René Oberholzer für #kkl30 „Macht & Ohnmacht“
Der Betrug
Der Demagoge
Wollte nicht gehen
Sein Volk hatte
Ihn abgewählt
Der Demagoge
Sprach von Betrug
Sein Volk hatte
Jede Stimme gezählt
Der Demagoge
Wollte nicht gehen
Seine Frau sagte
Sie werde gehen
Der Demagoge
Sprach von Betrug
Und hatte sogar
Für einmal recht
Dumm gelaufen
Der Diktator
Hatte vergessen
Kurz vor seinem Tod
Die Todesstrafe
Wieder abzuschaffen
Alzheimer
Allmählich spüre ich
Dass ich allmählich verschwinde
Dass ich mich vergesse
Und je mehr ich mich vergesse
Desto mehr vergesse ich
Was ich eigentlich sagen wollte
Ich wollte eigentlich sagen
Dass nichts mehr so ist wie früher
Ausser die Erinnerung an früher
Und ich versuche mich zu erinnern
Was ich einst war
Was ich jetzt nicht mehr bin
Ich bin nicht mehr der Alte
Ich bin einfach alt
Und ich beginne schon zu vergessen
Dass ich alt bin
Dass ich überhaupt ich bin
Dass ich überhaupt bin
René Oberholzer
Lebt und arbeitet seit 1987 als Oberstufenlehrer, Autor und Performer in Wil/Schweiz.
Schreibt seit 1986 Lyrik, seit 1991 auch Prosa.
War Mitbegründer der literarischen Experimentiergruppe „Die Wortpumpe“ (mit Aglaja Veteranyi), ist Mitbegründer der „Autorengruppe Ohrenhöhe“, Mitglied der Autoren der Schweiz (AdS) und des Zürcher Schriftstellerverbands (ZSV). Erhielt 2001 den Anerkennungspreis der Stadt Wil für sein literarisches Schaffen und 2022 den 23. Nahbellpreis des G&GN-Instituts in Düsseldorf für das lyrische Gesamtwerk.
Publikationen:
„Wenn sein Herz nicht mehr geht, dann repariert man es und gibt es den Kühen weiter“ (39 schwarze Geschichten) (2000), Verlag Im Waldgut in Frauenfeld.
„Ich drehe den Hals um – Genickstarre“ (92 Gedichte) (2002), Nimrod-Literaturverlag in Zürich.
„Die Liebe wurde an einem Dienstag erfunden“ (120 Geschichten) (2006), Nimrod-Literaturverlag in Zürich.
„Kein Grund zur Beunruhigung“ (236 Gedichte) (2015), Driesch Verlag in Drösing.
„Sehnsucht. Mit Weitblick“ (80 Gedichte) (2020), Klaus Isele Editor in Eggingen
„Das letzte Stück vom Himmel“ (80 Gedichte) (2021), Klaus Isele Editor in Eggingen
„Analphabeten der Liebe“ (80 Gedichte) (2023), Klaus Isele Editor in Eggingen
Gedichte und Kurzgeschichten in Anthologien, Zeitungen, Literaturzeitschriften und Online-Portalen im gesamten deutschsprachigen Raum (über 3000 Einzeltexte). Einzelne Texte sind auch ausserhalb des deutschsprachigen Raums übersetzt und veröffentlicht worden.
homepage: http://www.reneoberholzer.ch
Wikepedia: wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Ren%C3%A9_Oberholzer
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