Seien wir mal ehrlich …

Frederik Wolfgang Kloiber für #kkl60 „In den Rückspiegel“




Seien wir mal ehrlich …

Gegen Ende November ’25 erreichte mich eine wutentbrannte E-Mail. Ein gewisser Hr. Corona beklagte sich über die nicht hinzunehmende Diskreditierung seiner Person. Corona? Ja, genau, der Corona! Virus – Lockdown usw. Ich dachte erst, dass ich veralbert würde. Rasch musste ich feststellen, dass Hr. Corona tatsächlich mit mir reden wollte. Sein digitaler Personalausweis war noch immer auf meinem Monitor zu sehen. Alle Zweifel sind somit der Neugier gewichen. Bereits am 2. Dezember ’25 kam es an einem geheimen Ort in München (meiner Küche) zu einem ersten Treffen. Hr. Corona versprach Wahrheit. Schonungslose Abrechnung mit den Lügen um seine Person … hatte er mir versprochen. Ich war gespannt wie ein Flitzebogen …

Essayist: Hr. Corona, Schön, dass Sie sich zu diesem Interview bereit erklärt haben.

Hr. Corona: Kein Thema! Es ist Zeit, dass die Wahrheit ans Licht kommt!

Essayist: Die Wahrheit?

Hr. Corona: Ja, die Wahrheit! Ich habe nicht darum gebeten, aus meiner Petrischale in die Freiheit entlassen zu werden – das habt ihr Menschen verbockt! (Anm. Essayist: Die wahren Umstände des Corona-Ausbruchs sind bis heute nicht abschließend geklärt!)

Essayist: Wir Menschen?

Hr. Corona: Ja, ihr, Menschen – wer muss an allem rumfingern? Ihr nennt die Neugierde in den Diensten der Menschheit? Könnt aber eure Labors nicht sichern? Euch ist schon klar, mit wem ihr euch anlegt?

Essayist: Mutter Natur.

Hr. Corona: Bingo! Ihr Menschen, glaubt ihr, ihr habt für alles ein Pillchen? Ja? (Hr. Corona gluckst vergnügt vor sich hin.) Hab mit meinem Cousinchen, der Spanischen Grippe,

geschnackt. (Hr. Corona lacht vergnügt vor sich hin und legt eine dramatische Pause ein.)

Essayist: Und?

Hr. Corona: Und? Liegt doch auf der Hand … – Cousinchen hat mir ihr Erfolgsgeheimnis verraten – und sie konnte selbst Großväterchen Pestilenz Konkurrenz machen. Will ja nichts gesagt haben, aber meine Cousine 4. Grades, die Lepra, ist auch back in Town!

Essayist: Könnten Sie etwas konkreter werden, Hr. Corona?

Hr. Corona: (Atmet frustriert ein und aus.) Ist das nicht offenkundig? Krieg! Ihr Erfolgsgeheimnis war der Krieg (I. WK)! Will ja nichts gesagt haben – aber: Für die Russen, die Iraner, die Jemeniten und andere aus deiner Sippe sehe ich schwarz.

Essayist: Könnten Sie das für unsere Leser elaborieren?

Hr. Corona: Sicher, sicher – der Russe führt Krieg und vergisst darüber hinaus alle zivilisatorischen Axiome: Ausreichende Nahrungsmittelversorgung, sauberes Trinkwasser. Von der Front hört man, dass der Russe aus Pfützen säuft – zu fressen gäbe es auch nicht mehr. Braucht der Russe auch nicht? Der Iraner auch nicht? – Gefährlich … Und was die Grazien mit der Lepra in Kroatien angeht … Kurios, nicht wahr?

Essayist: Sie sprechen auf die Schwächung des Immunsystems auf gesellschaftlicher Ebene und die daraus resultierenden Gefahren an?

Hr. Corona: (Nickt auffällig ruhig.) Richtig! Der Iraner glaubt, dass, wenn er den ganzen Tag „Allahu Akbar“ krakelt und brav die Juden hasst, dann der Allah kommt und ihn belohnt? (Beginnt zu lachen.) Unwahrscheinlich! So viel Geld für Waffen verschwendet – und kein Geld für die Infrastruktur – nun verdurstet das Land. Allah? Allah wird nicht kommen …

Essayist: Das werden die Muslime nicht gerne hören, Hr. Corona!

Hr. Corona: Ihr Menschen verweigert euch der Wahrheit mit einer Leidenschaft, dass die Grenzen der Obszönität schreiend davonlaufen (lacht spöttisch).

Essayist: (Versucht, betont versöhnlich für die gesamte Menschheit zu klingen, man weiß ja nie, was noch kommen könnte …) Manche Menschen brauchen etwas länger, bis sie die Vernunft verstehen und annehmen können.

Hr. Corona: (Sieht mich voller Mitleid an.) Pass auf, Kloiber! Ich kann dich einigermaßen gut leiden, von daher dieser Kommentar: Wer den Hass fleißig trinkt – sich im Lichte göttlicher Berufung mit Mord brüstet – und dabei den Allerheiligsten Gott ridikülisiert, findet am Ende verbrannte Hoffnung und schwarzes, bitteres Wasser. Den Rest überlasse ich deiner Vorstellung.

