Wer sonst außer man selbst?

Elias Schön für #kkl43 „Moralisierung“




Wer sonst außer man selbst?

Wer war ich, um über mich selbst zu urteilen? Ist nicht Gott derjenige, der sich unserer Fehler belangen sollte? Aber er antwortet nicht. Er antwortet einfach nicht. Keine Zeichen gibt er mir, keine Erscheinung im Traum bin ich ihm wert, keine Worte der Weisheit regnet es wie Tropfen vom himmlischen Himmel herab. Nichts. Ich ward allein gelassen, allein mit mir selbst, allein mit meinen Gedanken und meinen Fehlern. Kein Gott, kein Erlöser, der mir in dieser dunklen Stunde auf die Schulter klopft. Allein. Nichts als allein. Allein mit mir selbst. Nur ich. Wenn nur ich hier bin, wer soll mir dann helfen? Ich mir etwa selbst? Ist es das, was von mir verlangt wird? Oder ist genau das Gottes Plan, mich dies realisieren zu lassen, mich dazu zu animieren, die Sachen selber berichtigen zu wollen und nicht auf göttlichen Beistand und göttliche Vergebung zu hoffen? So viel Verantwortung wird von einem verlangt, es ist schon fast erdrückend. Hat unser Heiland nicht all das bereits für uns mit seinem Tode getan? Wohl kaum. Wie soll eine einzige Person die Verfehlungen aller ausgleichen, wiedergutmachen? Eine unmögliche Aufgabe, eine unfaire Prüfung für den Gesandten. Was aber, wenn ich einfach all die Zeit alles falsch verstand, falsch belehrt wurde? Muss ich mir jetzt auch noch über alles selbst Gedanken machen, selbst darüber Urteil fällen, was gut und böse ist und nicht einfach das sagen, was andere sagen? Was für eine Aufgabe, eine Lebensaufgabe! Aber machbar in der Dauer eines Lebens. Ist das meine Lebensaufgabe? Mich der alles verhüllenden Decke der Obrigkeit zu entziehen und meine eigenen Gedanken zu fassen? Mich Gottes Vergebung zu entledigen und selbst dafür geradezustehen, was ich verfehlt habe? Das kann nicht nur meine Lebensaufgabe sein, das muss unser aller Lebensaufgabe sein! Nichts glauben, nur wissen und alles prüfen! Lasset euch nicht hinters Licht führen, tut Prüfung dessen, was euch ins Ohr gelangt und zu Augen kommt, glaubt nicht, wisset! Wisset mit Gewissheit, rottet die Zweifel aus. Gehet raus und macht euch belesen, nehmet auf, seid Zeuge dieser schönen Welt und tauscht euch aus, lernet voneinander! Das Leben ist kein Dogma, Leben ist Leben und leben müssen wir – nein, dürfen wir miteinander! Eine Lebensaufgabe. Diese lässt sich nur gemeinsam lösen, also nieder mit allem, was uns eine Gemeinschaft versagt, nieder mit allem das denke es könnte uns unser Leben vorschreiben, diktieren! Wir müssen es selbst verfassen, alle gemeinsam, ohne Ausschluss einer einzelnen Seele! Wer sonst soll urteilen über uns selbst, außer wir?




Elias Schön, das Licht der Welt erblickte im Jahre 99, verwurzelt im wunderschönen Innviertel, bringt zwar noch nicht lange seine Gedanken zu Papier, jedoch tut er das bereits mit Leidenschaft.
Die Reise begann während eines beruflichen Aufenthaltes in Innsbruck, wo ihn der Anblick der Nordkette und der mächtige Inn zu ihren Füßen dazu bewegte, ein Gedicht über diese Komposition zu verfassen. Seither sprudelt es nur so vor Ideen, welche ebenfalls in Worte gefasst werden wollen. Bisher gab es noch keine Veröffentlichungen seiner Werke, aber was nicht ist, das kann noch werden.

Er begeistert sich nicht nur für das Schreiben und die Literatur, sondern gleichfalls für die Musik. Er ist Schlagzeuger und ebenfalls geübt auf mehreren Percussion Instrumenten.






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Veröffentlicht von Jens Faber-Neuling

Redakteur von #kkl Kunst-Kultur-Literatur Magazin, Autor, Trainer und Coach im Bereich Potentialentfaltung und Bewusstseinserweiterung, glücklicher Papa und Ehemann.

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