Ich bin Maximilian

Maximilian Fischer für #kkl56 „Und dann kam …“




Ich bin Maximilian

Gefangenschaft
Was gäbe man darum, ihr zu entfliehen
Doch was, wenn das Gefängnis man selbst ist
Ohne Hoffnung je frei zu sein
Ich litt bei jedem Blick in den Spiegel
Das was ich sah, entsprach nicht dem, was ich fühlte
Und das schmerzte zu tief
Jedoch noch schlimmer, ich war einsam
Weil ich mit niemandem teilen konnte, was mach quälte

Und dann kam der Tag, von dem an alles anders werden sollte
Als ich stand am Scheideweg
Ob leben, ob sterben
Da entschied ich mich fürs Leben
Meine Offenbarung
Hätte ich nicht ausgesprochen, was in mir vorgeht, wäre ich einen Weg gegangen, bei dem
s kein zurück gegeben hätte
Man hätte mich gefunden, in einem Meer aus Blut
Denn keinesfalls hätte ich in düstrer Gefangenschaft weiterleben können
Ich trug es lange in mir, wie einen Betonklotz an den Füßen, der mich in die Tiefe zog
Schwer und unsichtbar für alle, die neben mir gingen
Nächte voller Tränen und Gesprächen, die ich nie geführt hatte
Varianten von Mut, zerbrechlich, wie Glas

Und dann kam ein Satz, wie ein Riss
Der nicht fragte, ob ich bereit war
Es begann mit einem Zittern
Doch ich erzählte
Meine Stimme klang leise, doch sie gehörte mir

Die Stille danach war groß
Ich hielt den Atem an
Doch dann
Ein Lächeln, ein Nicken
Kein Urteil
Bloß Raum
Mein Outing
Kein Sturz von der Klippe
Aber ein auftauchen, nach jahrelangem tauchen im Meer des Schweigens
Ich lernte, die Wahrheit, die ich fürchtete zu erzählen, ist Schlüssel zu meinem frei sein

Was bleibt, ist nicht nur Mut
Es ist Zukunft, offen, wie der Himmel
Luft, die mich früher drückte
Füllt jetzt meine Lungen leicht
Als wäre der Raum nun endlich groß genug für meinen echten Namen
Maximilian




Mein Name ist Maximilian Fischer, ich bin 35 Jahre alt und wohne in Kassel.

Aufgrund traumatischer Erlebnisse in Kindheit und Jugend leide ich an mehreren psychischen Erkrankungen, die immer wieder Grund für Psychiatrieaufenthalte sind.

Da es mir sehr schwer fällt, über meine Erlebnisse zu sprechen, versuche ich meine Gefühle in Bildern und Texten zu verarbeiten. Meine Kreativität ist ein gutes Ventil dafür.

Texte und Bilder von mir wurden bereits in mehreren Anthologien veröffentlicht.










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Veröffentlicht von Jens Faber-Neuling

Redakteur von #kkl Kunst-Kultur-Literatur Magazin, Autor, Trainer und Coach im Bereich Potentialentfaltung und Bewusstseinserweiterung, glücklicher Papa und Ehemann.

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