Otmar Heusch für #kkl53 „souverän“
Altes Paar
Blicke verfangen sich
in den Reliefs ihrer Gesichter.
Vergangenheit sprießt
aus ihren Gesichtsfalten.
Toleranz und Achtung
sind Atem für Harmonie.
Wertschätzung veredelt
das Seelenlächeln.
Spross des Vertrauens
wuchs aufrecht und himmelweit.
Die Sanduhr hat an
Bedeutung verloren.
Gefühlte Bilder
erzählen trauliche Geschichten
und das Lied der Fantasie
wird zur Hymne des Kommenden
Der Atem verliert sich in leiser Musik
und Frieden erfüllt den Raum
Glauben begleitet Sie
auf dem unbekannten Pfad
und hinter ihnen schließt sich
die vorletzte Tür.
Der kluge Narr
Der Wind singt wispernd Klagelieder
das Wasser brennt auf zarter Zunge
Der Frühling lenzt verdorrten Flieder
die kranke Luft dringt in die Lunge
Des Baches Rinnsal ist geronnen
aus Wasser wurde letztlich Brei
Man hat modernes Netz gesponnen
auch Herrschaftswissen war dabei
Der Wohlstand hat Vernunft gefressen
die gleichviel auch an Kinder denkt
Auch diese Tat wird schnell vergessen
denn Habgier wird von Sucht gelenkt
Und weint der Baum im sauren Winde
und werden Tränen schmerzlich starr
Dann mahnt die Schrift in seiner Rinde
Der Mensch war klug, doch auch ein Narr
Der kleine „Mutmacher“
Wenn unsre morgendlichen Fragen
das Handeln unerhört blockieren
und wir so schwere Lasten tragen
dass Drang und Mut sich stark genieren
Dann ist es gut daran zu denken
dass manche Fragen die beklemmen
im Tageslauf sich so verrenken
dass wir sie nicht mehr wiederkennen
Die Akzeptanz der eigenen Lebenssituation und die Übernahme der Verantwortung für diese, sind Feder und Tinte zur Selbstbestimmung.
*
Selbstbezogenheit und Selbstzentriertheit wirken wie unerwünschte Begleitvegetation im Rosengarten.
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Eine beachtliche Freiheit des Menschen ist, Gedanken auslesen zu können, bevor sie seine Lippen passieren oder die Feder führen dürfen.
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Wir blättern täglich beschwingt im Buch unserer Lebensreise, doch den Sinn unseres Lebens begreifen wir erst, wenn nur noch wenige ungelesene Seiten vor uns liegen.
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Das Leben ist eine gewaltige Arena in deren Mitte wenige streiten, während die große Mehrheit auf den Rängen sitzt und applaudiert oder mit Buhrufen tadelt.
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Wer Ehre durch Ehrlichkeit erzielen möchte, muss sich dem inneren Kampf stellen zwischen Eigennützigkeit und Faktum.
Otmar Heusch
Ich schreibe seit 35 Jahren überwiegend lyrische Texte (Gedichte) und Aphorismen.
Einige meiner Texte sind in 9 Anthologien verschiedener Verlage veröffentlicht.
Darunter:
Brentano Gesellschaft, Frankfurter Bibliothek, RAABE-Verlag, Brockhaus-Duden-Meyers Verlag.
Meine Vision:
Ich träume wiederholt
vom Weltfrieden
Manchmal denke ich
er ist nur
eine Armlänge entfernt
Mein Motto:
Gewesenes ist
die Asche des Seins,
doch gelebter Frieden
kann die Erinnerung wärmen.
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