Dora Stephan für #kkl33 „Vollendung“
Ich bin die Grenzenlosigkeit, die dir entgegenschlägt,
wenn Dunst sich hebt und Sonnenstrahlen samtig hauchen:
Ich bin die Farbtöne, die erst geboren werden, wenn es leuchtet,
eine neue Nuance, je später es wird.
Ich bin die kaulquappigste Kleinigkeit –
zaghaft erste Schritte und die aufplatzende Knospe.
Ich bin der letzte Tag, an dem du jemanden gesehen hast, den du liebst.
Ich bin schleichend plötzlich da
und fülle dich ganz aus, bis du platzt.
Ich bin Schambläschen auf Sand, wieder zurück,
wieder Schaumbläschen auf Sand und wieder zurück.
Ich bin das Grollen, dass deinen Rücken hinabstürzt
und dich ganz klein fühlen lässt.
Ich bin der Widerhall, der leise verklingt.
Ich das Muster, der Zweige eines Taubennests.
Ich bin Tatzen über Flurkacheln, Schwanzwedeln und Hecheln,
weil du endlich wieder da bist.
Ich bin beieinander atmen und Hände ganz locker verschränken.
Ich bin alles, was du noch nicht kennst und jedes vielleicht, was dir begegnen könnte.
Dora Stephan
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