Wende

Arno Reis für #kkl60 „In den Rückspiegel“




Wende

und schweige mir:
Es ist jetzt
gegangen vergangen verlaufen
nie wieder
nur Spiegelblick zurück
die Tage sie schweigen
nun im Wechsel

und verschließe:
Die Tage die Monate die Jahre
im erinnernden Kokon
er ist blindgespiegelt
in tropfgesteintem Herz

und verriegele:
Jetzt und wieder und wieder
die Tage die Monate die Jahre
in versteinerter Tränenschrift
für immer
vor des Grabes Räubern





groß und eltern

zusammen waren wir
anderthalb jahrhunderte
garniert
mit eins zwei drei
mit besserwissern

diese geschichten hängen an uns
jetzt trage ich allein
den blick zurück ohne zorn
ohne wehmut ohne vergessen
und mag noch immer nicht
in der abendsonne endlich ruhn

neugier treibt mich
türen zu öffnen
öffnen zukunft ins leben
leben zu lieben

keine zeit habe ich
alt zu werden wie ich sollte
keine zeit habe ich
in erinnerungen wie erwartet
versinken
aber zeit

habe ich nein
nehme ich für alles
was noch in meinem kopf
was geboren was
so und so
gelebt werden will
was mich hindert

alt zu werden
meine jahre
die wenigen
die bis 100 die
vergesse ich nicht





Arno Reis, Jahrgang 1939 in Düsseldorf

Studien:
Germanistik, Philosophie, Theaterwissenschaften, Kunstgeschichte
Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Diplom-Volkswirt
Seit 1990 geschäftsführender Gesellschafter einer Unternehmensberatung in Wiesbaden und Rostock.
Jetzt. DenkFarbrik Arno Reis ThinkTank in 18107 Elmenhorst
Aktive Interessen: Lyrik, Fotografie, Malerei







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Veröffentlicht von Jens Faber-Neuling

Redakteur von #kkl Kunst-Kultur-Literatur Magazin, Autor, Trainer und Coach im Bereich Potentialentfaltung und Bewusstseinserweiterung, glücklicher Papa und Ehemann.

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