Anna Riedl für #kkl43 „Moralisierung“
„Ist ja super! Wenn du am Samstag noch nichts geplant hast, können wir uns ja sehen. Was hältst du von Kaffee und Kuchen bei ‚Süßkram‘?“ – Das Telefon vibriert. Ich unterdrücke einen Seufzer und ziehe den sprechenden Hörer ein Stückchen weg vom Ohr, um einen Gehörschaden zu vermeiden.
„… und dann könntest du mir auch gleich helfen, meine E-Mails am Handy einzurichten. Ich weiß, du hast mir das schonmal gezeigt, aber ich versteh es einfach nicht. Dieses ganze High-Tech-Zeugs ist nichts für mich. Ach, weißt du was? Da fällt mir ein, dass ich noch ein Geschenk für Oma brauche. Lass uns also lieber in die Stadt fahren. Auch ein bisschen shoppen? Haben wir lange nicht mehr gemacht.
Oder sollen wir alle nach Hause einladen? Dann siehst du auch mal wieder Tante Magda. Wusstest du, dass sie und Heiko sich jetzt einen Hund geholt haben? Der ist zum Auffressen, erinnere mich nachher dran, dass ich dir ein Bild zeige. Ach, das wäre so schön! Ich ruf gleich mal an! Aber dann siehst du den kleinen Kläffer ja eh.
Du Süße, magst du dann vielleicht schon um 8 Uhr morgens da sein, dass wir alles rechtzeitig schaffen?“
Ich brauchte einen Moment, um meine Augäpfel wieder in die richtige Position zu rücken und meinen abgeschnürten Brustkorb mit Luft zu füllen.
Soeben wurde aus meiner heißgeliebten Me-Time ein realitätsferner Traum.
Ich müsse wohl meine 1-Personen-Reservierung in meinem Lieblingscafé stornieren, meine zurechtgelegte Freibadtasche aufräumen, mein Buch ungelesen lassen und mein schönstes künstliches Lächeln aufsetzen, das ich in meiner aufkommenden Frustration noch gebacken bekomme. Meine Schultern scheinen plötzlich zehn Tonnen schwer.
Wie teilte mir Dr. Harres mit? „Sollen Menschen Ihre Gefühle riechen? Sprechen Sie, reden Sie, teilen Sie sich der Welt mit, was in der Lena vorgeht!“
Dr. Harres ist nun seit etwas über zwei Jahren mein Psychologe des Vertrauens. Der Mensch, der mich wohl am besten kennt. Der Mensch, der mich am häufigsten hat, weinen sehen. Der Mensch, dessen Haar platt an der Kopfhaut klebt und dessen einzige Locke wie ein Tannenzapfen ins Gesicht hängt, die er ständig kläglich versucht, wegzupusten. Jedoch fällt sie immer wieder zwischen seine Augenbrauen zurück.
Ich hatte mir fest vorgenommen, seinen Rat umzusetzen. Es zumindest zu versuchen.
Also holte ich tief Luft und sammelte die letzten Fetzen Mut und Geduld zusammen, die sich noch irgendwo zwischen meinen Zellen versteckten „Jaaaaa ähhhhm … du Mama? … hmm… eigentlich … „ Wow, klasse, Lena.
Am anderen Ende herrschte Stille. Meine Mutter wusste, dass etwas nicht stimmte, wenn mein sonst so vorlautes Mundwerk plötzlich wie eine zerkratzte Schallplatte stockte.
Ich liebte es, zu reden. Nichts konnte ich besser, kaum etwas machte mir mehr Spaß. Doch meinen liebsten Menschen zu kommunizieren, dass Ihre Idee in mir nicht dergleichen Euphorie auslöste wie in ihnen, fiel mir nach wie vor schwer.
Ich fühlte mich wie ein kleines Kind, dessen Spielzeug weggenommen wurde und aus Hilflosigkeit und Unsicherheit einfach mal zu schreien begann.
