Nie ging’s uns so gut wie jetzt!

Siegfried Schwartz für #kkl36 „Anarchie“




Nie ging’s uns so gut wie jetzt!

Phrasen der Art dreschen die obersten Repräsentanten unserer präsenten Staatsform. Der Parasitokratie. Mit gesetzlich verbrieftem Saugrecht. Deren Wirte ihr Geburtsrecht der Wehrhaftigkeit (wie gegenüber Gelsen, Blutegeln, Vampiren) per Strafe entzogen wurde. Der Erlauchten Tun entlarvt, wer mit uns gemeint ist.

Obige Ansicht vertreten auch deren Getreuen. Wohl auch übel unter ständigem Juckreiz leiden. Dennoch den Pustelverursachern kritiklos abkaufen, was der politische Reigen als Sonderangebot ausspuckt. Mit der verblendeten Gabe, Denkprozessoren vor ihrer Nasenspitze abrupt abzubremsen, wie Skirennläufer notgedrungen im Ziel hinter dem Zeitmesser.

Man vernimmt den »Alles leiwand«-Slogan ebenso von der Gilde der systemisch Eingebetteten. Wohlgenährt leistungskarg in den Instanzen boxend oder rutschend. Ihr Stellenwert von Hämatomen so wund gedrillt wie die Knie aufmüpfiger Kinder seinerzeit auf Holzscheiten. Die Bürokratie liefert ihnen gebührlich das Volk zu Fuße wie Türmatten. Treuloser dagegen die Dauertrittbrettfahrer der Wohlfahrt eines Sozialsystems. Ihr Vakuum des Nichtstuns dehnt gefährlich den Druck im Kessel der noch Schaffenden.

Die Lebenskünstler soufflieren: »Negatives einfach ausblenden.« Verraten bei ihren steuerlastig gezwungenen hochpreisigen Semi- oder Webinaren, wie’s geht. Aber geht’s denn? Wie funktioniert die Wegschaumethodik mit staatlichem Gütesiegel? Eine Realität nicht wahrzunehmen? Blinkt da nicht ein Widerspruch zur geistigen Entwicklung auf? Diese Eigenheit womöglich ein Gendeffekt? Somit unlehrbar? Antworten auf dieses Paradoxon liegen allenfalls unabgestaubt auf dem Fundamt der Entbehrlichkeiten.

Die Realisten. Wow! Die sehn’s lockerer: »Es war niemals schlechter oder besser. Es war nur anders. Beschissen anders, sofern man im Systemgeflecht zu den Unterprivilegierten erkoren ist.« Dann gibt es auch noch die Gruppe … ja, wie tituliert man sie? Die, die gar nichts sagt. Maximal: »Is’ halt so …!« Immer nur zuwartet. Vielleicht betet. Herrgott – auf launische Art halt – eh auf seine leidenden Kinder schaut. Sich bockig scheuen, erwachsen zu werden. Verantwortung für das erweiterte Umfeld zu übernehmen. Tiefgläubige dem Schöpfer nicht die Arbeit stehlen. Oft selbst genug unheilige Martyrien auszuschöpfen haben.

In Summe eine Menge Volk, das hier addiert wurde. Nach geltendem Verfassungsgesetz hält die Mehrheit das Monopol auf die Wahrheit. Wahrheit beugt sich der Arithmetik? Blendend vermarktet. Ob überhaupt die Mehrheit? Wer zählt? Gefakte Votings bei TV-Shows? Die künstliche Intelligenz? Hat es vermutlich längst errechnet. In Sekundenschnelle. Was hat KI mit Wahrheit zu tun? Sie rechnet. Unter Ausschluss von Emotion und Skrupel. Liebe, ein Wort mit fünf Buchstaben. Es wäre zudem kontraindikativ, exakte Mengenangaben zu verraten. Politik ist kein Kuchenrezept. Jeder im www seine persönlichen Daten für den Geheimbund der Partner als Drittanbieter im Gegenzug tauschen kann.

