Katrin Streeck für #kkl33 „Vollendung“
Ruhende Texte
Da liegen sie und warten,
dass ich sie bearbeite,
in Form bringe, vollende.
Doch das Wetter ist zu schlecht,
der Arbeitstag war zu lang,
das Wochenende zu kurz,
der Urlaub zu fad.
Die Wäsche will gewaschen sein,
der Haushalt wartet,
der Garten verkrautet.
Ungelesene Bücher stehen im Regal.
Netflix zeigt neue Krimiserien.
Ich will nur wissen,
wie es die anderen machen.
Sie machen es einfach:
Schreiben an ihren Texten,
lassen sich nicht ablenken.
Ihre Texte ruhen nicht,
sie sprühen, sie bewegen sich.
Ich gehe jetzt
und wecke meine Texte.
Die Vollendung der Raupe
Die Raupe kriecht
im Sonnenschein
pappsatt von
Blatt und Blüte
und puppt
im Kokon sich ein.
Sie träumt vom
Sein als Schmetterling,
so leicht und bunt,
so sorgenfrei,
mit „Ah! und „Oh!“
von jedermann bewundert.
Doch schlüpft sie
als grauer Falter aus
und kann des Nachts
nur fliegen.
Und die Moral
von der Geschicht‘?
Nachtfalter scheuen
das Tageslicht.
So endete schon
mancher Traum
von Prominenz
und Rampenlicht
in Mittelmaß, ganz
still und schlicht.
Mein Name ist Katrin Streeck. Ich wurde am 29. Mai 1963 in Greifswald geboren.
Ich schreibe leidenschaftlich gern Texte, die mit Humor gewürzt sind, und befasse mich mit historischen und philosophischen Themen.
Ich wurde in vier Anthologien aufgenommen.
Berufesterben
Herber Herbst
Seelenheimat
bei: Textgemeinschaft, epubli, Berlin.
Tag am Meer, Baltrum Verlag
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