

Wolfgang Rinn für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Kindheitserinnerung Ein Träumender auf Kindheitspfaden schritt ich absichtslos, als mich dein Ruf erreichte, scheuer Vogel, zeitentwichen. Ich wähnte dich zum Greifen nahe, doch jener Laut entfernte sich und ließ dein Bild verblassen. So blieb der Ton für ferne Zeiten aufgespart, und alles, was in ihm verborgen lag, war…

Rose Ausländer (nicht) in Prag

Irena Habalik für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Rose Ausländer (nicht) in Prag Immer wolltest du nach Prag, immer stand etwas dazwischen. Alle Wege führen dorthin, der Himmel ist unruhig, ist grau, ist golden, an der Moldau schreien Möwen, an den Engelsköpfen dämmern Tauben und ein Schwarm von winzigen Vögeln, kleine Steinchen leuchten an den flachen…

Anruf aus dem Nichts

Wolf Schillinger für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Anruf aus dem Nichts Ein Spätsommerabend, wie schöner du ihn nicht träumen könntest. Der Geruch von gebratenem Fleisch wurde langsam wieder überdeckt vom Duft der reifen Früchte. Im Licht der unter gehenden Sonne waren Äpfel, Birnen, ja selbst die Pflaumen vom Laub meist nicht mehr zu unterscheiden. Aber…

Der Matrosenkuss

Maria Seyrlehner für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Der Matrosenkuss Auf dem schwarz-weiß Foto feiern Matrosen ihre Heimkehr auf einer Straße in New York nach dem Ende des zweiten Weltkrieges. Im Vordergrund beugt sich ein dunkel gekleideter Heimkehrer, der eine weiße Matrosenkappe trägt, über ein Frau und küsst sie auf den Mund. Beschwingt bringt er sie…

Die Feier der Genetik

Bernd Krippl für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Die Feier der Genetik Die Nacht wurde ein seltsamer Traum, sie hatte zur Feier der Genetik gerufen. Es kamen geladene und ungeladene Gäste in ihr offenes, großes Haus: Ihre engste Freundin, die Biochemie; die elegante Entwicklungsbiologie; die immer nüchtern bleibende Statistik stöckelte in einem Glockenkleid, Populationen von Zahlen…

Als an einem Montagnachmittag die Welt wegfiel

Christine Ibrom für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Als an einem Montagnachmittag die Welt wegfiel Mit beiden Händen am Lenkrad rollt der Wagen an diesem sonnigen Tag durch die Tramer Allee in Richtung Westender Park. Durch den Regen der letzten Tage leuchtet das satte Grün der Wiesen. Ebenso erscheinen die Hecken am Straßenrand in prachtvollen Grüntönen.…

Loslassen

Lyra für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Loslassen Seit Tagen kann Nora nicht schlafen. Zwischen den Lamellen der Jalousie wirft die Straßenlaterne helle Lichtpunkte an die Wand, daneben die Lichtmuster der Scheinwerfer der Parkplatzsuchenden, die mit dem Abstellen des Motors erlöschen, nicht aber ihre Gedanken Warum hat Johannes die Beziehung, ohne Gründe zu nennen, beendet? Er…

Gedruckte Träume

Felix M. Hummel für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Linolschnitten mit Szenen aus Träumen Das panoptische AltenheimWir standen nicht auf dem Dach, sondern inmitten der Brandruine des obersten Stockwerks. Moose, Gräser und andere Pionierkräuter hatten begonnen, sich breit zu machen. Eine Qualle für den PräsidentenJosefine schob ihr Klemmbrett unter die Qualle auf dem Pflaster und hob…

Konrad

Caren Ohrhallinger für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Konrad Als sie die Vorhänge zurückzieht und die breiten Fensterflügel öffnet, malt die Sonne Flecken aufs Parkett. Unten liegt der Platz still an diesem Sonntagmorgen. Konrad ist sicher noch nicht auf, gestern hat sie noch lange seinen Sessel quietschen gehört. Sie wird die Rollen neu ölen müssen. Nach…

Die Wahrheit des Goldfisches

Clara Goldammer für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Die Wahrheit des Goldfisches Weil er aufhörte, ein Profilbild zu haben, fing ich an, seine Nachrichten zu vergessen, als ob es ihn nie gegeben hätte. Ich war mir nicht mal sicher, ob ich ihn je gekannt hatte. Es war so, als würden die Nachrichten ins bedeutungslose laufen, und…

Realitäten

Ángel Ricardo Dente für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Realitäten. Wir fliegen durch die Luft wie Vögel, Wolken und Träume. In der Stille der Zeit verbirgt sich in der Erinnerung eine vielfältige Schönheit. Wo Sie leben, nehmen Sie jeden Tag stille Realitäten wahr. Sensibilität, subtile Gesellschaft, leichtes Flattern der Blätter, Wasser zwischen den Felsen. Im flüchtigen…

Krümelträume

Antonia Kranebitter für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Krümelträume Manchmal träume ich Dass das Wasser die Regenrinne hinaufschwimmt Dass die Biene mit einem Stich zum Leben erwacht Dass wir Berge erklimmen, um hinter den Horizont zu sehen Dass wir mit achtzig neu geboren werden Dass mit dem letzten Krümel die große Leere beginnt Dass die, die…

Tagtraumerwachen

Andreas Köllner für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Tagtraumerwachen uferlos schien mir der Fluss als die Strömung meine Blicke brach und die Sonne sich zitternd über das Wasser beugte du siehst das Himmelblau verschwommen nur dein Spiegelbild verzerrt vom Tag und weißt auf einmal er bildet zwar nicht ab doch er stellt dar Aus: Andreas Köllner:…

Nachtfetzen

Britta Badura für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“  Nachtfetzen Liebling holt mich in einem klapprigen Auto ab und drückt mir ein blaues Kleid in die Hand. Im fahrenden Auto ziehe ich mich um. Das Kleid juckt und kratzt. Er meint, es sei aus Thunfischhaut. Im Radio läuft Grönemeyers „Bleibt alles anders,“ nur in meinem Kopf spielt…

Das Funkeln im Dunkeln

Lina Lev für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Das Funkeln im Dunkeln „Vertrauen statt auf die Angst bauen“, „Zuwenden statt Abwenden“, flüstert mir ein Glühwürmchen. Mich aus der Höhle der steinernen Mauern erhebend, folge ich dem zarten, kleinen Wesen auf dunkeln Wegen. Als fester Stein im fließenden Ozean mir begegnend, hinrückend, und sich an verzückenden Momenten…

Sie hätte sich auch so eine Taube gewünscht

Clara Sinn für #kkl46 „Traum, Ralität, Wirklichkeit“ Sie hätte sich auch so eine Taube gewünscht. So eine eindeutige. Im Traum. Aber bei ihr kamen nur Busse. Wenn sie mal gekommen wären. Aber es kamen keine Busse. Anschlussbusse, Überlandbusse. Wie sie hätten kommen sollen. Nach Fahrplan. Flieger kamen. In der Regel. Nur verpasste sie die. Dauernd.…

Als ich Edmond traf

Christiane Seebach für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Als ich Edmond traf Seit Stunden lag ich nun schon wach in meinem Bett und konnte einfach nicht einschlafen. Das Läuten der Kirchturmuhr verriet mir, dass es bereits 3 Uhr war. Die Decke lag heiß und schwer auf mir, doch wenn ich sie wegstieß, fror ich wieder. Der…

Ach, hätte ich doch Langeweile

Alice Sluyterman van Langeweyde für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Ach, hätte ich doch Langeweile, so käm mir alles endlos vor. Momente, die ich mit Dir teile, schnellten zur Ewigkeit empor. Und trotz des Daseins ohne Zeit würden die Momente fliegen, weil mir mit Dir an meiner Seit‘ sich alle Dimensionen biegen. In einem Taumel würd…

Das große Glück

Tom Schwericke für #kkl46 #Traum, Ralität, Wirklichkeit“ Das große Glück Er spielte wieder Lotto. Er wusste genau, dass er eh nichts gewinnen würde. Sein Vater hatte ihm das schon als Kind eingebläut. „Stell dir vor, du fährst von Berlin nach Hamburg,“ hatte er gesagt. „Du wirfst ’nen Groschen aus dem Fenster, und der fällt genau…

Heterotopie

Franziska Vogt für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Heterotopie Nimm mich auf in deinen Garten Zu den Lilien aus Stahl, Gezogen aus Patronenhülsen Längst verschenkter Todesträume Deines dunklen Arsenals. Lass mich ein in deinen Garten Voller exaltierter Bäume, Schwarzer Eichen aus Basalt. Sie stehen ehern und auf ewig Dort auf prächtigem Asphalt. Halt mich fest in…

Christo

Dr. Stephie Abels für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Christo Christo trat fest in die Pedale. „In diesem Sommer fällt so viel Regen, dass die Badewanne vollläuft und die Hundehütte absäuft“, sang er, um sich von der Anstrengung abzulenken. Seit vier Stunden war er mit dem Fahrrad unterwegs, und genauso lange regnete es schon. „Ich bin…

Albtraum

Edith Meusburger für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Albtraum Eilig geht Bettina an den Zelten vorbei, ignoriert die grüßenden Hände, ignoriert den aufgeweichten Boden und den Müll, der überall verstreut ist. Am Morgen sieht es immer schlimm aus. Zweitausend Menschen auf engstem Raum. Das ist zu viel des Guten! Unbedingt muss sie zu Schamil. Sie will…

Begleitet von einer sanften Brise

Morteza für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Begleitet von einer sanften Brise Drei Tage lang hat es geregnet Meine Mutter am Fenster Mit ihren Augen auf die Straße gerichtet Und ich weiß nicht, was sie leise murmelt Der Fernseher Bereitet das Zimmer für die Wahl vor Und in mir Ein wildes Pferd Selbst innerhalb des Zauns…

Gas

Karin Sommer für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“ Gas “Ich habe ihn getötet, weil ich endlich wieder wissen musste, wer ich bin.” Durch das schlierige, vergitterte Fenster fällt mattes Winterlicht in den kleinen Raum, in dem das Weiß der Wände eine stille Bedrohlichkeit besitzt. Es spiegelt das Nichts, das in ihr herrscht, in einer bedrückend akkuraten…

Aus der Redaktion – Traum, Realität, Wirklichkeit

Aus der Redaktion Traum, Realität, Wirklichkeit Zeit aufzuwachen? Was und wie nehmen wir das Innen und Außen „für wahr“ in den verschiedenen Zuständen, Bewusstseinsebenen und in der heutigen Zeit? Ist es gefühlt real in unserem Empfinden, realistisch und oder nur faktisch, träumerisch und was wirkt bei und in uns, individuell, gesellschaftlich? Dazu wird unser Ausschreibungsthema…

Mama und Papa

Jule Patzel für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern Mama und Papa Mein ganzes Leben wart ihr da und helft mit allem ganz wunderbar. Dank euch bin ich nie allein, und weiß egal wie schwer es ist und ob ich wein, ihr habt ein offenes Ohr für mich und lasst mich niemals im Stich. Egal wie schlecht…

Die Dichterin

Harald Birgfeld für #kkl45 „Mutter, Vater, Elternn“ Die Dichterin Man hatte mich, weil ich aus hohem Norden stamme, angesprochen, ob ich als Gesandter, eine Botschaft, die man mir jedoch nur mündlich übertragen könnte, dorthin übermitteln wollte. Die wär der Empfängerin sehr wichtig, andrerseits stünd sie als Abgeschlossenheit im Raum, und ihr Verlieren würde nichts bewirken,…

Soldatenkind

Ingeborg Henrichs für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ SoldatenkindSoldatenkind SoldatenkindDie Wahrheit weiss der WIndDein Vater sagte sie Dir durch SchweigenDeine Mutter Dir durch OperettengeigenSoldatenkind SoldatenkindSei froh, es gibt den WindSoldatenkind, SoldatenkindDein Kind überspricht den Wind vor-bilder-fügungen    Ingeborg Henrichs, zuhause in Ostwestfalen, verfasst kürzere Texte, fotografiert gern Momente, die gedanklich weiterführen. Schätzt das Schöne und Wertvolle in Natur…

KIRSCHEN

Bernd Ritter für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ KIRSCHEN „Kann ich dir was Gutes tun? Kirschen? Weiß nicht, ob die schon reif sind. Ok, ich schau.“ Lege auf. Kirschen. Wo soll ich die herbekommen? Scheiße. Ist grad mal… Mitte Mai. Vielleicht bei Rewe. Steig ins Auto, fahr hin. Viel los für die Uhrzeit. Super, Rentnerparade! Ja,…

Begegnung im grünen Schrank

Katharina Kretschmer für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Begegnung im grünen Schrank noch schnell ein frisches Handtuch aus dem grünen Holzkleiderschrank dem mir so vertrauten bevor ich duschen geh da begegnest du mir im roten samtigen Sjöden Kleid was ich nun trage im Herbst und Winter ich rieche am Ärmel und küsse ihn und dich mehr…

Ode an die moderne Elternschaft

Janina Lara Makowe für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Ode an die moderne Elternschaft Ich dachte nicht, dass ich eine dieser Frauen werden würde, die ihre Kinder bereuen. Nach dem fünften Tag aus dem Krankenhaus war es dann soweit. Es war 3:37 Uhr nachts. Das Baby schrie. Das tat es häufig, würde es noch bis zum…

Mama, Papa

Marike für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Mama, Papa Wer bin ich? Du, mein Kind bist Licht vergiss das nicht Mama was ich seh von dir ist eine kreative Kraft die ganz neue Welten in meiner Vorstellung schafft Papa was ich spür von dir ist dein Beschützerwunsch deshalb lässt du mich nicht trinken vom Punsch Mama…

Mutter, Vater, blind

Alma Jung für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Mutter, Vater, blind Bedeute ich Bedeutend viel Euch, deren Folge Ich nun sein soll? Bereute womöglich Einer, zwei Von euch, was geworden Aus dem gestern jetzt im heute? Erläutert je ein  wissend, ehrlich Mann Was sein Spross nun  alles kann? Seht ihr her Seht ihr mich Seht hin!…

Probeaufenthalt

Monika Schlößer für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Probeaufenthalt „Ich kann die Straßenbahn hören.“ „Ja, Mutter.“ „Nun hör‘ doch mal, wie laut die Bremsen wieder kreischen!“ „Hm.“ Birgit blättert gleichmütig in einer Frauenzeitschrift. Nicht etwa, dass die vielen bunten Fotos ihre Neugier geweckt hätten oder gar einer der Artikel sie fesseln würde – Birgit nimmt das…

Quality-Time

Christian Knieps für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Quality-Time Ich bin auf dem Weg in den Keller, um die Wäsche aus der Waschmaschine in den Trockner zu räumen. Tür auf, Wäsche raus, Tür zu, ausschalten, Tür vom Trockner auf, Wäsche rein, Tür zu, einschalten. Ich drücke den Rücken durch, atme tief ein und aus, lausche kurz,…

außerhalb …

Anne Kohler für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ außerhalb … kinder gehen unbefangen. ihr tanz regt unsere nerven auf. sie sind! außerhalb von zeit, regeln, struktur. wenn wir erwachsen (begrenzt) sind, hindern uns innere regeln am neuen horizont. (ausnahme: wir fallen. nur dann sind wir ihnen ähnlich.) an unserem gang (ehe, haus, beruf) haben wir uns…

Fehler

Luna Day für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Fehler Mein Blick ging zu meinem Mann Eric, der gerade unser Kind im Arm hielt. Leicht wiegte er es hin und her. Ich liebte es, ihm dabei zu zusehen. »Was ist?«, wollte er wissen. »Ich will sie wiederhaben«, sagte ich und streckte die Arme nach dem kleinen Bündel…

Der Fischer und seine Tochter

Julia Theresa Muhler für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Der Fischer und seine Tochter Hier bin ich geboren, Hier bin ich zuhaus, Schwimme umher und kenne mich aus. Du hast es geschaffen, Du bist wie das Geld, Dass die Illusion heiler Welt aufrechterhält. Wo es endet, bekannt, Wo es anfängt, auch, Ich hab‘ dieses Netz in…

Restzeit

René Oberholzer für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Restzeit Ich heisse MutterIch wünsche mirEinen neuen NamenEinen neuen Pass Ich möchte fliehenAus diesen WändenUnd untertauchenAn einem fremden Ort Ich möchte weinenUm meine JugendUm meine KinderUm die heile Welt Ich möchte atmenDie Stille der FreiheitUnd mich öffnenDem Frühling der Liebe Ich möchte tanzenUnd mich sehnenNach der ZeitDie noch…

Zwischen Elternhaus und Erinnerung

Oliver Fahn für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Zwischen Elternhaus und Erinnerung Ich stupse meine Nase an die Mauer. Von hinten betrachtet bin ich ein Kletterer, den die Bodenhaftung daran hindert, die Fassade zu erklimmen. Die Erde ist zu meinem Saturn geworden, ich klebe an ihrer Oberfläche. Ich hafte an der Idee, dass wir den Grund…

Fragen

June O’Leary für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Fragen Isabella versuchte, das Beben ihrer Hände in den Griff zu bekommen. Doch es gelang ihr nicht. Ihr Blick war starr auf die matte weiße Tür mit Milchglaseinsätzen gerichtet. Am Ende eines gepflasterten Weges durch einen kleinen Vorgarten, wo an allen möglichen Ecken fröhliche Blumen ihre Blüten der…

Vaters Freunde

Rainer Reno Rebscher für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“  Vaters Freunde Bewegtes Herbstmeer springt gegen die Deiche Blass schwarze Blätter taumeln über die Pappelallee im Regenwind bis zu den Schilfwiesen wo er die Vögel beobachtete Seine gefiederten bunten Gefährten vermissen ihn auch singen ihm Jahr für Jahr Wind für Wind Welle für Welle vertraute Lieder Ich…

Lieber Alois – ein Brief

Rebekka Weber für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Lieber Alois – ein Brief Lieber Alois, es ist ein freundlicher Herbstnachmittag und so warm, dass ich mich mit meinen Unterlagen, Familienalben und Fotos nach draußen auf den Balkon gesetzt habe. Hier ist nun mein Brief, den ich dir schon seit langem schreiben wollte und viele Jahre vor…

Mutter

Gisela Baudy für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Mutter Manche Worte duften nach Sonne.Es sind die Worte „Ich liebe“. Liebe ist eine reife Entscheidunggegen den Raureif meiner Seeleund den Hass auf deine schwache Handdie mich halten willund doch nicht fasst auf dein glückloses Herzdas die Liebe immer suchte die Sonne aber niemals fand. Gisela Baudy Altphilologin,…

Der verfallene Haushalt

Jannette Hofmann für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Der verfallene Haushalt ein gehäkeltes herz eine gebrochene tischdecke eine trübe hand, die sich einnäht in die erde, in der eine mutter ruhig schläft ist es ein herz, das dämpfend abfährt? auf straßen, die von einem leben gedrückt wurden so unregelmäßig wie zu einer schlange geformt ein vater,…

Keine leere Kammer

Markus Weiher für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Keine leere Kammer Ich hatte in der Nacht geträumt: Meine Schwester fällt aus dem Fenster und ist tot. Ich war verstört und unruhig. Ich hatte am Morgen sofort meine Schwester gefragt, ob bei ihr alles in Ordnung wäre. Ihr ging es gut. Die Unruhe blieb. Dann klingelte etwas…

Mutter Vater Kind

Britta Pape für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Mein Name ist Britta Pape. Ich bin am 27.8.1963 in Dortmund geboren. (Gelernte Bankkauffrau, verheiratet, vier Kinder, Geschäftsführerin einer Firma.) Die Tagebücher meines Opas aus dem Zweiten Weltkrieg haben mich inspiriert selbst zu schreiben. Einige Gedichte zu Themen, die mich bewegen, habe ich auf meinem Blog http://www.gedankenmelodie.de  veröffentlicht.…

Familie ist eigentlich was?

Serafina Campestrini für #kkl45 „Mutter, Vater, eltern“ Familie ist eigentlich was? ELFTE THERAPIESTUNDE, PSYCHIATRIE  I, ABTEILUNG 11 Michael Eine weitere Sitzung, ein weiterer Plan der Kunst des “In die Seele schauen” muss erprobt werden, dieses Mal soll ich an einer Familienaufstellung teilnehmen, ein Versuch offenbar Unbewusstes zu ergründen, um vielleicht dann Problemen – schon wieder…

Der Geburtstagskuchen

Sabine Beck für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Der Geburtstagskuchen „Pack es aus!“ Mama wirkt fahrig, ein wenig hysterisch. Widerwillig versuche ich das silbrig glänzende Band aufzuknüpfen.  „Reiß doch auf!“ Mama ist heute wirklich sehr nervös. So aufgeregt, als wäre es ihr Geburtstag. „Aber das Band ist schön, ich kann es nochmal verwenden”, setze ich leicht…

Turmgeläut

Maria Lange-Otto für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Turmgeläut Durch meinen Vater lernte ich früh den Unterschied von Klang und Ton im Leben. Und immer stand sie auf dem Turm, rief mir etwas zu, doch ich verstand kein Wort. Dann musste ich mich entscheiden und heute weiß ich: Man entdeckt erst spät, was einen geprägt hat.…

Tanzende Kreisel

J.C. Borkenstein für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Tanzende Kreisel Die Sonne schien durch den Wintergarten direkt auf seine Zeitung. Das Familienfoto auf der Tasse vom Toskana-Urlaub verblasste. Hinter ihm summte die Geschirrspülmaschine. Wie jeden Morgen ließ er sich in seinen dunkelroten Ohrensessel fallen, auf den er so lange gespart hatte und blätterte die Seiten durch,…

Mutter

Karin Mayerhofer Dobler für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Mutter Ich Stehe Hinter Dir Und du Stehst Neben Dir Ich bin Gedankenschwer Und Du Bist einfach leer Ich halte fest Und du lässt los Hoffnung Dunkle Wolken Hängen schwer Warmes Sonnenlicht Bricht selten durch Muttertag ist’s Ohne Kinder Auch Mauersegler Kreisen nicht Doch morgen Da wird…

Der Sturm

Julian Sterk für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Der Sturm In meinem Herzen tobt ein Sturm, Gedanken winden wie ein Wurm Sich durch mein Hirn, wie fang ich an? Die Angst, sie lähmt mich dann und wann. Zur Mutter sprech ich leise, bang: „Ich liebe Männer, schon so lang.“ Sie lächelt sanft und nimmt mich wahr,…

Kafkas Käfer

Bernd Watzka für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Kafkas Käfer Howdy, hier spricht ein Käfer der „Verwandlung“. Nicht Gregor Samsa, sondern ein gebürtiger Käfer, der unter Gregors Bettlein haust und in der Erzählung keine Rolle spielt. Als ungeheures Ungeziefer wird mein Käferbruder Gregor in der Geschicht’ beschrieben – und, nicht weniger schlimm, er denkt als Käfer…

träne isfahans

Simone Steger für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ träne isfahans wenn die 8 -jährige vor dir am schalter dein wohngeld übersetzt wer sorgt dann für leichte luft im kinder zimmer hängen sägen und lern tabellen sind für dich lautlose qualen erinnerungen an deine scham es nicht zu können gibt es bedarfs gemeinschaftliche löcher das essen sieht…

Oh, wie schön ist Paslama

REGINA SCHLEHECK für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Oh, wie schön ist Paslama Wir sind eine moderne Familie. Patchwork sagt Mama dazu. Die Decke auf unserem Gästebett heißt auch Patchwork und sieht ganz lustig aus, lauter bunte Quadrate aneinander. Meine Familie ist ziemlich chaotisch, aber Mama sagt immer, das ist eben so, und Demokratie wäre, wenn…

Echo der Erinnerungen

Mila Alieva für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Echo der Erinnerungen Der Regen fiel in sanften Strömen, als Anna vor dem alten Familienhaus stand, das in der Dämmerung wie ein Schatten der Vergangenheit wirkte. Es war  viele Jahre her, seitdem sie das letzte Mal hier gewesen war, und die Erinnerungen an ihre Kindheit waren mit Trauer…

Was Vater uns über die südländischen Völker lehrte

Michael Wenzel für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Was Vater uns über die südländischen Völker lehrte Eines, was Vater uns lehrte, war ein tiefes Wissen über Wesen und Lebensart südländischer Völker. Nicht dass Vater einmal dort gewesen wäre. Keineswegs Aber er wusste trotz allem eine Menge von denen. Und das kam so. Vater arbeitete als Oberer…

wir

Ursula Förschner für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ wir Mutter und Kind sind wir nun. Und doch waren wir mal Bruder und Schwester, Freudinnen, Feinde. Das war gestern. Und was einst in Trauer sein Ende fand, in Hass oder Schuld, beginnt nun neu, lässt die Wunden erblühen zu Trieben der Liebe. Im Übermaß schüttet sie sich…

Ich mache es auf meine Art

PeBi für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Ich mache es auf meine Art – eine biografische Geschichte Ich weiß gar nicht, wie ich anfangen soll. Meinen gescheiten und wunderbaren Kindern gegenüber möchte ich mich erklären, was mein Denken und Fühlen, meine Lebensphilosophie geprägt hat. Was ich davon an sie unausgesprochen weitergegeben habe – was davon unausgesprochen…

Über Mütter und Töchter

Lara Maria Krejci für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Über Mütter und Töchter Die Mutter: Was wir über die Mutter wissen, ist, dass sie ebenso wie die Mutter einer Tochter, die Tochter einer Mutter ist. Eine Fehlannahme wäre es an dieser Stelle zu schreiben: Sie ist die Tochter einer Frau, weil sie früh lernen musste, dass…

Ein magisches Instrument

Martin A. Völker für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Ein magisches Instrument Eine Wiederholung mag zunächst vielleicht langweilig erscheinen, aber das Wiedererkennen bringt das gute Gefühl der Beständigkeit hervor. Eintönig sind Wiederholungen nicht. Der dänische Philosoph Sören Kierkegaard hat dies beschrieben mit einem Hinweis auf das Posthorn: Der Vorgang, in ein Posthorn hineinzublasen, ist in seiner…

Der Antinatalist

Achim Koch für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Der Antinatalist An einem warmen Frühlingsnachmittag saß ich rauchend in der Sonne auf einer Parkbank, sah einigen Hunden zu, die im nahegelegenen Weiher badeten, beobachtete Graugänse, die direkt vor mir auf dem Gras asten und einige Mütter, die auf einer ausgebreiteten Decke mit ihren kleinen Kindern spielten und…

Welt(en)fremd

Amira Elisa Akta für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Welt(en)fremd Ich sitze auf einem Stuhl an der innersten Seite des Tisches, umrundet, fast eingekesselt von Handan Teyze, Ahmet Amca und unseren restlichen Gästen; Murat Abi ist da, Deri Abla, ihre Tochter. Rosa ist noch klein, sie rennt im Garten hinter uns herum auf ihrer Suche nach…

Es ist besser so

Christian Günther für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Es ist besser so Das Sonnenlicht suchte sich seinen Weg durch die zugezogenen Vorhänge. Es war Herbst, die Tage wurden kürzer. Zeit zum Aufstehen, auch wenn der Wecker mir noch eine halbe Stunde zugestanden hätte.Der wichtige Termin war um elf Uhr und ich hatte zum Glück einen Urlaubstag…

Die Nachbarn

Ann-Katrin Seibel für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Die Nachbarn Der erste Vorfall ereignete sich auf dem Spielplatz, während sie Kuchen aus Sand, Steinen und Blättern aß. Der Rand vom Sandkasten war hart und kalt. Rosa streckte den Rücken durch, Vim bohrte gedankenverloren in der Nase. Im nächsten Moment nahm er Alba ohne Vorwarnung das Muschelfömchen…

Parklücke

Kristina Miller für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Parklücke Mit dem Zutrauen ist das ja so eine Sache. Zu viel ist schlecht, zu wenig aber auch nicht besonders förderlich. Ich zum Beispiel traute mir als Fahranfängerin recht viel zu. Den Führerschein hatte ich im September bekommen. Anfang November fuhr ich auf eine Parkfläche ein und war…

Schattenspiel

Matthias G. Kausch für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Schattenspiel Der Blick zurück, nur Stille, Leere, kein Kopf erscheint und auch kein Bein, kein Lächeln und kein Arm zum Abschied. Unvollständig bleibt das Bild, das jahrelang vollständig war. Erst blieb die Mutter drin, dann auch der Vater. So fordert Alter seinen Zoll, fällt Laufen schwer und…

Niemals werde ich …

Andreas Herkert-Rademacher für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Niemals werde ich … Jeder kennt die klugen Phrasen, aus der Kind- und Jugendzeit und man schwor in diesen Phasen: ist es mal bei mir soweit, werde ich als Elternteil ganz bestimmt auf sie verzichten. Doch man merkt: Im Gegenteil, dieser Plan, er klappt mitnichten. Dafür wirst du…

Das Nest

Katja Richter für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Das Nest Das Haus am Ende der Straße,steht schon geraume Zeit leerund das letzte Spatzenkind,hat sein Nest unter dem Dachbalken,längst verlassen. Und doch,höre ich die Vogelkinderschar noch immer!Wie sie aufgeregt,flügelschlagendihre riesigen Schnäbel aufreißendmit wackelnden,flaumigen Köpfen,und lange Hälse machend,ihre Mutter begrüßten. Die Gartenmauern,die das Haus umgeben,bröckeln inzwischenund aus gebrochenem…

DER VATER, DEIN FEIND UND HELFER

Marec Béla Steffens für #kkl45 „Mutter, Vater, eltern“ DER VATER, DEIN FEIND UND HELFER Es war an einem ruhigen Vormittag in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg, da betrat ein Mann nach füglichem Anklopfen das Büro eines Mannes, den das Türschild als Leiter einer Selbsthilfegruppe auswies. Der Eintretende war ein gesetzter Herr mit Schnauzbart. Er…

Funkstille

Josefin Ziebart für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Funkstille Es strengt mich an Immer die zu sein Die sich meldet Dieses Ungleichgewicht ist unbequem Die Normalität des Telefonats  Angesichts ausufernder Funkstille  Bringt erst Erleichterung Befremdung im Nachhinein Es fühlt sich an Als würden meine Bemühungen  In Gleichgültigkeit versinken Wahrscheinlich aber  Hast du einfach mit dir zu…

Sommergewitter

Leon Richter für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Sommergewitter „Mamaaaaaa, es ist so heiß!“, nölte das Mädchen vom Fußboden aus, sämtliche Gliedmaßen von sich gestreckt. „Und wenn du es mir noch fünfmal sagst, ich werde sicher nicht spontan zu einer Schneehexe.“ „Warum denn nicht, fehlt ja nur noch der Schnee.“ Zwischen den dunkelbraunen, wirren Haarsträhnen blitzten…

Ruinen

Liliana Wildling für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Ruinen Das grässliche Flirren über der glühend heißen Erde, welches gerade seinen Höhepunkt erreichte, brannte mit jedem weiteren Schritt ein bisschen mehr Hoffnung aus Emilios wundem Herzen. Dennoch schlurfte er trotzig die verwaiste Straße zu seinem zerstörten Heim entlang. Völlig erledigt von der abartigen Hitze und dem befremdlichen…

Familie ist gleich Leben

Friederike Weichselbaumer für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Familie ist gleich Leben Vater, Mutter und Kind sind als Familie vereint und gestärkt für das Leben. Familien waren immer schon Hoffnungsträger für eine lebenswerte Zukunft. Jede Familie soll wieder wärmender Herd werden, an den man sich gerne anlehnt, um Wärme zu speichern. Eine Umkehr zu den Werten…

Die Zeitfalle

Julia Rainer für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Die Zeitfalle Wenn die Zeit fliegt, kreist sie dann im Gleitflug wie ein Adler? Steht sie wie eine Weihe flatternd in der Luft? Oder rast sie wie ein Turbojet über den Horizont? Greta blickte in den hellblauen Sommerhimmel mit den vorbeiziehenden Schäfchenwolken. Sie sah dem Flugzeug dabei zu…

Oxytocin

Tanna Künemund für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Oxytocin Ich hätte ja nicht kommen wollen, hatte mir meine Mutter >oft genug empört über mich >oft genug gesagt. Man hätte mich holen müssen, weil ich so ein Trotzkopf sei. Das hatten sie dann am 6.6. getan. Sonst wäre ich noch im Wonnemonat Mai geboren worden. „Weshalb ist…

Das Fräulein Amberger

Falk Andreas Funke für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Das Fräulein Amberger Wer besitzt schon ein Cembalo, noch dazu in der Striegelstraße? Doch dringen nicht silberne Töne aus dem offenen Wohnzimmerfenster der zweiten Etage? Das ist die Ambergerin. Die sitzt im Altjungfernkleid in ihrer Welt aus lockengedrehter Musik. Eine Standuhr gliedert die Stunden des Tages in…

Am Ziel angekommen

Wolfgang Rinn für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Wolfgang Rinn, geboren und aufgewachsen in Tübingen, Abitur. Lehrerstudium, sonderpädagogische Zusatzausbildung, viele Jahre in der Behindertenarbeit tätig, schreibt und veröffentlicht Gedichte, lebt heute in Reutlingen. Über #kkl HIER

Der dunkelrote Teppich

Nils Flatz für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Der dunkelrote Teppich: Portal in die Vergangenheit Danke. Ein recht einfaches Wort. Zweisilbig. Dan | ke. Es ist schnell ausgesprochen und trotzdem hat es manchmal eine Besonderheit an sich, die Überwindung kostet, um über die Lippen zu gelangen. Um die Fülle dieses Wortes und den Hintergrund dieser Geschichte…

Das Kind schon schaukeln

Tanja Nova für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Das Kind schon schaukeln Etwas Beruhigung kommt durch die gelben Blätter vorm Fenster alles wird gut es wird besser werden flüstern sie uns mantrahaft zu von den Bäumen fallend im Wasser treibend während ich versuche diesen kleinen bebenden Menschen auf meinem Arm zu beruhigen mal wieder völlig außer…

auf engem raum

Jane Sommer für #kkl45 „Mutter, Vater, eltern“ auf engem raum den jahren ausgeliefert  subtiles sickert in dickes blut schwer pumpt das herz  im nabel knoten pocht ungesagtes *** herkunft von heitererkindheitgetäuscht sich in dernabelschnurverstrickt mühsam knotenin lebensliniengelöst & doch geborgenin einem ichdas seine herkunftkennt zuhausein einer wortheimatdie alles ist:vater & mutter *** verrat in jungenjahrendie jugend verratendie mutterdas leben beim flirtmit…

Annett

Willem Heyn für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Annett Ich trug ein Hemd mit undefinierbaren Ornamenten, darunter eine zerknitterte Anzughose und schwarze Lederschuhe. Auch meine Mutter hatte sich schick gemacht; mein Opa trug einen feinen Anzug und seine klobigen, deswegen allerdings nicht minder notwendigen orthopädischen Schuhe an den Füßen. Es sah ziemlich albern aus, aber so…

Mögen die Straßen

Roxane Dorchas für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Mögen die Straßen Als Jugendliche habe ich mir manchmal den Tag vorgestellt, an dem ich ausziehen würde. Wie mein Vater mit Tränen in den Augen in der Tür stehen und mich ein letztes Mal fest umarmen würde. Wie er mir stolz Glück wünschen würde für den neuen Anfang…

Die Keramikschüssel

Eileen Kipp für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Die Keramikschüssel Du hast mir eine Schüssel geschenkt. Sie ist handbemalt.  Auf der Keramik sitzen zwei Eulen, eng aneinander gekuschelt. Zusammen haben sie es sich auf einem kunstvoll gezeichneten Ast gemütlich gemacht. Die große Eule legt ihren Flügel beschützend um die kleine Eule neben sich. Ihre Blicke treffen…

Uromas Geburtstag

Iris Brandewiede für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Uromas Geburtstag Heute wird Uroma unglaublich alt, fünfundachtzig Jahre. Sie hat groß eingeladen und die Gaststätte Heintze für uns gemietet. Während der Autofahrt nach Bottrop erzählt meine Mutter von ihren Sommerferien mit der Familie in der Kindheit: „Die Heti, die kennt ihr ja, das ist Omas kleine Schwester,…

Eltern

Walter Bosch für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Eltern Sie prägen uns ein Leben lang Ein Spiel aus Liebe und Zwang Sie wollen das Beste für dich Ihr Bestes findest du dämlich Deine Meinung deine Ideen Können sie nicht verstehen Sie wollen dich lenken und führen Du willst nur ihre Liebe spüren Sie sind dir nah…

„Mutter- Vater- Kind- Bild“

Theresia Plank-Zebinger für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Theresia Plank-Zebinger, Malerin Über #kkl HIER

Elternsprechtag ein Idyll

Thomas Kade für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Elternsprechtag ein Idyll Dunkelkammer ein Albumblatt Vatis Zimmer noch immer klopf ich an ihn zu rufen zum Essen morgens mittags und abends dasselbe Gerücht seines Daseins Geruch hat er jemals geantwortet? ein leises Ja unvernehmbar der metallene Rahmen des Fensters sein Fernseher schimmelte stumpf silbergrün das sahen wir…

Wie mein Vater Todesnachrichten überbrachte

Frank Schmitter für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Wie mein Vater Todesnachrichten überbrachte. Eine kleine Idylle Fangen wir klein an. Fangen wir früh an. Eine Familie mit drei Kindern. Sonntags. Frühstück. Das Sonntagsfrühstück, das uns alle um einen Tisch versammelte. Drei Söhne, Orgelpfeifen im Abstand von nur fünf Jahren, auf der Sitzbank mit Plastiküberzug, die Tischdecke…

Der Phönix

Derya Demirdelen für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Der Phönix Du gabst mir mein Leben durch all dein Leid, Kämpftest mutig gegen Widrigkeiten, die uns entzwei, Suchtest vergeblich nach Unterstützung weit und breit, Doch deine Stärke zeigte sich, so mächtig und frei. Wie ein Phönix stiegst du aus der Asche empor, Nach Stürmen, die uns ohne…

Die Pfarrhaus-Aufzeichnungen

Randolf Eilenberger für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Die Pfarrhaus-Aufzeichnungen Marion:Als ich ein Grundschulkind war, hörte ich, wie meine Mutter einmal sagte: „Die Marion wird später selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen müssen, denn einen Mann, der sie aushält, wird sie kaum finden.“ Was sie damit meinte, habe ich erst nach und nach verstanden. Sie hat sich…

Ein und alles

Daria Wendland für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Ein und alles Jakobs Kindheit im kleinen Dorf am Waldrand verlief weitgehend harmonisch und unbeschwert. Obwohl sein Vater in einem tragischen Unfall starb, konnte Jakob im damaligen Alter von 13 Monaten, sich nicht an ihn erinnern und nicht wirklich um ihn trauern. Nur Vaters Geigenklänge blieben ihm in…

Scharf Sehen

Nikola Henze für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Scharf Sehen „Der Schnucki hockt auf dem Mucki und frisst ganz normal“, berichtet ein kleines Mädchen mit braunen oder dunkelblonden Haaren, höchstens sechs Jahre alt, seinen Eltern. Es muss ein Samstag- oder Sonntagmorgen sein, denn der Vater ist anwesend. Vielleicht wird sogar ausschließlich ihm berichtet, mindestens aber gleichwertig…

Spiegelbild

Edith Meusburger für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Spiegelbild Einmalmöchte ichin den Spiegel sehenund heraus blickteine anderestrahlendejungelustigeneue. Nichtetwameine Mutter. Und ichichfreue mich über siedie Fremdelache mit ihrbin stolz auf sierede mit ihrnehme siemit mirdie Glückliche. Und draußenscheint die Sonneauf den Blätterhaufen. Edith MeusburgerLehrerin, Kurse im Seminarprogramm „Journalismus“ an der Pädagogischen Hochschule in Weingarten, 2001, 2002Lehrgang „Kreatives…

Lieblingskind

Denise Lara Becker für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Lieblingskind Vierte Klasse, Schulschluss Wieder nix gewusst Zu viel geschwänzt in den letzten Wochen Bin, wie Mama, nicht aus dem Bett gekrochen Sowieso wäre mein Schulalltag geprägt von Lügen Vertuschen, was wir alles nicht kriegen Keine Heizung im Dezember, Essen aus Container (sponsored by Rewe in der…

Parting

Nicole Lindecke für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ „Parting“ Acryl und Kohle auf Leinwand  „Das eingereichte Bild zum Thema „Eltern, Kinder“ zeigt meinen Sohn, etwa sechs Jahre alt, der voller Freude in Richtung Meer läuft. Dieses Motiv fängt für mich einen Augenblick unbeschwerter Kindheit ein, doch zugleich symbolisiert es den schmerzlichen Prozess des Loslassens, den wir…

Heldendämmerung

René Gröger für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Heldendämmerung Von Gardinen gedämpft fällt fahles Licht ins Zimmer. Alles ist merkwürdig blass, als ersticke der matte Schein sämtliche Farben. Das Foto an der Wand scheint ausgebleicht, genauso wie der Linoleumboden, der Nachtschrank und das Spitzendeckchen darauf. Der Stuhl, auf dem ich sitze, meine Tasche auf dem anderen…

der welt leben schenken

SUSANNE GANTIOLER für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ der welt leben schenken der welt liebe schenken gespeichert in den frauengenen vergangener generationen all das mutterwissen all die mutterliebe so schwach und doch so stark all die mutterseelen der welt leben zu schenken oberste prämisse mutter aller mütter zu sein innigstes verlangen kindern mutter zu sein einziger…

Waldfund

Gerd Jenner für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Waldfund Wenn man im Wald spazieren geht, muss man offenbar auf alles gefasst sein. Seit letzten Herbst ist mir das klar geworden. Naja, so spektakulär war es auf den ersten Blick gar nicht, was ich damals erlebte, aber eben nur auf den ersten Blick. Ein Autowrack fand ich.…

Mein Sohn

Jens Faber-Neuling für #kkl45 „MutterVaterEltern“ Mein Sohn Bälle des Glücks Geworfen und gefangen In unsere Herzen Du gibst mir Alles, was ist Alles, was wäre Alles, was gewesen Ich trage Dich Wohin bestimmt Gehe mit Dir In gedehnter Zeit Bis ins Erdenkliche und mehr Jens Faber-Neuling 1968 in Koblenz am Rhein geboren, lebt mit seiner…

Wer sie sind

Jana Kühn für #kkl45 „MutterVaterEltern“ Wer sie sind Sie ist eine Abenteurerin, kurz vor dreißig, mit Blumen im Haar und Fernweh im Herzen. Man nennt sie „Sommer“. Honigblonde Locken, graugrüne Augen, die bunten Kleider umspielen ihren langen, starken Körper wie der Wind die Wellen auf dem See in der Nachbarschaft. Montags, wenn die ersten Autokolonnen…

Muttertag

Patrizia Franziska Rottmüller für #kkl45 „MutterVaterEltern“ Muttertag Ein unbeschreiblich warmes Fühlen, lässt uns an diesem Tag erwachen, lässt uns erstrahlen und hinterlässt in uns ein innrˋes Lachen. Auch sei erwähnt mit Dank, der Mutter kraftvoll Schutz, – so unermesslich groß – als sie uns sicher trug, in ihrem heil’gen Schoß. Was hat die Mutter doch…

„Trennung mit Kind …..

