René Oberholzer für #kkl36 „Anarchie“
Nachtflug
Die Hoden beben am Anschlag der Vernunft
Die Eierstöcke tanzen im ¾-Takt
Neugier war der Anfang der Zeit
A ist sie und B bin ich
Wir fliegen in die Unordnung
Und pfeifen auf die andern Buchstaben
Tatort
Das Leiden der Bullen ist vorbei
Sie haben einen Bauern
Sowie seine Mutter
Zu Tode getrampelt
Kurz vor ihrer Erschiessung
Sollen die Bullen
Wie wild vor Freude
Herumgerannt sein
Amerikanische Verhältnisse
Grossvater besitzt eine Waffe
Grossmutter besitzt auch eine Waffe
Die beiden haben getrennte Schlafzimmer
Und schlafen doch nicht gut
Grossvaters Waffe ist unter dem Bett
Grossmutters Waffe ist unter dem Kissen
Wer jetzt an einen Einbruch denkt
Liegt völlig falsch
Möhrenland
Ein Häslein scheu
So möhrenlos
Ein Hoppeln hier
Ein Hoppeln dort
Im harten Schnee
Nach links nach rechts
Im Wald vom Feld
Ein Wolf
Ein Sack mit Möhren voll
Ein Biss
Ein Winter ohnegleichen
Angriff auf den Staat
Der Patient im Wagen
Ist über 60
Die Rettung stockt
Bei der Ausfahrt
Ein platter Reifen
Mutwillig zerstochen
Die Luft ist draussen
10 Minuten Verzögerung
Der Patient stirbt
Die Polizei ermittelt
René Oberholzer
e-mail: rene.oberholzer@bluewin.ch
homepage: http://www.reneoberholzer.ch
wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Ren%C3%A9_Oberholzer
Lebt und arbeitet seit 1987 als Oberstufenlehrer, Autor und Performer in Wil/Schweiz.
Schreibt seit 1986 Lyrik, seit 1991 auch Prosa.
War Mitbegründer der literarischen Experimentiergruppe „Die Wortpumpe“ (mit Aglaja Veteranyi), ist Mitbegründer der „Autorengruppe Ohrenhöhe“, Mitglied der Autoren der Schweiz (AdS) und des Zürcher Schriftstellerverbands (ZSV). Erhielt 2001 den Anerkennungspreis der Stadt Wil für sein literarisches Schaffen und 2022 den 23. Nahbellpreis des G&GN-Instituts in Düsseldorf für das lyrische Gesamtwerk.
Publikationen:
„Wenn sein Herz nicht mehr geht, dann repariert man es und gibt es den Kühen weiter“ (39 schwarze Geschichten) (2000), Verlag Im Waldgut in Frauenfeld.
Literaturverlag in Zürich.
„Die Liebe wurde an einem Dienstag erfunden“ (120 Geschichten) (2006), Nimrod-Literaturverlag in Zürich.
„Kein Grund zur Beunruhigung“ (236 Gedichte) (2015), Driesch Verlag in Drösing.
„Sehnsucht. Mit Weitblick“ (80 Gedichte) (2020), Klaus Isele Editor in Eggingen
„Das letzte Stück vom Himmel“ (80 Gedichte) (2021), Klaus Isele Editor in Eggingen
„Analphabeten der Liebe“ (80 Gedichte) (2023), Klaus Isele Editor in Eggingen
Gedichte und Kurzgeschichten in Anthologien, Zeitungen, Literaturzeitschriften und Online-Portalen im gesamten deutschsprachigen Raum (über 3000 Einzeltexte). Einzelne Texte sind auch ausserhalb des deutschsprachigen Raums übersetzt und veröffentlicht worden.
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