Wunsch an das Universum

Anna Ludwig für #kkl44 „Kosmos“




Wunsch an das Universum.

Haben Sie es schon mal ausprobiert, einen innigen Wunsch an das Universum zu schicken? 

Ich habe es schon sogar mehrmals gemacht…und jedes Mal ist mein Wunsch in Erfüllung gegangen! Wie das geht?

Es funktioniert so ähnlich, wie damals in Ihrer Kindheit, als Sie Ihre Augen festzugekniffen haben, sich ein neues Fahrrad gewünscht haben, und so doll gepustet haben, um alle bis zur letzten Kerze auf Ihrer Geburtstagstorte zu erwischen. Das ist entscheidend für den Erfolg – dieses starke, einnehmende Gefühl, als ob die Welt plötzlich aufhört, sich zu drehen und es ausschließlich nur um Ihren eigenen sehnlichsten Wunsch geht und von diesem Ihr ganzes Lebensglück abhängt.

Genau in diesem Moment passiert etwas Unglaubliches im Kosmos. Aus dem puren Gedanken materialisiert sich eine echte Tat!

Die Skeptiker unter ihnen würden jetzt sagen: „Was für ein Blödsinn! Das neue Fahrrad hat mir mein Papi, meine Mami, meine Omi oder meine Tante später gekauft. Und das hat gar nichts mit dem Universum zu tun!“

Diese These kann ich sofort widerlegen. Immerhin haben Sie Ihren Wunsch weder Ihrer Tante noch Ihrer Omi verraten. Wie kam es bloß dazu, dass Sie ein neues Fahrrad bekommen haben? Das Universum hat Ihren Wunsch aufgenommen und hat für die passenden Umstände gesorgt, so dass Sie Ihr neues Metallgefährt bekommen haben und viele tolle Abenteuer damit erlebt haben.

Gut, als Kind schien es ganz einfach gewesen zu sein, die Wünsche an das Universum zu schicken. Wie schafft man als Erwachsener die Verbindung mit dem Kosmos wieder aufzunehmen?

Heutzutage benötigt man als Erwachsene für alles eine Anleitung: sei es für den Aufbau eines schwedischen Regals, für die Suche eines neuen Partners oder eben für die Wiederherstellung der eigenen Verbindung mit dem Kosmos. Was sagen die Experten dazu?

Mein bekannter Jurist würde dazu knapp antworten: „Es kommt auf den Fall an!“

Mein befreundeter Arzt würde eine wirkungsvolle, stationäre Entspannungskur empfehlen.

Meine Yoga-Lehrerin würde zu einer ausgedehnten Meditation raten.

Mein lieber Lebenspartner würde mir ins Ohr flüstern: „Verrate es mir, was du dir gerade gewünscht hast!“ und dabei geheimnisvoll zuzwinkern.

Gerne können Sie in ihrem Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis eine Umfrage dazu starten.

Ich verrate es Ihnen, wie ich das mache. 

Mein persönliches Ritual zur Wiederherstellung der Verbindung mit dem Kosmos braucht einen richtigen Ort, eine richtige Zeit und einen richtigen Wunsch.  

Wenn alle drei Voraussetzungen erfüllt sind, ist es ein reines Kinderspiel!

Zunächst setze ich mich gemütlich an einen Ort, an dem ich mich wohl fühle. Manchmal ist es eine glatt geschliffene, hölzerne Bank in einem wohlduftenden Wald. Manchmal ein großer, flacher, von der Sonne gewärmter Stein auf einer grünen Bergspitze oder am Ufer einer spiegelnden, grün-blauen Seeoberfläche. Eine weiche, nachgiebige, dehnbarere, mit einem Kissen und kunstvoll geflochtenen Trägern ausgestattete Hängematte im eigenen grünen, blühenden Garten ist mir persönlich am liebsten. Ich habe den Eindruck, dass der Ort mich selbst aussucht. Zur Not geht auch ein unbequemer, gerippter, metallischer Stuhl in einem alten, mit Spinnennetzen verwobenes Seehaus. Die Wahl des Ortes liegt ganz bei Ihnen.