– Beklemmendes Schweigen erfasst meine Küche –

Hr. Corona: (Durchbricht die Stille) Ihr vergesst immer, dass ihr nur ein schwindender Teil eines Augenblicks seid. Wenn die große Mutter in den Rückspiegel ihres Mopeds schaut, dann seid ihr längst verschwunden. Eure Arroganz – eure Weigerung, Verantwortung für eure Worte und Taten zu übernehmen? Wird euer unausweichlicher Untergang sein.

Essayist: (Scheiße, der hat recht und wie!) Nicht alle Menschen gehen so durchs Leben!

Hr. Corona: Ach ja, sag mir, Kloiber, widersprechen „eure“ Kinder, die mutmaßlich mental so schlimm durch mich getroffen wurden – und angeblich deswegen so versagend durchs Leben gehen –, nicht deiner Aussage?

Essayist: (Notiz an mich selbst – keine Interviews mehr veranstalten!) Wie meinen Sie das genau, Hr. Corona?

Hr. Corona: (Beginnt zu lachen) Das weißt du ganz genau, du Heuchler! Eure Kinder und eure

Jugendlichen werden mit Chancen, Unterstützung und Förderung überschüttet – und doch?

Essayist: Und doch?

Hr. Corona: Versagen sie schlimmer als der Morgenstern. (Beginnt theatralisch, die arme Jugend zu verspotten.) Ich armes, armes Mädchen will nur vier Tage die Woche arbeiten. Will 12.000 € Gehalt im Monat. Will, will, will – keine Leistung erbringen. (Lacht laut und äfft einen Schülersprecher nach.) Mentale Gesundheit! Leistung ist böse! (lacht noch lauter) Mein persönlicher Favorit: „Das“ arme, arme Jugendliche, der keinen Wehrdienst leisten will? So vorwurfsvoll glotzte der kleine Schülersprecher in die Kamera und so laut schrie der Vorwurf: „Ich will nicht sterben dienen – ich will doch nur leben die Vorteile abgreifen!“ Sag mir, Kloiber, sag mir ehrlich: Was habe ich (Hr. Corona) mit diesen Egomanen und Narzissten eigentlich zu schaffen? Ist der Nachwuchs (eure bittere Zukunft) nicht ein Spiegelbild seiner Eltern und bei dieser Logik nicht das Resultat einer versagenden Generation?

Essayist: Pardon, Hr. Corona – Aber es gibt auch Kinder und Jugendliche, die was taugen! Sie pauschalisieren hier ein wenig zu viel für meinen Geschmack …

Hr. Corona: Immer der Diplomat, was, Kloiber? Aber du musst zugeben, Kloiber, dass sich eine ganze Lobby gebildet hat, die Ausreden für das große Scheitern ihrer Sprösslinge sucht? Ich habe es zunehmend satt. Zeit, zu mutieren, um dieses Volk heimzusuchen? Die Kids werden sich empören, die gängige Schutzhaltung, die eingenommen wird, wenn Verantwortung und Wahrheit am Horizont aufziehen. Du weißt doch, Kloiber, die Wahrheit dieser Zeit ist variabel – wie sie eben benötigt wird?

Es ist eine seltsame Wut gewesen, die Hr. Corona zum Ausdruck brachte. Aldous Huxley sagte einmal: „Nichts bewahrt uns gründlicher vor Illusionen wie ein Blick in den Spiegel.“ Ich sage: Viel schlimmer ist der Blick in einen Spiegel, der kein Spiegelbild zeigt – weil nichts geschaffen wurde, das gezeigt werden könnte. Hr. Corona musste an diesem Punkt leider das Interview beenden, da er dringend an anderer Stelle benötigt wurde. Er versprach, dass es eine Fortsetzung geben würde …




Frederik Wolfgang Kloiber, Schriftsteller – Essayist – Poet, geboren am 11. August 1978 in Nordbayern, in unmittelbarer Nähe zur Grenz der ehemaligen DDR… Der Autor verlebte eine glückliche Kindheit, die von einer Leidenschaft zu Büchern geprägt war. Wie in jedermanns Leben, kam es auch im Leben des Autors zu Schicksalsschlägen. Einer dieser Schicksalsschläge führte den Autor in Berührung mit den Werken von Franz Kafka, die bis zu heutigen Tage für den Autor von entscheidender Bedeutung sind. Findet er in Kafkas Zeilen seinen Frieden, die Kraft selbst zu schreiben.

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2020 „Feuer im Ghetto“ – Anthologie Ulrich Grasnick Lyrik Preis 2021 – ISBN:978-3-947215-96-6

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Veröffentlicht von Jens Faber-Neuling

Redakteur von #kkl Kunst-Kultur-Literatur Magazin, Autor, Trainer und Coach im Bereich Potentialentfaltung und Bewusstseinserweiterung, glücklicher Papa und Ehemann.

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