Am Wasser …

Dr. Andreas Lukas für #kkl59 „Ich denke, also bin ich“




Am Wasser …

Ich sitze am Ufer
am blauen Fluss
im Hauch der Rufer
den Tönen lauschend

Gezwitscher aus den Bäumen
Gesang der Gefieder
im Wettbewerb
mit dem Wellenrauschen

Helles Licht
blau der Himmel
im Wasserspiegel
die Wolken wandern

Frieden in der Luft
Freude im Zwitschergesang
Forellen springen
im Strömungsgang

Keine Trübnis
pures Leben
das Plätschern
ausstrahlt

Ich weile am Fluss
lausche und schaue
frei von Rummel
die Töne aufsaugend

Ich denke nach über die Zeit
in der ich bin und wir leben
ein anderes Getöse
mich erreicht

Mein Blick über die Wogen gleitet
wie schön könnte die Zeit sein
wenn unser Denken
zum Miteinander führt




Irgendwann …

Irgendwann werde ich aufwachen
erschreckt von verdrängten Tatsachen,
werde erstaunt sehen,
was Wegschauen bewirken kann.

Irgendwann werden die Augen wach
entsetztes Staunen über das, was sehen.
Lange ausgeblendet mit getrübtem Blick,
wollte nicht wahrhaben, was sich anbahnte.

Irgendwann werden wir zurückblicken
und rätseln, wozu die Zeit gut war,
werden vor ungewollten Fakten stehen,
die unser Tun ermöglicht hat.

Irgendwann verstummen die Lieder
gesungen von den bunten Gefiedern,
verblühen die letzten Blumen,
wenn wir keine anderen Wege einschlagen.

Irgendwann werden wir spüren,
was Ausgrenzung anrichten kann,
werden verloren suchen
nach früherer Gemeinsamkeit.

Irgendwann hat ausgedient,
was uns über Jahre erstrebenswert erschien,
wir werden nachdenken und fragen,
warum die Erkenntnis uns so spät erreicht.

Irgendwann werden wir erkennen,
dass genügend Wissen verfügbar ist,
unsere Gebräuche zu ändern,
die uns in die Irre führten.

Irgendwann werden wir aufhorchen,
warum wir so lange auf Pfaden wandeln
und so an Gewohntem festhalten,
das uns ins Abseits führt.

Irgendwann wird das Licht wieder heller,
das zu verdunkeln drohte,
werden die Funken überspringen,
die dies ermöglichen können.

Irgendwann werden wir durchschauen,
es nur wollen zu müssen,
uns aufrichten und verstehen es anzupacken,
irgendwie, irgendwo, irgendwann!




Dr. Andreas Lukas, aufgewachsen im Saarland, lebt in Wiesbaden, Studium BWL und Promotion in Politikwissenschaft ist als Schriftsteller und freier Journalist tätig. Er ist Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland und Mitglied/ Juror der literarischen „Gruppe 48“. Er erreichte bei Planet Awards 2019 Platz 5 bei „Autor des Jahres“; war nominiert für den Radio-Sonderpreis, Berliner Literaturpreis „Wortrandale 2019“; „Best of …“ bei „Literatur zwischen den Jahren 21/22“ radio889fmkultur und ist Preisträger des Hildesheimer Literaturwettbewerbs 2022, Publikumspreis.

Publikationen: „SICHTEN – Lyrische Blicke“, 2025; „Unser blauer Diamant – Lyrische Weltenblicke“, 2. Auflage 2025; „Ankommen – Wie schaffen wir das“, 2024, „WeltenGewitter – Spiegel unserer Zeit“, Roman 2022; „Die ungleichen Gleichen“, Roman 2018; Veröffentlichungen in mehreren Anthologien der Gruppe 48 und Herausgeberbänden.









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Veröffentlicht von Jens Faber-Neuling

Redakteur von #kkl Kunst-Kultur-Literatur Magazin, Autor, Trainer und Coach im Bereich Potentialentfaltung und Bewusstseinserweiterung, glücklicher Papa und Ehemann.

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