René Oberholzer für #kkl37 „Präsenz“
In allen Farben
Mit dir
Lebe ich Träume
Umarme ich den Himmel
Mit dir
Küsse ich Erdbeeren
Vernasche ich Feigen
Mit dir
Feiere ich die Nacht
Male ich Sterne an
Mit dir
Versinke ich im Moor
Höre ich Engelchöre
Mit dir
Empfange ich Liebe
Buchstabiere ich Frieden
Mit dir
träume ich Licht
In allen Farben
Zweisamkeit
Ich habe die Nacht
Mit dir verbracht
Sagte ich
Schade sagte sie
Ich wäre gerne
Auch dabei gewesen
Wie Fremde
Da war dieser Blick
Nur kurz von Weitem
Da schob sich
Dazwischen ein Kopf
Ich trat zur Seite
Da war er wieder
Dieser Blick
Nur kurz von Weitem
Ein Lächeln
Und ein Geheimnis
Tag 39
Ich stand unter der Dusche
Schloss die Augen
Eine Granate detonierte im Haus
Ich stand nackt im 4. Stock
Mit freier Sicht auf die Umgebung
Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt
Ich öffnete die Augen
Genoss die wärmende Dusche
Und fühlte mich wie neugeboren
Ich stieg aus der Badewanne
Trocknete mich ab
Und hörte Panzer in der Ferne
Ich zog mich an
Las die Nachrichten und dachte
Tag 39 im Kampf um die Freiheit
Fremd
Nach Hause gehen
Nach dem Krieg
Aus der Gefangenschaft
Zu Frau und Kind
Nach Hause gehen
Nach dem Krieg
Voller Hoffnung
Und einem Brief
Nach Hause gehen
Sich nähern dem Rasen
Der gemäht wird
Von einem fremden Mann
Nach Hause gehen
Nach dem Krieg
Und als Fremder
Einfach kehrtmachen
René Oberholzer
e-mail: rene.oberholzer@bluewin.ch
homepage: http://www.reneoberholzer.ch
wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Ren%C3%A9_Oberholzer
Lebt und arbeitet seit 1987 als Oberstufenlehrer, Autor und Performer in Wil/Schweiz.
Schreibt seit 1986 Lyrik, seit 1991 auch Prosa.
War Mitbegründer der literarischen Experimentiergruppe „Die Wortpumpe“ (mit Aglaja Veteranyi), ist Mitbegründer der „Autorengruppe Ohrenhöhe“, Mitglied der Autoren der Schweiz (AdS) und des Zürcher Schriftstellerverbands (ZSV). Erhielt 2001 den Anerkennungspreis der Stadt Wil für sein literarisches Schaffen und 2022 den 23. Nahbellpreis des G&GN-Instituts in Düsseldorf für das lyrische Gesamtwerk.
Publikationen:
„Wenn sein Herz nicht mehr geht, dann repariert man es und gibt es den Kühen weiter“ (39 schwarze Geschichten) (2000), Verlag Im Waldgut in Frauenfeld.
Literaturverlag in Zürich.
„Die Liebe wurde an einem Dienstag erfunden“ (120 Geschichten) (2006), Nimrod-Literaturverlag in Zürich.
„Kein Grund zur Beunruhigung“ (236 Gedichte) (2015), Driesch Verlag in Drösing.
„Sehnsucht. Mit Weitblick“ (80 Gedichte) (2020), Klaus Isele Editor in Eggingen
„Das letzte Stück vom Himmel“ (80 Gedichte) (2021), Klaus Isele Editor in Eggingen
„Analphabeten der Liebe“ (80 Gedichte) (2023), Klaus Isele Editor in Eggingen
Gedichte und Kurzgeschichten in Anthologien, Zeitungen, Literaturzeitschriften und Online-Portalen im gesamten deutschsprachigen Raum (über 3000 Einzeltexte). Einzelne Texte sind auch ausserhalb des deutschsprachigen Raums übersetzt und veröffentlicht worden.
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