Astrid Hammerthaler für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ „Trennung mit Kind     ….. Astrid Hammerthaler, aus München, fotografiert, schreibt, und unterstützt junge Menschen auf ihrem Weg in den Beruf“ Über #kkl HIER

Zeitreise

Astrid Kohlmeier für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Zeitreise Wie sehne ich mich danach, rückwärts zu laufen In der Zeit kleiner und kleiner zu werden Noch einmal würde ich von der Unschuld kosten Hineinbeißen in den süßen Apfel des Glücks Noch einmal wäre ich heil und ohne Narben Und zuhause an der Brust der Mutter Noch…

Herz aus Holz

Elias Dohr für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Herz aus Holz Geboren zwischen Holz und Draht,Zirkuslichter, Jubel unter buntem Kleid,als Kind der Träume geborgen,vom Spiel der Fäden eingenommen. Tosender Applaus als Alltag,an diesem Abend – alles grau und taub.Ein Sprung, der Fall, ewige Leere,das letzte Spiel der Puppen. Alleinegelassen in einem Haus voll Nichts,getränkt vom Schatten…

Neugeboren – Mutterland

Karin Seidner für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Neugeboren Ich lag im Bett. Ich rauchte nicht. Ich aß nicht. Ich trank nicht. Ich glaube, ich lächelte nur so vor mich hin und sah zum Fenster hinaus. Davor ein sonnenbeschienener Septemberbaum, ein blauer Himmel, Vogelsang. Es kam mir vor, als hätte ich nie einen schöneren Tag erlebt…

Die Verwandlung

Franca Lingua für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Die Verwandlung Als ich an diesem Nachmittag vom Einkaufen nach Hause hetze, höre ich bereits draußen, noch bevor ich den Schlüssel ins Schloss stecke, dass drinnen etwas nicht in Ordnung ist. Die Geräusche und Schreie, die ich noch nicht einordnen kann, lassen mich nichts Gutes erahnen. Trotzdem hoffe…

Ausgrabungs-Traum

Frank Joussen für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Frank Joussen ist ein ehemaliger deutscher Lehrer. In seiner Freizeit betätigt er sich als Schriftsteller, Übersetzer und Herausgeber. Seine Buchpublikationen umfassen drei Gedichtbände, wovon einer eine bilinguale Kooperation mit der rumänischen Dichterin Ana Cicio ist. Er hat außerdem zwei internationale englischsprachige Anthologien von Gedichten und Kurzgeschichten in Indien…

Mutter Mutter

Eleonore Hillebrand für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Mutter Mutter Du kochst Suppe aus Resten hungernde Blicke schauen durchs Fenster herein Sie schultern die Schüppen die Hacken beißen sich  in Erde aus Lehm und Schweiß der Graben wird tief das Obst vertrocknet am Ast die Suppe labt heimlich die Zwangsarbeiter für kurze Zeit Fahl kamst du…

so wie du bist

Dr. Stephie Abels für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ so wie du bist Neues Menschlein, neugeboren, nackt und hilflos noch verloren in der Welt, die deine Hände noch nicht greifen können. Fände sich ein warmes Herz, gelindert wär’ dein Seelenschmerz. Ich halte dich ganz vorsichtig. Dein kleiner Kopf in meiner Hand, geborgen liegst du hier ganz…

Sonntagsausflug | 1966

Birgit Ramon für #kkl45 „Mutter, Vater. Eltern“ Sonntagsausflug | 1966 Sie stellte den Picknickkorb auf den Boden vor den Beifahrersitz. Während der Fahrt würde sie ihn zwischen ihre Füße klemmen und uns eine Caprisonne nach hinten reichen.Ihr Gesicht war angespannt wie so häufig. Sie hatte noch schnell die nassen Geschirrhandtücher über die Gartenstühle verteilt und…

Vater und Sohn

Claudia Hummelsheim für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Vater und Sohn Immer wieder wird ein Kind geboren Immer wieder hat ein Vater einen Plan Immer wieder hängt einer am Kreuz Claudia Hummelsheim, *geboren 1961 in Göttingen, lebt und arbeitet in Dortmund, Mitarbeit bei literarischen Projekten des LiteraturRaumDortmundRuhr e.V. Veröffentlichungen in Anthologien, zuletzt u.a. : Vernetze _…

Erinnerungsspiele

Dr. Volkmar Klundt für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Erinnerungsspiele Mia war schon groß. Jedenfalls sagten das alle, wenn sie etwas tun sollte. Jetzt sollte sie möglichst nicht im Weg sein. Sie wurde bald fünf. Nächste Woche. Und ihr war langweilig. Und es herrschte eine ziemliche Unruhe. Die Erwachsenen stopften Sachen in Kartons, riefen sich zu,…

Gsälz

Ursula Gangl für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Gsälz Im Hof ist alles unverändert – seit heute Morgen, als sie zur Schule ging. Das Küchenfenster ist gekippt, der Vorhang, halb zugezogen. Hören kann sie nichts. Es türmen sich Bretter, Kisten, Flaschen, Werkzeug, Körbe, alte Möbel. Kuh- und Schweinestall unbewohnt und angefüllt mit Schrott. Das Scheunentor steht…

Geburtsgedicht 

Tine Broggiato für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Geburtsgedicht  Alles, was ich davor dachte, was wichtig wäre War es nicht Alles, was ich dachte, was Geburt ist Ist es nicht Alles, was ich dachte, Wie es sich anfühlen würde Tat es nicht Es ist wie es ist Was wichtig ist Präsenz Die Akzeptanz Und die Hingabe…

Entgleisungen

Anne Jansen für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ Entgleisungen Die Frau starrt aus dem Fenster in die Nacht. Die Dunkelheit sickert durch die Glasscheibe und bedrängt ihr Spiegelbild. Sie hört die Veränderung, ehe sie sie sieht. Ein fernes Grollen erfüllt das Zimmer. Als der Raum zu beben beginnt und der Zug durch ihre Stirn rast, verkrampft…

klärung

Bettina Engel-Wehner für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“ klärung grummele nicht (mehr) mit vatermutter obgleich ich hätte allen grund dazu war das brave kind habe zu oft gehorcht fügsam mein wesen dem ihren angepasst mich ihren sorgen gebeugt aus angst falsch zu sein nicht geliebt zu sein inzwischen weiß ich sie haben alles in mich hineingelegt…

Jul – Weihnachten

Jens Hammer für #kkl44 „Kosmos“ Jul – Weihnachten Als ich mit meiner Frau körperlich vereint war an diesem Morgen unseres gemeinsamen Tages und die stärkste Verbindung erfuhr, die ich in meinem Leben erinnern konnte, da verwunderte es mich. Denn an diesem anbrechenden Tag war ich fast gänzlich frei von Begehren und doch so tief vereint.…

Letzte Fragen

René Oberholzer für #kkl44 „Kosmos“ Letzte Fragen Und wenn es eine letzte FrageIm Universum noch gäbeWürde ich sieMit dir teilen wollenUnd zwar so langeBis es eine neueLetzte AntwortGeben würde Und wenn es keine letzte FrageIm Universum mehr gäbeWürde ich dich küssenAuf 10 verschiedene ArtenUnd zwar so langeBis es eine neueLetzte FrageGeben würde Himmel und Hölle Vom…

Melodie des Himmels

Ingrid Baumgart-Fütterer für #kkl44 „Kosmos“ Melodie des Himmels Die Klängevon Sonne,Mond und Planetendringen vor zu denUrklängen der Seelen,die beglückteinstimmenin die himmlische Melodie,die von derEwigkeit kündet. Zauberhafte Stimmung Hereingebrochen ist die Nacht,es leuchten Himmelslaternenmit dem Vollmond in voller Prachtund Engel spielen mit Sternen. Es ergießt sich des Himmels Lichtin den silbrig schimmernden See,Brillanten glitzern dicht an dichtFunkeln tut…

ANDERS SEIN

Oliver Fahn für #kkl44 „Kosmos“ ANDERS SEIN In der frühesten Dämmerung lastete die Bettdecke mit dem Gewicht eines Planeten auf Leons Beinen. Jene Schwere kam ihm entgegen, denn es bereitete ihm grundsätzlich Schwierigkeiten, seinen Körper angemessen wahrzunehmen. Vielfältige Gedanken überlagerten sein physisches Empfinden. Unentwegt fluteten irgendwelche nur scheinbar belanglosen Überlegungen seinen Geist. Dadurch war er…

Wunsch an das Universum

Anna Ludwig für #kkl44 „Kosmos“ Wunsch an das Universum. Haben Sie es schon mal ausprobiert, einen innigen Wunsch an das Universum zu schicken?  Ich habe es schon sogar mehrmals gemacht…und jedes Mal ist mein Wunsch in Erfüllung gegangen! Wie das geht? Es funktioniert so ähnlich, wie damals in Ihrer Kindheit, als Sie Ihre Augen festzugekniffen…

Dein Stern

Britta Pape für #kkl44 „Kosmos“ Mein Name ist Britta Pape. Ich bin am 27.8.1963 in Dortmund geboren. (Gelernte Bankkauffrau, verheiratet, vier Kinder, Geschäftsführerin einer Firma.) Die Tagebücher meines Opas aus dem Zweiten Weltkrieg haben mich inspiriert selbst zu schreiben. Einige Gedichte zu Themen, die mich bewegen, habe ich auf meinem Blog http://www.gedankenmelodie.de  veröffentlicht. Fotografien, wie…

Der Himmel voller Sterne

Michael Hübner für #kkl44 „Kosmos“ Der Himmel voller Sterne Mein Atem wankt es seufzt in mir Ein Kosmos an Gefühlen der mich erfüllt Doch unerfüllt mein Wunsch dir nah zu sein Bin liebestoll Ich spüre bebend meine Mitte In mir zieht´s Kreise Nach Zentrifugenart will Innerstes nach außen drängen Zu dir mein Fühlen flieht Bleib…

Die Absorbierung der Fehlgeleiteten

Udo Brückmann für #kkl44 „Kosmos“ Die Absorbierung der Fehlgeleiteten So manch verirrte Seele Hat gnadenlos sich ausprobiert Zu durchtrennen Gottes Kehle… Doch sind diese nunmehr aussortiert Die Missachtung des Schöpfer-Kosmos Das Leugnen der eigenen Natur Der Hochmut auf dem gold’nen Ross Durchtrennt am Ende selbst den Schwur Der Bumerang trifft Satans Schädel Als gehöre dies…

Im Zeichen des Mondes

Christiane Schwarze für #kkl44 „Kosmos“ Im Zeichen des Mondes Die Wölfin schlich aus dem düsteren Wald auf das freie Feld hinaus. In ihrem Haarkleid hatten sich Brombeerranken verfangen, das Fell war stumpf und verfilzt. Hungrig blickte sie gen Himmel. Das kalte Leuchten des Mondes schien Klarheit in das wilde Durcheinander ihres Kopfes zu bringen. Unerbittlich…

sterntalerverse

Dr. Manfred Luckas für #kkl44 „Kosmos“ sterntalerverse unter dem liniengespinst kreist der kosmos alle gegen alle im weltall wird alles was der fall ist duell der allerweltsnamen universum boxpromotion ordnungshalber das chaos subatomar sauber abheften deutsche sternkompetenz saturn frisst schon wieder seine kinder repetitive planetenprosa das ist der lauf der welt die drohne der schöpfung…

Die Stunde Null

Luis Flausen für #kkl44 „Kosmos“ Szene 1: Die Stunde NullEin glänzender, durchsichtiger Kreis rotiert um die eigene Achse.Sprecher: Es ist ein Kreis, der alles verbindet, und alles ist in sich geschlossen. Alles dreht sich um diesen Kreis, der Kreis ist alles und alles ist der Kreis. Umkreist vom Kreis wird alles, die Welt, der Kosmos,…

Jenseits

Dr. phil. Fritz Haselbeck für #kkl44 „Kosmos“ Galaxis Funkelnhimmlische Sphärengalaktische GezeitenMythosder AndromedaPferdekopfschleierKassiopeiaKometen verglühnin apokalyptischer NachtDer Menschgeborenin Unschuld Sternschnuppen SternenwindWink des Himmelsewige ZeitFunkelnde Sonnensie verglüh´nim Dunkel der NachtIrrenausweglosIch suche mit Eiferund findeDich Jenseits Tausend Fragenkeine AntwortTausend Antwortenkeine FrageSeinjenseitsdes Horizontsjenseits desLebens Sternzeichen Aszendentim Meerder SterneMan schreibtDir Liebe zuselbstloses Selbstein tragender Schrittzum Menschsein Die Zeit Gläsernzerbrechlichdenen entrücktdie einst…

Zeitenwechsel Raum

Harald Birgfeld für #kkl44 „Kosmos“ Zeitenwechsel, Raum-, Zeitgedicht Nr. 3 Vor dem ersten Wechsel in die andre Zeit hattest du noch Argumente.  Glaubhaft trugst du unsren Namen vor dir her. Über deine Schulter sahen wir dein Werk. Du warst wie wir. Doch die andre Zeit war schneller, maßlos war ihr Anspruch auf Besitz an dir.…

was für ein universum!

Kerstin F. Wolff für #kkl44 „Kosmos“ was für ein universum! auf meiner haut zwei galaxien ellipsengleich spiralnebelig gelblichrotviolett bläulichgrünviolett grenzenlos scheinen sie sich auszudehnen werden aber doch bald schon in sich zusammenfallen auf meiner haut zwei galaxien dort, wo die nadel die vene nicht finden konnte Einstein wusste . . . . . . im…

Kosmos

Lia Pipa für #kkl44 „Kosmos“ Lia Pipa, Baujahr 1987, ledig, Salzburgerin. Ein bisschen Ronja, ein bisschen Pippi und ganz viel Sternenstaub. Das innere Kind zelebrierend, gehe ich mit offenem Herzen durchs Leben. Mit einer gehörigen Portion Humor kreiere ich unverblümt, ehrliche Bilder des alltäglichen Lebens. Immer auf der Suche nach der Stille in mir, lausche…

Senryu

Ingeborg Henrichs für #kkl44 „Kosmos“ Senryu ( Gedankenreisen)GedankenreisenGrenzenlos im ÜberallBefreite Welten Senryu (Pulsschlag)Das Herz der SeeleÜbersteht schwarze LöcherEwiger Pulsschlag Ingeborg Henrichs, zuhause in Ostwestfalen, verfasst kürzere Texte, fotografiert gern Momente, die gedanklich weiterführen. Schätzt das Schöne und Wertvolle in Natur und Kultur. Einige Veröffentlichungen. Über #kkl HIER

der forscher

Monika Schlößer für #kkl44 „Kosmos“ der forscher täglich schaut er in den kosmos beobachtet radio strahlung und magnetfelder der milchstraße plus anderer galaxien das naheliegende sieht er nicht mit dem auszug von kindern hund und frau wird er schlau enträtselt schwarze löcher noch und nöcher bekommt endlich den erhofften preis für seinen fleiß eigene Fotos,…

Du

Michael Sebörk für #kkl44 „Kosmos“ Du Du bist ein Mikrokosmos Empfindlich wie ein zartes Gewächs Süß und zerbrechlich Doch du bist keine Maschine Dein Licht strahlt wie ein heller Stern Weit in die Dunkelheit hinein. Milchstraße Am Ende der Milchstraße leuchten wir Strahlen unsere Lichter wie kleine Sterne Tief in die Dunkelheit hinein. Michael Sebörk…

Der Kosmos

Marike für #kkl44 „Kosmos“ Der Kosmos besteht aus Licht dieselbe Kraft aus der auch du bist gemacht ୭ Kosmos du bist so groß und trotzdem hast du Platz in meinem Schoß deine geballte Kraft ist in mir ich spür sie jetzt und hier ୭ Kosmos ich allein Kosmos wir sind ein sein Kosmos erleben alles…

„Ihr Kosmos“

Mila Alieva für #kkl44 „Kosmos“  „Ihr Kosmos“ Sie läuft gern am Kanal – nicht nur aus gesundheitlichen Gründen oder wegen ihrer Lieblingshörspiele im Ohr, sondern weil sie auf jemanden trifft: Adelberg, den weißen Hund. In seiner Gegenwart taucht sie wieder in ihre Kindheit ein. Sie fühlt sich einsam. Diese Einsamkeit erstreckt sich selbst in ihrer…

Sternenkinder

Velibor Baćo für #kkl44 „Kosmos“ Sternenkinder Aus ewiger Unendlichkeit geboren, Funken des Allseins, strahlend über das Leben hinaus, sichtbar in den Tiefen der Kunst, in jedem Fraktal und jedem Punkt, getragen durch die Wellen, im Strom geboren, individuell erkoren, vereint in Liebe, blühend in jeder Zeile, tanzend in Silben und Gedicht, Sternenkinder, Sein, Tanz der…

Flieg‘ mit mir zu den Sternen

Mag. Robert Müller für #kkl44 „Kosmos“ Flieg‘ mit mir zu den Sternen Seit der Steinzeit hab‘m d’ Menschen Zu d‘ Stern auffe g’schaut Håb’m vom Weltall nix g’wusst und nur Luftschlösser baut „Flieg mit mir zu den Sternen“ Das hör‘ ich net gern Wås soll denn mit uns zwa Im Weltall dann werd’n? S‘ gibt…

Keine Zeit zum Sterben

Heinz Flischikowski für #kkl44 „Kosmos“ Keine Zeit zum Sterben Für Professor Schlomi war es jetzt die vierte Nacht, die er durchgehend vor dem Rechner saß. Zeit hatte er genug, denn es gab weder Frau noch Kinder, die auf ihn warteten. Er hatte endlich etwas entdeckt, das ihn weiterbringen könnte. Er kramte in einer seiner Schreibtischschubladen,…

am ab GRUND

Anne Kohler für #kkl44 „Kosmos“ am ab GRUND in der not habe ich erkannt wohin meine /welt/ umarmung zielt ich kann ungewisses nicht und weiß gerade eben an deiner schulter könnte ich /gehen/ um dich zu wissen ist (im sinken) richtig! den schweig enden die mich sehen /immer sehen/ ein stummer dank ich fühle alle…

Seelenfischen

Sabrina Binek für #kkl44 „Kosmos“ Seelenfischen Konzentrische Kreise. Wo bin ich. Wo bin ich im Großen und Ganzen? Was ist mein Punkt? Konzentrische Kreise? Wer bin ich? Wer bist Du? Welche Farben haben unsre Punkte? Was ist das große Ganze? Konzentrische Kreise. Plötzlich ein Blitz! Unruhe. Punkteflimmern. Was bin ich? Konzentrische Kreise. Woraus entspringt die…

Tod und Leben – Die Brüder

Gert Esterle für #kkl44 „Kosmos“ Tod und Leben Die Brüder Für die beiden war es die allererste persönliche Begegnung. Die Welt stand einen Augenblick lang still. Beruflich hatten sie manchmal miteinander zu tun gehabt. Ein harmonisches Duo, das präzise und effizient seine Arbeit verrichtete. Über ihr privates Treffen wurde in den Medien nichts verlautbart. Wo…

Planeten

November Kupsch für #kkl44 „Kosmos“ Planeten Wir liegen nebeneinander und doch fühl ich mich so fernganz so, als lebe ich auf einem anderen Sternund dich, dich kann ich nur durchs Fernglas erahnenim ewigen Nichtszieht jeder für sichseine einsamen Bahnen Planeten, streck ich die Hand ausund du auchkönnen wir einander berührenich kann deine Gravitation bis in…

Auf * Verlangen

Odile Endres für #kkl44 „Kosmos“ Odile Endres Studium in Aix-en-Provence & Heidelberg (Germanistik, Romanistik, Computerlinguistik). Schrieb in den 1990er Jahren Internet-Literatur. Später Hinwendung zur Lyrik. Mitbegründerin der lyriklesebühne tEXTRAbatt (Stralsund), Mitherausgeberin der lyrikreihe im mückenschweinverlag, bis 2022 Wiss. Mitarbeiterin an der Uni Greifswald. Zuletzt: Austauschstipendium Künstlerhaus Lukas/Ostseezentrum für Schriftsteller und Übersetzer, Visby/Schweden, gefördert durch das…

Betrachtungen von Sternenstaub

Tom Chowdhury für #kkl44 „Kosmos“ Betrachtungen von Sternenstaub Sind wir nicht alle Sternenstaub? Einst kamen wir von diesen fernen Leuchten, und bald werden wir wieder dorthin zurückkehren. Und wenn das so ist, was sind wir dann schon auf der Erde? Fremde, Sternenstaub, den kurz etwas Ungreifbares zusammenhält, mehr nicht? Oder aber ist die Erde selbst…

Kosmos

BORIS GREFF für #kkl44 „Kosmos“ Kosmos Allumfassend ist zu allgemein Materie, und noch mehr Vakuum Der Big Bang saugt alles wieder ein Bunter Lampion mit Vollmondgesicht Sternhaufen auf die Kehrrichtschaufel Einsamkeit am Kraterrand Träumt von der bunten Blume einer lichtbestäubten Supernova Sternenbilder zerren am großen Wagen Tod ist hier kein Thema Ungefüllte, unerfüllte Traumseen Der…

Auf der Milchstraße hat jemand ein Licht angeknipst

Kornelia Wulf für #kkl44 „Kosmos“ Auf der Milchstraße hat jemand ein Licht angeknipst Und dann stehe ich wieder da. Vor der Kulisse, Traumszene 23. Vor dieser Leinwand, straff gespannt. Über Holzrahmen, die – völlig eindimensional – bis in den Himmel ragen. Die Farbe – irgendwie ungesund – lässt mich an Braunbier mit Spucke denken. Als…

Ich will es nicht

Mathias Büchner für #kkl44 „Kosmos“  „Ich will es nicht. Damit wäre genug gesagt. Ja, ich weiß, Ihnen wird das nicht reichen. Aber mir. Nun, dann muss ich es wohl oder übel ausführen. Ich bin Gerd. 40 Jahre alt. Verheiratet, zwei Kinder. Der normale Typ von nebenan. Doch dann, das wissen Sie ja, kam der Tag, den…

Teilchenphysik

Katrin Wolf für #kkl44 „Kosmos“ Teilchenphysik Das wissen die Wenigsten, dass miteinander verbundene Quantenteilchen, sich automatisch aufeinander ausrichten. Wenn nämlich eines der beiden Teilchen eine bestimmte Drehrichtung annimmt, kann das andere gar nicht anders, als eine Drehrichtung in genau der entgegengesetzten Richtung anzunehmen, damit es insgesamt stimmt. Und dabei ist es vollkommen egal, wie weit…

Kosmos und Sein

Mo Haver für #kkl44 „Kosmos“ Kosmos und Sein Für Ronald West und Nadu und all unsere Verwandten Was ist der Kosmos? Was verstehen wir darunter? Erleben wir Kosmos oder ist es eine reine Vorstellung in unserem platonisch-kartesianischem Denken? Sagen wir es gibt im Wesentlichen zwei Konzepte, die analog zum Zen Buddhismus vielmehr Lebensweise und Denkgewohnheiten…

bin

Mag.a Ursula Förschner für #kkl44 „Kosmos“ bin Stille. Stilles Schweben. Nichts and‘res kenn ich, nur das All, nicht das Leben. Ewigkeit. In alle Ewigkeit dahin, auf einer Bahn, die ich nicht spür, ohne Frage nach dem Sinn. Und allein. Oder all-eins? Der Inbegriff der Existenz, alles, was ist, und dennoch keins. Also nichts. Nichts bin…

Ohne Raumanzug

Natascha Urich für #kkl44 „Kosmos“ Ohne Raumanzug „Stell’ dir vor du wärst im Weltraum, ganz alleine, umgeben von nichts als Vakuum. Was wäre aber, wenn du im Vakuum atmen kannst? Wo würdest du hingehen? Was geht in deinen Gedanken vor?“ Ich reflektiere noch ein wenig über die Worte unseres Philosophie Lehrers, Herr Bauer. Wir müssen…

Klangkosmos

Ella Einhorn für #kkl44 Kosmos“ Klangkosmos Im Klang der Trommeln öffnet sich die Seele. Im Klang der Stimme fließt davon der Schmerz. Im Klang der Vögel weitet sich das Sein. Im Klang des Windes sehnt sich zart das Herz. Lass uns Lass uns schlafende Züge wecken und zusammen die Welt entdecken. Raus, raus, raus in…

Nordlicht

Ilona Gruber Drivdal für #kkl44 „Kosmos“ Nordlicht Von Osten her kommt es: der Bogen ist lang durch die Räume und Zeiten: die Pfeile des Lichts und vom Süden nach Westen zum Untergang, und oben im Norden ist anscheinend nichts. Nur ewige Nacht! – Nein, wie schlägt es, mein Herz zum Nachthimmel hin, denn ich sehe…

Circles of light

Karen Schröder für #kkl44 „Kosmos“ Circles of light Fadenschein im Licht- Hof ­Circles als Basis des Erleuchtens etagenweise Leben und Tod runden Anfang und Ende Sicht und Sehen allen Seins „Für Nancy Holt“ Karen Schröder Lebt als freie Autorin in Schulzendorf b. Berlin Veröffentlichungen in Anthologien, Radiofatures Über #kkl HIER

Physik

Michaela Thunemann für #kkl44 „Kosmos“ Physik Wie leer fohlenhafte Verletzlichkeit auf ein Croissant starrt, ob das Alleinsitzen noch etwas schmerzt, oder dient das Croissant als Schutzwall  vor dem Morgen, an dem vor dem Fenster die Trambahn  Möglichkeiten und Ziele herankarrt?  Könnte ich schneller als  Lichtgeschwindigkeit fliegen, könnte ich den vergangenen Moment anschauen, erklärt neben mir…

Wüst und wild

Julian Fisher für #kkl44 „Kosmos“ Wüst und wild und fremd und fern Finster zieht in seine Tiefen Weiche Kraft, die all umschlingt, Schwindet im verlorn’nen Raum. Ich und du, ein kleiner Stern, Wie auch immer wir einst hießen Strahlen hell voll Zuversicht, Dass in uns am Himmelssaum, Diesem schnell verblassten Licht, Weltenträumer sehen, Wie Wunder…

Harry und das Zukunftsprojekt.

Christa Miech für #kkl44 „Kosmos“ Harry und das Zukunftsprojekt. ‚Ach Harry!“, dachte er. In selben Moment als ihm aufging, den Komfort, von finanziellen Engpässen befreit zu sein, nicht mehr missen zu können, wurde ihm bewusst, wie sehr er seiner Rolle eines glühenden Liebhabers überdrüssig war.   Verflixt! Denn dieser Komfort verdiente es, zu seinem Zukunftsprojekt…

Cosmos

Sophie Wallnig für #kkl44 „Kosmos“ Cosmos The universe will play it´s games And we will go right along fooled by it Ever expanding cosmos Right before our eyes But there must be meaning Reason Logic Thought Purpose Intention In this world And there is There is? There is so much And and and Oh yes,…

Kosmos

Ángel Ricardo Dente für #kkl44 „Kosmos“ Kosmos. Wir reisen, durch den Kosmos, wie Vögel, die Wolken und die Träume. Im grenzenlosen Raum, zerbrechlich das Schiff, verborgene Harmonie, Schönheitsparfüm Durch den Kosmos, Hier, wir reisen. Ángel Ricardo Dente, Jahrgang 1954. Geburtsort: Stadt: Colón. Provinz: Entre Ríos. Argentinische Republik. Persönliche Aktivität. – Alter: 70 Jahre. – 236…

Die Wunder des Lebens

Stefanie Bräunig für #kkl44 „Kosmos“ Die Wunder des Lebens Wunder – über uns, zwischen uns, um uns herum.  Und in uns. Wenn wir uns dafür öffnen.  Heute zeigt sich die ganze Pracht in der Musik.  Körpertambura, Gitarre, Klangschalen.  Stimmen. Weibliche Stimmen. Mantragesang.  Mit den ersten zarten Tönen der Körpertambura  überzieht wieder einmal eine Gänsehaut meinen ganzen…

Sternenstaub Standbye

David Heilemann für #kkl44 „Kosmos“ Sternenstaub Standbye Das Weltall ist ziemlich kalt. Warum es so kalt ist, weiß ich nicht genau. Ich war selbst nur einmal dort. Vielleicht liegt es ja daran, dass es sehr einsam ist dort oben und alles so weit auseinander liegt; ganz lückenhaft. Aber nicht nur das: die Stellen dazwischen werden…

Der Glanz des Anfangs

Martin A. Völker für #kkl44 „Kosmos“ Der Glanz des Anfangs Es gibt sie, die schöne Unordnung. Doch was ist die gegen jene Unordnung, die sich sortiert und in eine Wohlgestalt zurückverwandelt? Das Stillleben einer vergangenen Mahlzeit lässt uns nacherleben, wie mit Genuss gegessen und getrunken wurde, wie das frische Leben in erlahmte Körper und Seelen…

KETTE

Roland Schmidlin für #kkl44 „Kosmos“ KETTE Fallende Ecken Führen die Welt ins tragende Fensterrund Letzte Schublade jenes offenen Traumes In planlosen Zeigern Räderwerk aufgeht Abgedunkelte Räume lechzen nach Licht Anhängende Worte nichtssagend warten Erstarrte Augen verstecken die Drehung Momentgefüge entkleideter Geometrie Suche am Verschluss blinder Einreihung Arme halten ein in der Farbenschleuder Achsensprung Sein gibt…

Der Astronom

Petra Dahlemann für #kkl44 „Kosmos“ Der Astronom Er legt die Hand an den Himmel. Die Sterne drehen sich willig unter seiner Hand, der Schwan, der Bär und der große Wagen, in der stillen Stube, in der das Feuer knistert und die Sonne über Tischtuch und Ärmel fingert. So leise ist es, dass man ein Mäusebein…

Manche wurden in einer Kleinstadt groß, andere in einer Großstadt klein…

Andreas Voß für #kkl44 „Kosmos“ Manche wurden in einer Kleinstadt groß, andere in einer Großstadt klein… Da stand ich nun, ich kleiner Tor – war ich schon größer als zuvor? Ein nackter Fuß fest auf dem Boden, der andere auf dem Roller ruhend. Vom Gipfel – nun ja – ich sollte besser sagen: von der…

Ein etwas anderer Engel

Theresia Plank-Zebinger für #kkl44 „Kosmos“ Theresia Plank-Zebinger, Malerin Über #kkl HIER

Der Mann, der aus dem Nebel kam…

Heike Altpeter für #kkl44 „Kosmos“ Der Mann, der aus dem Nebel kam… Es war einer dieser Tage, die ich seit einiger Zeit erlebte. Meine Füße waren Eiskalt. Erschlagen ging ich zum Bad, mit der Hoffnung nach dem Duschen wacher zu sein. Gegen neun Uhr schreckte ich jäh aus dem Schlaf auf. Hatte ich überhaupt geschlafen?…

Alienreptil

Dr. Manuela Rassaus für #kkl44 „Kosmos“ Alienreptil Hungrige Pflanze aus einer anderen Welt Marsfrau Weltall Dr. Manuela Rassaus Stuttgart, Germany (@manuela_rassaus) • Instagram-Fotos und -Videos Dr. Manuela Rassaus – KUNST-ONLINE Über #kkl HIER

Irgendwo in der Nacht

Daniel Mylow für #kkl44 „Kosmos“ Irgendwo in der Nacht Wenn es Morgen wird, schwinden die Sterne wie ein Nebelhauch am Himmel. Für einen kurzen Augenblick sieht man nichts. Es ist, als hätte jemand den Horizont entfernt. Ein kurzer Augenblick trennt dann die Zeit, in der der Liebende seine Geliebte noch für abwesend hält, von der,…

Flieg mit den Schwingen der Phantasie

Ursula Schachschneider für #kkl44 „Kosmos“ ‚Flieg mit den Schwingen der Phantasie und finde unermessliche Schätze. Lagere sie in Deine innere Schatzkammer ein, bevor Du wieder auf dem Boden der Tatsachen landest‘ ‚Die Welt ist rund und kunterbunt, die Erde ist blau – mir ist ganz flau, die Luft wird dünn – wo führt das hin,…

T-20 Minuten

Marko Richter-Höfer für #kkl44 „Kosmos“ T-20 Minuten Mein Vater ist genau so alt wie ich. Richtig gehört, wir sind jetzt beide fünfunddreißig. Das haben die heimlichen DNA-Analysen bestätigt. Er war früher auf der ISS 2 stationiert, damals in den Vierzigerjahren. Als er wiederkam, hörte er auf zu altern. Niemanden schien das jemals zu irritieren, auch…

Himmlische Gabe

Franca Lingua für #kkl44 „Kosmos“ Himmlische Gabe Der Himmel hat den Menschen als Gegengewichtzur geistigen Umnachtung drei Dinge gegeben:das menschliche Gegenüber,die Orientierungund das Urteilsvermögen. Franca Lingua, geboren 1966 im Kreis Herford, Studium der Slawistik, Romanistik und Deutsch als Fremdsprache in Göttingen, Kiew und Bielefeld, Lehrerin und Fortbildnerin in der Erwachsenenbildung, zahlreiche literarische Veröffentlichungen, noch immer…

Kosmos

Ruprecht Frieling für #kkl44 „Kosmos“ Ruprecht Frieling aka Prinz RupiAutor & Journalist, DJVwww.RuprechtFrieling.de Über #kkl HIER

Ein Engel leuchtet, ein Engel singt

Rüdiger Bernhardt für #kkl44 „Kosmos“ Ein Engel leuchtet, ein Engel singt, weil die ganze Schöpfung schwingt. Jedes Wasser, jedes Sandkorn, jeder Ton und jedes Licht, ohne Schwingung gibts das nicht. Drum achte auf die kleinste Schwingung! Sei nicht träge, gib nicht auf! Solang dein Herz im Leibe schwingt: Schwing dich auf! Rüdiger Bernhardt geb 1963…

Das Kosmos-Spiel

Jo Landes für #kkl44 „Kosmos“ Das Kosmos-Spiel In jeder einzelnen Sternschnuppennacht stellte sich Fine einen Wecker. Manchmal machte Elissa mit, aber meistens verschlief sie ihn dann. Sie bereut, dass ihr der Schlaf damals wichtiger war. Das, was sie auf der Erde als Sternschnuppen sah, hagelt jetzt auf die Wände des Raumschiffes und löst Alarme aus.…

Tag ohne Gestern

Regina Schleheck für #kkl44 „Kosmos“ Tag ohne Gestern Vergangenes, das niemand erinnert. Nichts. Nein, weniger: Etwas, das sich der Vorstellungskraft entzieht. Un-säglich. Dann – ja, dann: Ohne ein Vorher der Beginn von dem Etwas. Von allem. Furios: Hitze, Licht, Geschwindigkeit. Stecknadelkopfwinzig, von unendlichem Ausmaß, Geburt von Materie, Raum und Zeit. Wie das? Für die Religion…

Abnehmender Mond

Johann Seidl für #kkl44 „Kosmos“ Abnehmender Mond Abnehmender Mondnimmst dein Licht aus den Ästendein Gesicht aus dem See du mir die Last all derBernsteintränen und Silberträume –Stille Schwüre auf Verfall Abnehmender MondLass Nacht werdendunkel und still /code .evolution am anfang die 21cm ­linie wasserstoff h1aus semiotik­strings und akronym­atomenwächst evolution in den an/aus­habitatenzu flächigen, dann räumlichen…

Meine Welt schwebt im Kosmos

Adam Sochaj für #kkl44 „Kosmos“ Meine Welt schwebt im Kosmos In einer mondhellen Nacht habe ich Einen Stern am Himmel gesehen…. Der Stern war türkisfarben Und schwebte über den Himmel ….. Doch dann , oh Wunder , – wegsteckte er sich hinter einer Wolke . Ich wollte ihn wieder sehen …. Und sein schönes Leuchten…

Perlen des All Tag

Jens Faber-Neuling für #kkl44 „Kosmos“ Perlen des All Tag Liebe in Alle dem was ist Liebe im hoch Im oben, ohne Bedingung Im Tief des Unten der Sinnen Im Sein Liebe weitet Den kleinsten Kern Taufrisch und am Ende aller Zeiten Im Über All und Im Nichts und im Hier Das All Entschleunigt vom Außen,…

Stille

Sofia Bunnell für #kkl44 „Kosmos“ Stille L: Hey zusammen und Willkommen bei KeeyOne! Der einzige Radiosender, der dauerhaft ohne Unterbrechung gute abgefahrene Musik laufen lässt und zwischendurch, mit dem ein oder anderen einen netten Plausch hält. Ihr wisst, wie es läuft: Die Nacht beginnt und wir fangen an uns Fragen zu stellen oder vielleicht bin…

Trabanten

Helmut Blepp für #kkl44 „Kosmos“ Trabanten Wenn ein Mond  dein Strahlen nicht schwächen kann wünsche ich mir viele Monde In deinem Licht bleibe ich blass In deinem Schatten lebe ich auf Sobald es dämmert sehe ich jede Landschaft indem ich dein Gesicht umkreise Nach Jahren Es bleiben Horizonte sichtbar aber von Sprache nicht erreicht die…

Kosmos

Marcel Kober für #kkl44 „Kosmos“ Kosmos I. Sarah blinzelte und rieb sich die müden Augen. Es war kurz nach Mitternacht, und die Stille des Schulobservatoriums wurde nur vom leisen Summen der Geräte unterbrochen. Sie beugte sich wieder über das Okular des Teleskops und justierte vorsichtig die Einstellungen. Plötzlich hielt sie inne. Etwas stimmte nicht. „Das…

Eyjafjallajökull 

Eleonore Hillebrand für #kkl44 „Kostmos“ Eyjafjallajökull (Islandvulkan 2010) Ihre innere Lebensleidenschaft kehrt sie glühend heraus die nährende Mutter Erde sei auf der Hut Mensch der sich Herrscher der Welt zu sein so gerne dünkt Verachte sie nicht die Lebenszyklen der Natur dort bist du nur Gast nicht ihr überheblicher Bezwinger zeig Ehrfurcht mach sie dir zum…

Chaos im Kosmos

Christa Blenk für #kkl44 „Kosmos“ Chaos im Kosmos »Hoppla«. Er stand plötzlich vor mir, Jean. Minimal kleiner als ich, braune Augen, sanfte Stimme, dunkelbraune Haare. Ich sah Sterne und dann begann das Feuerwerk. Jean lebte mit seiner Mutter permanent an diesem Ort, in dem wir Ferien machten. Wir waren beide 16 und für den Rest…

