Von Konjunktiv und Utopie

Karina Peppler für #kkl36 „Anarchie“





Von Konjunktiv und Utopie


Hätte ich nur einen Wunsch

Wüsste ich gerne, wie’s wohl wäre

Erböt ich einen Tag in Umkehrung

Um sie einmal zu vergessen, diese Leere


Wäre morgen alles Komplement

Kein Nachtmahr mich zerzaust

Kein Alb, der mich bedrängt

Ich stünde ausgeschlafen auf


In meinem Schritt läg‘ Leichtigkeit

Jede Pflicht fiele mir leicht

Am Horizont säh‘ ich den Sinn

Nähm‘ den Fehler mit ‘nem Lächeln hin


Keine Verletzung fiele mir zu Last

Keine Spannung hielte mich auf Trab

Keine Krankheit raubte meine Energie

Denn heute – pardon – da fick‘ ich sie


Wer nun genauer aufgepasst

Etwas mehr darüber nachgedacht

Sieht, wie sich Vorstellung selbst widerspricht

Was der Fluchtpunkt dieses Ganzen ist


Wär‘ nun wirklich alles Spiegelbild

Jede Dunkelheit indessen Licht

Eine letzte Wahrheit, die es gibt

Existiert‘ ich heute, morgen nicht


Drum, so der Flaschengeist erscheint

Bleiben Konjunktive Utopie

Jene Bilder bloß Gedankenspiel

Ein Wunsch, der ungesagt verweilt


Was bleibt in meiner exklusiven Dystopie

Sind Freiheit meiner Phantasie

Schlösser gebaut aus Poesie

Hallen erfüllt von Anarchie




Karina Peppler, die nicht lange brauchte, um ihre Leidenschaft für das Schreiben zu entdecken, gehört als Kind des Jahres 2003 zwar zur Generation „faul und verwöhnt“, konnte aber noch nie die Dringlichkeit ihrer Worte ignorieren, wenn diese auf Papier drängten. Dabei wirft ihr ihr Hund gelegentlich verschlafene Blicke zu, wenn ihre Geschichten sie mal wieder bis tief in die Nacht wachhalten. In der realen Welt sofort, kommt sie beim Tippen so schnell nicht immer auf den Punkt. 







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Veröffentlicht von Jens Faber-Neuling

Redakteur von #kkl Kunst-Kultur-Literatur Magazin, Autor, Trainer und Coach im Bereich Potentialentfaltung und Bewusstseinserweiterung, glücklicher Papa und Ehemann.

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