Spiegel ohne Bild

Mia Schwarzbach für #kkl55 „Freigeist“




Spiegel ohne Bild

Ich stehe auf und schau in den Spiegel,
doch ohne Bild.
Ich sehe nicht das perfekt gekleidete Mädchen, die glatt gekämmten blonden Haare oder das reine Gesicht.

Ich bin da, aber nicht greifbar.
Wie ein Kreis
umgeben von Vierecken.
Ich denke quer, wenn es gerade ausgeht,
rede laut, wo andere schweigen
und wähle einen Weg abseits der Pfeile.

Ich passe nicht in das Raster,
nicht in ihre Definition von richtig.
Ich lache zu laut und fühle zu viel.
Mit weichen Kanten und lauten Gedanken.

Keine Skizze, die zu mir passt.
Wie ein Funke im freien Himmel,
wo er brennen darf,
auch wenn es keiner versteht.

Vielleicht stolpere ich öfter,
weil ich meinen eigenen Weg laufe.
Doch jeder Schritt
und jedes Stolpern
gehört mir.

Vielleicht zeigt der Spiegel kein Bild,
weil ich noch dabei bin,
mich selbst zu zeichnen.




Mein Name ist Mia Schwarzbach, ich bin 16 Jahre alt und lebe in München. Seit etwa einem Jahr schreibe ich Gedichte und Texte, um meine Gedanken und Gefühle auszudrücken. Das Schreiben ist für mich ein Rückzugsort – ein stiller Raum, in dem ich ganz ich selbst sein darf. Es hilft mir, Dinge zu verarbeiten, die ich nicht laut aussprechen kann, und verleiht dem Unsichtbaren eine Stimme.






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Veröffentlicht von Jens Faber-Neuling

Redakteur von #kkl Kunst-Kultur-Literatur Magazin, Autor, Trainer und Coach im Bereich Potentialentfaltung und Bewusstseinserweiterung, glücklicher Papa und Ehemann.

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