Nächster Versuch. Schultern zurück, Kinn heben, Brüste herausdrücken, süß lächeln. Ähnlich wie beim Flirten. „Deine Pläne klingen super, Mama und gerne ein anderes Mal. Aber heute hatte ich mir den Tag eigentlich für mich selbst geblockt. Ich wollte mir einen Kuchen bei ‚Süßkram` holen und ein bisschen schreiben. Die letzte Woche hatte es in sich. Ich brauche ein wenig Zeit für mich.“
„Schreiben kannst du doch abends auch noch oder morgen. Und heute Abend hast du daheim ja dann auch wieder deine Ruhe. Komm doch vorbei, Herzchen. Ist doch viel schöner, den Tag zusammen zu verbringen als sich alleine in der Bude zu verkriechen“, hallte es aus dem anderen Ende der Leitung.
Meine Mutter war immer noch der Meinung, dass „Zeit für sich“ nur ein neu moderner Trend war und sich die Menschheit bald wieder zur Vernunft besinnen würde. Als Kind hatte sie jeden Morgen Omama im Stall helfen müssen, dann beim Putzen, Wäsche und Kuchenbacken. Alleine war sie selten. Die Geschichte hatte sie mir schon ein, zweimal erzählt. So oft, dass ich mir selbst im Traum nicht traute, ein Familientreffen abzusagen, weil ich es einfach nicht fühlte.
Noch wollte ich nicht nachgeben „Mama, bitte versteh doch. Ich habe es dir doch schon öfter erklärt. Heute bin ich einfach nicht gut gelaunt, mir geht es nicht gut und da brauche ich ein bisschen Ruhe. Das kannst du doch verstehen, oder?“. Ich drückte auf die Tränendrüse.
„Ach Herzchen, pass auf, dass du nicht krank wirst! Soll ich dir einen Wadenwickel machen? Brauchst du etwas von der Apotheke? Ich habe noch ein paar von diesen Tabletten hier, die mir Dr. Zierbel bei meiner starken Grippe letztens verschrieben hat, die waren echt super, soll ich sie dir bringen? Ich bringe dir am besten auch noch eine Wärmflasche und frischen Ingwer mit. Dein Körper braucht jetzt aufpeppendes Vitamin C!“
Das war zwar nicht meine Prämisse mit der Aussage, aber wenigstens ist meine Me-Time für den heutigen Tag gesichert. „Danke Mama, aber ich hab alles zu Hause. Am besten, ich leg mich gleich wieder ins Bett und mach ganz ruhig. Grüße alle von mir. Ach, und ruf nicht nochmal an, ja? Nicht, dass du mich weckst.“
Einen Versuch war es wert.
„Okay mein Schatz, ich hab dich lieb“, erwiderte meine Mutter im liebevollen Ton. Jackpot.
Wieder zu erwarten, fühlte ich mich kein Stück besser. Ich mochte es nicht, meiner Mutter Lügen zu erzählen oder, wie in diesem Falle, nicht zu berichtigen.
Der Dampf meines Kamillentees neben mir zeichnet Wolken in die Luft und spielt mit dem Licht. Vorsichtig schlürfte ich den Rand ab.
Warum war es in dieser Gesellschaft eine Schandtat, Verabredungen abzusagen, wenn der Kopf allein beim Gedanken daran zu explodieren drohte?
Weswegen sollte ich mich in und zu etwas zwängen, obwohl ich doch genau wüsste, was mir nun guttun würde, was ich brauchte, damit der Druck in der Schädeldecke verschwand?
Ich wollte es verstehen, doch so sehr ich auch darüber nachdachte, desto gravierender wurde meine eigene Meinung. Intuitiv griff ich nach meinem Notizbuch und begann aufzuschreiben, was meine Gedanken mir erzählten.
