Maximilian Fischer für #kkl38 „Momentum“
Ein Moment

Ein Moment kann ein Augenschlag sein
Oder er dauert eine Unendlichkeit
Nicht Zeit, sondern Inhalt prägt
Ein Moment besteht manchmal aus nur einem Wort
„Nein“
Das Bewusstwerden der Wahrheit
Der Unumkehrbarkeit
Ist ein Moment des inneren Erschreckens
Bringt keine Erkenntnis
Nur weiteres Nachfragenwollen
Aber bestätigt bloß Scheitern
Jemand, der sein Leben lang unsichtbar war
Will doch nur für einen Moment gesehen werden
Der Moment der Hilflosigkeit, im Augenblick des innerlich bestätigten Beschlusses
Ein letztes Momentum, Umkehr unmöglich
Ein Mann, der sich ausklingt aus der Gesellschaft
Indem er springt, die Lebenskraft gegen sich wendet
Das ist der Schlussmoment
.
So sind es unzählige Momente, die ein Sein füllen
Die guten, wie die schlechten
Und jene, die jegliches Wertungssystem sprengen
Sie mögen selten sein
Doch sind sie es, die die größten Narben hinterlassen
Die mit der Zeit verblassen können
Aber die Erinnerung an den Schmerz bleibt
Ein Moment, so quälend
Ein Moment, so schön
Ein Moment, so unverzeihlich
Ein Moment, so unvergesslich
Sie alle formen einen Lebenslauf
Der einzigartig ist
Dessen sollte man sich bewusst sein
Jedoch beherrschen immer noch vergangene Traumata den Augenblick
Wie soll man mit solch erlittenem Leid, den Moment erleben, gar genießen können?
Ohne Selbstbewusstsein, man selbst sein?
Indem man sich dagegen entscheidet, sich von überlebtem foltern zu lassen
Gestern ist gestern
Heute ist heute
Das momentane Momentum zählt
Inhaliere es
Es kann morgen bereits verloren sein
Ein Moment kann ein Lächeln sein
Das eines Kindes, das nicht lieben kann
Aber zu einem Mann wird, der lebt
Weil ihn das Gestern, nicht länger daran hindert
Er lässt seine Vergangenheit ziehen
Und genießt den Augenblick
Weil er morgen schon vergessen sein kann
Vorbei die Vergangenheitsdauerschleifen
Das Hier und Jetzt wieder aktuell
Lass mich den Moment leben
Um morgen, morgen sein zu lassen

Mein Name ist Maximilian Fischer, ich bin 34 Jahre alt und wohne in Kassel.
Aufgrund traumatischer Erlebnisse in meiner Kindheit leide ich an mehreren psychischen Erkrankungen, die immer wieder Grund für Psychiatrieaufenthalte sind.
Da es mir sehr schwer fällt, über meine Erlebnisse zu sprechen, versuche ich meine Gefühle in Bildern und Texten zu verarbeiten. Meine Kreativität ist ein gutes Ventil dafür.
Texte und Bilder von mir wurden bereits in mehreren Anthologien veröffentlicht.
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