Mo Haver für #kkl51 „Passagier“
Reisende
Auf einsamen Wanderungen eine Reisende ohne Gepäck
ich habe die Berge nie verlassen
meine Erinnerungen ließen mich nicht mehr los
meine Erinnerungen folgten mir wie ein alter Zauber
Ich war scheuer als die Eulen
die in der Nacht in meinen und deinen Träumen fliegen
es ist sehr dunkel in diesem Hausflur
ich sage es dir ganz leise und sehr ernsthaft ins rechte Ohr
du bist sehr verwundert du bist wirklich sehr verwundert
ich habe deinen Hut und halte deine Hand
das Weite suchen der Wirklichkeit begegnen
Großes Mysterium
habe ich je die Berge verlassen
doch heute bin ich in einer Stadt
in jedem Hauseingang in den Gassen
lauert eine Erinnerung mir auf
Du bist Vorbote meiner Reise
doch heute Nacht bin ich in dieser Stadt
deine Brunnen sind die Kilometersteine meiner Vision
Ich erkenne deine Konturen wieder
die sich an die Himmel heften
um mich willkommen zu heißen jeden Tag
bei Nacht bist du majestätisch
ich liebe dich wie man ein Pferd liebt
all deine Winde sind für mich Winde der Zärtlichkeit
ich bin wie meine Ahninnen
die am Feuer sitzen
ich erwarte nichts
ich bin hier
ich sitze auf der Wiese deines Garten
und lächele dem Milan über mir zu
an meine Wanderungen denkend
Mo Haver, M.A. in Kunstgeschichte/ Romanistik. Seit 2013 Veröffentlichungen in Anthologien, Literaturzeitschriften, Verlagen sowie auf diversen Onlineplattformen.
Havers Texte handeln von Begegnungen und Entfremdungen. Schreiben versteht sich als künstlerische Praxis gegen das Vergessen. Wöchentliche Veröffenlichungen auf: instantpoetry.blogspot.com
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