Machterhaltung unterwirft andere Prinzipien. Man schmiere dem Volk ein Drittel Kleister geleugneter Tatsachen ums Maul, hergestellt aus EU- oder nicht EU-Ländern. Dazu jeweils ein Drittel vorgeweichter Medienpampe Marke Vierte Gewalt sowie geistentleerten Füllstoff staatlicher Umbildungsanstalten. Nehme eine Handvoll Bedrohungen, ein paar Spritzer Verhetzungen aus kontrolliertem Anbau, würze zwingend mit einer Prise lauer EU-Verordnungen als künstlichem Backtreibmittel, verfeinere die Masse mit einer Tasse vergorenen Globalisierungsdenkens. Zur Dekoration eignen sich geschmacklose, aber unbedingt bunte Wahlzuckerl. Das Ganze bei mittelständischer Panikmache und Durchzug im Oberstübchen im Smog der Frequenzmasten energetisch derangieren. Fertig, sobald sich oberflächlich keine erkennbaren Anzeichen von Vernunft und Empathie mehr ausbilden. Mahlzeit! Alles bio. Auf Substanzen wie Lobbyismus, Toxine und Spurenelemente zur Bewusstseinsverkümmerung wird laut geltender Praxis nicht explizit hingewiesen.

Menschen, deren Geruchs- und Geschmacksnerven sich gemeinsam zum Widerstand organisieren, da mit spontaner Maulsperre reagieren, sich um aller Wesen Natur und Verdauungstrakte Gedanken machen (auch bei Klopapier handelt es sich um irdische Ressourcen), die nennen sie wie? Anarchisten!

Die philosophische Auslegung besagt: Anarchie sei ein gesellschaftlicher Zustand bei minimaler Gewaltausübung durch Institutionen und maximale Selbstverantwortung des einzelnen Individuums. Wer weiß das? Wer wurde nicht systemisch gepiesackt mit anderslautenden volkserzieherischen Immunisierungsstoffen? Bekannter sind Synonyme, die jene von Anarchie bedrohte Gilde über Medien und Influencer wie in einer Gehirnwaschtrommel im permanenten Schleuderprogramm fährt. Bar dieser Erkenntnis ist klar, es für die Erhaltung dieses Systems wichtiger scheint, Kindern lieber 1492 einzutrichtern (die Financiers von Kolumbus und Konsorten die Massakrierung indigener Völker Amerikas eingeleitet haben) als die Option eines eigenverantwortlichen Daseins. Als legitime tragende Säule (oder Rettungsboot?) eines demokratischen Staates. Denn was, wenn? Wer aller würde sich selbst als Anarchist erkennen? Gar bekennen? Es könnte eng werden für die Logenbrüder.

Das Warnschild: Gesetzlosigkeit, ein Nonsens, der nur Angst schüren soll. Gefährlicher scheint es, Gesetze der Vernunft zu umgehen. Überflutung, Verwirrung, Widersprüchlichkeiten, Interpretationen, erkennbarer Eigennutz der Geber … weist auf: derer maßlos zu viele. Besonders die ungeschriebene Verankerung: Wer Gesetze infrage stellt, gilt als Anarchist! Die verlässlichste aller Gesetzmäßigkeiten ist ihr Bruch: Man kann dem Gesetz der Herrscher folgen, in ihre Kriege ziehen oder es, gemäß dem Naturgesetz der hundertprozentig nachgewiesenen Sinnlosigkeit, bleiben lassen. Eines dieser Gesetze wird die/der zur Waffe Gerufene wohl brechen müssen. Und wage zu behaupten, Anarchisten führen keine Kriege, zetteln sie nicht an und gehen aus Anstand erst gar nicht dorthin.

Wer nun fühlt sich von Anarchie bedroht? Untergräbt dessen Ideologie. Knüppelt sie mit subtilen Techniken, die sich nur in ihrer digitalen Weiterentwicklung von den Folterwerkzeugen einer anderen unseligen Epoche unterscheiden. Denunziert die Bekenner ins Lager der Unanständigkeit. Gar der Unrechtmäßigkeit. (Oh ja. ER war wohl auch einer. Wanderprediger gegen vorherrschende Untugenden.)

Nun, die Suche nach den Schurken ist auch ohne Navi-App rasch beendet. »Sie haben ihr Ziel erreicht.« Wir landen vor palastartigen Parlamenten und anderen einschüchternden Prestigeobjekten. Den Bunkern der Unantastbaren. Fürchten die Erhabenen ums devote Personal? Deren eigenständiges Denken und Handeln? Den Missbrauch, der ihnen abgezwungenen Fördermittel für den Erhalt der Kommune erkennen? Dann gar die Untertanschaft aufkündigen? Es gibt in der kontemporären Gesellschaftshierarchie nur zwei Optionen: herrschen. Beherrscht werden. Wirkliche Freiheit haben die und die nicht. Das Management  rivalisierender Gewalten unter sich stets veränderten Bedingungen ökologischer wie ökonomischer Sektoren schnürt auch ein Korsett.

