Ich

Ursula Strätling für #kkl37 „Präsenz“




Ich

Nur das Ticken der Uhr …

Sie steht nicht still …

Sekunden – Minuten – Stunden …

Nur Ich





Fantasma

Sie wippte mit den Füßen

rechts links

rechts links

mit ihren schmalen Füßen

vor zurück und wieder

vor zurück.

Ja sie malte sich aus

wie es wäre wenn

da statt der beiden dicken

Stümpfe

rechts links

ihre schmalen Füße

in weißen Strümpfen

wippten wieder vor zurück

und wieder vor

rechts links





Bäume im Nebel

konturig kahl wie
in erstarrtem Flehn
die schwarzen Schattenarme
anbetungsvoll gegen
verborgene Himmel gereckt

das milchige Grau noch der
Novembernebeltrübe ihnen
ins Gesicht geschrieben

und sammelt sich doch
Frühling schon
ganz leise im Geäst





Gestehe Ich

momentlang

meine lange

weile, augenblick

liches nichts

leer

gefegt, gesäubert

kein alltägliches

mehr mehr

nur Ich

doch nur

moment

lang





Wie schnell


Wie schnell die Tage ziehn

vorüber schon der Sommer

bald fallen Blätter hell

auf dunkle Erde nieder


und fallen eins aufs andre

bunt türmen sie sich auf

ganz gleich wo ich auch wandre

sie liegen dort zuhauf


und decken sanft die Erde

mit ihren Leibern zu

und stillen deren Hunger

dass endlich werde Ruh


die Tage ziehn so schnell

schon ist das Bett bereitet

und locket wirklich sehr –

doch ich hab noch zu tun wie

schnell die Tage ziehn




Ursula Strätling Jg. 1955

Die Autorin wohnt im Münsterland. Sie hat eine erwachsene Tochter, zwei erlernte Berufe, Abitur und widmete sich bisher dem Schreiben von Lyrik und Kurzprosa. Inzwischen verfasst sie nach einer kreativen Pause neben den Kriminalgeschichten auch Romane. Veröffentlicht wurde sie, neben einem Gedichtband und ihren eigenen Werken, in bereits über 75 Anthologien und Zeitschriften. 






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Veröffentlicht von Jens Faber-Neuling

Redakteur von #kkl Kunst-Kultur-Literatur Magazin, Autor, Trainer und Coach im Bereich Potentialentfaltung und Bewusstseinserweiterung, glücklicher Papa und Ehemann.

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