Heimkehr

Alicia Ximenez für #kkl46 „Traum, Realität, Wirklichkeit“





Heimkehr

Du kühler Wind im blauen Morgen,

wenn der erste Strahl die Nacht aufbricht,
rauscht durch feuchte, dunkle Wiesen,
bist, wer die Eiche raschelnd küsst.

Voll Liebe kitzelt er sie wach,
bis Säfte in die Höhe fließen.
Lässt feine Sonderlinge sprießen,
flüstert in dein Ohr ganz sacht:

„Komm Heim zu mir mein Herz, meine Seele,
belebe die Körper dieser Welt.
Mach dich auf die Reise zurück zu uns,
von den Orten, wo die Liebe quellt.

Sing uns Lieder durch des Kuckucks Kehle,
denn Wahrhaftigkeit ist deine Kunst.
Lass deiner achtsam Kraft erschaffen,
was diese schlaffe Welt erhebe.

Wie weit weg du auch bist, komm,
denn wir brauchen dich.“




Vom Mut es zu tun

Kann dich nicht greifen
reifen wie zwei Bäume auf anderen Weichen
Du eine Eiche im Moos
Ich ne Feige, muss los
Stille.
Deine strahlende Ruhe, die mich loslassen lässt
mich zurück in die innere Leere, der alles entspringt bringt
Präzise Worte bei Kerzenlicht
ein starkes Vertrauen umgibt dich
Der Blick über den Berg der die verzerrte Seele nährt
Weite.
Mein starrer Wille, der zerbricht
Denn das Ich, kennt das hier nicht 
Aus einem Strom wird ein Bach
Er wandert sacht
malt magische Melodien 
Lassen mich weinen
Machen mich meinen,
in mir schlummert was
Wage mich hinein und werde nass
Laufe weiter-ich schwitze schon krass
Was war das?
Dieses warme Gefühl im Bauch
Ein hauch Wahrhaftigkeit 
schneit herein denn ich bin bereit
Endlich!
Es scheint mir, es ist soweit 
Zeitlosigkeit.




Erwachen

Oh, dass du dich noch fürchtest,

dein Selbst nimmt sich zu ernst…
Wenn du verstehst, wirst lachen
über dieser Welt Schmerz
Schlafend treibt uns unser Ich,
geil und voller Angst
Doch ewig ist der Augenblick,
in dem du nicht mehr bangst
Nach Raum, statt Zeit verlangst,
Fäden durchtrennst und erfrischend echt
die kalte Wahrheit liebst 
Ewig frei in dem Schauspiel der Gefangenen.
Versteckte Welt voll Lebensdrang,
der Atem unter totem Fleisch.

Schwer liegt nun im Magen
die sonst so leicht, gewohnte Wärme.
Wo finde ich den Untergang,
den ich lächelnd sterbe?




Alicia Ximenez widmet sich seit 2019 auf Reisen der Erkundung menschlicher Erfahrungen und der Suche nach tieferer Wahrheit. Inspiriert von Begegnungen mit Menschen aus verschiedenen Kulturen und Lebenswelten, verlässt sie bewusst ausgetretene Pfade und lässt sich von den unterschiedlichen Perspektiven und Geschichten prägen. Ihre Erlebnisse teilt sie seit diesem Jahr auf Instagram( *textatic.blog*) in Form von Gedichten, Fotografien und kurzen Essays. Mit authentischen, gefühlvollen und oft provokanten Texten schafft sie einen Raum für Reflexion über Themen wie Individualität, Beziehungen, Sprache und menschliche Natur.






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Veröffentlicht von Jens Faber-Neuling

Redakteur von #kkl Kunst-Kultur-Literatur Magazin, Autor, Trainer und Coach im Bereich Potentialentfaltung und Bewusstseinserweiterung, glücklicher Papa und Ehemann.

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