Fabian Wollgast für #kkl61 „Aus der Glaskugel“
Alles ist vergänglich.
Gar nichts hat Bestand.
Trotzdem renn‘ wir ständig
mit Tempo vor die Wand.
Lasst die Zeit uns doch mal nehmen,
zwischendurch zu leben.
Unser Sein gehört zu jenen Themen,
die uns viel zu kurz gegeben.
Wir verschwenden unser‘ Zeit,
für Utopien statt Belang.
Und ist das Ende nicht mehr weit,
fang‘ zu leben wir erst an?
Lasst früher uns genießen,
was das Leben uns geschenkt.
Glück und Seligkeit könn‘ sprießen,
wenn du an dich und ich an mich auch denk.
Drum leb ich nicht für Pflicht und Tugend.
Ich leb für mich und dich.
Denn vorbei ist schon die Jugend;
Und ich merke, ich verändre mich.
Mit mir, mit dir, zusammen will ich gehen,
bis ans Ende unsrer Tage.
Nach jedem Fallen wieder stehen,
leg Glück statt Geld in des Lebens Waage.
Dann spüre ich vor dem Ende:
Was wichtig war, hab ich getan.
Der Tod erlaubt zwar keine Wende,
doch komm ich dann fein und selig an.
Traumspur
Ich träum von dir an jedem Orte
und genieß wie schön es ist.
Manchmal find‘ ich auch die Worte:
Weißt du was ’ne „Traumspur“ ist?
Die Erinnerung an was nie ist,
doch die ich spür, weil sie mal war,
in Bild und Ton du bei mir bist,
obwohl schon nicht mehr da.
Im Traum mit dir auf Reise
flieg ich zwischen Welten
Hör dich laut, auch leise,
jede Nacht, doch viel zu selten.
Zwar stets im Traum nur,
vorbei wenn man erwacht.
Doch hält meine Traumspur
zum Glück länger als gedacht.
Zeit-Lilie
Ein zarter Spross stößt durch die Erde,
streckt und reckt zur Sonne sich.
Auf dass die Lilie größer werde
und verzaubere dich wie mich.
Wenn dann erst die Knospen sprießen,
der Pflanze ganze Pracht;
dafür sollte man sie gießen,
wenn‘s der Regen nicht gemacht.
Dann öffnet sich die Blüte,
die Lilie strahlt im Glanz.
Der Natur die liebste Güte,
die Blume blüht nun ganz.
Was für einen kostbaren Moment,
die Natur in Blumen gönnt.
Wer das Gefühl im Leben kennt,
„Zeit-Lilie“ drum es nennt.
Ein Leben nach dem Tod,
davon können andere träumen.
Was vielmehr uns droht,
das Feld für immer mal zu räumen.
Ich glaub nur, was ich auch sehen kann.
Das sagt mir mein Verstand.
Wobei da fängt ja schon das Zweifeln an:
Ohne ihn zu sehen, ist er mir bekannt.
Vielleicht ist doch noch mehr
zwischen meinem Hier und eurem Dort.
Ich hoffte es schon sehr,
wärt auch ihr mir nicht für immer fort.
Zwischen Himmel und Erde
vermag mehr es noch zu geben.
Ich fortan drum glauben werde,
woanders weiter noch zu leben.

Fabian Wollgast
Geboren 1990 in Berlin, Vater zweier Kinder und studierter Journalist, lebte ich meine Vorliebe für das geschriebene Wort zunächst in Kommunikationsberufen und als Ghostwriter aus, schreibe aber seit über zehn Jahren auch Gedichte, die Chancen aufzeigen, bevor wir sie verpassen und konstruiere dabei gern Verbindungen dies- und jenseits roter Linien. Meine Texte, die ich nun auch beginne zu veröffentlichen, mahnen zur Sensibilität für die Endlichkeit unseres Seins und wenden den Fokus auf das Wesentliche: das Leben. Mich begeistert am Schreiben, dass ein und dasselbe Wort sowohl die schreibende, als auch die lesende Person gleichermaßen zum Nachdenken anregen kann und so Brücken zwischen Menschen baut, die sich dafür noch nicht einmal begegnen müssen.
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