Philipp von Bose für #kkl38 „Momentum“
Momentum
rüderwärts. dem ruder nach
den letzten streifen überfliegen.
insgeheim der bremse nah,
doch ständig huschen alte tiefen.
schmerzen treiben. schmerz bewegt.
die seele wächst nur fern des lots.
oben ist nicht mehr gegeben,
ist der mensch in sich bedroht.
Momentum II
wenn feuer brennt,
dann fern von all den alten fragen;
es verschlingt die hölzer, das feuer,
umrundet die formen und legt sich hinein.
wenn feuer brennt,
dann klagt und weint und steht es nicht;
es lebt und tanzt mit den böen. das feuer:
nicht stillstand kennt es, bloß den trieb;
angetrieben da zu sein.
Momentum III
jakobsleiter: stufenweise zu den höhen,
zu den orten, die der schönheit widmen.
vermag man es? entlegen, schrecklich
menschlich ist der pfad; zu anfang
fordert es noch viel.
doch wenn die sterne
rosen tragen, wenn die chöre
sich besingen, voller freude
dem gesteige… dann
dann löst sich was.
dann rührt sichs tief.
dann ist es doch
schon mehr bewegt.
Philipp von Bose, geboren am 30.03.1999 in München und wohnhaft in Zorneding.
Seine ersten Schreibversuche machte er schon in früher Kindheit. Besonders interessieren ihn die Darstellung und Erforschung psychologischer Archetypen und die allzu menschlichen und weltlichen Gefühle.
Bislang hatte er zwei Veröffentlichungen in der Studentenzeitschrift „Obskura“, wurde zweimal mit Gedichten in der Literaturzeritschrift „Schreibtisch“ vom Verlag „Edition Federleicht“ gedruckt, und einige Veröffentlichungen auf digitalen Plattformen und einige Lesungen in München in Zusammenarbeit mit dem „&Töchter-Verlag“.
Aktuell arbeitet er als Kinderpfleger, doch verfolgt die schriftstellerische Unabhängigkeit.
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