Dr. Harres wäre stolz auf mich. Er wusste, dass das Schreiben mein Ventil war. Mir fiel es leichter, mich zu öffnen, wenn ich Gedanken nicht aussprach, aber dennoch zu Worten formulierte. Der Vorteil beim Schreiben war, dass ich nicht direkt zu einer anderen Person sprach und daher die Erwartungen der Reaktion oder auch die Angst, verurteilt zu werden, ausblieb. Lange hatte ich nicht verstanden, dass das Schreiben ‚mein Ding war‘. Aus irgendeinem Grund war es mir unangenehm. In der Gesellschaft wurde das Führen eines Tagebuchs oft belächelt und verspottet. Ich wollte nicht wieder ausgelacht werden. Daher verschwieg ich meine Notizbuchsammlung lange. Bei einem schwachen Moment entlockte mir Dr. Harres diese Information und forderte mir die Hausaufgabe auf, jeden Tag fünfzehn Minuten zu schreiben, ohne den Stift abzusetzen. Wenn mein Kopf mir noch keine Informationen gab, dann sollte ich genau dies schreiben: „Ich habe keine Ahnung, was ich schreiben soll. Das nervt. Wann ist die Zeit endlich vorbei?“ Irgendwann – und das passierte jedes Mal – sprang der Korken und meine Gedanken sprudelten nur so aus mir heraus. Nicht selten las ich im Nachgang meinen Text und war erstaunt darüber, was da so stand. Ich konnte es nicht kontrollieren.
Wenn Dr. Harres zufrieden war, schellte der linke Mundwinkel für eine kaum merkliche Sekunde seitlich nach oben, während sein linkes Auge zukniff. In seiner Sprache galt das als Synonym für „Gut gemacht, Lena“.
Wenige Stunden später stolzierte ich im Rhythmus meiner Hip-Hop-Musik, welche durch meine AirPods dröhnte, durch den Park. Überall blühte es und auch die kleine Brücke, die beliebt für Hochzeitsfotografien war, wurde durch das satte Blau des durchfließenden Flusses noch mehr in Szene gesetzt. Auf dem Geländer saß ein Spatz und putzte sich.
Ich bog links ab und querte in die weitläufige Allee ein, dessen kräftiges Rosa der seitlich gereihten Bäume mir unwillkürlich entgegenstrahlte. Ein Traum eines jeden Mädchens.
Wobei genau das auch nur eine von der Gesellschaft festgelegte Norm war, oder nicht?
Schließlich ließ sich mit ziemlicher Sicherheit behaupten, dass eine Frau, die Schornsteinfegerin war oder zu Hause die Elektrik regelte, während der Mann den Haushalt schmiss, einen verwirrten Blick bekam. Desgleichen an der Maskulinität gezweifelt wurde, sobald Nagellack im Einsatz war. Ich fragte mich, wann der Zeitpunkt kommen würde, in dem alle frei von Urteilen leben könnten.
Das war tatsächlich schon ein Thema, das mich von klein auf beschäftigte. Der Satz „Das macht man nicht!“ biss sich wie ein Brandzeichen in meinen Schädel ein und hinterließ einen hässlichen, schwarzen Ruß. Gab es eine genaue Definition dieser Aussage? Und wer war eigentlich ‚man‘? Wer beschloss diese Regelung und warum sollten sich alle Menschen daranhalten, obwohl nicht mal eine genaue Tat genannt wurde?
Ich wollte tanzen, so wild wie ich konnte, Klamotten tragen, die mein Charakter zeigten, um das mutige Selbstbewusstsein zu wecken. Das, was im Alltag schnell genommen wurde. Ich wollte nach meinen Gefühlen handeln und ehrliche Kommunikation in der Welt verteilen, während Lügen verblassten. Es würde so vieles leichter machen, wenn wir ohne Scham und Angst die Wahrheit sprechen könnten, ohne dass Worte hin und her gedreht wurden.
Ich möchte frei sein, leben und leben wie ich will, stark sein und zugleich ängstlich. Aber immer von der Neugier getrieben. Dabei nie zu vergessen, dass der stramme Anker immer hält. Von Familien und Freunden und mir selbst. Denn, wenn ich einem Menschen gefallen müsse, dann mir.
Gedankenversunken traf ich wenige Stunden später in meinem Lieblingscafé ein und steuerte schnurstracks auf meinen Standardplatz zu, der halb im Schatten lag, halb in der Sonne. Von ihm aus hatte man einen perfekten Überblick über alle Plätze des Cafés, sodass man ungestört die Leute beobachten konnte und saß zugleich in der ersten Reihe, also nicht voll im Geschehen. Ich liebte diesen Platz und hatte hier schon einige Stunden tiefen Schreib-Flows bei Hafercappuccino und Käsekuchen verbracht.