PODCAST

Ansgar Eyl für #kkl44 „Kosmos“ PODCAST Die Geschichte, war ein sekundenkurzer Aufschrei milddreinschauender Gesichter, und hätte in einem Satz, einem echten Wort und einem Umlaut enden können.  Doch einer der Humaniden lautierte zehntelsekündlich und verlangsamte dadurch die Wahrnehmung, die zum Aufnehmen und scheinbaren Verstehen führte.   Zuerst dachte jemand, der Roboterarm hätte sein imaginäres Hirn…

DAS WUNDER DER EINSAMKEIT 

Fabienne Schärer für #kkl44 „Kosmos“ DAS WUNDER DER EINSAMKEIT  Etenia, eine Sucherin, die oft bekümmert war und doch nicht genau wusste, wonach sie sich sehnte, begab sich eines Tages im Frühsommer auf einen Spaziergang. Angenehme Wärme erfüllte die Luft und die junge Frau folgte einem schmalen Pfad durch den Wald. Tief nahm sie den Duft…

Zoom

Dirk Tilsner für #kkl44 „Kosmos“ Zoom irgendwo in Myriaden von Milliarden vonGalaxien wallt im Lauf der Firmamente überabertausend Welten voller Welten Heras Milch schon seit Äonen stürzen Helden wie Fanaledurch Legenden jede Nacht verfolgt ein Schütze denSkorpion das Monstrum jagt sogar den herrlichsten der Jäger dem am Schurz drei Diamanten gleißenSignum der Unsterblichkeit im Sternenstaub…

Microkosmos

Andreas Herkert-Rademacher für #kkl44 Kosmos Microkosmos Fast bei Jedem Kindheitstraum: mit Raketen zu den Sternen, sich vom Erdball weit entfernen, besser noch durch Zeit und Raum. Schaffung neuer Kolonien in den grenzenlosen Weiten, Sprung zu zukünftigen Zeiten und versprengten Galaxien. Die Entdeckung neuen Lebens, der berühmte Erstkontakt … Leider bleibt dies meist abstrakt,   jener…

Eybikeyt

Bernhard Horwatitsch für #kkl44 „Kosmos“ Eybikeyt „Mein sind die Jahre nicht, die mir die Zeit genommen.Mein sind die Jahre nicht, die etwa mögen kommen.Der Augenblick ist mein, und nehm ich den in Acht,so ist der mein, der Zeit und Ewigkeit gemacht.“ Der Raum ist riesig. Die Kuppel über mir, etwas zwanzig Meter hoch, weiß, ohne…

himmelwärts

Susanne Gantioler und Marika Wille Jais für #kkl44 „Kosmos“ himmelwärts himmelwärts immer hin zum licht hin zur erleuchtung alles leben alles sehnen kein dunkel wasser groß genug kein schicksal schwer genug um nicht gelichtet werden zu wollen immer himmelwärts mitten im strahlenkegel umhüllt von schimmerschein der helllicht strahlend menschenkörper im kosmosschwarz daheim himmelwärts 2 himmelwärts…

Aus der Redaktion – in und aus dem Kosmos

Aus der Redaktion – in und aus dem Kosmos Kosmos und was wir „öffentlich“, sprich gegoogelt… darunter verstehen:„Das Universum (von lateinisch universus ‚gesamt‘), auch der Kosmos oder das Weltall genannt, ist die Gesamtheit von Raum, Zeit und aller Materie und Energie darin Kosmos (griechisch κόσμος kósmos ‚Ordnung‘, ‚Weltordnung‘, auch ‚Schmuck‘, ‚Glanz‘, ‚Ehre‘, ‚militärische Ordnung‘, ‚staatliche…

Hermetisch

René Oberholzer für #kkl43 „Moralisierung“ Hermetisch In den Urlaub fahrenIns Hotel Oasis am MeerIm obersten Zimmer sich einrichtenUnd die Meerestapete aufhängenDas Essen aus der Heimat auspackenUnd im Kühlschrank versorgenDie Badehose anziehenUnd den Liegestuhl hinter der GlasscheibeAuf die Sonne ausrichtenNicht nach draussen gehenNein nur das nichtKeinen SonnenbrandUnd keine ätzenden QuallenKeine MückensticheUnd keine kläffenden HundeKeine KleiderverkäuferUnd keine…

späte berufung

Monika Schlößer für #kkl43 „Moralisierung“ Monika Schlößer Geboren 1949, lebt mit ihrem Mann in Bad Münstereifel, 2 Töchter und Enkel. Mittlerweile über 100 Veröffentlichungen von Lyrik, Kurzkrimis und Kurzprosa, in Anthologien, Kunst-Kalendern, Jahrbüchern, (Literatur)-Zeitschriften, Schaufenstern, auf einer Lyriksäule und bei online-Magazinen wie kunstkulturliteratur.com Über #kkl HIER

Schwarzweiß-Muster

Thyra Thorn für #kkl43 „Moralisierung“ Franzi und Hannerl lesen Zeitung Schwarzweiß-Muster Franzi: Du Hannerl, warum zeichnest du lauter schwarze und weiße Vierecke auf die Zeitung? Hannerl: Ich zeichne die Welt, das universelle Geschehen, das Handeln der Menschen und überhaupt alles. Franzi: Ein holistischer Ansatz also. Aber ich versteh trotzdem kein Wort. Hannerl: Meine Vierecke bilden…

Nur hinaus

Christoph Kneip für #kkl43 „Moralisierung“ Nur hinaus Ich schritt in den Gang. Durch die Tür hinter mir fiel ein gezogener Streifen Licht. Der Korridor verlor sich in Dunkelheit. Ich konnte nichts sehen. Weit entfernt ein fahler Schimmer oder war es Einbildung? Ich konzentrierte mich, spähte weg und wieder hin, um mir über ihn klar zu…

Mentalitätswechsel

Michael Hübner für #kkl43 „Moralisierung“ Mentalitätswechsel Wir brauchen jetzt mehr Tüchtigkeit So lautet die Moral Es wendet sich nun unsre Zeit Zur NATO steht loyal Wer Freiheit will der rüste sich Wehrhaftigkeit wünscht Waffen So weitet die Spirale sich statt Zukunft zu erschaffen Macht euch zum Kriege nun bereit So lautet die Moral Sie glauben  wir…

Strafgericht des Guten

Christiane Schwarze für #kkl43 „Moralisierung“ Strafgericht des Guten Auf Eichenfundament gebaut,Porzellanwelt in verschiedenen Zeitzonen;koffeinfrei ragte weiße Kanne mit Rosenmuster empor,südlich des gehäkelten Spitzenrandes der Tischdecke,die Zweite mit dem Bohnenkaffee,beide duftende Vorboten der später hinzukommenden Mozarttorte;doch bis dorthin musste zunächst Suppenteller erreicht werden,gefüllt mit Rinderbrühe und selbstgemachten Grießnockerln;anschließend Platte mit Schnitzeln und Goldrandsauciere.Paprikastreifen wollten am liebsten…

Da muss ich durch …

Britta Pape für #kkl43 „Moralisierung“ Mein Name ist Britta Pape. Ich bin am 27.8.1963 in Dortmund geboren. (Gelernte Bankkauffrau, verheiratet, vier Kinder, Geschäftsführerin einer Firma.) Die Tagebücher meines Opas aus dem Zweiten Weltkrieg haben mich inspiriert selbst zu schreiben. Einige Gedichte zu Themen, die mich bewegen, habe ich auf meinem Blog http://www.gedankenmelodie.de  veröffentlicht. Fotografien, wie…

Ein Mann, ein Wort – eine Frau, ein Wörterbuch

Ingrid Baumgart-Fütterer für #kkl43 „Moralisierung“ Ein Mann, ein Wort – eine Frau, ein Wörterbuch -Satire- Männer und Frauen scheinen verschiedene Sprachen zu sprechen. Jedenfalls reden sie oft aneinander vorbei und können demzufolge kaum Verständnis füreinander entwickeln. Zum einen mag es daran liegen, dass Frauen sich gern hinter abgegriffenen Redewendungen verstecken, weil ihnen der Mut zu…

Die Klippe

Merle Joline Brinkmann für #kkl43 „Moralisierung“ Die Klippe Und wieder stehe ich hier auf der hohen Klippe und starre hinab in die tobende See. Der Schaum der Wellen spritzt fast bis hier oben zu mir und die Luft ist frisch und salzig. Die Wellen brechen dann, wann sie wollen, ohne sich von den spitzen Steinen,…

Als das Schiff zu sinken drohte

Bendix Litten für #kkl43 „Moralisierung“ Als das Schiff zu sinken drohte Als sich der Sommer des Jahres, in dem der Mann meiner Schwester von einer bislang unbekannten, zunächst fälschlich als chronisch obstruktive Lungenerkrankung identifizierten Krankheit befallen wurde, die nach meinem Tod keine Person als meinen Schwager Beschwerden bereiten sollte, bestieg ich im Hafen von Montevideo…

Moralisierung oder die Suche nach Wahrheit

Janina Thomauske für #kkl43 „Moralisierung“ Moralisierung oder die Suche nach Wahrheit Die Suche nach Wahrheit ist so alt wie auch die gesellschaftliche Debatte. Für ein kleines bisschen Klarheit fragte sich, wer etwas zu sagen hatte: Was ist böse und was ist gut? Was ist falsch und was ist richtig? Was es aus Liebe oder war…

Das Spiel

Maxim Stüve für #kkl43 „Moralisierung“ Das Spiel Der alte Mann auf der anderen Seite des Bretts spielt e5. Langsam wie einen vor triefender Farbe schweren Pinsel zieht er den Bauern über das Brett, als wolle er keinen ungeeigneten ersten Strich dieses Kunstwerks setzen. Dabei hat er sich so viel Zeit gelassen, als hätte er diesen…

Ist ja super!

Anna Riedl für #kkl43 „Moralisierung“ „Ist ja super! Wenn du am Samstag noch nichts geplant hast, können wir uns ja sehen. Was hältst du von Kaffee und Kuchen bei ‚Süßkram‘?“ – Das Telefon vibriert. Ich unterdrücke einen Seufzer und ziehe den sprechenden Hörer ein Stückchen weg vom Ohr, um einen Gehörschaden zu vermeiden. „… und…

Wer kann mündig sein

Sybille Fritsch für #kkl43 „Moralisierung“ Wer kann mündig sein ohne frei zu sein und wer sich verständlich machen in vielen Sprachen ohne das Wort stehen zu lassen – auch in der Krise nicht jedem nach dem Mund reden auch in der Krise die Schuld nicht beim anderen suchen auch in der Krise sich nicht ängstlich…

Labyrinth der Täuschung

Luisa Marie Pütz für #kkl43 „Moralisierung“ Labyrinth der Täuschung Wenn Vertrauen durch Nebel scheint, Das Auge tiefe Tränen weint Und die Stütze wird zum größten Feind. Kann das wirklich Vertrauen sein? Mag es stimmen oder nicht, Wird trotzdem mit sich selber gegangen vor Gericht. Liegt die Schuld vielleicht doch an einem anderen Ort? Gabst du…

Der erhobene Zeigefinger

Michael Sebörk für #kkl43 „Moralisierung“ Der erhobene Zeigefinger Die Moral, einbeinig wankt sie Doppelzüngig spricht sie Zeigt mit erhobenem Zeigefinger auf andere Der eigene Misthaufen blüht Und glänzt in der Sonne. Michael Sebörk 1963 geboren in Koblenz/Rhein. Ich schreibe unter dem Pseudonym Michael Sebörk. Studium der Pädagogik in Köln und Oldenburg. Zurzeit lebe ich in…

Pandora die befreiende

Lucas Meyer für #kkl43 „Moralisierung“ Pandora die befreiende Die Fabel, eine kleine morale Geschichte, die große Umschwünge mit sich bringt, geht sich aus auf diese Geschichte. Die anti-feministische Fabel, der Grundbaustein vieler modernen Gesellschaften, wurde durch diese gelegt und ausgebreitet, die Ursünde, der Sündenbruch, das Ende der Perfektion, der Reinheit, des Lebens an sich? Das…

BeeRsieesDe-OhWeeeh

Klaus Pelster für #kkl43 „Moralisieren“ ZeitGeist   BeeRsieesDe-OhWeeeh. „FairIsFouwl AndFoulIsFair I m HangingInTheFilthyAir“  (LadyBoy MacBeth) HeiligenScheine entlarven sich selbst in eine ParallelWelt. MehrHeiten schänden eine HolyWhore im Namen der CancelCultoreMinderHeiten werden statt ernst mit sich selbst malgenommen Und in eine höhere Potenz erhobenSelbstKlebende Folien wickeln sich um Mumien und stellen ihre UnanTastbarkeit wieder herDurchgeKnallte KlabauterMänner entern…

Unmoralichen Traum

Adam Sochaj für #kkl43 „Moralisierung“ Unmoralichen Traum Ich war am Strand , Und schloss meine Augen , Sah ich sie am Ufer stehen , Die schäumenden Wellen strömten von ihren Füßen , Ihr langes Haare glänzte in der Sonne , Sie sah mich nachdenklich an , Ich fragte sie , – Wer bist du ?…

sie erklären dir . . .

Kerstin F. Wolff für #kkl43 „Moralisierung“ sie erklären dir . . . sie fordern von dir . . . sie raten dir . . . was GUT & RICHTIG ist doch immer ist es ihr GUT & RICHTIG & nur sehr selten ist es dein GUT & RICHTIG da sind . . . wünsche —…

Wer sonst außer man selbst?

Elias Schön für #kkl43 „Moralisierung“ Wer sonst außer man selbst? Wer war ich, um über mich selbst zu urteilen? Ist nicht Gott derjenige, der sich unserer Fehler belangen sollte? Aber er antwortet nicht. Er antwortet einfach nicht. Keine Zeichen gibt er mir, keine Erscheinung im Traum bin ich ihm wert, keine Worte der Weisheit regnet…

Stille Post

Nassim für #kkl43 „Moralisierung“ Stille Post  „Guten Morgen Herr Schenk, ich hörte von der Abteilung neben an, dass ich eine Information überbringen soll?“. „Ja, das ist richtig Herr Dumplin. Wenn ich richtig gehört habe, sind Sie für solche Aufgaben in diesem Haus verantwortlich“. „Ja, sehr wohl, ich mache diese Aufgabe schon seit 15 Jahren hier.…

Gewissen-Haft

Gisela Baudy für #kkl43 „Moralisierung“ Gewissen-Haft Ein schlechtes Gewissenist kein guter LehrmeisterDinge zu bewegendie zu bewegen sind. Ein schlechtes Gewissenschafft Beichtstühleund bleibende Süchte:gepflegte Sünden. Ein schlechtes Gewissenwill vom besseren Wissenvon Einkehr von Umkehrvom Gewissen nichts wissen. Gisela BaudyAltphilologin, Germanistin, freie (Online-) Journalistin und Autorin in Hamburg. Eigenständige Gedichtbände seit 2016: „Tonspuren – Lyrisches Tagebuch“ (Verlag…

Pasiphae und der Stier

Theresia Plank-Zebinger für #kkl43 „Moralisierung“ Pasiphae und der Stier: Kann denn Liebe Sünde sein? Acryl/Lwd., 100/80 cm, 2023 Theresia Plank-Zebinger, Malerin Über #kkl HIER

Wir wollen essen

Martin A. Völker für #kkl43 „Moralisierung“ Wir wollen essen Ob Bertolt Brecht ein Feinschmecker war? Schwer zu entscheiden. Wie viel Feinschmecker kann einer sein, der meint, erst komme das Fressen, dann die Moral? Was unterscheidet das Fressen vom Essen? Das Kochen, im besten Fall das gemeinsame Kochen, macht den ersten Unterschied. Umsponnen von schönen Gesprächen…

Jugendfreundschaft

Emma-Grace Perry für #kkl43 „Moralisierung“ Jugendfreundschaft Die Kübel voller Schnittblumen standen vor dem Fenster des Floristen in Reih und Glied. Celeste sog den zarten Duft einer Rose ein. Danach richtete sie sich auf und zog an der Tür, weshalb eine Glocke erklang. Hinter der Kassa lächelte ihr eine junge Frau, fast mehr Kind als Frau,…

Nur zu Besuch

Dr. Barbara Neltings für #kkl43 „Moralisierung“ Nur zu Besuch Einsam stand sie da, wirkte trotz des vielen Trubels um sie her, selbst trotz der zwei kleinen Kinder rechts und links an ihrer Hand, verlassen und mutterseelenallein. Wie oft war sie jetzt schon hier gewesen? Wie oft müsste sie noch kommen? Allein vor der Vorstellung, sich…

Eine Begegnung in Wien

Kristiane Kondrat für #kkl43 Moralisierung Eine Begegnung in Wien Da stehst du einfach vor mir: Mächtig und aus Stein: Abraham a Sancta Clara. Da stehst du, pfiffige Kutte, wir stehen uns gegenüber, plötzlich und unverhofft. Hatte eigentlich nach einem anderen Denkmal gesucht, in dieser Stadt voller Denkmäler. Nun bin ich über dich gestolpert, schwäbisches Schlitzohr,…

Dorn im Auge

Astrid Hammerthaler für #kkl43 „Moralisierung“ Dorn im Auge Wenn ich nicht tue, was du erwartest, bin ich schlecht. Aber wer sagt, dass das, was du erwartest, gut ist? Altruismus soll gut sein. Vor allem für Frauen. So hört man(n). Doch: Wenn eine so ist, nimmt sie mir Kraft. Ich sehe ihren Körper gebückt und alles…

Es ist mir ein aufrichtiges Anliegen

Ralf M. Ruthardt für #kkl43 „Moralisierung »Es ist mir ein aufrichtiges Anliegen«, erklärt sich Max Grund und hat das Gefühl, dass er unter Druck gesetzt wird. Er hat sein Smartphone am Ohr und spricht mit einer Journalistin. Um ihn herum ist reger Verkehr. Es ist kurz vor neun Uhr und damit eine der Hauptverkehrszeiten in…

Stoffbeine

Klara Weyerer für #kkl43 „Moraliserung“ Stoffbeine Es ist Ende August. Es hat seit sieben Wochen über dreißig Grad. Ich warte mit dem Rad an einer der größten Kreuzungen der Stadt und schaue den querenden Fahrzeugen zu, wie sie träge an mir vorbeitreiben. Mein Top klebt an meinem Rücken, ich versuche den Stoff zu lösen und…

Die moralische Zange

Anita Lang für #kkl43 „Moralisierung“ Die moralische Zange Von oben herab, die moralische Zange schafft Langeweile. Kein Durchkommen mehr. Ihre Scheren greifen eng. Bleibt Scherz und Hoffnung. Trible, 6,3 x 6,8 cm Anita Lang, Schriftstellerin http://annylangwriter.at Interview für den #kkl-Kanal HIER Über #kkl HIER

Rot stand ihr schon immer

Sabine Beck für #kkl43 „Moralisierung Rot stand ihr schon immer Stiefelchen aus schwarzem Samt, die Bänder fest geschnürt. Schwarz das Beinkleid, Qualität in Seide. Mutter schenkt sie ihr an allen Feiertagen, drei Stück in einer Packung, nun Massenware in ihrem Kleiderschrank, der schon etliche Anstriche gesehen hat, diesmal marmoriertes Grün. Rock in Senf, Mantel in…

Gift

Dr. Manuela Rassaus für #kkl43 „Moralisierung“ „Gift“: Das „Gift“ übertriebener Moralisierung? „Hölle“: Der Ort, an den in vielen Religionen die Sünder kommen … „Jagd“: Die Jagd gerät immer wieder in den Fokus moralischer Diskussion. „Maske“: Wieviele Menschen verbergen sich zunehmend hinter Masken, um nicht über ihre Positionen und Meinungen diskutieren zu müssen? Dr. Manuela Rassaus…

Der beste Zuhörer

Joel Gotsch für #kkl43 „Moralisierung“ Der beste Zuhörer Ein Mann machte eine Entdeckung, die sein ganzes Weltbild zu verändern in der Lage schien. Sofort wollte er jemanden davon erzählen, »die Entdeckung teilen«, wie man so schön sagte. Doch es fand sich niemand. Auf der Arbeit war kein Platz für lange Ausführungen. Ein kurzes Telefonat mit…

Schau mal, Mama

Selina und Iris Brandwiede für #kkl43 „Moralisierung „Schau mal, Mama“ Ein Beitrag, der auf das sogenannte „Fetale Alkoholsyndrom“ aufmerksam macht, um präventiv zu wirken.Die Protagonistin im Video hat eine Biografie dazu verfasst.Auf der Basis eines ihrer Gedichte ist diese Vertonung mit münsteraner Musikern entstanden.https://www.youtube.com/watch?v=bMv7NywITVk 2021 ist Selinas Biographie beim agenda Verlag Münster erschienen, mit einem…

Radius Null

Andreas Herkert-Rademacher für #kkl43 „Moralisierung Radius Null Das Grundverständnis von Moral, das variiert meist kolossal. Trotz allem wird die ominöse Unterscheidung: gut und böse von jedermann gern proklamiert, als hätte er Moral studiert. Kommt dann noch Religion ins Spiel, wird das Gebilde diffizil: ist der Beweggrund missionarisch, so zeigt sich niemand solidarisch.  Man denkt bequem…

Über mein Ich

Achim Koch für #kkl43 „Moralisierung“ Über mein Ich Lass das! Das war jetzt peinlich und auch viel zu laut. Ich hatte nichts gesagt. Ich hatte nur eins gedacht: DAS MACH ICH JETZT! Ich mache es, obwohl es falsch ist, denn, aufgepasst, ich war willensschwach, verführbar und im gewissen Sinne haltlos. Immer schon. Ich warf Plastik…

 Moralisierung

Syelle Beutnagel für #kkl43 „Moralisierung“ Moralisierung Ich stolperte geradezu über das Wort. Leuchtete mir intuitiv sogleich ein ganzes Bild innerlich auf, hielt mein Verstand inne. Wie bitte, Moralisierung? In Zeiten wie diesen macht es oftmals Sinn, die Bedeutung in sein Gegenteil zu verkehren, und kommt dadurch der eigentlichen Aussage sehr viel näher. Demoralisierung. Jemanden zu…

Na und?!

Robert Höpfner für #kkl43 „Moralisierung“ Na und?! Mich hat eine Gleichgültigkeit sondergleichen befallen. Sie ist allumfassend, sie erstreckt sich auf alle Bereiche meines Lebens, aber nicht nur darauf. ´Na und?!´ ist meine gedachte oder ausgesprochene Reaktion auf alle Meldungen und Vorfälle, die aus den Medien oder sonst woher an mich herankommen. Ein Unglück hier, eine…

Keine Achtung ohne Selbstachtung

Tina Marita Stöckle-Altendorf  für #kkl42 „Selbstachtung“ Keine Achtung ohne Selbstachtung Da stehst du nunUngeschützt und nacktGrenzenlosAlles prasselt auf dich einUngefiltertUngebremstKeiner achtet dichSie treten dir zu nahe Sie merken’s aber nichtSie sehen deine Grenze nichtZiehe deinen KreisFür alle sichtbarDen Kreis deiner GrenzenKennst du deine Grenzen?Du kannst nur achten,Was du kennstDu kannst nur ehren,Was du kennstKennst du…

ausgrabung am offenen herzen

Tim Tensfeld für #kkl42 „Selbstachtung“ ausgrabung am offenen herzen selbst[betr]achtung. eingriff am selbst. ein beginnen – das kritische auge [schaufelzwilling]. ein wandern. um jede weitere schippe – das freilegen der seele [nahe dem kern]. im loch liegend: staub von sich gepustet. fundstücke [reichlich] aus dem verborgenen geborgen. augenblick – ein aufbauen der ewigkeit. atmen –…

Unterwegs, wohin…

Dr. Andreas Lukas für #kkl42 „Selbstachtung“ Dr. Andreas Lukas, aufgewachsen im Saarland, lebt in Wiesbaden. Studium BWL, Promotion in Politikwissenschaft. Er ist tätig als Autor und freier Journalist, Mitglied DJV, Presseclub Wiesbaden, Mitglied/Juror Gruppe 48 und PEN-Zentrum Deutschland. Sein Roman „Die ungleichen Gleichen“, Begegnung zweier junger Menschen, sie auf dem Lande aufgewachsen, er Flüchtling, führte ihn…

Ich stehe allein am Ufer

Adam Sochaj für #kkl42 „Selbstachtung Ich stehe allein am Ufer und lausche dem Rauschen der Wellen . Ich suche nach meiner Zukunft . Und da wird ein weiterer Tag meines Lebens vergehen . irgendwann muss ich den nächsten Schritt machen . aber nicht heute . Heute möchte ich die Zeit anhalten  und mich inmitten der fließenden Wellen…

Eigen-Wert

Marike für #kkl42 „Selbstachtung“ Eigen-Wert Ich achte mich selbst dann gehört mir die ganze Welt — Wenn ich mich achte achtest auch du mich und wieder hab ich ein Gedicht und wenn du es nicht tust alles andere als ruhst setze ich Grenzen und gebe keine Audienzen denn ich bin mir wichtig ja das ist…

Sanftmütiges Herz

Ingrid Baumgart-Fütterer für #kkl42 „Selbstachtung“ Sanftmütiges Herz Spürst dudas sanfte Lächelndeines Herzens,das dich mitGlückseligkeiterfülltund dichwissen lässt,dass dudie reine Liebein dir birgst.Lasse zu,dass diese Liebedeine Seeledurchdringt,andere Seelensachte berührtund somitzum „Gleichklang“der Herzen beiträgt. Musikalische Leidenschaft haucht ihrem Klavier Leben ein. Mit erstaunlicher Kunstfertigkeit gleiten ihre Finger über die Tastatur. Ihr Körper wiegt sich im Rhythmus der Musik.…

Komm herein

Jens Faber-Neuling für #kkl42 „Selbstachtung“ Komm herein Ich lade dich ein In mein Herz Mit All zu teilen Wir geben uns Vergeben Empfangen Heil und Kunst Dank dem All Sein ist Leben Leben ist Sein Wir lassen und teilen Es auf Bedingend einander Im zeitlosen Feld Dort Wo das ALL ist Aus der Reihe Schattenglanz…

Handhabung

Roland Schmidlin für #kkl42 „Selbstachtung“ Handhabung Begreifliche Kraft aus entkleideten Fingern gerinnt Addierte Zahlen im Bewusstseinskreise angedacht Eröffnete Weite den weissen Handschuh bewohnt Untergebrachtes Druckfenster im Spiegel wertet Die keimende Euphorie den Nebelschleier bereist   Schwarz im unerschütterlichen Uhrwerk verfängt Als Roland Schmidlin habe ich am 11.11.1964 das Licht der Welt erblickt. In meiner Geburtsstadt…

Die Rückkehr der Singvögel

René Oberholzer für #kkl42 „Selbstachtung“ Die Rückkehr der Singvögel Ich sageIch gebe dir meine LiebeDu sagstGib mir mehr davon Ich sageDas ist meine ganze LiebeDu sagstGib mir noch mehr davon Ich sageIch werde dich immer liebenDu sagstDann beweise es Ich sageIch werde jetzt gehenMit meiner LiebeUnd nicht zurückkommen Draussen schneit esAlles ist dunkel und stillDoch…

Autorin A. C. Estime de Soir

Theresia M. Buchhold für #kkl42 „Selbstachtung“ Autorin A. C. Estime de Soir Weinend saß Aurore Chrystelle Estime de Soi auf dem Boden, die Arme um die Beine geschlungen, den Kopf auf den Knien. Sie unterdrückte ein Schluchzten, niemand sollte hören, dass in dieser Klokabine jemand weinte. Sie hatte sich eingeschlossen, weil sie alleine sein wollte.…

Ziel erreicht

Sonja Berka für #kkl42 „Selbstachtung“ Ziel erreicht Ziel erreicht. Anerkannt. Als Autor sehr bekannt. Ernte, weil alle wissen: Was ich schreibe, will gelesen! Lebendig bleibe jedes Wesen. An Ruhm nichts zu vermissen – Auszeichnungsverwöhnt, mit der Welt versöhnt. Früher nicht zu träumen gewagt, im Scheitern gestartet, oft schon in Gedanken versagt. Bestrafung erwartet. Den Ängsten…

In deinem Leben

Britta Pape für #kkl42 „Selbstachtung“ Mein Name ist Britta Pape. Ich bin am 27.8.1963 in Dortmund geboren. (Gelernte Bankkauffrau, verheiratet, vier Kinder, Geschäftsführerin einer Firma.) Die Tagebücher meines Opas aus dem Zweiten Weltkrieg haben mich inspiriert selbst zu schreiben. Einige Gedichte zu Themen, die mich bewegen, habe ich auf meinem Blog http://www.gedankenmelodie.de  veröffentlicht. Fotografien, wie…

Ein-Flüsse

Michael Krause-Blassl für #kkl42 „Selbstachtung“ Ein-Flüsse Zu allen Zeiten von allen Seiten getrieben zerrieben im Fluss bis fast nicht mehr geblieben vom eigenen Leben das heimlich und klamm in der Ferne verschwamm. Sich treiben lassen ohne mitgerissen zu werden Ein-Flüsse begreifen abstreifen zum Ufer schwimmen den eigenen Weg finden an Land. Michael Krause-Blassl Ich bin…

Herbstzeitlose. Nicht Krokus

Daniela Maria Ziegler für #kkl42 „Selbstachtung“ Herbstzeitlose. Nicht Krokus auf der Erde liegen: die Sterne vor den Augen verschwanden so langsam Herbstzeitlosen traten an ihre Stelle, leise zitternd „nein, das sind keine Krokus, es sind Herbstzeitlosen, die sind aber giftig!“, am Tag zuvor zur Betreuerin gesagt „Krokusse kommen im Frühling, Herbstzeitlosen, wenn der Herbst beginnt“…

Meine Stunden allein

Karl Kaputt für #kkl42 „Selbstachtung“ Meine Stunden allein Meine Stunden allein sind eine Übung und ein Finger im zerkratzten Denken Meine Stunden allein sind eine Frage an das, was vor uns liegt Meine Stunden allein sind etwa zwei Ideen vor dem Schweißausbruch Meine Stunden allein sind ungewohntes Terrain. Ich kippe den Inhalt einer aus den…

das gesicht

Anne Kohler für #kkl42 „Selbstachtung“ das gesicht war zer schunden als ich ge    fallen bin immer ahnte ich ein     symbol zuvor weitete ich grenzen und bin zu weit gegangen dir (ge blendeter) gestand ich mein an sinnen außen keine folgen (deo gratias) innen narkose /er starrung/ deine strafe sisyphos: ewiges tun meine: be…

Er–lösung

Heinz Flischikowski für #kkl42 „Selbstachtung“ Er–lösung wir gehen diesen Strand entlang und unsere Blicke schweifen ein endlos weiter Horizont und Himmelsfarben prächtig reifen wo Sonne einst das Meer geküsst da hab ich dich gefunden dein Blick hat tiefer mich berührt als all die Lebens-wunden du übtest dich ich lebte mich es sollte niemals reichen wo…

Durch Wut entflammt, mit Herz und Seele verbrannt

Lisa Wiesenberger für #kkl42 „Selbstachtung“ Durch Wut entflammt, mit Herz und Seele verbrannt Sie starrte auf die Zeichnung an der sie gerade arbeitete. Der Junge aus ihren Träumen. Jeden Tag wartete er darauf, dass Valeria einschlief und mit ihm durch jegliche Orte lief. Sachen, die sie sonst nie machen durfte. Sie war so naiv. Sie…

Vorbei

Ingeborg Henrichs für #kkl42 „Selbstachtung“ Vorbei Als die Zeit vorbei warKamst duWie der erste Reif im November Als die Zeit vorbei warFand ichDeine Wahrheit in mir ALs die Zeit vorbei warStandest duWie der starke Baum auf weichem Grund Als die Zeit vorbei warGingen wirIn die Freiheit der Liebe Ingeborg Henrichs, zuhause in Ostwestfalen, verfasst kürzere…

Seelenkontakt

Stefanie Bräunig für #kkl42 „Selbstachtung“ Seelenkontakt „Du willst den Schmerz umschiffen?“, fragt meine Seele.  Und wieder einmal schüttelt sie über meine Absicht den Kopf. Ich bemerkte zusätzlich ein leichtes Stirnrunzeln bei ihr. Ihre Schultern sacken leicht nach unten, ein Gefühl von „nicht schon wieder“ strahlt sie aus.  Weiter sagt sie: „Ok, drehen wir noch eine…

der kraft des aufbruchs trauen

Michael Hübner für #kkl42 „Selbstachtung“ der kraft des aufbruchs trauen dem blühen zu so drängt es ganz unbeirrt es sucht sich raum und findet sich im wachsen durchbricht der eisendornen umklammerung frei atmend entgegen aller verzweiflung sich lichtend im selbstsein aus widernissen die kraft zur wandlung gewinnen Ich kann nichts falsch machen Tanzen  wie soll…

Die Diebin

Brigitte Hieber für #kkl42 „Selbstachtung“ Die Diebin Sie stahl beileibe nicht alles. Nur Dinge, die zu viel waren. Genauer gesagt: Sie verteilte um. Natürlich war das nicht legal, das sah sie ein. Vor dem Richter war sie reumütig. Dass eine Prise Gesetzesbrecherei gesund sei, behielt sie für sich. Sie wurde des Landes verwiesen, schlich durch…

Starker Wille

Dr. phil. Fritz Haselbeck für #kkl42 „Selbstachtung“ Starker Wille Plänein Eisen geschmiedeteingehämmertes IchunverrückbarstarkNichtswas die Mittel heiligtalleinDu MaiblumenDie Natur spieltmit bunten Farbenzu meinem Gefallenin der Lupeder ZeitSchillernder WechselDu lässt ihn zuin derMaskerade des Lebens Großstadtrevier Hohle Wandgebleichter MorgenSilhouettenbühnestaubgedünsteterHorizontverschwiegenZur rechten Zeitsich entfesselnin die Freiheit Sternzeichen Aszendentim Meerder SterneMan schreibtDir Liebe zuselbstloses Selbstein tragender Schrittzum Menschsein Die Zeit…

Bin ich schön?

Monika Schlößer für #kkl42 „Selbstachtung“ Bin ich schön? Gefalle ich? Ist meine Nase nicht zu breit? Die Falten nicht zu tief? Ich muss unbedingt bei meinen Problemzonen aktiv werden – Bauch, Oberschenkel, Po. So ein Quatsch mit Soße! Seit einem Dreivierteljahrhundert lebe ich im Allgemeinen ganz gut in diesem meinem Körper, habe mich mit ihm…

vielleicht, weil sie sie nicht haben ?

Kerstin F. Wolff für #kkl42 „Selbstachtung“ vielleicht, weil sie sie nicht haben ? du hast es ihnen gesagt aber sie hörten es nicht & wenn sie es hörten glaubten sie es dir nicht du hast es ihnen geschrieben aber sie lasen es nicht & wenn sie es lasen glaubten sie es dir nicht du hast…

selbstAchtung

Michelle Paschilke für #kkl42 „Selbstachtung“ selbstAchtung Bei dem Wort „Selbstachtung“ fällt jedem jeder eine Situation ein, in der wir uns selbst nicht wirklich geachtet oder uns dagegen entschieden haben, uns zu respektieren.Das kann eine minimale Grenzüberschreitung sein. Ein Schritt in die falsche Richtung. Sich für den leichten Weg zu entscheiden. Sein Potenzial nicht auszuschöpfen. Eine…

Howgh

Kornelia Wulf für #kkl42 „Selbstachtung“ Howgh Ich stehe in der vierten Etage vor der Wohnungstür. Topp gepflegt dieses Mietshaus. Nur die Flurleuchte flackert über mir, als könne sie sich nicht entscheiden Licht ins Dunkel zu bringen. Ein paar Schweißtropfen aus den Stirnfalten wischend atme ich auf. Endlich, die letzte Postsendung heute. Kramgasse 1 steht auf…

Bei dir

Michael Sebörk für #kkl42 „Selbstachtung“ Bei dir Bleib bei dir selbst Und schau nicht nach den anderen Bleib bei dir selbst Und geh deinen Weg Dann schauen die anderen nach dir. Weiterkommen Wie weiterkommen Zerrissen von Zweifeln Zerbrochen in Glasscherben Such ich mich Wie weiterkommen Wenn ich nicht auf mich selbst baue Und mir vertraue…

Angesehen an sich

Anita Lang für #kkl42 „Selbstachtung“ Angesehen an sich Wäre ich die Summe meiner Möglichkeiten? Die Essenz meiner Gefühle, die Farbe meines seelischen Strebens, ein paar meiner Schönheitsattribute, eine Folge moralischer Werte, die ich mir anerzogen. Was hat eine Person so an sich, wäre sie keiner Gruppe zugetan? Würde keinem Ideal wirklich entsprechen, ohne Zierrat, nahezu…

Trete ein ins Leben

Martin A. Völker für #kkl42 „Selbstachtung“ Trete ein ins Leben In unterschiedlichsten Lebenssituationen, gerade in den schweren, kommt von irgendwoher irgendeine Redeweisheit, die, auch wenn sie kein Problem löst, wenigstens eine Art Problembeschreibung bietet. Und das ist schon viel. In solchen Sprüchen und Redewendungen haben sich unzählige Lebenserfahrungen, geglückte wie missglückte Lebensgestaltungsversuche über Jahrhunderte hinweg…

Nase hoch

Jochen Stüsser-Simpson für #kkl42 „Selbstachtung“ Nase hoch Spröde vernarbt und wund ist die Innenseite der Außenseiter nach unten zeigen die Stirnen Wenige heben den Blick und beginnen als Schmuggler den kleinen Grenzverkehr sie gehen in die Fugen vergrößern Risse finden Lücken sie schleusen ihre Waren und Botschaften in die Mitte der Ausgrenzer zählen die Löcher…

Die Rose

Jenny Julind für #kkl42 „Selbstachtung“ Die Rose Erwartung ist Etwas das Man an dich Stellen kann Oder du hast Sie selbst Vielleicht Permanent Doch wenn Du eine Weile Versuchst sie Loszulassen Fällt sie ab Es mag sein Dass du dich Selbst erkennst Die Erwartung Lässt Du Dann liegen Entweder ein Anderer hebt Sie auf oder…

Vom suchen und finden des verschütteten Ichs

Benjamin Lapp für #kkl42 „Selbstachtung“ Vom suchen und finden des verschütteten Ichs Oh Wehe, Wir, die Schwermutigen, die in sisyphosartiger Tragik, an unserem inneren Mühsal so leidvoll tragen, um das Lächeln auf dem steinigen Pfade zu den Höhen der weihevollen Sichtbarkeit zu führen. So ist es von gebotener Dringlichkeit uns zu erheben aus dem verengenden…

Katzenmädchen

Claudia Dvoracek-Iby für #kkl42 „Selbstachtung“ Katzenmädchen Geweint hatte sie, die Nachbarin vom dritten Stock, als du ihr zufällig im Stiegenhaus begegnet bist. Geweint vor dir, einer ihr relativ Unbekannten, und auf dein behutsames Nachfragen stockend erzählt, soeben erfahren zu haben, dass ihr Bruder einen schweren Autounfall gehabt hat, dass sie zu ihm wolle, für ein,…

Chez Haaze

Jens-Philipp Gründler für #kkl42 „Selbstachtung“ Chez Haaze In ihrem Nachtclub war wieder viel los gewesen, doch an Schlaf und Erholung war für Toni nicht zu denken. Im Chez Haaze hatten sich bereits die Reinigungskräfte eingefunden und damit begonnen, die Spuren der wilden Partynacht zu beseitigen. Viel lieber würde Toni mit David im Bett liegen und…

Stummes Geschrei

Hannah-Lena für #kkl42 „Selbstachtung“ Stummes Geschrei Ich liege nachts wach und kann nicht schlafen. An meinem Arm sind Narben. Ein weiterer Versuch um nach Hilfe zu schreien. Doch ich habe Angst und fühle mich unendlich klein. Mein Herz es tut so weh Ich möchte endlich gehen Niemand hat mir erzählt wie schwer das Leben ist…

Unter jedem Grabstein liegt eine Weltgeschichte

Jenny Schon für #kkl42 „Selbstachtung“ Unter jedem Grabstein liegt eine Weltgeschichte Zum 225. Geburtstag von Heinrich Heine – 13. Dezember 1797 als Harry Heine in Düsseldorf, – † 17. Februar 1856 in Paris Ich werde Steine säen Geschichten pflücken In das Zeitlosnetz füllen Meinen Hunger stillen Mit Worten Die herausfallen Aus den Tränen Die Hinterbliebene Geweint…

Alles in Dir

Ines Jakubetz für #kkl42 „Selbstachtung“ Über #kkl HIER

Was lange währt…

Michaela Grüdl-Keil für #kkl42 „Selbstachtung“ Was lange währt… „Die junge Frau könnte seine Tochter sein“, flüsterte die Frau am Nebentisch. Karin wusste, dass er keine Kinder hatte. Aber sie war überrascht, Rolf ausgerechnet im Theater zu sehen. Mit ihr ging er nie ins Theater. „Wir sind ein Paar, Karin. Ich muss mich nicht mehr verstellen,…

Kontrastlos

Eileen Kipp für #kkl42 „Selbstachtung“ Kontrastlos Wenn ich schreibe, liebe ich es Kontraste aufzuzeigen. Ich begebe mich in die tiefsten Abgründe meines Seins, um anschließend den Sprung zurück ins Leben zu wagen. Ich zeige dir meine Schmerzen, mein Leid, meine persönliche Hölle. Ich reiche dir meine Hand, wir laufen gemeinsam durch die Dunkelheit und wenn…

„Sei kein Frosch“

Theresia Plank-Zebinger für #kkl42 „“Selbstachtung“ „Sei kein Frosch“ Acryl/Lwd., 2024 Bedeutet: zier dich nicht so, sei kein Feigling, trau dich! Theresia Plank-Zebinger, Malerin Über #kkl HIER

VOR DER AMNESTIE

Thomas Schneider für #kkl42 „Selbstachtung“ VOR DER AMNESTIE Einer mag hingehen. Er schaut sich misstrauisch um und salutiert. Die Falten auf seiner Stirn und der Uniformjacke über der Brust glätten sich; er atmet auf, sobald er erkennt, dass er den Raum nur mit mir teilt. Er händigt mir einen pauschalfrankierten Brief aus. Dann tippt er…

ba r e n  F u ß e s oder bahrer Füße

Tanna Künemund für #kkl42 „Selbstachtung“ ba r e n  F u ß e s oder bahrer Füße Ich habe verschiedene Texte begonnen, von denen ich nicht wusste, ob ich sie nun wirklich wählen sollte, um sie heute laut zu lesen, denn all diese Texte waren aus mir eher unerfindlichen Gründen ins Politische abgerutscht, doch genau…

Ich lass mir mein Leuchten nicht nehmen

Nadja Felscher für #kkl42 „Selbstachtung“ Ich lass mir mein Leuchten nicht nehmen Ich habe vier Wände bersten lassen, damit Sonnenlicht in meine Stube dringt. Habe Prise für Prise das Salz aus meinen Träumen gefischt, sodass Quellwasser den Boden nährt. Ich habe alte Schubladen geöffnet, um ein Nein hinter ein zögerliches Ja zu setzen. Ich trage…

Lebendig im Nebel  

Christine Ibrom für #kkl42 „Selbstachtung“ Lebendig im Nebel   Es war ein Dienstagnachmittag, als ich auf meinen Balkon trat und mit dem ersten von insgesamt zwei ungewöhnlichen Gesprächen konfrontiert wurde. Dass ich am Ende eine absolut neue Perspektive auf das sogenannte Selbst erleben durfte, war unvorhersehbar. Ich möchte versichern, dass ich weder Drogen noch Alkohol konsumiert…

Achtung! Selbst!

