Dietmar Wielgosch für #kkl36 „Anarchie“
Wenn man ein Orakel fragt:
„Was soll ich tun in meinem Leben“?
Wird`s vielleicht zur Antwort geben:
„Depp, tu`doch das was Dir behagt!
Doch was immer Du auch tust ,
Du musst von den Eichen weichen,
dafür sollst Du Buchen suchen
weil Du`s sonst bereuen musst“.
Dieses klingt sehr rätselhaft,
da der Spruch von dem Orakel
nicht ganz frei ist von dem Makel,
dass er keine Klarheit schafft.
Wenn wir keine Buchen finden,
weil sich drum Lianen winden
und wir dieses laut verkünden,
zählt das zu den schweren Sünden
oder nehmen wir dann Linden?
Und was war das mit den Eichen?
Wie erkennt man denn dergleichen?
Würden wir sie wohl erreichen
wenn wir um tiefe Teiche schleichen
worin Wasserleichen bleichen?
Oder gibt es Hinweiszeichen?
Weiter wäre zu bemerken,
dass da doch noch manches fehlt
und mir scheint, das Zählen zählt
nicht zu des Orakels Stärken.
Bäume gibt es vielerlei.
Wieviel weiss ich nicht genau,
doch ganz sicher ich getrau
mir zu sagen :“Mehr als zwei“!
Soll man auch die Weiden meiden?
Oder unter Pappeln zappeln?
Find`t man bei den Erlen Perlen?
Und was können Birken wirken?
Darf man`s unter Eiben treiben?
Oder lässt man`s besser bleiben?
Könnt`s die Koniferen stören?
So, dass wenn`s die Föhren hören,
die dann mit den Latschen ratschen,
wodurch es die Tannen spannen,
die uns aus dem Wald verbannen
und versuchen zu entmannen?
Und wenn wir vor Tannen flüchten
und uns dann die Fichten sichten,
werden die den Streit dann schlichten
oder uns total vernichten?
Darf es das Orakel wagen
seine Tücke uns zu zeigen,
frech und höhnisch nur zu schweigen
wenn DIE Fragen an uns nagen?
Nun, dann werden wir uns wehren,
Über unsre Ängste schweigen,
unsre Furcht dem Feind nicht zeigen,
nicht mehr auf Orakel hören.
Und wir werden tapfer streiten
auf des weiten Waldes Wegen,
in den Händen Kettensägen
und auf wilden Bibern reiten!
Dietmar Wielgosch

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