Stefanie Bräunig für #kkl34 „Klarheit“
Atemberaubend
Als er heute morgen etwas verwundert erwacht ist,
hat er sich allen Ernstes gefragt,
warum er all die Zeit so tief geschlafen hat.
Tag für Tag.
Jahr für Jahr.
An diesem Morgen fühlte er es:
DAS Einssein.
Die Klarheit dieses Gefühls
raubte ihm einen Moment lang den Atem.
Dann fragte er sich,
ob er dieses Gefühl,
diese tiefe Empfindung,
nein, dieses innere Wissen
nicht irgendwie vakuumieren kann.
Das Schriftstellerphänomen
Worte,
und Wortenergien,
sozusagen Kreativität,
die,
wenn sie
kein Ziel,
keine (Text)Form,
und auch keine Freiheit
bekommen,
ins Unermessliche fliessen.
Sie werden zu
Gedankenkreiseln
und wachsen weiter zu
riesigen Tornados,
die eine so immense
Zerstörungskraft
haben,
dass nichts übrig bleibt,
außer einer Menge aufgestauter
Energie.
Klar ist:
Das weiße Blatt
das leere Wortdokument,
die Worthülle,
sie will – mit Leben gefüllt – werden!
Stefanie Bräunig, Jahrgang 1973, schreibt seit einigen Jahren Kurzgeschichten und Gedichte. Einige davon fallen dabei geradezu vom Himmel oder begegnen ihr in der Natur. Sie veröffentlicht diese auf ihrer eigenen Internetseite ( www.herzensgut-do.de ) und in verschiedenen Anthologien. Vor Kurzem ist ihr erstes Kinderbuch „Juli und der Zauberbaum“ erschienen.
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