Jana Kühn für #kkl45 „MutterVaterEltern“
Wer sie sind
Sie ist eine Abenteurerin, kurz vor dreißig, mit Blumen im Haar und Fernweh im Herzen. Man nennt sie „Sommer“. Honigblonde Locken, graugrüne Augen, die bunten Kleider umspielen ihren langen, starken Körper wie der Wind die Wellen auf dem See in der Nachbarschaft. Montags, wenn die ersten Autokolonnen ihre Hofeinfahrt passieren, schwingt sie sich zielgerichtet auf ihr Rad. Auf dem Weg in die Praxis schießen ihr To-dos durch den Kopf: den neuen Küchenschrank montieren, Essen planen, die Eltern zurückrufen, mal wieder joggen. Trotzdem: Im morgendlichen Verkehr fühlt sie sich frei. Sie ist Laborantin, Studentin, Mutter. Bei ihr gibt es den besten Bienenstich der Straße und die salzigste Lasagne auf der ganzen Welt. Wenn sie kann, dann reist sie. Nordseeküste. Spreewald. Elsass. Südostasien. Köln-Ehrenfeld. So ist sie glücklich – meistens. Sie liebt die Veränderung und hasst es, wenn man sie in Schubladen steckt. Ihre Familie ist ihr Antrieb, Stillstand ihr Grauen. Sie ist Mutter – und was für eine! Doch wie die Welt mehr als tausend Farben hat, so hat auch ihr Sein unterschiedliche Schattierungen.
Er ist ein ruhiger Zeitgenosse, fast sensibel, trägt am liebsten Jeans und Shirt und ein Headset auf den Ohren. In seiner Freizeit zeichnet er, auf der Arbeit programmiert er und zwischendrin tobt er mit dem kleinen Frechdachs durch den Garten. Das halbe Wochenende verbringt er in der Turnhalle im Nachbarort – Basketball, na klar. Er ist einsneuzig, breit gebaut, Vater. Onkel. Bruder. Sohn. Die finanzielle Freiheit ist sein Traum (irgendwann). Aber so wie es ist, ist auch ok. Hauptsache endlich Bali, vielleicht nächstes Jahr, mit seinen Herzensmenschen. Er liebt den Herbst und hasst ihre versalzene Lasagne. Wenn sie nicht hinschaut, stibitzt er sich mehr als einen Schokokeks aus der Dose im Haushaltsraum. Seinen besten Kumpel – Frederik – kennt er seit dem Kindergarten. Bei einem Kölsch am See philosophieren sie regelmäßig über ihre Jugend. Die Partys. Die Wochenenden auf dem Rotweinwanderweg. Das Gymnasium. Seine Wurzeln sind ihm wichtig, auch wenn er manchmal den Wunsch verspürt, sich davon loszureißen. Er ist Vater – und was für einer! Doch das ist nur ein Teil von ihm, und es gibt so viel mehr, was ihn definiert.
Sie sind Eltern, ja, und im selben Atemzug sind sie sie und er – sie beide. Ein Team, zwei Anker. Ihre Herzen sind zeitlebens auf der Suche. Nach Zukunft und Sinn, Frieden und Abenteuer, einem authentischen Plan und mehr Liebe statt Likes. Auch wenn sie die Bezeichnungen lieben – brauchen –, sind sie mehr als bloß Mutter oder Vater oder Eltern. Rollentausch! Sie sind Partner, Träumer, Entdecker. Individuen, die Tag für Tag ihre Geschichten weiterschreiben. Sie sind Eltern – und was für welche! Vorbilder. Wegweiser. Fehlbar. Mit ihrer Einzigartigkeit ermutigen sie ihren Sohn dazu, seine Stimme zu finden. Sie zeigen ihm, was es heißt, seine Lebensrollen aus unendlich vielen Facetten zu formen, seinen Platz in der Welt selbst zu bestimmen. Kurz: Ein Mensch zu sein – und was für einer!
Jana Kühn, 1991 in Gütersloh geboren, dort auch aufgewachsen, zog es früh in die weite Welt. Sie studierte Tourismusmanagement in Deutschland und England, engagierte sich bildungspolitisch für Jugendliche in Paraguay und hütete Farmen im australischen Outback. Heute arbeitet sie im Marketing. Jana Kühn lebt mit Mann und Sohn in der Nähe von Heidelberg.
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