Michael Bork für #kkl50 „Hingabe“
Hingabe kennt nur Geben. Hingabe achtet nicht darauf, ob es sich „lohnt“. Hingabe ist ein Versenken, ein Eintauchen, ein Fallenlassen in das Worin.
Es ist ein verhangener Novembertag im Jahr 2022 in Prag. Der alte Mann steht an der Nerudova, der Kopfsteingepflasterten Straße mit ihren alten, charmanten Häusern, die direkt hinauf zur Prager Burg führt.
Er steht da und spielt auf seiner Violine.

Er spielt. Und spielt. Keiner beachtet ihn. Es sind auch kaum Menschen zu dieser Jahres- und Tageszeit unterwegs. Und er spielt und spielt.
Kein Behälter für Spenden ist erkennbar. Er spielt wohl nicht für Geld. Er spielt wohl auch nicht für Anerkennung. Denn da ist keiner, der ihm zuhört. Er spielt um des Spielens Willen.
Hingabe ist ein Zustand des Seins, der keine äußeren Belohnungen sucht. Der alte Mann, vertieft in sein Spiel, verkörpert diese Essenz der Hingabe. Seine Musik verschmilzt mit der melancholischen Stimmung des Tages, und jeder Bogenstrich scheint die Zeit selbst zu durchdringen.
In einer Welt, die oft von Nutzen und Gewinn getrieben ist, erinnert uns der alte Mann daran, dass wahre Erfüllung im Akt selbst liegt. Er spielt mit einer Hingabe, die keine Zuschauer braucht, keinen Applaus und keine Bestätigung. Er spielt für die Schönheit des Augenblicks, für die tiefe Freude, die in der Schöpfung selbst liegt.
Seine Melodien, die durch die leeren Straßen Prags hallen, sind ein Echo der Hingabe, eine Feier des Lebens im gegenwärtigen Moment. Die alten Häuser, die den Weg zur Prager Burg säumen, sind stumme Zeugen dieser stillen, doch kraftvollen Darbietung.
Die Szene ist ein Sinnbild für die zeitlose Schönheit der Hingabe. Wir werden durch die Erkenntnis berührt, dass das wahre Herz des Lebens nicht in äußeren Erfolgen liegt, sondern in der reinen Freude des Tuns, in der tiefen Verbindung zu dem, was wir lieben.

Michael Bork aka mikebovisuals
Im Jahr 2024 war Bork auf 16 Kunst-Events vertreten. Auf die Frage nach seinen drei künstlerischen Highlights für dieses Jahr, nennt der Fotokünstler seine mehrmonatige Ausstellung im Portside Bremerhaven, den von crossart international initiierten Künstleraustausch zwischen Österreich und Deutschland, mit Ausstellung in der Contemplor Galerie Wien und nicht zuletzt die 20. Kunstnacht Leverkusen. Die Exponate aus der Kunstnacht hängen noch bis zum 10.1. in der Forum Galerie und in der Galerie im Künstlerbunker.
Die Art seines Arbeitens gibt Bork die Überschrift PHOTOGRAPHIC ALCHEMY. Es ist die Verbindung von der Kunst der Fotografie mit dem Geheimnisvollen und der Transformation. Durch die Überwindung des Gewöhnlichen entsteht eine alchemistische Präsenz, die seinen Werken etwas Dauerhaftes verleiht.
Borks Weg begann Ende der 70er Jahre als hauptberuflicher Fotojournalist für Tageszeitungen und im Kulturbereich. Auch nach seinem Wechsel in die schreibende Zunft blieb die Faszination für die Fotografie sein Wegbegleiter. 2020 kehrte er zurück zu seinen fotografischen Wurzeln. Sein altersgereifter Blick für das Visuelle trägt heute maßgeblich dazu bei, dass sich sein Fokus auf die künstlerische Fotografie richtet.
Bork unterteilt seine Bildkompositionen in thematische Kollektionen. Entscheidend für die Präsentation ist für ihn der Direktdruckt auf einen Aluminiumträger (AluDibond). Dies ist für seine Handschrift bestimmend und verstärkt die Bildwirkung durch deutlich mehr Tiefe, als es Papierabzüge bewirken können.
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