Eva Heimen für #kkl42 „Selbstachtung“ Achtung! Selbst! Gehetzt kämpfte sich Julia durch die quirligen Menschentrauben der überfüllten Einkaufspassage. Die glitzernde Welt der beleuchteten Geschäfte nahm sie kaum wahr. Dafür blieb keine Zeit. Wichtig war nur, die Einkäufe für das Mittagessen so schnell wie möglich nach Hause zu bringen. Und die Fenster warteten darauf, geputzt werden.…

Ich liebe mich zu sehr…

Alma Jung für #kkl42 „Selbstachtung“ Ich liebe mich zu sehr Dich zu mögen Was du tust Tut mir nicht gut Zerhackst meine Seele Stück um Stück Verbrennst meinen Leib in deinem Schlund Lebewohl Sag ich dir Lebewohl zu der Geißel Von der ich mich nun selbst befreie Alma Jung ist eine 2008 geborene Autorin hauptsächlich…

Der See

Jens Hammer für #kkl42 „Selbstachtung“ Der See Es war einmal ein See. Wenn sich die Sonne in ihm spiegelte und sein Wasser glitzerte, dachte der See: „Ich bin so schön.“ Doch im nächsten Moment wurde er traurig, er fragte sich: „Warum kommen keine Tiere zu mir, um aus mir zu trinken?“ Und er fühlte sich…

selbst – achtung!

Piet LaFleur für #kkl42 „Selbstachtung selbst – achtung!dir kommt ein selbst entgegenwirst du seiner gewahrdu könntest erschrecken selbst-acht und -bannkomm nimmer dir naheso freimöchte kein vogel sein selbst-achtung:verknäult verschlungenauf sich selbst verbogenzur unendlichkeit Piet LaFleur ist Jongleur. Er jongliert Teller durch Biergärten, Pizzen durch Feierabendverkehr, sich selbst durchs Leben und manchmal Wörter durch Poetry Slams.…

Carpe Diem             

Simon Madaus für #kkl42 „Selbstachtung“ Carpe Diem                                                                  All die Jahre und die Stunden, all die Tage und Sekunden. Nur ein flüchtiger Augenblick schon liegt ein Tag zurück. Die Vergangenheit ist längst vorbei Streit und Neid sind einerlei. Zukunft interessiert noch nicht, wer weiß denn schon was Morgen ist. Fass den Augenblick und den Moment, nutze…

Sich selbst beobachten

Friederike Weichselbaumer für #kkl42 „Selbstachtung“ Sich selbst beobachten Sich selbst achten und diese Achtung vor dem Leben vor dem eigenen Leben ganz einfach geschehen lassen Mit Achtung dem eigenen Leben gegenübertreten und es mit den Augen sehen aus denen der Atem des Friedens der Liebe fühlbar wird für alle Friederike Weichselbaumer friederikessprachbruecken.wordpress.com Wikipedia-Friederike Weichselbaumer Über…

Eine Weile noch

Esther Horat für #kkl42 „Selbstachtung“ Eine Weile noch Wer wird die dünne Hautnoch zärtlich tasten,die Hand dir haltenund den Blick,der sich nach innen wendet,die Worte hören, die du sprichst,wenn die Stimme langsam versiegt? Die Zweige beugen sich herabzu den Wurzeln.Doch die Gedanken steigen auf,die Tage atmen stillin die Rastlosigkeitder Welt.Die Früchte des Somnersträgst du; und…

Anlehnungsbedürfnis

Dr. Manuela Rassaus für #kkl42 „Selbstachtung“ „Anlehnungsbedürfnis“ „Boxer“ „Mädchen geht“ „Versumpfen“ „Vulkanausbruch.Beobachter.blauäugig“ Dr. Manuela Rassaus Stuttgart, Germany (@manuela_rassaus) • Instagram-Fotos und -Videos Dr. Manuela Rassaus – KUNST-ONLINE Über #kkl HIER

Schwereloses Gleichgewicht

Eugenia Maranke für #kkl42 „Selbstachtung“ Schwereloses Gleichgewicht Es begab sich zu der Zeit, als ich auf einem Monster-Selbstfindungs-Trip war, weil ich dachte, dass ich aus meinem inneren Schlamassel in diesem Leben nicht mehr herauskommen würde. Da lernte ich jemanden kennen: Ein kleines Wesen erschien mir eines Nachts, als ich gerade ein Psycho-Buch wälzte. Es stand…

Der geschwätzige Kater

Wolfgang Schwerdt für #kkl42 „Selbstachtung“ Der geschwätzige Kater Es war einmal ein Kater, der, wie jeder ordentliche Kater gerne durch die Gegend streifte. Abenteuer erleben war das Größte für den kleinen Kater. Und so war ihm keine Hecke zu dicht, kein Gestrüpp zu undurchdringlich. Denn dort raschelten und wuselten die Mäuse, die Vögel und allerlei…

Du bist auf Reisen

Elvira Fischer für #kkl42 „Selbstachtung“ „Selbstachtung, sich selbst als wertvoll zu schätzen, sich fürsorglich um sich selbst kümmern…“ Du bist auf Reisen September 2018 Du bist auf Reisen. Wolltest Ende des Monats bei mir sein. Jetzt schickst du mir Bilder von alten Burgen und tosendem Meer. Du bist auf der Insel. Dein Sehnsuchtsort, für dein…

Lebenskunst und Eigenliebe

Christian Engelken für #kkl42 „Selbstachtung“ Lebenskunst und Eigenliebe Es mag wohl Kunst sein, was zu schreiben, zu geben sich in kleinen Scheiben. Das gibt uns Wert, als würden wir bestehen bleiben. Auch hilft es, Einsamkeit und Langeweile zu vertreiben, und diese werden nie genug vertrieben. Doch größte Kunst ist es, sich auch zu lieben an…

Nur mal wieder achtsam sein

Veronica Manon Elaine Holl für #kkl42 „Selbstachtung“ Nur mal wieder achtsam sein Wenn ich könnte, würde ich es gern, nur mal wieder achtsam sein. Nur mal wieder mich selbst achten, aber heute kann ich nicht. Ich habe heute nichts bewegt. Tausend Sachen vorgenommen, voreingenommen, von meiner nicht existenten Achtsamkeit. Mit der Aufmerksamkeitsspanne einer Fliege raste…

Manifest der Selbstachtung

Ella Einhorn für #kkl42 „Selbstachtung“ Manifest der Selbstachtung: Was es ist(nach Erich Fried) Es ist …. Grenzen einfordern, sagt der Respekt. Wild leben, sagt die Freiheit. Mitfühlen, sagt die Empathie. Dich und andere umhüllen, sagt die Liebe. Für die eigenen Werte einstehen, sagt die Moral. Langsam leben, sagt die Achtsamkeit. Gut im Kontakt mit dir…

Alles ist Eins

Marike für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Alles ist Eins Alles dreht sich alles bewegt sich und innen ganz tief drinnen ist alles still wenn man es wahrhaben will Ꙩ Tanzende Lichter am Firmament strahlen auch durch Zement alles ist Energie aus der Stille geborene Magie Ꙩ Ich rase ganz tief in mich damit ich meine Unendlichkeit…

Fünf Fragen und ein Mantra

Ilona Gruber Drivdal für #kkl41 „Rasender Stillstand Fünf Fragen und ein Mantra An den Himmel: Wie weit am Himmelsbogen sind die Pfeile geflogen: die rasende Zeit? * An die Sonne: Umdrehen und rastlose Reisen. Wer hat in den Kreisen die Mitte gesehen? * An den Mond: Hat mein Hoffen aus dunkelster Stunde die mondvolle Runde…

flüchtig

Ingeborg Henrichs für #kkl41 „Rasender Stillstand“ flüchtiges sind nur knappe Siege,die man gegen die Zeit erringen kann:die flüchtigen Augenblickeder lächelnden Erinnerungen Ingeborg Henrichs, zuhause in Ostwestfalen, verfasst kürzere Texte, fotografiert gern Momente, die gedanklich weiterführen. Schätzt das Schöne und Wertvolle in Natur und Kultur. Einige Veröffentlichungen. Über #kkl HIER

Die Schnecke

Dr. phil. Fritz Haselbeck für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Die Schnecke Vorwärts kommenmit Langsamkeitentschleunigte Stundeunverletztes GefühlDie Zeitsie hat tausend Füßehüllt sichin UnrastDustemmst Dichentgegenmit aller Machtsieglos Am Bach Wasserspielt munterCrescendoperlendheiterGläserne Musiksie überwindetKlippe und SteinLass Dich fallenleichter Sinnendloses FließenDu verlierst Dichin der Stilledes breiten Stroms Abendstille Der Tagsucht Ruheim Urrot der Sonnein sinkenden GedankenstillDichnicht vergessend Die Möve Windtänzeüber…

KRÄFTESPIEL

Roland Schmidlin für #kkl41 „Rasender Stillstand“ KRÄFTESPIEL Abgerollter Spiegel an Sprungdoppeln SeinEintauchende Stille die Bewegung einspurtDas Ding Etwas schlüpft gegen den SpannTrockene Bandbreiten simulierender KehrPresslüfte schieben da den Vogel ins WeiteAusgesuchte Farben im Flugfenster stehen „Als Roland Schmidlin habe ich am 11.11.1964 das Licht der Welt erblickt. In meiner Geburtsstadt Zürich (Schweiz) lebe und arbeite…

Nordwärts, südwärts

René Oberholzer für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Nordwärts, südwärts 18.23 Uhr Ein Auto touchiert eine Felswand, kommt auf die Gegenfahrbahn, stürzt von der Strasse. Ein entgegenkommendes Auto kann gerade noch abbremsen. Ein Mann steigt aus, seine Frau und die beiden Töchter bleiben im Auto. Der Mann schaut den Abgrund hinunter, vom Auto fehlt jede Spur. 18.25…

September-Blues      

Monika Schlößer für #kkl41 „Rasender Stillstand“ September-Blues                                      Petrus sorgt mal wieder für ergiebigen Landregen. Obwohl der September gerade drei Tage alt ist, hängt in den Bäumen schon der Duft des kommenden Herbstes. Eine unerklärliche Sehnsucht treibt Jan Clasen zum Ufer des Rursees. Als der 59-jährige die leeren Stühle der Gartenlokale entdeckt, schlendert er…

Entwicklung des emotionalen Verfalls

LebensGroß für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Entwicklung des emotionalen Verfalls Michelle Pagger Wie intelligent die menschliche Spezies auch sein mag. Bekriegt sie sich doch gegenseitig den ganzen Tag. Hochmoderne Waffen säumen erneut einen Nachrichtenbericht. Es ist der emotionale Verfall der aus ihnen spricht. Jede Maschine entwickelt sich auf dieser Welt. Doch es ist der Mensch, der…

Challengertief

Florian Meurer für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Challengertief Die Schwärze fließt hier dicht und schwer,Löst sich am Bootsrumpf nicht mehr auf. Wo tausendjähriger Staub absinktUnd nah den grauen KlippenHades auf Poseidon trifft,Bleibt alles unbekanntUnd außerhalb des ScheinwerfersAuch ohne Zeit. Wo eine Tonne (metrisch) drücktPro Quadratzentimeter Stahl,Übertönt auch Deine Stimme nichtDas Schweigen eines Geistes undDie Implosion des…

Und nun?

Anke Schüür für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Und nun?    Genug ausgewichen –    genug schöngeredet –    genug vorgemacht.    Setz Dich mit der Realität auseinander,    sieh sie Dir an –    sieh Dir Dich selbst an,    Dein Leben:    Es plätschert dahin,    zerrinnt Dir zwischen den Fingern.    Ein Abschnitt ist…

In einer einzigen Hand

Ellipse für #kkl41 „Rasender Stillstand“ In einer einzigen Hand Karierte Flecken auf meinen Schuhen durchdrängen meinen Willen mich endlich auszuruhen mich selbst abzustillen Blicke auf meine faltigen Hände sehe nichts als vier Wände und fühle schnell nur in mir ist es grell Mehlig trockene Luft durchdrängt mich es ist nur die eine Sache für sich…

Alles im Griff

Christian Knieps für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Alles im Griff Als mir meine Freundin bei einem unserer seltener gewordenen Gespräche übers Telefon sagte, dass sie alles im Griff habe, schlugen bei mir alle Freundin-in-Not-Alarmglocken auf einmal an. Alles im Griff! Wie sich das schon anhört! Wie ein gehetzter Kleinkrimineller, der sich selbst einredet, dass er den…

Erstarrt

Christiane Schwarze für #kkl41 „Rasender Stillstand“   Erstarrt Hatte das Metronom sein Tempo geändert?Klick. Klack. Klack. Klack.Schneller, immer schneller der Ausschlag des Pendels.Oder war ich es, die langsamer wurde und deshalb aus dem Zusammenspiel herausfiel?Der Dirigent erwartete, dass sich alle nach dem Auf und Ab des Taktstockes richteten. Und es war ja auch nicht meine…

Stillstand in der Raserei

Tina Marita Stöckle-Altendorf  für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Stillstand in der Raserei Ich erstarreVor der Schnelligkeit der WeltBin gelähmtStehe auf der StelleAlles renntAlles dreht sichMache meine Augen zuKann es nicht mehr sehenIch möchte nicht mehr mitSchaffe es auch nicht mehrWann bin ich ausgestiegenWann haben sie mich überrolltWünsche mir alte Zeiten zurückAls die Menschen noch Zeit hattenZeit…

Rasender Stillstand

Maximilian Fischer für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Rasender Stillstand Mein Sein mich zum sein zwingt Inneres martert Dunkel sind die Tage Und die Nächte noch schwärzer Hoffnung scheint aussichtslos Daher sehnt´s mich nach einem Schlusspunkt Einzig von mir gesetzt Weil nur ich selbst den Mord begehen darf Das ist mein freier Wille Die letzte Freiheit, die…

Etwas

Marcus Nickel für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Etwas Ich spüre, ich bin da, fühle mich dort, wo ich sein will, sein wollte, nun ruhender Puls, Lungenatem flach, ein Bewusstsein auf höchster Ebene einer bescheidenen Wahrnehmung, Moment, Momente, Drehmomente, Lebensart, vielfältige Falten, Facettenaufnahmen, Zeitlupe,Lupenzeit, Betrachtung, Warpgedanken fließen ineinander, explodieren, sie lassen mich stehen, ich bin, ich spüre…

strandlandschaft I

Kathrin B. Külow für #kkl41 „Rasender Stillstand“  strandlandschaft I in die kluft durch risse in der haut sickert was wir vergaßen gefiltert dringts durch auge und ohr vokale springen lichter drehst du hülsen und kerne fahren über münder fahren rot unter zungen pumpt das herz springt sinken die hände werf in den wind die flachen…

Pankreaskarzinom

Michael Hübner für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Pankreaskarzinom Die Zeit steht einfach still Halt nicht den Atem an Das was ich wirklich will Da wag ich jetzt mich dran Ich stell mich völlig offen und zähl nicht meine Stunden Entscheidung schon getroffen Von Raserei entbunden Den Tagen Leben geben streut es nun oder nicht  Mein Sein…

auf der stelle durchdrehen

Dr. Manfred Luckas für #kkl41 Rasender Stillstand“ auf der stelle durchdrehen ich möchte auf der stelle durchdrehen in meiner zwangsjacke ausrasten sandalen am krater lassen wie empedokles zum ende der geschichte einen rosenkavalierstart hinlegen in meinem pontiac firebird auf viermal cobra radial G/T burnoutstanding verlust von bodenhaftung und realitätsschonbezug meine eigene überholspur sein rasender stillstand…

Das Finale

Fernand Muller-Hornick für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Das Finale Schneller, haben sie gesagt, Hop Hop, ein bisschen dalli dalli, wir sind nicht hier um zu träumen, die alten Sprüche, Zeit ist Geld, Geld ist die Macht, und die Macht ist die Herrlichkeit, und die Herrlichkeit ist Gott, und Gott ist das Kapital, und das Kapital sind…

Das Naturdenkmal

Daniela Maria Ziegler für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Das Naturdenkmal Wanderin, triffst du Acker- und Zierwinde, Zaunrübe und Wilden Wein, Wicke und Bohne – nimm dich in acht! Bleib nicht zu lange stehen! Sie kommen gekrochen und gekreiselt, suchen Halt und Anschluss und haben durchaus den Drang zum Höheren. Es säuselt leis: „Erheben Sie die Arme,…

Krause steht in den Sternen

Falk Andreas Funke für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Krause steht in den Sternen Krause steht in den Sternen. Mit den Füßen auf den Planken des Kleinen Wagens, die Arme ausgestreckt im interstellaren Raum, durchmisst er den Himmel der nördlichen Hemisphäre, bereit zur Anrufung des Großen Bären. Tief unter ihm glimmt seine kleine Krausewelt, nur noch ein…

Verbindung

Heinz Flischikowski für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Verbindung ein letzter Gruß im Abendrot im Schattenspiel die Zweige wehen ich träume  staune  steh im Laub von Urgewalt und Sternenstaub von Trollen Gnomen Elfen Feen da steigen hoch im strahlend Rot fast  tausend große Vögel ihr Flügelschlag so mächtig still ihr Flug gleicht einem Gleiten ich frage nicht…

Tagesanbruch

Christian Wolf für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Tagesanbruch Die Mulden deiner Fingerkuppen in der Matratze. Ich fülle sie mit Sehnsucht. Den Tatbestand aufnehmend, deine Krallensprache, der Tatort rot umrissen. Mord, die Sonne kriecht durch deine Wege in meinem Rücken, leckt durch die Blutspur, mein Schneeengel, stürzt uns den Frost von den Wimpern beim Dampf von Spiegelei…

Rasender Stillstand

Britta Dreyer für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Britta Dreyer, 1984 vor den Toren Münsters geboren, zog es bereits früh in den Norden, Nähe Bremen. Sie liebt das raue, unbeständige Klima und Bananenbrot. Ihr schriftstellerischer Charakter ist geprägt von ehrlichen und schnörkellosen Worten sowie unvorhersehbaren Wendungen. Veröffentlichungen Über #kkl HIER

provisorium

Anne Kohler für #kkl41 „Rasender Stillstand“ provisorium konsumgedankenverstellenuns in der naturzeit   fremdschwankenwir ohne gierfindenwir denursprung[weltsicht] inmittenvonisolierterspiritualität sagen wiruns werwir sind morgenendet dasvakuum ENTTÄUSCHTkaufen wir [ein mitbringsel] Anne Kohler, geboren 1984 in Magdeburg, lebt in Nordrhein-Westfalen (Haltern am See) und hat u.a. an der TU Dortmund die Fächer Germanistik und Philosophie auf Lehramt studiert. Heute arbeitet…

Mein erster Sieg

Christian Günther für #kkl41 „Rasanter Stillstand“ Mein erster Sieg! Ja, er war in greifbarer Nähe! Eine halbe Minute Vorsprung. Mein letztes Schießen. Einmal noch fünf Treffer. Dann war es schwer, mich noch abzufangen, selbst für die Laufstarken, die darüber hinaus selber erst einmal die Null schießen mussten. Im Stadion brannte Jubel auf. Ich steuerte zur…

Tiefseetaucher

Sandra Walter für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Tiefseetaucher Meine Gedanken taumeln vor lautem Krach in den tiefen Abgrund der Unergründlichkeit mit liebeszerfressender Seele und schmerzendem Kopf in die Ungewissheit.  Alles rennt, Die Autos verschwimmen  Ich möchte nach einer ruhigeren Welt sinnen, In der meine Seele nicht täglich verbrennt. Ein bisschen Ruhe, in all diesem Toben. Weniger…

Einheitserleben von Mann und Frau – einfach göttlich! 

Stefanie Bräunig für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Einheitserleben von Mann und Frau – einfach göttlich!  Eine Woche Urlaub am Rhein. Allein. Ganz bewusst fahre ich allein in den Urlaub, denn ich möchte mir und all meinen Gefühlen Raum geben. Alles will mal wieder in Ruhe gefühlt werden. Die Raserei durch mein Leben braucht eine Pause.  Außerdem…

Schlafen

Frederik Durczok für #kkl41 „Rasender Stillstand“             Schlafen – 3 – Ich halte es gar nicht für erklärungsbedürftig, wenn man allein in Urlaub fährt. Im Gegenteil, es waren einige der schönsten Reisen, die ich allein gemacht habe. Alleine im Kino. Allein beim Italiener an der Ecke. Ich vermisse auch überhaupt nicht den sanften Atemluftzug meiner…

Zeitenwende

Sabrina Binek für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Zeitenwende Jetzt ist die Zeit gekommen wir können machen, was wir wollen plötzlich ist es soweit endlich, denn es ist Zeit Gedichte statt Berichte Empathie. Hoffnung. Mut wo stoisches Weiter so & gelochte Bürokratie gefühlte Äonen versagten lasst uns von ängstlichen Versuchskaninchen zu unerschrocken neugierigen Jägern werden wir haben…

Einschreiben

Stephan Tikatsch für #kkl41 „Rasender Stillstand“ EinschreibenZeit der SättigungDie Paraden finden statt.Was vergeht und was nicht, huscht in mythischeSpalten. Was bleibt, bleibt beim Bleiben,hebelt an sich selbst herum. Menschen,voll-, zu-, hin- und durchgedröhnt.Ein Husten verlässt meinen Körper. Eineganzheitliche Erschütterung. Wohin es auchgehen mag, ich halte es schon ein wenigwie Thomas Bernhard: Die Katastrophefängt damit an,…

Roberts Traum

Stephan Leenen für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Roberts Traum Grelles Scheinwerferlicht, blendend weiß, viel zu nah, direkt hinter der Frontscheibe scheint es zu glühen, grellweiß, es brennt in seinen Augen. Das überlaute Dröhnen in seinen Ohren, laut kreischen Bremsen auf, er reißt die Arme vors Gesicht. Zu spät! – denkt er. Zu spät! Robert schlägt die…

Im Lieblingslied

Anita Lang für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Im Lieblingslied Bedacht graziös hält es umfangen, melodisch süchtig bringt es zum Singen, trägt wundersam ins träumerische Land. Gedankenströme branden an sandige Ufer, sich kräuselnde Wellen säuseln sich ein. Ein sehnendes Herz rast dahin, schmilzt rund auf sanften Notenklängen, anmutig gewiegt in herrlichem Zauber. A4, Filzstift, Tintenbleistift Anita Lang,…

Unvergleichlich

Anke Meer für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Unvergleichlich Du kannst jetzt deine warmen Hände von meinen nackten Füßen nehmen. Mir ist nicht mehr kalt. Ich öffne jetzt die klemmende Tür. Sie haben das schönste Lächeln der Nacht. Immer muss früher sein. Diese Blicke auf deinen flimmernden Bildschirm. Als wäre gestern Morgen. Sag du es Ihnen. Wie…

Jonas im Zug

Birgit Ramon für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Jonas im Zug Er saß direkt am Eingang des Großraumwagens, den Kopf ans Fenster gelehnt, die Kapuze seines Pullovers bedeckte fast sein ganzes Gesicht. Sie hatte kurz überlegt, ihn sofort anzusprechen. Doch sie ging zu ihrem reservierten Platz, klappte den Tisch auf, legte ihre Tasche ab, wollte arbeiten. Jonas…

Unverdaut

Selina Mavie Teichmann für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Unverdaut Noch im selben Atemzug lässt Julia das Bild des Neugeborenen im schwarzen Loch ihres Smartphones verschwinden. Die Fotografie ist unwiederbringlich, unhaltbar ins Nichts entglitten. Doch der leer gewordene Raum wird sogleich von der nächsten Momentaufnahme eingenommen. Sascha erblickt sein Spiegelbild im reflektierenden Bildschirm. “Ich habe es nicht…

ich sitze hier

Thomas Steiner für #kkl41 „Rasender Stillstand“ ich sitze hier & zähle autos bis ich keine lust mehr habe. das ist sehr schön es gibt kaum etwas schöneres als autos zu zählen mit einem eis in der hand. wenn das eis fertig ist kann ich weitergehen. schnell schnell ich bin zu spät ich habe hunger 10…

Verwegen auf Irrwegen

Philina für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Verwegen auf Irrwegen Altbekannte fremde Menschen Gesichter, lichter, dichter Raum, eng gedrängt Weit verteilt, weit verweilt Zwischenräume gibt es nicht Von wegen, bewegen auf Irrwegen Alle Wege führn zum Ziel Querfeldein, verloren tanzen hellerleuchtet, schwarze Nacht Wo die vielen Menschen massenhaft zur Masse werden zähes Schwappen Manchmal über bis zum…

Du bist

Lilie für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Du bist vor mir bei mir hinter mir wo ich auch gehe, wo ich auch stehe, du ordnest mich gleich und gültig ich bin umfangen von dir du bist mein Geschenk, das ich gewinnend verliere und verlierend gewinne du warst bevor ich war. bin ich, bist du vergehe ich, bleibst…

Schau wieder hoch

Merle Dicht für #kkl41 „Rasender Stillstand“ ,,Schau wieder hoch, im Dunkeln der Nacht spiegelt sich das Chaos in mir. Jeder Tag so endlich, will nur weg von hier. Weg von dir, renne den Sternen hinterher, will dich umso mehr. Will dich nicht nicht aber doch so sehr, erkenne plötzlich nichts mehr. Wo ist oben, wo…

Strömung

Trude Trautmann für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Bewegung: Flott Schnell Temporeich Unterbrechung: Abrupt  Brüsk Jäh Wahrnehmung: Pause Stockung  Lähmung „Strömung“ Acryl auf Papier Trude Trautmann, Jahrgang 1961, lebt mit ihrer Familie in Süddeutschland. In Schreib-Seminaren lernte sie das Handwerk kennen. Beobachtungen aus dem Alltagsgeschehen und familiäre Erinnerungen werden in Kurzgeschichten abwechslungsreich verwoben. Über #kkl HIER

Rasender Stillstand

Kristina Kerber für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Rasender Stillstand 1 Wenn ich geh dann bleib ich, Stagnation bewegt sich in Kreisen, Was entsteht ist Leere, Zwischen Clubs und Kirchen, Melancholie für Menschen mit Minderwertigkeitskomplexen, Ein Eklat des Elends, Kummer und Kneipen kommen bei langen Nächten selten zu kurz. Wir sprechen in Zungen, eine Sprache des Schweigens,…

Wiederkehrender Albtraum

Petra Dahlemann für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Wiederkehrender Albtraum Wie sieht es denn hier aus. In der Küche türmt sich das Geschirr, jemand hat vergessen, sauber zu machen. War ich das etwa. Egal. Ich kenne meine Aufgaben. Die fettigen Teller, die Tasse mit Teerand, die Gabel, auf der noch eine Nudel gespießt ist. Zwiebelschalen und Tomatenkerne.…

Der erstletzte Satz

Maximilian Muck für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Der erstletzte Satz Ich sitze vor dem weißen Blatt Papier und weiß, dass auf ihm gleich die genialste aller Geschichten entstehen wird. Ich sitze vor dem weißen Blatt Papier und lasse in meinem Kopf den ersten Satz dieser Geschichte entstehen. Der erste Satz, der den Leser zunächst ratlos zurücklassen…

  April! April!

Karen Schröder für #kkl41 „Rasender Stillstand“             April! April!                                Absturz Gefahr treppauf                                treppab hinein in die                                ach so weißen Kirschblüten Karen Schröder Lebt als freie Autorin in Schulzendorf b. Berlin Veröffentlichungen in Anthologien, Radiofatures Über #kkl HIER

Eine regnerische Reise

Dario Schrittweise für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Eine regnerische Reise Der Tag neigte sich dem Ende entgegen. Regentropfen perlten von der Glasscheibe des Zugabteils ab. Sie klangen wie kleine Kristalle, die klangvoll gegen einen gefrorenen Wasserfall klopften. Der Hochgeschwindigkeitszug beschleunigte. Keynan war in Gedanken vertieft. Er fühlte sich alleine im Abteil. Nur die Schaffnerin hatte seine…

Vom Getriebenwerden zum Sein

Martin A. Völker für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Vom Getriebenwerden zum Sein Der Geschwindigkeitsschock ist zur täglichen Sorgenroutine geworden. Wird es dir am Morgen gelingen, schnell genug aufzustehen, um zu duschen, zu frühstücken, zu sporteln? Wirst du den Bus rechtzeitig erreichen? Im Sauseschritt zur Haltestelle isst du jenes halbe Croissant, das du gestern aus Zeitgründen nur…

Pappelapapp

Lore Hellschrey für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Pappelapapp Pappelpollen schmücken das Haar prickeln Löcher in die Nase pralles Leben auf der Straße vom 60er-Jahre Balkon – breite Fensterfront, VoyeuristInnenparadies – grüßt ein Kanarienvogel auch manche Vögel im Menschengewand sternhagelvoll knitterblusenbesoffen betroffen macht nur die rote Ampel stört wie ein sperriger Kinderwagen den ewig trüben Fluss der…

Auf dem Weg

Michael Sebörk für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Auf dem Weg In der Hektikverlor ich mich Im Lärmging ich unter Die Zeit rasteEs stürmte Nach Ruhesuchte ich Auf dem Wegzu mir selbst. Eile und Stillstand Wer immernur inEile ist Sieht nichtsund verliert Den Wegzu sich selbst Im Stillstanderkennst du Was dusuchst. 1963 geboren in Koblenz/Rhein. Ich schreibe…

Immer weitergehen 

Theresia Plank-Zebinger für #kkl41 „Rasender Stillstand“ „Immer weitergehen  Es gibt kein zurück Rasen war gestern“ Theresia Plank-Zebinger, Malerin Über #kkl HIER

Eros 433

Rene Gatterer für #kkl41 „Rasender Stillstand Eros 433 »Steine, Krater, Meteoriten und alle anderen aus Mineralien bestehenden Körper die sich unter die Kategorie Konglomerate mischen, haben eine Sache gemeinsam.« So ungefähr leitete Gerald Weißbeck, ein junger Geologie und Astronomie Dozent an der Universität Schlosshofen seine Kurse ein, um die jungen Gesichter für den Unterricht zu…

AUFGEGANGEN

Miriam Brümmer für #kkl41 „Rasender Stillstand“ AUFGEGANGEN Über die Umsicht hinaus um ihr Leben gerannt, vorbei an schwarz-weiß Genuss in grüner Idylle, an Märchen ohne Schloss, das Prinzen entbehrt. Dahinter geschaut, auf grau grüne Krisen, getürmt, gesteigert bis in den Wolkendunst. Einer schließt den Himmel auf, mit einem Hauch aus letztem Loch geht eines auf.…

Ausgefranst

Tanja Schwibinger für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Ausgefranst Ich wollte fort. Unterwegs sein und erstmal nirgendwo ankommen. Fremdsein in der Fremde, bevor ich den Mut aufbrächte, auf meinen ureigenen Kern zu treffen, im grenzenlosen Erstaunen, dass ich ihn immer schon in mir getragen hatte. Dieser Kern, der tief in meinem Inneren den Wunsch barg, einen Platz…

Rasen der stillstand

Britta Pape für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Mein Name ist Britta Pape. Ich bin am 27.8.1963 in Dortmund geboren. (Gelernte Bankkauffrau, verheiratet, vier Kinder, Geschäftsführerin einer Firma.) Die Tagebücher meines Opas aus dem Zweiten Weltkrieg haben mich inspiriert selbst zu schreiben. Einige Gedichte zu Themen, die mich bewegen, habe ich auf meinem Blog http://www.gedankenmelodie.de  veröffentlicht. Fotografien,…

Selbsterkenntnis in den Pyrenäen

Dr. Franziska Proskawetz für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Selbsterkenntnis in den Pyrenäen – Von einer Reise, die bewegt Ich schreibe selten Reiseberichte. Doch nach einer Höhlenexkursionen in Frankreich verspüre ich ein starkes Bedürfnis, meine Erlebnisse und Empfindungen in der Höhle zu Papier zu bringen. Es ist kaum in Worte zu fassen, wie es sich anfühlt, tief…

Endloses Ensemble

Konstantina Hornek für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Endloses Ensemble Auf einer modrigen Holzbank, die unbeweglich still zu stehen scheint inmitten einer Unendlichkeit an überlagerten Rhythmen. Doch selbst sie, ihre Oberfläche unter dem Mikroskop, lebendig wie ihre Umgebung: tausende sich gleichzeitig bewegende Organismen. Diese nur ein kleiner Bestandteil im unendlichen Bewegungsfluss, den ich restlos in mich einsauge.…

Arbeitsamt

Markus Frittum für #kkl41 „Ransender Stillstand Arbeitsamt Mir ist kalt, obwohl ich schwitze. Ich wische mir die Perlen von der Stirn. Peinlich. Der Wortschwall der Beraterin föhnt mir entgegen. An mein Gehirn dringen nur dumpfe Laute, die mich an die Lehrerin der Peanuts erinnern: Qua-qua, qua-qua, qua-qua. Alles Textbausteine. Kenne ich. Wiederholungen in Dauerschleife. Für…

next one, please!

Ingeborg Woitsch für #kkl41 „Rasender Stillstand“ next one, please! Ingeborg Woitsch lebt in Berlin. Sie ist Redakteurin und Zeichnerin der Zeitschrift „Punkt und Kreis“ und leitet bundesweit die „mittelpunkt-Schreibwerkstätten“ für Menschen mit Assistenzbedarf. Über #kkl HIER

Schwebend leicht im Rausch der unendlichen Endlichkeit

Kristina Spakowskaja für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Antiutopisches Drama Prolog Schwebend im Rausch der unendlichen Endlichkeit,Gleite ich voran in den Schluchten der Zeit.Durch Raum und Fels, unbegrenzt in der Weite,Suchend nach der Lösung der Unendlichkeit. Fühle mich frei, doch fesselt mich der ewige Stein,Verloren in der grenzenlosen Unendlichkeit,Gefangen im Sog der endlosen Realität,Und doch, in diesem…

Fahrtwind

Eleni Buck für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Fahrtwind Manchmal, wenn ein Zug an einem vorbeifährt, dann fühlt es sich so an, als ob ein kleiner Teil der Seele mitzieht mit den Wagons. Fast unbemerkt, ganz leise und versteckt, wie ein Flüstern, haucht es dann in einem und aus einem heraus „weg will ich“. Doch der Körper…

Endgültiges Gemälde: Künstler und Schicksal

Elisabeth Guarcello für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Endgültiges Gemälde: Künstler und Schicksal Die Malerin meditierte lange vor ihrer Leinwand. Ist das Ihr zweites Bild? Sie zählte nicht mehr. In den letzten Jahrzehnten hat ihr jeder besucht: alt, jung, männlich, weiblich oder beides. Sie war nicht wählerisch, sie schaute sich den Körper auf dem Bild, an. Sie…

Eintönige Vielfalt

Christoph Sames für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Eintönige Vielfalt Ich war seit Tagen an der Küste Spaniens unterwegs und ein Ort glich dem anderen. Die typischen, modernen Küstenmetropolen mit ihren schnurgeraden, palmenbesäumten Strandpromenaden reihten sich aneinander wie Wechselstuben an einer Landesgrenze. Den Namen der Stadt durch die ich an diesem Tag ging, habe ich schon vergessen.…

Rasender Stillstand

ingo cesaro für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Rasender Stillstand All` die Hetzerei. Termine Zahlen mails – drückt er in feuchten Ton. Aus dem Teufelskreis                              Termine Zahlen und mails – entkommt er träumend. Nur dieses Hetzen und die Zahlenkolonnen – kühlt die Stirn am Stein. Immer nur Hetzen und Zahlenkolonnen. Stein – kühlt fiebrige Stirn. Ständig nur…

gesperrt

Christian Peitzmeier für #kkl41 „Rasender Stillstand“ gesperrt /das hirn ist ein wirres feld rasender GEDANKEN im käfig der fesselung/ /im sich drehenden zyklus des geistes verlieren sich die worte weil sie den weg heraus nicht mehr finden/ /das bewusstsein erschafft famose ideen die unbändig verglühen weil der körper stillsteht im HABACHT der verweigerung/ /der dichter…

Zeit versetzt

Isabel Neumerkel für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Zeit versetzt Die Uhren ticken gnadenlos. Im Laufschritt jag ich meinen Puls. Am Gleis ist niemand mehr zu sehn. Der Zug ist weg; ich bin zu spät. Gedanken rattern meilenweit auf alten Schienen durch die Zeit. Die müden Augen schließen sich, doch aufgegeben wird jetzt nicht. Ich denke mich…

Zehn

Birgit Enderlein für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Zehn Sie sah durch die Scheibe und entdeckte ihn am letzten Tisch des Cafés. Den Kopf auf beiden Händen gestützt, las er in einem Buch. Sie ging nochmal einen Schritt zurück und verharrte einen Moment. Dann drückte sie die Klinke und trat ein. Er schaute auf, zur Tür und…

Im Moment

Birgit Palasser für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Im Moment Finster, stockdunkel ist es um mich. Meine Augen sind weit aufgerissen und dennoch kann ich nichts erkennen, gar nichts. Schwärze, kein einziger Lichtschimmer zu sehen, kein Fünkchen, kein Lichtblitz. Alle meine Sinne sind auf scharf gestellt. Ein lautes Ticken setzt sich in meinen Ohren fest, ununterbrochen tickt…

Der brennende Baum

Tanja Wagner für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Der brennende Baum Es staute sich wohl und in schimmligen Jahren Da jagte ein Wasser zum Baum Und riss seine Blätter und riss an den Zweigen Und schlug seine Äste und schlug sich am Stamm Und es packte die Erde und schlug sie zu Trümmern – Der Baum stand…

Nachtgedanken

Armin Bachhuber für #kkl41 „Rasender Stillstand“ Nachtgedanken  Ich bin wach! Irgendetwas hat mich aufgeschreckt. Der Wecker war es nicht, sonst würde er jetzt noch sein ekelhafter Piep, Piep von sich geben, das mit der Zeit immer schneller und heller wird, wenn man nicht den „off- Knopf“ betätigt. Noch habe ich die Augen geschlossen, aber könnte…

Die weiße Fahne

Helmut Hostnig für #kkl40 „Friedenskultur“ Die weiße Fahne Die Straße ist noch nicht geteert. Fuhrwerke hinterlassen Rillen, in welchen sich das Wasser sammelt, wenn es geregnet hat. Anfang und Ende der Straße verlieren sich in jeder Blickrichtung am Horizont, da es auf beiden Seiten bergab geht. Sie ist von Häusern gesäumt, die alle gleich ausschauen.…

Lob der Feigheit

Franz X. Scheuerer für #kkl40 „Friedenskultur“ Lob der Feigheit Zur seiner Feigheit mutig stehenwenn in geistiger Windstille die Fahnen wehenIn der Enge weiter Ebenender Kränze Dornen sich entledigen Im Salon der Ängstlichkeitgibt sich die Furcht ein StelldicheinIn der Sorge edlem Glanzgebührt dem Wankelmut der Tanz In Losigkeit die Ehre lassenweder sich lieben noch sich hassenErgebene…

Haltung

Jason Colbird für #kkl40 „Friedenskultur“ Haltung zu meiner Haltung zur Liebe. Mit der Liebe wird sie gebeugt meine Haltung oder begradigt oder begnadigt. Zum Frieden in mir Draußen Friedenshaltung Entscheidung Aktivierung Wir stimmen ein Seelenklang Der weißen Tauben Mitschweben Der Sturm lässt nach Angekommen im Friedenshafen Jason Colbird, Schriftsteller Über #kkl HIER

Für eine Friedenskultur im Geschichtsunterricht!

