Der Antinatalist

Achim Koch für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“




Der Antinatalist

An einem warmen Frühlingsnachmittag saß ich rauchend in der Sonne auf einer Parkbank, sah einigen Hunden zu, die im nahegelegenen Weiher badeten, beobachtete Graugänse, die direkt vor mir auf dem Gras asten und einige Mütter, die auf einer ausgebreiteten Decke mit ihren kleinen Kindern spielten und sie ständig mit Saft und Keksen versorgten.

Nach einiger Zeit kam ein kleiner Junge auf mich zu und setzte sich neben mich. Er war fünf, vielleicht sechs Jahre alt und trug Bermuda-Shorts, ein dünnes, buntes T-Shirt und Sneakers. Er beobachtete ebenfalls das Treiben im Park und schlenkerte dabei unter der Bank mit seinen kurzen Beinen. Plötzlich wandte er sich an mich und fragte nach einer Zigarette. Ich lehnte natürlich ab, und schweigend blieb er neben mir sitzen. Doch es ließ mir keine Ruhe, und ich fragte ihn, wieso er in seinem Alter schon rauchen wolle und erklärte vielleicht zu ausschweifend, dass das Rauchen für ein Kind seines Alters besonders ungesund sei und ich mich ohnehin strafbar machen würde, wenn ich ihm eine Zigarette anbieten würde.  Andererseits sei ich ja nicht sein Vater, und meine erste Zigarette hätte ich mit zehn Jahren geraucht. Danach sei ich aber sehr lag abstinent geblieben. Er schwieg und schlenkerte weiter mit den Beinen.

Nach vielleicht einer Minute hörte ich von ihm: Mein Leben ist meine Geschichte.

Nach vielleicht einer weiteren Minute: Und die sollte möglichst bald beendet werden.

Einen Augenblick dachte ich überrascht über diese Sätze nach, erwiderte dann aber etwas altklug, es sei wirklich ungewöhnlich, wie er über sein Leben denke.

Daraufhin wandte er sich mir zu und sah mir zum ersten Mal in die Augen. Er sei froh, sagte er, dass ich mich mit ihm ernsthaft unterhalten würde, denn kaum jemand sei bereit, so mit ihm sprechen. Man könne annehmen, das liege an seiner Geschichte oder an seinem Leben, was – wie schon erwähnt – das Gleiche sei. Und wer könne das schon von sich behaupten.

Ein Junge in seinem Alter stellte sich mit einem FC-Shirt und einem neuen Fußball in der Hand vor ihn und fragte, ob er Lust habe, mit ihm zu spielen, doch er ignorierte ihn, bis der Junge aufgab. Ich blickte ihn fragend an, und er begann mit einer scheinbar nicht endenden Erklärung:

Ich hasse es, wenn Kinder mit mir Kontakt aufnehmen und mit mir spielen wollen. Noch schlimmer ist es, wenn sie mit mir sprechen. Denn naturgemäß sind solche Dialoge belanglos. Es geht meist um fantasielose Spielsachen, irgendwelche diffusen Berufswünsche oder um das Dissen anderer in diesem Alter. Häufig aber werden auch Erscheinungen thematisiert, über die es sich nicht lohnt zu sprechen. Warum gibt es Wolken zum Beispiel. Und letztens hörte ich einen Jungen in diesem lästigen Alter fragen, warum Bäume im Herbst ihre Blätter abwerfen. Ein anderer wollte wissen, wann es wieder Sommer werde. Ich könnte auf all das antworten, über die Verdunstung von Wasser reden, über die Diffusion im Inneren eines Baumstammes oder den Weg der Erde um die Sonne. Das allerdings habe ich schon längst aufgegeben, denn ich hasse es, dabei von Erwachsenen überrascht und bewundernd angestarrt zu werden. Und Gleichaltrige reagieren darauf häufig mit tiefsitzender Verachtung, aggressiv und oft auch noch heimtückisch, damit ihre Eltern es nicht bemerken. Also kommuniziere ich mit denen nicht mehr. Und mit Erwachsenen eigentlich auch nur ungern. Wenn sie mich nicht kennen, dann ignorieren sie mich oder stellen Fragen danach, wie alt ich sei, was ich einmal werden möchte oder wo denn meine Mama sei.

