Lea Voß für #kkl61 „Aus der Glaskugel“
VASE
Bauchig wölbt sich gläserne Masse.
Wölbt sich um Unausgesprochenes.
Zähmt es,
Sperrt es ein.
Die gläserne Vase
Schmerz schmiegt sich an Glas,
Nistet sich ein.
Durchsichtbar bricht das Licht.
Bricht das Licht,
Und füllt die Stille.
Zwischen uns steht eine Vase aus Glas
Verzerrt vom gläsernen Schein,
Verzerrt von Schmerz,
Sehe ich dich.
Du weißt, du siehst, du sprichst nicht.
Siehst das Licht brechen,
Siehst mich brechen.
Die gläserne Vase
Unüberwindbar, starr, kalt, glasig,
Steht sie zwischen uns.
Wartet,
Das einer von uns sie bricht.
Lea Voß, geboren 2001 in Duisburg, lebt und studiert heute in Potsdam. An der FH Potsdam studiert sie Konservierung und Restaurierung von Objekten aus Holz. Schon als Kind schrieb sie leidenschaftlich gern Geschichten, bevor sie als junge Erwachsene das Gedichteschreiben für sich entdeckte. Bis heute ist die Begeisterung für Lyrik ungebrochen – sie dient ihr vor allem als Ausdrucksform, um Gefühle in Worte zu fassen und kreativ auszuleben.
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