Ilona Gruber Drivdal für #kkl40 „Friedenskultur“ Für eine Friedenskultur im Geschichtsunterricht! Was lernen wir von der Geschichte, vom Werdegang in unsrer Welt? Was sagt man uns im Unterrichte und welche Wahrheit wird erzählt? Da geht es meistens nur um Kriege schon seit den Heldensagen zählt man als Höhepunkt die Siege. und nicht die Niederlagen. Von…

Wider den Krieg

Gisela Baudy für #kkl40 „Friedenskultur“ Wider den Krieg Wider den Kriegdie Erde umarmen. Für eine Erde mit Kindernund für Kinder mit Erde. Gisela Baudy Altphilologin, Germanistin, freie  (Online-) Journalistin und Autorin in Hamburg. Eigenständige Gedichtbände seit 2016: „Tonspuren – Lyrisches Tagebuch“ (Verlag Stimme fürs Leben, vergriffen), „Worthaut“ und „Blaues Ufer“(Verlag awsLiteratur), „Winter im April –…

Mit Worten

Ingeborg Henrichs für #kkl40 „Friedenskultur“ Mit WortenMit Worten was tunDem Frieden Heimat gebenVernunft beleben Ingeborg Henrichs, zuhause in Ostwestfalen, verfasst kürzere Texte, fotografiert gern Momente, die gedanklich weiterführen. Schätzt das Schöne und Wertvolle in Natur und Kultur. Einige Veröffentlichungen. Über #kkl HIER

Frieden + Freiheit …

Dr. Andreas Lukas für #kkl40 „Friedenskultur“ Frieden + Freiheit … Mit scheuem Licht der Tag beginnt friedvolle Gesänge im Gepäck Grün erstrahlt im Blau des Firmaments zögerliche Bewegung den Alltag einläutet Ein Recken und Strecken im aufsteigenden Sonnenlicht rot, gelb, grün und blau die Stimmung quirlend ein Gähnen und Dehnen die Dunkelheit verdrängt Ein Tag…

Frieden bringt‘s

Bettina Engel-Wehner für #kkl40 „Friedenskultur“ Krieg! – In Gottes Namen? In Gottes Namen! – Krieg? Frieden bringt‘s Es ist allein die Freiheit, die – die dem Menschen Würde verleiht. Es ist allein der globale Zusammenhalt, der – der die Menschheit weiterbringt. Es ist allein die Freude, die die die Herzen aller Wesen erhellt.   Es ist…

Friedenskultur  – Was ist das nur?

Tina Marita Stöckle-Altendorf  für #kkl40 „Friedenskultur“ Friedenskultur  – Was ist das nur? Friedenskultur. Hm.Was ist das nur?Zwei Wörter aneinander Klingen tollAber passen nicht zusammenWiderspruch in sichEinzeln betrachtetKultur:Schafft der MenschFrieden:Sollte er schaffenZusammen betrachtetEigentlich … ganz einfachZuständigkeit geklärt Der Mensch.Genauer betrachtetNie erreicht Er hat versagtEr schafft KulturAber keinen FriedenErgo: keine FriedenskulturWarum nur?ÜberfordertNichts aus der Geschichte gelerntEitelkeitenDämlichkeitenImmer redet…

geschlagen 

Eva Joan für #kkl40 „Friedenskultur“ geschlagen  ein weiteres Gefecht in dieser sinnlosen Schlacht dass wir uns nicht einigen können ist das Einzige worüber wir uns einig sind  verbale Messer sind scharf verletzen tief und Erinnerungen bluten lange aus vielen Wunden  du wirst mich bezwingen doch auch ich werde gewinnen geschlagen besiegt steht am Ende nur das „WIR“ mit dem Rücken zur Wand bittet mit einer weißen Fahne um Kapitulation  Eva…

Drachenfliegen für den Frieden

Ingrid Baumgart-Fütterer für #kkl40 „Friedenskultur“ Drachenfliegen für den Frieden Sie baut einen Drachen aus Glanzpapier,blau wie der Himmel mit weißen Wolkenund einem Schweif mit zehn roten Schleifen,in die sie kleine Zettel einbindetmit guten Wünschen, Gebeten an Gott,lässt den Drachen hoch, höher aufsteigenmit ihm die Liebe, die sie im Herzen trägtund bittet Gott inständig um Friedenin…

Innerer Friede

Marike für #kkl40 „Friedenskultur“ Innerer Friede Friedenskultur was mach ich den nur ich suche Frieden im Außen und warte weiterhin auf draußen hoffe, dass andere sich ändern und muss mich deshalb herumärgern und hab längst vergessen es geht ganz leicht ich schaffe Frieden in meinem Reich wenn es doch offensichtlich ist Frieden gibt es nicht…

zeiten. wortsysteme. konkurrenzen.

Tim Tensfeld für #kkl40 „Friedenskultur“ zeiten. wortsysteme. konkurrenzen. erinnere mich an sie. all die texte, die ich schrieb. im frieden. mit stille im akt. im büro. auf einem stuhl. frieden. mit all seiner brüchigen haut. im kopf. auf dem papier. in den straßen. feuer liegt in den straßen [mehr auf ihnen], und die sind nicht…

Eine Kultur des Friedens.

Stephanie Hope für #kkl40 „Friedenskultur“ Eine Kultur des Friedens. Eine schöne Vorstellung. Nur leider noch immer Utopie. Wir beschreiben uns alle als Kultiviert und friedlich. Aber was, wenn’s drauf ankommt? Frieden ist ein starkes Wort. Ein Traum. Kultur? Ur-Kult? Kult? Zwei Kulturen prägen unsere Vergangenheit. Germanen und Christen. Krieg und Frieden? In der germanischen Kultur…

Ohne dich

Petra Bobbenkamp für #kkl40 „Friedenskultur“ Без тебя – Ohne dich Ohne dich will ich nicht sein.Du gibst mir Wärme,du gibst mir Kraft,du gibst mir zu essen,du schützt mich gegen Stärkere.Auch wenn wir manchmal streiten wie Kinder,du gehörst zu mir und ich gehöre zu dir.Auch wenn wir manchmal schweigen wie ein altes Paar,wir können nicht ohneeinander.Wir…

Bilanz

Oliver Fahn für #kkl40 „Friedenskultur“ Bilanz Endlich weniger Kriege,dafür mehr Lichterketten,endlich weniger Hiebe,dafür in Frieden betten.Endlich weniger Waffen,dafür mehr Solidarität,und viel weniger gaffen,dafür ein Nachtgebet.Und zu guter Letzt,mehr vom Du im Ich seh’n,das wären wohl Rezepte,um in Eintracht aufzugeh’n. Oliver Fahn wurde am 21. März 1980 im oberbayerischen Pfaffenhofen an der Ilm geboren. Unter anderem…

Imagine

René Oberholzer für #kkl40 „Friedenskultur“ Imagine In diesem ZimmerFehlt JohnFehlt YokoFehlst du In diesem ZimmerFehlt die MelodieFehlt die MusikFehlst du Und doch istIn diesem ZimmerImagineBist du Metaphysische Repetition Den smaragdgrünen SeeIm Tretboot befahrenBis auf den Grund gesehenDen Felsen ausgewichen Der smaragdgrüne SeeImmer wiederAls LektionFür dich und mich Saint-Tropez Der Himmel über dem alten HafenEin hellblaues…

endres peace

Odile Endres für #kkl40 „Friedenskultur“ Odile Endres studierte an den Universitäten Aix-en-Provence (Lettres Modernes) und Heidelberg (Germanistik, Romanistik, Computerlinguistik). Literarisch debütierte sie 1995 mit „Rendezvous mit Künzle“. In den folgenden Jahren widmete sie sich vor allem der Internet-Literatur, in der sie Wort, Bild, Klang und Programmcode zu einer Synthese zusammenführte. Fast 20 Jahre lang lebte…

D‘Holzkopferten

Christian Günther für #kkl40 „Friedenskultur“ D‘Holzkopferten »Wagen TS-89, für Zentrale?«, hörten wir über Funk. Der Dienst fing gut an! Wir waren keine zehn Minuten auf Streife und die Sonne lugte noch vorsichtig über die östlichen Gipfel. Miriam griff zum Funkgerät. »Wagen TS-89, Homberg hört«, bestätigte sie. »Wo sind Sie grad?« »B305, Höhe Schmelz.« »Passt! Dann…

Lale Devri (Tulpenzeit) 16. Jhd.

Rainer Reno Rebscher für #kkl40 „Friedenskultur“ Lale Devri (Tulpenzeit) 16. Jhd. Turban trug man damals noch in Istanbul – Tülbent. Turbanblumen reisten vom Bosporus bis Wien und Holland – kurz nachdem Europas Städte vor den Türken zitterten. Der Farbenrausch der Tulipane goss sich über Praterwiesen und am Tulpenmeer lag Amsterdam. Turbomanisch, manotulpisch, hollantürkisch, türkhollandisch, alle…

Trost, Hoffnung, Glaube

Harald Birgfeld für #kkl40 „Friedenskultur“ Aus Essay: Zeit was ist das Trost, Hoffnung, Glaube Zur Erinnerung: Zeit ist die Wahrnehmung eines Ereignisses. Fehlt die Wahrnehmung, gibt es keine Zeit und kein Ereignis. Trost ist das erfüllte Verlangen nach Beseitigung eines seelischen Schmerzes. Die Beseitigung kann z.B. Zuspruch sein, also die Weitergabe einer Wahrnehmung eines Ereignisses…

Davor und davor und davor?

Christiane Schwarze für #kkl40 „Friedenskultur“ Davor und davor und davor? Betrachte den schrecklichen Moment.Schau nicht zurück.Es kann nur diese eine Antwort geben.Auf der anderen Seite gibt es keine Unschuldigen. Erinnerung an eine Zeit,in der alles eine Geschichte hatte.Sezieren des DAVOR –nicht um Geschehenes zu rechtfertigen,sondern um zu verstehen,wie es dazu kommen konnte.Damals nannte man diese…

Friedenskultur  

Monika Schlößer für #kkl40 „Friedenskultur“ Friedenskultur  „Der Frieden ist eine kleine, zarte Blume, auf die wir ganz besonders achtgeben müssen, damit sie im Schatten der Großen und Prächtigen nicht zertrampelt wird.“ Beinahe mantrahaft wiederholte Birte jeden Abend diesen Satz, wenn sie das Buch mit den Gute-Nacht-Geschichten beiseitelegte und ihren Kindern eine friedliche Nacht wünschte. Ihr…

Wenn Zeitgenossen

Robert Höpfner für #kkl40 „Friedenskultur“ Wenn Zeitgenossen die Friedensfrage stellen Das Herz ein Morgenstern, der eisern in der Brust schlägt. Die Blicke Bajonette, den kalten Augen aufgepflanzt. Die Zunge eine Klinge, scharf darauf, Wunden zu schneiden. Das Gesicht eine Maske, unter der sich die Lügenfratze verbirgt. Der Kopf eine Zeitbombe, die nicht ganz richtig tickt.…

Der Feind

André Hénocque für #kkl40 „Friedenskultur“ Der Feind Jacqueline Schmitz, eine echte Rheinländerin, hatte Humor, war aufgeschlossen und tolerant. Jedenfalls sagten es die Meisten, wenn sie von ihr sprachen. Die hübsche Blonde selbst war mit diesen Zuschreibungen einverstanden. Heute hatte sie den Nachmittag frei und Jacqueline genoss den kühlen Rosé auf der Terrasse des Jugendheims. Sie…

Was RETTET die WELT?

RENATE TISCH für #kkl40 „Friedenskultur Was RETTET die WELT? Kann Liebe die Welt noch retten? – Eine Podiumsdiskussion Podium frei für die Teilnehmer. Mein Name ist Ike Ildendorff. Ich führe durch die heutige Diskussionsrunde: Wie Liebe die Welt retten kann – anders gefragt: Kann Liebe die Welt noch retten? Mit mir diskutieren darüber: Simone Hoffnang,…

Engelchen und Teufelchen

Stefanie Bräunig für #kkl40 „Friedenskultur“ Engelchen und Teufelchen Es waren einmal ein Engelchen und ein Teufelchen. Sie saßen auf je einer Schulter eines Lichtwesens. Jeder der beiden war sich sicher, dass er das Sagen hatte.  Allerdings wussten sie beide nicht, dass keiner von ihnen weder die Hosen anhatte, noch das Zepter in der Hand hielt……

Wege zur Freiheit

Michael Hübner für #kkl40 „Friedenskultur“ Wege zur Freiheit Wahrheit in Südafrika Lichter in Leipzig Regenschirme in Honkong Kniefall in Warschau Marsch auf Washington Salz in Indien Panzergespräche in Prag Wege zur Freiheit Es wird gut Es wird gut Worauf solche Hoffnung gründen Bei all dem wie die Welt sich zeigt Wenn ich hinauf in den…

Dezente Worte und Chancen

Anita Lang für #kkl40 „Friedenskultur“ Dezente Worte und Chancen Seltsam, was dezente Worte manchmal bewirken können. Es war vor zwanzig Jahren. Ich erinnere mich daran, dass sie Martina hieß, unsere Kommunikationstrainerin im Trainee der WU Wien. Es war angenehm, mit ihr zu sprechen. Zum Abschluss ihres Seminars sagte sie: „Gebt ihnen noch eine Chance.“ Sie…

Vom Frieden

Andreas Rucks für #kkl40 „Friedenskultur“ Vom Frieden Wer Liebe sucht, braucht Frieden. Ohne Frieden gibt es keine Zweisamkeit ohne Angst oder Hass. Frieden ist wichtig. Ich lebe im Frieden. Deshalb geht es mir hier gut. Aber die Kriege in der Welt, lassen mich zweifeln Wie soll Frieden weiter bestehen? Frieden ist wichtig. Glücklich ist, wer…

Mein Friedenslied

Ines Göbel für #kkl40 „Friedenskultur“ Mein Friedenslied Im Herzen erwacht die Taube Aus ihrem einsamen Schlaf Hebt die weißen Flügel Zielstrebig in die Weite Sie kennt ihren Weg Mutige kleine Taube Mit dem grünen Zweig Des Lebens im Schnabel Mehr braucht sie nicht Alles Leben ist zart Und vergeht zu schnell Wer darf es beenden?…

Kompromissvorschlag

Gad Kaynar Kissinger für #kkl40 „Friedenskultur“ Kompromissvorschlag Ich schlage einen Kompromiss vor. Ich werde mich ganz dünn zerreiben bis nichts übrig ist als trockenes Holz bis ich so sehr glänze dass die Sonne von meinem Anblick geblendet mit mir eure Papierleichen durchlöchert Ich schlage einen Kompromiss vor. Ich werde in leeren Sitzungssälen stehen wie ein…

Eine Kultur des Friedens.

Stephanie Hope für #kkl40 „Friedenskultur“ Friedenskultur Eine Kultur des Friedens. Eine schöne Vorstellung. Nur leider noch immer Utopie. Wir beschreiben uns alle als Kultiviert und friedlich. Aber was, wenn’s drauf ankommt? Frieden ist ein starkes Wort. Ein Traum. Kultur? Ur-Kult? Kult? Zwei Kulturen prägen unsere Vergangenheit. Germanen und Christen. Krieg und Frieden? In der germanischen…

Das hier unten hat den Ungeist

Monika Preiß für #kkl40 „Friedenskultur“ Das hier unten hat den Ungeist Mein Liebster, lass uns steigen aus diesem Höllenquader über das Geschwader in die Höh’ in die Kategorie der Friedensfürsten denn viel lieber möcht’ ich wie ein Vogel dir im lichten Blau begegnen mit breiten Schwingen dich umfliegen von Liebe angetrieben Das hier unten hat…

Das Märchen von den Friedenstauben

Dr. Karola Meling für #kkl40 „Friedenskultur“ Das Märchen von den Friedenstauben Dr. Karola Meling, geb. in Grevesmühlen, Dozentin für Kreatives Schreiben in der Freien Akademie Braunschweig    Beiträge in Anthologien wie z.B. Premio Letterario „Mons Aegrotorum“, Antologia Poetica, 1996,  „Zeit nur für mich“, Herder Verlag, 2002,  „Jetzt“, Axel Dielmann-Verlag, 2010, Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.…

Gipfel der Unruhe

Martin A. Völker für #kkl40 „Friedenskultur“ Gipfel der Unruhe Den Wald mit seinen dunklen Tannen hast du hinter dir gelassen. Frühlingshell wird alles. Die morgendliche Kühle ist einer angenehmen Lauheit gewichen. Der vor dir liegende Weg schlängelt sich und steigt an. Du spürst es in den Waden und Oberschenkeln. Tiefer geht dein Atem, dein Gang…

Krieg und Frieden

Katrin Streeck für #kkl40 „Friedenskultur“ Krieg und Frieden Krieg Zerstörte Häuser und zerborstene Straßen Der Mandelbaum im Park blüht wie in jedem Jahr Menschen sind blind von Staub und Angst Frieden Glänzende Häuser und glatte Straßen Der Mandelbaum im Park blüht wie in jedem Jahr Menschen rufen: Wie schön! Diese Blüten! Mein Name ist Katrin…

Freunde

Dr. phil. Fritz Haselbeck für #kkl40 „Friedenskultur“ Freunde Trauen Vertrauen Schwebende Turner auf schmalem Gebälk Jongleure mit Charme Freundschaft bewahrt wie mooreichener Stamm gegraben aus dunkler Kuhle Liebe Sie spinnt mit seidenen Fäden mit zarter Hand Goldgezier für Dich Melodisches Spiel auf klingenden Saiten Du spielst mit entbundene Leidenschaft Lebensblick Du hältst zu mir Enge…

„FRIEDE“

Rose Black für #kkl40 „Friedenskultur“ „FRIEDE“ Acryl auf LeinwandOriginalmaße: 100 cm × 70 cm – Entstehungsjahr: 2023 „Der Wunsch des Friedens ist ein allgegenwärtiger Wunsch der tief in uns verankert ist. Die Realität sieht oftmals anders aus. Doch die Hoffnung bleibt bestehen. Dafür steht dieses Werk. Es liegt in unseren Händen.“ Delila Berger, bin 41…

Ringparabel Canceln

Jochen Stüsser-Simpson für #kkl40 „Friedenskultur“ Ringparabel Canceln 1. Canceln und Boykott sind Schrott Was will er, was meint sie, wir müssten sie hören nicht nur sie 😉 alle beide, bitte nicht stören zu Wort kommen lassen wir jede und jeden zu anstehenden Themen müssen wir reden kontrovers, überraschend und neu soll es sein und stimmen…

Im Zeichen der Humanität

Einsendungen aus der Medienwerkstatt LebensGroß für #kkl40 „Friedenskultur“ Im Zeichen der Humanität von Michelle Pagger Wo gelieferte Waffen Blut vergießen, kann kein Pflänzchen Frieden sprießen. Mit Mitgefühl und Verstand bringen wir besser Harmonie ins Land. Wenn das Ego schrumpft, kommt die Vernunft ans Tageslicht. Du kannst es fühlen, wer die Wahrheit spricht. Dort wo die…

es sind (die) menschen

Jens Faber-Neuling für #kkl40 „Friedenskultur“ es sind (die) menschen nicht systeme, lebendig, aus fleisch, aus blut, geist, seele, mit entscheidungen,im kleinen, im großen, produziert, die waffe, der stich, ins herz, in den verstand,oder segen, der dem , anderen weitergegeben, immer eine wahl,waffenfabrik, oder waffelfabrik, messer, gemüse oder leiber, schneiden,mitmachen, oder, nein sagen, frieden, krieg, gestalten,…

Frieden

Michael Sebörk für #kkl40 „Friedenskultur“ Friedenskultur Frieden ein Garten Gepflegt und kultiviert Damit der Krieg Nicht wachsen kann. In Frieden leben Frieden will ich einatmen Frieden will ich ausatmen In Frieden will ich leben. Michael Sebörk 1963 geboren in Koblenz/Rhein. Ich schreibe unter dem Pseudonym Michael Sebörk. Studium der Pädagogik in Köln und Oldenburg. Zurzeit…

VIELLEICHT

Oliver Kai Knütter für #kkl40 „Friedenskultur“ VIELLEICHT gab es sie schon, die eine große Idee, die alles Morden und Töten auf der Welt beendet hätte, doch niemand hörte sie, weil die Frau, die sie hatte, nicht mehr sprach, denn wenn sie sprach, schmerzten seine Liebkosungen doppelt. Vielleicht war er schon da, der eine Satz, der…

Engel sagen niemals Sie

Nora Seeger für #kkl40 „Friedenskultur“ Engel sagen niemals Sie Sie stellt sich vor, sie läge in einem strahlend weißen Krankenzimmer. Sie meint, dass es ihr in einem solchen Zimmer besser ginge als in ihrem Schlafzimmer mit den dunklen Vorhängen und den ebenso dunklen Möbeln, die wie Mönche in groben Kutten im Schatten stehen und über…

Graue Federn

Maurice Hönscher für #kkl40 „Friedenskultur“ Graue Federn Zwei dunkle und zwei helle Federn Spielen in den Wellentälern Im Wind tanzend, schneller werdend Erklimmen Sie Wellenberge Ach, der Grund, dass diese Federn Hier sind ist, dass ihre Träger Die Tradition des Kampfs bewahren Wutentbrannt zusammen trafen Und darauf ihr Federkleid Lieber tauschten gegen Streit Im Fall…

Yara

Jana Milena Müller für #kkl40 „Friedenskultur“ Yara; aus dem Persischen „die Kraft“ Ich vergrabe meine Hände in glühende Asche. Sie verbrüht meine Haut, beißt in den Augen, quält bei jedem schwachen Atemzug und zwingt mich zu Boden. Verzweifelt kämpfe ich gegen das übermächtige Gefühl der Hoffnungslosigkeit, einzig und allein mein eiserner Überlebenswillen lässt mich nicht…

ES WIRD ZEIT FÜR FRIEDEN

ingo cesaro für #kkl40 „Friedenskultur“ ES WIRD ZEIT FÜR FRIEDEN erschöpfte Schutzengel mit Schusswunden und versengten Flügelfedern ruhen sich in blutgetränkten Ackerfurchen aus dicht daneben in Schützengräben hier tote Feinde dort tote Freunde oder hier tote Freunde und dort tote Feinde austauschbar geworden ähnlich dem Frontverlauf je länger dieser Krieg dauert und die Soldaten irren…

Dort wo die Liebe

Ines Jakubetz für #kkl40 „Friedenskultur“ Über #kkl HIER

Die Kultur des Friedens

Britta Pape für #kkl40 „Friedenskultur“ Die Kultur des Friedens Herrlich, die Sonne scheint, die Vögel zwitschern. Das Frühjahr kündigt sich an. In der kalten Zeit hatte ich viel Zeit mich zu dem Thema Frühbeet zu belesen. Mir juckt es in den Fingern. Ich möchte mein eigenes Gemüsebeet anlegen. Der Gedanke, zu wissen, was man isst,…

Krause bekommt doch nicht den Friedensnobelpreis

Falk Andreas Funke für #kkl40 „Friedenskultur“ Krause bekommt doch nicht den Friedensnobelpreis Der Anruf kommt ziemlich unerwartet. Eine Stimme mit fremdem Akzent. Nordisch? Krause möge sich bitte setzen, denn sein Leben werde sich ändern, wenn er höre, was man ihm mitzuteilen habe – aus Oslo. Krause atmet ein inneres Nein, dann fällt er hintüber. Kurze…

Eine kalte Sünde

Jens-Philipp Gründler für #kkl40 „Friedenskultur“ Eine kalte Sünde Infolge der Tet-Offensive war Walecki einst aus der US-Armee desertiert. Am Tag des Neujahrsfests im Jahre 1968 hatten die nordvietnamesische Armee und der Vietcong einen Überraschungsangriff gestartet. Walecki war zu dieser Zeit in Saigon stationiert gewesen. Die dichten, weißgrauen Rauchwolken über der Stadt kann er nicht vergessen.…

Sternenhagel

Inken Hübner für #kkl40 „Friedenskultur“ Sternenhagel Die Luft ist noch warm, obwohl der Mond bereits den Platz der Sonne eingenommen hat. Die Grillen zirpen und geben ein Konzert in der Stille der Nacht. Ich liege auf dem Rücken im Gras, um nach oben in den Nachthimmel zu starren. Die Sterne am tiefschwarzen Himmel funkeln um…

Friedenskultur

David Baaske für #kkl40 „Friedenskultur“ „Friedenskultur Die Wirren eines Weltkriegs ziehen still und leise, noch heute ihre Kreise, einem Hai im tiefen Meere gleich. Doch „wehret dem Anfang“ ist Mahner der Geschicht, wir vergessen niemals nicht, Dank der nachhaltigen Bildung. Worte, Werte und Toleranz sind Zeichen neuer Gesellschaft, all das haben wir geschafft, Wandel, des…

Mein lieber Mensch

Claudia Dvoracek-Iby für #kkl40 „Friedenskultur“ Mein lieber Mensch Zwischen uns ist bereits über eine so lange Zeitspanne keine Verbindung möglich, dass du dich wohl in manchen Momenten fragst, ob unsere Symbiose früher tatsächlich bestanden hat. Ob die Erinnerung daran real oder nur eine Art Wunschtraum von dir ist. Ich kann dir versichern, mein lieber Mensch,…

Lichtträger

Joana Wolff für #kkl40 „Friedenskultur“ 2009 schloss Joana Wolff ihr Studium zur staatlich geprüften Grafikdesignerinin Stuttgart ab. 2023 startete sie das Projekt „Die Geschichte hinter dem Bild“,bei dem sich Menschen, die von Kindheitstraumata betroffen sind,bei ihr bewerben können, um ihre Geschichte in einem Porträt erzählen zu lassen.Ihr Antrieb ist es, durch ihre Kunst anderen Menschen…

Der Frieden in der Welt beginnt mit Frieden in uns selbst

Clara Werden für #kkl40 „Friedenskultur“ Der Frieden in der Welt beginnt mit Frieden in uns selbst Da oben tobt der Kampf um Machtpositionen Und wir alle haben Angst dass sich Dinge wiederholen Wir wettern gegen die Regierung, demonstrieren gegen Wände Und legen unser Schicksal ungewollt in andere Hände Ich stehe hier und frag mich was…

Die Frau als Friedensgarant oder Perpetuierung des Kriegs?

Dr. Claudia Simone Dorchain für #kkl40 „Friedenskultur“ Die Frau als Friedensgarant oder Perpetuierung des Kriegs? – Sexistische Rollenstereotype im Rahmen der Friedenskultur “ Unheil beklagen, das nicht mehr zu bessern, heißt umso mehr das Unheil nur vergrößern.““Othello“ von William Shakespeare, I. Akt, 3. Aufzug Meine erste Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex „Friedenskultur“ fand nicht im universitären…

Mauern, die trennen

Dario Schrittweise für #kkl40 „Friedenskultur“ Mauern, die trennen Kalter Wind fegt über die karge Steppe. Die groben Steinbrocken bilden eine niedrige, von Weitem sichtbare Trennlinie zwischen den einzelnen Weiden. Bunte Flechten und Moose schmücken ihre Oberfläche. Das Alter der Mauer ist schwer zu bestimmen. Sie könnte mehrere Jahrzehnte, sogar Jahrhunderte alt sein. Die Vorfahren der…

Aus der Redaktion in die Friedenskultur

Aus der Redaktion in die Friedenskultur Und natürlich geht die Themenausschreibung #friedenskultur außerhalb diesem Magazins so lange weiter, bis Frieden wieder als ein Normal in den Köpfen, in den Herzen sich verankert hat und es in jeder Wirklichkeit auch ankommt. Frieden im Kleinen und im Großen. Die Erkenntnis das nur ein Miteinander funktioniert. Im Bewusstsein…

INNENGEFÜGE

Roland Schmidlin für #kkl39 „Hinter der Zeit“ INNENGEFÜGE In der forcierten Mitte Materienspalt Der bleibende Mondschatten Einsinkt Ewiges Warten Hinter der ausziehenden Zeit Einschenkende Sterne Ums Wegführungsblind An der Linie geführte Bewegung Inne hält Entleertes Glas Ohne Gleichmass mundet Kehrenden tragen Verborgene Im einzigen Moment Der Nachthimmel schiebt in Fülle Sichtzeiten ins geöffnete Aug Als…

Zeitlos

René Oberholzer für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Zeitlos Stehen bleibenIm WüstenwindDie Schatzsuche aufnehmenUnd sich verlierenUnter der SonneWie ein KindZeitlos sein Gestern Gestern lag ich im BettUnd er im Graben Dann nahm ich die ZeitungUnd er das Gewehr Dann begann ich zu lesenUnd er zu feuern Dann kämpfte ich mich von Seite zu SeiteUnd er sich…

Hinter der Zeit meiner Erfahrungen, begann das Erwachen

Heinz Flischikowski für #kkl39 „Hinter der Zeit“ „Hinter der Zeit meiner Erfahrungen, begann das Erwachen.“ Dann wenn Glaube deiner Hoffnung schenkt und Bauch statt Kopf dein Fühlen lenkt wenn Kinderstimmen dich nicht schrecken und Katzen schnurrend Finger lecken wenn Pflanzen sich an dir berauschen und sprießend deinem Atem lauschen wenn deine Leere ist erfüllt mit…

Kaskade

Christian Knieps für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Kaskade Tim geht die Straße hinab und sieht gedankenverloren einem Radfahrer mit knallgrünem Helm hinterher, der verbotenerweise und mit viel zu hoher Geschwindigkeit auf dem Bürgersteig fährt, anstatt den Radweg zu nutzen. Ohne einen richtigen Gedanken zu fassen, ist er geschockt von den Nachrichten, den ihm sein unpersönlicher…

Zwiegespräch

Christiane Schwarze für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Zwiegespräch „Ich habe Hunger.“„Du glaubst doch nicht, dass ich dir etwas koche.“„Früher hast du das gerne gemacht.“„Das ist ewig her.“„Es war eine schöne Zeit. Warum hat sich alles verändert?“„Ich lernte neue Freunde kennen. Außerdem verliebte ich mich.“„Oh ja, du hast gelacht, getanzt und mich herumgewirbelt.“„Ich dachte, es sei…

H I N T E R   D E R   Z E I T

Daniel Mylow für #kkl39 „Hinter der Zeit“ H I N T E R   D E R   Z E I T Irgendwo verhallten die Rufe. Lange Schatten Dämmer fielen über den See. Nervös traten seine Schuhspitzen in den Kies. Das flache Atmen des Windes kratzte an der Haut des Sees. Als der Stein schwarz wurde und…

Erinnerung

Ursula Strätling für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Erinnerung O Liebste, wie soll ich, kann ich, will ich dich vergessen? Vergessen deiner Lippen Zärtlichkeit, Küsse, die zur Einheit uns verschmelzen ließen, wenn auch nur für eine kurze Zeit … Wie Haut an Haut wir miteinander lagen und drängendes Verlangen uns verband, und auch die tausendste der…

Unterwelt

Brigitte Hieber für #kkl39 „HInter der Zeit“ Unterwelt Wenn die Worte versiegen, bauen sie hinter dem weiten Watt verborgen auf dem Meeresgrund ein blaues Schloss mit Teppichen aus Wüstensand. Unhörbare Klänge pulsieren durch leere Räume. Unsichtbare Wände werfen Stille zurück. Niemand bewohnt es. Ich trete ein durch die Tür ohne Zeit. Ein „Gestern“, oben noch…

Museales           

Astrid Hammerthaler für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Museales            Die Nacht hatte sich bereits über die Insel gelegt, als ich gedankenverloren die kleine Anhöhe hochschlenderte, die zum Dorfbrunnen führte. Es war stockfinster. Wir hatten Neumond. Nur die spärliche Straßenbeleuchtung half gelegentlich, den Weg nicht zu verlieren. Da sah ich, dass sich im letzten Haus vor dem…

wenn …

Monika Schlößer für #kkl39 „Hinter der Zeit“ wenn … man das gewusst hätte damals dann … verzweiflung spiegelt sich wider in der unschuld ihrer rehbraunen augen schon senkt sie die lider stopft musik in beide ohr muscheln um in wenigen jahren abermals ihr lebensmotto stolperfrei aufsagen zu können Monika Schlößer Geboren 1949, lebt in Bad…

Die Birke

Daniela Maria Ziegler für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Die Birke Dass es keine gute Idee war, der Einladung auf Annegrets Geburtstagsparty zu folgen, war vorauszusehen gewesen. Sie ärgerte sich über sich selbst. Gleich zur Begrüßung flüsterte ihr Annegret ins Ohr: „Der Blonde da drüben, der ist nicht verheiratet. Alle anderen sind vergeben.“ Sie hielt es…

Ich gehe

Cleo A. Wiertz für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Ich gehe Ich gehe. Gehe fort von dir, von mir, in den Regen hinein, den Nebel. Ich gehe. Gehe fort von den schlagenden Wörtern, Fort von geschmiedeten Sätzen, von überzeugenden Argumenten, von nach bewährtem Schema geführten Diskussionen. Ich gehe. Gehe fort von den zwingenden Schlussfolgerungen, fort von…

Schwellenräume

Michael Hübner für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Schwellenräume Es trauert mich In dieser Wucht noch nicht gekannt Derweil erscheinen mitunter erste Horizonte Im Haus der Erinnerungen Beweg ich mich in Schwellenräumen Mit Neugier schauend mich öffnend Was kommt mir da entgegen So vieles nächst zukünftiges Es braucht die rechte Zeit Den neuen Tag herzt Zuversicht…

IM RESTEHAUS

Katja Ramming für #kkl39 „Hinter der Zeit“ IM RESTEHAUS  Reste von Schönheit Auf faltigen Gesichtern Reste von Weiblichkeit In verschrumpelten Körpern Reste von Lebenskraft In krankem Fleisch Reste von Logik und Vernunft In wirren Kindergehirnen Reste von menschlicher Würde Zwischen Windeln und Erbrochenem Reste von Humor In der Warteschleife Reste von Interesse an einer Welt,…

Der Kokon

Katharina Kappert für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Der Kokon Amalia stand am Fenster und bewunderte das Lichtspiel im Raum. Ihre Finger glitten sacht über den dünnen, fast durchsichtigen Vorhang. Eine zarte Wand, die sie von der Welt da draußen trennte. Nur zu gut kannten ihre Fingerspitzen den Organza schon. Sie hat die Vorhänge noch nie…

es bleibt wie es wird

Doerte Krebs für #kkl39 „Hinter der Zeit“ es bleibt wie es wird             „Bitte, kommen Sie herein.“ Die Frau, die ihm die Tür aufhält, hat mit Can das Vorstellungsgespräch geführt. Er greift in die hingestreckte Hand.             „Danke, dass das heute klappt,“, sagt er und betritt einen dunklen Laden. „mit dem Probearbeiten.“, fügt er lauter…

Geschichten zwischen Leben und Hoffnung

Mandy Schirrmeister für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Geschichten zwischen Leben und Hoffnung Lisa hetzte durch die Gänge des städtischen Krankenhauses. Ein langer Flur mit weißen Wänden und hellem Bodenbelag. Schilder an den Seiten wiesen ihr den Weg. Wenn sie ihn nicht schon kennen würde. Ihre Schritte waren die einzigen auf dieser Station. Sie ließ die…

Wenn die Zeit dich hinter sich lässt

Kia Zweifler #kkl39 „Hinter der Zeit“ Wenn die Zeit dich hinter sich lässt Ich war schon einige Male an dem neuen Café vorbei gelaufen, da es in unmittelbarer Nachbarschaft zu meiner Stadtwohnung lag. In den letzten Jahren zog ich diese meinem geräumigeren Landhaus vor. Noch immer redete ich mir ein, dass ich hier mehr Unterhaltung…

Draußen 1 + 2:

Norma del Camino für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Draußen 1 + 2: Draußen I draußen in den hellen Nächten draußen am weitesten Meer draußen  schreien die Möwen fern durch Welten und Winde so rein so weiß  frei  wie das Leben einmal  werden wir alle  Möwen sein wie verspiegelter Friede im Meeresschaum stehen wir fest an…

Ursprünglich

Marike für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Ursprünglich Hinter der Zeit da steckt die Freud vor der Zeit da steht der Mut damit wir uns was zutrauen voll gut verspielt leben bringt das notwendige Streben nach Freude einer tieferen Art damit wird uns nie fad Hinter der Zeit da steht eine Uhr die zeigt die schönen…

Hinter der Zeit

Janina Thomauske für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Hinter der Zeit wandeln wir wie Schatten. Wie Farben, die ermatten, malt die Zeit ihr graues Bild auf eine Leinwand. Hinter der Zeit rennen wir und rennen wir und wissen nicht, wohin. Doch Zeit gibt scheinbar einen höheren Sinn. Denn wir wissen erst, was einst lieb und teuer…

Der Sound

Felix Röhlke für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Hinter der Zeit Der Sound, dieses, sich immer wiederholende, dumpfe Tuten erklang so laut wie Glockenschlag.Er schrillte in meinen Ohren, selbst als die Ampel wieder auf rot geschaltet hatte.Regungslos stand ich einfach nur da. Leute liefen an mir vorbei, irgendwas wurde gerufen.Mein Kopf war unter Wasser, ich aber…

Hinter der Zeit – was bleibt

Tina Marita Stöckle-Altendorf  für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Hinter der Zeit – was bleibt Irgendwann  Werde ich vergehen  Irgendwann   Nicht mehr sein  Niemand wird mehr an mich denken   Kein Zeuge mehr da  Für mein Leben   Als hätte es mich nie gegeben   Und dennoch   Habe ich Spuren hinterlassen   Diese Welt…

Meer

Marcus Nickel für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Meer Nebelwände ohne Ende werden zu einem Meer aus Schleiern, Raum für Gespenster, für Gespinste aus der Vergangenheit, die gegenwärtig wird, ist ein Angstgewand, Reue, längst tote Tage flattern durch luftige Feuchtigkeit, verdrängen, aber nicht die widerspenstigen Geister. Marcus Nickel, *1976 in Pforzheim/ kaufmännische Ausbildung und Fachhochschulreife/ tätig…

Nur ein Moment

Kevin Yves Fonding für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Nur ein Moment Ein schrilles Piepen drängte sich in meine Gedanken. Der Nebel in meinem Kopf löste sich langsam auf. Schwerfällig wuchtete ich mich zur anderen Seite und presste meine Augenlider auseinander. Schlagartig wurde ich hellwach, als ich die Uhrzeit auf dem Display des Weckers sah: 7:17.…

Im Jetzt der Ewigkeit

Udo Brückmann für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Im Jetzt der Ewigkeit Hinter mir Vergangenheit und Zukunft in der Ferne Der Strahl der Zeit bleibt stetig variabel Er leuchtet hell im Bund erwählter Sterne Und trifft das Stundenglas der Chronos-Fabel Für irdische Belange der dritten Dimension Ticken tausendfach die Lebens-Fristen Die Welt zerteilt und abgegrenzt in…

Wenn der erblindende Maler den Blues singt

Helmut Blepp für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Wenn der erblindende Maler den Blues singt Essenz des Lebens im Detail ausgemalt mit voller Palette Akkorde dazwischen Gesang voller Flusen Mehr Freiheit geht nicht nur ein einziger Takt auf der Wollsaite gezupft Je weniger Augen-Blick desto größer die Flächen scharfe Konturen das Blau mit Rhythmen grundiert Landschaften…

Betrachtet

Lyra für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Betrachtet Neulich ist mir in meinem Kiez aufgefallen, dass hier eine neue Ära begonnen hat.Kann sein, dass andere es vor mir bemerkt haben. Mir ist es entgangen.Mein eigener Veränderungsprozess,das Älterwerden, hat mich beschäftigt. Werde ich schon anderswahrgenommen oder überhaupt mit meiner Individualität noch gesehen?Das Alter repräsentierte für mich bisher…

Was ist Zeit?

