Später Abschied

T.J. Handrick für #kkl33 „Vollendung“




Später Abschied

ein Innerer Monolog, zu Ende gebracht, zu Ende gedacht

Und wenn ich tanze im Regen, halten ich meine eigene Hand.
Alles um mich herum dreht, rotiert, rotiert einsam und allein um mich allein.
Ich bin der Mittelpunkt meiner Welt, der alles anzieht, aber es nie an sich ranlässt.
Für die Unendlichkeit bestimmt, und die ist lang.
So lang, dass man am Ende vergisst, warum man rotiert,
um einen Punkt, der selbst nicht weiß, ob er ankommen kann.

Schwere Wände umkreisen mein Gemüt,
gefangen in der Schwerelosigkeit drücken sie sich,
immer näher und näher an mich ran.

Weißt du, was mich am meisten bedrückt?
Die Liebe aufgegeben zu haben, bevor sie mich erdrückt.
Bevor ich mich an einem Pfad binde,
nehme ich lieber den nächsten Bus ins ungewisse nichts.
Ja klar, habe ich als erstes immer “ Ich liebe dich“ gesagt
und alles geküsst, was bei drei nicht davongelaufen ist.
Na klar, habe ich gerne meine Zeit mit allen genossen,
mehr oder weniger.
Ja klar, war ich hier und da unaufrichtig,
Aber das habe ich doch nur für mich gemacht!
Wäre nie ein Geheimnis hier irgendwo gewesen, wäre ich doch weitergezogen.
Dieses langweilige Dasein steht mir nicht.
Dieses „Ich liebe dich und bleibe“ – das bin doch nicht ich!

Aber du hast doch gesagt „Du liebt mich“?

Ja klar, das spüre ich zeitweise hin und wieder,
auch für den anderen oder auch mich.
Aber liebe reicht im Leben nicht aus!
Liebe steht uns nur zur Seite, um das lächerlichen Daseins ein wenig zu versüßen,
aber Diabetes bekommen wir sicherlich nicht.
Alles und nichts ist uns gegeben,
alles und nichts wird uns begleiten
und alles und nichts wird uns leiten.
Alles und nichts, bedeutet für viele schon zu sagen“ Ich liebe dich“.
Alles und nichts, wird am Ende auch auf uns warten und bis dahin sage ich,
es war schön mit dir,
und dass jetzt auch die Zeit gekommen ist,
wo wir auf Wiedersehen sagen und es ab jetzt nicht mehr so meinen.

Denn jeder Blick von dir zerbricht mich,
jede Nachricht von dir erdrückt mich,
jene Angst dich wieder zu sehen, erschlägt mich.

Leb wohl, ich küss dir höflich die Hand und schaue nie mehr in deine Augen,
denn das kann ich nicht, nie wieder.
Lebe wohl freudige Natur,
lebe wohl und behütet weiter in deiner Bahn.
Ich steige an der nächsten Haltestelle aus
und verschwinde im alles und nichts.




T.J. Handrick, *1996 in Deutschland, lebt in Wien, Songwriter und Poet.
Seine Werke laden ein, zu Träumen, mit und ohne Tränen. Seine Werke entstehen durch Träume, vergangener und erdachter Zeiten, mit und ohne Tränen.






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Veröffentlicht von Jens Faber-Neuling

Redakteur von #kkl Kunst-Kultur-Literatur Magazin, Autor, Trainer und Coach im Bereich Potentialentfaltung und Bewusstseinserweiterung, glücklicher Papa und Ehemann.

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