Michael Eschmann für #kkl55 „Freidenker“
Albert Camus
Du hältst die Welt immer noch in Atem,
obwohl Du schon so lange tot bist.
Aber Deine Gedanken altern nicht,
daran erkennt man,
wie wertvoll sie sind.
Was muss das für ein
Moment des Abschieds
gewesen sein?
Die Landstraße
unendlich
zwischen Sens und Paris,
immer gerade,
umgeben von Platanen.
Ein Montag so grau,
das neue Jahr hatte gerade begonnen
in der Kühle des Januars
im Jahr 1960 gefesselt,
kurz vor 14.00 Uhr,
Autounfall,
Reifen geplatzt,
Du bist sofort tot.
Dann das Schweigen,
und der Wind bläst
Manuskriptblätter
über die Felder,
so als ob er damit
noch einmal die
menschliche Vergänglichkeit demonstrieren möchte.
Du hast gelehrt,
nicht aufzugeben,
das Absurde anzunehmen,
den Stein immer wieder den Berg hinauf
zu rollen
und dabei zu lächeln.
Michael Eschmann, geboren 1958 in Mannheim. Er schreibt neben journalistischen Beiträgen über Literatur und Kunst auch Essays, Gedichte, Kurzgeschichten und Theaterstücke. *** Veröffentlichungen in Blogs, Online-Magazinen und Literaturzeitschriften. *** 2015 Veröffentlichung des Dramas: Dantons Tod in Weiterstadt. *** 2024 Veröffentlichung des Gedichtbandes: Tage kühl vom Regen umarmt (Verlag Moloko Print). *** Er betreibt in Groß-Gerau ein Versandantiquariat.
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