Luna Day für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Was ist Zeit? Die Treppen hinunterzurennen, um den Bus nicht zu verpassen ist nicht nur eines der Dinge, die ich an diesem Morgen tue, um nicht zu spät zur Arbeit zu kommen. Aber gerade abgehetzt um die Ecke kommend sehe ich die orangen Lichter, die immer kleiner wurden…

Hinter der Zeit rennt ein Schatten

Mariam Kaba für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Hinter der Zeit rennt ein Schatten Im stetigem Rhythmus der tickenden Zeiger treibt er sie voran, drückt und schiebt gegen die dicken Nadeln. Mit jedem Schritt eine weitere Sekunde, Minute, Stunde, die vergeht, den Atem der Erde bewegt. Der Schatten schwitzt und keucht und bleibt nie stehen, seine…

Galmuth

Ronny Thon für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Galmuth Quietschen. In der Redaktion klebte die Langeweile an den Wänden fest, als dieses Geräusch in meine Ohren schlüpfte. Ohne etwas Spannendes zu erwarten, blickte ich auf und spiegelte mich in den Brillengläsern eines kleinen Mannes. Er schien sehr alt zu sein. Mit der linken Hand umfasste er…

Zahnrad-Familie

Stephanie Hope für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Zahnrad-Familie Das Thema lässt mich nachts nicht mehr schlafen. Es schleicht sich in meine Träume und weckt mich mit Ideen, die ich nicht greifen kann. Ich wache auf und schaue auf die Uhr. Und schon hat sie mich wieder fest im Griff: die Zeit. Aber was liegt denn…

Sprung in die Zeit

Marlis Neuner-Boij für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Sprung in die Zeit Und geflossen in die Zeit gibt es Körper eng und weit Aus dem Sternenstaub genommen sind sie von dort angekommen Spielen nun auf dieser Erde tanzend hier Bestimmungs-Werde Unterschiedlich in Gestalt von des Schöpfers Hand gemalt Verbunden jedoch im Wesens Kern wissen sie von…

Ich. Ein Fragment.

Jürgen Schlusnus für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Ich. Ein Fragment. Was auf meinem Grabstein stehen soll? Der Typ fragt mich tatsächlich und ganz im Ernst, wie es scheint, was auf meinem Grabstein stehen soll. Es ist ein wunderschöner Tag, mit blauem Himmel und so, ein Tag, der wider alle Vernunft den Eindruck erwecken will, als…

„Franzi-und-Hannerl-Gate“

Thyra Thorn für #kkl39 „Hinter der Zeit! Franzi und Hannerl lesen Zeitung „Franzi-und-Hannerl-Gate“ Franzi: „Auwei, jetzt kann man seinen Augen nicht mehr trauen.“ Hannerl: „Setz halt deine Brille auf!“ Franzi setzt sie auf: „Auch nicht besser, ich brauch´ überhaupt keine Brille. Außerdem geht es um eine Bildfälschung.“ (liest vor und hebt den Zeigefinger) „Nur ‚gut,…

Lichtblau

Britta Badura für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Lichtblau Sonnenbekränzte Sehnsüchte nach Händedruck und Umarmung, nach dem Atem von Erzählungen anderer und nach unbeschwertem Lachen. Es flimmerten Nostalgie und Schmerzen auf, flackernd und nicht unter Kontrolle zu bringen. Unter Kronen reichten wir einander freundliche Wortgirlanden und blaue Tulpen über den Zaun, denn der Mindestabstand muss gewahrt…

Andrejs Einfalt

Daniel O’Brien für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Andrejs Einfalt Andrej erwachte. Das Klackern von Hufen auf der Straße hämmerte im Gleichtakt mit seinen Kopfschmerzen. Sonnenlicht schien durch das Fenster der Pension mitten in sein Gesicht. Mit ungeöffneten Augen blieb er liegen, bis er unter zwei schweren Seufzern über das Bett rollte. Seine Hand griff nach…

HARLEKIN

Juliane Sophie Kayser für #kkl39 „Hinter der Zeit““ HARLEKIN Heute ziehen wir uns die Zeit aus und werfen alle Uhren in den Fluss. Und ziehen uns den Tag an                                          wie ein Harlekinsgewand. Juliane Sophie Kayser wurde 1971 in Washington D.C./USA geboren und lebt heute mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Heidelberg. Als…

Das ewige Jetzt 

Stefanie Bräunig für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Das ewige Jetzt  Hinter den Zeigern der Zeit sind winzige Zahnräder, die von einem lustigen, schlauen Kobold gedreht werden. Meist in Richtung Zukunft, dann wieder schlägt sich das kleine Wesen auf die Schenkel, erlaubt sich einen Schabernack und dreht alles andersrum: Vergangenheit. Der Zeit wird ganz schwindelig. „Immer…

Serdeczności

Anette Gladys Violet für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Serdeczności 4. Januar 2019 Schreibst du mir, dass es dir gut geht? Serdeczności, Stulin Im Deutschen gibt es diesen Ausdruck nicht. Er bedeutet mehr oder weniger „Wärme.“ 12. Januar 2019 Du brauchst dich nicht entschuldigen. Ich war einfach besorgt und bin froh zu hören, dass alles in…

Robinson   

Kristiane Kondrat für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Robinson       Er hatte sich im Tag geirrt oder er könnte sich im Tag geirrt haben, es war kein Freitag, es war ein Sonntag gewesen oder es hätte ein Sonntag sein können. Die Tage hatten sich ineinander verkeilt und verschoben, er aber war, auf einem Ast schaukelnd und…

Später

Hannah Stockhammer für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Später *Tocktock* „Hallo, ich bin‘s, die Zukunft. Darf ich reinkommen?“ „Ähm, grade eher schlecht, hab grad wahnsinnig viel zu tun. Schau doch später nochmal vorbei.“ Später… *Tocktock* „Hallo, ich bin‘s wieder, die Zukunft. Darf ich reinkommen?“ „Uff, hast echt einen ungünstigen Zeitpunkt erwischt, bin grade auf dem Sprung.…

In der Arbeit zum Beispiel

Anita Lang für #kkl39 „Hinter der Zeit“ „Für das System des Unbewussten gibt es keine Zeit“Didier Anzieu In der Arbeit zum Beispiel Der Dichter erfindet eine Haut von Wörtern, die sich zusammenfügen, zu einer Figur werden. Zu einer Landschaft, die Schauplatz einer Handlung wird. Er selbst hält sich im Hintergrund. Eine Person schlüpft aus seiner…

Letzten Endes

Franziska Vogt für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Letzten Endes Echos längst vergangner Zeiten Hallen zeitlos durch die Brust, Klagend klingt der Hall der Weiten Weithin über den Verlust. Meine Seele will bewahren, Was Vernunft mir stets verwehrt, Was sie schimpft als Ungebaren, Wird durch mein Gefühl geehrt. Misston wohlgestimmter Sphären Quält mein Sein so lieblich…

Zeitlos

Karin Maria Verschitz für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Karin Maria Verschitz Künstlerin in Wort und Bild geboren 1968 in Graz Über #kkl HIER

Hinter der Zeit

Britta Pape für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Mein Name ist Britta Pape. Ich bin am 27.8.1963 in Dortmund geboren. (Gelernte Bankkauffrau, verheiratet, vier Kinder, Geschäftsführerin einer Firma.) Die Tagebücher meines Opas aus dem Zweiten Weltkrieg haben mich inspiriert selbst zu schreiben. Einige Gedichte zu Themen, die mich bewegen, habe ich auf meinem Blog http://www.gedankenmelodie.de  veröffentlicht.…

DER ZEITVERKÄUFER

Túlio Augusto Lobo für #kkl39 „Hinter der Zeit“ DER ZEITVERKÄUFER Produkt ohne Lagerbestand. Was ist Zeit, wenn nicht das, was uns täglich entgeht? Ganz gleich, wie schnell wir in unseren täglichen Aktivitäten sind, sie erscheint immer als eine begrenzte Ressource, und sie wird offenbar immer knapper, je mehr wir sie brauchen. Zeit ist also etwas,…

FRISCHE KRAFT

Ursula Schachschneider für #kkl39 „Hinter der Zeit“ FRISCHE KRAFT bin nicht ich und bin nicht Du steh neben mir und find‘ kein Ruh hab an alles ich gedacht oder etwas falsch gemacht renn herum wie ganz besessen bin vor Ort und hab vergessen  was ich hier denn machen wollte eigentlich man lachen sollte doch zum…

Hinter der Zeit

Wolfgang Hotz für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Hinter der Zeit hinter der Zeit liegt ein Land in dem Sanduhren Strandzeiten messen hinter der Zeit ist ein Gewand das einstmals en vogue war hinter der Zeit liegt ein Land in dem Stechuhren schoppenstechen hinter der Zeit gibt’s einen Stand an dem Züge sich ausruhen hinter der…

Heimkehr

Helge Bewernitz für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Heimkehr Noch sechs Monate, 21 Tage Sein Blick glitt über die weite, baum- und nebelverhangene Landschaft. Dahinter, das wusste er, lag das Überall. Er war nie dort gewesen. Aber er wusste, dass die alte Beata einst von dort hierher gekommen war. Er wusste auch, dass das Überall sich…

Einst

Karin Alana Cimander für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Einst Wenn deine Haut einst Falten trägt die Erfahrungen und Ereignisse des Lebens widerspiegelnd werde ich dich noch genauso lieben wie an diesem Tag und jede Falte mit einem Kuss bedecken Karin Alana Cimander Schon als Kind und auch später, als Erwachsene, verfasste sie zu Weihnachten, Ostern,…

hinter uns

Florian Wessels für #kkl39 „Hinter der Zeit“ hinter uns wir lassen jahre                             hinter uns                                                     bleichen und weichen uns kaum von der seite wir vergessen die weiten und trennen den saum unserer schritte ein boden – längst schon verbogen trägt uns ins jenseits dieser mitte und entwurzelt uns dem zeitenrund Florian Wessels wurde 1975…

Gute Zucker, schlechte Zucker

Sabrina Binek für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Gute Zucker, schlechte Zucker Ich male ein Mandala. Schon wieder ein Mandala. Ich greife die STABILO Filzer und fülle die Forman auf dem DinA4 Blatt mit Farben. Blau, Rot, Gelb…kann ich den Regenbogen vervollständigen. Es spielt Musik, sie soll der Entspannung zu Nutzen sein. Auch die anderen malen.…

Hinter der Zeit

Jan Moritz für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Hinter der Zeit „Papa, was bedeutet eigentlich ‚hinter der Zeit‘?“ fragte Luzie. Ich warf ihr einen überraschten Blick zu. Sie saß mir am Küchentisch schräg gegenüber, in der Linken das Handy, auf dem sie irgendetwas las, in der Rechten den Löffel, mit dem sie sich langsam und geistesabwesend…

Der ewige Frühling

Sofia Bunnell für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Der ewige Frühling Der Frühling endet nicht, die Luft steht und Anfangs fiel es mir nicht einmal auf. Wenn die Gräser nicht mehr wachsen wollen und die ewige Geburt nicht nur den blühenden Anfang der Knospen betrifft; wenn Winde sich nicht mehr drehen und Seen still stehen; Luft…

Hinter der Zeit

Mika Artus für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Hinter der Zeit Ich bleibe stehen, wiederwillig gefangen,  ich habe meine Chance verpasst,  warum bin ich damals nicht gegangen?  Ich stecke fest, komme nicht fort,  wollte doch nur kurzen Rast,  die Zeit steht an diesem unsäglichen Ort.  Die Zeit hat mich zurückgelassen,  dabei wollte ich nur im Bekannten…

Marseille

E.O. Luft für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Marseille Er fährt an dem schmalen Flussbett entlang, und nach und nach enthüllt sich die vermüllte Landschaft: umgekippte Eimer an der Biegung des Flusses, ein kaputter, unkrautüberwucherter Kinderwagen, ein Benzinfass, das eine trockene Zunge aus Rost herausstreckt, der Kadaver eines Kühlschranks in den Brombeersträuchern. So sah es vorher…

Frühreif

Franziska Winkler für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Frühreif Am Morgen ihres fünfzehnten Geburtstags hat Sophie zum ersten Mal das Gefühl, alt zu werden. Sie schaut in den Spiegel und betrachtet ihr Gesicht. Dort prangt eine winzige Falte links neben ihrem Mund. Die war gestern noch nicht da. Hat ihre Mutter etwa doch recht? Ständig ermahnt…

Auf der Brücke

Victoria-Sophie Zollorsch für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Auf der Brücke Es war ein Seufzen, das durch die sonnigen Gärten hallte und mich innehalten ließ. Die Hühner um mich pickten nach dem Mais, den ich in kleinen Bögen verstreute. In der Ferne klang eine Glocke und ein Kastanienbaum raschelte mit seinem Herbstkleid. Schon verschwamm die Luft…

Die Zeit totschlagen

Wolfgang Uster für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Die Zeit totschlagen Wenn Menschen sich erfreuen, die Zeit totzuschlagen, sollten wir grundsätzlich nach dem Wesen fragen der nun da liegenden toten Zeit im Kontrast zur einstmals belebten Variante, die offensichtlich einen Zustand beschrieb, der keine Tötungsinstrumente benannte und in dem die Zeit lebendig blieb. Es stellt sich…

Der mit dem Spinnrad webt

Luise Reinhartz für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Der mit dem Spinnrad webt Als Zoe dem Raben in die Augen zu blicken versuchte, bemerkte sie, wie ausschließlich eines seiner Augen auf einmal auf sie gerichtet sein konnte, der Kopf leicht schräg geneigt. Eine schwarze Kugel, schimmernd. Was er wohl mit seinem anderen Auge sah? Zoe schnupperte,…

Die Zeit

Maximilian Fischer für #kkl39 „Hinter der Zeit Die Zeit Oh Zeit, wie vergehst du? Mal langsam, mal schnell Doch immer grausam! Nie hab ich Ruh Du quälst mich fortwährend Führst mich durch dauernde Dunkelheit Und was hab ich erreicht? Scheinbar nichts Scheitere mal um mal Verlorener Zeitraum Wo stehe ich? Meine Reise begann mit Not…

Die zwei Uhren

Martin A. Völker für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Die zwei Uhren Der Frühling naht. Zumindest ist das die Hoffnung. Jedes Anzeichen dafür, jede Knospe, jeder Grünschimmer, jeder plötzlich aufsteigende Erdgeruch, wird beachtet. Aber für eine gewisse Zeit glaubst du, dass diese Anzeichen sich nur ungenügend verdichten, und der Frühling in diesem Jahr ausbleibt. Doch dann…

III Im Verhältnis zum Licht

#scribblingeve für #kkl39 „Hinter der Zeit“ III Im Verhältnis zum Licht In der Wohnung wird es Abend. Sie hat breite Dielen, der Flur ist mittig und relativ schmal. An der Garderobe hängen Männerjacken aus Leder und Cord an Bügeln und auf einem kleinen Tisch steht eine Kerze. Es riecht nach warmem Holz. Der Schlüssel geht…

Zeitwende

Tom Stephan für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Zeitwende Erwachsen wollte ich nie werden. Doch in der falschen Zeit zu leben, ist wie in der richtigen Zeit zu sterben. Ein Mensch ist wer erwachsen wird und ein Kind dabeibleibt.Ein glücklicher Mensch ist, wer wahrlich lebt und nicht nur körperlich leibt. Doch da ist dieser verdammte Kontrast:…

vor der zeit ist

Jens Faber-Neuling für #kkl39 „Hinter der Zeit“ vor der zeit ist hinter der zeit ist in der zeit ist neben der zeit in liebe getaucht angehauchter seinglanz fortwährend und zu aller zeit allgegenwärtig klein ist groß dehnt multipliziert kosmos spiegelt zeit und raum denken enge wird breit wird klar erkannt erfahren weitergereicht den staffel hinter…

Zeitlosigkeit

Nadja Felscher für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Zeitlosigkeit Manchmal möchte ich –  außerhalb der Welt des Verstandes – abstrakte Räume schließen, die erdacht, dem Leben eine Herberge sind, Erinnerungen tilgen, Erkenntnisse löschen, begehrenslos von Wünschen frei – nur gegenwärtig sein. Nadja Felscher, geb. 1971, lebt und liebt die Brandenburgische Provinz.Ihr Vater brachte ihr erste Trompetentöne…

Ich habe vergessen, mich aufzurütteln

Philipp Létranger für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Ich habe vergessen, mich aufzurütteln Weit weg vom Knirschen und Knacken im Eis der Pole brechen Schollen in der Schale der Zeit. Von der kommenden Nacht zu reden ist sinnlos. Nacht ist keine Metapher mehr. Zu sagen, die Tage stopfen sich Licht in die Ohren, bleibt leer. Vom…

hinter der zeit

Lilli Köhler für #kkl39 „Hinter der Zeit“ hinter der zeit ich saß in einem zelt, dem der boden fehlte und neben mir saß ein elch, den ich in norwegen lieben gelernt habe und ich dachte mir noch so ein ding und ich verschwinde hier und ich schaute ihm in die augen ohne zu zwinkern und…

Hinter der Zeit

Thale Lind für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Hinter der Zeit Ich habe die „Zeit“ nie gesehen, nie ihre gänzliche dies und jenseitige Tiefe erahnt noch erfühlt, jedoch suche ich eine fragende Berührung, die nach ihrer schweigenden Unsichtbarkeit, ihrer unaussprechlichen Urheberschaft, die hinter ihr ist. Die „Zeit“ ist eine festgelegte physikalische Definition von Zeitpunkten und Zeitphasen…

Das Versprechen

Alexander Esser für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Das Versprechen Ich sitze am Sterbebett meiner Oma. Heimlich. Denn eigentlich darf ich sie nicht besuchen. Unsere Familie ist seit Langem in zwei Hälften geteilt. „Was hätte ich denn tun sollen?“, fragt mich meine Oma kaum hörbar. Ihre Stimme ist vom Alter gezeichnet, und von Verzweiflung. Vielleicht saß…

Uhr-Werk

Hendrik Fischer für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Uhr-Werk Ein Blick auf den Arm, schon weiß man Bescheid Nicht viel über die Uhr, aber über die Zeit. Wie selten denkt man die Uhr an sich, selbst, wenn sie teuer war; es ist das Ergebnis ihrer Arbeit, das interessiert. So präzise wie diese Uhr ist nichts auf…

Flüchtige Beständigkeit

Christoph Sames für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Flüchtige Beständigkeit Wir sind unbedeutend, wie ein Tropfen Wasser im Meer. Unsere Leben sind flüchtig und nichts scheint für die Ewigkeit zu sein. Trotzdem ist da auch die ewige Wiederkehr von Trennung, Aufbruch und wieder ankommen. Das Leben beginnt mit dem Durchtrennen der Nabelschnur und dem gleichzeitigen Aufbruch…

Das Mysterium der Zeit:

Alina Zaripov für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Das Mysterium der Zeit: Zeit ist relativ. Einige Menschen behaupten, dass die Zeit existiert, andere wiederum das genaue Gegenteil. Ich jedoch stehe zwischen diesen zwei Parteien. Lasst es mich erklären. Albert Einstein sagte mal: „Zeit ist das was man an der Uhr abließt.“ Existiert Zeit überhaupt? Oder ist…

Hinter dem Vorhang der Zeit

Beccy Charlatan für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Hinter dem Vorhang der Zeit Birte war gerade auf dem Heimweg von der Arbeit. Es war dunkel, denn der Winter hatte Einzug im Land erhalten. Aufgrund der kühleren Temperaturen fröstelte sie. Plötzlich riss ihr etwas sprichwörtlich den Boden unter den Füßen weg. Erschrocken schrie sie auf und sie…

Wildwuchs

Vera Hohleiter für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Wildwuchs Am Rande des kleinen Dörfchens lag ein verwahrloster Garten. Moosbewachsen und völlig überwuchert, ließen sich keine Pfade mehr erkennen. Bäume und Sträucher hatten sich ausgebreitet und waren zu einem verworrenen, knorrigen Gebilde zusammengewachsen. Die Kirschblüte war wie jedes Jahr gekommen und gegangen. Die Früchte waren längst von…

„Friedhain’sches Kontinuum“

Jonas Oppermann für #kkl39 „Hinter der Zeit“ „Friedhain’sches Kontinuum“ Herr Friedhain holte seine Gleitsichtbrille vom Optiker ab. 360 Euro für ein neues paar Gläser. Was ein Wucher. Das blieb von der Rente am Ende des Monats gerade noch übrig. Die ganze Fahrt nach Hause ärgerte er sich so sehr über die Kosten der Reparatur, dass…

Hinter der Zeit

Zoé Kirailidis für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Hinter der Zeit Ich sitze nun schon seit einigen Minuten an der Bushaltestelle. Es ist halb vier Uhr morgens, die Straßen sind leer, keine Menschenseele ist mehr zu sehen. Der sperrlich beleuchtete Fahrplan gab an, dass vor 4 Minuten ein Bus hätte kommen sollen. Können sich Busse verfahren?…

TYCHE – The Worldview Community®

Achim Koch für #kkl39 „Hinter der Zeit“ TYCHE – The Worldview Community® Vor Jahren lief im Fernsehen ein Werbespot einer Bank, bei dem eine junge Frau im Hoody durch Frankfurt joggte. Später sah man sie im seriösen schwarzen Blazer und weißer Bluse aus bodentiefen Fenstern der Bank weit über die Stadt schauen. Währenddessen wurde über…

Der Tunnel, indem die Zeit verweilt

Alena Naab für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Der Tunnel, indem die Zeit verweilt „Ich brauche Zeit zum Wachsen. Meine Veränderung, der Wandel bekommt wenigBeachtung. Die Menschen schätzen nur die ausgewachsene Blume, mit den leuchtenden Farben, doch während des Blühens bin ich schon ein Wunder der Natur.“,Zitat einer Blume.Der Mensch geht mit der Zeit, er passt…

Hinter der Zeit

Eleni Mougiakou für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Hinkend, keuchen, renne ich durch die Straßen der verlorenen Stadt. Meine weißen Kleider blutig, mein Hut mir vom Kopf fallend. Um mir atmende Wesen, alle im selben Weiß gekleidet wie ich. Sie alle laufen zu einer großen tickenden Uhr, am Ende der Straße. Ohne den Abgrund zu sehen,…

Der rote Faden

Gabriele Bina für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Der rote Faden Zeitnahe am Zeitnahe Zeitbegrenzt im Zeitraffer Zeitlos im Zeitverlauf Gabriele Bina Einer meiner Lebensmittelpunkte ist die Malerei, Wien der geografische seit meiner Geburt im Jahr 1956. Die Ausbildung zur Textildesignerin ermöglichte es mir mich kreativ zu verwirklichen und im beruflichen Umfeld als Grafiker in einigen…

Der Baum und die Ringe

Ilona Gruber Drivdal für #kkl39 „Hinter der Zeit Der Baum und die Ringe Wie Etwas der Seele sehr nahe verwandtes erhebt sich ein Baum aus der Mitte des Landes. Und wo dieser Baum wächst, dort wachsen auch Ringe, erfüllt sich ein Traum: wir ergreifen die Dinge. So wächst dieser Baum, während Ringe sich weiten, wir…

Einen Tag

Majon Wallis für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Blau in meine Zeilen getupft Worte am Rande der Stunden Ein Lächeln auf fremdem Gesicht Ein Schrei ungehört im Tagestreiben Deine Stimme leise verklingend Das Blau dunkelt gibt Sternenlichter frei später dann atmen wir Morgenrot Majon Wallis, *1957 in Bochum, seit 2010 in der nördl. Eifel verortet, Kunst/Ausstellungen…

Holunderblütenzeit

Bettina Schneider für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Holunderblütenzeit Bis zum Horizont spannt sich der blaue, mit bauschigen Wolken geschmückte Himmel. Schwalben segeln im Zickzackkurs durch die Luft. Das Getreide steht hoch und wogt wie ein gelbgrünes Meer, wenn der Wind darüber streift. Roter Klatschmohn, weiße Kamillen und das Blau der Kornblumen sprenkeln den Saum der…

Mo(nu)mente

Uwe Panzlaff für #kkl39 „Hinter der Zeit“ Mo(nu)mente Da stehen sie die Mo(nu)mente in Stein und Fels getrieben von Menschen. Aus Blöcken gesetzt hoch in den Himmel und gewaltig. Von Menschen Hand? Ist der Moment so wichtig? Um ein Monument zu werden. Für die Ewigkeit? Ist der Stein, der Fels die Ewigkeit? Lieber Mensch denke…

Schwerelos

Gisela Baudy für #kkl38 „Momentum“ Schwerelos Manche Wortelächeln. Sie nehmen dem Alltagdie Schwere und malen Sommersprossenins Gesicht. Gisela Baudy, Altphilologin, Germanistin, freie (Online-) Journalistin und Autorin in Hamburg. Eigenständige Gedichtbände seit 2016: „Tonspuren – Lyrisches Tagebuch“ (Verlag Stimme fürs Leben, vergriffen), „Worthaut“ und „Blaues Ufer“(Verlag awsLiteratur), „Winter im April – Gedichte und Aphorismen“ (Mitautor Christian…

moment:um

Dr. Manfred Luckas für #kkl38 „Momentum“ moment:um wellenreiten im monument valley on a [hoax]horse with no name um herrschaftshohe weisse häuser ganz unter uns die hundertwasser malströme nachhaltiger hedgefonds malignes monstrum im mare nostrum gewinnmitnahmeeffekt-cum-ex-shot schwere erden mit megamoment:um kinderarbeit geht es leicht von der hand zu weisen von PRprofis feiern aktienallzeithoch:zeit in teslaweiss deer…

Hoffnung 1

Heinz Flischikowski für #kkl38 „Momentum“ Hoffnung 1 Leg deine Hand auf die Meine damit ich sehe dass du anders bist und verstehe wie gleich wir sind Leg deinen Kopf auf meine Schulter damit ich dein Haar berühre und dich rieche streichel mich berühre mich führe mich und nimm mir die Angst vor dem Fremden damit…

Die Skizze

Renegald Gruwe für #kkl38 „Momentum“ Die Skizze Was von ihr blieb, ist eine Skizze. Florian zeichnete sie an die Wand des kleinen Zimmers, in dem sie damals wohnten. Die Glühbirne, die das Licht warf, ist längst zerbrochen. Auch die Mansarde unter dem Dach gibt es nicht mehr. Das Haus steht noch. Das Dach wurde zu…

Berührung

Brigitte Hieber für #kkl38 „Momentum“ Berührung Alle Geschichten haben ihre Zeit. Auch die leisen. Wenn das Leben Trauer trägt, dann welkt die Poesie der Birke. Die luftigen Blätter zittern nicht mehr im Wind. Das Rotkehlchen verharrt im kahlen Geäst. Sein Plaudern verstummt. Die weiten Räume falten sich zusammen wie ein Klappstuhl, auf dem keiner mehr…

Momentum mori

Rainer Reno Rebscher für #kkl38 „Momentum“ Momentum mori du winterkahler baum vorm fenster des hospizes bist mit ihr gewelkt dein endgültiges blatt ist in den sterberaum hinein geweht lächelnd friedvoll einverstanden hat sie sich und uns verschont in der letzten Nacht uns heim geschickt wollte ganz alleine mit dem erdig braunen blatt in jene unbekannten…

korrektur

Anne Kohler für #kkl38 „Momentum“ korrektur[einer biografie] in einlebendas nochbiegsam isthabe ichhineingefasst und esgeformt in einenweggezwungen derinstinktzum guten[ewigguten]trieb mich anlangsam gewöhntsich eineahnungslosekindlicheseele anlanglebiges… gehäuse Anne Kohler, geboren 1984 in Magdeburg, lebt in Nordrhein-Westfalen (Haltern am See) und hat u.a. an der TU Dortmund die Fächer Germanistik und Philosophie auf Lehramt studiert. Heute arbeitet sie als…

Der italienische Gartenpark

Anke Schüür für #kkl38 „Momentum“ Der italienische Gartenpark In diesem Moment hörte ich von ferne leise Musik. Ich sah über den Rasen hinüber zu der Baumgruppe, die in einer sanften Mulde lag. Kein Weg führte dorthin. Aber ich fühlte mich magisch angezogen von diesem rätselhaften Ort. Was verbarg sich hinter den Bäumen? Ich lief los…

Haben Sie einen Moment Zeit?

Anita Lang für #kkl38 „Momentum“ Haben Sie einen Moment Zeit? „Hast Du eine Minute?“ Im Moment erzähle ich Dir, was bereits in kürzester Zeit vergangen ist. Mit einem Wimpernaufschlag. Wir Dichter pflegen, Geschehnisse zu erzählen, die wichtige Momente festhalten. Unsere Geschichten sind entweder passiert oder sie hätten sich so zutragen können, wenn es wahr wäre.…

Haltung

Dr. Andreas Lukas für #kkl38 „Momentum“ Haltung Halt im Worte steckt uns abhandengekommen in den Jahren mit Überfluss Ein Wort mit Position haben und einnehmen Klarheit im Verhalten Leben und Überleben prägt Im Nebel zu verschwinden droht was lange selbstverständlich schien Haltung, eine Idee von gestern, aus der Mode? Grundlage des Handelns Momentum für die…

Dienstagmorgen

Pascal A. Strehler für #kkl38 „Momentum“ Dienstagmorgen Die Wolken hingen tief an diesem Dienstagmorgen. Das war der Satz, mit dem Langzeitstudent Arnd seinen Roman beginnen wollte. Er flog ihm irgendwann einfach so zu als er während einer Bahnfahrt (er weiß gar nicht mehr, wann genau und wohin; es muss aber ein Dienstag gewesen sein) aus…

Von der Magie des freien Falls.

Franz Brunner für #kkl38 „Momentum“ Von der Magie des freien Falls. Als 17-jähriger Jungtechniker hatte Oskar keck von der Brücke ins Wasser gespuckt, dabei die Zeit gestoppt, bis der unappetitliche Batzen in die Wellen klatschte. Allein daraus konnte er mittels Kopfrechnen die Höhe der Brücke ermitteln. Ja, irgendwie war er stolz drauf. Bald darauf verliebte…

Herzklänge

Anke Meer für #kkl38 „Momentum“ Herzklänge funkt sorgenlose Morgenstunde, glüht Sonnenaufgang in mir. Am Horizont der tiefen Wunde küsst schwarz das Licht im Wir zartes Salz, wo Sehnsucht brennt tanzen kraftvoll Wasserfarben ein unendlicher Schwungmoment begrüßt irdisch meine Narben. Dunkelheit dreht sich ins Helle des nahen Abends Emotion, fliegt Seelenfreude eine Welle, rauscht wärmster Kammerton.…

Strahlende Augen

Leonore Dubach für #kkl38 „Momentum“ Strahlende Augen ein Lächeln geschenkt am frühen Morgen lässt den Vorbeieilenden einen Moment lang innehalten Bewegt im hier und jetzt einen  Augenblick aus dem Alltag fallen das Heute stupst das Morgen                Ein Nu ist der Augenblick der Moment wo alles steht oder fällt uns entscheiden wie wir handeln Leonore…

Auf der Pont d´Amour

Michael Hübner für #kkl38 „Momentum“ Auf der Pont d´Amour Heute tanz ich auf dich zu klatsch im Takt als ein Tambour Fieberglühen das machst du Treff dich auf der Pont d´Amour Bald schon werden wir uns küssen Wie ersehn ich dein Berühren Hab so lang schon warten müssen endlich endlich dich zu spüren Inspiration für…

Tropfenspiel

Eri Krippner für #kkl38 „Momentum“ Tropfenspiel BirkeGlitzer-baum tau-s e n d f a c hb e p e r lt vomRegen funkelndin der Sonne jähwie die Tropfen auf-blitzen verlöschen sieEine dunkle Wolkeverdirbt derSonne dasSpiel* Moment-Aufnahme Eri Krippner, geboren in NürnbergStudium: Malerei/Graphik + Germanistik/Kunstgeschichte M.A.Grafikerin in Werbeagenturen: München und Hamburg.Au-pair-Mädchen in Genf.jetzt Freiberuflich: Literatur, Malerei, Illustration,…

Richtungswechsel

Ruth Forschbach für #kkl38 „Momentum“ Richtungswechsel Damit hast du nicht gerechnet Richtungswechsel! ungewollt! unvermeidbar! eine Störung der scheinbar gemütlichen Zweieinigkeit in der du dich eingerichtet hast ohne große Höhen und Tiefen zwar hier und da mit kurzem Wehklagen und Alibi-Empören Macht der Gewohnheit routinierte Mittelmäßigkeit und trügerisch schläfriger Einheitstrott waren berechenbare Größen nun musst du…

Momentum I

Philipp von Bose für #kkl38 „Momentum“ Momentum rüderwärts. dem ruder nach den letzten streifen überfliegen. insgeheim der bremse nah, doch ständig huschen alte tiefen. schmerzen treiben. schmerz bewegt. die seele wächst nur fern des lots. oben ist nicht mehr gegeben, ist der mensch in sich bedroht. Momentum II wenn feuer brennt, dann fern von all…

EINHALT

Roland Schmidlin für #kkl38 „Momentum“ EINHALT Der vorletzte Biss Bauchigen Rahmen sprengt Ausgeatmete Leere In sich hinein abdreht Greifende Klammern Festgezurrter Stunden Imaginäre Brücken Zehrender Fingerstreif Handgemachte Uhren Ausgestreckte Fangschübe Brennende Schere Stimmt ein am Schnitt Entweichende Luft Am Signalfenster erdet Heimgebrachtes Bild Wiederholungen benennt Als Roland Schmidlin habe ich am 11.11.1964 das Licht der…

Ewiger Moment

Stefanie Kasimir für #kkl38 „Momentum“ Ewiger Moment In jedem Moment, der uns berührt – steckt ein Stückchen Ewigkeit. Steinzeit Und nun wäre ich gerne ein Stein – in sich ruhende Energie. Der Moment in dem du einschläfst, deine kleinen Finger sacht in meine Haare gräbst, dein Atem zart dich senkt und hebt – ist der…

MEIN SMARTPHONE

Sigrid Wagner für #kkl38 „Momentum“ MEIN SMARTPHONE Seit ich mein neues Smartphone habe, bin ich immer bestens informiert über Neuigkeiten. Es liegt auch schon wieder zur Gesellschaft neben meiner Kaffeetasse auf dem Küchentisch. Da kommt ein „Ping“. Ein Bild von meiner kleinen Enkeltochter, wie sie vier Kerzen auf einem Geburtstagskuchen auspustet. So süß. Obwohl es…

Raum der Zeit

Stephan Weiner für #kkl38 „Momentum“ Raum der Zeit Lieg ich zuhause aufm Rücken. Nehm‘ Fahrt auf. Rutsch in die Küche. Ins Bad. Wohnzimmer. Flur. Seh wie die Tür aufspringt. Seh mich selbst reinfliegen. Will noch was sagen, da geht’s schon raus. Auf die Straße. Wohn am Hang. Rutsch jetzt also schneller. Immer schneller. Noch schneller.…

Dann ist meine Zeit 

Tina Marita Stöckle-Altendorf  für #kkl38 „Momentum“ Dann ist meine Zeit  Ich wünschte, ich wäre eine PflanzeAls Samenkorn warte ich geduldigIn Frieden und unbehelligtBin in mir selbstMuss nicht teilnehmenSolange das Außen nicht passtWill keiner was von mirIch bin nicht totIch bin nicht lebendIch bin einfach nur daKlein und fast unsichtbarUnd warteOhne ErwartungOhne EnttäuschungOhne GramEs wird einen…

Momentan

Friederike Weichselbaumer für #kkl38 „Momentum“ Momentan in der Vorfreude auf den nahen Frühling Wehmut in den Gefühlen Tränen in vielen Augen Hilflosigkeit in den Menschen in Anbetracht des Blickes um sich Im Momentanum zu viel Dunkelheit im Sonnenaufgang Doch die Hoffnung auf das Licht das heilt es bleibt Friederike Weichselbaumer, geboren 1948 in Rutzenmoos, einem…

Die Kraft des Momentum

Klaus Enser-Schlag für #kkl38 „Momentum“ Die Kraft des Momentum Momentum ist die unsichtbare Kraft, die uns vorantreibt, die uns in Bewegung hält, selbst, wenn Hindernisse unseren Weg blockieren. Es ist das Gefühl der Unaufhaltsamkeit welches uns ergreift, wenn wir in den Fluss des Lebens eintauchen und unsere Ziele mit Entschlossenheit verfolgen. So gesehen, ist das…

Schwanengesang

Christa Blenk für #kkl38 „Momentum“ Schwanengesang Er kam überraschend. Der Schuss durchbrach die laue, himmlische Spätsommerruhe und zischte aus der Ferne zwischen Bäumen und Blättern direkt auf seine nichts ahnenden Opfer zu. Obwohl die große August-Hitze jetzt, Anfang September, schon vorbei war und sich der laue Nachmittag mit großen Schritten auf einen milden Abend hinbewegte,…

Briefe

Christiane Schwarze für #kkl38 „Momentum“ Briefe Dürfen Großmütter lügen? Früher hätte ich gesagt: „Natürlich nicht!“Doch dann log ich selbst.Das erste Mal bei Theresas Frage: „Bin ich Papa egal?“Die ehrliche Antwort wäre gewesen: „Es hat nichts mit dir zu tun. In seinem Zustand ist ihm alles egal, sogar er sich selbst.“Stattdessen sagte ich: „Du bist das…

Quantenphysik

Melanie Bäreis für #kkl38 „Momentum“ Der Seiltänzer Das hier ist sein Platz, ganz im höchsten Glück versunken,Betrachtet er den hellen Mond vor der nachtblauen Unendlichkeit.Kein Grund unter den Füßen, nur sternenklare Funken,Fand er sich wieder, gespannt zwischen zwei Punkten,Schimmern unweit.Über dem Horizont, bald über seinem Auge eine Träne schwimmt,Weht unter ihm, die Arme weit geöffnet,…

Tag der Wahrheit

Stefanie Bräunig für #kkl38 „Momentum“ Tag der Wahrheit Habe Musik von Jean Michel Jarre auf meinen Ohren, die mich an schwarze Löcher und das große, weite Universum erinnern.  Ich blicke in die dunkle Tunnelröhre und meine Fantasie geht mal wieder mit mir durch, denn….. was sehe ich da…?! Also hören tue ich in der Ferne…

Detonation

Susanna Ohlsen für #kkl38 „Momentum“ Detonation I Jetzt will ich’s machen, Bitteren Hunger in dir entfachen, Heute werd ich’s wollen, Den frühen Schwüren grollen, Tote Flaschen leeren, Neue Taten ins Unrechte kehren, Unter klammen Gersten, Dir entgegen bersten. Morgen möcht´ ich ruh´n, Und all das nicht mehr tun. Detonation II Jetzt werd ich’s wagen, Gericht…

EILE MIT WEILE

Thomas Schneider fürt #kkl38 „Momentum“ EILE MIT WEILE Eile mit Weile Drei Wörter nur eine Zeile Also verweil dann das wäre heilsam Von der Eile befreit schenkt sich uns Zeit und wir betreten verwundert einen Rosengarten in fernem Jahrhundert Ob wir hier beten oder nicht Wir heben die Hände zum Licht Wir lernen warten REGEN…

O süße Kunst, 

Olivia Grove für #kkl38 „Momentum“ O süße Kunst,  du reizt, verlockst, du störst mein Herz. Zart leis‘ Verachtung schwingt, surrealer Schmerz, der im Nebel tanzt, wie ein Flüstern in der Nacht. O du süßer Augenblick, klopfst nicht ans Tor, plötzlich brichst herein, lässt Zeiten und Distanzen schwinden. Versteckt in meiner Poesie, wo Blitzgedanken sich im…

Ein Augenblick im Grab 

Nadia Mimouni für #kkl38 „Momentunm“ Ein Augenblick im Grab  Manchmal verfiel ich Tagträumen, in denen ich mir vorstellte, wie meine eigene Leiche wohl aussehen würde und fragte mich dann, ob meine lila verfärbte Haut und meine dunklen Augen überhaupt miteinander harmonieren würden. Der Gedanke, dass ich niemals meine eigene Leiche sehen würde, machte mich traurig.…

Heute bin ich Maria

Juliane Sophie Kayser für #kkl38 „Momentum“ Heute bin ich Maria Maria, die mit den zärtlichen Augenbrauen. Kennt ihr die? Heute bin ich Maria. Eine Aquarellfarbe. Eine Aquarellfarbe ist eine Farbe, die nicht den Ton angibt. Ich bin ein einziges JA. Mir geschehe nach deinem Wort. Mein Gott, dass du mir immer so zuwinkst. Empty Cups…

Moment mal! Moment an!