Mein eigentliches Leben oder besser mein Gefühl für mein Leben begann, als ich etwa so alt war wie jetzt. Ich trug damals keine Kleidung wie heute. Eher dieses bunte Zeug, viel Wolle, meist Gummistiefel, Schneehose in jeder Jahreszeit und so weiter. Damals störte es mich nicht. Heute würde es meine Würde beeinträchtigen. Aber eine angemessene Kleidung scheint es für meine Größe nur selten zu geben. Wenn ich einmal etwas Passendes finde, will man es mir nicht verkaufen und fragt nach meinen Eltern. Die habe ich aber nicht. Also nicht so richtig. Sie leben schon noch. Aber ich spreche nicht mehr mit ihnen. Und sie auch nicht mehr mit mir. Deshalb bin ich dankbar, dass Sie mit mir ein ernst zu nehmendes Gespräch führen. Und jetzt hätte ich gern eine Zigarette, denn man verkauft mir keine.

Ohne lange nachzudenken und etwas verwirrt reichte ich ihm die Schachtel mit dem Feuerzeug und entschuldigte mich dafür, dass ich ihn für ein Kind gehalten hatte. Er entzündete seine Zigarette. Eine Frau ging an uns vorbei und blickte uns beide strafend an.

Ich sehe aus wie ein Kind, antwortete er. Sie mussten mir eine Zigarette verweigern.

Wir schwiegen, bis er aufgeraucht hatte, denn ich brauchte Zeit, um über seine Worte nachzudenken. Dann kam ich zu der entscheidenden Frage: Sie sehen aus wie ein Kind, aber Sie sind gar keines, stimmt‘s?

Ich war unmerklich vom Du zum Sie gewechselt.

Als ich sechzehnzehn wurde, begann er wieder, erkannte ich die zerstörende Komplexität der Welt und konnte zum ersten Mal ein Gefühl in Worte fassen, das ich schon seit langer Zeit gespürt hatte. Ich fragte meine Mutter, was meine Eltern sich nur dabei gedacht hatten mich zu zeugen. Erwartungsgemäß waren sie nicht in der Lage, mir darauf eine befriedigende Auskunft zu geben. Ich erfuhr, dass ich ein Wunschkind gewesen war, weil meine Eltern sich sozusagen in ihrer Liebe zueinander hatten komplettieren wollen. Es war Ausdruck eines übermäßigen Egoismus, denn sie hatten bewusst eine Entscheidung über mein Leben gefällt, eine Entscheidung, von der ich von vornherein ausgeschlossen geblieben war. Sie waren wie viele andere dem allgemein gültigen Eltern-Kind-Diktat gefolgt und trugen natürlich die häufig auch unangenehmen Konsequenzen dieser Entscheidung, indem sie ihrer Folgeverantwortung nachkamen, denn sie ernährten, reinigten und förderten mich, bis ich mich langsam von ihnen unabhängig machen konnte. Das zumindest hatten sie mir geschuldet. In mir wuchs langsam die Frage, warum sie sich das Recht zu all dem hatten herausnehmen können, und ob sie mir deshalb nicht noch viel mehr schuldeten.

Und um gleich ein Argument zu entkräftigen, geht es natürlich allen Menschen so, dass sie ungefragt in diese Welt kommen und in ihr aufwachsen. Aber ist das wirklich ein nachvollziehbares Argument? Muss es mir so gehen, weil es allen so geht? Ende dieses Jahrhunderts werden elf Milliarden Menschen leben, und einiges könnte dafürsprechen, dass ich dann noch ein Teil von ihnen sein werde. Doch wie wird es hier aussehen? Es ist anzunehmen, dass ich dann auf einer unabänderlich vermüllten und überhitzten Erde ohne ausreichende Ressourcen für alle leben werde. Wer will denn so etwas? Wäre natale Enthaltsamkeit nicht ein hilfreiches Mittel gewesen? Und ich könnte sogar noch weitergehen: Wäre eine Welt ohne uns Menschen nicht eigentlich eine lebenswertere Welt? Wir sollten ein für alle Mal verschwinden, und ich fange damit an. Geben Sie mir noch eine Zigarette?