Ich war so auf mich und das koordinieren meiner überfüllten Tasche konzentriert, dass ich gar nicht bemerkte, dass mich eine Frau am Nebentisch mit großen Augen anstarrte. Erst, als sie keine Anstalten machte, einen Zentimeter nach links zu rutschen, um mich durchzulassen, kehrte ich in die Realität zurück.
„Da scheint es einer aber schnell wieder besser zu gehen“. Die Stimme meiner Mutter klang eine Oktave höher als üblich.
„Hi Mama, Hi Tante Magda“, erwiderte ich schief lächeln, versucht möglichst unschuldig und nichts wissend zu wirken.
Tante Magda hievte sich aus ihrem Stuhl hoch, was sich als nicht so einfach erwies, da sich zum einen ihr Seidenkleid im Stuhl verhakte, zum anderen, weil ihre Hüftknochen sich unter die Lehne gepresst hatten, sodass es etwas qualvoll aussah, wie sie sich versuchte zu lösen.
„Lena! Kind, etwas blass siehst du ja noch aus. Schön, dass du doch noch zur Vernunft gekommen bist. Deine Mutter erzählte, du hattest abgesagt, obwohl du gar nichts vor hattest.“ Sie drückte mir einen fetten Schmatzer auf die Backe, wie es nur Tanten tun konnten.
Ich bemerkte den Blick ihrer Schwester auf mir haften, doch konzentrierte mich weiterhin auf Tante Magda, während ich mich aus ihrer Umarmung lockerte. „Ich HATTE etwas vor! Nämlich mich mit mir selbst zu beschäftigen und es mir gut gehen zu lassen.“
Meine Patentante schüttelte den Kopf, sodass ihre goldenen Creolen klimperten „Das ist unhöflich, Lena. Abzusagen, nur, weil du keine Lust auf deine Familie hast.“
Es war ein hoffnungsloser Fall, aus dem ich keinen Ausweg fand.
Also zog ich den freien Stuhl an ihrem Tisch zurück und nahm seufzend Platz. Das Kaffeetrinken werde ich schon irgendwie überstehen, murmelte ich so leise, dass es die beiden nicht mitbekamen. Sie waren bereits wieder in ihrer Unterhaltung über die neue Kunstausstellung im alten Rathaus versunken.
Ich versuchte gerade Tante Magda die Kraft des ‚Manifestierens‘ zu erklären, als ein Klingeln aus Mamas Tasche meine Stimme abschnitt. Entschuldigend kramte sie – eine gefühlte Ewigkeit – ehe sie das steinalte Nokia aus ihrer Tasche fischte.
Das Gespräch dauerte bestimmt nur drei Minuten, aber mit jeder Sekunde wechselte ihre Gesichtsfarbe von Hautfarben zu Kreideweiß bis hin zu Rosarot. „Ja. Nein, leider nicht. Tut mir leid. Ist es wirklich okay? Ja, ja ok“, beendete sie das Gespräch und wandte sich an uns „Das war mein Chef. Er fragte, ob ich spontan einspringen könnte, weil Sandys Sohn krank ist und sie daher nicht zur Arbeit kommen kann. Jetzt hat er eine Mitarbeiterin zu wenig. Ich habe ihm gesagt, dass ich heute schon verabredet bin und er meinte, dass sie dann schon klarkommen würden…“. Sie verstummte, als ob ihr jemand ins Wort gefallen wäre und ihre Lippen kräuselten sich. Das machte sie immer, wenn sie in ihrem Kopf verschiedene Entscheidungsmöglichkeiten hin und her jonglierte.
Meine Mutter konnte noch nie gut Nein sagen. Selbst, wenn sie einen gebrochenen Arm oder zwischen Terminen nur eine Stunde frei hatte, half sie ehrenamtlich in der Bücherei aus. Sie war bei uns im Ort für ihre Großzügigkeit und Freundlichkeit bekannt. Immer, wenn man sie auf der Straße traf, war sie gut gelaunt, hatte immer eine kleine Aufmerksamkeit dabei, wenn sie irgendwo eingeladen war und war bei jeder Veranstaltung, Vorlesung oder Gottesdienst dabei.
