Der Fischer und seine Tochter

Julia Theresa Muhler für #kkl45 „Mutter, Vater, Eltern“




Der Fischer und seine Tochter


Hier bin ich geboren,

Hier bin ich zuhaus,

Schwimme umher und kenne mich aus.


Du hast es geschaffen,

Du bist wie das Geld,

Dass die Illusion heiler Welt aufrechterhält.


Wo es endet, bekannt,

Wo es anfängt, auch,

Ich hab‘ dieses Netz in jeden Winkel aufgebraucht.


Du hast es ausgeworfen,

Du knüpftest es mit Geschick,

Das Material für eine Flucht viel zu dick.


Hinter den Quadraten,

Die mir die Sicht karriern,

Was mag da wohl liegen?


Was mag dort passiern?

Du holst es manchmal ein,

Wie das ein Fischer so macht,


Zum überprüfen, nicht zum ernten, ob alles noch passt.

Du verdienst fast Bewundrung,

Ich geb dir stummen Applaus,


Dafür, dass keiner außer mir und dir das Netz sehen kann.

Du hältst es fest in den Händen,

Im Schlaf klammerst du dich fest,


Schreist gegen dich an, Wut, Angst, ich weiß es nicht.

Zwischen Wellen, kein Licht,

Sicht, wer weiß, wie schön das ist,


Vielleicht schließ ich die Augen ganz,

Dieses Netz ist Untergang.




Julia Theresa Muhler

Geboren 1999 in Heidelberg und aufgewachsen im Heilbronner Land, begann sobald sie schreiben konnte damit ihre Kreativität auf Papier zu bringen. Angefangen beim Akrostichon bis hin zum Poetry Slam. Heute lebt sie ihre literarische Ader vor allem beim Verfassen von Songtexten und Gedichten aus. Im Jahr 2020 schaffte es ihr Gedicht „Digital Natives” in die Anthologie des Frankfurt Young Stories Wettbewerbs. 







Über #kkl HIER

Veröffentlicht von Jens Faber-Neuling

Redakteur von #kkl Kunst-Kultur-Literatur Magazin, Autor, Trainer und Coach im Bereich Potentialentfaltung und Bewusstseinserweiterung, glücklicher Papa und Ehemann.

Hinterlasse einen Kommentar