Wir rauchten schweigend, während mir seine Worte durch den Kopf gingen. Niemand wusste wirklich, wie und ob die Erde uns Menschen in Zukunft noch ertragen könnte. Aber worin würde der Vorteil liegen, wenn gerade dieser Junge neben mir sich das Recht nehmen würde, wieder ins Nichts zu entschwinden? Und war es nicht eher so, dass das Bevölkerungswachstum nicht bei uns, sondern eher in afrikanischen Ländern besonders zunahm?

Wollen Sie den Menschen in Afrika, wie zuvor es die chinesische Regierung tat, verbieten sich fortzupflanzen? Ist das nicht anmaßend oder gar rassistisch?

Er schabte mit seinen Sneakers in heruntergefallenen Kätzchen einer Buche und lächelte mich an, als habe er dieses Argument schon häufiger gehört.

Ich möchte niemandem etwas verbieten, antwortete er. Ich will auch niemanden missionieren. Ich selbst kann überhaupt nicht verhindern, dass die Menschheit sich und viele Tier- und Pflanzenarten unwiederbringlich zerstört. Ich kann nur eine Entscheidung für mich treffen. Und das habe ich getan, indem ich meine Eltern wegen ihres Egoismus verklagt und mir das Recht eines Rückwegs genommen habe. Rechtlich haben meine Argumente gefruchtet. Ich wollte mir nicht das Leben nehmen. Meine Eltern wurden angewiesen mich zurückzunehmen. Es ist ein komplizierter Prozess, doch seit einigen Jahren werde ich wieder jünger. Schon bald müssen meine Eltern mich wieder versorgen, und am Ende ist meine Mutter verpflichtet zu einer Einbindung, zu einer Renatalisierung, zum Gegenteil eines freudigen Ereignisses. Es ist natürlich nahezu unumgänglich, dass mein Vater seine Verantwortung nicht wahrnehmen und in diesen Prozess nicht eingebunden werden kann. Jedenfalls fehlt es mir dabei an Fantasie, und ehrlich gesagt möchte ich es mir auch gar nicht vorstellen.

Worüber sprach dieser Junge?

Meinen Sie etwa, Sie werden in den Leib ihrer Mutter zurückkehren? Ist das für ihre Mutter nicht ein sehr schmerzhafter Prozess? Wie können Sie ihr das nur zumuten?

Er hielt die Zigarette in seinen kleinen Fingern, drückte sie dann aus und blickte mich wieder aufmerksam an.

Es ist Teil ihrer Verantwortung mir gegenüber. Und es wird wie die Geburt schmerzhaft für uns beide sein. Wir teilen dieses Leid, doch schon nach wenigen Monaten wird sie es kaum noch fühlen, denn es wird ausgetauscht gegen das viele andere Leid. Ich werde aus ihrem Inneren verschwinden. Wie bei der Geburt, wird sie den Schmerz nach kurzer Zeit verdrängt haben. Nur die vage Erinnerung bleibt, wenn auch die Erinnerung stärker sein als nach einer Geburt, denn immerhin hatte ich leiblich existiert. Aber ich werde ja nicht sterben, sondern nur in meine Mutter zurückkehren. Sie könnte annehmen, irgendetwas von mir bliebe in ihr.

 Und wissen Sie, ohne Leid findet nichts auf dieser Welt statt. Wir übersehen es nur gern, lagern es vergeblich weit aus von uns in Krankenhäuser, Altenheime, in die Dritte Welt. Da werden Sie mir sicher zustimmen. Doch wir können es nicht ignorieren. Der Schmerz, den wir in unserem Leben erfahren, ist weitaus stärker als die Freude. Ist ihnen das schon einmal aufgefallen? Das Leiden ist in unserem Leben das vorrangige Gefühl. Wir können es gar nicht übersehen. Im Gegenteil: Wir nehmen es stärker wahr als das Glück. Glück ist ein sehr kurzlebiges Gefühl. Vielleicht ist das der Grund dafür, warum wir ständig danach streben. Wir können nicht genug davon bekommen, weil es so schnell verfliegt. Das Unglück spüren wir viel intensiver. Wir möchten es zwar vermeiden, doch wir erwarten es ständig. Unsere Fantasie kreist immer um das anstehende Unglück. Wir sind wie besessen davon.  Warum sollte ich in so einer Welt leben, in die mich meine Mutter ohne meine Zustimmung entlassen hat? Mit meiner Rückkehr entziehe ich mich all dem nach meinem letzten Schmerz. Und ich gebe auch nichts weiter an künftige Generationen, die durch mich mit all ihrem Leid leben würden. Ich verschwinde, wie ich gekommen bin.