Sind es überhaupt so viele, bei denen Beherrschung als Tugend mit dem Vorwort Selbst- beginnt? Nicht bloß ein paar subversive Außenseiter. Alles relativ. Aus Sicht des Beuteopfers namens Erde sind der Anarchisten zu wenige. Aus Sicht der herrschenden Gewalten der Lästigen zu viele. Wer hält sich an die Wahrheit, wenn in Wahrheit mit Lügen kapitale Vermögenswerte erzielt werden? Die Pinocchio-Imitate haben es bewiesen. Der Traum von Macht und Reichtum. Wer träumt von Vernunft? Nur ein Gedanke: Wenn es einigen Staatsbürgern gelingt, unter kontaminierenden Umständen ein anständiges Leben zu führen, was, wenn ohne? Davon befreit? Garten Eden? Reife Äpfel für alle!

Was wir denken, sagen, schreiben … tragen wir in uns. Zeigt sich in Mimik, Haltung, Gehabe. Spiegelt sich wohl auch in der Aura. Findet sich gewiss in einschlägigen Datenbanken. Algorithmen sondieren Auffälligkeiten. Erinnert an die Gabe von Haien. Auf Distanzen von bis zu vierhundert Meter Blut riechen können. Die Jagd spitzt sich zu. Die digitale Revolution in ihrem weltumspannenden Netz öffnet Browser, Fenster, Tore … Perspektiven in alle Richtungen. Der Volksgeist rotiert. Unser Planet zeigt sich nicht so verhalten. Wehrhaftigkeit gegen Respektlosigkeit. Was lernen wir aus den Katastrophen? Uns schützen? Wie? Mit Milliardeninvestitionen und noch mehr Ressourcenvernichtung gegen Nährmutter Erde? Schützen wir uns gegen das, was uns ernsthaft bedroht. Stemmen wir uns gegen die Barrieren politischer und herrschaftlicher Eitelkeiten. Gegen die Saugkraft doppelzüngiger Parasiten. Wie lange erlauben wir ihnen noch, mit Beschränkungen, Vorgaben, Statuten, Normen, Verpflichtungen gleich Diktaten ihre wirtschaftliche und moralische Insolvenz zu verschleiern? Werden Völker sich die Kastration ihrer legitimen Freiheit freiwillig gefallen lassen?

Wir haben die Wahl. Aktivismus oder vor Displays und Bildschirmen veröden? Der Wunsch nach Eigenständigkeit, inmitten einer fairen Gemeinschaft, liegt in der Natur des Menschseins. Wir wissen aus dem tiefsten Inneren: Es gibt kein rechtmäßiges Gesetz gegen Selbstbestimmung. Ein Schlendrian als Anker in von Politphrasen verschlammtem Morast  verspricht keine Rettung … ist wie Treibgut der Unverbindlichkeit. Ankern. Anständig. In festem Terrain. Gewaltig ist bloß der Prozess des Umdenkens. Das Gebot der Stunde. Anarchie.




Siegfried Schwartz, lebendig und beheimatet seit 1963 in Österreich, ist politischer Freigeist. Wirkte episodisch als Autor, Musiker, Schauspieler, Redakteur, Unternehmer und widmet sich fortan dem satirischen Schreiben mit Fokus auf die Rettung von Empathie und Vernunft.

Neben etlichen Kurzgeschichten veröffentlichte er:

2018 seinen Debütroman »Richie Richard – Der Fall Strasshof« (Buchschmiede),

2022 folgte der Roman »IMPLOSION – Ist uns noch zu helfen?« (BUCHER Verlag),

2023 der Roman »BEDINGT UNSCHULDIG« (Buchschmiede) und

»EXPRESSION – Vom Wahrzeichen zum Zeichen der Wahrheit!« (Buchschmiede).






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Veröffentlicht von Jens Faber-Neuling

Redakteur von #kkl Kunst-Kultur-Literatur Magazin, Autor, Trainer und Coach im Bereich Potentialentfaltung und Bewusstseinserweiterung, glücklicher Papa und Ehemann.

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