Martin A. Völker für #kkl38 „Momentum“ Moment mal! Moment an! Alles ist im Überfluss vorhanden. Auch an Katastrophen mangelt es uns nicht, wohl aber an Zeit, diese zurückzudrängen oder sogar zu verhindern. Jede Kartenlegerin erwähnt wie selbstverständlich, dass Zeit fließend sei. Wie ein breiter Strom erscheint sie uns dann. Ich habe allerdings den Eindruck, dass…

Ein Moment

Maximilian Fischer für #kkl38 „Momentum“ Ein Moment Ein Moment kann ein Augenschlag sein Oder er dauert eine Unendlichkeit Nicht Zeit, sondern Inhalt prägt Ein Moment besteht manchmal aus nur einem Wort „Nein“ Das Bewusstwerden der Wahrheit Der Unumkehrbarkeit Ist ein Moment des inneren Erschreckens Bringt keine Erkenntnis Nur weiteres Nachfragenwollen Aber bestätigt bloß Scheitern Jemand,…

es liegt an dir

D.M. Sienkiewicz für #kkl38 „Momentum“ es liegt an dir [für d.r.] in all meinen farben kam ich zu dir damit du weißt was dir blüht ich versprach mich an dich ohne mich zu versprechen keinerlei kunststückchen führte ich auf schminkte die lippen ab bevor ich dich küsste meinen stolz brach ich wie eine rose für…

Warum

Cleo A. Wiertz für #kkl38 „Momentum“ Warum Ein Funke springt über, einmal, zehnmal, hoch zehn im Neuronengewitter… Immer wieder neu, immer wieder anders. Irrlichternd zwischen Zellen, Vernetzt, Netze sprengend, allen Netzen entrinnend.. Hier. Dort. Nirgends. Immerzu, rastlos. Immerzu dieses Drängen, dieses Öffnen, dieses Funkeln von Milliarden Neuronen… Warum gerade hier, gerade jetzt zwischen Dir und…

Hannerl und Franzi lesen Zeitung

Thyra Thorn  für #kkl38 „Momentum“ Hannerl und Franzi lesen Zeitung Modernes Bauen Franzi: „Jetzt ist es soweit. Wir müssen uns eine neue Bleibe suchen!“ Hannerl: „Was? Warum? Unser Haus ist doch schön. Ich wohne hier sehr gern. Franzi: „Unser Haus ist zu alt.“ Hannerl: „Das Haus ist jünger als wir und – wenn ich an…

Weinseliger Schwung

Gerwin Haybäck und Reinhold Brandstätter für #kkl38 „Momentum Weinseliger Schwung Treue Gäste in Österreichs Herz feiern gestenreich Schmaus, Gaumenfreude im Hochgenuss. Ward jemand verschieden, gesellig Gelage Gebot. Blumen zieren Tische, wahrer Glanz in Lügen am Stein, im Ereignis Winzer Winter schlief ein zwischen Weinen und Wein. Tumult im eigenen Haus. Reicher Ernte er Dauer lieh,…

Liebe auf den ersten Blick

Lucinder für #kkl38 „Momentum“ Liebe auf den ersten Blick Dieser Moment, dieser eine kleine Moment Kaum länger als ein Augenblick Und doch ist die Erinnerung so schick Doch du hättest du ihn fast verpennt Hättest mich fast nicht gesehen Wäre der Moment nicht passiert Dann würden wir andere Wege gehen Dann wäre unsere Zukunft wegrasiert…

Blickwinkel Hoffnung

Luitgard Renate Kasper-Merbach für #kkl38 „Momentum“ Blickwinkel Hoffnung Zementene Träume verspielt Eingemeißelt das Dunkel in fallende Tage: Der schrille Schrei des Lebens. Kinderlachen vielerorts verstummt. Wohin mit all´ der Zukunft? Und dennoch wächst Grün dort wo kaum Atem wurzelt. im Kleinen bei Dir und mir ein wenig Frieden Hoffnung, Luitgard Renate Kasper-Merbach, geboren 1958 in…

echt unecht

Franz X. Scheuerer für #kkl38 „Momentum“ echt unecht Was ist schon echt? Dein keuscher Duft bei Kerzenschein in heiliger Dezemberluft? Was schon ist wahr? Ist´s dein Gesicht das mich besah im Dämmerlicht? Wie konnte es sein? Gab mich dir hin ein irrer Spleen im Nachhinein wie Rausch es mir erschien? Eine Enttäuschung? Mehr recht als…

Chicago

Margot Lamers-Zigan für #kkl38 „Momentum“ Chicago Morgens um halb sieben ist der Körper müde und der Geist wach. Lautlos gleiten wir durch die Rush Hour, sie ist um diese Zeit aktiver als wir. Der Tag ist längst angebrochen, doch die Nacht ist noch dunkel. Rote Rücklichter und weiße Frontscheinwerfer strahlen in leuchtenden Kometenschweifen. Wir verlängern…

Verweile im Momentum, tritt ein ins Bild

Theresia Plank-Zebinger für #kkl38 „Momentum“ Verweile im Momentum, tritt ein ins Bild Theresia Plank-Zebinger, Malerin Über #kkl HIER

Die Kraft der Gedanken – eine wahre Geschichte

Karin Alana Cimander für #kkl38 „Momentum“ Die Kraft der Gedanken – eine wahre Geschichte Schneeflocken stoben im Wind und fielen auf den Gehsteig, wo sie kurz darauf schmolzen und sich in Matsch verwandelten. Aus dunklen, tiefhängenden Wolken hatte es an diesem Januartag immer wieder gescheit und alles in dunkles, tristes Grau gehüllt. Kerstin ging mit…

Ein winziger Haufen

Ellipse für #kkl38 „Momentum“ Ein winziger Haufen Augen voll mit Trübheit,null Klarsicht,Fenster dicht,ungelebte Zeit verschneit. Es rieselt der Regen,Finsternis ist gewesen,bleibst gefesselt stehen,betäubt vom Weitergehen. Durcheinander vom Denken,Zeit verschenken,um Gefühltes abzulenkenund Geschehenes einzurenken. Pfeifender Wind,Nebelbahnen schweifen geschwind,Lippen taub,Ohren so laut wie Staub. In Erinnerungen eingebunden,Körperseelen verschwunden,bleibst beim Verneinenund endlosem Verneigen. Betrogen vom Leben,zeigt sich dein…

Letzter Akt

Helmut Blepp für #kkl38 „Momentum“ Letzter Akt Wärme ist kein Heim Geborgenheit befällt Öfen glühen ohne Thermostat unter pfeifendem Dach noch einmal La Paloma rühr mein Herz fass mich nicht an du Krüppelfinger so schmerzhaft alte Haut das kehrt nicht zurück in Zwietracht behütet die wühlende Hand im finalen Schritt vor dem Sturz in Albträume…

Schichtdienst

Beate Kraus für #kkl38 „Momentum“ Schichtdienst schlaf sprang mich an ich rang sehr schwach er schnurrte bald auf meiner brust traum wollte nicht zuende gehen vorzeigte und verwehrte lust das wachen war nur pflichtarbeit das liegen aber schwerste zeit ich schlug vom schlaf zum wachen hin wie eine glocke hin und her ich schaute brav…

Moment mal, Momentum!

Lea Stockmann für #kkl38 „Momentum“ Moment mal, Momentum! Willkommen in der absurden Welt des Zeitkarussells, wo die Geschichte sich so häufig wiederholt, dass selbst der größte Fan von Déjà-vu ein Abonnement hat. Statistiken versuchen tapfer, uns zu überzeugen, dass wir in einem endlosen Loop gefangen sind, als wäre die Zeit ein defekter Plattenspieler, der sich…

Wenn ich noch flieg

Anna Adolphs für #kkl38 „Momentum“ Momentum Wenn ich noch flieg bist du schon am Landen der falsche Zeitpunkt für uns zwei deine Disziplin täte mir gut wenn ich nicht wüsste wie wunderbar die Freiheit ist der Moment mit dir war doch so traumhaft schön und doch endet er und liegt in der Vergangenheit Ich stecke…

Das verfehlte Momentum

Ralf M. Ruthardt für #kkl38 „Momentum“ Das verfehlte Momentum Es muss ein Missverständnis sein, denkt er, als soeben das Ergebnis bekannte gegeben wurde. Dabei ist er sich seiner Sache sicher gewesen. So sicher, dass er zu keinem Zeitpunkt seine Ergebniserwartung infrage gestellt hat. Fünfzehn Minuten sollte jeder Redebeitrag bei dieser Parteiversammlung dauern. Klar war, dass…

Das Momentum – ein günstiger Augenblick

Ladislaja Winter für #kkl38 „Momentum“ Das Momentum – ein günstiger Augenblick. Das hätte er jetzt auch gerne. Es lief nicht. Absolut überhaupt nicht. Irgendwann würde es wieder besser werden, dass versuchte er sich selbst einzureden wenn der raue Stein der Brücke gegen seinen Rücken drückte. Irgendwann vielleicht. Es stank. Ich kam, sah und pisste in…

Vor mir der Horizont

Caroline Heindl für #kkl38 „Momentum“ Vor mir der Horizont Ich wusste nicht recht, ob ich vor Aufregung lachen oder weinen sollte. Während mir allein vom Zusehen das Blut in den Kopf stieg, wirkte Nico völlig unbekümmert.Er tänzelte geschickte über das kaum handbreite Seil und wirkte dabei entspannter als so mancher bei einem Balanceakt am Bürgersteg.…

Die eine Schwingung

Jens Faber-Neuling für #kkl38 „Momentum“ Die eine Schwingung Die ein Lächeln hervorruft Halt sie nicht fest Sperr sie nicht ein Lass sie gehen Erlaube ihr wiederzukehren In Freiheit Zeitgleich Hoffnung wird Weisheit Zartheit Die gedachte Zerbrechlichkeit ist eine Teilchentrennung wird eine Wiederzusammensetzung Zart ist Entschleunigung Zart ist hier und jetzt genommen Zeit darauf einlassen mittendrin…

Zwischenwelt

Trude Trautmann für #kkl38 „Momentum“ Zwischenwelt Ein schlaftrunkener Gedanke und sofort in die Tat umgesetzt. Um 7 Uhr früh lief Mila zum Bahnhof. Ein Zug stand fahrbereit am Bahnsteig 1. Als der Zugbegleiter sagte: „Dies ist die letzte Station“, stieg Mila aus, mit der Erkenntnis, dass diese Stadt etwas Wunderbares für sie bereithalten würde. Ihre…

Ich halte deine Hand.

Luca Detemple für #kkl38 „Momentum“ Ich halte deine Hand. Du meine nicht. Draußen verscheucht Wildblütenduft den Winterschlaf – der bei dir weiter anhält. Öffnete dein Fenster, trotz der Verbote. Summe tapfer unser Lied. Ein Monitor malt deinen Herzschlag dazu. Auch wir werden bald schweigen. Der einzige Weg, sagen sie. Es zerreißt mich langsam. Stetig. Leise.…

Momentum

Syelle Beutnagel für #kkl38 „Momentum“ Momentum Herleitung des Begriffs: Momentum: Substantiv neutrum, momenti sprachwissenschaftlich erschlossene, nicht belegte Form: movimentum zu moveo: 1. bewegen, 2. veranlassen. Als nachklassische Bedeutung auch: Bewegung des Züngleins an der Waage = Ausschlag So lautet der Eintrag zu “momentum” in meinem Langenscheidts Schulwörterbuch aus dem Jahr 1979. Der Eintrag ist noch…

Der Weg ins Paradies

Wolfgang Hotz für #kkl38 „Momentum“ Der Weg ins Paradies tanzende Zwerge im Riesen Dickmann mit gnomischen Nasen und Vampirzähnen polonesen durch die Speiseröhre, bizarre Hymnen singend, durch Säureseen stapfend in den Schlingentunnel beim Ausgang nochmal richtig zubeißend, Scheiiiii … brüllen die, die es erwischt hat, andere haben es geschafft die Wände zu durchdringen und marschieren…

Papillon

Michael Scholtischik für #kkl38 „Momentum“ Papillon Still rauscht im Wiesenwind ein Papillon heranrüsselt ein in Sommerflieder und Orchideenzieht verheissungsvolle Blicke in seinen Banndie schon bald weiter wandern hin zu den Alleen Feine Boliden schiessen an deren Endeneine Steilkurve hinauf bis die Pilotenprickelnd sie spüren vom Bauch bis in die LendenUnd darüber den Halt zu verlieren…

Wolken

Dr. phil. Fritz Haselbeck für #kkl38 „Momentum“ Wolken Emporaus den Wasserndes Meereswallendfliehenin fernes Landsie folgendem Sturmin bleiernem Grauwehrlose TriftAus rissigem Grundsprießt zartesLebenWagnisin Unschuld Im Steinbruch Granitener Felskörnig gebrochenHämmern und Schlagengleichtönigaufgesogenvon flirrendem StaubSprengadern klaffenSäulen stürzenschroffVersteinerte Minetriefender SchweißGeschaffenes WerkLohnder Beschwernis Das alte Hoftor Es schlägtgegenbröckelndes Gemäuerausschmiedeisernen Angelnin ebenem GleichmaßRosse trabtenmit stobendem Atemdamalszogen die Fülleder Erntemit kraftvollem TrittVerwaiste…

Die Zeit der fehlenden Worte

Ela Rosenberg für #kkl38 „Momentum“ Die Zeit der fehlenden Worte Stille umgibt meinen Vater. Immer schon. Ich wusste nie, was er denkt. Heute weiß ich nicht, ob er überhaupt noch denken kann. Ist er glücklich? Er lächelt, wenn man mit ihm spricht. Viel häufiger als vor dem Schlag, der einen Teil von ihm löschte. Denkt…

moment um zu denken

Dieter Zaiser für #kkl38 „Momentum“ moment um zu denken rechne mit dem unberechenbaren denke das undenkbare spüre die richtige spur bringe freude den freudlosen nimm den ängstlichen die angst sei menschlich, mensch Dieter Zaiser geb. 30.01.1953 in Kirchheim/Teck Dipl. Ing. Informatik 40 Jahre bei Mercedes Benz Jetzt im Ruhesstand mit  Zeit für mein großes Hobby …

Der Geburtstagskuchen

Helmut-Michael Kemmer für #kkl38 „Momentum“ Der Geburtstagskuchen Die Sensationslust, die Neugierde, das Streben nach Macht und die Gier nach Geld, all diese Charakterzüge schlummern in uns, sie lassen sich nicht leugnen. Diese Eigenschaften skeptisch zu hinterfragen haben oft schon die Vernunft in uns bezwungen. An und für sich damit auseinanderzusetzen ist nichts Schlechtes, solange es…

Augen, Augen – ein Blick, Augeneinblick

Monika Laupus für #kkl38 „Momentum“ Einlustig aufklappbaresBrillenetuigefundenEinenwinzigen Tontopffür einen KaktusentdecktEineFraumit zartfeinen Gesichtszügenim BusgesehenEinenBlicküber die Dächer der StadtgeworfenEineSekundein der Gegenwartgelebt Un étui rigolotrouvé dans un magasinUn pot minusculepour planter un cactusdécouvert chez Gamm vertUne femme au facies finvue dans un busUn regardsur les toits de la villelancé très loinUne secondevécueau présent Wie Vögel tanzen könnenim Wind…

U-Bahn Lindauer Allee

Christina von Lossow für #kkl38 „Momentum“ U-Bahn Lindauer Allee Alles ist viel zu hell. Draußen, auf den winterkalten Straßen, hängen sie Plakate auf für Kinofilme und gehen zur Kirche und machen Licht in den Küchen, wiegen Kinder in den Schlaf, in den Städten der unwissenden Mütter, inmitten vom tiefblauen Rest der Welt. In einer besseren…

Aus der Redaktion – Momentum

Wir brauchen wieder ein Momentum der Erkenntnis, des Verstehens, der Wahrnehmung. Eine friedfertige Art und Weise des Denkens, der Sprache des Miteinanders. Sprache bildet sich immer von unten und wird nicht von oben diktiert. Kulturen bilden sich aus sich heraus und nicht aus einem Gewaltdiktat. Frieden ist immer da, im Herzen und wenn wir die…

In allen Farben

René Oberholzer für #kkl37 „Präsenz“ In allen Farben Mit dirLebe ich TräumeUmarme ich den Himmel Mit dirKüsse ich ErdbeerenVernasche ich Feigen Mit dirFeiere ich die NachtMale ich Sterne an Mit dirVersinke ich im MoorHöre ich Engelchöre Mit dirEmpfange ich LiebeBuchstabiere ich Frieden Mit dirträume ich LichtIn allen Farben Zweisamkeit Ich habe die NachtMit dir verbrachtSagte…

toxisch

Mia für #kkl37 „Präsenz“ toxisch gefangen im Zwielicht im Dazwischen die Dämmerung wirft düstere Schatten bedrohlich kommen die Wände näher schließen mich ein eine dunkle Präsenz am Rande meines Bewusstseins erzwingt Einlass drängt sich auf kerbt sich ein Narben lassen mich nicht vergessen verändert reduziert geht die Sonne wieder auf wie jeden Morgen getrübt begreift…

Transzendentalpoesie

Ingrid Baumgart-Fütterer für #kkl37 „Präsenz“ Transzendentalpoesie Hingebungsvollwidmet sie sichdem SchreibentranszendentalerGedichte.Ihr Bewusstseintaucht hinabauf den Grundihrer Seele,leuchtet derengöttlicheUnendlichkeit ausund verankertgewonnenetiefe Erkenntnisseim „erleuchteten“Herzen,aus dem dieWeisheit spricht,die sie gefühlvollzu Papier bringt. Wie von Zauberhand… Er bringt Körper, Seele und Geistmeditativ in Einklang,taucht selbstvergessen einin den Flow der Gegenwärtigkeit -aus innerstem Quellströmen Weisheiten hervor,die er in Versen verdichtet. Die Muse…

Pyramiden

Lasse Thoms für #kkl37 „Präsenz“ Pyramiden Hast du schon wieder nicht aufgepasst, Kind? Wo hast du nur immer deine Gedanken? Wie soll denn das mit dir nur noch werden?Solche und ähnliche Fragen musste ich mir mein ganzes Leben lang anhören. Meine Eltern wollten das wissen, wann immer ich eine Frage von ihnen nicht wie aus…

eigenmarke

jott für #kkl37 „Präsenz“ eigenmarke schon mal was von mike mitchell gehört ich auch nicht aber ich hab im penny den namen ein paarmal gelesen hab aber zweifel dass es diesen menschen wirklich gibt zumal ich mir auch bei mir selbst manchmal nicht sicher bin ob ich auch wirklich da bin zwischen nie richtig da…

Präsenz

Corinna Wagner für #kkl37 „Präsenz Präsenz Auf der Bühne bin ich Präsenz, doch ist eher wie eine Essenz, dir Anerkennung und Freud mir bringt, dabei das liebe Schicksal mitschwingt – Vergangenheit und Zukunft mit sich zieht, dass es manchmal doch anders geschieht. Geschah es aus unfreien Stücken, erfolgreich durch gesetzlichen Lücken, systemische Diskriminierung es stumm…

allzeit bereit

Monika Schlößer für #kkl37 „Präsenz“ allzeit bereit hurra wir sind jetzt rentner und nicht mehr jung wir haben endlich enkel die halten uns in schwung wir flitzen durch die gegend sind überall dabei und wenn wir wem im weg stehn ist uns das einerlei hurra wir sind jetzt rentner sind immer auf dem sprung wir…

Im Jetzt

Bettina Engel-Wehner für #kkl37 „Präsenz“ Im Jetzt Immer wieder tragen mich die Gedanken fort. Anstatt im Hier und Jetzt zu bleiben ziehen sie mich nach dort. Und so wie ich meine das passiert von ganz alleine. Frage mich nicht Warum? Frage mich nicht Wozu? Schaue ihnen einfach zu. Halte sie kurz fest. Just – in…

Mein Mann trägt Rosa!

Ingeborg Henrichs für #kkl37 „Präsenz“ Mein Mann trägt Rosa! Als wir uns in den siebziger Jahren des letzten Jahrtausends begegneten, da trug er ein Shirt, ohne Krokodil Logo, was damals ja total angesagt war, aber sein Shirt war rosafarben. Mehr als ungewöhnlich, doch es stand ihm. Mit uns beiden ging es weiter, selbstverständlich auch mit…

Wer bin ich?

Stefanie Bräunig für #kkl37 „Präsenz“ Wer bin ich? Ich bin eng. Ich bin weit. Ich bin bei mir. Ich bin weit entfernt. Ich bin Frau. Ich bin Mann. Ich bin alles. Ich war laut indem ich leise war. Ich schrie während meine Stimme schwieg. Ich weinte trockene Tränen. Und war mir selbst in der Ferne…

Umarmung der Sinne

Susanne Rzymbowski für #kkl37 „Präsenz“ Umarmung der Sinne Solange das Herz klopft als Stimme des Lebens im Takt aus Weltoffenheit in unendlichen Körpern als Strom eines Kreislaufs im Pulsschlag aus Liebe wird bewahrt und entzündet die Vielfalt des Seins Susanne Rzymbowski, geb. 1964 in Köln, bezeichnet sich gerne als Spinnerin von Wort und Sinn, Autorin…

Omar und Paul

Florian Mittl für #kkl37 „Präsenz“ Omar und Paul Während ich auf den Bus warte, zünde ich mir eine Zigarette an und beobachte das rege Kommen und Gehen im Sozialmarkt gegenüber. Eine alte Frau mit Kopftuch kommt heraus und zieht mühsam ihren Einkaufstrolley hinter sich her. Ich überlege, ob ich aufstehen und ihr meine Hilfe anbieten…

Der erste Schnee

Eri Krippner für #kkl37 „Präsenz“ Der erste Schnee hat über Nacht ganz neu das Land uns dargestellt Wir stehen staunend vor der Pracht vor dieser reinen Zauberwelt Schon immer war das Unversehrte dem Menschen auch das meist Begehrte Jungfräuliches will er berühren will es besitzen und verführen Auch die bezaubernd weiße Pracht die uns so…

Caspar David Friedrich

Katrin Streeck für #kkl37 „Präsenz“ Caspar David Friedrich Zum 250. Geburtstag In diesem Jahr entdecken wir das Wandern ganz neu und verbringen viel Zeit in der romantischen Natur wie Du sie gesehen hast wie ein Mönch am Meer klettern wir auf Rügen in den Kreidefelsen (ach nein, ist verboten) und warten auf den Mond oder…

Zeit was ist das.

Harald Birgfeld für kkl37 „Präsenz“ Zeit was ist das.Traumtänzer Zur Erinnerung:Zeit ist die Wahrnehmung eines Ereignisses. Fehlt die Wahrnehmung, gibt es keine Zeit und kein Ereignis. Traumtänzer zeigen sich in ihren Besonderheiten nicht spezifisch männlich oder weiblich. Eindeutige Wahrnehmungen von Gefühlsphänomenen in seiner bzw. ihrer eigenen Zeit, seines oder ihres eigenen Ichs, die sich nur…

Phantomerlebnis

Astrid Kohlmeier für #kkl37 „Präsenz“ Phantomerlebnis Amputiert sind nun die Schwingen meiner Seele Die deine Gegenwart hat wachsen lassen Geblieben sind mir einzig eine goldene Feder Und zwei gezackte Narben auf dem wunden Rücken Versiegt ist auch der sanfte Strom Der mein Boot in zarten Vollmondnächten zu dir getragen hat Ausgetrocknet ist das karge Flussbett…

Prozentuelle Villanelle

Anita Lang für #kkl37 „Präsenz“ Prozentuelle Villanelle 2,11 Prozent von was immer, 250 Milliarden leuchtender Sterne. Allein in unserer Galaxie. Wer bin ich: Ein flüchtiges Pop-Up am Bildschirmrand, 2,11 Prozent von was immer. Schmutziger Himmel schluckt Sternenlicht. Zu sehen im Planetarium, brandaktuell. Allein in unserer Galaxie. Gab es denn sinnvolle Gegenwehr? Dürftige Auswahl an Motiven,…

Präsenz

Natalie Agular für #kkl37 „Präsenz“ Präsenz M Und deine Präsenz bleibt in meinem Atem. Du bist fort, mal wieder – doch ich gewöhne mich nie daran. In unseren Anfängen warntest du mich vor der Sehnsucht – doch ich hatte mich nicht gefürchtet. Ich dachte, eigensinnig genug zu sein und meinen Raum zu brauchen – doch…

Präsens(Reflexionen)

Klaus Pelster für #kkl37 „Präsenz“ Präsens(Reflexionen) In Der Ferne Ein Helles Gehölz BuntLicht Weht Deine Gestalt Zu Mir Heran Radelnd Querst Du Mein GesichtsFeld Dein Luftiges Kleid Vereint Mit Dem Wind Und Der FeinRundLinierten AnMut Deiner Silhouette Dein Stummes Lächeln Strömt In Mich Ein Tief Hole Ich Luft Und Atme Dich Grenzenloser Genuss Einen WimpernSchlag…

Wassergeblubber

Brigitte Hieber für #kkl37 „Präsenz“ Wassergeblubber Was willst du mir sagen, Bach? Ich horche: Wahrheit ist keine Stufe, sondern die ganze Treppe. Freiheit vermehrt sich nur in der Freiheit. Das Licht kann die Dunkelheit nicht erhellen. Die Dunkelheit muss sich für das Licht entscheiden. Und den Sprung tun. Für euch bin ich Echo, ich werfe…

Existenziell

Siegfried Schwartz für #kkl37 „Präsenz“ Existenziell Es ist da, war es stets Beständig lebendig Selbst wenn der Zeitgeist über Klippen springt Verantwortung für sich Die, einem anvertraut, Niemals für das, was sich nicht ändern lässt Bedrohung uns beschränkt Sich doch zeitweilig fügt Das Wahre versöhnlich über uns wacht Verstand setzt uns Grenzen Ein off’nes Herz…

über:präsenz

Dr. Manfred Luckas für #kkl37 „Präsenz“ über:präsenz in der präsenz ist jede menge präsens mein atem ist jetzt semantische scheinkongruenz die anwesenheit des vergangenen kehrt der abwesenheit des gegenwärtigen im spiegel den rücken zu präsenz ohne dadasein alice lebt hier nicht mehr versuchte nähe ausderhautgefühlte glazialgekühlte identitätsgletscher zersprengtes ich ein zeichen sind wir deutungslos zeige…

Barbara

Marianne K. Ertl für #kkl37 „Präsenz“ Barbara Ich glaube, ich habe mich irgendwann selbst verloren. In letzter Zeit war es mir immer öfter passiert, dass ich statt den meinen Daten die von Barbara angegeben habe. Ihr Geburtsdatum statt des meinen. Und das ganz ohne Absicht; Barbara und ich lebten so eng zusammen, dass wir irgendwann…

Präsent IM Moment

Marike für #kkl37 „Präsenz“ Präsent IM Moment Präsent zu sein liegt im Trend damit ihr auch morgen noch präsent seid gehört es dazu das ihr euch freut Im Moment da bin ich Zuhaus fühl mich wie eine kleine Maus sehe alles ganz ganz gross und weiß ich hab gezogen ein wundervolles Los Im Moment da…

Das Wiedersehen

Isabel Neumerkel für #kkl37 „Präsenz“ Das Wiedersehen Du blätterst in meinem Gesicht auf der Suche nach damals. Wir malten Kapitel in strahlenden Farben. Und ließen die Titel vergolden vom Sommer. Die salzigen Lippen, vor Freude gewellt, hat das Meer illustriert. Und du blätterst noch immer. Du suchst. Doch du findest  Kapitel im Schatten. Erloschen das…

Zöpfe meiner Schwester

Johanna Klampfer für #kkl37 „Präsenz“ Über #kkl HIER

Ich

Ursula Strätling für #kkl37 „Präsenz“ Ich Nur das Ticken der Uhr … Sie steht nicht still … Sekunden – Minuten – Stunden … Nur Ich Fantasma Sie wippte mit den Füßen rechts links rechts links mit ihren schmalen Füßen vor zurück und wieder vor zurück. Ja sie malte sich aus wie es wäre wenn da…

Präsenz – Wer bist Du 

Tina Marita Stöckle-Altendorf Präsenz – Wer bist Du  Das richtige MaßZur richtigen ZeitAn-WesenheitWelches deiner Wesen ist präsentIn dieser GegenwartEgo- oder Altru-Ist Deine AnwesenheitSo bedrückendUnendlich erdrückendDein GegenüberIst am ErstickenDu siehst es nichtImmer kleiner macht er sichDein Wesen demonstriert ihm MachtEr hat AngstVor deiner ÜbermachtDeine Präsenz?Nichts als SchreckenLass stecken Deine AnwesenheitSo penetrantUnendlich apodiktischDein GegenüberEr hört schon lange…

gewebtem grund  (Pantun)

Michael Hübner für #kkl37 „Präsenz“ gewebtem grund  (Pantun) gewebtem grund anvertrauen leichten muts unser gemeinsam heiligen funkeln im augenblick leichten muts dem herzen folgen funkeln im augenblick finden in werbendem tanz dem herzen folgen bezeugen des berührtseins finden in werbendem tanz und weich das küssen bezeugen des berührtseins unser gemeinsam heiligen und weich das küssen…

ausdruck

Jens Faber-Neuling für #kkl37 „Präsenz“ ausdruck alles schwingt nur anders der stein, die maus, die 3 körper geist seele frau mann leben zwei ergibt 3 das leben findet immer wege anfang im zauber die höhe im punkt hin und zurück in die 8 den samen der zahl für immer un endlich lich t Aus der…

Die Erblühung des inneren Paradieses

Benjamin Lapp Die Erblühung des inneren Paradieses Fragmente des Paradiesischenverbleiben in schlafender Anmut,als Knospen der geheiligten Gesinnung,in unserem tiefsten Innersten. Sie erwachen und gedeihen erst,mit wundervoller Präsenz,unter der einsetzenden Ägideeiner sonnen gebadeten Zärtlichkeit. Behütet unterm blühendem Baldachinder berührenden Innigkeit,wird die ineinander verschlungenePoesie des Atmens zur lautmalerischen Huldigung jener paradiesischen Wurzelnin uns selbst. Benjamin Lapp Lyriker…

Die Gegenwart spricht mich an

Peter Hübscher für #kkl37 „Präsenz“ Die Gegenwart spricht mich an Ich widerstand der Verführung der Küsten- und Bergdörfer Siziliens, heim von Palästen und Kirchen. Müde vom Wandern, sitzend unter einer grünen Seekiefer, gönnte ich mir einen Augenblick Ruhe. Das Durchblättern des Buches „Sechzig Geschichten“ von Buzzati, das ich aus einem Bücherkiosk, versteckt unter einer Eiche…

An der Wendeschleife

Paul Wlaschek für #kkl37 „Präsenz“ An der Wendeschleife Ich ziehe in ein möbliertes Zimmer im Osten der Stadt, schon recht weit draußen, man muss dorthin eine dreiviertel Stunde mit der rumpelnden Straßenbahn bis zur Endhaltestelle fahren, erst die endlose vierspurige Ausfallstraße entlang, wo die blinkend mondänen Niederlassungen der Firmen bereits in schmucklose Betonquader übergegangen sind,…

Das Präsent für dich, die im…

Johanna Gebetsroithner für #kkl37 „Präsenz“ Das Präsent für dich, die im (länger oder kürzer interpretierten) Präsens für mich Präsenz hat: Das größte Präsent der modernen Zeit, das man einer Person, die für mich persönlich Präsenz hat und sich meine Präsenz wünscht, machen kann, ist es wohl, präsent zu sein im Hier und Jetzt, im Präsens.…

Das Haus meiner Tante

Katharina Kappert für #kkl37 „Präsenz“ Das Haus meiner Tante Das Haus sah immer noch so aus wie früher. Ein wenig verwittert, aber es weckte sofort alte Erinnerungen. Früher, als Kinder, waren sie oft hier gewesen. Das Haus von Tante Rosa. Die seltsame, allein lebende Frau die in dem schönen und zugleich mysteriösen Haus lebte. Bianca…

Ohne Happy End_Zyklus

Eileen Mägel für #kkl37 „Präsenz“ Ohne Happy End_Zyklus I. Durch das Autofensterviereck sehe ich zum letzten Mal deinen Blick. Du hattest Dich hinunterbeugen müssen dafür. Der hingeworfene Kuss. Den Du gefangen hattest. Dann peitsche ich den Wagen durch die Stadt. Der Schmerz bohrt.  Pause! Hatten wir gewollt. Hatte ich gewollt? Nach heimlichen Monaten waren wir…

Wo auch immer ich bin

Hendrik Janßen für #kkl37 „Präsenz“ Wo auch immer ich bin Ich vergesse nicht, ich kann nur nicht,  nicht mehr oder nicht besser, ich kann nur versprechen, da zu sein, wenn du mich brauchst und mein Versprechen halten. Ich kann vor Ort sein, könnte ich mich teilen, mein Körper hält die Spannung aus, zerrissen bin ich…

Präsenz

Michael Eschmann für #kkl37 „Präsenz“ Präsenz Du bist immer da morgens/mittags/abends schleichst gerne vorüber auf vier Pfoten sprichst kein Wort ein Leben lang schenkst Blicke treu und scheu ergeben und denkst oft: Mein Gott, was für ein herrliches Katzenleben! Michael Eschmann, geboren 1958 in Mannheim. Er schreibt neben journalistischen Beiträgen über Literatur und Kunst auch…

Mama

Christiane Spooren für #kkl37 „Präsenz“ Mama Was ist dieses lange, glänzende Ding, das bis unter die Decke reicht? Meine Finger bleiben auf der harten Oberfläche kleben. Ob es schmeckt? Gar nicht so leicht, mit der Zunge dranzukommen. Dran saugen kann ich nicht, weil meine nassen Lippen immer wegrutschen. Wenn ich meine Nase dagegen drücke, schimmert…

Fernwirkung

Birgit Glombitza für #kkl37 „Präsenz“ Fernwirkung Sie hatte erwartet, dass so etwas ganz schnell ging. So schnell, dass sie danach gar nicht mehr wüsste, ob es wirklich geschehen war. Tatsächlich ging es sehr langsam. Und trotzdem wusste sie nicht, ob es sich auch in der Reihenfolge ereignete, die sie sich gemerkt hatte. Oder ob ihre…

„Derartig nach etwas streben und…

Sofia Khomenko für #kkl37 „Präsenz „Derartig nach etwas streben und gleichzeitig ausgeglichen sein?Ist dein Wunsch nach Ruhe nicht zu intensiv, zu hektisch?“Haut, so weiß, wie Schnee,Haar, so schwarz, wie Ebenholz,Lippen, so rot, wie Blut,als hätte es sich voll und ganz in diesem winzigen Fleck konzentriertund auf den Rest einfach vergessen.Du bist müde und du lachst um…

Wie macht sie das bloß?

Robert Höpfner für #kkl37 „Präsenz“ Wie macht sie das bloß? In dem Mietshaus, in dem ich vor Jahren eine Zeitlang wohnte, gab es eine Frau, die einen Stock unter mir wohnte. Sie lebte allein und schätzte sie auf Mitte vierzig. Ihr Äußeres war ansprechend, ohne auffällig zu sein, sowohl was ihr Aussehen als auch ihre…

Meine Seele

Roland Schneider für #kkl37 „Präsenz“ Meine Seele Soweit das Auge kann schauen Die Erde des Ackers- tiefbraun Die Sonne scheint,- bestes Wetter Unter meinen Schritten rascheln die Blätter Und diese Weite nimmt mich gefangen Schön, so gefangen zu sein Und der Wind treibt Tränen über die Wangen Und ich bin wandern,- allein Und in meinem…

Präsenz

Anna Ludwig für #kkl37 „Präsenz“ Äußerst beeindruckend, welche starke Präsenz manche Menschen haben. Sobald so ein Mensch den Raum betritt, richtet sich die gesamte Aufmerksamkeit ausschließlich auf diese Person. Dieser Mensch sticht aus der Gruppe aus. Er muss nicht einmal sprechen, er ist einfach da. Solche Präsenz wird auch Attitude oder Charisma genannt. Woher haben…

Reine Routine

Christian Günther für #kkl37 „Präsenz“ Reine Routine Es war Pfingsten in Essen-Werden und die Kirmes gastierte auf dem Parkplatz ‚Feintuchwerke‘ nahe den zwei Krankenhäusern und der katholischen Kirche. »Gestern kam es zu mehreren Handtaschendiebstählen«, berichtete Romina, die Chefin des Reviers Kettwig/Werden. »Ich tippe, unser Freund Schröder ist wieder am Werke. Ihr kennt ihn, er kennt…

Wandlung

Rebscher, Rainer Reno für #kkl37 „Präsenz“ Wandlung Inne halten Der Andacht von Bäumen zuhören belaubte Ruhe Vögel vertonen den Lauschgenuss Atmen in den erschütterten Glauben hinein wandelt sich Angst mit Licht in Zuversicht Warten den stillen Ohrenschmaus unterm Blätterdom tief aufnehmen Schweigen Narzissenblüte von mir absehen den Blick zum andern heben ihm ein Lächeln geben…

Präsenz im Wald

Raissa Moor für #kkl37 „Präsenz“ Präsenz im Wald Dunkelheit. Die Abwesenheit von Licht. Die Hälfte der Zeit einer Erdumdrehung liegt der Planet in Finsternis. Es ist eine einfache Tatsache und trotzdem erfüllt dieser Zustand unzählige Menschen mit Furcht. Sobald die Sonne hinter dem Horizont verschwindet, kriechen wir in die Särge zurück, die wir Wohnungen nennen.…

Vom Springen

Martina Onyegbula für #kkl37 „Präsenz“ Vom Springen Fest fasse ich den Bodenmit meinen FüßenZehen auf und ab hüpfen lassenund dann satt auflegenArme auf Flugspannweite streckenden Geist mit vollmundigem Atem aufrichtendie Freiheit im ganzen Körper spürenfreudig wippenalle Schwere zu Boden gleiten lassenBeine wissend anspannenArme hoch und mit beiden HändenTräume greifenAugen schließen undlaut Ja rufen bis alles…

Der Lastwagenfahrer

Renegald Gruwe für #kkl37 „Präsenz“ Der Lastwagenfahrer Schon wieder klingelte so eine Verrückte an der Tür von Slodowik. Das war schon das dritte Mal in dieser Woche. Immer schrien diese irren Frauen wie von Sinnen: „Elvis ich liebe dich! Elvis ich will ein Kind von dir! Elvis ich sterbe, wenn du nicht mit mir schläfst!“…

Buddhas Brot

Sabrina Binek für #kkl37 „Präsenz“ Buddhas Brot Einst lebte ein kleiner Müller in seiner klapprigen hölzernen Mühle mit dem kleinen Mühlrad an einem Berghang über einem grünen saftigen Tal. Nahe der Mühle entsprang die Quelle des kleinen Baches, der auch das Mühlrad des kleinen Müllers bewegte. Weiter unten im Tal sollte der Bach zu einem…

Durch die Auen

Martin A. Völker für #kkl37 „Präsenz“ Durch die Auen Was ist Trauer? Trauer ist das, was keine Zeit zu heilen vermag. Stelle dir die Trauer nicht wie eine Wunde vor, die vernarbt, und deren Übernarbung immer blasser wird. Stelle dir die Trauer wie eine unversiegbare Quelle vor, die ein Bächlein speist, das im Unwetter zu…

Das Geschenk:

Katharina Hackenberg für #kkl37 „Präsenz“ Das Geschenk: Hier stehe ich. Ich spüre, wie das Blut durch meine Adern gleitet, langsam, ruhig, in einem Rhythmus mit meinem Herzschlag. Es pocht, pocht, pocht. Das angenehme Brennen der Sonne auf meiner Haut; meine Brust senkt und hebt sich. Ich atme, ich bin da, ich bin hier. Mit jedem…

Im Augenblick

Raven E. Dietzel für #kkl37 „Präsenz“ Im Augenblick Wieder die Augen. Wenn sie in regelmäßigen Abständen herüberrollten, konnte ich sehen, wie sich die Pupillen darin verengten, als meine fokussiert wurden. Eine geschmolzene Sekunde Stillstand harrte ich aus, dann waren sie wieder fort. Noch einmal versuchte ich in das Gespräch einzusteigen, dem ich beistand. „… der Zeitbegriff…

VERWURZELT ERWACHEN

SUSANNE GANTIOLER für #kkl37 „Präsenz“ VERWURZELT ERWACHEN innere umkehr von innen nach außen auf ureigenen wegen konventionen brechend banalitäten den rücken weisend blicke zurück auf verborgene kerngedanken auf vage einschnitte nahtstellen kerben und kanten dazwischen echos der klarheit, der inneren wahrheit beim ersten erwachen aufkeimende hoffnung einsicht, erkenntnis, schattenbilder lösend zögerlich umkehrversuche im magnet der…

