Regina Jarisch für #kkl35 „Erwachen“
staunen
seidenweiche luft unter himmelsblau
volltrunken die seele vertanz ich
die zeit und die drachen
schwitz ich aus
im kühnen sommermut
vergess ich die augenfalten
lächle ins blau mit gierigen händen
liege ich im fluss der zeit
ewigkeitsträume bäumen sich auf
welle für welle ein spiel
mit der möglichunmöglichkeit
kipppunkt
schlaflos wandern schwer müde
fällt die zeit aus den himmeln
wasser steigen der atem geht flach
das leben pausiert im tunnel
niemand hört das gern am tisch der
geselligkeit zählt nur die lächelnde
zuversicht erzählt in geschichten
die wie fettaugen über dem tag
schwimmen wir mit halber lunge
zum roten sonnenuntergang
fahren ins dunkel ins ahnen
die masken fallen
zerschlissen die haut gefangen
im welken tasten wir nach baldrian
vergessen das fallen das steigen
in verschwiegener angst am rand
stirbt die täuschung
Regina Jarisch, geb. 1956, lebt in Weimar- zuletzt erschien der Gedichtband „herzflug“, Leipziger Literaturverlag, 2020; Weiteres: www.regina-jarisch.de

Über #kkl HIER
