Christina Maria Hesse für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“
In seinem Traum ist er ein Mensch ohne Nationalität.
Die Verbundenheit zu seinem Großvater und dessen unumstößliche Loyalität für Menschen, egal woher, welcher Ethnie, Hautfarbe, Sprache, Religion oder Herkunft sind in seinem ICH verankert.
Freunde in Mexiko und Brasilien, sowie die Spuren des Großvaters, der lange in Brasilien lebte, geben ihm eine besondere Sicht auf Wirklichkeit.
In diesen Tagen um den Novemberbeginn strahlen seine Augen bei seiner Erzählung über den DIA DE LOS MUERTOS.
Das „Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Erbe der Menschheit“ wurde 2003 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Der besondere Totenkult in Mexiko entstand vor mehreren tausend Jahren mit dem Ursprung in vorchristlicher Kultur.
Die Menschen in Mexiko feiern jedes Jahr ein prächtiges Volksfest zu Ehren aller Verstorbenen.
Unabhängig von Religion und ethnischer Herkunft!
Mit Beginn des 31.Oktober, bis über die Nacht zum 2. November wird verstorbener Familienmitglieder gedacht.
Liebe und Respekt wird zum Ausdruck gebracht mit lebensbejahender Freude und Explosion der Farben.
Bunte Kostüme und Blumen sind allgegenwärtig.
Die leuchtend orangegelbe Blume „Cempasuchil“
als Flor de Muertos, Blume der Toten, fehlt in keinem Haus in Mexiko.
Auch in seinem Zuhause stehen ab dem 31.Oktober zwei Fotos zwischen leuchtend orangen Blumen und bunten gewebten Deckchen aus Mexiko.
Seine Freunde schicken ihm Päckchen mit wundervollen bunten original Gegenständen für den Dia de los Muertos.
Trauer und Verlust bekommen durch seine Achtung vor diesem Brauch und den Menschen mit unverwechselbarer Kultur eine besondere Realität.

Realität und Wahrnehmung beim Anblick der Fotos seines verstorbenen Sohnes und Großvaters lassen die schmerzhafte, raue und harte Wirklichkeit mit lebensbejahende Gedanken verschwinden.
Ja zum Leben, ja zu Menschen geht für ihn mit Ärgernis und Verwunderung über einige Leute einher.
Wenn über Itzapalapa in Mexiko oder Curitiba in Brasilien ausschließlich negative Meldungen zu lesen sind, denkt er an seinen Freund Alfonso und seinen Großvater Josef.
Wundervolle Menschen und schreckliche Leute sind Wirklichkeit weltweit.
Seiner differenzierten Erzählung zu lauschen, lässt aufhorchen.
Der Dia de los Muertos wird mehr und mehr bedroht durch sich ausbreitenden kommerziellen Halloween.
Halloween, in Verbindung mit Unheil, Schrecken und Finsternis findet in der Nacht zum 1. November mit Grusel und Masken statt.
Nicht selten bleiben Türen verschlossen aus Angst vor dem was oder wer das Halloween Geschehen vor dem Haus verbreitet.
Zum Hunger in der Welt erwähnt er 180 000 Kürbisse, die als Deko in nur einem Freizeitpark herumliegen.
Jedes Jahr werden nach Halloween Milliarden Kürbisse vernichtet.
Seine Realität als eigene Wahrnehmung auf den Tot bekommt an Allerheiligen DIE Wirklichkeit mit tatsächlichem Zustand.
Allerheiligen ist ein katholischer Feiertag in Deutschland, an dem jedem 1. November wiederkehrend aller Heiligen gedacht wird, für die es keinen Feiertag im Kalender gibt.
Erst der 2. November, der kein Feiertag ist, gilt als Gedenktag aller verstorbenen Gläubigen, Verwandten und Freunde.
Auf den Friedhöfen sind am 1. November viele Menschen, die Gräber schmücken mit Grabgestecken.
Aus Kiefern und Tannengrün mit Trockenblumen als Deko konnte er schon als Kind nicht verstehen, dass viele dieser Gestecke bis zum nächsten ersten November auf den Gräbern liegen.
„Geht ein Jahr lang niemand dort hin?“
Tanzverbot, laute Musik und Untersagung von Sportveranstaltungen am Allerheiligen Gedenktag in Deutschland für Verstorbene kann er verstehen.
Respekt und Achtung jedoch sieht er vielfach lediglich in seinem Traum.
Kommerz, Gleichgültigkeit und Verschwendung nimmt er in seiner Realität wahr.
Die Wirklichkeit hat ihn schon vor Jahren ein Wort auf die Frage welcher Nationalität er ist, antworten lassen:
„MENSCH!“

Mein Name ist Christina Maria Hesse, ich bin 63 Jahre alt und lebe in Emsdetten im
Münsterland.
Schreiben ist meine Leidenschaft, mein erstes Buch „55 Plus 1“ (August von Goethe
Literaturverlag) ist seit Dezember 2017 im Buchhandel erhältlich.
„Voris“ Verschwörung oder Rechtes Denken im Sauerland (Dirk Laker Verlag) März 2021.
In mehreren Anthologien erschienen meine Beiträge.
Sehr bewegende Geschichten sind im #kkl Kunst Kultur Literaturverlag online erschienen.
Mit viel Freude fertige ich passende Kunstwerke zu meinen Geschichten.
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