Denn ich wusste nicht, was ich tat

Ulrike Wessel-Fuchs für #kkl37 „Präsenz“ Denn ich wusste nicht, was ich tat Ohrenbetäubendes Krachen.Splitterndes Glas.Schreie.Stille. „Hast du sie? Gut, dann können wir sie ganz rüberziehen.“ Träge versuche ich meine Augen zu öffnen, überlege, bei welchem Film ich dieses Mal eingeschlafen bin. Sicher so ‘n langweiliger Fernsehkrimi. Die Schwärze der Nacht löst sich auf. Endlich kann…

Lass dich überraschen

Thomas Knodel für #kkl37 „Präsenz“ Lass dich überraschen Gib der Überraschungihre Möglichkeiten: Warteohne Erwartungengeheohne zu stolpernatmeohne zu denkendenkeohne schwarz und weißdankeohne zu zählenliebeohne zu zögern Unterwegs im Schwarzwald Ich brauche nicht vielDer Weg ist das Ziel Die Augen zum SchauenDie Ohren zum HörenDie Schuhe zum WandernDas Wasser zur ErfrischungDen Apfel zum EssenDie Zeit zum VerweilenDie…

Ich halte deine Hand bei Nacht

Marlis Neuner-Boij für #kkl37 „Präsenz“ Ich halte deine Hand bei Nacht Wenn die Angst Schatten an die Wand wirft und Gedankengespenster dich einfangen werde ich dich in die Arme nehmen Wenn die Eiseskälte sich wie ein Ring um dein Herz legt werde ich mit meiner warmen Hand sie zum Schmelzen bringen Wenn die Hoffnungslosigkeit im…

Imagination als Gegenwart

Nicole Prosser für #kkl37 „Präsenz“ Imagination als Gegenwart Der Regen rinnt strömend von der gläsernen Kuppel herab. Sonntagabend in der Bibliothek, langsam wird es hier geschäftig. Am Vormittag waren hier kaum Studierende anzutreffen, nun aber füllen sich die Lesesäle. In beleuchteten Lettern steht über dem Eingang der asiatischen Büchersammlung: Library. Dort gibt es einen gläsernen…

Mein Traum

Claudia Dvoracek-Iby für #kkl37 ‘Präsenz‘ Mein Traum Still liege ich da, mit offenen Augen, und hänge meinem Traum nach. Wie seltsam und wie seltsam schön er gewesen ist! Ich bin völlig ergriffen, richtiggehend verzaubert, was äußerst selten der Fall bei mir ist. Zuletzt fühlte ich mich so – fällt mir ein – vor ungefähr neun…

Präsenz

Theresia Plank-Zebinger für #kkl37 „Präsenz“ „Ich bin im Bild präsent“ Theresia Plank-Zebinger, Malerin Über #kkl HIER

Mir glaubt keiner

Ole Karnatz für #kkl37 „Präsenz“ Mir glaubt keiner Mein Vater und ich hatten ein sehr gutes Verhältnis. Er brachte mir das Fischen bei genauso wie das richtige Handeln im Angesicht des Elends der Welt. Wenn er einmal selbst einen Fehler an seinen Mitmenschen begangen hat, entschuldigte er sich dafür – sogar bei mir, seinem Kind.…

Pfade der Erinnerung

Klaus Enser-Schlag für #kkl37 „Präsenz Pfade der Erinnerung „Die Anwesenheit eines Menschen spiegelt sich niemals ausschließlich in seiner physischen Präsenz wider.“ (Klaus Enser-Schlag) Eine neue Nacht senkt sich über mein Haus und das Knistern des Kaminfeuers schafft eine vertraute, friedvolle Atmosphäre im Wohnzimmer. Der Raum wird von einem sanften Glanz durchzogen, den die Flammen im Kamin…

Dein Leben.

marianne schaufler für #kkl „Präsenz“ Dein Leben. Du kannst dir den Teebeutel in den Coffee to go Becher werfen mit lauwarmen Wasser zum hastigen Trinken mit viel Zucker fürs schnelle Leben brauchst den Beutel nicht rausnehmen lässt ihn eh nicht ziehen und vor lauter, lauter vergessen zu gehen und trinken vor dich her stolpern In…

stadt-rausch-platz-konzert

Marina Linares für #kkl37 „Präsenz“ stadt-rausch-platz-konzert an straßenbahn ampeldirigat motorgebrumm, motorradgeheul schnurrende räder tuckern surrend rucken rattern knattern klappern scheppern zugquietschen gleitet auf schienenspur stimme beschwirrt gleise und steige info – geleit – geläut für leute quasseln quatschen quetschen quengeln drängeln wortgefetz im menschgehetz echt zugewandt und ansichtig oder hektisch mobilnetzig ordern orten erobern outen…

Poissonier

Johanna Stracke für #kkl37 „Präsenz“ Poissonier „Unverschämtes Glück“ deklariert Judith Holofernes zur Trompete aus dem Lautsprecher auf der Fensterbank und ich tanze im Kopf dazu, denke an meine Kinder, an meine Frau, an den Frühling, der endlich durchbricht und dann, ganz plötzlich, an meinen Französischlehrer aus der Oberstufe. Ich sehe sein schlohweißes Haar vor mir,…

MEIN NAME IST IDRIS

Jovana Janevska Ristovska für #kkl37 „Präsenz“ MEIN NAME IST IDRIS Mein Name ist Idris. Mein Nachname ist unwichtig, unhörbar, unbedeutend, irgendwo zwischen der Bedeutung der Identität und der Bedeutungslosigkeit meiner persönlichen Existenz verloren. Ich habe noch nie gehört und auch nie geübt, meinen Vorname zu schreiben. Wem interessiert der Name meine Mutter wollte, oder der…

Still auf der Matte

Karoline Caesar für #kkl37 „Präsenz“ Still auf der Matte Die Stille ist nicht immer dieselbe Stille.Sie kommt manchmalwie ein Freundder dir die Hand auf die Schulter legtund dir gut zuredetdich aufs Sofa zu legenund dich auszuruheneinfach da zu sein. Die Stille ist nicht immer dieselbe Stille.Sie kommt manchmalwie ein Diebder dir die Staubflocken in der…

Halt finden

Karin Cimander für #kkl37 „Präsenz“ Halt finden Kleine Birke am Wegesrand, warum berührst du mich so tief ? Sturm und Regen hatten dich fast entwurzelt und mich traurig gemacht. Immer wieder haben dich helfende Hände aufgerichtet, so auch meine. Als der Frühling kam dachte ich schon, du hättest dich aufgegeben. Ich sprach mit dir, ermunterte…

Präsenz (Verschiebeprobe)

j.j.remigi für #kkl37 „Präsenz“ Präsenz (Verschiebeprobe) Sind sie noch da, die Türen von Frisch? Sind Dürrenmatts Füsse noch nass unterm Tisch? Wirft Matto seine Netze noch aus? Blüht die Hundeblume noch? Weisses Reh Eissterne legen sich über unser Schweigen.Harsch bricht nicht mehr, trägt die gesamte Last.In der Mitte der Nacht geht der Mond unter,das letzte…

Grau, grau

Sybille Bauer-Zierfuß für #kkl37 „Präsenz“ Grau, grau Nass, nass Auch im Grau Ist Bewegung Täglich schreibe ich Dir Keine Antwort Ich sehe dich Nicht Meer Das Rauschen Eine Welle wächst Und stürzt Fast still Für kurze Zeit Ich sehe dich Nicht mehr So wie ich dich Einst sah Manchmal Beim Vorbeigehen In der Begegnung Mit…

Mut 6

Heinz Flischikowski für #kkl37 „Präsenz“ Mut 6 Du warst mir mehr als Fleisch und Blut im Fühlen, Riechen, Atmen dein Aufgang majestätisch gut ich konnt es kaum erwarten Die Felder glühten weiß und rot und Dünenwände nachts noch tot in grauen Schatten lagen du explodierst im Morgenrot und schenktest mir in tiefster Not ein Meer…

Wenn die Liebe offen liegt …

Ines Jakubetz für #kkl37 „Präsenz“ Ines Jakubetz – aka happINESs geb. 1978, Künstlerin aus Laufen a. d. Salzach/ Deutschland, schreibt und zeichnet außerhalb ihrer Tätigkeit als Praktikerin der Kunsttherapie und Hypnotherapie sowie Erzieherin im elementarpädagogischen Bereich, seit 30 Jahren Lyrik- und Prosatexte und gibt regelmäßige Ausstellungen ihrer in Mischtechniken erstellten Bilder. Über aktuelle Ausstellungen und Projekte der Künstlerin…

Mimese

Helene Lanschützer für #kkl37 „Präsenz“ Mimese Wenn sie eines gelernt hat, dann ist es, nicht zuzugeben, dass sie etwas gelernt hat, sondern still und heimlich das angeeignete Wissen zu verwahren und es bei Gelegenheit in der Selbstverständlichkeit des Schon-immer-gewusst-Habens zu präsentieren.Das ist Myril. Sie erläutert gerade Kants kategorischen Imperativ, den sie nach Fontanes John Maynard…

Da im Tau liegst du nun

Julia Syndram für #kkl37 „Präsenz“ Da im Tau liegst du nun Es schlich sich still und langsam in ihr Hirn hinein. Die Angst, dieses wilde Gefühl, das zwischen Unbehagen und glühender Panik schwankte, wie es gerade wollte. Es brauchte nicht viel, bis sie ihre inneren Dämme brach – mal waren es die krächzenden Rufe der…

Dubiose Präsenz oder des Kaisers neue Badekappe

Christa Blenk für #kkl37 „Präsenz“ Dubiose Präsenz oder des Kaisers neue Badekappe Vor dem Teich befinden sich der Graf und seine Hausdame, darin vier unbekannte Wesen. „Britta, so unternehmen Sie doch endlich etwas. Diese Frauen, in unserem Teich, was machen die denn da? Sorgen Sie dafür, dass sie geschwind den Park verlassen.“ „Ich werde mich…

LUCAS UND CADU

ERNAD BRADARIC für #kkl37 „Präsenz“ LUCAS UND CADU Wenn Lucas bei uns ist, dann ist Cadu Erdnussbarren auf der großen Kreuzung verkaufen. Wenn Cadu bei uns ist, dann ist Lucas Erdnussbarren auf der großen Kreuzung verkaufen. Heute zeigt mir Lucas einen 10-Reais Geldschein. Das hab‘ ich gestern verdient, Onkel, beim Arbeiten. Lucas ist 10 Jahre…

Wie wollen die Verben

Filip Kaspar Birchler für #kkl37 „Präsenz“ Wie wollen die Verbenaus dir tollen, die kommenum uns zu sagen, wie wirdich nennen sollen? Du seist willkommen,solange du dich auf unsereschlechten Notizen legst und bei den gutenbeginnst zu schnurren. Oder sei ein Käfer, der in den Freiräumenkriecht und die guten Wörter respektiert. Du darfst auch ein Kind sein,…

Ankunft  

Juliane Sophie Kayser für #kkl37 „Präsenz“ Ankunft          Gehe zu den Gestaden der Vergessenheit Durchwate die Gewässer des Gewesenen damit du die Landzunge deiner Gegenwart trockenen Fußes ertastest und  deinem Ich Obdach gibst. Setze Dein Segel im Gegenwind, sieh doch, er dreht sich und hebt dich auf. Du bist  angekommen Juliane Sophie Kayser wurde 1971 in…

Presenza

Alfonso Celestino für #kkl37 „Präsenz“ Presenza Le parole scricchiolano i corpi restano lunghi e fermi i colori della stanza guardano i luoghi scuri della mente e del cuore. La presenza incontra l’assenza. Präsenz Die Worte knarren, die Körper bleiben lang und still. Die Farben des Raumes sehen die dunklen Orte des Geistes und des Herzens…

Wie war sein Name?

Mauren Morgana John für #kkl37 „Präsenz“ Mauren Morgana John ist Coach für von (institutioneller) Gewalt betroffene Frauen, leidenschaftliche (Klein-) Künstlerin und alleinerziehende Mutter von zwei Kindern. Geboren wurde sie am 12.Februar 1996 in Penzberg und erreichte mit dem Fachabitur an der Fachoberschule für Gestaltung in München ihren bislang höchsten schulischen Abschluss. Daraufhin prägten zunächst Reisen…

Orcawale

Jasmin Riter für #kkl37 „Präsenz“ Orcawale „Orcawale sind die besten Mütter in der Tierwelt.“ Das Mädchen steht plötzlich neben ihrem Tisch, ein Buch in der Hand. Hannah blickt auf. Das Café hat sich gefüllt, ohne dass sie es bemerkt hat, es sind nun fast alle Plätze besetzt. An der hinteren Wand haben zwei Frauen zwei…

Präsenz – Aus der Redaktion

Aus der Redaktion Präsenz, wirkt nach Innen und Außen, häufig sogar strahlend. Präsenz fordert Reflexion, eröffnet Räume! Unser Ausschreibungsthema ist diesbezüglich wohl mal wieder ein Treffer gerade in die heutige Zeit hinein. Zu gebrauchen wird es sein, Kreativität benötigen und gewinnen. Wir machen auf jeden Fall mit und bieten Präsenz. Verstärkt durch unsere #kkl initiative…

Nachtflug

René Oberholzer für #kkl36 „Anarchie“ Nachtflug Die Hoden beben am Anschlag der VernunftDie Eierstöcke tanzen im ¾-TaktNeugier war der Anfang der Zeit A ist sie und B bin ichWir fliegen in die UnordnungUnd pfeifen auf die andern Buchstaben Tatort Das Leiden der Bullen ist vorbeiSie haben einen BauernSowie seine MutterZu Tode getrampelt Kurz vor ihrer…

Anarchie für Anfänger

Lasse Thoms für #kkl36 „Anarchie“ Anarchie für Anfänger „Du bist so ein Träumer“, war, was meine Mutter immer zu mir sagte.  Vielleicht hatte sie damit sogar recht. Nur werden Träume eben manchmal wahr. Wer hätte geahnt, dass die süße Lena aus der Parallelklasse eigentlich ein gar nicht so süßes Herz hatte? Nun, ich nicht, aber…

Anarchie

Britta Pape für #kkl36 „Anarchaie“ Mein Name ist Britta Pape. Ich bin am 27.8.1963 in Dortmund geboren. (Gelernte Bankkauffrau, verheiratet, vier Kinder, Geschäftsführerin einer Firma.) Die Tagebücher meines Opas aus dem Zweiten Weltkrieg haben mich inspiriert selbst zu schreiben. Einige Gedichte zu Themen, die mich bewegen, habe ich auf meinem Blog http://www.gedankenmelodie.de  veröffentlicht. Fotografien, wie…

‚Management to Green‘

Manuela Angelika Rapino für #kkl36 „Anarchie“ „Management to Green: Ob Klimaneutralität oder NetZero, die Grundsteuer führt zu ZeroTrust der Photovoltaik, und zu den abziehbaren Applikationen den bloßen Scans, die weder Datenbanken belegen noch einer politischen Teilnahme bedürfen, einem bloßen Exil der Fremdkulturen in der Festkörperphysik gleichen und eines ‚Greenwashings‘ bedürfen. Die Emission kenne keine Parität; und…

Ariane – flüssig – Mond

Frederik Durczok für #kkl36 „Anarchie“ Ariane – flüssig – Mond Ariane Rath stand mit ihren altverwetzten Kleidern an der Haltestelle und klimperte unaufhörlich mit ihrem Schlüsselbund. Das tat sie nun oft. Früher hatte Ariane Rath gearbeitet. Sie hatte eigentlich immer gearbeitet. Früh morgens gearbeitet, sonntags oft auch gearbeitet, an sich gearbeitet. Nur wenn sie mondflüssig…

Verrat

Thyra Thorn für #kkl36 „Anarchie“ Verrat Am Tag des Verrats war der Bach blau. Nicht, weil sich etwa der wolkenlose Himmel in ihm spiegelte, sondern weil Luisa ihre Pinsel und den Farbeimer im Wasser auswusch. Jeder im Viertel tat das Seinige, um den kleinen Wasserlauf in ein stinkendes Rinnsal voller Seifenlaugen, Schmierölen, verwesenden Früchten, Gemüse-…

Isegrim auf Instagram

Bernd Watzka für #kkl36 „Anarchie“ Isegrim auf Instagram Wolf Isegrim, der heult vor Gram, seit er sich sah auf Instagram. Er ist erschüttert und entsetzt, sieht seine Rechte grob verletzt. Ein Bild von ihm geht um die Welt, ein anderer macht damit Geld. In Isegrim erwacht der Zorn, schon hat er Rache sich geschwor‘n. Er…

Die Legende vom…

Christian Knieps für #kkl36 „Anarchie“ Diktatoren fürchten sich vor nichts – und – Diktatoren müssen nichts fürchten. Nach diesen zwei Grundprinzipien, die in sich eine Verkettung von Furchtlosigkeit ergeben, lebt der Diktator dieser Geschichte. Furchtlos hat er sich bei einer Revolution seines Volkes, das für mehr Freiheit, Wohlstand und allgemeine Glückseligkeit gestorben ist, nach oben…

Anarchie

Bernhard Horwatitsch für #kkl36 „Anarchie“ Anarchie „Die rechtmäßige Regierungsgewalt ist immer unvollständig. Nie wird es einen wirklich freien und aufgeklärten Staat geben, solange sich der Staat nicht bequemt, das Individuum als größere und unabhängige Macht anzuerkennen“ (Henry D. Thoreau: Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat) Der Mann deutete schweigend, wie es die Art…

Feuerflug

Brigitte Hieber für #kkl36 „Anarchie“ Feuerflug Die Fußsohlen brennen im nadelnden Eis. Schwer lasten die Wolken auf Schultern und Händen. Der Wasserfall tost in den Ohren. Und ab und zu verschwindet die Erde. Der Schrei ist nicht frei, ist ohne Raum. Auf dem Grund des Meeres formt sich Schwarz zu Kontur. Der Rabe ersteht. Er…

Sozialer Wandel

Ingrid Maestrati für #kkl36 „Anarchie“ Sozialer Wandel Karl Müller, engagierter Jugendrichter, liebte Texte über die Evolution: alles ging fast lautlos vor sich. Neue Mutationen entstanden per Zufall. Viele wurden ausgesiebt und einige wuchsen langsam zu neuen Mutanten heran. Im Übergang entstand eine Gemeinsamkeit von alt und neu, bevor die Neuen sich aufgrund höherer Effizienz durchsetzten.[1]…

Da. Auf dem alten Papier.

Tim Tensfeld für #kkl36 „Anarchie“ Da. Auf dem alten Papier. Da. Auf dem alten Papier. Liegt _r mit Tinte und Geist reingeritzt. Heftet sich sein Prädikat, wertvoll, an die eigene Brust. _r der der Erste war. Der erste Satz vom Text. So blickt _r zu den anderen. Seinen jüngeren Geschwistern. Meint ohne sie sein zu…

Nie ging’s uns so gut wie jetzt!

Siegfried Schwartz für #kkl36 „Anarchie“ Nie ging’s uns so gut wie jetzt! Phrasen der Art dreschen die obersten Repräsentanten unserer präsenten Staatsform. Der Parasitokratie. Mit gesetzlich verbrieftem Saugrecht. Deren Wirte ihr Geburtsrecht der Wehrhaftigkeit (wie gegenüber Gelsen, Blutegeln, Vampiren) per Strafe entzogen wurde. Der Erlauchten Tun entlarvt, wer mit uns gemeint ist. Obige Ansicht vertreten…

Anleitung zur Entropie

Felix Geiser für #kkl36 „Anarchie“ Anleitung zur Entropie 1. Erstellen Sie eine Gruppe auf einer Anonymität gewährleistenden Plattform ihrer Wahl. Vergeben Sie einen unterhaltsamen, aber vagen Namen, etwa Entropie Jippie! oder Anleitung zur Entropie. Lassen Sie die Gruppe anwachsen durch Einladungen von Freunden und Freundesfreunden. Eine unüberschaubare Anzahl von mehreren hundert Mitgliedern ist erstrebenswert. Der…

Anarchien

Philipp von Bose für #kkl36 „Anarchie“ Anarchien gegen etwas sein eigentlich doch für etwas, für etwas verweilen. alle schreien und wünschen sich freiheit aber meine anarchie ist gegen ihre und irgendwie noch freier. Einkaufswagen / Grünstrich erwartungen und aas! augen als der seelenmotor, doch optisch herrscht die grobmotorik, die beschränkt durch felder zieht & schon…

Will wässern das Land

Ursula Strätling für #kkl36 „Anarchie“ Will wässern das Land jenes, auf dem die Glut sich eingrub bis tief hinein den Boden schwärzte, Weh, o Weh, das Land, dessen Keime sie fraß, hungrig und mit fauchender Lust, dies verbrannte Land will ich wässern, will kühlen seinen wunden Schmerz, denn es ist auch mein Land, in dem…

Ego gegen Freiheit

Tina Marita Stöckle-Altendorf  für #kkl36 „Anarchie“ Ego gegen Freiheit AnarchieDie wundervolle UtopieIn der TheorieFriede, Freiheit und VerantwortungAlles zusammenWenn da nicht die Egos wärenSie stehen uns im WegSie haben uns im GriffDie andern und die eig´nenMacht heißt der VirusDer uns alle infiziertWie besessenJeder will was sagenGroß sein in dieser WeltÜber-MachtDominieren und beherrschenDas ist LebenselixierVermeintlich in Schach…

Ich denke selbst

Jens Faber-Neuling für #kkl36 „Anarchie“ „Ich denke selbst und bin gesund, wähle selbst wie und wo, im Wachsen und Gedeihen kann und werde ich sein. Leben finden immer einen Weg, in die, und mit der Freiheit. Mein Sein ist mein Sein, frei sein “ Kultur und Gesellschaft Eine angstfreie Gesellschaft ist immun gegen diktatorisches totalitäres…

anarchie

Philipp Grimm für #kkl36 „Anarchie“ anarchie nein lasst uns das geld anzünden die banken sprengen die umwelt retten, die demokratie zerstören das artensterben hoch leben und die geburten feiern die tiefen des ozeans ins schwarze verfolgen ohne atem blindflug und im nichts der welt loslassen aufgedunsen nach oben getrieben werden von den toten aufzuerstehen die…

Der Zerfall

Adalan Grebenuk für #kkl36 „Anarchie“ Der Zerfall      Du nimmst einen Schluck Whisky, der nicht besonders gut runtergeht. Aber es ist teurer Whisky, und es wird für eine Weile der Letzte von guter Qualität sein. So wie die anderen Getränke auf der Karte. All-inclusive, aber unbezahlbar, sobald der Galaabend ein Ende findet, und man reuevoll…

SHANE MACGOWAN UND DER GEIST VON LUKE KELLY

Daniel Büttrich für #kkl36 „Anarchie“ SHANE MACGOWAN UND DER GEIST VON LUKE KELLY Manchmal bringt dich das Gespräch mit den Geistern auf einen neuen Weg Paul Ich steckte meinen Kopf durch den Türspalt und stieß einen lauten Pfiff aus. Das übliche Ritual uns zu begrüßen. „Ich bin kurz an der frischen Luft. Kann etwas länger…

Tresnjevac 1992

Michael Hübner für #kkl36 „Anarchie“ Tresnjevac 1992 Der Krieg zerstört so vieler Leben Tresnjevacs Männer gehn nicht hin „Bei Unrecht nicht Gehorsam geben“ Sie zeigen offen ihren Sinn Tresnjevacs Männer gehn nicht hin Sind in den Straßen, protestieren und zeigen offen ihren Sinn Aufs Dorf die Panzer zu marschieren Sind in den Straßen, protestieren „Nicht…

Warum die Schafe (wieder) mähen

Hendrik Fischer für #kkl36 „Anarchie“ Warum die Schafe (wieder) mähen Ursprünglich lebten nur Schafe auf der Wiese. Sie sahen für andere zum Verwechseln ähnlich, auch die Wiese sah fast immer gleich aus. Mal war sie etwas grüner, mal trockener, mal abgegrast. Immer wenn dies der Fall war, suchten die Schafe sich woanders Futter. Die Wiesen,…

W H Y   N O T ?

Bettina Engel-Wehner #kkl36 „Anarchie“ Anarchie – die natürliche Ordnung einer Hochkultur W H Y   N O T ? Anarchie vs. Chaos Hört ihr es jenes stete Trommeln herrschender Mächte auf gleicher Frequenz? Anarchie UND Chaos. Anarchie UND Chaos … Anarchie GLEICH Chaos. Anarchie GLEICH Chaos … DrumDrumDrumDrumDrumDrumDrumDrumDrum … Wer fürchtet sie – die Anarchie? Warum…

Keine Freiheit ohne Gegenzauber

Martin A. Völker für #kkl36 „Anarchie“ Keine Freiheit ohne Gegenzauber Es ist kaum möglich, mehr Neues zu schaffen, als dies lange vor uns die Alten, nämlich die antiken Dichter und Philosophen, taten. Könnten menschliche Leidenschaften stärker den Himmel und die Erde erschüttern als bei Homer? Wer will komischer sein als Apuleius in seinem Roman „Der…

Villanelle des nihilistischen Aufwands

Anita Lang für #kkl36 „Anarchie“ Villanelle des nihilistischen Aufwands Wenn das Gesetz versagt: Aus Licht und Schatten grüßt Schilda. Anarchische Risse ernähren nicht. Auf einen Blick, zaubert sich das liebe Geld – Wenn das Gesetz versagt – Eine Dimension liegende Acht. Die letzte Meile ins Nininichts. Anarchische Risse ernähren nicht. Wilde Tiere verlieren ihren Unterschlupf,…

Von Konjunktiv und Utopie

Karina Peppler für #kkl36 „Anarchie“ Von Konjunktiv und Utopie Hätte ich nur einen Wunsch Wüsste ich gerne, wie’s wohl wäre Erböt ich einen Tag in Umkehrung Um sie einmal zu vergessen, diese Leere Wäre morgen alles Komplement Kein Nachtmahr mich zerzaust Kein Alb, der mich bedrängt Ich stünde ausgeschlafen auf In meinem Schritt läg‘ Leichtigkeit…

Wenn man ein Orakel fragt:

Dietmar Wielgosch für #kkl36 „Anarchie“ Wenn man ein Orakel fragt: „Was soll ich tun in meinem Leben“? Wird`s vielleicht zur Antwort geben: „Depp, tu`doch das was Dir behagt! Doch was immer Du auch tust , Du musst von den Eichen weichen, dafür sollst Du Buchen suchen weil Du`s sonst bereuen musst“. Dieses klingt sehr rätselhaft,…

If I can’t dance, it’s not my revolution

Theresia Plank-Zebinger für #kkl36 „Anarchie“ If I can’t dance, it’s not my revolution ( Emma Goldman). Theresia Plank-Zebinger, Malerin Über #kkl HIER

Antagonistin

Mia für #kkl36 „Anarchie“ Antagonistin herausgebrochen aus dem gesellschaftlichen Kollektiv falle ich in die desorganisierte Struktur meines inneren Chaos allein ungeschützt frei Mia Über #kkl HIER

In meinem Kopf bin ich frei

Walter Bosch für #kkl36 „Anarchie“ In meinem Kopf bin ich freifrei von Zwängenfrei von Ängstenfrei von Regelnund manchmal sogar frei von meinem Verstand Doch wer ein freies Leben anstrebtmerkt rasch, worum sich die Erde drehtwer sie regiert, weshalb sie bebtwieso jeder der hier lebtsich ein Grab mitgräbt Ich möchte mein Leben lebenohne mich aufzugebenohne mich…

Vom Schreiben

Susanne Rzymbowski für #kkl36 „Anarchie“ Vom Schreiben Ich möchte schreiben wie der Wind ungestüm und brausend als Erfrischung und Anstoß wie ein Luftwirbel im Geist spontan und nicht zu greifen Ich möchte schreiben wie das Wasser mit unendlichen Tiefen und eigener Strömung als schäumende Woge und sanfte Welle kühl und klar Ich möchte schreiben wie…

Cogito, ergo sum periculosus

I. J. Melodia für #kkl36 „Anarchie“ Cogito, ergo sum periculosus Ich bin Anarchist. Wer jetzt weiterliest, ist entweder neugierig oder konnte sich des gängigen Vorurteils erwehren, nach dem Anarchisten chaotisch, faul, ständig besoffen und gewalttätig sind, während sie am Bahnhof sitzen, um Passanten anzuschnorren. Dieses Klischee trifft auf das Bild, die einige Menschen von Punks…

Es kommt der Tag des Gerichts

Wolfgang Weinlechner für #kkl36 „Anarchie“ Es kommt der Tag des Gerichts „Sie trauen sich was. Sie fallen völlig aus dem Rahmen“, sagte der Richter. Max stand vor dem Pult stramm, wie zuletzt vor dreißig Jahren vor dem Kompaniekommandanten beim Bundesheer. Er hatte kaum auf sein Äußeres geachtet, als er wegen seiner Beschwerde vor dem Gericht…

Tumult der Gedanken 

Sebastian Luther für #kkl36 „Anarchie“ Tumult der Gedanken  In den Schatten der Freiheit, wo Ordnung sich verliert, Erhebt sich die Anarchie, ein Ruf, der wild vibriert. Keine Ketten binden, keine Regeln zwingen, Die Seele der Rebellion, die im Herzen singt. Ein Tumult der Gedanken, ein Wirbelwind der Ideen, Anarchie tanzt auf den Straßen, wo die…

Der Sonnenwinkel

Katharina Zanon für #kkl36 „Anarchie Der Sonnenwinkel Bespitzelt meine ihn auf der Stelle verpfeifende Nasenspitze. Spechtelt durch das Heu des Sonnenhutes. Nicht derselbe, aus dem dir der Rücken gegrillt wird, während du am Bauch im Steinchenmeer liegst. Schnüffelnd stößt du auf eine gerade erst vergrabene Dungkugel. Erstaunt begutachten die frisch daraus geschlüpften Skarabäen die zwei…

Der Regen fließt

Olaf Urban-Rühmeier für #kkl36 „Anarchie“ Der Regen fließt Stickige Luft, ein gelber Himmel. Schwefelgelb, denkt Justin. Das hat er mal irgendwo gelesen. Aber wie sieht Schwefel wirklich aus? Drückende Hitze im Büro. Die Klimaanlage mit halber Kraft. Kosten sparen. Gleich ist es vier. Um fünf beginnt der Termin. Accounting und Controlling Standards Arbeitsgruppe. Jemand hatte…

Anarchia narcolepsia 

Julia Bendix für #kkl36 „Anarchie“ Anarchia narcolepsia  Am Anfang war das Wort [Chaos] Das [cháos] war bei Gott, und das [χάος] war Gott selbst. In ihm war das Leben, und dieses Leben war das Licht für alle Menschen. Es leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht auslöschen können. Am Anfang war [utopia]…

Der Anarchist

Dr. Lorenz Leitmeier für #kkl36 „Anarchie“ Der Anarchist „Soso, Sie sind Anarchist.“ – Rudolf Bergner tat so, als laufe die Verhandlung so ab wie jede andere. Seit knapp 15 Jahren arbeitete er jetzt schon als Strafrichter am Amtsgericht, und in den Prozessen, die er leitete, war er vor allem: Herr des Verfahrens. Er führte seine…

Anarchie – ein ohne Taten viel diskutierter Begriff in der Philosophie?

Johanna Gebetsroithner für #kkl36 „Anarchie“ Anarchie – ein ohne Taten viel diskutierter Begriff in der Philosophie? Anarchie, ein Zustand, der von mancher Genossin als Utopie, von manchem Genossen als Dystopie beschrieben wird. Ein (Nicht-)Ordnungssystem, dem der eine Geselle mit Antipathie und die andere Gesellin mit Sympathie gegenübersteht. Ein systemloses System, das von hierarchieloser Hierarchie nur…

Die weise Frau

Hardy Geimer für #kkl36 „Anarchie“ Die weise Frau Es war ein warmer Sommertag, da Niklas L. in die Straßenbahn stieg. Er war auf den ersten Blick kein besonders auffälliger Typ. Relativ groß, einen modernen, legeren Kleidungsstil, dazu trug er eine Glatze, bei der er jedem schwor, dass er die sich freiwillig rasiert habe und diese,…

Aus der Redaktion – „Kopf hoch“

Kopf hoch, „Haltung bringt Haltung“, wenn wir unser Kinn generell ein wenig mehr anheben. „Man“ sieht auch besser und die Energie fließt geschmeidiger durch uns hindurch, wenn die Körperhaltung eine Gerade bildet, so glauben nicht nur wir.  Der gesenkte Blick lässt natürlich nicht so klar Weite ersehen, doch der, „der Gerade“ ist, der überblickt das…

Veilchenblau

Leonore Dubach für #kkl35 „Erwachen“ Veilchenblau Gedanken spriessen Grün ins Kraut ersticken im Gelb  der Dotterblumen Text abgeschossen durch durch das Rot  der Feuerbohnen Träume in Veilchenblau solange der Rosenduft mir Leichtsinn in mein Auge weht Die Nacht Die Nacht trank von der Wärme letzter Tage das Dunkle weicht dem  Jetzt löst das Gestern auf…

Wegmarken

Ingrid Maestrati für #kkl35 „Erwachen“ Wegmarken Im Kino. Gemütlich in meinem Sitz installiert und außer Gefahr sehe ich James Bond vor einem Labyrinth. Er geht erst gar nicht hinein, sondern überfliegt es mit einer Drohne, die so wendig ist, dass er trotz der Flugabwehr nicht abgeschossen wird. Und dann weitere Szenen: er flirtet mit der…

„Erwachen“

Ingeborg Henrichs für #kkl35 „Erwachen“ Ingeborg Henrichs, zuhause in Ostwestfalen, verfasst kürzere Texte, fotografiert gern Momente, die gedanklich weiterführen. Schätzt das Schöne und Wertvolle in Natur und Kultur. Einige Veröffentlichungen. Über #kkl HIER

Acta est fabula

Bernhard Horwatitsch für #kkl35 „Erwachen“ Acta est fabula Das Universum (das andere die Bibliothek nennen) setzt sich aus einer unbestimmten, vielleicht unendlichen Zahl sechseckiger Galerien zusammen, mit weiten Luftschächten in der Mitte, eingefaßt von sehr niedrigen Geländern.(Jorge Luis Borges) Vom einfachen Redakteur Edward Morgan zum Medienimperator Mustafa Mond führte lediglich ein schmales Zeitloch, das sich…

tagesnachttraum

Arno Reis für #kkl35 „Erwachen“ tagesnachttraum tag frißt meine nacht gefüllt mit schweißgeängstigten träumen will dich scheißen aus meinem traumgedeutetem tod am mast wieder locken die sirenen meinen tag in turners nebel flaggenlos am gebrochenen mast verirrt erahnt von der mondsonne erwacht! nachtwanderung mondklarverhangen im nebel laufen tagesbilder in meine träume räkeln verästeln dehnen fürchten…

Neuland

André Hénocque für #kkl35 „Erwachen“ Neuland Wie lange war er schon hier? Er konnte sich nicht genau erinnern. Ziemlich lange, jedenfalls. Er drehte sich auf den Rücken. Seitdem er diese Höhle als freiwilliges Refugium ausgesucht hatte, konnte er nur mit sich selbst sprechen, denn er hatte den Eingang so gut es ging verschlossen und getarnt.…

Zu neuen Ufern

Bernd Lange für #kkl35 „Erwachen“ Zu neuen Ufern Zum Ende hin ist er ganz schön in die Breite gegangen. Und träge ist er auch geworden.     Auf der gegenüberliegenden Seite, ziemlich nah am Ufer, macht sich ein kleines Baggerschiff zu schaffen. Der Fluss zeichnet hier eine leichte Linksbiegung, gut möglich, dass sich der Kies am…

Nur ein Traum

Astrid Kohlmeier für #kkl35 „Erwachen“ Nur ein Traum Viele Monde lang brannte ein böser Traum Mir unter den Schläfen, zerteilte mein Auge Und machte mir die liebe Nacht zum Feind Des Morgens war mein Kissen schwarz von Tränen Und meine Haut war nass und kalt wie Tau Doch beim Erwachen lagst du neben mir Nahmst…

Erwachen

Jenny Julind für #kkl35 „Erwachen“ Erwachen Am Krater Des Vergessens Klaubst du Felsbrocken auf Du weißt nicht Mehr was es war Das dein Wissen Fortgerissen Doch unter Dem Geröll Scheint es hell Du gräbst und Kommst näher Dem Wesenslicht Bis du merkst Dass es aus Deiner Mitte Kommt Dann erinnerst Du was dein Leuchten ist Und…

Über Berge und Meere

Anke Schüür für #kkl35 „Erwachen“ Über Berge und Meere                                                                                                                                    Unermüdlich                                     fliegt der Vogel des Friedens                                     über Berge und Meere –                                     Überbringt Botschaften von Liebenden,                                     festigt Bänder der Freundschaft,                                     erfreut Mütter, Väter, Kinder,                                     Verbindet Völker,                                     lässt Herzen höher schlagen,                                     zaubert Lächeln in Gesichter.…

Aussicht        

Cora Silja Franke für #kkl35 „Erwachen“ Aussicht                                                                                                      Schwerkranke Menschen haben immer ein schweres Schicksal. Manni liegt da, starrt auf die steril weiße Decke. Er sieht seinen Körper von der Seite auf dem Krankenhausbett liegen, dahinter die Tür. Diese langweilige Tür! Aus seinem Traum aufschreckend, sieht er das Gleiche, nur aus seiner liegenden Perspektive. Neben…

warten

Anne Kohler für #kkl35 „Erwachen“ warten vor jahren hast du mich zer treten die antwort (ewig ursache wirkung) gabst du mir /im traum/ reicht das? kann ich neu mich setzen? und wach(s)en jetzt endlich neue menschen formen mich um neben dem hellen  alltag (uhr werk) bin ich mehr keiner (ich auch nicht) ahnt die grenze…

Der Pakt

Hannah Güntzel für #kkl35 „Erwachen“ Der Pakt „Papaaa, wie geht das mit dem Kinderkriegen?“ Mit Bambi-Augen schaute ich zu meinem Vater auf, der einen Arm um mich gelegt hatte. Auf sein Gesicht trat ein Ausdruck, den ich nie zuvor bei ihm gesehen hatte, eine Mischung aus Überraschung und mühsam unterdrückter Verlegenheit. Diese Frage hatte er…

Der Baum der letzten Grüße

Rosana Fee Chamulla für #kkl35 „Erwachen“ Der Baum der letzten Grüße Ⅰ Anton Ich war trunken vor Schlaf, als sie mich flüsternd, zischend weckte, meine Schwester, die es schaffte, selbst in ihren Flüsterton einen Peitschenhieb zu legen. Und doch nahm ich wahr, dass in ihrem schneidenden Ton ein Zittern lag, in der Stimme meiner Schwester,…

Ich will träumen

Maximilian Fischer für #kkl35 Erwachen“ Ich will träumen Träumen kann das Monster zähmen Das mich in der Realität festhält Werde den Notausgang wählen Nur der wahre Wunsch mein Sein erhellt Nicht länger bewusste Entscheidung Auch am Tage zu träumen Hoffnung, die kurz hereinguckt Wo sich Traum und Wirklichkeit kreuzen Sehne mich nach der heilen Welt…

Traumwolken

Anke Meer für #kkl35 „Erwachen“ Traumwolken Gefroren jung in der Nacht Erinnerungen im Regenguss Verschmolzen im Blick erwacht Einfall Berührung, Luft im Kuss Lächelnd weckst du meine Treue Aus frühem Traum im liebestoll Blitzt mich bis in tiefste Schläue Der Himmel füllt mir Gläser voll Wenn Gewitter Ängste brechen Im Sinn verdrängt, Bewegung leben Laute…

Lieber Träumen

Quynh Thu Thi Nguyen für #kkl35 „Erwachen“ “Ich will zurück in meinen Schlaf.” Das Mädchen vor meinen Augen war nur noch eine Hülle ihres Selbst. “Ich will wieder schlafen gehen.” Ihre Stimme war noch nie so zierlich und schwach gewesen. Sie lag leblos auf einem Bett des lokalen Krankenhauses und starrte in die Ferne, die…

Die Stille ist ein Klang

Velibor Baćo für #kkl35 „Erwachen“ Die Stille ist ein Klang Die Stille zu hören,bedeutet Erleben,wie Nichts wird geboren,durch Enden des Streben. Es gibt nur den Laut,es ist wie das Leben,erst beide Enden durchschaut,merkt die Stille ist laut. Mit jeder Stufe die naht,dem Ende entgegen,des letzten Tones man hat-in Stille, Echos nie endendes Beben. Sirens| Schattenspiel…

Frühdienst

Denise Wiesmahr für #kkl 35 „Erwachen“ Frühdienst Die Kaffeemaschine schreit so laut wie ich mich gerade fühle. Langsam läuft das schwarze Gold aus der Maschine hinein in diesen allerheiligsten Gral. Ich streichle die Tasse sanft und bedanke mich für ihren tagtäglichen Aufwand im Dienste meines Wachwerdens. Ich mag keine Frühdienste, am liebsten würde ich wie…