Nachdem der Ort eindeutig bestimmt ist, folgt nun die Wahl der Uhrzeit. Zum Glück öffnet das Universum seine Pforten nicht nach Uhrzeiten. Der Kosmos hat keinen Briefträger im Dienst, der nach seinem vorgeschriebenen Plan den Briefkasten mit den darin enthaltenen Wünschen in der zugewiesenen Postleitzahl leert. Sie können Ihren Wunsch jederzeit an das Universum schicken. 

Mir scheint so, als ob der Ort mit der Uhrzeit dennoch zusammenhängen. So, als ob man die beste Wahl im Restaurant beim Aussuchen des passenden Gerichtes trifft. Es passt nun mal zum Frühstück am besten das knusprige Croissant mit der roten, zuckergelierten Erdbeermarmelade. Die Kürbissuppe und mit einer dicken Käseschicht überbackener Kartoffelgratin passt besser zum Mittagessen und eine dicke Scheibe an knusprig, frisch gebackenen Brot mit einem knackigen Salat am Abend. Genau so ist das mit der besten Erreichbarkeit des Universums für Ihren mündlichen Wunschbrief. Im Wald sitze ich persönlich am liebsten morgens, wenn die Vögel zwitschern und der Wind beim Vorbeiwehen an den Blättern des Baums rauscht. Am See bin ich lieber zum Wünschen abends, begleitet von einem unabgestimmten, Dirigentenlosen, lustigen Quakfroschkonzert. Mittags suche ich mir einen Ort, der mir eine warme Sitzoberfläche bietet und damit ein wohliges Gefühl mit sich bringt.

Damit sind schon mal zwei von drei Voraussetzungen erfüllt. Die dritte Bedingung ist am wichtigsten für den Erfolg Ihres Vorhabens mit dem Universum – der richtige Wunsch!

Als Hilfestellung könnte ich Ihnen einige wissenschaftliche Methoden zur Kategorisierung Ihrer Wünsche anbieten, das würde den Rahmen sprengen. Was auf die Schnelle bei mir immer geht, ist, meine Wünsche nach Wichtigkeit und Dringlichkeit zu sortieren. Ja, lachen Sie nicht! Selbstverständlich habe ich eine Wunschmatrix…

Bevor Sie jetzt augenblicklich zum Blatt und zum Stift greifen, verrate ich Ihnen eine einfache Formel. Fühlen Sie in sich hinein. Denken Sie an Ihren Geburtstag als Kind, bevor sie erwartungsvoll die Kerzen an Ihren Geburtstagskuchen ausgepustet haben – woran denken Sie jetzt? Kennen Sie jetzt Ihren Wunsch? Dann nichts wie los zum Ort Ihrer Wahl und schicken Sie es mit einer Eilsendung los! Der Kosmos sorgt dafür, dass die Lebensumstände so kommen, dass Ihr Wunsch in Erfüllung geht.

Und wenn Sie doch etwas beschleunigen möchten und genauso ungeduldig sind wie ich, bleiben Sie länger in dieser Sommernacht wach und warten Sie auf eine Sternschnuppe. Dieser Wunsch per Expressbrief kommt sicher schneller im Kosmos an!




Anna Ludwig ist Wirtschaftswissenschaftlerin, die ihre 40-jährige Lebenserlebnisse mit der Welt teilen möchte. Anstelle von Spielzeug hatte sie Unmengen an Büchern in Kinderzimmer. Internationale Arbeitseinsätze bescherten ihr neue Denkweise.






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Veröffentlicht von Jens Faber-Neuling

Redakteur von #kkl Kunst-Kultur-Literatur Magazin, Autor, Trainer und Coach im Bereich Potentialentfaltung und Bewusstseinserweiterung, glücklicher Papa und Ehemann.

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