Im Gegensatz zu allen anderen gehe ich mit meinem Leben und dem Überleben der Menschheit verantwortungsvoll um. Es ist Ausdruck meiner unbegrenzten Liebe zur Natur. Im Sinne all dessen bin ich vielleicht ein Misanthrop, doch eher ein konsequenter Umweltschützer, indem ich mich und die Umwelt vor mir selbst und meinen Nachfahren schütze.

Der Junge starrte nach diesen langen Ausführungen still in den Park, schlenkerte wieder mit seinen kurzen Beinen, und ich überlegte, ob hinter seinen Gedanken eine grundsätzlich negative oder vielleicht doch eine positive Einstellung zum Leben stehen würde. Schließlich entschied ich mich für das Erste. Ihm fehlte es an Zuversicht, an Hoffnung, dass wir die Probleme dieser Welt doch noch lösen könnten. Seine Beobachtung, dass Glück und Unglück in einem Missverhältnis ständen, konnte ich nicht nachvollziehen. Vielleicht hatte ich in meinem Leben schon so viel Glück erfahren, dass ich das Unglück nicht ständig erwartete. Jeder hielt sich ja in einem sehr subjektiven Verhältnis dazu auf.

Ich finde, dass Sie ein Pessimist sind, sagte ich. Das mag ihr Leben hervorgerufen haben. Aber mein Denken ist anders. Mein intuitives Gefühl ist fast immer positiv. Und so wird auch ihre Mutter gedacht haben, als sie sich entschieden hatten, Sie auszutragen.

Er lächelte mich an. Doch ich sah in seinen Augen auch ein wenig Enttäuschung. Vielleicht hatte er mich doch missionieren wollen.

Aber finden Sie nicht auch, dass dieses ständige Glückskeks-Denken heute grundlos übertrieben wird?, fragte er. Es ist ja schon fast wie eine Krankheit in seiner Überschwänglichkeit und Oberflächlichkeit. Alles Negative sollen wir als Chance begreifen. Es heißt, Fehler seien gut, weil wir aus ihnen lernen, und das Glück liege allein in unserer Hand, jeder könne es gewinnen. Man muss es nur wollen und man muss nur an allem teilnehmen, jede Chance nutzen. Was für ein Unsinn! Die Leiden sind allgegenwärtig. Wir tun nur so, als könnten wir immer alles ins Positive wenden. Unglück hat sozial einen ungünstigen Status, denn wer zugibt glücklos zu sein, wird auf die Verliererseite der Gesellschaft gestellt.

Unsere Gesellschaft ist in Richtung Glück gepolt. Es geht immer um Progression zu mehr, zum Besseren, zum Glück, und jeder will dabei als Gewinner herauskommen. Dadurch geht aber jeglicher kritische Blick auf unser Leben verloren. Kritik bedeutet eben auch, nicht nur alles positiv zu betrachten, sondern die Fallstricke des Lebens zu benennen und nicht nur ständig alles Negative ins Positive zu wenden, damit man dem Leben einen scheinbaren Sinn geben kann. Man muss die Negativität des Lebens schonungslos aufdecken und sich damit auseinandersetzen, auch wenn man dann zu dem Schluss kommt, daran nicht mehr auf die bisherige Weise teilnehmen zu wollen. Deshalb wurde meine Mutter rechtlich gezwungen, mich zurückzunehmen. Und trotz aller Schwierigkeiten befinde ich mich auf dem richtigen Weg.

Der Junge hatte ganz unaufgeregt gesprochen, weil er wohl seinen Frieden damit geschlossen hatte, auf den Weg in sein Nichts zu gehen. Alles schien gut überlegt zu sein, und dennoch ließ es mir keine Ruhe. Ich fühlte mich herausgefordert. Vielleicht stand dahinter mein eigener und tief verinnerlichter Wunsch nach Positivität.

