Anarchie – ein ohne Taten viel diskutierter Begriff in der Philosophie?

Johanna Gebetsroithner für #kkl36 „Anarchie“




Anarchie – ein ohne Taten viel diskutierter Begriff in der Philosophie?

Anarchie, ein Zustand, der von mancher Genossin als Utopie, von manchem Genossen als Dystopie beschrieben wird. Ein (Nicht-)Ordnungssystem, dem der eine Geselle mit Antipathie und die andere Gesellin mit Sympathie gegenübersteht. Ein systemloses System, das von hierarchieloser Hierarchie nur so strotzt und in dem empathische und empathielose Wesen mithilfe von Empathie automatisch ungeordnete Ordnung schaffen. Anarchie – ein viel diskutierter Begriff an der Fakultät der Philosophie – viele Worte, wenig Taten, nicht, dass sie einen noch anklagen. So viele Bewegungen der Anarchie in Spanien, einer parlamentarischen Monarchie, so viel Stille, wenig Aktivismus, der in Österreich nicht einmal gefunden werden kann bei einer Echographie. Hängt dieser Zustand der Anarchie schlussendlich doch zusammen mit der Geographie?

Ich zerbreche mir den Kopf über das Graffiti mit dem A auf den Straßen dieser Stadt, frag mich: Wer hat das da hingemacht und anarchisch gelacht? Denke, dass man mich verurteilt für meinen alternativen Lebensweg, wegen meines vorläufigen „Erst mal noch nicht“ bezüglich einer fixen Arbeitsstelle für die nächsten 40 Jahre – ist die Ware die ich dafür zahle, doch meine Energie und der Schmerz meiner Haare. Bemerke, dass ich noch nicht mal Regeln breche, zwar einen schiefen Blick ernte, jedoch stets bewahre alles in der Gesetzesnorm und -form. Und da geht mir ein Licht auf und ich komme zur Erkenntnis, dass manche laut Anarchie schreien und andere Grenzen austesten, innerhalb des (privilegierten) großen Spielraumes dann doch ihre Lebensform finden und sehen: So viel mehr ist möglich, als einem als Kind prophezeit wird, und das sogar, ohne die Regeln zu brechen.

Und während ich diesen Text über fehlende Anarchie verfasse, Worte ohne Taten auf Papier bringe, kippe ich mir entspannt einen Green Smoothie runter, in der Hoffnung auf die zusätzliche Wirkung der Homöopathie und lese direkt danach von sich selbst anarchisch bezeichnenden Personen die Biographie und kämpfe (?) für den Beibehalt der Demokratie.





Johanna Gebetsroithner wurde 1999 in OÖ geboren, lebt und arbeitet als Sprachassistentin an zwei öffentlichen Schulen auf Mallorca und unterrichtet zusätzlich Deutsch als Zweitsprache online. Sie studiert (im Master) Lehramt UF Spanisch UF Geographie und wirtschaftliche Bildung und das UF Deutsch.






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Veröffentlicht von Jens Faber-Neuling

Redakteur von #kkl Kunst-Kultur-Literatur Magazin, Autor, Trainer und Coach im Bereich Potentialentfaltung und Bewusstseinserweiterung, glücklicher Papa und Ehemann.

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