Benjamin Lapp für #kkl31 „Orientierung“
Durch den Sturm
Wir werden durch einen dunklen Sturm aus Furcht gehen müssen,
es scheint fast unausweichlich zu sein,
und wir werden uns rüsten müssen mit all unserer Liebe und Zuversicht,
denn diese grollende Wand wird gefüllt sein,
von sich gegenseitig aufpeitschenden schlimmsten Gedanken
gepeinigter Seelen.
Schon bald wird die erhabene Fröhlichkeit
des klaren Himmelszelt des Lebens eingenommen sein
von einer sternlosen Nacht heftiger Missgunst,
die unser Innerstes in Aufruhr setzt und mit ihrem Zetern
uns voneinander wegtreiben wird
und so eine geliebte Welt droht verschwinden zu lassen.
Mit traurigen Bestimmtheit erschafft sich,
in den trennenden und quälend-kalten Winden,
seelische Vereinsamung aus sich selbst,
wenn doch nirgends ein schützender Hain
der umarmenden Hoffnung Zuflucht
erschaffen kann.
So bietet als letzten revolutionären Akt
nur das hineinfallen in die Tragträumerei für jene Herzen
die noch in Bewegung geblieben sind,
schönste Berührungspunkte mit einer Welt im Möglichen,
und erschaffen so Sinnes-gemälde von dauerhafter Anmut.
Mit genau dieser Wildheit unserer Herzen,
während sich in unseren gemeinsamen Gedanken
die Fingerkuppen beginnen zu küssen,
senden Wir lächelnde Leuchtfeuer aus,
die ungestüm hinein funkeln,
in die schwarz-malerische Tristesse um einander wieder zu finden.
Bevor jedoch der neue Tag gewillt ist anzubrechen,
tränkt sich dieser im dunkelsten Schwarz,
und selbst die gutmütigsten Herzen frieren
im Angesicht des beständigen kalten Gegenwinds der Ausgrenzung.
So suche Ich dich erschöpft schwankend
und bevor ich drohe mich im orientierungslosen Nirgendwo zu verlieren,
wird mein Herz gesalbt mit dem schönsten Sternenlicht,
das die heilige Aura eines neugeboren Strahlens in sich trägt,
welches Du bist, immer warst!
In der Lobpreisung des wiedergefunden Glücksgefühl
kann uns keine Dunkelheit habhaft werden,
solange bis der neue Tag uns wieder wärmen wird.
Wir werden sein gegenseitige Resonanzkörpers des Mutes
auf das beständige Wagnis des zurückeroberten Lebens.
Benjamin Lapp
Lyriker seit 2019
Veröffentlichungen in mehreren Anthologien.
2021: Veröffentlichung des eigenen Lyrik Bandes: „Es ist fürwahr ein Pandämium…“ – 34 Gedanken aus der Coronazeit.
Interview mit Benjamin Lapp hier.
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