Sie war ein wandelndes Herz und jeder mochte sie.
Dennoch brachte sie ihre Harmoniebedürftigkeit schon oft in Konflikte, da sie alle Termine zusagte, auch, wenn sich diese überschnitten. So musste sie kurzfristig absagen oder übernahm sich selbst, arbeitete bis spät in die Nacht, sodass ihre Gesundheit durch den fehlenden Schlaf und das hohe Stresslevel erheblich darunter litt. Dr. Zierbel ermahnte sie regelmäßig, wenn sie sich zu wenig ausruhte und ihre Antibiotika früher absetzte, nur um auf einer Trauung mit anstoßen zu können, denn es gehörte sich ja so und sie könne ja nicht nur mit Wasser anstoßen. O-Saft kam nicht infrage. Sie mochte die Fruchtstückchen nicht.
„Mama, aber dann hilf doch aus. Ich sehe doch, dass du ein schlechtes Gewissen hast, weil du abgesagt hast.“ Ich legte meiner Mutter sanft meine Hand auf ihren Unterarm. Sie hatte Gänsehaut, obwohl es knapp 30 Grad hatte.
Geknickt schaute sie mich und meine Tante an „Aber, nun sind wir drei schonmal zusammen und wir wollten doch noch zusammen über den Markt schlendern, Magda.“
Bevor wir etwas erwidern konnten, redete sie schon weiter: „Aber ich kann sie nicht hängen lassen. Am besten, ihr beide macht euch einen tollen Tag und geht ein bisschen shoppen. Grüßt alle von mir.“
Tante Magda schien nicht begeistert. Sie wirkte kleiner, die Lippen zu einem kleinen Strich zusammengepresst. „Aber er kommt doch ohne dich klar, meinte er. Nun habe ich mir extra den Tag Zeit genommen.“
Mit einem Mal war meiner Mutter wohl bewusst, was sie wollte, denn sie stand ruckartig auf und protestierte etwas zu forsch: „Magda, es tut mir leid, aber ich kann meine Leute nicht hängen lassen. Ich muss da nun auf mich schauen, was ich für richtig halte. Ich komme dann morgen vorbei, weil heute Abend bin ich bestimmt total kaputt und brauche etwas Ruhe.“
Sie drückte uns einen Schmatzer auf die Wange, nahm ihre Handtasche und verließ schnellen Schrittes das Café. Ich war so perplex, dass ich gar nicht mehr sarkastisch hatte erwidern können, dass man es nicht machte, eine bereits festgelegte Verabredung abzusagen, nur, weil man etwas anderes gerade lieber tun würde!
Schmunzelnd über diese Ironie zog ich schlürfend die Reste meines Eistees auf und freute mich, dass ich in Zukunft eine Situation hatte, die ich ihr als Vergleichswert vorwerfen könnte.
Tante Magda schüttelte den Kopf. „Sowas aber auch. Aber da hat sie schon recht. Da muss sie machen, was sie für richtig hält. Finde ich ja gut, dass sie für sich einsteht.“
Ich blinzelte, verstand die Welt nicht mehr und bestellte ein weiteres Stück Kuchen.

Anna Riedl
Anna schreibt seit ihrer Kindheit. In ihren Tagebüchern reflektierte sie über nervige Zahlen in der Bankausbildung, der Ungewissheit des späteren Berufs und dem Trubel in einer Patchworkfamilie. Über die Jahre hinweg erkundete sie ihre Kreativität, indem sie an Poetry Slam Auftritten und Schreibworkshops teilnahm, Social Media mit Gedanken füllte und ihren eigenen Newsletter ins Leben rief.
Nach Jahren als „Mädchen für alles“ in einer IT-Firma, folgte sie ihrer Intuition und wechselte zum Social Media Management.
Immer schrieb sie, um Hürden zu meistern und lernte sich dabei selbst kennen.
Über #kkl HIER