Wissen Sie, warum viele Menschen in Japan so alt werden, viel älter als Menschen bei uns?

Er antwortete nicht. Seine Sneakers spielten wieder mit den Kätzchen der Buche.

Ikigai, sagte ich zu ihm, und langsam drehte er sich mir wieder zu.

Das ist eine Haltung zum Leben. Ich glaube, es gibt keine eindeutige Übersetzung des Wortes in unsere Sprache. Aber ich würde dafür das Wort Zufriedenheit wählen, ein Zustand ohne Angst. Es ist wahrscheinlich die gegensätzliche Haltung zu Ihrer. Damit ist die Freude am Leben gemeint, eine Art mentale Gesundheit. Es ist das, wofür es sich lohnt zu leben. Es geht dabei nicht um eine kritiklose, positive Haltung, sondern um das Gefühl, mit dem man morgens die Augen öffnet und mit Freude am Leben in den neuen Tag hineingeht, um ihn zu genießen. Es ist der Gegenbegriff zu dem Wort Shinigai. Das wäre die Haltung, die bestimmt, wofür es sich zu sterben lohnt. Sie haben mir genau erklärt, warum es für Sie Sinn macht, wieder Fötus zu werden und aus dem Leben zu verschwinden. Aber ihr Weg unterscheidet sich nicht wesentlich von der Entscheidung zu sterben. Sie schaffen nur mehr Leid als zuvor, indem sie es ihrer Mutter zutragen. Sie bestrafen sie für ihren Egoismus mit ihrem eigenen. Warum streben Sie nicht ein Leben an, in dem das Unglück vermindert wird, ohne es zu negieren? Das ist aber nur möglich, wenn Sie sich bemühen, den Fokus mehr von sich abzulenken zu anderen, die vielleicht ihrer Unterstützung bedürfen.

Das Leid der anderen kann ein Bewusstsein für den Wert des Lebens fördern. Sie befinden sich in einer Sackgasse ihres Denkens und ihrer Haltung zum Leben, die geprägt ist von der eigenen Nutzlosigkeit. Ihnen ist so etwas wie Geistesfreiheit abhandengekommen, und Sie haben ihre innere Befriedigung verloren. Sie stagnieren statt sich auf den Weg nach Neuem zu begeben. Übernehmen sie Verantwortung. Kümmern Sie sich nicht nur um sich selbst, sondern auch um andere. Öffnen Sie sich dem Unglück der anderen, statt es nur zu beklagen. Und beginnen Sie, genügsam das Leben zu lieben, auch wenn Sie vieles nicht ändern können.

Kann ich noch eine Zigarette haben, fragte er, ohne auf meine Worte einzugehen.

Ich hab nur noch eine, sagte ich. Aber wir brechen sie durch.

Eine Zeit lang, rauchten wir still vor uns hin.

Sind Sie Japaner, fragte er mich plötzlich.

Ja, antwortete ich. Sieht man das nicht?

Langsam nickte er vor sich hin.

Stimmt! Sie sind Japaner.




Achim Koch

arbeitete in der Bildung, im Theater und in der Entwicklungshilfe, auf dem Balkan und zuletzt im Kongo, in Kamerun und im Tschad. Vor allem ist er aber Schriftsteller und bildender Künstler, mit fließendem Übergang.

In seinen Romanen behandelt er gesellschaftspolitische Themen: AN WILLEM, DAS NEUE MANIFEST, g.r.a.s., FLUCHTLAND, DER AUGENBLICK, DER MANN HINTER DEM BILD.

Sein neuer Roman TÄUSCHLAND ist im Herbst 2023 bei Schruf&Stipetic erschienen.

Achim Koch schreibt darüber hinaus Kurzgeschichten und auch Transfergeschichten, die während der Romane entstehen und kleine Hörstücke darstellen, in denen der Autor mit seinen Figuren konfrontiert wird.

mobile.culture@posteo.de

http://www.achim-koch.eu






Über #kkl HIER

Veröffentlicht von Jens Faber-Neuling

Redakteur von #kkl Kunst-Kultur-Literatur Magazin, Autor, Trainer und Coach im Bereich Potentialentfaltung und Bewusstseinserweiterung, glücklicher Papa und Ehemann.

Hinterlasse einen Kommentar