René Oberholzer für #kkl42 „Selbstachtung“
Die Rückkehr der Singvögel
Ich sage
Ich gebe dir meine Liebe
Du sagst
Gib mir mehr davon
Ich sage
Das ist meine ganze Liebe
Du sagst
Gib mir noch mehr davon
Ich sage
Ich werde dich immer lieben
Du sagst
Dann beweise es
Ich sage
Ich werde jetzt gehen
Mit meiner Liebe
Und nicht zurückkommen
Draussen schneit es
Alles ist dunkel und still
Doch bald kommt der Frühling
Und mit ihm die Singvögel
Hauchdünn
Nur wenig hätte gefehlt
Doch die Tochter
Nur ein kleiner Hauch
Doch der tote Vater
Nur ein winziges My
Doch die Söhne
Nur ein wenig Mut
Und er hätte es geschafft
Doch daraus wurde nichts
Vor 30 Jahren
Sich von ihr zu trennen
Zu wenig Selbstliebe
Um wieder zu leben
Zu wenig Sehnsucht
Um wieder zu träumen
Zu wenig Hoffnung
Um wieder zu lieben
Zwischen den Zeilen
Was zwischen dir und mir
Im Zimmer 240
In jener Nacht geschah
Bleibt zwischen diesen Zeilen
René Oberholzer
Lebt und arbeitet seit 1987 als Oberstufenlehrer, Autor und Performer in Wil/Schweiz.
Schreibt seit 1986 Lyrik, seit 1991 auch Prosa.
War Mitbegründer der literarischen Experimentiergruppe „Die Wortpumpe“ (mit Aglaja Veteranyi) und der Autorengruppe Ohrenhöhe, ist Mitbegründer der „Tischkante 16“, Mitglied der Autoren der Schweiz (AdS) und des Zürcher Schriftstellerverbands (ZSV). Erhielt 2001 den Anerkennungspreis der Stadt Wil für sein literarisches Schaffen und 2022 den 23. Nahbellpreis des G&GN-Instituts in Düsseldorf für das lyrische Gesamtwerk.
Publikationen:
„Wenn sein Herz nicht mehr geht, dann repariert man es und gibt es den Kühen weiter“ (39 schwarze Geschichten) (2000), Verlag Im Waldgut in Frauenfeld.
„Ich drehe den Hals um – Genickstarre“ (92 Gedichte) (2002), Nimrod-Literaturverlag in Zürich.
„Die Liebe wurde an einem Dienstag erfunden“ (120 Geschichten) (2006), Nimrod-Literaturverlag in Zürich.
„Kein Grund zur Beunruhigung“ (236 Gedichte) (2015), Driesch Verlag in Drösing.
„Sehnsucht. Mit Weitblick“ (80 Gedichte) (2020), Klaus Isele Editor in Eggingen
„Das letzte Stück vom Himmel“ (80 Gedichte) (2021), Klaus Isele Editor in Eggingen
„Analphabeten der Liebe“ (80 Gedichte) (2023), Klaus Isele Editor in Eggingen
Gedichte und Kurzgeschichten in Anthologien, Zeitungen, Literaturzeitschriften und Online-Portalen im gesamten deutschsprachigen Raum (über 3000 Einzeltexte). Einzelne Texte sind auch ausserhalb des deutschsprachigen Raums übersetzt und veröffentlicht worden.
e-mail: rene.oberholzer@bluewin.ch
Literaturport: https://www.literaturport.de/lexikon/rene-oberholzer/
wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Ren%C3%A9_Oberholzer
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