Rebscher, Rainer Reno für #kkl37 „Präsenz“
Wandlung
Inne halten
Der Andacht von
Bäumen zuhören
belaubte Ruhe
Vögel vertonen
den Lauschgenuss
Atmen
in den erschütterten
Glauben hinein
wandelt sich
Angst mit Licht in
Zuversicht
Warten
den stillen
Ohrenschmaus
unterm Blätterdom
tief
aufnehmen
Schweigen
Narzissenblüte
von mir absehen
den Blick zum andern heben
ihm ein Lächeln geben
zu ihm rübergehen
wenn Narzissen locken
will ich das Leben fühlen
auf warmen Sonnenstühlen
mit euch im Stadtpark hocken
im milden Frühlingsschein
mir all das Schöne gönnen
der Welt begegnen können
und einfach sein
umsteigen
greller Schilderschrei
Anschlusszug fällt heute aus
hastend suchen – keine Hilfe
weit & breit kein Zugbegleiter
Strom der Reisenden schwappt
hektisch
hin & her – es dreht sich
1 Feder in Spiralen
hoch vom Bahnhofsdach herunter
widerständig gegen Schwerkraft
steht sie fast im Windhauch
plötzlich
hält 1 Suchender im Schwarm
inne – staunt & lächelt – unsre
Blicke treffen sich – froh dass
noch 1 Mensch da stutzt
die Weichen anders stellt und alle
Zeit
mal kurz vergisst
beide haben wir jetzt einen
neuen Anschluss – federleicht
& zugefallen – leider hat
der Strom uns 2 getrennt und
fortgerissen
Rebscher, Rainer Reno, *1949, lebt in Niedereschach. Zuletzt 2 Gedichtbände: „Im Schwarzerlenwasser atmet die Zeit“ 2013 und „Neue Boote für die hellen Tage“ 2020, Hrsg. Anton G. Leitner, Verlag Steinmeier Deiningen, und 2 CDs mit Liedpoesie: „Auf stillen Pfaden“ 2012 und „Zwischenland“ 2016, Conträr Musik Schwarzenbek.
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